[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen, die einen Schmierstoff (vorzugsweise
ein Industrieöl oder ein Fett), eine Metallbearbeitungs- oder eine Hydraulikflüssigkeit
und mindestens eine β-dithiophosphorylierte Propionsäure der unten beschriebenen Formel
I enthalten.
[0002] Modernen Schmierstoffen werden Additive zugesetzt, welche Aufgaben wie Hochdruck-
und Verschleißschutz, Korrosionschutz und Antioxidationswirkung erfüllen [W. J. Bartz
(Editor), et al., "Additive für Schmierstoffe" (expert-Verlag 1994)]. Eine besondere
Bedeutung kommt dabei den Zinkdialkyldithiophosphaten zu, die antioxidative und Hochdruck-
und Verschleißschutzwirkung in sich vereinigen. In neuerer Zeit ist man bemüht, diese
schwermetallhaltigen Zusatzstoffe weitgehend durch metallfreie Verbindungen zu ersetzen,
weil dies umweltfreundlich ist und sich positiv auf die Lebensdauer der Abgas-Katalysatoren
von Verbrennungsmotoren auswirkt. Es besteht in der Industrie zur Zeit ein Bedürfnis
an metallfreien und aschefreien Additiven. Ester des Typs:

sind unter dem Handelsnamen lrgalube™ 63 erhältlich. Ferner sind in US 4,333,841
dithiophosphorylierte Mercaptoessigsäuren und deren Salze als Schmierstoffzusätze
beschrieben.
[0003] Bis-Dithiophosphorsäurederivate werden in GB-A 2'267'493 als Schmiermitteladditive
beschrieben. Für dieselbe Anwendung werden in EP-A 98,809 [CA 101: 55323 s] Salze
der Formel (RO)
2P(S)S (CH
2)
n (C(O)OM, M = Li, K, Na, HNR, vorgeschlagen. US-A 5,362,419 beschreibt als Zwischenprodukte
Säuren der Formel (RO)
2P(S)S (CH
2)
2 C(O)OH zur Herstellung von als Schmierstoffzusätze geeigneten Glykolestern, wie z.B.
(RO)
2P(S)(CH
2)
2 C(O)OCH
2 (CHOH)CH
2OH (s. auch H. Zinke, R. Schumacher, Wear 179 (1-2) (1994) 45-8 [CA 122: 85158 t]).
[0004] Es wurde überraschenderweise gefunden, daß die den oben angeführten Propionsäureeestern
zugrundeliegenden β-dithiophosphorylierten Propionsäuren selbst schon bei sehr kleinen
Konzentrationen hervorragende Hochdruck- und Verschleißschutzmittel darstellen.
[0005] Die Erfindung betrifft daher Zusammensetzungen (vorzugsweise zink- und aschefrei)
enthaltend
A) einen Schmier- oder Kraftstoff, eine Metallbearbeitungs- oder eine Hydraulikflüssigkeit,
insbesondere ein Industrieöl oder ein Fett, vor allem ein Grundöl aus der Gruppe der
mineralischen, pflanzlichen oder synthetischen (wie z.B. Poly-α-olefin- oder Esteröle)
Öle;
B) mindestens eine Verbindung der Formel

worin
R1 und R2 unabhängig voneinander C3-C18-Alkyl, C5-C12-Cycloalkyl, C5-C6-Cycloalkylmethyl, C9-C10-Bicycloalkylmethyl, C9-C10-Tricycloalkylmethyl, Phenyl, C7-C24 Alkylphenyl oder zusammen (CH3)2C(CH2)2 bedeuten, und
R3 Wasserstoff oder Methyl ist, und gegebenenfalls
C) weitere übliche Öladditive, z.B. aus den Gruppen der Antioxidantien, Metall-Desaktivatoren,
Rost-Inhibitoren, Dispergatoren, Detergentien, Viskositätsindexverbesserer, Stockpunkterniedriger
und weiteren Verschleißschutzadditive.
[0006] Bevorzugt sind bei der Komponente B) R
1 und R
2 unabhängig voneinander C
3-C
18-Alkyl, C
5-C
6-Cycloalkyl oder C
7-C
18-Alkylphenyl.
[0007] Besonders bevorzugt sind bei der Komponente B) R
1 und R
2 i-Propyl, i-Butyl oder 2-Ethyl-hexyl, und R
3 Wasserstoff.
[0008] Stellen in der obigen Formel I R
1 und R
2 C
3-C
18-Alkyl dar, so handelt es sich dabei um verzweigte oder unverzweigte Reste. Beispiele
hierfür sind Propyl, Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl, t-Butyl, Pentyl, Isopentyl, Hexyl,
Heptyl, 3-Heptyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, Nonyl, Decyl, Undecyl, Dodecyl, Tridecyl, Tetradecyl,
Pentadecyl, Hexadecyl, Heptadecyl, Octadecyl, 2-Ethylbutyl, 1-Methylpentyl, 1,3-Dimethylbutyl,
1,1,3,3-Tetramethylbutyl, 1-Methylhexyl, Isoheptyl, 1-Methylheptyl, 1,1,3-Trimethylhexyl
oder 1-Methylundecyl.
[0009] R
1 und R
2 als C
5-C
12-Cycloalkyl können z.B. Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl oder Cyclododecyl
sein. Cyclopentyl und Cyclohexyl sind bevorzugt, insbesondere Cyclohexyl.
[0010] Sind R
1 und R
2 C
5-C
6-Cycloalkyl-methyl, so ist darunter Cyclopentylmethyl und vor allem Cyclohexylmethyl
zu verstehen.
[0011] Sind R
1 und R
2 C
5-C
6-Cycloalkyl-methyl, so ist darunter Cyclopentylmethyl und vor allem Cyclohexylmethyl
zu verstehen.
[0012] Als C
9-C
10-Bicycloalkyl-methyl sind R
1 und R
2 z.B. Decalinylmethyl. Als C
9-C
10-Tricycloalkyl-methyl haben R
1 und R
2 vorzugsweise die Bedeutung einer Gruppe der Formel

[0013] Beispiele für Alkylphenyl sind Methylphenyl, Dimethylphenyl, Trimethylphenyl, Ethylphenyl,
Isopropylphenyl, t-Butylphenyl, Di-t-butylphenyl oder 2,6 Di-t-butyl-4-methylphenyl.
[0014] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung der Komponente B) als Additive in Schmierstoffen
(Industrieölen oder Fetten), Hydraulik- oder Metallbearbeitungsflüssigkeiten, bevorzugt
in Hydraulik- und Getriebeölen. Die erfindungsgemäße Verwendung schließt den Schutz
der zu schmierenden Metallteile vor mechanischer Abnutzung (Hochdruck- und Verschleißschutz)
sowie eine Korrosionsschutzwirkung ein. Daher betrifft die vorliegende Erfindung ebenfalls
ein Verfahren zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Schmierstoffen, Metallbearbeitungs-
und Hydraulikflüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß diesen Verbindungen der Formel
I zugesetzt werden.
[0015] Die erwähnten Schmier- oder Kraftstoffe (wie z.B. Industrieöle und Fette), Metallbearbeitungs-
und Hydraulikflüssigkeiten der Komponente A) basieren beispielsweise auf mineralischen
oder synthetischen Ölen oder Mischungen davon. Die Schmierstoffe sind dem Fachmann
geläufig und in der einschlägigen Fachliteratur, wie beispielsweise in Dieter Klamann,
"Schmierstoffe und verwandte Produkte" (Verlag Chemie, Weinheim, 1982), in Schewe-Kobek,
"Das Schmiermittel-Taschenbuch" (Dr. Alfred Hüthig-Verlag, Heidelberg, 1974) und in
"Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie", Bd.13, Seiten 85-94 (Verlag Chemie,
Weinheim, 1977) beschrieben.
[0016] Die Schmierstoffe sind insbesondere Öle und Fette, beispielsweise basierend auf einem
Mineralöl. Bevorzugt sind Öle.
[0017] Eine weitere Gruppe von Schmierstoffen, die zur Anwendung gelangen können, sind pflanzliche
oder tierische Öle, Fette, Talge und Wachse oder deren Gemische untereinander oder
Gemische mit den erwähnten mineralischen oder synthetischen Ölen. Pflanzliche und
tierische Öle, Fette, Talge und Wachse sind beispielsweise Baumnußöl und Mischungen
davon, Fischöle, Talge von Schlachttieren wie Rindertalg, Klauenfett und Knochenöl
sowie deren modifizierte, epoxidierte und sulfoxidierte Formen, beispielsweise epoxidiertes
Sojabohnenöl. Die Mineralöle basieren insbesondere auf Kohlenwasserstoffverbindungen.
[0018] Beispiele von synthetischen Schmierstoffen umfassen Schmierstoffe auf der Basis der
aliphatischen oder aromatischen Carboxylester, der polymeren Ester, der Polyalkylenoxide,
der Phosphorsäureester, der Poly-α-olefine oder der Silicone, eines Diesters einer
zweiwertigen Säure mit einem einwertigen Alkohol, wie z.B. Dioctylsebacat oder Dinonyladipat,
eines Triesters von Trimethylolpropan mit einer einwertigen Säure oder mit einem Gemisch
solcher Säuren, wie z.B. Trimethylolpropantripelargonat, Trimethylolpropan-tricaprylat
oder Gemische davon, eines Tetraesters von Pentaerythrit mit einer einwertigen Säure
oder mit einem Gemisch solcher Säuren, wie z.B. Pentaerythrit-tetracaprylat, oder
eines komplexen Esters von einwertigen und zweiwertigen Säuren mit mehrwertigen Alkoholen,
z.B. ein komplexer Ester von Trimethylolpropan mit Capryl- und Sebacinsäure oder von
einem Gemisch davon. Besonders geeignet sind neben Mineralölen z.B. Poly-α-Olefine,
Schmierstoffe auf Esterbasis, Phosphate, Glykole, Polyglykole und Polyalkylenglykole,
sowie deren Mischungen mit Wasser.
[0019] Industrieöle, Fette, Metallbearbeitungsflüssigkeiten und Hydraulikflüssigkeiten können
auf Basis der gleichen Substanzen hergestellt werden wie vorstehend für die Schmiermittel
beschrieben. Häufig handelt es sich dabei auch um Emulsionen solcher Substanzen in
Wasser oder anderen Flüssigkeiten.
[0020] Erfindungsgemäße Schmierstoffzusammensetzungen finden z.B. Verwendung in Verbrennungsmotoren,
z.B. in Kraftfahrzeugen, ausgerüstet z.B. mit Motoren des Otto-, Diesel-, Zweitakt-,
Wankel- oder Orbitaltyps.
[0021] Die Komponente B ist auch als Additiv für Kraftstoffe in Kraftfahrzeugen geeignet,
welche mit den Motoren des genannten Typs ausgerüstet sind.
[0022] Die Verbindungen der Formel I sind in Schmierstoffen, Kraftstoffen, Metallbearbeitungs-
und Hydraulikflüssigkeiten gut löslich und deshalb als Zusätze zu Schmierstoffen,
Metallbearbeitungs- und Hydraulikflüssigkeiten besonders geeignet.
[0023] Vorteilhafterweise enthalten die Zusammensetzungen 0,005 bis zu 1,0 Gew.% einer Verbindung
der Formel I, bevorzugt 0,005 - 0,1 Gew.%, insbesondere 0,005 - 0,05 Gew. %.
[0024] Vorteilhafterweise enthalten die Zusammensetzungen 0,005 bis zu 1,0 Gew.% einer Verbindung
der Formel I, bevorzugt 0,005 - 0,1 Gew.%, insbesondere 0,005 - 0,05 Gew. %.
[0025] Die Verbindungen der Formel I können den Schmier- oder Kraftstoffen auf an sich bekannte
Weise beigemischt werden. Die Verbindungen sind beispielsweise in Ölen gut löslich.
Es ist auch möglich, einen sogenannten Masterbatch herzustellen, der nach Maßgabe
des Verbrauchs auf Einsatzkonzentrationen mit dem entsprechenden Schmierstoff verdünnt
werden kann. In solchen Fällen sind auch Konzentrationen über 1 Gew.% möglich.
[0026] Die erfindungsgemäß stabilisierten Schmier- oder Kraftstoffe, Metallbearbeitungs-
und Hydraulikflüssigkeiten können zusätzlich andere Additive enthalten, die zugegeben
werden, um ihre Grundeigenschaften noch weiter zu verbessern; dazu gehören: Antioxidantien,
Metallpassivatoren, weitere Rostinhibitoren, Viskositätsindex-Verbesserer, Stockpunkterniedriger,
Festschmierstoffe, Dispergiermittel, Detergentien, Antischaummittel, weitere Hochdruck-Zusätze,
Antiverschleiß-Additive und Reibwertverminderer. Solche Additive gibt man in den jeweils
dafür üblichen Mengen im Bereich von je etwa 0,01 bis 10,0 Gew.% zu.
[0027] Es folgen Beispiele solcher weiteren Zusatzstoffe:
[0028] Beispiele für phenolische Antioxidantien:
1.1. Alkylierte Monophenole, z.B. 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol, 2-Butyl-4,6-dimethylphenol, 2,6-Di-tert-butyl-4-ethylphenol,
2,6-Di-tert-butyl-4-n-butylphenol, 2,6-Di-tert-butyl-4-iso-butylphenol, 2,6-Di-cyclopentyl-4-methylphenol,
2-(a-Methylcyclohexyl)-4,6-dimethylphenol, 2,6-Di-octadecyl-4-methylphenol, 2,4,6-Tricyclohexylphenol,
2,6-Di-tert-butyl-4-methoxymethylphenol, lineare oder in der Seitenkette verzweigte
Nonylphenole wie z.B. 2,6-Di-nonyl-4-methylphenol, 2,4-Dimethyl-6-(1'-methyl-undec-1'-yl)-phenol,
2,4-Dimethyl-6-(1'-methyl-heptadec-1'-yl)-phenol, 2,4-Dimethyl-6-(1'-methyl-tridec-1'-yl)-phenol
und Mischungen davon.
1.2. Alkylthiomethylphenole, z.B. 2,4-Di-octylthiomethyl-6-tert-butylphenol, 2,4-Di-octylthiomethyl-6-methylphenol,
2,4-Di-octylthiomethyl-6-ethylphenol, 2,6-Di-dodecylthiomethyl-4-nonylphenol.
1.3. Hydrochinone und alkylierte Hydrochinone, z.B. 2,6-Di-tert-butyl-4-methoxyphenol, 2,5-Di-tert-butyl-hydrochinon, 2,5-Di-tert-amyl-hydrochinon,
2,6-Diphenyl-4-octadecyloxyphenol, 2,6-Di-tert-butyl-hydrochinon, 2,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyanisol,
3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyanisol, 3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyphenylstearat, Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)adipat.
1.4. Tocopherole, z.B. α,-β,-γ,- oder δ-Tocopherol und Mischungen davon (Vitamin E).
1.5. Hydroxylierte Thiodiphenylether, z.B. 2,2'-Thio-bis(6-tert-butyl-4-methylphenol), 2,2'-Thio-bis(4-octylphenol), 4,4'-Thio-bis(6-tert-butyl-3-methylphenol),
4,4'-Thio-bis-(6-tert-butyl-2-methylphenol), 4,4'-Thio-bis(3,6-di-sec.-amylphenol),
4,4'-Bis(2,6-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-disulfid.
1.6. Alkyliden-Bisphenole, z.B. 2,2'-Methylen-bis(6-tert-butyl-4-methylphenol), 2,2'-Methylen-bis(6-tert-butyl-4-ethylphenol),
2,2'-Methylen-bis[4-methyl-6-(a-methylcyclohexyl)-phenol], 2,2'-Methylen-bis(4-methyl-6-cyclohexylphenol),
2,2'-Methylen-bis(6-nonyl-4-methylphenol), 2,2'-Methylen-bis(4,6-di-tert-butylphenol),
2,2'-Ethyliden-bis(4,6-di-tert-butylphenol), 2,2'-Ethyliden-bis(6-tert-butyl-4-isobutylphenol),
2,2'-Methylen-bis[6-(a-methylbenzyl)-4-nonylphenol], 2,2'-Methylen-bis[6-(a,a-dimethylbenzyl)-4-nonylphenol],
4,4'-Methylen-bis(2,6-di-tert-butylphenol), 4,4'-Methylen-bis(6-tert-butyl-2-methylphenol),
1,1,1-Bis(5-tert-butyl-4-hydroxy-2-methylphenyl)-butan, 2,6-Bis(3-tert-butyl-5-methyl-2-hydroxybenzyl)-4-methylphenol,
1,1,3-Tris(5-tert-butyl-4-hydroxy-2-methylphenyl)-butan, 1,1-Bis(5-tert-butyl-4-hydroxy-2-methyl-phenyl)-3-n-dodecylmercaptobutan,
Ethylenglycol-bis[3,3-bis(3'-tert-butyl-4'-hydroxyphenyl)-butyrat], Bis(3-tert-butyl-4-hydroxy-5-methyl-phenyl)-dicyclopentadien,
Bis[2-(3'-tert-butyl-2'-hydroxy-5'-methyl-benzyl)-6-tert-butyl-4-methyl-phenyl]-terephthalat,
1,1-Bis(3,5-dimethyl-2-hydroxyphenyl)-butan, 2,2-Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
2,2-Bis(5-tert-butyl-4-hydroxy-2-methylphenyl)-4-n-dodecylmercapto-butan, 1,1,5,5-Tetra-(5-tert-butyl-4-hydroxy-2-methylphenyl)-pentan.
1.7. O-, N- und S-Benzylverbindungen, z.B. 3,5,3',5'-Tetra-tert-butyl-4,4'-dihydroxydibenzylether, Octadecyl-4-hydroxy-3,5-dimethylbenzyl-mercaptoacetat,
Tridecyl-4-hydroxy-3,5-di-tert-butylbenzyl-mercaptoacetat, Tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)-amin,
Bis(4-tert-butyl-3-hydroxy-2,6-dimethylbenzyl)-dithioterephthalat, Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)-sulfid,
lsooctyl-3,5-di-tert-butyl-4-hyd roxybenzyl-mercaptoacetat.
1.8. Hydroxybenzylierte Malonate, z.B. Dioctadecyl-2,2-bis(3,5-di-tert-butyl-2-hydroxybenzyl)-malonat, Di-octadecyl-2-(3-tert-butyl-4-hydroxy-5-methylbenzyl)-malonat,
Di-dodecylmercaptoethyl-2,2-bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)-malonat, Di-[4-(1,1,3,3-tetramethylbutyl)-phenyl]-2,2-bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)-malonat.
1.10. Triazinverbindungen, z.B. 2,4-Bis-octylmercapto-6-(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyanilino)-1,3,5-triazin,
2-Octylmercapto-4,6-bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyanilino)-1,3,5-triazin, 2-Octylmercapto-4,6-bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenoxy)-1,3,5-triazin,
2,4,6-Tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenoxy)- 1,2,3-triazin,1,3,5-Tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)-isocyanurat,
1,3,5-Tris(4-tert-butyl-3-hydroxy-2,6-dimethylbenzyl)-isocyanurat, 2,4,6-Tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenylethyl)-1,3,5-triazin,
1,3,5-Tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenylpropionyl)-hexahydro-1,3,5-triazin, 1,3,5-Tris(3,5-dicyclohexyl-4-hydroxybenzyl)-isocyanurat.
1.11.Benzylphosphonate, z.B. Dimethyl-2,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzylphosphonat, Diethyl-3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzylphosphonat,
Dioctadecyl-3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzylphosphonat, Dioctadecyl-5-tert-butyl-4-hydroxy-3-methylbenzylphosphonat,
Ca-Salz des 3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxybenzylphosphonsäure-monoethylesters.
1.12.Acylaminophenole, z.B. 4-Hydroxy-laurinsäureanilid, 4-Hydroxystearinsäureanilid, N-(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)-carbaminsäureoctylester.
1.13.Ester der β-(3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)-propionsäure, β-(5-tert-Butyl-4-hydroxy-3-methylphenyl)-propionsäure,
β-(3,5-Dicyclohexyl-4-hydroxyphenyl)-propionsäure, 3,5-Di-tert-butyl-4-hvdroxyphenylessigsäure oder β-(5-tert-Butyl-4-hydroxyphenyl)-3-thia-buttersäure mit ein- oder mehrwertigen Alkoholen, wie z.B. mit Methanol, Ethanol, n-Octanol,
i-Octanol, Octadecanol, 1,6-Hexandiol, 1,9-Nonandiol, Ethylenglycol, 1,2-Propandiol,
Neopentylglycol, Thiodiethylenglycol, Diethylenglycol, Triethylenglycol, Pentaerythrit,
Tris(hydroxyethyl)-isocyanurat, N,N'-Bis(hydroxyethyl)-oxalsäurediamid, 3-Thiaundecanol,
3-Thiapentadecanol, Trimethylhexandiol, Trimethylolpropan, 4-Hydroxymethyl-1-phospha-2,6,7-tri-oxabicyclo-[2.2.2]-octan,
Glycerin und Umesterungsprodukten auf der Basis natürlicher Triglyceride aus z.B.
Kokosfett, Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Rüböl.
1.14.Amide der β-(3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)-propionsäure, wie z.B. N,N'-Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenylpropionyl)-hexamethylendiamin,
N,N'-Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenylpropionyl)-trimethylendiamin, N,N'-Bis(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenylpropionyl)-hydrazin.
1.15.Ascorbinsäure (Vitamin C).
1.16.Aminische Antioxidantien, wie z.B. N,N'-Di-isopropyl-p-phenylendiamin, N,N'-Di-sec-butyl-p-phenylendiamin,
N,N'-Bis(1,4-dimethyl-pentyl)-p-phenylendiamin, N,N'-Bis(1-ethyl-3-methyl-pentyl)-p-phenylendiamin,
N,N'-Bis(1-methyl-heptyl)-p-phenylendiamin, N,N'-Dicyclohexyl-p-phenylendiamin, N,N'-Diphenyl-p-phenylendiamin,
N,N'-Di-(naphthyl-2)-p-phenylendiamin, N-lsopropyl-N'-phenyl-pphenylendiamin, N-(1,3-Dimethyl-butyl)-N'-phenyl-p-phenylendiamin,N-(1-Methylheptyl)-N'-phenyl-p-phenylendiamin,
N-Cyclohexyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin, 4-(p-Toluol-sulfonamido)-diphenylamin, N,N'-Dimethyl-N,N'-di-sec-butyl-p-phenylendiamin,
Diphenylamin, N-Allyldiphenylamin, 4-lsopropoxy-diphenylamin, N-Phenyl-1-naphthylamin,
N-(4-tert-Octylphenyl)-1-naphthylamin, N-Phenyl-2-naphthylamin, octyliertes Diphenylamin,
z.B. p,p'-Di-tert-octyldiphenylamin, 4-n-Butylaminophenol, 4-Butyrylamino-phenol,
4-Nonanoylamino-phenol, 4-Dodecanoylam ino-phenol, 4-Octadecanoylam ino-phenol, Di-(4-methoxyphenyl)-amin,
2,6-Di-tert-butyl-4-dimethylamino-methyl-phenol, 2,4'-Diaminodiphenylmethan, 4,4'-Diamino-diphenylmethan,
N,N,N',N'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan, 1,2-Di-[(2-methyl-phenyl)-amino]-ethan,
1,2-Di-(phenylamino)-propan, (o-Tolyl)-biguanid, Di-[4-(1',3'-dimethyl-butyl)-phenyl]amin,
tert-octyliertes N-Phenyl-1-naphthylamin, Gemisch aus mono- und dialkylierten tert-Butyl/tert-Octyldiphenylaminen,
Gemisch aus mono- und dialkylierten Nonyldiphenylaminen, Gemisch aus mono- und dialkylierten
Dodecyldiphenylaminen, Gemisch aus mono- und dialkylierten Isopropyl/lsohexyl-diphenylaminen,
Gemische aus mono- und dialkylierten tert-Butyldiphenylaminen, 2,3-Dihydro-3,3-dimethyl-4H-1,4-benzothiazin,
Phenothiazin, Gemisch aus mono- und dialkylierten tert-Butyl/tert-Octylphenothiazinen,
Gemisch aus mono- und dialkylierten tert-Octyl-phenothiazinen, N-Allylphenothiazin,
N,N,N',N'-Tetraphenyl-1,4-diaminobut-2-en, N,N-Bis-(2,2,6,6-tetramethyl-piperidin-4-yl)-hexamethylendiamin,
Bis-(2,2,6,6-tetramethylpiperidin-4-yl)-sebacat, 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-on,
2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol. Beispiele für weitere Antioxidantien:
[0029] Aliphatische oder aromatische Phosphite, Ester der Thiodipropionsäure oder der Thiodiessigsäure,
oder Salze der Dithiocarbamid- oder Dithiophosphorsäure, 2,2,12,12-Tetramethyl-5,9-dihydroxy-3,7,11-trithiatridecan
und 2,2,15,15-Tetramethyl-5,12-dihydroxy-3,7,10,14-tetrathiahexadecan.
[0030] Beispiele für Metall-Desaktivatoren, z.B. für Kupfer, sind:
a) Benztriazole und deren Derivate, z.B. 4- oder 5-Alkylbenztriazole (z.B. Tolutriazol)
und deren Derivate, 4,5,6,7-Tetrahydrobenztriazol, 5,5'-Methylen-bis-benztriazol;
Mannich-Basen von Benztriazol oder Tolutriazol wie 1-[Di-(2-ethylhexyl)aminomethyl)]-tolutriazol
und 1-[Di(2-ethylhexyl)aminomethyl)]-benztriazol; Alkoxyalkylbentriazole wie 1-(Nonyloxymethyl)-benztriazol,
1-(1-Butoxyethyl)-bentriazol und 1-(1-Cyclohexyloxybutyl)-tolutriazol.
b) 1,2,4-Triazole und deren Derivate, z.B. 3-Alkyl (oder Aryl)- 1,2,4-Triazole, Mannich-Basen
von 1,2,4-Triazolenwie 1-[Di(2-ethylhexyl)aminomethyl]-1,2,4--triazol; Alkoxyalkyl-1,2,4-triazole
wie 1-(1-Butoxyethyl)-1,2,4-triazol; acylierte 3-Amino-1,2,4-triazole.
c) Imidazolderivate, z.B. 4,4'-Methylenbis(2-undecyl-5-methylimidazol), Bis[(N-methyl)imidazol-2-yl]carbinol-octylether.
d) Schwefelhaltige heterocyclische Verbindungen, z.B. 2-Mercaptobenzthiazol, 2,5-Dimercapto-1,3,4-thiadiazol,
2,5-Dimercaptobenzthiadiazol und deren Derivate; 3,5-Bis[di(2-ethylhexyl)am ino-methyl]-1,3,4-thiadiazolin-2-on.
e) Aminoverbindungen, z.B. Salicyliden-propylendiamin, Salicylaminoguanidin und deren
Salze.
[0031] Beispiele für Rost-Inhibitoren sind:
a) Organische Säuren, ihre Ester, Metallsalze, Aminsalze und Anhydride, z.B. Alkyl-
und Alkenyl-bernsteinsäuren und deren Partialester mit Alkoholen, Diolen oder Hydroxycarbonsäuren,
Partialamide von Alkyl- und Alkenylbernsteinsäuren, 4-Nonylphenoxyessigsäure, Alkoxy-
und Alkoxyethoxycarbonsäuren wie Dodecyloxyessigsäure, Dodecyloxy(ethoxy)-essigsäure
und deren Aminsalze, ferner N-Oleoylsarcosin, Sorbitan-mono-oleat, Blei-naphthenat,
Alkenylbernsteinsäureanhydride, z.B. Dodecenylbernsteinsäure-anhydrid, 2-(2-Carboxyethyl)-1-dodecyl-3-methylglycerin
und dessen Salze, insbesondere Na- und Triethanolaminsalze.
b) Stickstoffhaltige Verbindungen, z.B.:
i. Primäre, sekundäre oder tertiäre aliphatische oder cycloaliphatische Amine und
Amin-Salze von organischen und anorganischen Säuren, z.B. öllösliche Alkylammoniumcarboxylate,
ferner 1-[N,N-bis-(2-hydroxyethyl)amino]-3-(4-nonylphenoxy)propan-2-ol.
ii. Heterocyclische Verbindungen, z.B.: Substituierte Imidazoline und Oxazoline, 2-Heptadecenyl-1-(2-hydroxyethyl)-imidazolin.
c) Phosphorhaltige Verbindungen, z.B.
Aminsalze von Phosphorsäurepartialestern oder Phosphonsäurepartialestern, Zinkdialkyldithiophosphate.
d) Schwefelhaltige Verbindungen, z.B.: Barium-dinonylnaphthalin-sulfonate, Calciumpetroleum-sulfonate,
Alkylthio-substituierte aliphatische Carbonsäuren, Ester von aliphatischen 2-Sulfocarbonsäuren
und deren Salze.
e) Glycerinderivate, z.B.: Glycerin-monooleat, 1-(Alkylphenoxy)-3-(2-hydroxyethyl)glycerine,
1-(Alkylphenoxy)-3-(2,3-dihydroxypropyl)glycerine, 2-Carboxyalkyl-1,3-dialkylglycerine.
Beispiele für Viskositätsindex-Verbesserer sind:
[0032] Polyacrylate, Polymethacrylate, Vinylpyrrolidon/Methacrylat-Copolymere, Polyvinylpyrrolidone,
Polybutene, Olefin-Copolymere, Styrol/Acrylat-Copolymere, Polyether.
Beispiele für Stockpunkterniedriger sind:
[0033] Polymethacrylat, alkylierte Naphthalinderivate.
Beispiele für Dispergiermittel/Tenside sind:
[0034] Polybutenylbernsteinsäureamide oder - imide, Polybutenylphosphonsäurederivate, basische
Magnesium-, Calcium-, und Bariumsulfonate und -phenolate.
Beispiele für Antischaummittel sind:
[0035] Silikonöle und Polymethacrylen.
Beispiele für Festschmierstoffe sind:
[0036] Teflon™ oder Molybdänsulfid.
Beispiele für Verschleißschutz-Additive sind:
[0037] Schwefel und/oder Phosphor und/oder Halogen enthaltende Verbindungen, wie geschwefelte
Olefine und pflanzliche Oele, Zinkdialkyldithiophosphate, Tritolylphosphat, Tricresylphosphat,
chlorierte Paraffine, Alkyl- und Aryldi- und tri-sulfide, Aminsalze von Mono- und
Dialkylphosphaten, Aminsalze der Methylphosphonsäure, Diethanolaminomethyltolyltriazol,
Di(2-ethylhexyl)aminomethyltolyltriazol, Derivate des 2,5-Dimercapto-1,3,4-thiadiazols,
3-[(Bis-isopropyloxy-phosphinothioyl)thio]-propionsäure-ethylester, Triphenylthiophosphat
(Triphenylphosphorothioat), Tris(alkylphenyl)phosphorothioate und deren Gemische,
(z.B. Tris(isononylphenyl)phosphorothioat), Diphenyl-monononylphenyl-phosphorothioat,
Isobutylphenyl-diphenyl-phosphorothioat, Dodecylaminsalz des 3-Hydroxy-1,3-thiaphosphetan-3-oxids,
Trithiophosphorsäure-5,5,5-tris[isooctylacetat (2)], Derivate von 2-Mercaptobenzthiazol
wie 1-[N,N-Bis(2--ethylhexyl)aminomethyl]-2-mercapto-1H-1,3-benzthiazol, Ethoxycarbonyl-5-octyldithiocarbamat.
[0038] Die Verbindungen der Formel I und ihre Herstellung sind an sich bekannt. Sie dienen
in erster Linie als Zwischenprodukte für diverse Produkte und Anwendungen, wie z.B
in V.V. Ovchinnikov, et al., Org. React (Tartu) 15(2) (1978), 194-203 (engl.) [A 90:
120801s] sowie in L.A. Belova, et al, Zh. Obshch. Khim 51 (9) (1981) 1982-88 (russ.)
[CA 96: 103597 m], beschrieben.
[0039] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen erfolgt beispielsweise nach dem
folgenden Schema:
CA 90: 120801s] sowie in L.A. Belova, et al, Zh. Obshch. Khim 51 (9) (1981) 1982-88
(russ.) [CA 96: 103597 m], beschrieben.
[0040] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen erfolgt beispielsweise nach dem
folgenden Schema:

[0041] Diese Synthese von β-dithiophosphorylierter Propionsäure durch Addition von Dithiophosphorsäure
an Acryl- oder Methacrylsäure ist bekannt und beispielsweise in US 5,362,419 (Bsp.
1-11) beschrieben. Die folgenden Beispiele 1-3 dokumentieren die Synthese einiger
in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwandten b-dithiophosphorylierten Propionsäuren.
Teile- und Prozentangaben beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das Gewicht.

Beispiel 1
[0042] Zu 21,4 g (0.1 mol) O,O-Diisopropyldithiophosphorsäure in 50 ml Toluol werden innerhalb
von 20 min. bei 80°C 7,2 g (0.1 mol) Acrylsäure zugetropft. Es wird 5 h bei 80°C weitergerührt.
Nach Abziehen des Lösungsmittels am Rotationsverdampfer wird der Rückstand säulenchromatographisch
an Silicagel fraktioniert: Man erhält 11,8 g gelbes, flüssiges Hauptprodukt (41 %
d. Th.).
| Analyse: |
37,99 % C (berechnet 37,75) |
6,76 % H (berechnet 6,69) |
| |
22,17 % S (berechnet 22,39) |
10.80 % P (berechnet 10,82); |
31P-NMR (relativ zu H
3PO
4): 91,84 ppm.

Beispiel 2
[0043] Zu 252,4 g (0.1 mol) O,O-Diisobutyldithiophosphorsäure werden bei 70°C innerhalb
von 1 h 81,4 g (1.1 mol) Acrylsäure zugetropft, und es wird 4 h bei 70°C weitergerührt.
Das Rohprodukt wird in 500 ml Natriumhydroxid 2N gelöst und mit zweimal 300 ml Siedegrenzbenzin
(Sdp. 80-110°C) gewaschen. Dann wird mit konz. Salzsäure auf pH 1 angesäuert und mit
ca. 150 ml Siedegrenzbenzin extrahiert. Die organische Phase wird mit Wasser gewaschen
und am Rotationsverdampfer eingedampft: Es ergeben sich 287,6 g klares, mittelviskoses,
hellgelbes Öl(91 % d. Th.).
| Analyse: |
42,02 % C (berechnet 42,62) |
7,29 % H (berechnet 7,37), |
| |
20,29 % S (berechnet 20,40) |
10.2 % P (berechnet 9,85); |
n
20D: 1.5006;
[0044] 1H-NMR (in CDCl
3-Lösung, relativ zu Tetramethylsilan):
1.02 ppm (d, 12H), 2.05 ppm (hept, 2H), 2,86 ppm (t, 2H), 3.17 ppm (d x t, 2H), 3.89
ppm (d x hept, 4H).

Beispiel 3
[0045] Zu 35,5 g (0.1 mol) O,O-Di(2-ethylhexyl)dithiophosphorsäure in 50 ml Toluol werden
bei 75°C innerhalb von 15 min. 7,21 g (1.1 mol) Acrylsäure zugetropft. Es wird 5 h
bei 75°C weitergerührt. Die Aufarbeitung erfolgt wie in Bsp. 1, und man erhält 21,8
g gelbliches Öl (51 % d. Th.).
| Analyse: |
53,86 % C (berechnet 53,62) |
9,23 % H (berechnet 9,0), |
| |
15,77 % S (berechnet 15,07) |
7,3 % P (berechnet 7,26) |
[0046] Die Vorteile der Zusammensetzungen liegen im guten Verschleißschutz und besonders
den sehr guten Lasttrage-Eigenschaften - speziell für Hydraulik- und Getriebeöle,
wobei überraschenderweise relativ geringe Mengen an β-dithiophosphorylierten Propionsäuren
ausreichen. Dadurch können eventuelle negative Begleiteffekte wie Korrosivität gegenüber
Cu und Unverträglichkeit mit etwa vorhandenen Ca-Verbindungen (Fällungsreaktionen)
minimiert werden. Ferner ist ein zusätzliches Korrosionschutzpotential vorhanden.
[0047] Für Hydraulik- und Getriebeöle sind sowohl ein sehr guter Verschleißschutz (antiwear,
AW) als auch ein sehr gutes Lasttragevermögen (extreme pressure, EP) gefordert.
[0048] Ausgezeichnete Werte im FZG-Test (Fehlerlaststufe > 12) sind mit den üblichen Verschleißschutzadditiven
bei niedrigen Einsatzkonzentrationen (geringer als 0.2%) nur schwer zu erreichen.
Überraschenderweise erzielt man jedoch mit relativ geringen Konzentrationen an Verbindungen
der Formel I (bereits 0.005-0.05%) sehr gute bis ausgezeichnete FZG-Werte (vgl Tabelle
1, achte und zehnte Spalte).
Beispiel 4:
[0049] Folgende nachstehende Formulierungen wurden im FZG-Getriebetest (Beschreibung in
DIN 51.354, A/8.3./90) getestet (Tabelle 1). In diesem Test wird das Lasttragevermögen
von Schmiermitteln für die Anwendung als Getriebeöle beurteilt. Im Tauchschmierungsverfahren
laufen in dem zu prüfenden Schmieröl definierte Zahnräder bei konstanter Drehzahl
und festgelegter Anfangsöltemperatur. Die Belastung der Zahnräder wird stufenweise
gesteigert. Ab Kraftstufe 4 wird nach jeder Kraftstufe die Veränderung der Zahnflanken
durch Beschreibung und gegebenenfalls durch Photo, Rauheitsmessung oder Kontrastabdruck
festgehalten. Die Grenzlaststufe liegt eine Stufe unter der sog. Fehlerlaststufe,
bei der die Flanken mindestens zweier Zahnräder eindeutige Schäden (Risse oder ähnliches)
aufweisen.
