[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationsbogendruckmaschine, bei der im Ausleger mindestens
ein Trockner für Lack oder Druckfarbe vorgesehen ist. Bei solchen Rotationsdruckmaschinen
sind im Ausleger Förderelemente, wie z. B. mit Greifern vereinigte Kettenförderer
oder Übertragungstrommeln vorgesehen, denen zum Behandeln der Oberfläche des Bogens
Wärmetrocknungsvorrichtungen, Kühlvorrichtungen, Pudervorrichtungen oder Wiederbefeuchtungsvorrichtungen
zugeordnet sind. Damit wird ein Abschmieren oder Abschmutzen der bedruckten Oberfläche
und ein Aufeinanderkleben der Bogen vermieden.
[0002] Bei hohen Maschinengeschwindigkeiten ist es zum Erreichen eines gewollten Effektes
erforderlich, eine hohe Energie beim Behandeln der Oberfläche anzuwenden und die Strecke
für die Energieeinwirkung möglichst groß zu dimensionieren. Deshalb haben bekannte
Einrichtungen zum Behandeln der Oberfläche der Bogen einen hohen Platzbedarf. Z. B.
wird bei der in DE 66 03 661 U1 gezeigten Lösung eine große Aufbauhöhe benötigt, um
vertikal angeordnete Kettenförderer unterzubringen. Für eine modular aufgebaute Bahndruckmaschine
ist in WO 95/29813 A1 je Modul ein Trockner vorgesehen, der einem geradlinig, vertikal
verlaufenden Bahnabschnitt zugeordnet ist.
[0003] Bei der in der DE-PS 688 935 gezeigten Lösung wird eine Trockentrommel mit großem
Umfang verwendet, wobei die zur Trocknung dienende Trockenluft noch während der Rotation
der Trommel wirksam ist. Die Verweildauer der frischen Druckfarbe an der Trockenluft
kann noch verlängert werden, wenn der Durchmesser der Trocknertrommel vergrößert ausgeführt
wird. Neben dem großen Volumen, welches für die Trockentrommel vorgesehen werden muß,
ist es von Nachteil, daß der Druck auf der Oberfläche der Bogen durch das Aufliegen
auf siebartigen Stützelementen beschädigt wird. Die Stützelemente beeinträchtigen
die Wirksamkeit der zugeführten Trockenluft. Zudem ist das Vorsehen einer mitrotierenden
Trocknervorrichtung konstruktiv aufwendig.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, mit geringem Material- und Kostenaufwand eine Rotationsdruckmaschine
mit einer Einrichtung zum Behandeln der Oberfläche von Bogen zu entwickeln, die eine
geringe Baugröße aufweist, wobei der Druck im wesentlichen unbeeinflußt bleibt.
[0005] Die Erfindung wird mit einer Rotationsdruckmaschine gelöst, die die Merkmale nach
Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die modulare Bauweise gestattet einen hohen Wiederholteilgrad mit niedrigen Kosten.
Das im Förderweg der Bogen liegende erste Förderelement eines Moduls weist lediglich
Greiferarme mit Greifern auf, die mit einfachen Mitteln rotierbar gelagert werden
können. Da die Bogen beim Fördern am ersten Förderlelement nur an der Vorderkante
gehalten sind und sonst frei geführt sind, kann die Druckfarbe auf der zuletzt gedruckten
Seite der Bogen abschmierfrei getrocknet werden. Beim Überführen der Bogen von den
Greifern des ersten Förderelementes des jeweiligen Moduls zu dem zweiten Förderelement
und beim Transport auf dem zweiten Förderelement liegt die während des Transportes
im ersten Förderelement getrocknete Seite der Bogen auf Abstützelementen auf. Zusätzlich
können die Abstützelemente an ihrer Oberfläche abschmierfrei ausgeführt sein. Die
Förderelemente der Module beanspruchen nur wenig Volumen. Durch Hintereinanderschaltung
von Modulen kann der Effekt der den Förderelementen zugeordneten Einrichtungen noch
verbessert werden. Durch den Transport der Bogen auf kreisförmigen Bahnen beansprucht
diese Lösung zum Erreichen des gleichen Effektes weniger Bauraum, als Einrichtungen
mit Kettengreifern, die im wesentlichen geradlinige Transportwege aufweisen.
[0007] Die Erfindung soll anhand von Zeichnungen noch näher erläutert werden, es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schema einer Rotationsdruckmaschine mit einer Einrichtung zum Behandeln der Oberfläche
der Bogen und
- Fig. 2
- ein Schema eines Förderelementes mit inneliegendem Trockner.
[0008] Das in Fig. 1 gezeigte Schema zeigt eine Druckmaschine mit einer Einrichtung 1 zum
Zuführen von Bogen 2 zu einem ersten Druckwerk 3. Im ersten Druckwerk 3 ist ein Trockner
4 und ein weiteres Druckwerk 5 nachgeordnet. Dem Druckwerk 5 folgt eine Einrichtung
6 zum Behandeln der Oberfläche der Bogen 2, der sich eine Einrichtung 7 zum Fördern
der Bogen 2 auf einen Stapel 8 anschließt.
[0009] Die Einrichtung 1 enthält eine Vereinzelungsvorrichtung 9 für die Bogen 2 von einem
Stapel 10. Die auf einen Tisch 11 geförderten Bogen 2 werden mit Hilfe einer Greifervorrichtung
12 an einen ersten Rotationsförderer 13 des Druckwerkes 3 übergeben. Das Druckwerk
3 enthält u. a. in herkömmlicher Anordnung einen Formzylinder 14, einen Übertragungszylinder
15 und einen Druckzylinder 16. Der Trockner 4 besteht aus einem Rotationsförderer
17 und einer Übertragungstrommel 18, denen je eine innen- bzw. außenliegende Wärmetrocknungsvorrichtung
19, 20 zugeordnet sind. Das Druckwerk 5 ist analog dem Druckwerk 3 aufgebaut und enthält
einen Rotationsförderer 21, einen Formzylinder 22, einen Übertragungszylinder 23 und
einen Druckzylinder 24. Die Einrichtung 6 zum Behandeln der Oberfläche der Bogen 2
besteht aus zwei hintereinandergeschalteten Modulen 25, 26 die jeweils aus einem Rotationsförderer
27, 28 und einer Übertragungstrommel 29, 39 bestehen. In den Rotationsförderern 27,
28 sind Wärmetrocknungsvorrichtungen 31, 32 angeordnet. An den Übertragungstrommeln
29, 30 sind weitere von außen wirkende Wärmetrocknungsvorrichtungen 33, 34 vorgesehen.
Im Bogenlauf der Wärmetrocknungsvorrichtungen 34 folgend ist der Übertragungstrommel
30 ein Pudergerät 35 zugeordnet. Die Einrichtung 7 zum Fördern der Bogen 2 auf den
Stapel 8 enthält ein System mit einem endlosen Kettenförderer 36. Die Bogen 2 werden
zum Ablegen auf dem Stapel 8 aus Greifern fallengelassen, die auf nicht weiter dargestellten
Greiferbrücken sitzen, welche mit den Ketten des Kettenförderers 36 vereinigt sind.
[0010] Die in der Druckmaschine angeordneten Rotationsförderer 13, 17, 21, 27, 28 weisen
den in Fig. 2 gezeigten Aufbau auf. An einem sich um eine Achse 37 drehbaren Balken
38 sind zwei Greiferame 39, 40 befestigt, an denen Greifer angeordnet sind, die die
Bogen 2 an der Vorderkante halten. Der Balken 38 ist mit einer Welle 41 verbunden.
Die Welle 41 sitzt in einem Wälzlager 41, das im Gestell 43 der Druckmaschine befestigt
ist. Ein auf der Welle 41 sitzendes Zahnrad 44 dient zum Antrieb. Die Greiferarme
39, 40 stützen sich mit ihren freien Enden mit Hilfe von Rollen 45, 46 auf einem gestellfesten
Ring 47 ab. Die jeweilige Wärmetrocknungsvorrichtung 19, 31, 32 ragt durch den Ring
47 hindurch in den Rotationsbereich der Greiferarme 39, 40. Ein Halteelement 48 für
die jeweilige Wärmetrocknungsvorrichtung 19, 31, 32 ist am Gestell 43 verankert. Jedem
der Rotationsförderer 13, 17, 21, 27, 28 ist ein schalenförmiges Führungselement 49,
50, 51, 52, 53 zuordnet, das außen entlang des Förderweges der Bogen 2 angeordnet
ist.
[0011] Die oben beschriebene Druckmaschine weist eine strenge Modularität auf. Neben den
Modulen 25, 26 in der Einrichtung 7 zum Behandeln der Oberfläche der Bogen 2 bilden
jeweils die Paare aus einem Rotationsförderer 13, 17, 21 und dem jeweils nachgeordneten
Druckzylinder 16, 24 bzw. Übertragungstrommel 18 ein Modul 54, 55, 56. Es besteht
ein günstiges Verhältnis zwischen benötigter Strecke zum Behandeln der Oberfläche
der Bogen 2 und dem aufgewendeten Volumen. Die Module 25, 26, 54, 55, 56 können für
sich gekapselt werden, wodurch die Behandlung und den Transport der Bogen 2 fördernde
Luftströmungen erzeugbar sind. Mit der Kapselung der Module 25, 26, 54, 55, 56 entstehen
abgeschlossene Einheiten, die keine negative Einwirkungen auf sich zulassen und von
denen keine negativen Einwirkungen auf anderen Einheiten ausgehen. Als Beispiele seien
die Verwirbelung von Puderteilchen oder die Wärmewirkung der Wärmetrocknungsvorrichtungen
19, 20, 31, 32, 33, 34 genannt, die sich im wesentlichen innerhalb eines der Module
25, 26, 54, 55, 56 auswirken. Die Wärmetrocknungsvorrichtungen 19, 20, 31, 32, 33,
34 und das Pudergerät 35 können zu- und abschaltbar sein. Dadurch weist die Druckmaschine
eine hohe Flexibilität auf, die benötigt wird, um Druckaufträge im Schöndruck und
im Schön- und Widerdruck abzuarbeiten. Die Module 25, 26, 54, 55, 56 sind austauschbar
und die ihnen zugeordneten Wärmetrocknungsvorrichtungen 19, 20, 31, 32, 33, 34 und
das Pudergerät 35 beliebig kombinierbar, so daß es möglich ist, Bedruckstoff, die
Art der Druckfarbe und des Lackes und die Art der Wärmestrahlungsquelle aufeinander
abzustimmen.
[0012] Die Erfindung ist nicht auf die im Ausführungsbeispiel gezeigte Druckmaschine beschränkt.
Die Erfindung ist ebenso bei Druckmaschinen anwendbar, die mehr als zwei Druckwerke
aufweisen. Als Trocknungsvorrichtungen sind außer IR-, auch UV-, Heißlufttrocknungssysteme
oder Kühlsysteme einsetzbar.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1
- Einrichtung zum Zuführen
- 2
- Bogen
- 3
- Druckwerk
- 4
- Trockner
- 5
- Druckwerk
- 6
- Einrichtung zur Oberflächenbehandlung
- 7
- Einrichtung zum Fördern
- 8
- Stapel
- 9
- Vereinzelungsvorrichtung
- 10
- Stapel
- 11
- Tisch
- 12
- Greifervorrichtung
- 13
- Rotationsförderer
- 14
- Formzylinder
- 15
- Übertragungszylinder
- 16
- Druckzylinder
- 17
- Rotationsförderer
- 18
- Übertragungstrommel
- 19, 20
- Wärmetrocknungsvorrichtung
- 21
- Rotationsförderer
- 22
- Formzylinder
- 23
- Übertragungszylinder
- 24
- Druckzylinder
- 25, 26
- Module
- 27, 28
- Rotationsförderer
- 29, 30
- Übertragungstrommel
- 31, 32, 33, 34
- Wärmetrocknungsvorrichtung
- 35
- Pudergerät
- 36
- Kettenförderer
- 37
- Achse
- 38
- Balken
- 39, 40
- Greiferarme
- 41
- Welle
- 42
- Wälzlager
- 43
- Gestell
- 44
- Zahnrad
- 45, 46
- Rollen
- 47
- Ring
- 48
- Halteelement
- 49, 50, 51
- Führungselement
- 52, 53
- Führungselement
- 54, 55, 56
- Modul
1. Rotationsdruckmaschine mit einer Einrichtung zum Behandeln der Oberfläche von Bogen,
bei der die Einrichtung zwischen einem letzten zyklisch arbeitendem Druckwerk und
einer Vorrichtung zum Fördern der Bogen auf einem Stapel angeordnet ist, wobei die
Einrichtung mindestens einen ortsfesten Trockner enthält, an dem die Bogen mit Hilfe
von Greifern vorbeigeführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
- daß zum Transport der Bogen (2) entlang der Einrichtung (33, 34, 35) zum Behandeln
der Oberfläche mindestens ein Modul (25, 26) aus zwei rotierenden Förderelementen
(27, 28, 29, 30) gleicher Umfangsgeschwindigkeit vorgesehen ist,
- daß die Förderelemente (27, 28, 29, 30) die Vorderkante eines Bogens (2) erfassende
Greifer aufweisen, wobei bei Drehung der Greifer entsprechend dem Druckzyklus dem
Modul (25, 26) je ein Bogen (2) zugeführt wird und von dem Modul (25, 26) abgeführt
wird,
- daß die Greifer des im Förderweg der Bogen (2) ersten Förderelementes (27, 28) auf
mindestens einem Greiferarm (39, 40) angeordnet sind, wobei die Bogen (2) im übrigen
mit Hilfe von Führungselementen (52, 53) frei geführt sind,
- daß die Greifer des im Förderweg der Bogen (2) zweiten Förderelementes (29, 30)
auf mindestens einem Greiferarm (39, 40) angeordnet sind, wobei die Bogen (2) auf
rotierenden gekrümmten Abstützelementen aufliegen, die in Umfangsrichtung zwischen
den Greiferarmen (39, 40) angeordnet sind.
2. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß im Inneren der Rotationsbahn der Greifer des im Förderweg der Bogen (2) ersten
Förderelementes (27, 28) ein Trockner (31, 32) vorgesehen ist,
- und daß außerhalb der Rotationsbahn der Greifer des im Förderweg der Bogen (2) zweiten
Förderelementes (29, 30) ein weiterer Trockner (33, 34) vorgesehen ist.
3. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei hintereinander angeordnete Module (25, 26) vorgesehen sind, wobei dem im
Förderweg letzten Förderelement (30) neben einem außerhalb der Rotationsbahn wirkenden
Trockner (34) eine Pudereinrichtung (35) vorgesehen ist, die dem Trockner (34) nachgeordnet
ist.
4. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß neben den dem letzten Druckwerk (5) nachgeordneten Modulen (25, 26) zusätzlich
jeweils ein Modul (54, 55, 56) in einem Druckwerk (3, 5) und ein Modul (54, 55, 56)
in der zwischen den Druckwerken (3, 5) angeordneten Einrichtung (4) zum Behandeln
der Oberfläche der Bogen (2) vorgesehen ist.