[0001] Die Erfindung betrifft eine Kappsägevorrichtung für Stammholz mit einem Einlaufförderer,
mit einer am stromabwärts gelegenen Ende des Einlaufförderers angeordneten Zentriervorrichtung
und mit einer stromabwärts folgenden Kappsägeanordnung.
[0002] Eine derartige Kappsägevorrichtung ist beispielsweise durch DE 94 01 780 U bekannt.
Die Zentriervorrichtung besteht dabei aus schwenkbar angeordneten Klappen, die vor
der Kappsägeanordnung das Stammholz von beiden Seiten mit gleichem Schwenkwinkel ergreifen,
um so das Stammholz auf der Mitte des Einlaufförderers zu zentrieren, nachdem dieser
zur Durchführung eines Sägeschnitts stillgesetzt worden ist. Die Durchführung des
Schnittes erfolgt, nachdem das Stammholz mit einer definierten Länge an der Kappsägeeinrichtung
vorbeigeführt worden ist, um einen Stammholzabschnitt mit einer vorbestimmten Länge
zu erhalten. Hierzu kann das Stammholz vorher separat vermessen und mit einem Rechner
ein optimierter Schnitt für benötigte Stammholzlängen bestimmten Durchmessers ermittelt
worden sein.
[0003] Eine gewisse Ungenauigkeit der durch den Sägeschnitt hergestellten Länge des Stammholzabschnittes
entsteht dadurch, daß die Länge des abgesägten Stammholzabschnittes durch die Vorförderlänge
des Einlaufförderers bestimmt wird. Bekanntlich poltern Stammhölzer auf Einlaufförderern,
so daß ein gewisser Schlupf zwischen dem Förderweg des Einlaufförderers und dem tatsächlichen
Förderweg des Stammholzes entstehen kann, der zu einer Verringerung der Länge des
abgeschnittenen Stammholzstücks führt. Darüber hinaus besteht immer der Wunsch, die
für die Ablängung der Stammholzabschnitte benötigte Zeit möglichst zu verkürzen.
[0004] Ausgehend von der Problemstellung, eine Kappsägevorrichtung hinsichtlich der genannten
Nachteile zu verbessern, ist eine Kappsägevorrichtung der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß
dadurch gekennzeichnet, daß die Zentriervorrichtung durch zwei zur seitlichen Anlage
am Stammholz unter einer Vorspannung in den Förderweg des Einlaufförderers bewegbare
Walzeneinrichtungen aufweist, die synchronisiert mit dem Einlaufförderer antreibbar
sind und eine zum schlupffreien Transport des Stammholzes ausgebildete Oberfläche
aufweisen.
[0005] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Zentriervorrichtung durch synchron mit dem Einlaufförderer
angetriebene, einen schlupffreien Transport ermöglichende Walzeneinrichtungen vereinigt
mehrere Funktionen. Zum einen wird die Zentrierfunktion ausgeführt, und zwar bereits
während des Vorförderns des Stammholzes auf dem Einlaufförderer, so daß keine separate
Zeit für das Zentrieren des Stammholzes vor dem Sägeschnitt und nach dem Stillsetzen
des Einlaufförderers benötigt wird. Darüber hinaus sorgt die Zentriervorrichtung zugleich
dafür, daß das Stammholz schlupffrei vorgefördert wird, wobei die Walzeneinrichtungen
nur die Antriebskräfte zur Vermeidung des Schlupfes aufbringen müssen, da das Vorfördern
des Stammholzes im übrigen durch den Ein-laufförderer bewirkt wird.
[0006] Zweckmäßigerweise sind die Walzeneinrichtungen mit Stachelwalzen ausgebildet, die
in dauerhafter und einfacher Weise den schlupffreien Transport ermöglichen.
[0007] Die erfindungsgemäße Kappsägevorrichtung läßt sich zugleich zur Optimierung der Stammholzschnitte
verwenden, wenn die Walzeneinrichtungen Meßgeber für das Maß der Bewegung in den Förderweg
des Einlaufförderers aufweisen und eine Auswertungseinrichtung zur Bestimmung des
Durchmessers des Stammholzes aus den Ausgangssignalen der Meßgeber vorgesehen ist.
In diesem Fall kann durch die Zentriervorrichtung der Durchmesser des Stammholzes
ständig ermittelt werden, wobei die Walzeneinrichtungen vorzugsweise in den Förderweg
schwenkbar und die Meßgeber zur Bestimmung des Schwenkwinkels ausgebildet sind.
[0008] Aus der ständigen Bestimmung des Durchmessers des Stammholzes während des Transports
kann in einer Auswertungseinrichtung die Konizität des bisher durchgelaufenen Stammholzes
bestimmt und die Konizität des Stammholzes auf der noch nicht durchgelaufenen Restlänge
prognostiziert werden. Wenn die Restlänge des Stammholzes zusätzlich bestimmt wird,
kann mit diesen Angaben durch die Auswertungseinrichtung mit Hilfe eines Rechners
die Aufteilung des gerade vorgeförderten Stammholzes im Hinblick auf die benötigten
Stammholzabschnittslängen optimiert werden. Dadurch kann eine separate Vermessung
des Stammholzes, wie sie bisher häufig durchgeführt worden ist, entfallen.
[0009] In einer einfachen Ausführungsform zur Ermittlung der Restlänge des Stammholzes ist
in einem definierten Abstand zur Kappsägeanordnung ein Sensor für das Vorhandensein
von Stammholz angeordnet und der Auswertungseinrichtung ein Signal des Sensors für
das Ende des Stammholzes zur Bestimmung der Restlänge zuführbar.
[0010] Die Erfindung soll im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden.
[0011] Die Zeichnung zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Kappsägevorrichtung mit
einem Einlaufförderer 1 in Form eines Förderbandes, auf dem Stammholz 2 in seiner
Längsrichtung in Richtung auf eine Kappsägeeinrichtung 3 vorgefördert wird (Pfeil
A). Die Kappsägeeinrichtung 3 enthält in bekannter Weise eine vertikal und/oder horizontal
verfahrbare Säge 4, üblicherweise in Form einer verschwenkbaren Kettensäge oder einer
Kreissäge. Unmittelbar hinter der Säge 4 sind konische Führungsrollen 5 zur Abstützung
des Stammholzes 2 während des Sägeschnitts vorgesehen, die den Übergang zu einem Abförderband
6 herstellen.
[0012] Die Zeichnung läßt am Eingang des Einlaufförderers 1 eine optische Detektionseinrichtung
7, vorzugsweise in Form eines Lichtgitters, erkennen, mit der die Anwesenheit bzw.
Abwesenheit von Stammholz 2 auf der Höhe der Detektionseinrichtung 7 detektierbar
ist. Zu dem Zeitpunkt, zu dem das nachlaufende Ende des Stammholzes 2 die optische
Detektionseinrichtung 7 gerade verläßt, weist das Stammholz 2 eine Restlänge X auf,
die dem Abstand X zwischen der Säge 4 und der optischen Detektionseinrichtung 7 gleicht.
[0013] Am stromabwärts liegenden Ende des Einlaufförderers 1, also unmittelbar vor der Kappsägeeinrichtung
3 ist eine Zentriervorrichtung 8 angeordnet, die aus in den Förderweg des Einlaufförderers
1 mit Hebeln 9 einschwenkbaren Stachelwalzen 10 besteht. Die Stachelwalzen 10, die
in der Zeichnung in einer ausgeschwenkten Ruhestellung und in der im Betrieb am Stammholz
2 anliegenden Arbeitsstellung dargestellt sind, werden im Betrieb ständig unter Vorspannung
an das Stammholz 2 gedrückt. Eine Auswertungseinrichtung 11 detektiert die aktuelle
Winkelstellung der beiden Hebel 9 und ermittelt hieraus den Abstand zwischen den Stachelwalzen
10, der dem aktuellen Durchmesser Dx des Stammholzes 2 am zur Kappsägeeinrichtung
3 gerichteten Ende des Stammholzes 2 entspricht.
[0014] Die Auswertungseinrichtung 11 ermittelt (in Verbindung mit einem Rechner) auch die
Funktion der Veränderung des Durchmessers Dx über die Länge des Stammholzes 2 und
ist somit in der Lage, aus der extrapolierten Konizität des Stammholzes 2 ein Modell
des Stammholzes 2 zu erstellen, mit dem die Durchmesser des Stammholzes 2 auf der
Restlänge des Stammholzes 2 prognostiziert und zur Optimierung der Schnitte durch
die Kappsägeeinrichtung 3 verwendet werden.
[0015] Die Stachelwalzen 10 sind synchron mit dem Einlaufförderer 1 durch einen Antriebsmotor
12 angetrieben, so daß sichergestellt ist, daß das Stammholz 2 nach der Ermittlung
des Durchmessers Dx schlupffrei zur Kappsägeeinrichtung 3 vorgefördert wird, so daß
Ablängfehler durch einen etwaigen Förderschlupf vermieden werden. Die Zentriervorrichtung
8 erfüllt somit eine Mehrfachfunktion, die nicht nur in dem Zentrieren des Stammholzes
2 für die Kappsägeeinrichtung 3 besteht, sondern zugleich dem schlupffreien Transport
des Stammholzes 2 und zur Ermittlung des Durchmessers Dx des Stammholzes 2 dient.
1. Kappsägevorrichtung für Stammholz (2) mit einem Einlaufförderer (1), mit einer am
stromabwärts gelegenen Ende des Einlaufförderers (1) angeordneten Zentriervorrichtung
(8) und mit einer stromabwärts folgenden Kappsägeanordnung (3), dadurch gekennzeichnet, daß die Zentriervorrichtung (8) durch zwei zur seitlichen Anlage am Stammholz (2) unter
einer Vorspannung in den Förderweg des Einlaufförderers (1) bewegbare Walzeneinrichtungen
(9, 10) aufweist, die synchronisiert mit dem Einlaufförderer (1) antreibbar sind und
eine zum schlupffreien Transport des Stammholzes (2) ausgebildete Oberfläche aufweisen.
2. Kappsägevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzeneinrichtungen
(9, 10) mit Stachelwalzen (10) ausgebildet sind.
3. Kappsägevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzeneinrichtungen
Meßgeber für das Maß der Bewegung in den Förderweg des Einlaufförderers (1) aufweisen
und daß eine Auswertungseinrichtung (11) zur Bestimmung des Durchmessers (Dx) des
Stammholzes (2) aus den Ausgangssignalen der Meßgeber vorgesehen ist.
4. Kappsägevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzeneinrichtungen
(9, 10) in den Förderweg schwenkbar und daß die Meßgeber zur Bestimmung des Schwenkwinkels
ausgebildet sind.
5. Kappsägevorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertungseinrichtung
(11) zur ständigen Bestimmung des Durchmessers (Dx) des Stammholzes (2) während des
Transports und zur Steuerung der Kappsägeanordnung (3) in Abhängigkeit von den ermittelten
Durchmesserwerten (Dx) und einer zusätzlich bestimmten Restlänge des Stammholzes (2)
ausgelegt ist.
6. Kappsägevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in einem definierten
Abstand zur Kappsägeanordnung (3) ein Sensor (7) für das Vorhandensein von Stammholz
(2) angeordnet ist und daß der Auswertungseinrichtung (11) ein Signal des Sensors
(7) für das Ende des Stammholzes (2) zur Bestimmung der Restlänge zuführbar ist.