[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ablängvorrichtung für als Endlosmaterial
vorhandenes Heizungsrohr od.dgl. Installationsmaterial für den Sanitärbereich.
[0002] Im praktischen Einsatz bei der Installation von Wasser- oder Heizungsrohren stellt
sich für die mit den Installationsarbeiten befaßten Personen das Problem, das auf
einer Vorratsrolle -- in der Regel von Längen bis zu 200 Metern --befindliche Leitungsmaterial
auf die jeweils zur Verlegung benötigte Länge abzulängen, um diese Rohrabschnitte
dann geeignet mit den Speise- bzw. Verbrauchselementen zu verbinden.
[0003] Bislang wird diese Aufgabe manuell so gelöst, daß eine erste Arbeitskraft die Vorratsrolle,
die bis zu ca. 30 kg wiegen kann, trägt und Vorratsmaterial von dieser abwickelt,
während ein zweiter Arbeiter dann das Endlosmaterial auf einem Rohfußboden od.dgl.
verlegt, um bei Erreichen der gewünschten Länge dann das Endlosmaterial abzuschneiden.
[0004] Diese Vorgehensweise erfordert daher nicht nur den Einsatz zweier Arbeitskräfte;
darüber hinaus findet die Tätigkeit für den ersten Arbeiter unter beträchtlicher,
körperlicher Belastung statt, während die zweite Arbeitskraft fast durchgehend in
gebückter Haltung tätig ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, Mittel zu schaffen, mit denen sich
das arbeitskraftintensive und körperlich belastende Ablängen von Endlos-Heizungsrohrmaterial
od.dgl. Installationsware vereinfachen und effizienter gestalten lassen kann.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Ablängvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0007] Vorteilhaft ermöglicht dabei die Abwickeleinrichtung das Aufnehmen der Vorratsrolle
od.dgl. des Endlosmaterials, so daß eine Entlastung der Arbeitskräfte vom manuellen
Halten einer solchen schweren Rolle stattfindet. Darüber hinaus gestattet die erfindungsgemäße
Aufwickeleinrichtung in Verbindung mit der Längenmeßeinrichtung das einfache, zuverlässige
und reproduzierbare Bestimmen eines zu verlegenden Abschnittes, der zudem dann bereits
in gerollter Form zur Verlegung bereitsteht.
[0008] Die Bedienung der erfindungsgemäßen Ablängvorrichtung kann problemlos durch nur eine
einzige Arbeitskraft erfolgen, die zudem durch die Unterstützung der Aufwickeleinrichtung,
verbunden mit der Längenmeßeinrichtung, in erheblich kürzerer Zeit Heizungsrohrabschnitte
einer gewünschten Länge erzeugen und bereitstellen kann. Darüber hinaus ist auch davon
auszugehen, daß die Maßgenauigkeit des erfindungsgemäß abgelängten Heizungsrohrabschnittes
gegenüber einem herkömmlichen Verfahren deutlich verbessert ist.
[0009] Im Zusammenhang mit dem Hauptanspruch ist als "Endlosmaterial" solches Installationsmaterial
bzw. Installationsware in Form von Wasser- bzw. Heizungsrohr, Isoliermaterial, Kabel-
od.dgl. zu verstehen, das nicht bereits in einer konkreten, zu installierenden Länge
vorhanden ist, sondern vielmehr als Vorratsmaterial größerer Länge -- beispielsweise
in Form einer Rolle -- vorhanden ist. Besonders geeignet wird im Zusammenhang mit
der Erfindung sog. Mehrschicht-Verbundrohr -- aufweisend einen kunststoffummantelten
Aluminiumkern -- verwendet.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] So ist besonders bevorzugt die Abwickeleinrichtung zum Aufnehmen einer Rolle des
Endlosmaterials ausgebildet und weist zu diesem Zweck eine drehbare Lagerung auf.
Hierdurch wird -- da die erfindungsgemäße Ablängvorrichtung das Endlosmaterial aus
einer Rollenform in eine neue, längenbestimmte Rollenform bringt -- ein besonders
schnelles, effizientes Behandeln des Endlosmaterials möglich.
[0012] Besonders bevorzugt ist zudem an der Trommel eine Klemmeinrichtung vorgesehen, mit
welcher sich einfach und schnell ein Rohrende des Endlosmaterials festlegen läßt,
um dieses daraufhin dann zur Längenbestimmung auf die Trommel aufzuwickeln.
[0013] Weiterhin ist gemäß einer bevorzugten Weiterbildung eine Biegeeinrichtung vorgesehen,
die bereits im Zusammenhang mit dem Ablängvorgang durch Benutzung der erfindungsgemäßen
Ablängvorrichtung das konkrete Umbiegen eines vorderen Endes des Endlosmaterials gestattet,
wie es beispielsweise für die Zuleitung zu einem Heizkörper od.dgl., entsprechend
dessen Abstand vom (Verlege-) Rohboden, benötigt wird.
[0014] Hierfür hat es sich als besonders günstig erwiesen, die Länge dieses umbzubiegenden
Abschnittes durch eine bereits an der Trommel vorgesehene Skalierung bestimmen zu
können, so daß ein zusätzliches Messen bzw. nachträgliches Korrigieren des umgebogenen
Abschnittes nicht notwendig ist.
[0015] Während erfindunsgemäß eine direkt mit einer Drehachse der Trommel zusammenwirkende
Längenmeßeinrichtung sich als besonders geeignet herausgestellt hat, liegt es auch
im Rahmen der Erfindung, andere, geeignete, mit der Aufwickeleinrichtung zusammenwirkende
Wege zu finden, um die aufgewickelte Länge des zu verlegenden Rohrabschnittes zu bestimmen.
[0016] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in
- Fig. 1:
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Ablängvorrichtung gemäß einer
ersten, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung; und
- Fig. 2:
- eine Seitenansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1 mit eingelegtem Heizungsrohrmaterial.
[0017] Ein Verbindungstisch 10 verbindet eine in der Fig. 1 links dargestellte Abwickeleinrichtung
12, die Vorratsrollen des abzulängenden und zu verlegenden Heizungsrohrmaterials aufnimmt,
mit einer in der Figur rechts gezeigten Aufwickeleinrichtung 14. Über am Gestell 16
des Verbindungstisches 10 vorgesehene Steckverbindungen 18 ist sowohl die Abwickeleinrichtung
12 als auch die Aufwickeleinrichtung 14 abnehmbar am Verbindungstisch 10 befestigbar.
[0018] Mit einem abgewinkelten Fußstück 20 vom Boden abgestützt, weist die Abwickeleinrichtung
12 ein um eine Lagerachse 22 drehbar gelagertes Strebenkreuz 24 auf, deren jeweilige
Streben endseitig schwenkbar angeordnete Schwenkhebel 26 aufweisen, die als Haltewinkel
für eine Vorratsrolle des Heizungsrohrmaterials vorgesehen und zum Einlegen derselben
in die Abwickeleinrichtung schwenkbar an den Streben gelagert sind.
[0019] Eine abgewinkelte, sich i.w. horizontal erstreckende Verbindungsstrebe 28 verbindet
die Abwickeleinrichtung 12 mit dem Verbindungstisch 10 und ist über eine der Steckverbindungen
18 in das Gestell 16 einsteckbar.
[0020] Die Aufwickeleinrichtung 14 ist mittels eines im dargestellten Ausführungsbeispiel
aus einem ca. 12 cm breiten, gewichtssparenden Lochblechstreifen realisierten Trommelmantel
30 gebildet, der von einem Strebenkreuz 32 aufgespannt und um eine Lagerachse 34 drehbar
gelagert ist.
[0021] In Umfangsrichtung besitzt der i.w. kreisförmige Trommelmantel 30 eine bekannte und
fest definierte Umfangslänge, die im dargestellten Ausführungsbeispiel auf 3 Meter
festgelegt ist.
[0022] Mit der Lagerachse 34 verbunden ist ein in den Figuren schematisch mit dem Bezugszeichen
36 versehener Umdrehungs- bzw. Längenmesser 36, der zum Anzeigen einer einem abgerollten
Umfangsweg der Trommel 30 entsprechenden Länge geeicht ist -- im dargestellten Ausführungsbeispiel
würde also eine vollständige Umdrehung zu einer Längenanzeige von 3 Metern der Längenmeßeinrichtung
36 führen.
[0023] Ein Klemmhalter 38 ist an einer der Streben des Strebenkreuzes 32 befestigt und dient
zum Einsetzen und Festklemmen eines Endes des von der Abwickeleinrichtung 12 abzurollenden
Rohrmaterial. Durch Festlegen dieses Rohrendes im Klemmhalter 38 ist somit eine feste
Verbindung zwischen der drehbaren Trommel 30 und dem Rohrende herstellbar.
[0024] Wie zudem durch das Bezugszeichen 40 angedeutet, ist am Klemmhalter 38 ein kreisbogenförmiges
Biegesegment gebildet, über welches das in den Klemmhalter 38 eingespannte Rohrende
in Richtung auf die Lagerachse 34 biegbar ist.
[0025] Ein Skalenstück 42, realisiert im dargestellten Ausführungsbeispiel durch einen am
Klemmhalter 38 ansetzenden Ausschnitt im Trommelmantel 30, weist eine auf den Klemmhalter
38 bezogene Skalierung auf, mit welcher es einer Bedienperson ermöglicht wird, das
Rohrende einen mittels der Skalierung vorbestimmbaren Abstand aus dem Klemmhalter
38 herauszuführen (um ihn dann um das Biegesegment 40 herum abzuwinkeln). Die Darstellung
in Fig. 2 mit eingelegtem Rohrmaterial zeigt das Rohrende in einem solchen abgewinkelten
Zustand.
[0026] Die Aufwickeleinrichtung 14 wird mittels eines Fußstückes 44 und einer Verbindungsstrebe
46 vom Boden abgestützt bzw. abnehmbar am Verbindungstisch 10 gehalten.
[0027] Der Verbindungstisch 10 weist schließlich eine auf dem Gestell gehaltene Ablageplatte
48 auf, die zum Ablegen ggf. weiterer, benötigter Werkzeuge -- wie etwa einem Kalibrierdorn
für Rohrenden oder einer Schneidezange -- vorgesehen ist und eine Führungsöse 50 trägt,
durch welche, wie in Fig. 2 gezeigt, das von der Einrichtung 12 abgewickelte Heizungsrohrmaterial
geführt werden kann.
[0028] Durch die Steckverbindungen 18 wird der platzsparende, getrennte Transport von Abwickeleinrichtung,
Aufwickeleinrichtung und Verbindungstisch gestattet; gleichzeitig stellt die erfindungsgemäße
Ablängvorrichtung im montierten Zustand eine stabile und für den Einsatz unter schwierigen
Umgebungsbedingungen am Verlegeort geeignete Maschine dar.
[0029] Im Betrieb wird eine in der Fig. 2 gezeigte Vorratsrolle des Heizungsrohrmaterials,
welches bevorzugt handelsübliches, kunststoffummanteltes Rohrmaterial ist, am Strebenkreuz
24 der Abwickeleinrichtung 12 mittels der Schwenkhebel 26 fixiert und ein freies Ende
des Rohrmaterials durch die Führungsöse 50 des Verbindungstisches 10 geführt.
[0030] Auf der Seite der Aufwickeleinrichtung bestimmt dann die Bedienperson anhand des
Skalenstückes 42 die benötigte Länge des abzuwinkelnden Rohrendes (entsprechend im
praktischen Einsatz etwa dem Abstand eines Heizkörpers zum Fußboden) und winkelt dann
über das Biegesegment 40 das Rohrende in der in der Fig. 2 gezeigten Weise rechtwinkelig
ab. Geeignet kann zusätzlich das Biegen mittels einer eingesetzten Biegefeder vorgenommen
werden, so daß eine nachteilige Beeinflussung des Rohrquerschnitts durch das Biegen
verhindert wird.
[0031] Gemäß der beabsichtigten Verlegelänge rollt nun die Bedienperson die benötigte Länge
an Rohrmaterial durch Bewegen des Trommelmantels 30 in Pfeilrichtung 54 ab, wobei
die Anzeige des Längenmessers 36 (der zu Beginn des Ablängvorganges auf Null gesetzt
wurde) die augenblicklich bereits aufgewickelte Rohrlänge anzeigt. Bei Erreichen der
gewünschten Länge trennt der Bediener dann mittels einer Zange od.dgl. Trennelement
das Rohr ab und kalibriert das Rohrende wieder in die ursprüngliche Kreisform.
[0032] Das auf diese Weise abgelängte Rohr kann nun durch einfaches Abziehen von der Trommel
30 abgenommen und verlegt werden. Vorteilhaft weitet sich zudem der abgelängte Abschnitt
leicht auf, so daß ein Abnehmen bzw. Abspannen erleichtert ist.
[0033] Dem Bediener steht nunmehr ein Rohrleitungsabschnitt bereits korrekter Länge zur
Verfügung, der auch von nur einer Person leicht zu transportieren und zu verlegen
ist, so daß es der aufwendigen Mithilfe weiterer Personen nicht bedarf.
[0034] In der praktischen Erprobung hat sich durch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Ablängvorrichtung eine Zeitersparnis ergeben, die eine Produktivität der Verlegearbeit
um das zwei- bis vierfache erhöht. Dazu kommt die deutlich verminderte körperliche
Belastung der Arbeiter.
[0035] Vorteilhaft weiterbilden läßt sich die vorstehend beschriebene, erfindungsgemäße
Ablängvorrichtung beispielsweise durch Integration einer Schneidevorrichtung am Gerät;
darüber hinaus sind alternative Möglichkeiten zum Bestimmen der abgewinkelten Abschnittslänge
und/oder der aufgewickelten Materiallänge auf der Aufwickelvorrichtung 14 möglich.
[0036] Die vorliegende Erfindung ist zudem nicht auf das einfache, effiziente und kräftesparende
Ablängen von Heizungsrohrmaterial od.dgl. Installationsmaterial beschränkt, vielmehr
würde es sich auch anbieten, den erfinderischen Ansatz auf Elektrokabel, Isolierhüllen,
Kabelführungen od.dgl. zu übertragen, solange das endlos bereitgestellte Ausgangsmaterial
in geeigneter Weise abroll- und erfindungsgemäße ablängbar ist.
[0037] Im Rahmen der Erfindung liegt es zudem, die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
auch ohne einen verbindenden Mitteltisch -- also nur durch Ab- und Aufwickelvorrichtung
-- zu realisieren.
[0038] Auch liegt es im Rahmen der Erfindung, alternativ den Mitteltisch etwa als zwei-
oder dreibeiniges Gestell auszubilden und in Form ineinander einsteckbarer Rahmen
zu realisieren; denkbar wäre auch eine klappbare Mitteltisch- und Verbindungsträgeranordnung.
1. Ablängvorrichtung für als Endlosmaterial (52) vorhandenes Heizungsrohr od. dgl. Sanitär-Installationsmaterial,
gekennzeichnet durch
eine das Endlosmaterial (52) aufnehmende Abwickeleinrichtung (12),
eine mit einem freien Ende des Endlosmaterials verbindbare Aufwickeleinrichtung (14),
die als drehbare Trommel (30) realisiert und zum Aufwickeln eines Abschnitts des Endlosmaterials
ausgebildet ist, und
eine mit der Aufwickeleinrichtung (14) zusammenwirkenden Längenmeßeinrichtung (36)
zum Anzeigen einer Länge des auf die Trommel aufgewickelten Abschnitts.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwickeleinrichtung (12)
zum Aufnehmen und drehbaren Abwickeln einer Rolle (52) des Endlosmaterials ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel einen
Mantel (30) zum Aufwickeln des Abschnittes des Endlosmaterials aufweist, der bevorzugt
aus einem kreisförmig gebogenen Lochblech realisiert ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickeleinrichtung
(14) eine Klemmeinrichtung (38) aufweist, die an der Trommel (30) vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine an der Aufwickeleinrichtung
(14) der Klemmeinrichtung (38) benachbart vorgesehene Biegeeinrichtung (40).
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch eine am Mantel (30) der Trommel
vorgesehene Skalierung (42), die zum Bestimmen eines aus der Klemmeinrichtung herausragenden
Endabschnitts des Endlosmaterials (52) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Skalierung in einem Ausschnitt
aus dem Mantel (30) der Trommel realisiert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Längenmeßeinrichtung
auf eine Drehbewegung einer Drehachse der Trommel (30) reagiert.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zum Zurücksetzen
der Längenmeßeinrichtung auf einen vorbestimmten Anfangswert.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwickeleinrichtung
und die Aufwickeleinrichtung mittels einer lösbar befestigbaren Rahmenanordnung verbunden
sind, die ein Gestell für die Ablängvorrichtung anbietet.