[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung für Messer, welche die Schneide schützend
umfaßt, und den Griff aber zum Anfassen frei läßt.
[0002] Derartige Verpackungen sind bekannt. So werden Messer zum Schutz vor Verletzungen
in länglichen Hüllen angeboten, wobei diese Hüllen die Schneide abdecken und am Griff
mit einer Druckknopf-Lasche befestigt sind. Dabei ist zumindest eine Seite der Hülle
durchsichtig, um das Messer auch mit seiner Schneide erkennbar zu machen, wahrend
der Griff frei bleibt, um ein versuchsweises Hantieren zu ermöglichen. Auch Varianten
solcher Verpackungen sind bekannt, die jedoch alle recht aufwendig und nur mit beträchtlichem
Arbeitsaufwand anbringbar sind. Auch das zu entsorgende Material stößt zunehmend auf
Kritik.
[0003] Aus FR-OS 24 29 722 ist eine Verpackung für Messer bekannt, welche die Schneide schützend
umfaßt und den Griff zum Anfassen frei läßt, wobei die Verpackung aus starkem Papier
oder Karton besteht.
[0004] Aus WO 89/04800 ist eine Verpackung für flache metallische Werkzeuge bekannt, bei
der zwei einseitig selbstklebend ausgerüstete Folien beidseits auf das Werkzeug geklebt
werden, wobei die überlappenden Bereiche der Folien mit ihren selbstklebend ausgerüsteten
Seiten aufeinander kleben, damit aber nur schwer zu öffnen sind.
[0005] Aus DE-GM 88 12 258 ist ein Putztuch bekannt, dessen Verpackung eine Öffnungslasche
aufweist, ohne aber damit eine Anregung hinsichtlich einer verbessernden Weiterbildung
einer Verpackung für Messer zu geben.
[0006] Aus DE 44 32 355 A1 ist eine Verpackung für Messer und dergleichen bekannt, welche
die Schneide schützend umfaßt und den Griff zum Anfassen frei läßt, wobei zwei selbstklebend
ausgerüstete Folien, die beidseits auf die Schneide und diese überlappend aufklebbar
sind, wobei die überlappenden Bereiche der Folien mit ihren selbstklebend ausgerüsteten
Seiten aufeinander kleben, und wobei die Enden der Folien einen nichtklebenden Anfasser
zum Aufreißen der Verpackung aufweisen, und wobei der Kleber auf den selbstklebend
ausgerüsteten Folien ein rückstandsfreies Abziehen von der Schneide erlaubt. Trotz
unbestrittener Vorteile dieser Verpackung hat sie aber auch Nachteile, die sich in
der Praxis bemerkbar machen, insbesondere hinsichtlich aufwendigem maschinellem Herstellen
der Verpackung und optischem Erscheinungsbild mit Lufteinschlüssen und Qualitätseindruck.
[0007] Aufgabe der Erfindung war es, eine Verpackung dieser Art derart weiterzuentwickeln,
daß diese ohne großen Maschinenaufwand herzustellen ist und zugleich ein besseres
optisches Erscheinungsbild ergibt.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 gelöst, vorteilhafte Ausgestaltungen sind in
den Unteransprüchen dargestellt.
[0009] Geeignet sind derartige Verpackungen besonders für Messer aller Art; die je nach
der Länge ihrer Schneiden mit geeigneten Größen von Folien verpackt werden, wobei
einem Interessenten die Möglichkeit gegeben werden soll, den jeweiligen Griff ungehindert
zu erfassen und in die Hand zu nehmen, ohne durch eine schwere und voluminöse Verpackung
gestört zu sein und dennoch sicher vor möglichen Verletzungen.
[0010] Die eingesetzten Folien sind vorzugsweise PP-Folien, für die hintere Folie in Stärken
von etwa 40 µm bis 160 µm, wobei insbesondere für die hintere Folie eine eingefärbte,
bedruckbare PP-Folie geeignet ist, während die vordere Folie insbesondere eine bedruckbare
klarsichtige PP-Folie ist in Stärken von etwa 120 - 250 µm, insbesondere 180 - 220
µm. Die Einfärbung verhindert dabei das Durchscheinen der beiden Bedruckungen und
ermöglicht ein korrektes Lesen der aufgebrachten Informationen.
[0011] Die höhere Stärke der vorderen Folie ergibt einen beachtlichen Beitrag zur Produktsicherheit,
durch eine erhöhte Steifigkeit der Messerverpackung, und zugleich ein optisch ansprechenderes
Aussehen.
[0012] Die hintere Folie ist mit einem Kleber ausgerüstet, der ein rückstandsfreies Abziehen
von der Messerschneide erlaubt, der aber dennoch einen guten Halt gewährleistet. Solche
Kleber sind bekannt, etwa aus DE 2.523.617 A1, DE 3.208.217 A1, EP 213.860 A1, US
4.599.265 und EP 121.430 A1, sowie für im Siebdruck etc. aufzutragende Kleber DE 3.346.100
A1. Dabei ergibt sich nicht nur ein rückstandsfreies Abziehen etwa von der Schneide
eines Messers, sondern auch ein Abziehen der untereinander verklebten Folienbereiche,
ohne unangemessen große Kräfte aufwenden zu müssen. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
mit lediglich einer selbstklebend ausgerüsteten Folie auf der Rückseite (als hintere
Folie) ergibt sich der weitere Vorteil, daß die Verpackung auch von schwachen Händen
leicht geöffnet werden kann, ggf. auch wieder verschlossen werden kann, und daß auch
das Messer besonders leicht entnommen werden kann. Ggf. kann auch die selbstklebend
ausgerüstete hintere Folie im Bereich der Schneide nichtklebend ausgerüstet sein,
z.B. durch nur partiellen Kleber-Aufdruck oder durch anti-adhäsiven Aufdruck von entsprechendem
Lack in diesem Bereich. Der besondere Vorteil aber ergibt sich für das optische Erscheinungsbild
des Messers, indem erfindungsgemäß keine Lufteinschlüsse zwischen Schneide und vorderer
Folie entstehen können, wie dies bei Verpackungen insbesondere gemäß DE 44 32 355
der Fall ist. Auf diese Weise ergibt sich eine beträchtlich ansprechendere Verpackung,
die höherwertig aussieht, das Messer besser präsentiert, zugleich auch für den Verbraucher
sicherer aufgrund der eingesetzten vorderen Folie.
[0013] Die maschinelle Applikation der beiden Folien auf die beiden Seiten einer Messer-Schneide
läßt sich beträchtlich einfacher gestalten als bisher, die nichtklebende vordere Folie
läßt sich sicherer, zuverlässiger und auch einfacher zufördern, und auch unter Umweltschutzgesichtspunkten
ist die erfindungsgemäße Verpackung vorteilhaft mit weniger Kleber im Produkt und
ggf. wiederverwendbarer vorderer Folie.
[0014] Der vorgesehene Anfasser ist bevorzugt klebstofffrei, kann aber auch durch eine geeignete
Abdeckung oder einen Aufdruck erzielt werden, wie dies allgemeiner Stand der Technik
ist.
[0015] Im folgenden soll die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert werden, ohne
diese dadurch aber unnötig einschränken zu wollen.
[0016] Die Figuren zeigen in
- - Figur 1
- eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäß verpacktes Messer,
- - Figur 2
- eine Draufsicht auf eine Verpackung vor ihrer Anwendung.
[0017] Im einzelnen zeigt Figur 1 eine mit einem Kleber gemäß Beispiel 1 der DE 3.346.100
A1 ausgerüstete hintere PP-Folie von 80 µm Dicke, weiß eingefärbt und diese klebt
die Schneide 2 des dargestellten Messers von hinten ab. Als vordere Folie dient eine
biaxial gereckte PP-Folie von 200 µm Dicke. In den Bereichen 3 und 4 klebt die hintere
Folie mit ihrer Klebmasse auf der vorderen Folie. Ein Anfasser 5 ist vorgesehen, um
die Folien leicht erfassen zu können, etwa während die andere Hand den Griff 6 des
Messers hält, wobei die Folien 1 mit geringem Kraftaufwand von der Schneide 2 abgezogen
werden können, die hintere Folie 1 zudem rückstandslos.
[0018] Im oberen Bereich der Folien 1 der die Spitze der Schneide 2 abdeckt, ist ein Euroloch
7 vorgesehen. So kann das verpackte Messer in einem dafür vorgesehen Display oder
dergleichen aufgehängt werden.
[0019] In Figur 2 ist sind die hintere Folie 1 A und die vordere Folie 1 B dargestellt.
Die hintere Folie 1 A ist mit Kleber beschichtet (siehe oben) und weist einen Anfasser
5 auf. Die Folien 1 A und 1 B können so aufeinander gelegt werden, daß die dazwischenliegende
Schneide eines Messers oder dergleichen problemlos und sicher geschützt wird. Ein
Loch für eine Aufhängung entsprechend etwa dem Euroloch 7 gemäß Figur 1 läßt sich
dann vorteilhaft in die fertig verpackte Anordnung einstanzen.
[0020] Geeignete Dimensionen von Folien 1A und 1B sind etwa für ein Brotmesser oder Fleischmesser
235 mal 70 mm, ein Steakmesser, Allzweckmesser oder Arbeitsmesser 180 und 70 mm und
für ein Gemüsemesser 110 mal 55 mm.
[0021] Vorteilhaft ist auch, die verwendeten Folien mit einem Metallstreifen zu versehen,
um die Eigenschaften eines Alarmetiketts zu erzielen. In diesem Fall ist das gesonderte
Aufbringen eines Alarmetiketts entbehrlich.
1. Verpackung für Messer, welche die Schneide schützend umfaßt und den Griff zum Anfassen
frei läßt, mit einer vorderen und einer hinteren Folie, welche beidseits die Schneide
überlappend abdecken, wobei die überlappenden Bereiche der Folien aufeinander verklebt
sind, und wobei die dem Griff des Messers zugewandten Enden der Folien einen nichtklebenden
Anfasser zum Aufreißen der Verpackung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß lediglich
die hintere Folie (1A) derart selbstklebend ausgerüstet ist, daß sie ein rückstandsfreies
Abziehen von der Schneide (2) und der vorderen Folie (1B) erlaubt, während die vordere
Folie (1B) eine transparente Kunststoff-Folie mit einer Dicke von 120 - 250 µm ist.
2. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien (1A, 1B) bedruckbare,
ggf. eingefärbte Klarsichtfolien sind.
3. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Folie (1B) eine
biaxial gereckte Polypropylen-Folie ist.
4. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hintere Folie (1A) im
Bereich der Schneide (2) des Messers nicht-klebend ausgerüstet ist, insbesondere durch
anti-adhäsiven Lackaufdruck.
5. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Griff (6) abgewandten
Enden der Folien (1A, 1B) eine Ausstanzung (7), insbesondere ein sogenanntes Euroloch,
zum Aufhängen aufweisen.
6. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kleber auf der hinteren
Folie (1A) im Vollstrich oder in Form von Segmenten im Siebdruck, Tiefdruck oder dergleichen
aufgetragen ist.