[0001] Faltschachteln werden als Verpackung zum Schutz und zur Präsentation von Produkten
regelmäßig eingesetzt. Durch einen Einsatz in die Faltschachtel Kann das Produkt in
der Schachtel präsentiert und feiert werden.
[0002] Die Verpackung wird vom Kunden nach Kauf des Produktes bislang entsorgt. Durch den
grünen Punkt wird sie teilweise einer Wiederverwertung zugeführt. Im Interesse eines
Produkt-Recyclings werden zunehmend Rücknahmeverpflichtungen von den Produzenten eingegangen.
In diesem Fall muß der Verbraucher das Produkt wiederum aufwendig verpacken und zurücksenden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, zu entsorgendes Verpackungsmaterial zu reduzieren.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Faltschachtel nach Anspruch 1 und einen Faltschachtelzuschnitt
nach Anspruch 7 gelöst. Anspruch 6 betrifft eine bevorzugte Verwendung der Erfindung.
Die Unteransprüche sind auf vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes von Anspruch
1 gerichtet.
[0005] Durch die erfindungsgemäß nach ihrer ersten Verwendung neu gebildete und in dieser
Neubildung nochmals verwendbare Faltschachtel wird der Verbrauch von Verpackungsmaterial
halbiert. Die mehrfache Verwendbarkeit bietet Bequemlichkeit einmal durch den reduzierten
Entsorgungsaufwand und zum anderen bei der Handhabung, wenn der Faltschachtelinhalt
vom Käufer weiterversandt werden soll.
[0006] Die erfindungsgemäße Faltschachtel besitzt vorzugsweise wenigstens zwei Deckel. Auf
einen inneren Deckel ist bereits eine Rücksendeanschrift, beispielsweise die des Herstellers,
aufgedruckt. Vorteilhafterweise ist darauf auch bereits ein Absenderadressfeld aufgedruckt,
in das der Absender nur noch seine Adresse eintragen muß. Desweiteren können postalische
Angaben und besondere Verwendungs- oder Bestimmungshinweise voraufgedruckt sein, um
die Handhabung weiter zu vereinfachen.
[0007] Über dem inneren Deckel kommt im gefalteten Zustand der Schachtel ein äußerer Deckel
zu liegen, auf dem beispielsweise eine Produktwerbung angebracht ist. Dieser äußere
Deckel ist vorzugsweise einfach per Hand, ohne Hilfsmittel zu benötigen, von der Schachtel
abreißbar.
[0008] Die erfindungsgemäß umwandelbare Faltschachtel weist auf:
- einen Boden,
- vom Boden aufragende Seitenwände,
- einen mit einer der Seitenwände über einen äußeren ersten Falz verbundenen äußeren
Deckel zum Verschließen des durch den Boden und die Seitenwände gebildeten Raums und
- wenigstens einen inneren Deckel, der mit einer für eine Rücksendung geeigneten Beschriftung
versehen ist und der ebenfalls mit einer der Seitenwände über einen äußeren zweiten
Falz verbunden und unter den äußeren Deckel geklappt ist.
[0009] Vorteilhafterweise ist der erste Falz mit einer Schwächung versehen, entlang derer
der äußere Deckel abreißbar ist.
[0010] In einer Weiterbildung ist wenigstens ein Bereich des ersten Falzes von der Schwächung
ausgenommen, und es bleibt nach dem Abreißen des äußeren Deckels in dem von der Schwächung
ausgenommenen Bereich des Falzes eine Lasche stehen, die von der Seitenwand mit dem
ersten Falz in das Schachtelinnere hineinragend in einen Schlitz am ersten Deckel
einsteckbar ist.
[0011] In besonders bevorzugter Herstellung kann die gesamte Schachtel aus einem Stück hergestellt
werden. Eine weitere bevorzugte Variante verzichtet auf die Verwendung von Klebstoff.
Hier wird die Schachtel beispielsweise durch Eindrücken der mit Noppen versehenen
Seitenteile in dafür vorgeshene Aussparungen aufgefaltet und fixiert. Die Seitenteile
können Griffaussparungen enthalten, so daß der Kunde die Schachtel wieder komplett
auflösen kann. Als flachliegender Karton kann er die Schachtel dann mit äußerst geringem
Platzbedarf im Keller bis zum Verbrauch und der Rücksendung des Produtes lagern. Eine
einfache Anleitung kann ihm dabei das Auffalten und Wiederzusammenfalten erleichtern.
[0012] Die erfindungsgemäße Faltschachtel kann insbesondere als Behältnis für ein Probenset
zur Entnahme einer zu analysierenden Probe dienen und ist für den direkten Verkauf
an Endkunden in Ladengeschäften, insbesondere in Apotheken und Drogerien, geeignet.
Bei dem Probenset handelt es sich um ein für die bestimmungsgemäße Benutzung durch
ungeschulte Verwender geeignetes Set, beispielsweise einen Speicheltest zur Bestimmung
von Schadstoffkonzentrationen im Speichel oder ein Set zur Entnahme von Material-
bzw. Bodenproben, Wasserproben und dergleichen, um sie beispielsweise auf darin enthaltende
Schadstoffe zu analysieren. Der äußere Deckel trägt hierfür als Aufschrift die Produktwerbung,
um die Aufmerksamkeit potentieller Käufer auf sich zu ziehen. Das Produkt ist das
Probenset plus Analyse einschließlich Zusendung des Analyseergebnisses. Der Kunde
führt die Probenahme selbst durch und sendet diese wieder zurück. Er kann dazu einzelne
Teile oder auch den Einsatz entnehmen, um für die Probe Platz zu schaffen. Die Schachtel
kann auch für andere Zwecke verwendet werden, bei denen der Kauf eines Produktes mit
einer Rücksendeaufgabe verbunden ist.
[0013] In einer anderen bevorzugten Verwendung dient die Schachtel als Versandbehältnis
für maschinerlesbare Datenträger, insbesondere Disketten, CD-ROMs und dergleichen.
So können solche Daten zwischen Versender und Empfänger wechselseitig ausgetauscht
werden, deren Übermittlung über Computernetze Risiken bezüglich der Datensicherheit
birgt. Die Verwendung der Schachtel im Rahmen solch eines Shuttle-Systems kann beispielsweise
für Softwareanbieter und Banken, oder auch für den militärischen Bereich von Vorteil
sein.
[0014] Die neue Faltschachtel verbindet Abfallreduktion und Bequemlichkeit im Rahmen von
Produktrecycling und Rücksendeaufgaben. Hersteller schätzen den dadurch ermöglichten
Kundenservice.
[0015] Die Figur zeigt ein bevorzugtes Beispiel eines erfindungsgemäßen Kartonzuschnitts
für eine einfach kastenförmige Faltschachtel, die als Ganzes mit 30 bezeichnet wird.
Die Erfindung ist jedoch auch bei anderen Schachtelgrundformen einsetzbar.
[0016] Der ausgebreitete einstückige Zuschnitt für die Faltschachtel besteht aus einem rechteckigen
Boden 1, von dessen vier Seitenrändern je eine Seitenwand 2, 5, 8 und 10 absteht.
Die Nahtlinien zwischen dem Boden 1 und diesen Seitenwänden werden durch Falze gebildet,
über die die Seitenwände beim Falten der Schachtel zum Boden 1 hin geklappt werden.
Zwei gegenüberliegende Seitenwände 8 und 10 werden durch zwei äußere Seitenwände 9
und 11 verlängert, die je über eine weitere Falzlinie gegen die jeweilige Seitenwand
8 bzw. 10 gefaltet werden. Jede der beiden äußeren Seitenwände 9 und 11 ist an ihrem
äußeren, vom Boden 1 abgewandten Rand mit Noppen 22 versehen, die im gefalteten Zustand
in Schlitze 21 in den Falzen zwischen dem Boden 1 und den Seitenwänden 8 und 10 eingesteckt
werden.
[0017] Die beiden weiteren, an den Boden 1 ansetzenden Seitenwände 2 und 5 werden über ihre
von dem Boden abgewandten Ränder durch Deckel 12 und 17 verlängert. Der Deckel 12
ist über einen perforierten Falz 23 mit seiner Seitenwand 2 und der Deckel 17 über
einen einfachen Falz 27 mit seiner Seitenwand 5 verbunden. Von den noch freien Rändern
der Deckel 12 und 17 stehen Deckelseitenteile 13, 14 und 18, 19 sowie Deckelfrontteile
15 und 20 ab, die je über entsprechende Falze zum jeweiligen Deckel hin gefaltet werden.
[0018] An den beiden letztgenannten Seitenwänden 2 und 5 sind ferner je zwei seitliche Flügelteile
3 und 4 sowie 6 und 7 gebildet, die beim Falten der Schachtel in den Zwischenraum
zwischen den dann aufeinanderliegenden Seitenwänden 8, 9 und 10, 11 eingeschoben werden.
[0019] Nach dem Einschieben dieser Flügelteile 3, 4 und 6, 7 wird zunächst der Deckel 17
zum Boden 1 hin geklappt und so die Schachtel erstmals verschlossen. Seine Seiten-
und Frontteile 18, 19 und 20 liegen innenseitig an den Seitenwänden 8, 9 und 10, 11
sowie 2 an. Auf seiner nicht abgebildeten Rückseite trägt der seiner Lage wegen als
innerer Deckel zu bezeichnende Deckel 17 die erforderliche Beschriftung für die Rücksendung
der Schachtel.
[0020] Danach wird der andere, sinngemäß äußere Deckel 12 ebenfalls zum Boden 1 hin geklappt,
wonach dessen Seitenteile 13 und 14 zwischen die vom Boden 1 aufragenden Seitenwände
und die gegenüberliegenden Seitenteile 18 und 19 des inneren Deckels 17 zu liegen
kommen. Sein Frontteil 15 liegt außenseitig auf der Seitenwand 5. Eine am äußeren,
vom Boden 1 abgewandten Rand des Frontteils 15 des äußeren Deckels 12 angeordnete
Lasche 16 wird zum sicheren Verschließen der Schachtel in einen entsprechend im Falz
zwischen dem Boden 1 und der Seitenwand 5 eingearbeiteten Schlitz 28 gesteckt. Die
beiden Deckel 12 und 17 liegen jetzt zum Teil unmittelbar umhüllend übereinander.
[0021] Zum Zurücksenden der Schachtel wird der äußere Deckel 12 entlang des perforierten
Falzes 23 abgetrennt. Es verbleibt danach eine einfache Schachtel mit dem inneren
Deckel 17.
[0022] Zum postsicheren Verschließen der derart gebildeten Rücksendeschachtel dienen schließlich
noch eine im äußeren Deckel 12 vorgestanzte Lasche 25 und ein Schlitz 26, der in den
Falz zwischen dem inneren Deckel 17 und dessen Frontteil 20 eingearbeitet ist und
in den die Lasche 25 eingesteckt wird. Die Lasche 25 verlängert die Seitenwand 2 über
den Falz 23 in den äußeren Deckel 12 hinein. Im Bereich der Lasche 25 ist der Falz
23 nicht perforiert, sondern als einfacher Falz ausgebildet. Die Lasche 25 ensteht
so durch das Abreißen des äußeren Deckels 12.
[0023] Um das spätere Einstecken der Lasche 25 in den Schlitz 26 zu erleichtern, ist die
Seitenwand 2 von den beiden seitlichen Rändern des nicht perforierten Bereichs des
Falzes 23 ausgehend in Form zweier Einschnittlinien 24a und 24b ein Stuck weit durchstoßen.
Wenn der innere Deckel 17 eingeklappt ist, kann die Lasche 25 hierdurch ein Stück
von dem ihr dann gegenüber liegenden Frontteil 20 weggeklappt und dadurch leichter
in den Schlitz 26 eingeschoben werden.
[0024] Ein sockelartiges Einsatzteil, in dem ein Probenset gehalten ist, steht lose auf
dem Boden 1 auf. Ein äußerer Rand des Einsatzteils verläuft zu den Kanten des Bodens
1 eng beabstandet. In den derart durch das Einsatzteil und zumindest die einander
gegenüberliegenden Seitenwände 8 und 10 gebildeten Spalten kommen im gefalteten Zustand
die Deckelseitenteile 13, 14 und 18, 19 und in entsprechenden weiteren Spalten auch
die Deckelfrontteile 15 und 20 leicht geklemmt zu liegen. Das Einsatzteil dient somit
auch der Stabilität der Schachtel.
[0025] Anstatt eines geeigneten Kartonmaterials kann die Faltschachtel auch aus einem filmscharniertauglichen
thermoplastischen Material gefertigt sein. Die Falze im Faltschachtelkarton nach der
Figur werden in dieser Ausbildung durch Filmscharniere gebildet. Als Thermoplaste
sind insbesondere Polyethylen und Polypropylen geeignet.
1. Umwandelbare Faltschachtel, bei der eine für die Rücksendung geeignete Beschriftung
und Verpackung bereits in die Faltschachtel (30) integriert ist und die Faltschachtel
(30) durch Abtrennen wenigstens eines Faltschachtelteils (12) in die Rücksendeverpackung
umwandelbar ist.
2. Faltschachtel nach Anspruch 1 mit einem Boden (1), davon aufragenden Seitenwänden
(2, 5, 8, 10), einem mit einer der Seitenwände über einen äußeren ersten Falz (23)
verbundenen äußeren Deckel (12) zum Verschließen des durch den Boden (1) und die Seitenwände
gebildeten Raumes und mit wenigstens einem inneren Deckel (17), der ebenfalls mit
einer der Seitenwände, vorzugsweise einer der anderen Seitenwände, über einen äußeren
zweiten Falz (27) verbunden und unter den äußeren Deckel (12) geklappt ist.
3. Faltschachtel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Falz mit einer
Schwächung, vorzugsweise mit einer Perforation, versehen ist, entlang derer der äußere
Deckel (12) abreißbar ist.
4. Faltschachtel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Bereich
(24) des ersten Falzes (23) von der Schwächung ausgenommen ist und nach dem Abreißen
des äußeren Deckels (12) in dem nicht geschwächten Falzbereich (24) eine Lasche (25)stehenbleibt,
die in einen Schlitz (26) am inneren Deckel (17) einsteckbar ist.
5. Faltschachtel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sie aus einem einzigen Kartonteil gebildet wird.
6. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus
einem filmscharniertauglichen thermoplastischen Material gebildet wird.
7. Faltschachtel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung
als Verpackungsbehältnis für ein Probenset, von dem nach Verwendung durch einen Benutzer
wenigstens eine Probe zu Analysezwecken, insbesondere des Gesundheitszustandes des
Benutzers, versandt wird.
8. Faltschachtel nach einem der Ansprüche 2-7, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Verpackung
für ein Probenset dient, das in einem Ladengeschäft frei käuflich erwerbbar ist und
dazu dient, eine Materialprobe zu nehmen und diese Materialprobe für eine Analyse
hinsichtlich ihrer Zusammensetzung an einen auf dem inneren Deckel der Schachtel als
Adressaten bereits bezeichneten Empfänger zu versenden, wobei die Schachtel eine das
Probenset für den Verkauf im Ladengeschäft bewerbende Beschriftung trägt.
9. Einstückiger Faltschachtelzuschnitt aus Karton oder dergleichen mit
a) einem Boden (1) und davon abstehenden, über Falze an den Boden (1) ansetzenden
und zum Boden (1) hin faltbaren Wandteilen (2, 5, 8, 10),
b) einem äußeren Deckel (12), der über einen äußeren ersten Falz (23) mit einer der
Seitenwände (2, 5, 8, 10) verbunden ist und
c) einem inneren Deckel (17), der über einen äußeren zweiten Falz (27) mit einer der
anderen Seitenwände (2, 5, 8, 10) verbunden ist, wobei
d) sowohl der äußere Deckel (12) als auch der innere Deckel (17) im gefalteten Zustand
der Schachtel übereinanderliegend den durch den Boden (1) und die Seitenwände (2,
5, 8, 10) gebildeten Raum verschließen und
e) der erste Falz (23) mit einer Schwächung versehen ist, entlang derer der äußere
Deckel (12) abreißbar ist.