[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ergreifen von Behältern, insbesondere
Müllbehältern, mit einem an einer Entleereinrichtung angeordneten Greiferkopf, an
dem über je eine, einen vorderen und einen hinteren Lenker aufweisende Viergelenkführung
zwei schwenkbare Greifarme angeordnet sind, die mittels mindestens einer an den Lenkern
befestigten Betätigungseinrichtung verstellbar sind, sowie mit mindestens einem zwischen
den Greifarmen angeordneten Abstützelement.
[0002] Bei den herkömmlichen Entleervorrichtungen, die am Heck der Müllfahrzeuge angeordnet
sind, muß mindestens ein Müllwerker, meistens jedoch zwei, die am Straßenrand abgestellten
Müllbehälter an die Entleervorrichtung heranholen und nach dem Entleervorgang wieder
zurückstellen. Dieses Personal kann eingespart werden, wenn die Entleervorrichtung
so ausgebildet ist, daß sie die Müllbehälter direkt vom Straßenrand ergreifen kann.
Hierzu wurden spezielle Greifeinrichtungen entwickelt, die entweder vollautomatisch
arbeiten oder vom Fahrer des Müllfahrzeugs gesteuert werden können.
[0003] Die US-A-3,841,508 beschreibt eine Vorrichtung zum Ergreifen von Müllbehältern, die
seitlich am Müllfahrzeug angeordnet ist. An einem um eine vertikale Achse schwenkbaren
Arm ist an einem Schwerkhebel ein Greiferkopf mit einem Gehäuse angeordnet, in dem
zwei Greifarme um eine vertikale Achse schwenkbar gelagert sind, die von einem zwischen
den Greifarmen angeordneten Druckmittelzylinder bewegt werden können. Die Greifarme
sind an die Form des zu entleerenden Behälters angepaßt und liegen mit am freien Ende
befestigten Puffern an der Behälterwand an. Ferner sind am Greiferkopf noch zwei Abstützelemente
in Form von Puffern schwenkbar gelagert, so daß der Behälter insgesamt an vier Punkten
erfaßt wird. Die Beweglichkeit der Puffer ist allerdings eingeschränkt.
[0004] Die Behälter dürfen in ihren äußeren Abmessungen nicht wesentlich von der Idealform
abweichen, weil ansonsten die Abstützelemente die Behälterwände zu stark belasteen
würden oder die Behälter nicht sicher erfaßt werden würden.
[0005] Aufgrund der begrenzten Öffnungsweite der Greifarme können zwar eng nebeneinander
stehende Behälter erfaßt werden, allerdings dürfen diese nicht ungeordnet abgestellt
sein, weil der Greiferkopf selbst nicht beweglich ist, so daß er entsprechend der
Position der zu ergreifenden Behälter ausgerichtet werden kann.
[0006] Die DE 44 44 193 C1 beschreibt ein Müllsammelsystem, bei dem das Ausrichten der Müllbehälter
in eine bestimmte Winkelstellung zum Entleeren erleichtert werden soll. Der Greifer
weist zwei um ein senkrechtes Gelenk schwenkbare und spreizbare Arme auf, die an ihrer
Innenseite Rollen oder Kugeln tragen, die ggf. angetrieben werden können, so daß der
Behälter nach dem Erfassen gedreht und somit ausgerichtet werden kann. Diese Greifeinrichtung
ist nur bei Behältern mit runder Umfangswand einsetzbar, wobei die Greifarme an die
Behältergröße angepaßt sein müssen. Aufgrund der kreisbogenförmigen Gestalt der Greifarme
müssen die Greifarme zum Erfassen der Behälter sehr weit gespreizt werden mit der
Folge, daß dicht beieinander stehende Behälter nicht erfaßt werden können.
[0007] Die US 4,175,903 beschreibt eine Entleervorrichtung, die einen am Müllfahrzeug angeordneten,
in zwei Ebenen schwenkbaren ausfahrbaren Arm aufweist, an dem eine Greifeinrichtung
mit plattenförmigen Greifarmen befestigt ist. Die Greifarme können um ihre Längsachse
geneigt werden und sind an ihrer Innenseite mit einem elastischen Material belegt.
Jede Platte ist an mindestens zwei Zylinderkolbeneinheiten befestigt, die senkrecht
zur Längsachse der Vorrichtung angeordnet sind und die Greifarme unter Beibehaltung
ihrer Parallelstellung auseinander- oder zusammenfahren. Zusätzliche Abstützelemente
sind nicht vorgesehen, so daß der Behälter nur zwischen den Greifarmen eingeklemmt
wird. Da allerdings große Drehmomente wirksam werden, dürfte der auf den Behälter
aufzubringende Druck nur gering sein, so daß die Gefahr des Durchrutschens besteht.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß beim Erfassen der Behälter aufgrund der auftretenden
Hebelwirkung erhebliche seitliche Kräfte auf die Zylinderkolbeneinheiten einwirken,
die zu Beschädigungen, insbesondere zu Leckagen führen, so daß die gesamte Anordnung
äußerst störanfällig ist.
[0008] Aus der WO 93/25457 ist eine Greifvorrichtung bekannt, mit der es möglich sein soll,
dicht beieinanderstehende Behälter zu ergreifen. Am Greiferkopf, der starr an der
Entleereinrichtung befestigt ist, sind zwei stark gekrümmte Greifarme über eine Viergelenkführung
schwenkbar befestigt. Jeweils beide Lenker sind unterschiedlich lang, wobei ein Lenker
zusätzlich gekrümmt sein muß. Die Gelenkpunkte am Greiferkopf sind so angeordnet,
daß sich in Schließstellung der Greifarme die Lenker überkreuzen und sich vom Greiferkopf
nach vorne erstrecken. Um die Greifarme zu öffnen, müssen die Lenker um etwa 90° nach
hinten geschwenkt werden mit der Folge, daß die Greifarme ihre parallele Ausrichtung
zueinander verlassen und sehr weit nach außen schwenken, so daß ein erheblicher Platzbedarf
erforderlich ist. Wegen dieses großen Schwenkbereiches in Verbindung mit der gekrümmten
Form der Greifarme ist es nicht möglich, mit diesen Greifarmen sehr dicht nebeneinanderstehende
Behälter zu erfassen, insbesondere dann, wenn man berücksichtigt, daß in der Regel
nur ein Zwischenraum von etwa 10 cm hierfür zur Verfügung steht. Die Greifarme sind
mit Gurten ausgestattet, die zwischen der Spitze des Greifarms und dem Abstützelement,
das am Greiferkopf befestigt ist, gespannt sind. Der Nachteil besteht darin, daß schwere
Behälter u.U. nicht sicher erfaßt werden können und daß außerdem die Gurte schnell
verschleißen.
[0009] Eine weitere Vorrichtung, bei der ebenfalls Gurte vorgesehen sind, ist aus der WO
94/18098 bekannt. Die Greifarme sind zweiteilig ausgebildet und besitzen einen nach
innen schwenkbaren Endabschnitt. Auch mit dieser Vorrichtung können in der voluminösen
Ausgestaltung der Greifarme keine dicht nebeneinander stehende Behälter ergriffen
werden.
[0010] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Ergreifen von Müllbehältern bereitzustellen,
mit der dicht nebeneinander stehende Behälter sowie unterschiedlich große Behälter
sicher erfaßt werden können.
[0011] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
werden in den Unteransprüchen beschrieben.
[0012] Die Erfindung sieht vor, daß die Viergelenkführung eine Parallelogrammführung ist,
wobei die Lenker in jeder Schwenkstellung mit dem zugeordneten Schwenkarm einen spitzen
Winkel bilden. Eine Parallelogrammführung bietet den Vorteil, daß die Greifarme ihre
parallele Ausrichtung zueinander beibehalten, wenn die Lenker zum Öffnen und Schließen
der Greifarme verschwenkt werden. Es besteht dadurch die Möglichkeit, daß der Abstand
der Greifarme auf die Behälterbreite eingestellt werden kann, ohne daß die Greifarme
gegeneinander verschwenkt werden, was wiederum das Einführen der Schwenkarme in die
Zwischenräume zwischen benachbart aufgestellten Behältern unmöglich machen würde.
Die Ausrichtung der Lenker bezüglich der zugeordneten Schwenkarme ermöglicht es, die
vorderen Lenker über ihren Gelenkpunkt am Greiferkopf nach vorne zu verlängern, so
daß in dem Bereich zwischen den Greifarmen am freien Ende der vorderen Lenker jeweils
ein Abstützelement angeordnet werden kann.
[0013] Vorteilhafterweise besitzen die vorderen Lenker am Greiferkopf einen gemeinsamen
Gelenkpunkt und bilden somit ein Scherengelenk. Wenn die Greifarme zum Erfassen eines
großen Müllbehälters weiter auseinandergefahren werden, werden auch die Abstützelemente
an den vorderen Lenkern aus dem Bereich zwischen den Greifarmen in Richtung auf den
Greiferkopf zurückbewegt, so daß zwischen den Greifarmen insgesamt mehr Platz zum
Erfassen des Müllbehälters zur Verfügung steht. Wenn umgekehrt die Greifarme zum Erfassen
eines kleinen Behälters zusammengefahren werden, bewegen sich automatisch die Abstützelemente
nach vorne in den Bereich zwischen die Greifarmen hinein, so daß auch ein kleiner
Behälter mit seiner Außenwand nicht nur an den Greifarmen sondern auch an den Abstützelementen
anliegt. Das unter spitzem Winkel angeordnete Parallelogrammgestänge mit den verlängerten
vorderen Lenkern bietet somit die Möglichkeit, unterschiedlich große Behälter erfassen
zu können, ohne daß Umstellungsarbeiten oder gar ein Austausch von Greifarmen notwendig
wird.
[0014] Vorteilhafterweise können auch die hinteren Lenker am Greiferkopf einen gemeinsamen
Gelenkpunkt besitzen. In diesem Fall liegen die gemeinsamen Gelenkpunkte von vorderen
und hinteren Lenkern auf der Symmetrieachse der gesamten Vorrichtung.
[0015] Die Greifarme sind vorzugsweise gerade ausgebildet und nur an ihrem freien Ende einwärts
gebogen. Vorzugsweise besitzen die Greifarme an ihrer Innenseite eine leicht gekrümmte
Kontur. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß rechteckige Behälter mit den Greifarmen
im wesentlichen im Eckbereich erfaßt und durch die nach innen gebogenen freien Enden
so beigezogen werden, daß sie mit einer Behälterwand an den beiden Abstützelementen
aufliegen. Es wird somit eine Vierpunktabstützung geschaffen, die den Behälter sicher
hält. Aufgrund der gekrümmten Innenkontur wird die Anpassung der gesamten Vorrichtung
an unterschiedlich große Behälter erleichtert, da auf diese Weise die Greifarme immer
an zwei Punkten an der Behälterwand anliegen und den Behälter in Richtung der Abstützelemente
drücken.
[0016] Damit die Behälter beim Hochheben nicht zwischen den Greifarmen hindurchrutschen,
sind diese an ihrer Innenseite mit einem in vertikaler Richtung rutschhemmenden Belag
ausgestattet. In Längsrichtung sollte dieser Belag nicht rutschhemmend sein, damit
nicht exakt zur Greifeinrichtung ausgerichtete Behälter an der Innenseite der Greifarme
beim Zusammenfahren der Greifarme entlangrutschen können und sich so zur Greifeinrichtung
ausrichten können. Dieser Vorgang kann dadurch unterstützt werden, daß die Greifarme
an ihrer Innenseite einen in Längsrichtung des Greifarms beweglichen Riemen tragen.
Es kann sich hierbei um einen Zahnriemen handeln der auf Rollen gelagert ist und beim
Ausrichten eines schrägstehenden Müllbehälters über diese Rollen abrollt. Vorzugsweise
wird ein solcher Riemen Längsrillen aufweisen, damit ein Durchrutschen durch die Greifarme
vermieden werden kann.
[0017] Zum Erfassen von runden Behältern kann es vorteilhaft sein, wenn an der Innenseite
der Greifarme zusätzlich noch verstellbare Puffer angeordnet sind. Dies ist insbesondere
dann notwendig, wenn es sich um runde Behälter mit geringem Durchmesser handelt, weil
diese nicht mehr von den nach innen gebogenen Enden der Greifarme erfaßt werden.
[0018] Die Abstützelemente an den Lenkern weisen vorzugsweise in der Greifarmebene eine
gekrümmte Gestalt auf, damit sie immer an der Behälterwand anliegen auch wenn sie
aufgrund des Verschwenkens der Lenker unterschiedliche Positionen bezüglich des Behälters
einnehmen.
[0019] Die Betätigungseinrichtung greift vorzugsweise am hinteren Lenker an, wobei zur Vereinfachung
der gesamten Vorrichtung vorteilhafterweise eine gemeinsame Betätigungseinrichtung
für beide Greifarme vorgesehen ist. Die gemeinsame Betätigungseinrichtung kann gemäß
einer Ausführungsform eine Zylinderkolbeneinheit sein, die in der Symmetrieachse der
Vorrichtung am Greiferkopf angeordnet ist. Damit eine Beschädigung der Behälter durch
die Einwirkung zu großer Kräfte vermieden wird, besitzt die Betätigungseinrichtung
vorteilhafterweise eine Kraftbegrenzungseinrichtung. Im Falle einer hydraulischen
Einrichtung, wie z.B. einer Zylinderkolbeneinheit bieten sich hierfür Druckbegrenzungsventile
an.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die hinteren Lenker als Knickarme ausgebildet.
Die Betätigungseinrichtung greift bei dieser Ausführungsform am jeweiligen Knickpunkt
des hinteren Lenkers an. Die hinteren Lenker sind nur in Richtung auf den vorderen
Lenker einknickbar. Durch das Einknicken der hinteren Lenker wird die Prallelstellung
der beiden Greifarme aufgehoben und die beiden Greifarme noch weiter geöffnet. Dies
ist dann von Vorteil, wenn ein schräg abgestellter Behälter erfaßt und zunächst bezüglich
der Greifeinrichtung ausgerichtet werden muß. Bei rechteckigen Behältern müssen die
Greifarme so weit geöffnet werden, daß ein solcher Behälter auch an den diagonal gegenüberliegenden
Eckpunkten ergriffen werden kann.
[0021] Die Einknickbarkeit der hinteren Lenker besitzt einen weiteren Vorteil. Wenn die
Greifarme auf ihrem Weg zum zu entleerenden Behälter an ein Hindernis anstoßen, geben
diese in horizontaler Richtung nach, weil der hintere Lenker einknicken kann. Auf
diese Weise können größere Beschädigungen sowohl an der Greifeinrichtung als auch
am Hindernis vermieden werden.
[0022] In manchen Fällen ist es u.U. nicht möglich, schräg abgestellte Behälter mittels
Zusammenführens der Greifarme auszurichten. Vorteilhafterweise ist der Greiferkopf
für diese Fälle bezüglich der Entleereinrichtung um eine vertikale Achse schwenkbar.
Der Greiferkopf kann in einem an der Entleereinrichtung befestigten Gehäuse schwenkbar
gelagert sein. Zwischen Greiferkopf und Gehäuse ist hierfür vorteilhafterweise eine
Verstelleinrichtung zum Verschwenken des Greiferkopfes angeordnet. Die vertikale Schwenkachse
des Greiferkopfes liegt vorzugsweise im gemeinsamen Gelenkpunkt der hinteren Lenker,
so daß dadurch der Greiferkopf und die gesamte Greifeinrichtung vereinfacht wird und
insgesamt eine kompakte Anordnung gebildet wird.
[0023] Die Greifeinrichtung kann manuell an den zu entleerenden Behälter angesteuert werden
was vorzugsweise vom Fahrer des Müllfahrzeugs aus geschehen kann. Es ist aber auch
möglich eine Sensoreinrichtung, vorzugsweise am Greiferkopf vorzusehen, der die Positionserfassung
des zu entleerenden Behälters vornimmt und die Entleervorrichtung und die Greiferarme
entsprechend ansteuert.
[0024] Vorteilhafte Ausführungsformen werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Figur 1
- die Draufsicht auf eine Greifvorrichtung mit einem mittelgroßen Behälter,
- Figur 2
- die Seitenansicht der in Figur 1 gezeigten Greifvorrichtung,
- Figur 3
- einen Schnitt durch die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung längs der Linie III-III, allerdings
ohne Behälter,
- Figur 4
- die Draufsicht auf die Greifvorrichtung zusammen mit einem kleineren Behälter,
- Figur 5
- die Draufsicht auf die Greifvorrichtung zusammen mit einem größeren Behälter,
- Figur 6
- die Greifvorrichtung in Draufsicht mit einem schräg abgestellten Müllbehälter,
- Figuren 7a und b
Draufsicht auf die Vorrichtung beim Ergreifen von schräg abgestellten Behältern und
- Figur 8
- die Draufsicht auf die Vorrichtung zusammen mit einem runden Behälter.
[0026] In der Figur 1 ist die Draufsicht auf eine Greifvorrichtung dargestellt, die einen
mittelgroßen Behälter 1a mit den Seitenwänden 2a-d und dem Rand 3 erfaßt. Die Greifvorrichtung
weist einen Greiferkopf 40 auf, der, wie in der Figur 2 zu sehen ist, aus zwei parallel
zueinander angeordneten Platten 41 und 42 besteht, der wie in der in Figur 1 gezeigten
Draufsicht eine im wesentlichen dreieckige Gestalt aufweist. Am Greiferkopf sind in
den Gelenkpunkten 23 und 24 Lenker schwenkbar gelagert, die in vordere Lenker 26a,
26b und hintere Lenker 32a, 32b unterschieden werden. Die vorderen Lenker 26a, 26b
greifen an den Greifarmen 10a und 10b in den Gelenkpunkten 21a und 21b an. Die hinteren
Lenker 32a und 32b greifen an den Greifarmen 10a und 10b in den Gelenkpunkten 22a
und 22b an, wobei die vorderen und die hinteren Lenker jeweils zusammen eine Parallelogrammführung
20a, 20b bilden.
[0027] Die vorderen und die hinteren Lenker sind zwischen ihren Gelenkpunkten 23 und 21a
bzw. 21b bzw. zwischen dem Gelenkpunkt 24 und dem Gelenkpunkt 22a bzw. 22b gleich
lang. Mit den Greifarmen 10a und 10b bilden die Lenker, die parallel zueinander ausgerichtet
sind, in jeder Stellung einen spitzen Winkel, der in der Figur 1 durch den Winkel
α gekennzeichnet ist.
[0028] Diese Anordnung der Lenker erlaubt es, die vorderen Lenker 26a und 26b über ihren
Gelenkpunkt 23 hinaus nach vorne zu verlängern, so daß der vordere Abschnitt 27a und
27b in den Raum zwischen den Greifarmen 10a und 10b hineinragt. Auf diese Weise bilden
die vorderen Lenker 26a, 26b zusammen ein Scherengelenk 30.
[0029] Am freien Ende dieser vorderen Abschnitte 27a und 27b sind die Abstützelemente 28a
und 28b angeordnet, die in Draufsicht eine gekrümmte, vorzugsweise kreisbogenförmige
Gestalt aufweisen und mit einem rutschfesten elastischen Belag versehen sind. Die
Greifarme 10a und 10b weisen eine im wesentlichen gerade Gestalt auf und sind an ihrem
freien Ende einwärts gebogen. Diese gebogenen Enden 12a und 12b sind an die Gestalt,
d.h. an die Rundungen im Eckbereich des Müllbehälters 1a angepaßt. An der Innenseite
der Greifarme 10a, 10b, die eine leicht gekrümmte Kontur aufweist, ist ein Antirutschbelag
11a, 11b angebracht, der ein Durchrutschen des erfaßten Behälters 1a verhindert. Die
Innenkontur ist zusammen mit den gebogenen Enden 12a und 12b so ausgestaltet, daß
der Müllbehälter 1a im wesentlichen im Eckbereich und nur zum Teil an den Seitenwänden
2a und 2c erfaßt wird und hierbei gleichzeitig auch in Richtung auf den Greiferkopf
40 gedrückt wird, so daß die Seitenwand 2d des Behälters 1a gegen die Abstützelemente
28a und 28b gedrückt wird.
[0030] Die Greifarme 10a und 10b können aufgrund ihrer parallelen Ausrichtung und ihrer
langgestreckten Gestalt problemlos in den Zwischenraum zwischen nebeneinander abgestellte
Behälter eingeführt werden, wie dies in der Figur 1 zu sehen ist. Die Dicke der Greifarme
ist auf den zur Verfügung stehenden Abstand angepaßt.
[0031] Zur Betätigung der Greifarme 10a, 10b ist eine Betätigungseinrichtung 50 vorgesehen,
die am Greiferkopf 40 befestigt ist. In der hier gezeigten Ausführungsform besteht
diese Betätigungseinrichtung 50 aus einer Zylinderkolbeneinheit, wobei der Zylinder
52 am Greiferkopf 40 in der Symmetrieachse der Greifvorrichtung angeordnet ist. Der
Kolben 51, der am rückwärtigen Ende des Greiferkopfes 40 herausragt, ist über Betätigungshebel
53a, b an den hinteren Lenkern 32a und 32b angelenkt. Wenn der Kolben 51 verschoben
wird, wird der Winkel α vergrößert oder verkleinert, wobei die Parallelstellung der
Greifarme 10a und 10b beibehalten wird. Auf diese Art und Weise ist es möglich, den
Abstand der Greifarme 10a und 10b auf unterschiedlich große Müllbehälter einzustellen,
wie dies noch im Zusammenhang mit den Figuren 4 und 5 erläutert wird.
[0032] Die hinteren Lenker 32a und 32b sind als Knickarme ausgebildet, wobei die Betätigungshebel
53a und 53b in den jeweiligen Knickpunkten 33a und 33b angreifen. Die Knickstellung
und die Ausrichtung der Knickarmabschnitte 34a,b, 35a,b wird im Zusammenhang mit den
Figuren 6, 7a und 7b erläutert.
[0033] Der Greiferkopf 40 ist innerhalb eines Gehäuses 60 angeordnet, das an der Entleereinrichtung
70 befestigt ist, die in Seitenansicht in der Figur 2 dargestellt. An der Oberseite
des Gehäuses 60 greifen ein erster Schwenkarm 71 und eine erste Zylinderkolbeneinheit
72 an, die an einem zweiten Schwenkarm 73 angelenkt sind. Weitere Bestandteile der
Entleervorrichtung 70 sind die Platte 75 und eine zweite Zylinderkolbeneinheit 74,
die wiederum an einem Teleskoparm 76 befestigt sind, der am Müllfahrzeug angeordnet
ist. Durch Betätigen der Zylinderkolbeneinheiten 72 und 74 wird die Greifvorrichtung
zusammen mit dem Müllbehälter 1a angehoben und in das Müllfahrzeug (nicht dargestellt)
entleert. In der Figur 2 ist auf der Oberseite des Gehäuses 60 noch eine Verstelleinrichtung
61 dargestellt, die im Zusammenhang mit den Figuren 7a und 7b erläutert wird.
[0034] In der Figur 3 ist ein Schnitt längs der Linie III-III durch die in Figur 1 gezeigte
Darstellung zu sehen. Der Zylinder 51 der Betätigungseinrichtung 50 ist an ein Verbindungselement
45 innerhalb des Greiferkopfes 40 angeflanscht, in dem die Bolzen 43 und 44 gelagert
sind. Diese beiden Bolzen befinden sich in den gemeinsamen Gelenkpunkten 24 bzw. 23,
die im Zusammenhang mit der Figur 1 beschrieben wurden. Am vorderen Abschnitt 27b
des vorderen Lenkers 26b ist das Abstützelement 28b angeordnet, das mit Querrillen
versehen ist, um ein Abrutschen des Behälters nach unten zu vermeiden. Der Greifarm
10a ist nur zum Teil dargestellt, und es ist ebenfalls eine Längsriffelung des Belages
11a zu sehen.
[0035] In der Figur 4 ist die Greifvorrichtung beim Erfassen eines kleineren Behälters 1b
dargestellt. Um die Seitenwände 2a, 2c erfassen zu können, müssen die beiden Greifarme
10a und 10b aufeinander zubewegt werden. Dies erfolgt dadurch, daß der Kolben 52 ausgefahren
wird, wodurch die hinteren Lenker 32a und 32b nach hinten gezogen werden, so daß sich
der Winkel α verkleinert. Aufgrund des Scherengelenkes 30, das die vorderen Lenker
26a und 26b bilden, bewegen sich die Abstützelemente 28a und 28b nach vorne und legen
sich an der Seitenwand 2d des Müllbehälters 1b an. Wenn ein größerer Müllbehälter
erfaßt werden soll, wie dies in der Figur 5 dargestellt ist, wird der Kolben 52 in
den Zylinder 51 eingefahren und die hinteren Lenker 32a und 32b werden durch die Betätigungshebel
53a und 53b nach vorne gedrückt, so daß sich der Winkel α vergrößert. Gleichzeitig
werden die Abstützelemente 28a und 28b aufgrund des Scherengelenks der vorderen Lenker
26a und 26b zurückgenommen, so daß ein entsprechend größerer Raum zur Aufnahme zwischen
den Greifarmen 10a und 10b zur Verfügung steht. Aufgrund der gekrümmten Ausgestaltung
der Abstützelemente 28a und 28b liegen diese, wie in den Figuren 4 und 5 zu sehen
ist, immer an der Seitenwand 2d des Behälters 1c bzw. 1b an.
[0036] In der Figur 6 ist die Knickarmausführung der hinteren Lenker 32a und 32b dargestellt.
Wenn ein Behälter 1c nicht bezüglich der Greifvorrichtung ausgerichtet ist und an
seinen diagonal gegenüberliegenden Eckpunkten erfaßt werden muß, ist es erforderlich,
die Parallelstellung der beiden Greifarme 10a und 10b aufzuheben und somit den Öffnungsbereich
zu vergrößern. Dies geschieht dadurch, daß der Zylinder 52 noch weiter in den Zylinder
51 eingefahren wird, wodurch die hinteren Lenker 32a und 32b einknicken. Beim Ausfahren
des Kolbens 52 wird die Knickstellung aufgehoben, wobei sich die Knickarmabschnitte
35a und 35b mit ihren Nasen 37a und 37b an den Anschlägen 36a und 36b anlegen, die
an den Knickarmabschnitten 34a und 34b angeordnet sind. Diese Nasen 37a, 37b und die
Anschläge 36a, 36b sind derart aufeinander abgestimmt, daß beim Zurückziehen der hinteren
Lenker 32a und 32b die beiden Knickarmabschnitte 34a und 34b bzw. 35a und 35b fluchten
und nicht einknicken können. Dies ist erforderlich, damit die Schwenkarme 10a und
10b sich nicht über die Parallelstellung hinaus weiter aufeinander zubewegen.
[0037] Wenn der Kolben 52 ausgefahren wird, werden die beiden Greifarme 10a und 10b zusammengefahren
und der Behälter 1c erfaßt. Da die Greifarme 10a und 10b an ihrer Innenseite mit einem
Belag 11a und 11b ausgestattet sind, der ein Verrutschen des Behälters 1c in Längsrichtung
der Greifarme 10a und 10b zuläßt, wird der Behälter ausgerichtet, so daß er mit seiner
Seitenwand 2d an den Abstützelementen 28a und 28b zu liegen kommt.
[0038] Wenn eine Ausrichtung des Behälters 1c auf diesem Wege nicht möglich ist, ist es
erforderlich, den gesamten Greiferkopf 40 bezüglich des Gehäuses 60 zu drehen. Diese
Schwenkbarkeit des Greiferkopfes 40 ist in den Figuren 7a und 7b gezeigt. Die bereits
in den Figuren 2 und 3 gezeigte Verstelleinrichtung 61 auf der Oberseite des Gehäuses
60 greift mit ihrem Kolben am Greiferkopf 40 an und verschwenkt durch das Aus- und
Einfahrens des Zylinders den Greiferkopf in die gewünschte Richtung. Es ist damit
möglich, unabhängig von einer Bewegung der Entleervorrichtung die gesamte Greifvorrichtung
bezüglich des zu erfassenden Behälters auszurichten. Die Stellung von Greifarmen und
Abstützelementen bleibt bei diesem Schwenkvorgang unverändert.
[0039] In der Figur 8 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der ein runder Behälter
1d erfaßt wird. In diesem Fall sind die beiden Greifarme 10a und 10b mit zusätzlichen
Puffern 13a und 13b bestückt, die zur Anpassung an den Durchmesser des runden Behälters
an den Greifarmen 10a und 10b verstellt werden können. Die Kontur der Puffer ist so
gewählt, daß sich die Puffer an der runden Außenwand 4 des Behälters 1d anlegen. Die
Abstützelemente 28a und 28b liegen ebenfalls an der Umfangswand 4 an, so daß der Behälter
ebenfalls an vier Punkten erfaßt wird. In der hier gezeigten Darstellung liegt auch
der an der Innenseite der Greiferarme 10a und 10b angebrachte Belag 11a und 11b an
der Wand 4 an.
Bezugszeichen:
[0040]
- 1a, b, c, d
- Müllbehälter
- 2a, b, c, d
- Seitenwand
- 3
- Rand
- 4
- Umfangswand
- 10a, b
- Greifarm
- 11a, b
- rutschfester Belag
- 12a, b
- gebogenes Ende
- 13a, b
- Puffer
- 20a, b
- Parallelogrammführung
- 21a, b
- Gelenkpunkt
- 22a, b
- Gelenkpunkt
- 23
- Gelenkpunkt
- 24
- Gelenkpunkt
- 26a, b
- vorderer Lenker
- 27a, b
- vorderer Abschnitt
- 28a, b
- Abstützelement
- 30
- Scherengelenk
- 32a, b
- hinterer Lenker
- 33a, b
- Knickpunkt
- 34a, b
- Knickarmabschnitt
- 35a, b
- Knickarmabschnitt
- 36a, b
- Anschlag
- 37a, b
- Nase
- 40
- Greiferkopf
- 41
- obere Platte
- 42
- untere Platte
- 43
- Bolzen
- 44
- Bolzen
- 45
- Verbindungselement
- 50
- Betätigungseinrichtung
- 51
- Zylinder
- 52
- Kolben
- 53a, b
- Betätigungshebel
- 60
- Gehäuse
- 61
- Verstelleinrichtung
- 70
- Entleereinrichtung
- 71
- erster Schwenkarm
- 72
- erste Zylinderkolbeneinheit
- 73
- zweiter Schwenkarm
- 74
- zweite Zylinderkolbeneinheit
- 75
- Platte
- 76
- Teleskoparm
1. Vorrichtung zum Ergreifen von Behältern, insbesondere Müllbehältern, mit einem an
einer Entleereinrichtung angeordneten Greiferkopf, an dem über je eine, einen vorderen
und einen hinteren Lenker aufweisende Viergelenkführung zwei schwenkbare Greifarme
angeordnet sind, die mittels mindestens einer an den Lenkern angreifende Betätigungseinrichtung
verstellbar sind, sowie mit mindestens einem zwischen den Greifarmen angeordneten
Abstützelement, dadurch gekennzeichnet,
daß die Viergelenkführung eine Parallelogrammführung (20a, b) ist, wobei die Lenker
(26a, b; 32a, b) in jeder Schwenkstellung mit dem zugeordneten Greifarm (10a, 10b)
einen spitzen Winkel α bilden, und
daß sich die vorderen Lenker (26a, b) über ihren Gelenkpunkt (23) am Greiferkopf (40)
nach vorne erstrecken und an ihrem freien Ende jeweils ein Abstützelement (28a, 28b)
tragen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vorderen Lenker (26a,
b) am Greiferkopf (40) einen gemeinsamen Gelenkpunkt (23) besitzen und ein Scherengelenk
(30) bilden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hinteren Lenker
(32a, b) am Greiferkopf (40) einen gemeinsamen Gelenkpunkt (24) besitzen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Greifarme
(10a, b) gerade ausgebildet sind und an ihrem freien Ende einwärts gebogen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Greifarme
(10a, b) an ihrer Innenseite eine leicht gekrümmte Kontur aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Greifarme
(10a, b) an ihrer Innenseite einen in vertikaler Richtung rutschhemmenden Belag (11a,
b) tragen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Greifarme
(11a, b) an ihrer Innenseite einen in Längsrichtung der Greifarme (10a, b) beweglichen
Riemen tragen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag
(11a, b) oder der Riemen Längsrillen aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenseite
der Greifarme (10a, b) verstellbare Puffer (13a, 13b) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützelemente
(28a, b) in der Greifarmebene eine gekrümmte Gestalt aufweisen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützelemente
(28a, b) beweglich an den Lenkern (26a, 26b) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung
(50) des Greifarms (10a, b) am hinteren Lenker (32a, b) angreift.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine gemeinsame
Betätigungseinrichtung (50) für beide Greifarme (10a, b) vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die gemeinsame Betätigungseinrichtung
(50) eine Zylinderkolbeneinheit ist, die in der Symmetrieachse der Vorrichtung am
Greiferkopf angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung
(50) eine Kraftbegrenzungseinrichtung aufweist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die hinteren
Lenker (32a, 32b) als Knickarme ausgebildet sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung
(50) am jeweiligen Knickpunkt (33a, b) angreift.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß die hinteren
Lenker (32a, b) nur in Richtung der vorderen Lenker (26a, 26b) einknickbar sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferkopf
(40) bezüglich der Entleereinrichtung (70) um eine vertikale Achse schwenkbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferkopf
(40) in einem an der Entleereinrichtung (70) befestigten Gehäuse (60) schwenkbar gelagert
ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Greiferkopf (40)
und Gehäuse (60) eine Verstelleinrichtung (61) zum Verschwenken des Greiferkopfes
(40) angeordnet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikale
Schwenkachse des Greiferkopfes (40) im gemeinsamen Gelenkpunkt (24) der hinteren Lenker
(32a, 32b) liegt.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß eine Sensoreinrichtung
zur Positionserfassung des zu entleerenden Behälters (1a, b, c, d) vorgesehen ist.