(19)
(11) EP 0 819 641 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.01.1998  Patentblatt  1998/04

(21) Anmeldenummer: 97810465.1

(22) Anmeldetag:  11.07.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B65H 39/055, B65H 39/075, B65H 5/32
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 19.07.1996 CH 1813/96

(71) Anmelder: GRAPHA-HOLDING AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Hartmann, Rolf
    4143 Dornach (CH)
  • Langenegger, Daniel
    4805 Brittnau (CH)

   


(54) Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen


(57) Die Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen (6) ist mit wenigstens einer an einem Förderweg (2) angeordneten Arbeitsstation (1, 14, 15) versehen, die vorzugsweise ein Druckbogenanleger (1) ist, der die Druckbogen (6) vereinzelt und öffnet. An einem endlos umlaufenden Förderorgan (16) sind mehrere Auflagen (4) angebracht, die hintereinander angeordnet sind und auf denen die Druckbogen (6) im Bereich ihres Falzes jeweils auf einer Auflagekante (8) der jeweiligen Auflage (4) reitend abstützbar sind. Die Auflagen (4) werden in gegenseitigem Abstand nacheinander an der Arbeitsstation (1, 14, 15) vorbeigeführt und erstrecken sich wenigstens im Bereich einer der Arbeitsstation (1, 14, 15) schräg zur Förderrichtung (3) des Förderorgans (16).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen mit wenigstens einer an einem Förderweg angeordneten Arbeitsstation, wobei eine Arbeitsstation ein Druckbogenanleger ist, der die Druckbogen vereinzelt und öffnet, mit einem endlos umlaufenden Förderorgan und einer Mehrzahl von dem Druckbogenanleger zu beschickenden Auflagen, die hintereinander angeordnet am Förderorgan angebracht sind und auf denen die Druckbogen im Bereich ihres Falzes jeweils auf einer Auflagekante der jeweiligen Auflage reitend abstützbar sind, wobei die Auflagen in gegenseitigem Abstand nacheinander an der Arbeitsstation vorbeigeführt werden.

[0002] Eine Einrichtung dieser Art ist im Stand der Technik aus der EP - A - 0 551 055 der Anmelderin bekannt geworden. Diese dient zum Sammeln und anschliessenden Heften von Druckprodukten. Die Druckprodukte werden vor dem Heften einer Fördereinrichtung mit quer zur Transportrichtung verlaufenden Aufnahmesprossen gespreizt zugeführt.

[0003] Ein weiterer Sammelhefter zeigt die EP - A - 0 681 923, wobei hier jedoch die Auflagekanten der Auflagen sich parallel zur Förderrichtung erstrecken.
Das Entnehmen von gefalzten Papierbogen aus einem Stapel und das Ablegen solcher Bogen auf einer Fördereinrichtung ist seit langem bekannt, wie die CH - A - 408 065 aus dem Jahr 1961 zeigt.

[0004] Einrichtungen der genannten Gattung mit quer zur Transportrichtung sich erstreckenden Auflagen haben sich in der Praxis jedoch nicht durchgesetzt. Der Grund liegt darin, dass die Beschickung hier vergleichsweise aufwendig ist. Einrichtungen, die parallel zur Förderrichtung sich erstreckende Auflagen aufweisen, haben sich hingegen in der Praxis bewährt, weisen aber den Nachteil auf, dass eine weitere Erhöhung der Transportgeschwindigkeit und damit der Leistung beschränkt möglich ist.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der genannten Gattung zu schaffen, welche bei einfacher Zuführung der Druckbogen eine höhere Leistung gestattet.

[0006] Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Einrichtung dadurch gelöst, dass die Auflagekanten der Auflagen sich wenigstens im Bereich einer Arbeitsstation schräg zur Förderrichtung des Förderorgans erstrecken.
Bei der erfindungsgemässen Einrichtung kann, verglichen mit einer Einrichtung mit Längstransport gemäss der EP - A - 0 681 923, mit gleicher Fördergeschwindigkeit eine höhere Leistung erreicht werden, da die Druckbogen in dichterer Reihe sich folgen können. Da sich die Auflagekanten schräg zur Förderrichtung des Förderorgans erstrecken, lassen sich die Auflagen wesentlich einfacher beschicken. Die Erfindung ermöglicht somit einerseits eine einfache Beschickung und andererseits eine höhere Leistung.
Eine Heftstation sowie ein Kartenkleber können auch bei der erfindungsgemässen Einrichtung ohne weiteres eingesetzt werden.

[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.

[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutertt. Es zeigen:
Fig. 1
schematisch eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Einrichtung,
Fig. 2
schematisch eine Seitenansicht der Einrichtung gemäss Figur 1, und
Fig. 3
schematisch eine Teilansicht der erfindungsgemässen Einrichtung.


[0009] Die erfindungsgemässe Einrichtung weist gemäss den Figuren 1 und 2 mehrere Anleger 1 auf, in denen gemäss Figur 3 von einem Stapelmagazin 13 Druckbogen 6 einzeln mittels gegensinnig umlaufenden Oeffnungskörpern 16 und 17 geöffnet und jeweils auf einer sattelförmigen Auflage 4 abgelegt werden. Die sattelförmigen Auflagen 4 sind mit hier lediglich schematisch dargestellten Schwenkachsen 5 an einem Förderorgan 16 angelenkt. Jede Auflage 4 ist am oberen Ende mit einer sich horizontal erstreckenden Auflagekante 8 versehen, die zur Aufnahme eines etwa mittig gefalzten Druckbogens 6 dient, wie die in Figur 3 ganz links dargestellte sattelförmige Auflage 45 zeigt. Wie die Figur 3 erkennen lässt, werden die Auflagen 41 - 45 bzw. ihre Auflagekanten 8 im Bereich der Druckbogenaufnahme vorerst gleich- und anschliessend gegensinnig zu der mit Pfeil 3 angedeuteten Transportrichtung verschwenkt. Die Antriebsenergie für diese Schwenkbewegungen kann mit einem hier nicht gezeigten Kurbelantrieb vom Förderorgan 16 abgeleitet werden. Durch das Verschwenken der Auflagen 4 kann die relative Geschwindigkeit der Auflagekanten im Zusammenwirkungsbereich des Druckbogenanlegers 1 bis auf den Wert 0 herabgesetzt werden, was eine Vereinfachung der auf die Auflagen 4 einwirkenden Organe ermöglicht. Es wird hierzu auf die Schweizerische Patentanmeldung Nr. 03088/95 vom 01.11.1995 hingewiesen. Diese Anmeldung wird hier zur Offenbarung beigezogen.

[0010] Wie insbesondere Figur 1 zeigt, erstrecken sich die sattelförmigen Auflagen 4 sowie die Auflagekanten 8 schräg zum Förderweg 2. Entsprechend dieser schrägen Ausrichtung sind die Anleger 1 ebenfalls schräg zum Förderweg 2 ausgerichtet. Die Stapelmagazine 13 sind dann so angeordnet, dass eine Bedienungsperson 18 zum Nachfüllen der Stapelmagazine 13 seitlich neben der Einrichtung steht, wie die Figur 1 zeigt. Die Bedienungsperson 18 kann durch eine automatische Nachfüllvorrichtung ersetzt sein. Bei einer Einrichtung mit quer zum Förderweg 2 sich erstreckenden Auflagekanten müsste eine solche automatische Nachfüllvorrichtung mit einer aufwendigen Umlenkung ausgerüstet werden.

[0011] Das Förderorgan 16, welches die Auflagen 4 in Richtung des Pfeiles 3 transportiert, weist zwei Umlenkräder 19 resp. 20 sowie zwei Antriebsräder 20 resp. 19 auf. Diese Räder 19 und 20 sind jeweils gemäss den Figuren 1 und 2 in Richtung des Pfeiles 3 entsprechend der Schrägstellung der Auflagen 4 versetzt. Der in Figur 1 angegebene Winkel a ist grösser als 0° und kleiner als 90°. Vorzugsweise beträgt er zwischen 30° und 60°. Vorteilhaft ist dieser Winkel etwa 45°.

[0012] Es ist denkbar, dass der Beschickungsvorgang begünstigt werden kann, wenn die Auflagen 4 zur Beschickung anheb- und anschliessend absenkbar ausgebildet sind.

[0013] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel beschicken die Druckbogenanleger 1 die Auflagen quer zu den Auflagekanten 8. Denkbar ist jedoch auch eine Ausführung, bei welcher die Auflagen 4 parallel zu den Auflagekanten beschickt werden. Bei einer solchen parallelen Beschickung können die Druckbogenanleger seitlich neben Förderorgan 16 angeordnet werden und auch hier ist ein Nachfüllen durch eine Bedienungsperson oder eine automatische Vorrichtung in einfacher Weise möglich.

[0014] Damit die Auflagen 4 die Räder 19 und 20 umfahren können, ist der Abstand zwischen benachbarten Auflagen 4 etwas grösser als die Höhe dieser Auflagen 4 zu wählen. Vorzugsweise sind die Auflagen 4 im Bereich des oberen Trums 16a als auch im Bereich des unteren Trums 16b schräg zum Förderweg 2 ausgerichtet. Grundsätzlich ist aber diese schräge Ausrichtung wesentlich im Bereich der Anleger 1; im Bereich eines Kartenklebers 14 oder einer Heftstation 15 können die Auflagen 4 auch rechtwinklig zur Förderrichtung (3) verlaufen.


Ansprüche

1. Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen (6) mit wenigstens einer an einem Förderweg (2) angeordneten Arbeitsstation (1, 14, 15), wobei vorzugsweise eine Arbeitsstation ein Druckbogenanleger (1) ist, der die Druckbogen (6) vereinzelt und öffnet, mit einem endlos umlaufenden Förderorgan (16) und einer Mehrzahl von dem Druckbogenanleger (1) zu beschickenden Auflagen (4), die hintereinander angeordnet am Förderorgan (16) angebracht sind und auf denen die Druckbogen (6) im Bereich ihres Falzes (7) jeweils auf einer Auflagekante (8) der jeweiligen Auflage (4) reitend abstützbar sind, wobei die Auflagen (4) in gegenseitigem Abstand nacheinander an der Arbeitsstation (1, 14, 15) vorbeigeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagekanten (8) der Auflagen (4) sich wenigstens im Bereich einer Arbeitsstation (1, 14, 15) schräg zur Förderrichtung (3) des Förderorgans (16) erstrecken.
 
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) zwischen der Auflagekante (8) und der Förderrichtung (3) im Bereich von 30° bis 60° liegt.
 
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der (α) etwa 45° beträgt.
 
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass vom Druckbogenanleger (1) die einzelnen Druckbogen (6) an ihren dem Falz (7) gegenüberliegenden freien Kanten (12) geöffnet und in einer schräg zur Förderrichtung (3) gerichteten Beschickungsrichtung auf jeweils eine Auflage (4) aufgelegt werden.
 
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) parallel bzw. etwa in Richtung der zu den Auflagekanten (8) beschickt werden.
 
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbogenanleger (1) die Auflagen (4) quer zu den Auflagekanten (8) beschickt.
 
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anleger (1) seitlich neben dem Förderweg (2) angeordnet ist.
 
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) am Förderorgan (16) jeweils schwenkbar angelenkt sind.
 
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) während ihrer Beschickung in und entgegen der Förderrichtung (3) des Förderorgans (16) verschwenkt werden.
 
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) anhebbar ausgebildet sind.
 
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine weitere Arbeitsstation (15) ein Heftapparat ist, durch den die auf den Auflagen (4) reitenden Druckbogen (6) an ihrem Falz (7) geheftet werden.
 
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der benachbarten Auflagen (4) grösser ist als ihre Höhe.
 




Zeichnung










Recherchenbericht