[0001] Die Erfindung betrifft eine Kreiskolbenmaschine mit einem Gehäuse, in dem eine zylindrische
Kammer ausgebildet ist, einem Kreiskolben, der auf einer in der Längsachse der Kammer
verlaufenden Welle drehbar exzentrisch gelagert ist, einem im Gehäuse gelagerten,
im wesentlichen in einer die Längsachse einschließenden Ebene hin und her bewegbaren
Schieber, der mit einer Dichtfläche auf der Mantelfläche des Kreiskolbens kraftbeaufschlagt
aufliegt und den Raum zwischen innerer Umfangsfläche der Kammer und Mantelfläche des
Kreiskolbens in eine Aufnahme- und eine Abgabekammer dichtend teilt, und mit einem
Zuführkanal bzw. einem Auslaßkanal zum Zuführen von Medium zur Aufnahmekammer bzw.
zum Abführen des Mediums aus der Abgabekammer, wenn bei Drehung der Welle die Mantelfläche
des Kreiskolbens an der zylindrischen Umfangsfläche der Kammer anliegt.
[0002] Eine derartige als Rotationskolbenpumpe ausgebildete Kreiskolbenmaschine ist aus
der DE 29 14 527 C2 bekannt. Der Schieber der bekannten Kreiskolbenmaschine steht
in Druckkontakt mit der Mantelfläche des Kreiskolbens und berührt diesen mit einer
langgestreckten Fläche, die eine Mantellinie des Kreiskolbens enthält. Aufgrund der
Exzentrizität des Kreiskolbens entsteht zwischen der Mantelfläche des Kreiskolbens
und der Auflagefläche des Schiebers eine Relativbewegung, wenn der Kreiskolben über
diese Auflagefläche hinweg abrollt. Somit entsteht Verschleiß an der Dichtfläche des
Schiebers und am Mantel des Kreiskolbens, der die Abdichtung zwischen Aufnahme- und
Abgabekammer beeinträchtigt. Außerdem entsteht aufgrund der linienhaften Berührungsfläche
zwischen Schieber und Mantelfläche des Kreiskolbens ein hoher Flächendruck, der den
Verschleiß weiter erhöht.
[0003] Aus der DE 44 18 262 A1 ist eine Kreiskolbenmaschine bekannt, bei der der Schieber
als zusätzliches Teil ein Dichtelement enthält, welches in einer Ausnehmung des Schiebers
schwenkbar gelagert ist. Das Dichtelement hat eine Dichtfläche, die auf der Mantelfläche
des Kreiskolbens aufliegt. Bei Drehung der Antriebs- oder Abtriebswelle des Kreiskolbens
rollt die Mantelfläche des Kreiskolbens auf der zylindrischen Umfangsfläche der Kammer
ab. Dementsprechend ergibt sich auch eine Relativbewegung zwischen der Dichtfläche
des Dichtelements und der Mantelfläche des Kreiskolbens. Die Rollreibung zwischen
der inneren Umfangsfläche der Kammer und der Mantelflache des Kreiskolbens sowie zwischen
letzterer und der Dichtfläche des Dichtelements führt zu einem Verschleiß, der die
Betriebstüchtigkeit der Kreiskolbenmaschine verringert.
[0004] Ferner ist aus der DE 195 17 451 desselben Anmelders der vorliegenden Erfindung eine
Kreiskolbenmaschine bekannt, bei der die Dichtfläche am Schieber in einer im Kreiskolben
an seiner Mantelfläche parallel zur Längsachse der Kammer ausgebildeten Ausnehmung
gleitend gelagert ist. Die Ausnehmung hat eine mit der Dichtfläche zusammenwirkende
Gegenfläche, die an die Kurvenform der Dichtfläche angepaßt ist. Es hat sich nun gezeigt,
daß es relativ aufwendig ist, die Ausnehmung im Kreiskolben und die Kurvenform der
Dichtfläche mit hoher Präzision zu fertigen, um eine hohe Dichtheit zu gewährleisten.
Um jedoch einen hohen Wirkungsgrad der Kreiskolbenmaschine auch im niedrigen Drehzahlbereich
zu erreichen, ist eine hohe Dichtheit des Arbeitsraumes erforderlich.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Kreiskolbenmaschine anzugeben, die eine hohe Dichtheit
zwischen Aufnahmekammer und Abgabekammer gewährleistet und die einen geringen Verschleiß
hat.
[0006] Diese Aufgabe wird für die eingangs genannte Kreiskolbenmaschine dadurch gelöst,
daß die Dichtfläche am Schieber eine plane Fläche ist, die an einer planen Gegenflache
gleitend anliegt, welche an der Mantelfläche des Kreiskolbens ausgebildet ist.
[0007] Die plane Dichtfläche und die plane Gegenfläche können durch herkömmliche Werkzeugmaschinen
mit höchster Präzision hergestellt werden. Demgemäß ergibt sich eine hohe Dichtheit
zwischen Aufnahme- und Ahgabekammer. Da die beiden planen Flächen kraftbeaufschlagt
aufeinander liegen, wird ein Abrollen der Mantelfläche des Kreiskolbens auf der zylindrischen
Umfangsfläche der Kammer verhindert. Vielmehr wird die Mantelfläche des Kreiskolbens
bei Drehung der Welle gegen die Umfangsfläche der Kammer gedrückt, wobei einander
korrespondierende Ortspunkte der Umfangsfläche und der Mantelfläche bei jeder Umdrehung
der Welle sich einander nähern, dann in Kontakt gelangen und sich wieder voneinander
entfernen. Auch zwischen Dichtfläche und Gegenfläche wird eine Abrollbewegung vermieden.
Es wird also der Verschleiß aufgrund von Rollreibung in der Kammer sowie am Schieber
deutlich verringert und damit der Wirkungsgrad der Kreiskolbenmaschine und seine Zuverlässigkeit
verbessert. Die Dichtfläche des Schiebers liegt auf der ihr zugewandten Gegenfläche
des Kreiskolbens an, wobei sich eine große Berührungsfläche ergibt. Aufgrund dieser
großen Berührungsfläche wird auch bei hoher Kraftbeaufschlagung nur ein geringer Flächendruck
erzeugt, wodurch eine hohe Dichtheit bei hohen Drücken erreicht wird und dennoch der
Verschleiß gering ist.
[0008] Die Kreiskolbenmaschine nach der Erfindung kann als Pumpe, Verdichter oder als Antriebsmotor
verwendet werden. Aufgrund der verringerten Belastung an der Dichtfläche des Schiebers
können die Arbeitsdrücke und auch die Arbeitstemperaturen hoch sein, ohne daß hoher
Verschleiß zu befürchten ist. Auch kann die Kreiskolbenmaschine durch die verbesserte
Dichtheit bei niedrigen Drehzahlen hohe Drehmomente haben.
[0009] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert.
Darin zeigt:
- Figur 1
- eine Kreiskolbenmaschine, die als Antriebsmotor arbeitet, wobei der Schieber als Ventil
für den Einlaß der Expansionsgase in den Arbeitsraum dient,
- Figur 2
- die Kreiskolbenmaschine nach Figur 1 in Schnittdarstellung gemäß der Linie B-B,
- Figur 3
- die Kreiskolbenmaschine nach Figur 1 in einer Schnittdarstellung längs der Linien
C-C,
- Figur 4
- eine Kreiskolbenmaschine ähnlich der Figur 1, die jedoch als Verdichter arbeitet,
und
- Figur 5
- die als Verdichter arbeitende Kreiskolbenmaschine nach Figur 4 in Schnittdarstellung
längs der Linie D-D.
[0010] Die Figuren 1, 2 und 3 zeigen eine Kreiskolbenmaschine nach der Erfindung, die als
Antriebsmotor arbeitet. Figur 1 zeigt die Kreiskolbenmaschine in einer Ansicht aus
Richtung A gemäß Figur 2 gesehen. Die Kreiskolbenmaschine hat eine mittlere Platte
10 mit einem kreisrunden Durchbruch, der die Kammer 11 bildet. In der Kammer 11 ist
ein Kreiskolben 12 auf einer exzentrischen Kurbel 13 mit einer Welle 14 drehbar gelagert.
Der Kreiskolben 12, der seitlich gegen Seitenplatten 22 und 23 (vgl. Figur 2) dichtend
anliegt, hat an seiner Mantelfläche eine Abflachung, welche eine plane Gegenfläche
16a für die plane Dichtfläche 16b eines Schiebers 17 bildet. Der Schieber 17 ist in
einer Ausnehmung 21 der Platte 10 verschiebbar und dichtend gelagert. Der Schieber
17 hat ferner eine Aussparung 19, welche als Einlaßventil für die Arbeitsmedien in
der Kammer 11 dient. Die Platte 10 hat ferner einen Zuführkanal 24 sowie einen Auslaßkanal
25. Über den Zuführkanal 24 wird das Arbeitsmedium der Kammer 11 zugeführt und nach
Abgabe seines Energieinhaltes der Arbeit über den Auslaßkanal 25 wieder abgeführt.
[0011] Figur 2 zeigt einen Querschnitt längs der Linie B-B nach Figur 1. Der Schieber 17,
der Kreiskolben 12 und die Welle 14 enthalten ein Kanalsystem 18, welches Schmiermittel
26 an mehrere Gleitflächen verteilt. Ein Vorrat an Schmiermittel 26 ist oberhalb des
Schiebers 17 angeordnet und wird mit Gasdruck P beaufschlagt.
[0012] Figur 3 zeigt einen Querschnitt längs der Linie C-C nach Figur 1. Es wird der Aufbau
des Zuführkanals 24, der Ausnehmung 19 im Schieber 17 und ihre Funktion als Ventil
sowie der Auslaßkanal 25 sichtbar.
[0013] Bei der Anwendung der Kreiskolbenmaschine als Wärmekraftmaschine, d.h. als Antriebsmotor,
dient der Zuführkanal 24 als Brennkammer, wobei verdichtete Luft von außen zugeführt
wird. Die bei der Verbrennung in der Brennkammer 24 entstehenden Expansionsgase werden
über die als Ventil wirkende Ausnehmung 9 und bei entsprechender Stellung des Schiebers
17 in den Arbeitsraum der Kammer 11 geleitet. Diese Expansionsgase entspannen sich
und geben ihren Energieinhalt als Dreharbeit an den Kreiskolben 12 ab.
[0014] Figur 4 zeigt die erfindungsgemäße Kreiskolbenmaschine als Verdichter. Gleiche Teile
wie bei den bisherigen Figuren sind gleich bezeichnet. Die in Figur 4 gezeigte Ansicht
entspricht der aus Sicht A gemäß Figur 2. Die Kreiskolbenmaschine als Verdichter ist
ähnlich der nach Figur 1 beschriebenen Kreiskolbenmaschine als Antriebsmotor. Abweichungen
liegen darin, daß die Drehrichtung gemäß Pfeil P2 entgegengesetzt der Drehrichtung
nach Pfeil P1 ist. Die Kreiskolbenmaschine als Verdichter hat einen Zuführkanal 27
und einen Abgabekanal 29 für das verdichtete Medium. Der Abgabekanal 29 enthält ein
Ventil V1, dessen Aufbau in der bereits erwähnten Patentanmeldung DE 195 17 451 ausführlich
beschrieben ist. Ein weiterer Unterschied betrifft den Schieber 17, welcher keine
Aussparung 19 enthält, da ein derartiges Ventil nicht benötigt wird.
[0015] Die Figur 4 zeigt die Kreiskolbenmaschine in einer Drehphase von 270°. In diesem
Zustand ist in die Aufnahmekammer 11a über den Zuführkanal 27 Medium eingeströmt,
während das in einem Arbeitstakt zuvor eingeströmte Medium in der Abgabekammer 11b
verdichtet worden ist. Bei Überdruck des Mediums in der Abgabekammer 11b in bezug
auf den Druck im Abgabekanal 29 öffnet das Ventil V1, so daß das Medium abströmt.
Im gezeigten Zustand des Kreiskolbens 12 ist die Exzentrizität E in bezug zur Längsachse
L zu erkennen.
[0016] Figur 5 zeigt die Kreiskolbenmaschine nach Figur 4 im Querschnitt längs der Linie
D-D. Gut zu erkennen ist der Zuführkanal 27, der Schieber 17, das Auslaßventil V1
und der Auslaßkanal 29.
[0017] Die Kreiskolbenmaschine nach den Figuren 4 und 5 kann als Verdichter für den Antriebsmotor
nach Figur 1 verwendet werden, wobei die im Auslaßkanal 28 strömende Luft der Brennkammer
24 des Antriebsmotors zugeführt wird.
[0018] Die beschriebene Kreiskolbenmaschine kann in einer Kreiskolbeneinrichtung verwendet
werden, die im wesentlichen zwei gleichartige Kreiskolbenmaschinen enthält. Hierbei
werden zwei Kreiskolbenmaschinen auf einer einzigen Platte in einer Ebene liegend
angeordnet, wobei zwei Schieber miteinander mechanisch gekoppelt sind oder nur ein
einziger Schieber für beide Kreiskolbenmaschinen verwendet wird. Die Arbeitsphasen
der beiden Kreiskolbenmaschinen sind um 180° gegeneinander verschoben. Eine derartige
Kreiskolbeneinrichtung ist in der DE 195 17 451 ausführlich beschrieben, deren Offenbarungsgehalt
hiermit ausdrücklich einbezogen wird. Außerdem kann die Kreiskolbenmaschine nach der
vorliegenden Erfindung auch in zweistufigen Anordnungen eingesetzt werden, wie diese
ebenfalls in der erwähnten Patentanmeldung desselben Anmelders der vorliegenden Erfindung
beschrieben sind.
1. Kreiskolbenmaschine mit einem Gehäuse, in dem eine zylindrische Kammer (11) ausgebildet
ist, einem Kreiskolben (12), der auf einer in der Längsachse (L) der Kammer (11) verlaufenden
Welle (14) drehbar exzentrisch gelagert ist, einem im Gehäuse gelagerten, im wesentlichen
in einer die Längsachse (L) einschließenden Ebene hin und her bewegbaren Schieber
(17), der mit einer Dichtfläche (16b) auf der Mantelfläche des Kreiskolbens (12) kraftbeaufschlagt
aufliegt und den Raum zwischen innerer Umfangsfläche der Kammer (11) und Mantelfläche
des Kreiskolbens (12) in eine Aufnahme- und eine Abgabekammer (11a bzw. 11b) dichtend
teilt, und mit einem Zuführkanal (24, 27) bzw. einem Auslaßkanal (25, 29) zum Zuführen
von Medium zur Aufnahmekammer (11a) bzw. zum Abführen des Mediums aus der Abgabekammer
(11b), wenn bei Drehung der Welle (14) die Mantelfläche des Kreiskolbens an der zylindrischen
Umfangsfläche der Kammer (11) anliegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtfläche (16b) am Schieber (17) eine plane Fläche ist, die an einer planen
Gegenfläche (16a) gleitend anliegt, welche an der Mantelfläche des Kreiskolbens (12)
ausgebildet ist.
2. Kreiskolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtfläche (16b) und die Gegenfläche (16a) im wesentlichen senkrecht zur
Längsachse (L) angeordnet sind.
3. Kreiskolbenmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtfläche (16b) und die Gegenfläche (16a) gleich groß und rechteckförmig
oder quadratisch sind, daß die Breite der Rechteckform gleich der Breite des Kreiskolbens
(12) ist, und daß die Länge der Rechteckform im Bereich von 1/10 bis 5/10 des Durchmessers
des Kreiskolbens (12) liegt, mindestens jedoch 5 mm beträgt.
4. Kreiskolbenmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Rechteckform das 0,2 bis 0,35-Fache des Durchmessers des Kreiskolbens
(12) beträgt.
5. Kreiskolbenmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (17) mit einer vorbestimmten Kraft, vorzugsweise durch eine Feder,
einen pneumatisch oder einen hydraulisch arbeitenden Tauchkolben, gegen die Gegenfläche
(16a) des Kreiskolbens (12) gedrückt wird.
6. Kreiskolbenmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (17) und der Kreiskolben (12) ein Kanalsystem (18) enthält, durch
das Gleitflächen der Kreiskolbenmaschine mit Schmiermittel versorgt werden.
7. Kreiskolbenmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreiskolben eine von der Gegenfläche (16a) bis zur Kurbeloberfläche und/oder
zu den Seitenflächen der Kammer (11) verlaufende Bohrungen enthält, durch die die
Gleitflächen mit Schmiermittel versorgt wird.
8. Kreiskolbenmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Umfangsfläche der Kammer (11) und/oder die seitlichen Flächen der
zylindrischen Kammer mindestens in dem Bereich, der mit dem Kreiskolbenmantel in Kontakt
steht, poliert und/oder mit einer verschleißarmen Schicht beschichtet ist, vorzugsweise
durch ein Plasma-CVD-Verfahren mit modifiziertem superharten Kohlenstoff beschichtet
ist.
9. Kreiskolbenmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eines der folgenden Teile, nämlich die mittlere Platte (10), die seitlichen
Platten (22, 23), der Schieber (17), der Kreiskolben (12), die Kurbel (13) sowie die
Welle (14), oder sämtliche genannten Teile aus Keramik, vorzugsweise aus Aluminiumoxid,
Siliziumkarbid oder Siliziumnitrid gefertigt sind.