[0001] Beim Stranggießen können in der Strangschale während des Wachstums in der Kokille
Stellen auftreten, in denen die Strangschale nicht oder nur unzureichend erhärtet.
Diese Wachstumsfehler führen, sobald der Strang die Kokille verläßt, zu einem Durchbruch
im Strang, durch den flüssiger Stahl austritt. Die hierdurch hervorgerufene Beschädigung
der Gießanlage erzwingt einen längeren Anlagenstillstand und verursacht hohe Instandsetzungskosten.
Man versucht daher, Wachstumsfehler in der Schale vor ihrem Austritt aus der Kokille
zu erkennen. Gelingt dies, so wird die Austrittsgeschwindigkeit so verringert, daß
die potentielle Durchbruchstelle aushärten kann.
[0002] Mögliche Durchbruchstellen werden anhand der Oberflächen-Temperaturverläufe festgestellt,
die durch in der Kokille im Bereich der Kokilleninnenwand angebrachte Temperatursensoren
gemessen werden. Dabei ist es bekannt, die Temperatursensoren in einer oder mehreren
in Richtung des Stranges versetzten Ebenen um den Strang herum verteilt anzuordnen.
Wenn eine Fehlstelle in der Strangschale an den Temperatursensoren vorbeiwandert,
steigt die gemessene Temperatur bedingt durch die nicht oder nur schwach ausgebildete
Strangschale, hinter der sich flüssiger Stahl befindet, an, wobei die erfaßten Temperaturverläufe
im Fall eines drohenden Durchbruches eine charakteristische Form aufweisen.
[0003] Um aus den erfaßten Temperaturverläufen mögliche Durchbrüche vorhersagen zu können,
ist es aus der US-A-4 949 777 bekannt, die Änderung der von jedem einzelnen Temperatursensor
jeweils erfaßten Temperatur mit einem Mittelwert aus den mit allen Temperatursensoren
erfaßten Temperaturänderungen zu vergleichen und das so erhaltene Vergleichsergebnis
auf Überschreiten eines vorgegebenen SchwellenwerteS zu überwachen. Wenn die zeitliche
und örtliche Verteilung der Schwellenwertüberschreitungen einem vorgegebenen Muster
entspricht, so ist dies ein Zeichen für einen bevorstehenden Durchbruch.
[0004] Aus T. Tanaka et al: "Trouble Forecasting System by Multi-Neural Network on Continuous
Casting Process of Steel Production" in T. Kohonen et al (Ed.): Artificial Neural
Networks; Proc. of the 1991 Int. Conf. on Artificial Neural Networks, Espoo, Finland,
Elsevier Science Publishers B.V. (North-Holland), 1991, S. 835 bis 840, ist es bekannt,
zur Durchbruch-Früherkennung im Rahmen einer Mustererkennung mit neuronalen Netzen
die von den einzelnen Temperatursensoren erfaßten Temperaturverläufe zu speichern
und auf charakteristische Muster zu untersuchen.
[0005] Bei einem aus der JP-A-4 172 160 bekannten Verfahren werden die mit den Temperatursensoren
erfaßten Temperaturen einem neuronalen Netz zugeführt, welches ein Ausgangssignal
erzeugt, wenn die räumliche Temperaturverteilung ein für einen drohenden Durchbruch
charakteristisches Muster aufweist.
[0006] Eine einigermaßen zuverlässige Vorhersage von Durchbrüchen mittels neuronaler Netze
setzt voraus, daß genügend Trainingsdaten für das neuronale Netz vorliegen. Dabei
ergibt sich das Problem, daß Trainingsdaten von einer Anlage nicht ohne weiteres auf
eine andere Anlage übertragen werden können. Hinzu kommt, daß die Entscheidungskriterien,
nach denen die Vorhersage von Durchbrüchen erfolgt, für den Anlagenbetreiber im wesentlichen
unsichtbar sind.
[0007] Darüberhinaus erfordern die bekannten Verfahren zur Mustererkennung vollständig vorliegende
Temperatursmuster, z.B. Temperaturverläufe, was einen hohen Speicheraufwand zur Folge
hat. Gleichzeitig ist der Rechenaufwand sehr hoch, da bei jeder Änderung des Temperaturmusters,
wenn also z.B. der Temperaturverlauf um einen neuen Temperaturwert ergänzt wird und
gleichzeitig der älteste Temperaturwert gelöscht wird, eine vollständig neue Mustererkennung
erforderlich ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Durchbruch-Früherkennung
anzugeben, die bei nur geringem rechentechnischem Aufwand eine sichere und für den
Anlagenbetreiber nachvollziehbare Erkennung möglicher Durchbrüche gewährleistet.
[0009] Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch die in dem Patentanspruch 1 angegebene
Erfindung gelöst.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Einrichtung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Durchbruch-Früherkennung beruht auf einer Fuzzy-Mustererkennung,
deren Regeln aus dem Prozeßwissen abgeleitet werden. Die zur Mustererkennung erforderlichen
Informationen über die Temperaturverläufe bestehen dabei lediglich aus den aktuell
erfaßten Temperaturen und einer den bisherigen Temperaturverlauf repräsentierenden
und laufend aktualisierten inneren Zustandsgröße. Die Mustererkennung kann daher bei
jedem neuen Temperaturwert auf den bisherigen Ergebnissen der Mustererkennung, also
der inneren Zustandsgröße, aufbauen, so daß nicht jedes Mal eine vollständig neue
Mustererkennung aufgrund des Temperaturverlaufs erforderlich ist. Außerdem entfällt
das Speichern der Temperaturverläufe, so daß insgesamt die Mustererkennung mittels
der erfindungsgemäßen Einrichtung schneller und effizienter als bei Verfahren ist,
die die Mustererkennung auf der Grundlage von vollständig vorliegenden Mustern ausführen.
[0012] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird im folgenden auf die Figuren der Zeichnung
Bezug genommen; im einzelnen zeigen
- Figur 1
- den prinzipiellen Aufbau einer Stranggießanlage,
- Figur 2
- eine in der Stranggießanlage verwendete Kokille mit Temperatursensoren in den Kokilleninnenwänden,
- Figuren 3 und 4
- Beispiele für die mit den Temperatursensoren erfaßten Temperaturverläufe bei unterschiedlichen
Wachstumsfehlern in der Strangschale,
- Figur 5
- ein Beispiel für eine Fuzzy-Mustererkennungseinrichtung zur Bildung eines Vorhersagewertes
für die Durchbruch-Wahrscheinlichkeit aufgrund des mit einem Temperatursensor erfaßten
Temperaturverlaufs,
- Figur 6
- ein Beispiel für den beim Auftreten eines bestimmten Wachstumsfehlers erfaßten Temperaturverlauf
zusammen mit der in Abhängigkeit davon ermittelten Durchbruch-Wahrscheinlichkeit,
- Figur 7
- ein Beispiel für die Fuzzy-Zustände der Fuzzy-Mustererkennungseinrichtung,
- Figur 8
- ein Beispiel für das Fuzzy-Regelwerk der Mustererkennungseinrichtung,
- Figur 9
- ein verallgemeinertes Ausführungsbeispiel für die Mustererkennungseinrichtung,
- Figur 10
- ein Beispiel für eine Einrichtung zur Vorhersage der Gesamtwahrscheinlichkeit von
Durchbrüchen und
- Figur 11
- ein Beispiel für die Meßwertaufbereitung der der Mustererkennungseinrichtung zugeführten
Signale.
[0013] Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Stranggießanlage. Aus einer Gießpfanne
1 wird flüssiger Stahl 2 in einen Verteiler 3 gegossen, der den Stahl auf verschiedene
Stränge 4 verteilt und außerdem als Puffer und Abscheider für nichtmetallische Partikel
dient. Aus dem Verteiler 3 fließt der Stahl in eine Kokille 5, deren Innenwände aus
Kupfer bestehen und wassergekühlte Kanäle 6 enthalten. Aufgrund der Wärmeabfuhr an
den Kokilleninnenwänden kühlt der Stahl ab und es bildet sich eine feste Strangschale
7 aus. Diese umschließt den flüssigen Stahl, so daß der Strang 4 nach Verlassen der
Kokille 5 über Rollen 8 transportiert und schließlich in einzelne Brammen 9 zerschnitten
werden kann.
[0014] Probleme können entstehen, wenn die Strangschale 7 Wachstumsfehler aufweist. Dann
bildet sich oft an einzelnen lokalen Stellen nur eine sehr dünne erhärtete Schicht
aus, die nach Verlassen der Kokille 5 brechen kann. In einem solchen Fall tritt flüssiger
Stahl aus, der die Anlage beschädigt, so daß ein Stillstand und entsprechende Reparaturen
nötig werden. Um solche Durchbrüche in der Strangschale 7 zu verhindern, werden die
Wachstumsfehler in der Strangschale 7 bei ihrer Entstehung in der Kokille 5 geortet.
[0015] Wie Figur 2 zeigt, sind hierzu in den Innenwänden der Kokille 5 Temperatursensoren
10 in zwei, in Strangrichtung versetzten Ebenen um den Strang herum verteilt angeordnet.
Es können auch mehrere Ebenen oder nur eine Ebene vorgesehen werden. Aufgrund von
Änderungen in den erfaßten Temperaturverläufen kann auf eine Schwachstelle in der
Strangschale 7 geschlossen werden. Wird ein Fehler entdeckt, so wird die Gießgeschwindigkeit
reduziert, so daß sich die Abkühlzeit in der Kokille 5 erhöht und sich eine ausreichend
feste Strangschale an der Fehlstelle ausbilden kann.
[0016] Die weitaus häufigsten Wachstumsfehler, sogenannte Kleber, entstehen durch eine lokal
erhöhte Reibung zwischen dem Strang 4 und der Innenwand der Kokille 5. An der Reibungsstelle
haftet der Strang 4 stärker als in der Umgebung an der Kokilleninnenwand, weshalb
sich dort auch seine Geschwindigkeit verringert. Dies führt zu Spannungen in der Strangschale
7, so daß diese aufbricht. Flüssiger Stahl gelangt an die Kokilleninnenwand und führt
dort zu einem Temperaturanstieg.
[0017] In Figur 3 ist ein Beispiel für den mit einem der Temperatursensoren 10 erfaßten
Temperaturverlauf dargestellt, wenn ein solcher Fehler an dem betreffenden Temperatursensor
10 vorbeiwandert. Während der Kleber an dem Temperatursensor 10 vorbeiläuft, wird
ein deutlicher Temperaturanstieg gemessen. Hat der Kleber den Temperatursensor 10
passiert, so sinkt die Temperatur unter das Temperaturniveau ab, das bei normalen
Gießbedingungen herrscht. Zurückzuführen ist diese Absenkung auf eine verdickte Strangschale
hinter dem Kleber, die aufgrund einer verringerten Geschwindigkeit dort entstanden
ist.
[0018] Eine weitere Ursache für Durchbrüche in der Strangschale sind Luftpolster, sogenannte
Cracks, die sich zwischen dem Strang 4 und der Kokille 5 bilden.
[0019] Figur 4 zeigt ein Beispiel für den beim Auftreten eines solchen Fehlers erfaßten
Temperaturverlauf. Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit der Luft ist die Wärmeabfuhr
vom Strang 4 zur Kokille 5 stark vermindert, so daß sich nur eine sehr dünne Strangschale
7 ausbildet. Passiert ein Crack einen der Temperatursensoren 10, so spiegelt er sich
in dem erfaßten Temperaturverlauf als ausgeprägter Einbruch wieder. Zusammen bildet
Kleber und Cracks die Ursache für über 90% aller Durchbrüche.
[0020] Die unterschiedlichen Wachstumsfehler in der Strangschale 7 verursachen also charakteristische
Muster in den erfaßten Temperaturverläufen. Diese Muster entstehen sequentiell, indem
neue Meßwerte einem Temperaturverlauf hinzugefügt werden.
[0021] Figur 5 zeigt ein Beispiel für eine Mustererkennungseinrichtung 11, die fortlaufend
aus den mit einem Temperatursensor 10 in Zeitschritten i erfaßten aktuellen Temperaturwerten
T(i) und den zeitlichen Temperaturänderungen

die Wahrscheinlichkeit P(i+1) dafür bestimmt, daß sich in dem erfaßten Temperaturverlauf
ein Kleber- oder Crackmuster entwickelt. Da alleine anhand der aktuellen Werte T(i)
und ΔT(i) keine Mustererkennung erfolgen kann, wird zusätzlich die jeweils zuvor ermittelte
Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P(i) als eine den bisherigen Temperaturverlauf repräsentierende
innere Zustandsgröße verwendet und gemeinsam mit den aktuellen Meßwerten T(i) und
ΔT(i) einer Fuzzy-Logik 12 zugeführt, die daraus die aktuelle Durchbruch-Wahrscheinlichkeit
P(i+1) bestimmt. Diese wird in einem Speicherglied 13 zwischengespeichert und im nächsten
Zeitschritt auf den Eingang der Fuzzy-Logik 12 rückgekoppelt. Durch die Zwischenspeicherung
und Rückkopplung der in dem jeweils vorangegangenen Zeitschritt ermittelten Durchbruch-Wahrscheinlichkeit
P(i) ist die Fuzzy-Logik 12 in der Lage, die Mustererkennung nur anhand der aktuellen
Temperatur T(i) und ihrer Änderung ΔT(i), d.h. ohne Kenntnis des Temperaturverlaufs,
durchzuführen.
[0022] Um die Arbeitsweise der Mustererkennungseinrichtung 11 zu veranschaulichen, wird
beispielhaft der Temperaturverlauf T eines Klebers, wie er in Figur 6 dargestellt
ist, betrachtet:
[0023] Bei normalen Gießbedingungen ist die Temperatur T konstant und ihre zeitliche Änderung
schwankt sehr geringfügig. Die Wahrscheinlichkeit P für eine Durchbruch ist hier Null.
[0024] Zu Beginn eines Klebers steigt die Temperatur T an. Die Wahrscheinlichkeit P wird
deshalb auf einen kleinen positiven Wert, beispielsweise 0,1, erhöht.
[0025] Im weiteren Verlauf des Klebers steigt die Temperatur T, und auch die zeitliche Änderung
der Temperatur T nimmt zu. Liegt nun aus dem vorherigen Schritt eine geringe Wahrscheinlichkeit
P vor, was gleichbedeutend mit der Beobachtung eines Kleberbeginns ist, so wird die
Wahrscheinlichkeit P auf einen mittleren Wert, z.B. 0,4, erhöht. Liegt dagegen aus
dem vorherigen Schritt keine geringe Wahrscheinlichkeit P, d.h. der Beginn eines Klebers,
vor, so wird die Wahrscheinlichkeit P auch nicht geändert.
[0026] Die durch den Kleber verursachte Temperaturerhöhung erreicht nun ihren maximalen
Wert, wobei gleichzeitig die zeitliche Änderung der Temperatur T Null wird. Wurde
bis zu diesem Zeitpunkt die typische Temperaturkurve eines Klebers durchlaufen und
somit bisher eine mittlere Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P festgestellt, so wird die
Wahrscheinlichkeit P auf einen großen Wert, z.B. 0,7, erhöht.
[0027] Der Kleber hat nun den Temperatursensor 10 passiert, und die Temperatur T sinkt bei
negativer Temperaturänderung auf mittlere Werte ab. Dem obigen Schema folgend wird
dann die Wahrscheinlichkeit P weiter, z.B. auf 0,9, erhöht, allerdings unter der Voraussetzung,
daß sie schon einen großen Wert aufweist.
[0028] Aufgrund der Verdickung der Strangschale am Ende eines Klebers nimmt die Temperatur
T schließlich so weit ab, daß sie unterhalb des Temperaturniveaus bei normalen Gießbedingungen
liegt. Sobald dies geschieht und die Wahrscheinlichkeit P aufgrund des bisherigen
Geschehens einen sehr großen Wert aufweist, wird die Wahrscheinlichkeit P auf ihren
maximalen Wert, z.B. 1,0, erhöht.
[0029] Figur 7 zeigt den Fuzzy-Zustandsgraphen der Mustererkennungseinrichtung 11. Die Zustände,
d.h. die linguistischen Werte der Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P(i), bilden die Knoten
14 des Zustandsgraphen. Die Wahrscheinlichkeit P(i) kann dabei die folgenden linguistischen
Werte annehmen:
[0030] Z = 0, T = sehr klein, S = klein, M = mittel, B = groß, H = sehr groß.
[0031] An den Übergangspfeilen 15 zwischen den Zuständen 14 stehen vor dem Schrägstrich
die Übergangsbedingungen, d.h. die Fuzzy-Regeln, die einen Zustandswechsel bewirken
; der Wert nach dem Querstrich gibt den jeweils neu erreichten Zustand an. Im Verlauf
der Mustererkennung wird die Wahrscheinlichkeit P(i) nur dann schrittweise von Z auf
H erhöht, wenn das Temperaturmuster dazu führt, daß nacheinander die Regelsätze R2,
R5, R9, R13 und R17 erfüllt sind. Das ist bei Kleber- oder Crackmustern der Fall.
Weicht das erfaßte Temperaturmuster nurgeringfügig von diesen Referenzmustern ab,
so wird entweder der momentane Zustand beibehalten oder der nächst niedrigere Zustand
eingenommen. Sind die Abweichungen größer, so wird je nach erreichtem aktuellen Zustand
einer der Regelsätze R3, R8, R12, R16 oder R20 aktiv und die Wahrscheinlichkeit P(i)
wird Z.
[0032] Einen großen Einfluß auf die für Durchbrüche in der Strangschale 7 charakteristischen
Temperaturverläufe haben Änderungen der Gießgeschwindigkeit. Es ist daher sinnvoll,
diese Änderungen Δv(i) zusätzlich bei der Mustererkennung zu berücksichtigen, so wie
dies in Figur 5 gestrichelt dargestellt ist. Erhöht sich beispielsweise die Gießgeschwindigkeit,
so verringert sich die Verweildauer und damit auch die Kühldauer des Stranges 4 in
der Kokille 5. Dies bedeutet gleichzeitig eine Erhöhung der gemessenen Temperatur.
Treten dann während einer Änderung der Gießgeschwindigkeit Wachstumsfehler in der
Strangschale 7 auf, so werden die für sie typischen Temperaturverläufe verzerrt.
[0033] Figur 8 zeigt ein Beispiel für ein in der Fuzzy-Logik der Mustererkennungseinrichtung
11 implementiertes Fuzzy-Regelwerk, bei dem zusätzlich zu der erfaßten Temperatur
T(i) und der Temperaturänderung ΔT(i) die Änderung der Gießgeschwindigkeit Δv(i) zur
Bestimmung Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P(i) herangezogen wird. Im übrigen sind der
in Figur 7 gezeigte Fuzzy-Zustandsgraph und das in Figur 8 dargestellte Fuzzy-Regelwerk
zueinander äquivalent. Die Regeln des Regelwerks geben die Kombinationen von linguistischen
Werten der Eingangsvariablen T(i), ΔT(i) und Δv(i) an, die erfüllt sein müssen, damit
die Mustererkennungseinrichtung 11 ihren Zustand verändert bzw. beibehält. Der Temperatur
T(i) werden dabei folgende Werte zugeordnet:
[0034] NB = negativ groß, NS = negativ klein, Z = Null, PS = positiv klein, PM = positiv
mittel, PB = positiv groß.
[0035] Der Temperaturänderung ΔT(i) werden folgende Werte zugeordnet:
[0036] NB = negativ groß, NS = negativ klein, Z = Null, PS = positiv klein, PB = positiv
groß.
[0037] Für die Änderung der Gießgeschwindigkeit Δv(i) sind folgende Werte vorgesehen:
[0038] N = negativ, Z = Null, PN = positiv normal, PE = positiv extrem.
[0039] Die innere Zustandsgröße, also die zwischengespeicherte Wahrscheinlichkeit P(i),
nimmt die folgenden linguistischen Werte an:
[0040] Z = Null, T = sehr klein, S = klein, M = mittel, B = groß, H = sehr groß.
[0041] Für jede Wertekombination der Temperatur T(i), der Temperaturänderung ΔT(i), der
Änderung der Gießgeschwindigkeit Δv(i) und der zwischengespeicherten Wahrscheinlichkeit
P(i) ergibt sich jeweils ein bestimmter linguistischer Wert für die von der Mustererkennungseinrichtung
11 vorhergesagte Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P(i+1). Die linguistischen Werte der
vorhergesagten Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P(i+1) sind der Übersicht halber wie
folgt codiert: Z = 1, T = 2, S = 3, M = 4, B = 5, H = 6.
[0042] Aus dem Regelwerk sind alle Regeln der Fuzzy-Logik 12 direkt ablesbar. So gilt beispielsweise:
Wenn

und

und

und

, dann

.
[0043] Die Inferenz erfolgt nach der Max-Min-Methode und die Defuzzifizierung nach der Schwerpunktmethode.
[0044] Figur 9 zeigt ein verallgemeinertes Ausführungsbeispiel für die Mustererkennungseinrichtung,
bei der die Eingangsgrößen T(i), ΔT(i) und Δv(i) in einem Eingangsvektor
u(i) zusammengefaßt sind. Eine erste Fuzzy-Logik 16 erzeugt aus dem Eingangsvektor
u(i) und einem zwischengespeicherten inneren Zustandsvektor
z(i) einen aktualisierten Zustandsvektor
z(i+1), der in einem Speicherglied 17 zwischengespeichert wird. Der zwischengespeicherte
Zustandsvektor
z(i) und der Eingangsvektor
u(i) werden in einer zweiten Fuzzy-Logik 18 zu einem Ausgangsvektor
y miteinander verknüpft. Die in Figur 5 gezeigte Mustererkennungseinrichtung 11 ist
ein Spezialfall der in Figur 9 gezeigten Einrichtung mit nur einer inneren Zustandsgröße

, einer Ausgangsgröße

und mit übereinstimmendem Übertragungsverhalten der ersten Fuzzy-Logik 16 und der
zweiten Fuzzy-Logik 18, dh.

.
[0045] Figur 10 zeigt ein Beispiel für eine Einrichtung zur Vorhersage der Gesamtwahrscheinlichkeit
von Durchbrüchen aufgrund der mit den Temperatursensoren 10 erfaßten einzelnen Temperaturverläufe.
Die Muster von bestimmten Wachstumsstörungen der Strangschale finden sich nicht nur
in einem Temperaturverlauf, sondern aufgrund der Ausdehnung des Wachstumsfehlers und
der Strangbewegung auch in benachbart gemessenen Temperaturverläufen wieder. Wie Figur
10 zeigt, ist jedem Temperatursensor 10 eine eigene Mustererkennungseinrichtung 11
nachgeordnet, die den jeweils erfaßten Temperaturverlauf auf das Auftreten eines vorgegebenen
Musters überwacht. Damit die Erkennung von Wachstumsfehlern in der Strangschale zuverlässiger
erfolgt, werden die von den Mustererkennungseinrichtungen 11 jeweils zweier unmittelbar
benachbarter Temperatursensoren 10 gelieferten Vorhersagewerte P
a und P
b in einer Verknüpfungseinrichtung 19 zu einer lokalen Durchbruch-Wahrscheinlichkeit
P
loc kombiniert. So werden fehlerhafte Mustererkennungen einer einzelnen Mustererkennungseinrichtung
11 korrigiert, indem der lokalen Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P
loc nur dann ein großer Wert zugeordnet wird, wenn sowohl P
a als auch P
b jeweils große Werte aufweisen. Weiterhin verbessert sich auch die Erkennung von Klebern
oder Cracks, da aus erhöhten Werten für die Einzelwahrscheinlichkeiten P
a, P
b auf eine lokale Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P
loc geschlossen werden kann, die größer ist als jede der Einzelwahrscheinlichkeiten P
a, P
b. Die Verknüpfung der Einzelwahrscheinlichkeiten P
a und P
b zu der lokalen Durchbruch-Wahrscheinlichkeit P
loc erfolgt daher vorzugsweise auf der Grundlage von Fuzzy-Folgerungen.
[0046] Da sich die Wachstumsfehler in der Strangschale an den einzelnen Temperatursensoren
10 vorbeibewegen, wobei die Bewegungsrichtung und Ausbreitung der Wachstumsfehler
unterschiedlich erfolgen kann, können die Mustererkennungs-Ergebnisse P
a und P
b von den Mustererkennungseinrichtungen 11 zweier benachbarter Temperatursensoren 10
für denselben Wachstumsfehler einen zeitlichen Versatz aufweisen. Damit beide Mustererkennungs-Ergebnisse
P
a und P
b in der Verknüpfungseinrichtung 19 kombiniert werden können, müssen sie jedoch gleichzeitig
vorliegen. Aus diesem Grund ist jeder Mustererkennungseinrichtung 11 eine Verzögerungseinrichtung
20 nachgeordnet, mit der dieser zeitliche Versatz kompensiert wird. Die Verzögerungseinrichtungen
20 bestehen dabei jeweils aus einem Maximalwert-Halteglied, das von jeder Einzelwahrcheinichkeit
P(i) am Ausgang der vorgeordneten Mustererkennungsinrichtung 11 den maximalen Wert

der letzten k Zeitschritte ermittelt und der Verknüpfungseinrichtung 19 zuführt.
[0047] In einer allen Verknüpfungseinrichtungen 19 nachgeordneten Logikschaltung 21 wird
der maximale Wert aller lokalen Durchbruch-Wahrscheinlichkeiten P
loc ermittelt, der dann die Gesamtwahrscheinlichkeit P
ges für einen Durchbruch darstellt.
[0048] Die Mustererkennung in den Mustererkennungseinrichtungen 11 muß unabhängig von unterschiedlichen
Anlagen- und Betriebsbedingungen sein. Daher ist zwischen jedem Temperatursensor 10
und der zugeordneten Mustererkennungseinrichtung 11 eine Einrichtung 22 zur Meßwertaufbereitung
angeordnet, in der die Eingangsgrößen der Mustererkennungseinrichtung 11, also die
Temperatur T, die zeitliche Änderung der Temperatur ΔT und die zeitliche Änderung
der Gießgeschwindigkeit Δv so normiert bzw. transformiert werden, daß unterschiedliche
Anlagenverhältnisse oder sich ändernde Prozeßbedingungen die Erkennung von Kleber-
und Crackmustern nicht oder nur geringfügig beeinflussen.
[0049] Figur 11 zeigt ein Blockschaltbild einer solchen Einrichtung 22 zur Meßwertaufbereitung.
Die in einem Zeitschritt i gemessenen Temperaturwerte T(i) liegen, abhängig von unterschiedlichen
Anlagen- und Betriebsbedingungen, bei normalen Gießbedingungen relativ konstant zwischen
ca. 100°C und 200°C. Kleber und Cracks verursachen Abweichungen um bis zu 50°C von
dieser konstanten Offset-Temperatur T
0. Die Mustererkennungseinrichtung 11 kann Kleber- und Crackmuster nur dann erkennen,
wenn diese von einem immer gleichen Temperaturniveau ausgehen. Um dies zu erreichen,
wird mittels eines zeitdiskreten Filters 23 erster Ordnung eine Offset-Temperatur
T
0 bestimmt und in einer Subtrahiereinrichtung 24 von dem aktuellen Temperaturwert T(i)
subtrahiert. Die so erhaltene Temperatur

wird gegebenenfalls zur Unterdrückung von Rauschen in einem Filter 25 geglättet und
anschließend einer Normierungseinrichtung 26 zugeführt, in der die von typischen Wachstumsfehlern
hervorgerufenen Temperaturabweichungen von dem normalen Temperaturniveau auf einen
Wertebereich zwischen Null und Eins begrenzt sind. Der so erhaltene normierte Temperaturwert
T
A(i) wird dann der Mustererkennungseinrichtung 11 zugeführt.
[0050] Die Mustererkennungseinrichtung 11 erhält weiterhin die zeitliche Änderung der Temperatur
ΔT
A(i), die in einer Einrichtung 27 mittels des Differenzenquotienten aus dem Ausgangssignal
der Subtrahiereinrichtung 24 gebildet wird und nachfolgend in einer weiteren Normierungseinrichtung
28 auf einen Wertebereich zwischen Null und Eins normiert wird.
[0051] Wie bereits obenstehend erläutert wurde, kann auch die zeitliche Änderung der Gießgeschwindigkeit
eine Eingangsvariable der Mustererkennungseinrichtung 11 sein. Sie verändert dort
die Regeln für die Mustererkennung in der Weise, daß Kleber und Cracks auch dann noch
sicher erkannt werden können, wenn ihre Muster aufgrund der Gießgeschwindigkeitsänderung
verzerrt sind. Die zeitliche Änderung der Gießgeschwindigkeit Δv(i) wird in einer
Einrichtung 29 mittels des Differenzenquotienten aus der Gießgeschwindigkeit v(i)
bestimmt. Oftmals wird die Gießgeschwindigkeit v(i) nicht stetig, sondern sprunghaft
erhöht. Der resultierende Temperaturanstieg, der durch die geringere Abkühlzeit in
der Kokille 5 entsteht, erfolgt jedoch stetig über einen gewissen Zeitraum hinweg.
Um dann während des gesamten Temperaturanstiegs eine entsprechende Veränderung der
Regeln für die Mustererkennung zu erreichen, muß der Wert Δv(i) während des Temperaturanstiegs
auf einen entsprechend hohen Wert gesetzt werden, der einen stetigen Anstieg der Gießgeschwindigkeit
v(i) vortäuscht. Dies geschieht mit einem Maximalwert-Halteglied 30, das ausgangsseitig
jeweils den größten positiven Wert von Δv(i) aus den letzten k Zeitschritten erzeugt.
Es gilt also:

[0052] Schließlich wird der so erhaltene Wert von Δv
A(i) in einer Normierungseinrichtung 31 normiert, bevor er der Mustererkennungseinrichtung
11 zugeführt wird.
[0053] Wie bereits erwähnt wurde, kann der Einfluß von zeitlichen Änderungen der Gießgeschwindigkeit
auf die Temperaturverläufe durch Änderung der Regeln für die Mustererkennung berücksichtigt
werden. Eine weitere Möglichkeit, den Einfluß der Gießgeschwindigkeit-Änderungen zu
verringern, besteht darin, die dadurch hervorgerufenen Temperaturänderungen in den
erfaßten Temperaturverläufen noch vor der Mustererkennung zu eliminieren. Dies geschieht,
indem man alle von den Temperatursensoren 10 jeweils einer Ebene in der Kokille 5
gleichzeitig gelieferten Temperaturwerte T(i) mittelt und den so erhaltenen Mittelwert
MT(i) in einer Subtrahiereinrichtung 32 von den einzelnen Temperaturwerten T(i) subtrahiert.
Die so erhaltene Temperaturdifferenz

ist von Temperaturänderungen, die durch Gießgeschwindigkeits-Änderungen verursacht
werden, unabhängig und wird im weiteren dem Filter 23 und der Subtrahiereinrichtung
24 zugeführt. In diesem Fall kann auch die Anpassung der Mustererkennung durch Δv
A(i) entfallen, so daß dadurch der Aufbau der Einrichtung zur Durchbruch-Früherkennung
einfacher wird.
[0054] Alternativ kann vorgesehen werden, daß bei konstanter Gießgeschwindigkeit v(i) oder
kleinen Änderungen der Gießgeschwindigkeit v(i) ohne die Gießgeschwindigkeits-Kompensation
gearbeitet wird, um über den Mittelwert MT(i) keine Störungen in die einzelnen Temperaturverläufe
T
A(i) hineinzutragen. Hierzu wird der Mittelwert MT(i) der Vergleichseinrichtung 32
über eine steuerbare Schalteinrichtung 33 zugeführt, die den Mittelwert MT(i) nur
dann an die Vergleichseinrichtung 32 weiterschaltet, wenn die Änderung der Gießgeschwindigkeit
Δv
A(i) einen vorgegebenen Schwellenwert v
S überschreitet. Hierzu werden die Werte Δv
A(i) und v
S einem Schwellenwertdetektor 34 zugeführt, der ausgangsseitig die steuerbare Schalteinrichtung
33 steuert. Um zu vermeiden, daß durch die Zuschaltung des Mittelwertes MT(i) der
Wert T
A(i) sich sprungartig ändert, wird der Wert T
0(i+1) des Filters 23 über den Ausgang einer Subtrahiereinrichtung 35 mit

so gesetzt, daß der Verlauf von T
A(i) stetig fortgesetzt wird.
1. Einrichtung zur Durchbruch-Früherkennung beim Stranggießen mit einer Kokille (5),
in der Temperatursensoren (10) um den Strang (4) herum verteilt angeordnet sind, wobei
jedem Temperatursensor (10) jeweils eine Mustererkennungseinrichtung (11) zugeordnet
ist, die aus der erfaßten Temperatur (T(i)) und einer den bisherigen Temperaturverlauf
repräsentierenden inneren Zustandsgröße (P(i)) auf der Grundlage von Fuzzy-Folgerungen
die innere Zustandsgröße (P(i)) aktualisiert und ausgangsseitig einen aktuellen Vorhersagewert
(P(i+1)) für die Durchbruch-Wahrscheinlichkeit erzeugt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Vorhersagewert (P(i+1)) mit der inneren Zustandsgröße identisch ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Mustererkennungseinrichtung (11) den aktuellen Wert (T(i)) und die Änderung
(ΔT(i)) der von dem jeweils zugeordneten Temperatursensor (10) erfaßten Temperatur
auswertet.
4. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mustererkennungseinrichtung (11) zur Erzeugung des Vorhersagewertes (P(i+1))
für die Durchbruch-Wahrscheinlichkeit zusätzlich die Änderung der Gießgeschwindigkeit
(Δv(i)) auswertet.
5. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen jedem Temperatursensor (10) und der zugeordneten Mustererkennungseinrichtung
(11) eine Einrichtung (22) zur Meßwertaufbereitung liegt, in der von der erfaßten
Temperatur (T(i)) ein aufgrund des bisherigen Temperaturverlaufs ermittelter zeitlicher
Mittelwert (T0(i)) subtrahiert wird.
6. Einrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Einrichtung (22) zur Meßwertaufbereitung von der erfaßten Temperatur (T(i))
zusätzlich ein Mittelwert (MT(i)) subtrahiert wird, der aus den mit allen jeweils
in ein und derselben Ebene um den Strang (4) herum verteilten Temperatursensoren (10)
gleichzeitig erfaßten Temperaturwerten gebildet wird.
7. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die jeweils mindestens zwei unmittelbar benachbarten Temperatursensoren (10) zugeordneten
Mustererkennungseinrichtungen (11) ausgangsseitig jeweils an einer Verknüpfungseinrichtung
(19) angeschlossen sind, die die von den Mustererkennungseinrichtungen (11) gelieferten
Vorhersagewerte (Pa, Pb) zu einem Wahrscheinlichkeitswert (Ploc) für einen lokalen Durchbruch im Bereich der benachbarten Temperatursensoren (10)
verknüpft.
8. Einrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest denjenigen Mustererkennungseinrichtungen (11), deren zugeordnete Temperatursensoren
(10) in der Kokille (5) oberhalb der übrigen Temperatursensoren (10) angeordnet sind,
jeweils eine Verzögerungseinrichtung (20) nachgeordnet ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzögerungseinrichtung (20) ausgangsseitig jeweils den Maximalwert einer
vorgegebenen Anzahl der ihr zuletzt zugeführten Vorhersagewerte (P(i+1)) erzeugt.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Verknüpfungseinrichtungen (19) eine gemeinsame Logikschaltung (21) nachgeordnet
ist, die aus den Wahrscheinlichkeiten (Ploc) für lokale Durchbrüche einen Wert (Pges) für die Gesamtwahrscheinlichkeit eines Durchbruchs ermittelt.
1. Device for early detection of break-outs during continuous casting with a mould (5)
in which temperature sensors (10) are arranged in a manner distributed around the
strand (4), each temperature sensor (10) being assigned a pattern recognition device
(11) which, from the temperature (T(i)) detected and an internal state variable (P(i))
representing the temperature curve up to that point, updates the internal state variable
(P(i)) on the basis of fuzzy conclusions and generates at the output a current predicted
value (P(i+1)) for the break-out probability.
2. Device according to Claim 1, characterized in that the predicted value (P(i+1)) is
identical with the internal state variable.
3. Device according to Claim 1 or 2, characterized in that each pattern recognition device
(11) evaluates the current value (T(i)) and the change (ΔT(i)) of the temperature
detected by the respectively associated temperature sensor (10).
4. Device according to one of the preceding claims, characterized in that, to generate
the predicted value (P(i+1)) for the break-out probability, the pattern recognition
device (11) additionally evaluates the change in the casting rate (Δv(i)).
5. Device according to one of the preceding claims, characterized in that between each
temperature sensor (10) and the associated pattern recognition device (11) there is
a device (22) for measured-value conditioning in which a time average (T0(i)) determined on the basis of the temperature curve up to that point is subtracted
from the temperature (T(i)) detected.
6. Device according to Claim 5, characterized in that an average (MT(i)) which is formed
from the temperature values simultaneously detected by all the temperature sensors
(10) distributed around the strand (4) in each case in one and the same plane is additionally
subtracted from the detected temperature (T(i)) in the device (22) for measured-value
conditioning.
7. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the pattern
recognition devices (11), which are each assigned to at least two directly adjacent
temperature sensors (10), are each connected at the output side to a logic device
(19) which links the predicted values (Pa, Pb) supplied by the pattern recognition devices (11) to give a probability value (Ploc) for a local break-out in the region of the adjacent temperature sensors (10).
8. Device according to Claim 7, characterized in that a respective delay device (20)
is arranged on the output side of at least those pattern recognition devices (11),
the associated temperature sensors (10) of which are arranged above the remaining
temperature sensors (10) in the mould (5).
9. Device according to Claim 8, characterized in that, on the output side, the delay
device (20) generates the respective maximum value of a predetermined number of the
predicted values (P(i+1)) last fed to it.
10. Device according to one of Claims 7 to 9, characterized in that a common logic circuit
(21) is arranged on the output side of the logic devices (19) and, from the probabilities
(Ploc) for local break-outs, this logic circuit determines a value (Pges) for the overall probability of a break-out.
1. Dispositif de détection précoce de rupture lors d'une coulée en continue comportant
un moule métallique (5) dans lequel des capteurs de température (10) sont répartis
autour de la barre (4), un dispositif de reconnaissance de profil (11) étant associé
à chaque capteur de température (10), lequel dispositif, à partir de la température
(T(i)) détectée et d'une grandeur d'état (P(i)) interne représentant la courbe de
température obtenue jusque-là, actualise la grandeur d'état (P(i)) interne sur la
base de déductions de logique floue et produit côté sortie une valeur prédictive actuelle
(P(i+1)) pour la probabilité de rupture.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la valeur prédictive (P(i+1))
est identique à la grandeur d'état interne.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que chaque dispositif
de reconnaissance de profil (11) exploite la valeur actuelle (T(i)) et la variation
(ΔT(i)) de la température détectée par le capteur de température (10) associé.
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour
produire la valeur prédictive (P(i+1)) pour la probabilité de rupture, le dispositif
de reconnaissance de profil (11) exploite en plus la variation de la vitesse de coulée
(Δv(i)).
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est
prévu entre chaque capteur de température (10) et le dispositif de reconnaissance
de profil (11) associé un dispositif (22) de traitement de valeurs de mesure dans
lequel une valeur moyenne (T0(i)) temporelle déterminée sur la base de la courbe de température obtenue jusque-là
est soustraite de la température (T(i)) détectée.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que dans le dispositif (22)
de traitement de valeurs de mesure on soustrait de la température (T(i)) détectée
en plus une valeur moyenne (MT(i)) qui est formée à partir des valeurs de température
détectées simultanément par tous les capteurs de température (10) répartis autour
de la barre (4) dans un seul et même plan.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les dispositifs
de reconnaissance de profil (11) associés à au moins deux capteurs de température
(10) directement voisins sont raccordés chacun côté sortie à un dispositif combinatoire
(19) qui combine les valeurs prédictives (Pa, Pb) fournies par les dispositifs de reconnaissance de profil (11) en une valeur de probabilité
(Ploc) pour une rupture locale dans la zone des capteurs de température (10) voisins.
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'un dispositif de temporisation
(20) est monté en aval d'au moins chacun des dispositifs de reconnaissance de profil
(11) dont les capteurs de température (10) associés sont disposés dans le moule métallique
(5) au-dessus des autres capteurs de température (10).
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que le dispositif de temporisation
(20) produit côté sortie la valeur maximale d'un nombre déterminé à l'avance des valeurs
prédictives (P(i+1)) qui lui ont été transmises en dernier.
10. Dispositif selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce qu'un circuit logique
(21) commun est monté en aval des dispositifs combinatoires (19), lequel circuit logique
détermine à partir des probabilités (Ploc) de ruptures locales une valeur (Pges) pour la probabilité totale d'une rupture.