[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen
mit wenigstens einer an einem Förderweg angeordneten Arbeitsstation, wobei eine Arbeitsstation
ein Druckbogenanleger ist, der die Druckbogen vereinzelt und öffnet, mit einem endlos
umlaufenden Förderorgan und einer Mehrzahl von dem Druckbogenanleger zu beschickenden
Auflagen, die hintereinander angeordnet am Förderorgan angebracht sind und auf denen
die Druckbogen im Bereich ihres Falzes jeweils auf einer Auflagekante der jeweiligen
Auflage reitend abstützbar sind, wobei die Auflagen in gegenseitigem Abstand nacheinander
an der Arbeitsstation vorbeigeführt werden.
[0002] Eine Einrichtung dieser Art ist im Stand der Technik aus der EP - A - 0 551 055 der
Anmelderin bekannt geworden. Diese dient zum Sammeln und anschliessenden Heften von
Druckprodukten. Die Druckprodukte werden vor dem Heften einer Fördereinrichtung mit
quer zur Transportrichtung verlaufenden Aufnahmesprossen gespreizt zugeführt.
[0003] Ein weiterer Sammelhefter zeigt die EP - A - 0 681 923, wobei hier jedoch die Auflagekanten
der Auflagen sich parallel zur Förderrichtung erstrecken.
Das Entnehmen von gefalzten Papierbogen aus einem Stapel und das Ablegen solcher Bogen
auf einer Fördereinrichtung ist seit langem bekannt, wie die CH - A - 408 065 aus
dem Jahr 1961 zeigt.
[0004] Einrichtungen der genannten Gattung mit quer zur Transportrichtung sich erstreckenden
Auflagen haben sich in der Praxis jedoch nicht durchgesetzt. Der Grund liegt darin,
dass die Beschickung hier vergleichsweise aufwendig ist. Einrichtungen, die parallel
zur Förderrichtung sich erstreckende Auflagen aufweisen, haben sich hingegen in der
Praxis bewährt, weisen aber den Nachteil auf, dass eine weitere Erhöhung der Transportgeschwindigkeit
und damit der Leistung beschränkt möglich ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der genannten Gattung
zu schaffen, welche bei einfacher Zuführung der Druckbogen eine höhere Leistung gestattet.
[0006] Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Einrichtung dadurch gelöst, dass die Auflagekanten
der Auflagen sich wenigstens im Bereich einer Arbeitsstation schräg zur Förderrichtung
des Förderorgans erstrecken.
Bei der erfindungsgemässen Einrichtung kann, verglichen mit einer Einrichtung mit
Längstransport gemäss der EP - A - 0 681 923, mit gleicher Fördergeschwindigkeit eine
höhere Leistung erreicht werden, da die Druckbogen in dichterer Reihe sich folgen
können. Da sich die Auflagekanten schräg zur Förderrichtung des Förderorgans erstrecken,
lassen sich die Auflagen wesentlich einfacher beschicken. Die Erfindung ermöglicht
somit einerseits eine einfache Beschickung und andererseits eine höhere Leistung.
Eine Heftstation sowie ein Kartenkleber können auch bei der erfindungsgemässen Einrichtung
ohne weiteres eingesetzt werden.
[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutertt. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Einrichtung,
- Fig. 2
- schematisch eine Seitenansicht der Einrichtung gemäss Figur 1, und
- Fig. 3
- schematisch eine Teilansicht der erfindungsgemässen Einrichtung.
[0009] Die erfindungsgemässe Einrichtung weist gemäss den Figuren 1 und 2 mehrere Anleger
1 auf, in denen gemäss Figur 3 von einem Stapelmagazin 13 Druckbogen 6 einzeln mittels
gegensinnig umlaufenden Oeffnungskörpern 16 und 17 geöffnet und jeweils auf einer
sattelförmigen Auflage 4 abgelegt werden. Die sattelförmigen Auflagen 4 sind mit hier
lediglich schematisch dargestellten Schwenkachsen 5 an einem Förderorgan 16 angelenkt.
Jede Auflage 4 ist am oberen Ende mit einer sich horizontal erstreckenden Auflagekante
8 versehen, die zur Aufnahme eines etwa mittig gefalzten Druckbogens 6 dient, wie
die in Figur 3 ganz links dargestellte sattelförmige Auflage 4
5 zeigt. Wie die Figur 3 erkennen lässt, werden die Auflagen 4
1 - 4
5 bzw. ihre Auflagekanten 8 im Bereich der Druckbogenaufnahme vorerst gleich- und anschliessend
gegensinnig zu der mit Pfeil 3 angedeuteten Transportrichtung verschwenkt. Die Antriebsenergie
für diese Schwenkbewegungen kann mit einem hier nicht gezeigten Kurbelantrieb vom
Förderorgan 16 abgeleitet werden. Durch das Verschwenken der Auflagen 4 kann die relative
Geschwindigkeit der Auflagekanten im Zusammenwirkungsbereich des Druckbogenanlegers
1 bis auf den Wert 0 herabgesetzt werden, was eine Vereinfachung der auf die Auflagen
4 einwirkenden Organe ermöglicht. Es wird hierzu auf die Schweizerische Patentanmeldung
Nr. 03088/95 vom 01.11.1995 hingewiesen. Diese Anmeldung wird hier zur Offenbarung
beigezogen.
[0010] Wie insbesondere Figur 1 zeigt, erstrecken sich die sattelförmigen Auflagen 4 sowie
die Auflagekanten 8 schräg zum Förderweg 2. Entsprechend dieser schrägen Ausrichtung
sind die Anleger 1 ebenfalls schräg zum Förderweg 2 ausgerichtet. Die Stapelmagazine
13 sind dann so angeordnet, dass eine Bedienungsperson 18 zum Nachfüllen der Stapelmagazine
13 seitlich neben der Einrichtung steht, wie die Figur 1 zeigt. Die Bedienungsperson
18 kann durch eine automatische Nachfüllvorrichtung ersetzt sein. Bei einer Einrichtung
mit quer zum Förderweg 2 sich erstreckenden Auflagekanten müsste eine solche automatische
Nachfüllvorrichtung mit einer aufwendigen Umlenkung ausgerüstet werden.
[0011] Das Förderorgan 16, welches die Auflagen 4 in Richtung des Pfeiles 3 transportiert,
weist zwei Umlenkräder 19 resp. 20 sowie zwei Antriebsräder 20 resp. 19 auf. Diese
Räder 19 und 20 sind jeweils gemäss den Figuren 1 und 2 in Richtung des Pfeiles 3
entsprechend der Schrägstellung der Auflagen 4 versetzt. Der in Figur 1 angegebene
Winkel a ist grösser als 0° und kleiner als 90°. Vorzugsweise beträgt er zwischen
30° und 60°. Vorteilhaft ist dieser Winkel etwa 45°.
[0012] Es ist denkbar, dass der Beschickungsvorgang begünstigt werden kann, wenn die Auflagen
4 zur Beschickung anheb- und anschliessend absenkbar ausgebildet sind.
[0013] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel beschicken die Druckbogenanleger 1 die Auflagen
quer zu den Auflagekanten 8. Denkbar ist jedoch auch eine Ausführung, bei welcher
die Auflagen 4 parallel zu den Auflagekanten beschickt werden. Bei einer solchen parallelen
Beschickung können die Druckbogenanleger seitlich neben Förderorgan 16 angeordnet
werden und auch hier ist ein Nachfüllen durch eine Bedienungsperson oder eine automatische
Vorrichtung in einfacher Weise möglich.
[0014] Damit die Auflagen 4 die Räder 19 und 20 umfahren können, ist der Abstand zwischen
benachbarten Auflagen 4 etwas grösser als die Höhe dieser Auflagen 4 zu wählen. Vorzugsweise
sind die Auflagen 4 im Bereich des oberen Trums 16a als auch im Bereich des unteren
Trums 16b schräg zum Förderweg 2 ausgerichtet. Grundsätzlich ist aber diese schräge
Ausrichtung wesentlich im Bereich der Anleger 1; im Bereich eines Kartenklebers 14
oder einer Heftstation 15 können die Auflagen 4 auch rechtwinklig zur Förderrichtung
(3) verlaufen.
1. Einrichtung zum Verarbeiten von gefalzten Druckbogen (6) mit wenigstens einer an einem
Förderweg (2) angeordneten Arbeitsstation (1, 14, 15), wobei vorzugsweise eine Arbeitsstation
ein Druckbogenanleger (1) ist, der die Druckbogen (6) vereinzelt und öffnet, mit einem
endlos umlaufenden Förderorgan (16) und einer Mehrzahl von dem Druckbogenanleger (1)
zu beschickenden Auflagen (4), die hintereinander angeordnet am Förderorgan (16) angebracht
sind und auf denen die Druckbogen (6) im Bereich ihres Falzes (7) jeweils auf einer
Auflagekante (8) der jeweiligen Auflage (4) reitend abstützbar sind, wobei die Auflagen
(4) in gegenseitigem Abstand nacheinander an der Arbeitsstation (1, 14, 15) vorbeigeführt
werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagekanten (8) der Auflagen (4) sich wenigstens
im Bereich einer Arbeitsstation (1, 14, 15) schräg zur Förderrichtung (3) des Förderorgans
(16) erstrecken.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) zwischen
der Auflagekante (8) und der Förderrichtung (3) im Bereich von 30° bis 60° liegt.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der (α) etwa 45° beträgt.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass vom Druckbogenanleger
(1) die einzelnen Druckbogen (6) an ihren dem Falz (7) gegenüberliegenden freien Kanten
(12) geöffnet und in einer schräg zur Förderrichtung (3) gerichteten Beschickungsrichtung
auf jeweils eine Auflage (4) aufgelegt werden.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen
(4) parallel bzw. etwa in Richtung der zu den Auflagekanten (8) beschickt werden.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbogenanleger
(1) die Auflagen (4) quer zu den Auflagekanten (8) beschickt.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anleger
(1) seitlich neben dem Förderweg (2) angeordnet ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen
(4) am Förderorgan (16) jeweils schwenkbar angelenkt sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) während
ihrer Beschickung in und entgegen der Förderrichtung (3) des Förderorgans (16) verschwenkt
werden.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (4) anhebbar
ausgebildet sind.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
eine weitere Arbeitsstation (15) ein Heftapparat ist, durch den die auf den Auflagen
(4) reitenden Druckbogen (6) an ihrem Falz (7) geheftet werden.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand
der benachbarten Auflagen (4) grösser ist als ihre Höhe.