[0001] Die Erfindung betrifft eine Preßvorrichtung zur Herstellung von mit Ornamenten versehenen
Tontöpfen, insbesondere Terracotta-Töpfen, aus Tonmasse mit einer schüsselartigen
Ornamentform, die in einem Pressengestell drehbar gelagert und mit einem Antrieb versehen
ist, sowie mit einem zumindest teilweise drehbaren Walzkopf, wobei der Walzkopf und
die Ornamentform einander derart zustellbar sind, daß sie durch gemeinsame Dreh- und
Walzvorgänge jeweils einen Tontopf formen, sowie einen Walzkopf für eine solche Preßvorrichtung.
[0002] Eine solche Preßvorrichtung für die Herstellung von mit Ornamenten versehenen Terracotta-Töpfen
ist bekannt. Die Preßvorrichtung weist eine schüsselartige Ornamentform auf, die über
ihren Umfang aus mehreren schalenartig aufklappbaren Schüsselsegmenten zusammengesetzt
ist. Die Ornamentform ist mittels eines Antriebsmotors um ihre vertikale Mittellängsachse
drehbar, wobei die Ornamentform in einem Pressengestell mittels einer entsprechenden
Lagerung drehbar gelagert ist. Die Ornamentform ist innerhalb des Pressengestells
derart ausgerichtet, daß ihre Mittellängsachse vertikal verläuft und die Ornamentform
nach oben offen ist. In die Ornamentform wird Tonmasse in Form eines zylindrischen
Tonbatzens eingebracht, der mittels eines drehbaren und mittels eines Antriebsmotors
angetriebenen Walzkopfes umlaufend an die Wandungen der Ornamentform sowie gegen den
Boden der Ornamentform gepreßt wird. Der Walzkopf ist einschließlich seines Antriebsmotors
am Pressengestell höhenverlagerbar aufgehängt und ist der Ornamentform derart zustellbar,
daß der Walzkopf unter gleichzeitiger Auswalzung des Tonbatzens in die Ornamentform
hineingeführt wird. Der Walzkopf ist derart schräggestellt, daß er beim Abwälzen auf
der Tonmasse innerhalb der Ornamentform die Innenwandung und den Boden des Tontopfes
formt. Bei der bekannten Preßvorrichtung sind sowohl der Antriebsmotor des Walzkopfes
als auch der Antriebsmotor für die Ornamentform in ihren Drehgeschwindigkeiten durch
eine zentrale elektronische Steuereinheit aufeinander abgestimmt. Durch die üblicherweise
zumindest teilweise konisch zulaufenden Tontöpfe und die entsprechend gestaltete Ornamentform
sowie die schräge Einführung des Walzkopfes in das Innere der Ornamentform ergeben
sich für den Walzkopf über seine axiale Länge an seinem Außenmantel aufgrund der jeweiligen
Anlage an der sich nach außen erweiternden Innenwandung des Tontopfes unterschiedliche
Umfangsgeschwindigkeiten, die insbesondere im Bodenbereich der Tontöpfe zu Problemen
bei der einwandfreien Formgestaltung des Bodens und der Innenwandung des jeweiligen
Terracotta-Topfes führen können.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Preßvorrichtung und einen Walzkopf der eingangs
genannten Art zu schaffen, die auch bei Tontöpfen mit sich über ihre Höhe stark änderndem
Durchmesser eine einwandfreie Formung gestatten.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein mit der Tonmasse in Berührung gelangender
Mantel des Walzkopfes - auf die Drehachse des Walzkopfes bezogen - axial in mehrere
aneinander anschließende, unabhängig voneinander drehbare und an unterschiedliche
Drehgeschwindigkeiten anpaßbare Mantelsegmentringe unterteilt ist. Durch die Aufteilung
des gesamten, mit der Tonmasse in Berührung gelangenden Mantels des Walzkopfes, der
ausschließlich für die Innengestaltung jedes Tontopfes verantwortlich ist, in mehrere
unabhängig voneinander drehbare Mantelsegmentringe ist es möglich, die sich aufgrund
unterschiedlicher Durchmesser der Tontöpfe über ihre Höhe ergebenden unterschiedlichen
Umfangsgeschwindigkeiten des Tontopfes und der Ornamentform auszugleichen. Dadurch,
daß die Mantelsegmentringe axial aneinander anschließen, ergibt sich trotz der Unterteilung
ein bezüglich seiner Außenkontur durchgehender Mantel des Walzkopfes, so daß eine
glatte Formung der Innenwandung und des Bodens jedes Tontopfes gewährleistet ist.
[0005] In Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein Teil der Mantelsegmentringe auf
dem Walzkopf frei drehbar gelagert. Durch die frei drehbare Lagerung wenigstens eines
Mantelsegmentringes passen sich die Mantelsegmentringe automatisch an die unterschiedlichen
Umfangsgeschwindigkeiten durch die pressende Anlage des Mantels des Walzkopfes an
der Innenwandung und am Boden der den Tontopf bildenden Tonmasse an. Dadurch ist es
möglich, auf einen Antrieb für den Walzkopf zu verzichten. Durch die Unterteilung
des Mantels in mehrere Mangelsegmentringe können auch stark unterschiedliche Durchmesser
der Innenwandung jedes Tontopfes - auf seine axiale Höhe bezogen - einwandfrei geformt
werden.
[0006] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest einer der Mantelsegmentringe
mittels einer Antriebsvorrichtung antreibbar. Anstelle einer frei drehbaren Lagerung,
bei der die Mantelsegmentringe durch die Berührung mit der Tonmasse selbst mitgenommen
und in Drehung versetzt werden, wird bei dieser Ausgestaltung eine Anpassung der Mantelsegmentringe
an die jeweils geeignete Umfangsgeschwindigkeit durch die Antriebsvorrichtung vorgenommen.
Falls mehrere Mantelsegmentringe angetrieben sind, so ist es möglich, jedem Mantelsegmentring
einen eigenen Antrieb zuzuordnen oder aber mittels eines gemeinsamen Antriebs und
entsprechend unterschiedlicher Übersetzungsverhältnisse von zusätzlichen Übertragungsmitteln
die jeweilige Anpassung an die unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten zu erzielen.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist eine das freie Stirnende des Walzkopfes
bildende Mantelspitze frei drehbar gelagert. Die Mantelspitze ist zur Formung des
Bodens des jeweiligen Tontopfes vorgesehen und schließt direkt an den zum freien Stirnende
hin letzten Mantelsegmentring an. Durch die frei drehbare Lagerung der Mantelspitze
ergibt sich - wie auch bereits bei den Mantelsegmentringen - eine automatische Anpassung
an die jeweils herrschenden Umfangsgeschwindigkeiten am Boden des Tontopfes innerhalb
der Ornamentform.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die das freie Stirnende des Walzkopfes
bildende Mantelspitze mit einem Drehantrieb versehen. Dadurch wird eine Anpassung
mittels einer entsprechenden Ansteuerung des Drehantriebes erzielt.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist eine zentrale Steuereinheit vorgesehen,
die den Antrieb für eine Ornamentform sowie die Antriebsvorrichtung für den wenigstens
einen Mantelsegmentring und/oder den Drehantrieb für die Mantelspitze bezüglich ihrer
Drehgeschwindigkeiten derart aufeinander abstimmt, daß ein Abrollen des Mantels des
Walzringes auf der Tonmasse erfolgt. Die zentrale Steuereinheit ist mit elektronischen
Bauelementen und entsprechenden Datenverarbeitungsmitteln versehen, um eine exakte
Abstimmung für die Formgestaltung des jeweiligen Tontopfes zu erzielen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Walzkopf schwenkbar gelagert und
weist Steuerungsmittel auf, die eine Anpassung an unterschiedliche Neigungswinkel
der Innenwandungen der Tontöpfe bewirken. Dadurch ist es möglich, einen Walzkopf für
verschiedene Formen von Tontöpfen und damit auch für unterschiedlich gestaltete Ornamentformen
einzusetzen.
[0011] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der
Erfindung, die anhand der Zeichnungen dargestellt sind.
- Fig. 1
- zeigt schematisch in einem Schnitt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Preßvorrichtung,
- Fig. 2
- in einem Längsschnitt einen Walzkopf der Preßvorrichtung nach Fig. 1,
- Fig. 3
- in einem vergrößerten Ausschnitt einen weiteren erfindungsgemäßen Walzkopf ähnlich
Fig. 2, dessen Mantelsegmentringe mit Hilfe von Wälzlagern frei drehbar gelagert sind,
- Fig. 4
- einen weiteren Walzkopf mit einer birnenförmigen Außenkontur, und
- Fig. 5
- einen weiteren erfindungsgemäßen Walzkopf mit einer stark konischen Außenkontur und
einer flachen, ebenen Spitze.
[0012] Eine Preßvorrichtung nach Fig. 1 dient zum Formen von Terracotta-Töpfen (7) aus einem
zylindrischen Tonbatzen in nachfolgend näher beschriebener Weise, wobei die Terracotta-Töpfe
an ihrem Außenumfang mit Ornamenten versehen sind. Die Preßvorrichtung weist ein Pressengestell
(1) auf, in dem eine schüssel- oder topfartige Ornamentform (2) mittels eines Lagerbockes
(3) um eine vertikale Mittellängsachse (5) drehbar gelagert ist. Die Ornamentform
(2) wird mit Hilfe von Übertragungsmitteln (4) in Form eines Zahnradgetriebes durch
einen elektrischen Antriebsmotor (6) zur Drehung in Pfeilrichtung (D
1) angetrieben, wobei der Antriebsmotor (6) auf einem nicht näher bezeichneten Sockel
befestigt ist. Die Ornamentform (2) ist in nicht dargestellter Weise über ihren Umfang
aus mehreren stabilen Schalensegmenten zusammengesetzt, die nach außen aufklappbar
sind und so eine Entnahme eines fertig geformten Terracotta-Topfes (7) ermöglichen.
Die Ornamentform (2) dient zur Gestaltung der Außenkontur des jeweiligen Terracotta-Topfes
(7) und weist an ihrer Innenwandung für die entsprechenden Ornamente des Terracotta-Topfes
(7) jeweils negativ gestaltete Formvertiefungen auf.
[0013] Ebenfalls am Pressengestell (1) aufgehängt ist ein Walzkopf (10), der in nachfolgend
näher beschriebener Weise von oben in die Ornamentform (2) einführbar ist und den
in die Ornamentform (2) eingebrachten Tonbatzen auswalzt und an die Innenwandung und
den Boden der Ornamentform (2) preßt. Der nachfolgend näher beschriebene Walzkopf
(11) ist um eine Drehachse (11) an einem Antriebsmotor (12) drehbar gelagert und mittels
dieses Antriebsmotors (12) in Pfeilrichtung (D
2) antreibbar, wobei die Drehrichtung des Walzkopfes (11) der Drehrichtung der Ornamentform
(2) entspricht. Der Walzkopf (11) einschließlich des Antriebsmotors (12) ist an einer
Lagerkonsole (13) gehalten, die entlang einer Linearführung (14) in Pfeilrichtung
(H) relativ zum Pressengestell (1) höhenverlagerbar ist. Durch das Absenken des Walzkopfes
(11) und damit auch der Lagerkonsole (13) wird auch die benötigte Anpreßkraft auf
den Tonbatzen und auf die zu dem Tontopf (7) in die Ornamentform (2) gepreßte Tonmasse
aufgebracht.
[0014] Der Walzkopf (10) selbst weist gemäß Fig. 2 einen sich zu seinem freien Stirnende
hin konisch erweiternden Außenmantel auf, wobei der Außenmantel durch mehrere axial
- auf die Drehachse (11) bezogen - aneinander anschließende Mantelsegmentringe (15a
bis 15e) gebildet ist. Die Mantelsegmentringe (15a bis 15e) sind unabhängig voneinander
auf einem Kernkörper (18) des Walzkopfes (10) drehbar gelagert, wobei zur drehbaren
Lagerung der Mantelsegmentringe (15a bis 15e) beim dargestellten Ausführungsbeispiel
Gleitlagerungen vorgesehen sind. Zwischen dem Außenmantel des Kernkörpers (18) und
den Innenwandungen der Mantelsegmentringe (15a bis 15e) können Gleit- oder Schmiermittel
durch entsprechende Kanäle oder ähnliches zugeführt sein. Es ist auch möglich, die
Mantelsegmentringe (15a bis 15e), die beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus Stahl
hergestellt sind, aus einem Material herzustellen, das zumindest am Innenumfang jedes
Mantelsegmentringes (15a bis 15e) mit Gleitmittelkomponenten und damit mit Gleiteigenschaften
versehen ist. Um eine freie, unabhängige Drehbarkeit der Mantelsegmentringe (15a bis
15e) zueinander zu ermöglichen, ist jeder Mantelsegmentring (15a bis 15e) unabhängig
von dem benachbarten Mantelsegmentring (15a bis 15e) auf dem Kernkörper (18) gelagert
und abgestützt.
[0015] Das freie untere Stirnende des Walzkopfes (10) wird durch eine Mantelspitze (16)
gebildet, die entsprechend einem späteren Boden (9) des Tontopfes (7) geformt ist.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 ist diese Mantelspitze (16) drehfest
mit einer Antriebswelle (17) verbunden, die den Kernkörper (18) koaxial zur Drehachse
(11) durchsetzt und einen Fortsatz der Antriebswelle des Antriebsmotors (12) bildet.
Dadurch wird die Mantelspitze (16) mit der Drehgeschwindigkeit des Antriebsmotors
(12) angetrieben. Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist dem Walzkopf
kein Antriebsmotor zugeordnet und neben der frei drehbaren Lagerung der Mantelsegmentringe
ist auch die Mantelspitze frei drehbar gelagert. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird
der Walzkopf (10) lediglich in die Ornamentform eingeführt und zur Innenwandung der
Ornamentform (2) unter gleichzeitiger Auswalzung der Tonmasse nach außen gepreßt,
wobei die Mitnahme der frei drehbaren Teile des Walzkopfes, nämlich der Mantelsegmentringe
und der Mantelspitze, durch die Drehung der Ornamentform (2) und durch das Abwälzen
auf der Tonmasse und auf der Innenwandung des Tontopfes (7) erfolgt. Bei einem weiteren
nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist auch die Mantelspitze (16) in mehrere,
im wesentlich radial aneinander anschließende Ringe oder Segmente unterteilt. Bei
einem weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Mantelspitze feststehend
gehalten und lediglich die Mantelsegmentringe sind frei drehbar gelagert. Gemäß einem
anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel ist die Mantelspitze einstückiger Fortsatz
des Kernkörpers, der somit auch nicht von einer Antriebswelle durchsetzt ist. Dieser
Kernkörper wird bei diesem Ausführungsbeispiel direkt von einem Antrieb angetrieben.
Die Mantelsegmentringe sind mit Hilfe von Freilaufkupplungen auf dem Außenmantel des
Kernkörpers drehbar gelagert, so daß sie bei einer gegenüber der Antriebsdrehzahl
des Kernkörpers erhöhten Drehzahl aufgrund unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeiten
über die axiale Höhe der Ornamentform den Kernkörper in einfacher Weise überholen
können.
[0016] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist ein Walzkopf (10a) vorgesehen,
auf dessen Kernkörper (18a) die Mantelsegmentringe (19 und 20) mit Hilfe von Wälzlagerungen
(W) frei drehbar um die Drehachse (11) gelagert sind. Die Ausführungsbeispiele nach
den Fig. 4 und 5 verdeutlichen unterschiedliche Gestaltungen der Außenkonturen der
verschiedenen Mantelsegmentringe, wobei der Walzkopf (10b) für entsprechend geschwungen
gestaltete Ton- oder Terracotta-Töpfe geeignet ist. Bei dem Walzkopf (10b) sind die
Mantelsegmentringe (21 bis 24) derart axial zur Drehachse (11) aufgeteilt, daß jeweils
der nachfolgende Mantelsegmentring (21 bis 24) axial ansetzt, sobald eine extreme
Änderung des Durchmessers des Walzkopfes (10b) aufgrund unterschiedlicher Wölbungen
erfolgt. Der Walzkopf (10c) nach Fig. 5 weist eine sich zum freien Stirnende hin konisch
erweiternde Form auf, wobei sein Außenmantel aus drei axial aneinander anschließenden
Mantelsegmentringen (25 bis 27) zusammengesetzt ist. Die Mantelspitze des Walzkopfes
(10c) ist vollkommen eben gestaltet.
[0017] Bei allen Ausführungsbeispielen wird der Walzkopf (10 bis 10c) entsprechend oder
ähnlich Fig. 1 geneigt von oben in die Ornamentform (2) eingeführt. Je nach Gestaltung
der Ornamentform ist grundsätzlich jedoch auch eine lotrecht ausgerichtete Einführung
des Walzkopfes und ein anschließendes radiales Verfahren des Walzkopfes nach außen
möglich, um einen entsprechenden Tontopf zu pressen.
[0018] Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Walzkopf in seiner Neigung
durch entsprechende Steuerungsmittel verstellbar, wodurch eine Anpassung an unterschiedliche
Ornamentformen erfolgen kann.
[0019] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 sind der Antriebsmotor (6) und der Antriebsmotor
(12) durch eine gemeinsame zentrale Steuereinheit (S) miteinander gekoppelt, die eine
angepaßte und aufeinander abgestimmte Ansteuerung beider Antriebsmotoren (6 und 12)
ermöglicht. Die Antriebsmotoren (6 und 12) sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel
Elektromotoren. Die Abstimmung der Antriebsgeschwindigkeiten der Antriebsmotoren (6
und 12) und damit der Drehgeschwindigkeiten der Ornamentform (2) und des Walzkopfes
(10) erfolgt derart, daß über die gesamte axiale Höhe der Ornamentform (2) ein Abrollen
des Walzkopfes (10) auf der Tonmasse und damit auf der Innenwandung des Tontopfes
(7) erfolgt. Vorzugsweise ist dabei die Drehgeschwindigkeit des Antriebsmotors (12),
die gleichzeitig auch die Drehgeschwindigkeit der Mantelspitze (16) ist, auf die Drehgeschwindigkeit
des Bodens (9) des Tontopfes (7) abgestimmt. Durch die frei drehbare Lagerung der
Mantelsegmentringe (15a bis 15e) passen sich diese jeweils unabhängig zueinander an
die durch die Anlage an der Innenwandung des Tontopfes (7) vorgegebene jeweilige Umfangsgeschwindigkeit
der Ornamentform (2) an. Zur Herstellung eines Tontopfes (7) wird zunächst ein zylindrisch
geschnittener Tonbatzen der Ornamentform (2) zugeführt und in diese eingebracht. Anschließend
verfährt der Walzkopf (10) aus seiner Ruheposition in Abstand oberhalb der Ornamentform
(2) so weit in die Ornamentform (2) hinein, bis er auf den Tonbatzen gedrückt wird.
Durch das weitere Hineinfahren des Walzkopfes (10) in die Ornamentform (2) und die
gleichzeitige Drehung der Ornamentform (2) wird der Tonbatzen zu der Form des Tontopfes
(7) unter Bildung der Innenwandung (8) und des Bodens (9) nach außen in die Formvertiefungen
der Ornamentform (2) hineingedrückt. Sobald der Walzkopf (10) seine die Dicke der
Wandung (8) des Tontopfes (7) und des Bodens (9) bestimmende Funktionsendposition
erreicht hat, wird auf die Innenwandung (8) des Tontopfes (7) keine weitere erhöhte
Druckbelastung mehr ausgeübt. Durch die Drehung der Ornamentform (2) und das Abrollen
der Mantelsegmentringe (15a bis 15e) auf der Innenwandung (8) und dem Boden (9) des
Tontopfes (7) wird eine Vergleichmäßigung der Innenkontur des Tontopfes (7) erzielt.
Da die Tonmasse vollständig in die Formvertiefungen der Ornamentform (2) hineingepreßt
worden ist, sind an der Außenwandung und damit am Außenmantel des Tontopfes (7) alle
gewünschten Ornamente geprägt. Nach dem erneuten Hochfahren des Walzkopfes (10) in
seine Ruheposition kann die Ornamentform (2) in zuvor beschriebener Weise aufgeklappt
werden, und der Tontopf (7) aus der Ornamentform (2) entnommen werden.
1. Preßvorrichtung zur Herstellung von mit Ornamenten versehenen Tontöpfen, insbesondere
Terracotta-Töpfen, aus Tonmasse mit einer schüsselartigen Ornamentform, die in einem
Pressengestell drehbar gelagert und mit einem Antrieb versehen ist, sowie mit einem
zumindest teilweise drehbaren Walzkopf, wobei der Walzkopf und die Ornamentform einander
derart zustellbar sind, daß sie durch gemeinsame Dreh- und Walzvorgänge jeweils einen
Tontopf formen,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein mit der Tonmasse in Berührung gelangender Mantel des Walzkopfes (10, 10a,
10b, 10c) - auf die Drehachse (11) des Walzkopfes (10, 10a, 10b, 10c) bezogen - axial
in mehrere aneinander anschließende, unabhängig voneinander drehbare und an unterschiedliche
Drehgeschwindigkeiten anpaßbare Mantelsegmentringe (15a bis 15e; 19, 20; 21 bis 24;
25 bis 27) unterteilt ist.
2. Preßvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der
Mantelsegmentringe (15a bis 15e, 19, 20, 21 bis 24, 25 bis 27) frei drehbar gelagert
ist.
3. Preßvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer
der Mantelsegmentringe mittels einer Antriebsvorrichtung antreibbar ist.
4. Preßvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine das freie Stirnende des Walzkopfes bildende Mantelspitze frei drehbar gelagert
ist.
5. Preßvorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die das freie Stirnende des Walzkopfes (10) bildende Mantelspitze (16) mit einem
Drehantrieb (12) versehen ist.
6. Preßvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Walzkopf schwenkbar gelagert ist und Steuerungsmittel aufweist, die eine Anpassung
an unterschiedliche Neigungswinkel der Innenwandungen der Tontöpfe bewirken.
7. Preßvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine zentrale Steuereinheit (S) vorgesehen ist, die den Antrieb (6) für die Ornamentform
(2) sowie die Antriebsvorrichtung für den wenigstens einen Mantelsegmentring und/oder
den Drehantrieb (12) für die Mantelspitze (16) bezüglich ihrer Drehgeschwindigkeiten
derart aufeinander abstimmt, daß ein Abrollen des Mantels des Walzkopfes (10) auf
der Tonmasse erfolgt.
8. Walzkopf für eine Preßvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantel des Walzkopfes (10 bis 10c) - auf die Drehachse (11) des Walzkopfes
(10 bis 10c) bezogen - axial in mehrere aneinander anschließende, unabhängig voneinander
drehbare und an unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten anpaßbare Mantelsegmentringe
(15a bis 15e; 19, 20; 21 bis 24; 25 bis 27) unterteilt ist.