[0001] Die Erfindung betrifft ein Horizontalbohrgerät, wie es insbesondere zum unterirdischen
Verlegen von im wesentlichen horizontalen Leitungen verwendet wird.
[0002] Derartige Bohrgeräte werden vor allem im kommunalen, innerstädtischen Bereich zunehmend
eingesetzt, da hierdurch das Aufgraben der Oberfläche vermieden wird und damit Versorgungsleitungen
mit geringen Kosten und ohne Verkehrsbehinderungen etc. verlegt werden können.
[0003] Derartige Horizontalbohrgeräte weisen in der Regel ein Fahrgestell auf, auf welchem
eine Lafette befestigt ist. Für den Bohrbetrieb wird diese Lafette von der waagerechten
Ruheposition in eine unter einem relativ kleinen Winkel schräg gegen den Boden gerichtete
Position gebracht. Auf der Lafette ist ein Bohrantrieb längs verschiebbar, welcher
mit dem jeweils hinteren Ende des letzten Rohres des Bohrgestänges, welches ja aus
einer Vielzahl von miteinander verbundenen, in der Regel verschraubten, Bohrstangen
besteht, befestigt ist.
[0004] In der Regel sind die Bohrstangen mit einem normalen Rechtsgewinde miteinander verbunden,
und auch die Rotationsrichtung beim Bohren ist rechtsgerichtet, so daß die die Bohrstangen
verbindenden Gewinde durch die Rotation des Bohrens fest ineinander gepreßt werden.
Der Bohrantrieb ist in der Regel ein Hydraulikmotor, und mit dem hinteren Ende des
Bohrgestänges mittels eines Antriebsstutzens verbunden, welcher immer an dem Hydraulikmotor
des Bohrantriebes verbleibt, jedoch gegenüber diesem lösbar ausgeführt ist, da dieser
Antriebsstutzen bzw. dessen Gewinde etc. einem relativ hohem Verschleiß unterliegen
und ab und zu ausgewechselt werden muß.
[0005] Zum Einbringen der Horizontalbohrung wird eine erste Bohrstange mit dem am vorderen
Ende befindlichen Bohrkopf auf die Lafette aufgelegt, so daß der Bohrkopf am vorderen,
nach unten gerichteten Ende der Lafette zu liegen kommt, und das hintere Ende der
Bohrstange mit dem Bohrantrieb verbunden werden kann. Nun wird der Bohrantrieb in
Rotation versetzt und gleichzeitig entlang der Lafette nach unten verschoben, wodurch
die erste Bohrstange schräg nach unten in den Untergrund vorwärtsgebohrt wird.
[0006] Sobald das hintere Ende der ersten Bohrstange das vordere Ende der Lafette erreicht
hat, muß der Bohrantrieb von diesem hinteren Ende der ersten Bohrstange gelöst, entlang
der Lafette nach hinten verfahren und die nächste Bohrstange zwischen das hintere
Ende der ersten Bohrstange und dem Bohrantrieb gesetzt und dort befestigt werden,
um die Bohrung weiter vorantreiben zu können. Auf diese Art und Weise wird ein mit
der Zeit aus einer Vielzahl von miteinander verschraubten Bohrstangen bestehendes
Bohrgestänge in den Untergrund vorwärtsgetrieben, wobei die Richtung der Bohrung durch
hier nicht näher zu beschreibende Steuerungsmöglichkeiten beeinflußt werden kann.
[0007] Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit dem Bohrstangenwechsel, wie er zum Vorwärtstreiben
der Bohrung aber auch zum Entfernen des Bohrgestänges aus der Bohrung notwendig ist.
[0008] Zu diesem Zweck war es bisher bekannt, bei Erreichen des vorderen Endbereiches der
Lafette durch den Bohrantrieb die Verschraubung zwischen dem Antriebsstutzen und dem
hinteren Ende des Bohrgestänges von Hand mittels zweier Schraubenschlüssel zu lösen,
den Bohrantrieb motorisch entlang der Lafette zurückzufahren, und dann von Hand eine
neue Bohrstange aus einem Bohrstangenmagazin, welches im wesentlichen aus einer Lagerungskiste
bestand, zu entnehmen und auf der Lafette aufzulegen sowie zwischen dem hinteren Ende
des Bohrgestänges und dem Bohrantrieb zu befestigen.
[0009] Da dieser Vorgang während des Bohrens sehr häufig durchzuführen ist, ist für den
Betrieb des Horizontalbohrgerätes hierfür eine separate Bedienungsperson notwendig.
Weiterhin werden mit derartigen Horizontalbohrgeräten zunehmend vom Durchmesser her
größer werdende Bohrungen eingebracht, wodurch die in der Regel sechs Meter langen
Bohrstangen immer schwerer und kaum mehr von einer Person transportier- und positionierbar
sind.
[0010] Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zu schaffen, mit welcher der Bohrstangenwechsel bei einer Horizontalbohrmaschine nicht
mehr von Hand durchgeführt werden muß.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 16 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Der automatische Bohrstangenwechsel wird dadurch ermöglicht, daß einerseits zunächst
eine Löseeinheit im vorderen Endbereich der Lafette, in der Regel an einer fixen Axialposition,
angeordnet ist, welche - ggf. mit einer axial demgegenüber beabstandeten weiteren
Klemmeinheit - in der Lage ist, zwei Teile des Bohrgestänges, die axial aneinander
angrenzen - also etwa den Antriebsstutzen und das hintere Ende des Bohrgestänges oder
zwei hintereinander liegende Bohrstangen des Bohrgestänges - deren Verschraubung,
die durch den Bohrvorgang extrem stark festgezogen ist, aufzubrechen. Hierfür sind
in Umfangsrichtung des Bohrgestänges wesentlich höhere Kräfte notwendig, als sie in
der Regel durch den Bohrantrieb aufgebracht werden können.
[0013] Weiterhin umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Beschickungsvorrichtung sowie
ein entsprechend ausgebildetes und angeordnetes Bohrstangenmagazin, welches die automatische
Übergabe und Positionierung von Bohrstangen aus dem Bohrstangenmagazin auf die Lafette
ermöglicht und zwar dort genau auf der Bohrachse positioniert, um das anschließende,
ebenfalls automatisch erfolgende Verschrauben der neuen Bohrstange am hinteren Ende
mit dem Bohrantrieb und am vorderen Ende mit dem Bohrgestänge zu ermöglichen.
[0014] Zwar sind die Verschraubungen konisch ausgeführt bzw. mit konischen Ansatzstutzen
versehen, um bei geringer Abweichung von der Bohrachse noch ein Greifen der Verschraubung
zu ermöglichen, jedoch kann auch hierdurch nur ein begrenzter Achsversatz gegenüber
der Bohrachse ausgeglichen werden, und zusätzlich wird durch Abweichungen von der
Bohrachse eine um so stärkere Beschädigung der Gewinde erfolgen.
[0015] Dabei besteht das Bohrstangenmagazin aus einer Trommel bzw. zwei axial beabstandeten
Scheiben mit einer umgebenden Hülse, in deren radial nach außen offenen Ausnehmungen
jeweils einzelne Bohrstangen untergebracht sind, ggf. in radialer Richtung der Ausnehmung
zwei oder auch mehr Bohrstangen hintereinander.
[0016] Die umgebende Magazinhülse ist dabei nur an einer Umfangsstelle, der Entnahmeposition,
offen, und immer an dieser Stelle wird mittels des Greifarmes der Beschickungsvorrichtung
eine Bohrstange aus dem Bohrstangenmagazin entnommen, so daß die Magazinscheibe vorher
in eine entsprechende Drehlage gebracht werden muß.
[0017] Der Greifarm besteht aus mehreren gegeneinander verschwenkbaren Schwenkarmen und
ist auf der dem Bohrstangenmagazin gegenüberliegenden Seite an der Lafette befestigt.
Die Schwenkbewegungen der Schwenkarme untereinander bzw. gegenüber der Lafette erfolgen
dabei ausschließlich um parallel zur Bohrachse verlaufende Schwenkachsen und werden
mittels hydraulischer Kolbenzylindereinheiten bewirkt. Am vorderen Ende des Greifarmes
ist ein ebenfalls hydraulisch betätigter schwenkbarer Greifer angeordnet, welcher
in der Lage ist, die zu ergreifende Bohrstange gegenüber einer Gegenfläche des Schwenkarmes
zu klemmen.
[0018] Wenn dabei die einzelnen Schwenkarme des Greifarmes entsprechend dimensioniert und
an einer passenden Stelle der Lafette angeordnet sind, reichen nur zwei gegeneinander
verschwenkbare Schwenkarme aus, um die Bohrstangen von der Entnahmeposition des Bohrstangenmagazins
auf die Lafette fluchtend zur Bohrachse überzusetzen. Dabei ist der Greifer so ausgebildet,
daß er nicht nur verschwenkbar ist, um ein Verklemmen gegenüber der Gegenfläche zu
ermöglichen, sondern auch entlang der Gegenfläche zurückziehbar ist.
[0019] Dadurch ist es möglich, daß der Greifarm eine Bohrstange ergreifen bzw. loslassen
kann, indem eine seitliche Annäherung an die Bohrstange möglich ist, also quer zur
Richtung der radialen Öffnung im Bohrstangenmagazin und auch quer zur Einlegerichtung
dar Bohrstange auf die Lafette. Dadurch müssen Bewegungsmöglichkeiten des gesamten
Greifarms in diesen Einlege- bzw. Entnahmerichtungen am Greifarm selbst nicht realisiert
werden, was eine besonders einfache und kostengünstige Ausbildung des Greifarmes ermöglicht.
[0020] Durch das Anordnen einer Löseeinheit und ggf. einer hiermit zusammenwirkenden weiteren
Klemmeinheit unmittelbar an der zu lösenden Verschraubungsstelle können wesentlich
höhere Kräfte auf die zu lösende Schraubverbindung aufgebracht werden, als dies allein
durch den Bohrantrieb möglich wäre, und zusätzlich können diese Kräfte unmittelbar
an der Verschraubungsstelle auf die Teile des Bohrgestänges aufgebracht werden, so
daß insbesondere beim Abbauen des Bohrgestänges die jeweils hinterste, zu entfernende
Bohrstange nicht der durch das hohe Lösemoment bewirkten Torsion unterworfen wird,
wie wenn die Lösekraft am hinteren Ende der letzten Bohrstange durch den Bohrantrieb
aufgebracht würde.
[0021] Die noch vor der Löseeinheit vorzugsweise vorzusehende weitere Klemmeinheit bewirkt,
daß nicht auf die Reibungskräfte des im Untergrund befindlichen Teiles des Bohrgestänges
als Haltemoment zurückgegriffen wird, sondern das Haltemoment direkt durch die zusätzliche
Klemmeinheit aufgebracht wird, wodurch ein Aufschrauben des Bohrgestänges im Boden
zuverlässig vermieden wird, was ja durch das dann notwendige Aufgraben sehr hohe Folgekosten
nach sich zieht.
[0022] Eine Ausführungsform gemäß der Erfindung ist nachfolgend anhand der Figuren beispielhaft
näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1:
- verschiedene Bewegungszustände des Horizontalbohrgerätes 1 in Blickrichtung des Bohrgestänges
23,
- Fig. 2:
- verschiedene Bewegungszustände des Horizontalbohrgerätes 1 in der Aufsicht,
- Fig. 3:
- eine Detaileinsicht der Löseeinheit 4 in Blickrichtung der Bohrachse 28, also des
nicht dargestellten Bohrgestänges 23 und
- Fig. 4:
- eine weitere Detaildarstellung.
[0023] Die Fig. 2 zeigt das Bohrgerät in der Aufsicht im Überblick:
[0024] Das Bohrgerät besteht im wesentlichen aus einem Fahrgestell, welches zwischen zwei
Raupen 42 befestigt ist, mit deren Hilfe es in Position gebracht werden kann. Auf
dem Fahrgestell ist zwischen den Raupen die Lafette 3 angeordnet, welche in Fig. 2a
an ihrem hinteren Ende den Bohrantrieb 5 trägt.
[0025] Die Lafette 3 ist von ihrem hinteren Ende zum vorderen Endbereich 21 schräg abfallend
angeordnet, so daß ein auf der Lafette 3, insbesondere ein auf der in Längsrichtung
der Lafette 3 im Abstand angeordneten vorderen und hinteren Bohrführung 24 und 25
aufgelegtes Rohr 6c des Bohrgestänges 23 ebenfalls schräg nach unten gerichtet ist.
[0026] Eine solche Bohrstange 6c wird somit entlang der Lafette mit Hilfe des Bohrantriebes
5 nach vorne und damit schräg in den Untergrund hineingetrieben. Sobald das hintere
Ende der Bohrstange 6c in Fig. 2a den vorderen Endbereich 21 der Lafette erreicht
hat, wie in Fig. 2b dargestellt, wobei dann der mit dem hinteren Ende des Rohres 6c
verbundene Bohrantrieb 5, welcher in der Regel einen Hydraulikmotor 27 umfaßt, den
vorderen Endbereich 21 der Lafette 3 erreicht hat, werden Bohrantrieb 5 und Bohrstange
6c getrennt, der Bohrantrieb 5 entlang der Lafette zurückgefahren, eine neue Bohrstange
6d zwischen die alte, großenteils bereits im Erdboden angebrachte, Bohrstange 6c und
den Bohrantrieb 5 eingesetzt und dieses nunmehr aus den Bohrstangen 6c und 6d bestehende
Bohrgestänge 23 weiter mit Hilfe des Bohrantriebes 5 Stück für Stück in den Untergrund
getrieben.
[0027] Durch Absetzen von weiteren Bohrstangen 6x läßt sich das Bohrgestänge 23 fast beliebig
verlängern und durch hier nicht näher zur Diskussion stehende Vorrichtungen auch unterirdisch
hinsichtlich Seitenabweichung und Winkel gegenüber der Horizontalen steuern.
[0028] Dabei wirken sehr hohe Kräfte auf das Bohrgestänge ein, weshalb auch der vordere
Endbereich 21 der Lafette 3 mittels eines Stützplatte 39 gegenüber dem Untergrund
abgestützt ist.
[0029] Es liegt auf der Hand, daß bei Längen des Bohrgestänges von mehreren 100 Metern und
der Länge einer Bohrstange von 5 bis 6 m das Wechseln der Bohrstangen - und zwar beim
Vortrieb der Bohrungen ebenso wie beim Entfernen des Bohrgestänges aus dem Bohrloch
- das Wechseln der Bohrstangen einen erheblichen Zeitanteil der Arbeiten annimmt.
[0030] Da das Vortreiben der Bohrung mit Hilfe eines ganz erheblichen, durch den Bohrantrieb
5 aufgebrachten Drehmomentes bewirkt wird, müssen z. B. beim Vortrieb der Bohrung
beim Lösen des Bohrantriebes 5 von dem hinteren Ende der letzten Bohrstange 6c ebenfalls
erhebliche Drehmomente auf diese Verbindungsstelle aufgebracht werden, da diese Verbindung
z. B. aus einem Gewinde besteht, welches in Vorwärtsdrehrichtung des Bohrantriebes
5 zugedreht wird, so daß also dieses Gewinde mit dem gesamten, für den Bohrvortrieb
notwendigen Drehmoment zugeschraubt wurde und mit entsprechend noch höherem Drehmoment
gelöst werden muß, da zusätzlich die Haftreibung des verschraubten Gewindes überwunden
werden muß.
[0031] Dieses Lösen der Verbindung wurde bisher manuell, also mit Hilfe von großen Schraubenschlüsseln
durchgeführt, was einerseits zeitaufwendig und andererseits anstrengend für das Personal
war. Zusätzlich war damit ein Einmannbetrieb praktisch nicht möglich, obwohl der zweite
Mann nur für die Durchführung der Bohrstangen-Wechselvorgänge benötigt wurde.
[0032] Wie in den Fig. 1 und 2 ersichtlich, befindet sich neben dem Horizontalbohrgerät
1, welches über die Leitungen 21 mit Energie, meistens in Form von Hydrauliköl oder
Strom versorgt wird, ein trommelförmiges Bohrstangenmagazin 7, welches die gleiche
Neigung gegenüber dem Untergrund wie die Lafette 3 aufweist.
[0033] An der Lafette 3 sind auf der vom Bohrstangenmagazin 7 entgegengesetzten Seite sind
Greifarme 12 angeordnet, um beim Vortrieb der Bohrung neue Bohrstangen aus dem Bohrstangenmagazin
7 zu holen und auf der Lafette in das Bohrstangenmagazin 7 zu holen und auf der Lafette
in das Bohrgestänge einzusetzen bzw. - beim Entfernen des Bohrgestänges aus dem Bohrloch
- jeweils die hinterste, herausgezogene Bohrstange des Bohrgestänges 23 von der Lafette
zu nehmen und im Bohrstangenmagazin 7 abzulegen.
[0034] Dabei stellen die vordere und hintere Bohrführung 24 bzw. 25 sicher, daß die Bohrstangen
6 beim Einlegen auf der Bohrachse 28 positioniert werden, was auch für die automatisierte
Verbindung der neuen Bohrstange 6c mit dem Bohrantrieb 5, also dem aus dem Hydraulikmotor
vorstehenden, drehenden Antriebsstutzen 35 am hinteren Ende und dem davor befindlichen
Bohrstange 6b am vorderen Ende notwendig ist.
[0035] Der Aufbau und Funktion der Greifarme 12 ist in den Figuren 1 besser zu erkennen.
[0036] Fig. 1a zeigt den Zugriff des Greifarmes 12 auf die neue, noch im Bohrstangenmagazin
7 befindliche Bohrstange. In Fig. 1b hat der Greifarm 12 die Bohrstange 6d im Magazin
7 erreicht. In Fig. 1c wird der Greifer 13 am vorderen Ende des Greifarmes 12 um die
noch in dem Magazin 7 befindliche Bohrstange 6d geschlossen und in Fig. 1d schwenkt
der Greifarm 12 aus dem Magazin 7 mit der neuen Bohrstange 6d heraus. In Fig. 1e knickt
der Greifarm ein bis die neue Bohrstange 6d die Bohrachse 28 erreicht hat und in Fig.
1f wird in dieser Position der Greifer 13 am Greifarm 12 geöffnet.
[0037] Durch die Schwenkbewegung des Greifarmes 12 in die Gegenrichtung zu Fig. 1e wird
der Greifarm 12 aus dem Arbeitsbereich insbesondere des Bohrstangenantriebes 5 entlang
der Lafette 3 herausgebracht und der Bohrvortrieb kann wieder beginnen.
[0038] Das Bohrstangenmagazin 7 weist eine umgebende Magazinhülse 9 auf, die nur an einer
Radialposition, der Entnahmeposition 34, eine schlitzförmige Öffnung entlang einer
Mantellinie besitzt zum Entnehmen oder Einlegen einer Bohrstange.
[0039] Die Magazinhülse 9 bleibt somit in Ruhe, während sich innerhalb der Magazinhülse
9 die im axialen Abstand befindlichen Magazinscheiben 8, die drehfest gekoppelt sind
und in deren radial von außen eingebrachten Vertiefungen jeweils mehrere Bohrstangen
liegen, werden nach Leerung einer radialen Öffnung weitergedreht, um in der Entnahmeposition
34 beim Vorwärtstreiben des Bohrstranges immer eine neue Bohrstange zur Verfügung
zu haben bzw. beim Entnehmen des Bohrgestänges Freiraum für das Ablegen einer Bohrstange
zur Verfügung zu haben.
[0040] Dies bewirkt, daß die Greifarme 12 nur eine einzige, definierte Entnahmeposition
34 am Bohrstangenmagazin 7 anfahren können müssen. Um die vom Greifarm 12 zu bewältigenden
Bewegungen und Funktionen mit möglichst einfachen und wenigen Bauteilen durchführen
zu können, besteht der Greifarm 12 aus nur zwei Schwenkarmen, nämlich dem ersten Schwenkarm
36, der schwenkbar gegenüber der Lafette 3 befestigt ist, und dem zweiten Schwenkarm
37, welcher am Ende des ersten Schwenkarmes 36 schwenkbar befestigt ist.
[0041] Am vorderen Ende des zweiten Schwenkarmes 37 ist dann wiederum der Greifer 13 schwenkbar
und auch längsverschiebbar angeordnet.
[0042] Alle Schwenkbewegungen erfolgen dabei um Achsen, die parallel zur Bohrachse 28 liegen.
[0043] Um über die erhabene Lafette 3 hinweggreifen zu können, ist der erste Schwenkarm
36 geknickt ausgebildet, mit der konkaven Seite zur Lafette 3 hin. Da zusätzlich auch
der zweite Schwenkarm 37 in dieser Form geknickt ausgebildet ist, wobei die Knickwinkel
jeweils zwischen 40 und 90° betragen, ist es möglich, die Schwenkwinkel des ersten
Schwenkarmes 36 gegenüber der Lafette 3 als auch des zweiten Schwenkarmes 37 gegenüber
dem ersten Schwenkarm auf etwa 60° zu begrenzen. Damit ist es auf einfache Art und
Weise möglich, diese Schwenkbewegungen mittels jeweils einer Kolbenzylindereinheit
32, welche hydraulisch betrieben wird, und zwischen den zwei zueinander zu verschwenkenden
Teilen angeordnet ist, zu bewirken.
[0044] Die zu transportierende Bohrstange 6d wird dabei auf kreisbogenförmigen Bahnen transportiert:
[0045] In Fig. 1a durch Betätigung des Hydraulikkolbens 32a und somit Verschwenken lediglich
des ersten Schwenkarmes 36 gegenüber der Lafette 3 auf einem Kreisbogen, der in die
Öffnung 10 des Bohrstangenmagazines 7 eintaucht und die Realrichtung dieser Entnahmeposition
34 tangential zu dem Kreisbogen 43 verläuft.
[0046] Dabei befinden sich die aneinander angrenzenden Teile des ersten Schwenkarmes 36
und zweiten Schwenkarmes 37 in gestreckter Lage zueinander.
[0047] In Fig. 1a sind ferner die die seitlich vorstehende Ränder der Gleitfläche der Lafette
3 untergreifenden Führungsnasen des Vorstangenantriebes 5 zu erkennen.
[0048] Das Einschwenken des gesamten Greifarmes 12 bis in das Bohrstangenmagazin 7 hinein,
wie in Fig. 1a dargestellt, erfolgt mit geöffnetem Greifer 13. Der Greifer 13 kann
gegenüber der Gegenfläche, die im wesentlichen in Längsrichtung des vorderen freien
Endes des zweiten Schwenkarmes 37 verläuft, nicht nur aufgeschwenkt, sondern auch
zurückgezogen werden, so daß an die Soll-Position des vorderen Endes des zweiten Schwenkarmes
37 problemlos eine Bohrstange 6d angelegt werden kann, wie dies in Fig. 1b dargestellt
ist, wenn der Greifarm 12 mit seinem vorderen freien Ende in die Entnahmeposition
34, also die Öffnung 10 des Bohrstangenmagazins 7, eintaucht. Wie weit das Eintauchen
erfolgt, hängt von einem quer zur Längsrichtung des zweiten Schwenkarmes 37 vorhandenen
Anschlag ab, an dem die im Magazin 7 befindliche Bohrstange 6d anliegt.
[0049] Anschließend wird in Fig. 1c der Greifer 13 - ebenfalls mit Hilfe einer am zweiten
Schwenkarm 37 gelagerten Kolbenzylindereinheiten 32c geschlossen, also durch Vorschieben
der Kolbenstange der Kolbenzylindereinheit 32c zunächst soweit vorgeschoben, bis der
Greifer 13 sich auf der Höhe des zu erfassenden Rohres 6d befindet und anschließend
gegen die Gegenfläche 14 an dem Schwenkarm 37 geschwenkt und damit das Rohr 6d formschlüssig
vom Greifer zwischen sich und der Gegenfläche 14 aufgenommen. Der Übergang von der
Verschiebebewegung zur Schwenkbewegung des Greifers 13 erfolgt automatisch, indem
die Länge des Verschiebeweges für den Greifer 13 formschlüssig, vorzugsweise einstellbar,
begrenzt ist, wie besser in der Detaildarstellung der Fig. 4 zu erkennen.
[0050] Durch die Feder 47 wird der Greifer 13 dabei in seine vorgeschobene Position vorgespannt.
In Fig. 4 ist lediglich der hintere Gegenanschlag für die am weitesten zurückgezogene
Position einstellbar dargestellt, jedoch ist dies auch für den vorderen Anschlag 45
möglich.
[0051] Um sicherzustellen, daß die Mitte der Bohrstange - auch bei unterschiedlichen verwendeten
Durchmessern - immer mit der theoretischen Bohrachse 28 übereinstimmt, können für
die einzelnen zu verwendenden Durchmesser der Bohrstangen Zwischenlagen am Schwenkarm
37 im Bereich des Greifers 13 befestigt werden, die dann die Gegenfläche 14 für den
Greifer 13 bilden. Nachdem gemäß Fig. 1c der Greifer 13 die neue Bohrstange 6d im
Magazin 7 formschlüssig oder auch nur kraftschlüssig hält, wird der Greifarm 12 durch
Betätigung des Hydraulikkolbens 32a entlang des Kreisbogens 43 verschwenkt bis zum
Kreuzungspunkt zwischen dem Kreisbogen 43 und einem zweiten Kreisbogen 48, wie in
Fig. 1d ersichtlich. Der Kreisbogen 48 ist derjenige Kreisbogen, welcher durch die
Bohrachse 28 hindurch verläuft und dessen Zentrum die Achse 38 ist, um welche herum
der Schwenkarm 37 gegenüber dem Schwenkarm 36 verschwenkt werden kann.
[0052] Die Bohrstange 6d wird entlang des Kreisbogens 48 auf die Bohrachse 28 verschwenkt,
indem lediglich die zweite Kolbenzylindereinheit 32b betätigt werden muß, und gegenüber
dem stillstehenden Schwenkarm 36 der zweite Schwenkarm 37 um ca. 50° verschwenkt wird.
[0053] Nachdem diese in Fig. 1e dargestellte Position erreicht ist, wird gemäß Fig. 1f der
Greifer 13 durch Betätigung des Hydraulikkolbens 32c geöffnet, also aufgeschwenkt
und zurückgezogen. Dieses Zurückziehen ist deshalb wichtig, weil - wie im Übergang
von Fig. 1f zu Fig. 1g zu erkennen - es nur durch das Zurückziehen des Greifers möglich
ist, den Greifarm 12 durch erneute Betätigung der Kolbenzylindereinheit 32b der zweite
Schwenkarm 37 wieder in die Position der Fig. 1d zurückbewegt werden kann, wie in
Fig. 1g dargestellt, ohne daß dabei der Greifer 13 mit dem auf der Bohrachse 28, also
den vorderen und hinteren Bohrführungen 24 und 25, abgelegten Bohrstange 6d hängenbleibt.
Zu diesem Zweck muß in Fig. 1f der Greifer 13 gegenüber dem zweiten Schwenkarm 37
soweit zurückgezogen werden, daß das vordere freie Ende des Greifers 13 mindestens
um den Radius der verwendeten Bohrstange 6d vom Kreisbogen 48 entfernt ist. Nachdem
die in Fig. 1g dargestellte Position erreicht ist, und sich der gesamte Greifarm 12
somit außerhalb des Arbeitsbereiches von Bohrantrieb 5 und Lafette 3 befindet, kann
der Bohrantrieb wieder in Funktion gesetzt werden, also der Bohrantrieb 5 mit dem
Hydraulikmotor 27 den Antriebsstutzen 35 in Drehung versetzen, welcher diese Drehung
auf die neue Bohrstange 6d überträgt und somit die Bohrstange 6d vorwärts in den Untergrund
treibt, bis der Bohrantrieb 5 den vorderen Endbereich 21 der Lafette 3 erreicht, wie
in Fig. 2b dargestellt. In Fig. 2b sind sinngemäß die Greifarme 12 auch hochgeklappt,
also außerhalb des Bereichs der Lafette 3, dargestellt.
[0054] Um nunmehr die nächste Bohrstange am Bohrgestänge 23 ansetzen zu können, muß zunächst
die Verbindung zwischen dem Antriebsstutzen 35 und dem hinteren Ende des Bohrgestänges
23 gelöst werden. Zu diesem Zweck befinden sich im vorderen Endbereich 23 auf der
Lafette 3 eine Klemmeinheit 26 für das Bohrgestänge 23 und kurz dahinter eine Löseeinheit
4. Der Bohrvorschub wird automatisch stillgesetzt, wenn eine Position erreicht ist,
in der das hintere Ende des Bohrgestänges sich im Bereich der Klemmeinheit 26 befindet,
das vordere Ende des Antriebsstutzens 35 jedoch bereits im Greifbereich der dahinter
befindlichen Löseeinheit 4.
[0055] Zum Lösen der Schraubverbindung zwischen dem Antriebsstutzen 35 und dem Bohrgestänge
23 wird zunächst der Bohrantrieb 5 auf Freilauf umgestellt, also bei Verwendung eines
Hydraulikmotors 27 in der Regel ein - nicht dargestellter - Bypaß eröffnet, um den
Hydraulikmotor 27 mit geringer Kraft frei durchdrehen zu können.
[0056] Die Klemmeinheit 26 hält mittels hydraulischer Klemmbacken etc. das hintere Ende
des Bohrgestänges 23 mittels Kraftschluß drehfest gegenüber der Lafette 3. Die Löseeinheit
4 dagegen kann den Antriebsstutzen 35 nicht nur festklemmen, sondern um einen gewissen
Winkelbetrag auch rückwärts drehen. Das Gleiche geschieht beim Entnehmen des Bohrgestänges
23 aus dem Bohrloch anstelle mit dem Antriebsstutzen 35 mit dem vorderen Ende der
hintersten Bohrstange des Bohrgestänges 23. Die Funktion der Löseeinheit wird anhand
der Detaildarstellung der Fig. 3, die die Löseeinheit 4 zeigt, erläutert. Die Löseeinheit
4 besteht aus wenigstens einer, vorzugsweise in Richtung der Bohrachse zwei axial
beabstandeten, koaxial zur Bohrachse 28 angeordneten ringförmigen Führungen 30, die
fest auf der Lafette 3 angeordnet sind.
[0057] Gegenüber diesen Ringführungen 30 ist ein ebenfalls ringförmiges Gehäuse 29 schwenkbar.
[0058] An dem Gehäuse 29 sind an zwei gegenüberliegenden Seiten und gegeneinanderwirkend
wiederum Hydraulikzylinder 32 angeordnet, mit deren Hilfe zwei auf die freien Enden
der Kolbenstangen der Kolbenzylindereinheiten 32 aufgesetzte Klemmbacken 31 gegeneinandergefahren
werden können, und dabei die - in Fig. 3 nicht dargestellte - Bohrstange 6 zwischen
sich festklemmen.
[0059] Nachdem dies erfolgt ist, wird durch Betätigung der Kolbenzylindereinheit 33, welche
tangential am Gehäuse 29 angreift und mit dem anderen Ende an der Lafette 3 befestigt
ist, das gesamte Gehäuse 29 um 10 bis 50° um die Bohrachse 28 gedreht, und damit auch
das mit großer Kraft zwischen den Klemmbacken 31 gehaltene Bohrstange. Die Klemmung
zwischen den Klemmbacken 31 und die Kraft der Kolbenzylindereinheit 32 bewirken ein
größeres Drehmoment auf die dazwischen gehaltene Bohrstange 6 bzw. den Antriebsstutzen
35, als auf diesen beim Vortrieb der Bohrung ausgeübt wird. Dadurch wird - wegen der
gleichzeitigen Klemmung des Bohrgestänges 23 in der Klemmeinheit 26 - die Schraubverbindung
dazwischen aufgebrochen, so daß das weitere Aufschrauben mit Hilfe einer Rückwärtsdrehung
des Bohrantriebes vollzogen werden kann.
[0060] Beim Entfernen des Bohrgestänges muß nachfolgend ggf. noch das vordere Ende der gerade
gelösten hintersten Bohrstange wiederum in die Löseeinheit 4 eingebracht und durch
Klemmen und Drehen der Löseeinheit 4 in die andere Richtung in die hinterste Bohrstange
4 vom Antriebsstutzen 35 gelöst werden.
1. Horizontalbohrgerät (1) mit einer Lafette (3) zum schrägen Auflegen des hinteren
Endes des aus einer Vielzahl von miteinander verbundenen Bohrstangen (6a, 6b, 6c...)
bestehenden Bohrgestänges (23) sowie einem entlang der Lafette (3) verfahrbaren, mit
dem Bohrgestänge (23) verbindbaren Bohrantrieb (5),
dadurch gekennzeichnet,
daß
- am vorderen Endbereich (21) der Lafette (3) eine Löseeinheit (4) angeordnet ist
und
- eine automatische Beschickungsvorrichtung (22) zum Ansetzen an bzw. Entfernen von
Bohrstangen (6a, 6b, 6c ...) an das bzw. von dem hinteren Ende des Bohrgestänges (23)
aus bzw. in ein Bohrstangenmagazin (7) heraus bzw. hinein vorhanden ist.
2. Horizontalbohrgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
im vorderen Endbereich (21) noch vor der Löseeinheit (4) eine Klemmeinheit (26) angeordnet
ist.
3. Horizontalbohrgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Bohrantrieb (5) einen Hydraulikmotor (27) umfaßt, welcher mittels Bypaß-Schaltung
(frei) drehbar geschaltet werden kann.
4. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Löseeinheit (4) sowohl ein radiales Verklemmen als auch ein Verschwenken des auf
der Bohrachse (28) angeordneten Gestänges um die Bohrachse (28) ermöglicht.
5. Horizontalbohrgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Löseeinheit (4) ein Gehäuse (29) umfaßt, welches in zwei entlang der Bohrachse
(28) axial beabstandeten ringförmigen Führungen (30) konzentrisch zur Bohrachse (28)
gelagert ist und in dem Bereich zwischen den ringförmigen Führungen (30) zwei gegenüberliegende,
radial gegeneinander bewegbare Klemmbacken (31), welche auf die Bohrachse (28) gerichtet
sind, angeordnet sind.
6. Horizontalbohrgerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Klemmbacken (31) jeweils mittels hydraulisch betätigter Kolbenzylindereinheiten
(32) betätigt werden und das Verschwenken des Gehäuses (29) mittels wenigstens eines
etwa tangential zwischen dem Gehäuse (31) und der Lafette (3) angeordneten hydraulischen
Kolbenzylindereinheit (33) erfolgt.
7. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Klemmeinheit (26) und die Löseeinheit (4) an solchen Axialpositionen im vorderen
Endbereich (21) der Lafette (3) angeordnet sind, daß bei vollständig nach vorne vorgeschobenem
Bohrgestänge (23) das hintere Ende der letzten Bohrstange (6c) sich im Bereich der
Klemmeinheit (26) befindet und der das Bohrgestänge (23) antreibende Antriebsstutzen
(35) des Bohrantriebes (5) im Bereich der Löseeinheit (4) angeordnet ist.
8. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beschickungsvorrichtung (22) wenigstens einen quer zur Bohrachse (28) bewegbaren
Greifarm (12) umfaßt, welcher Bohrstangen (6a, 6b, 6c) aus der Entnahmeposition (34)
des Bohrstangenmagazins (7) entnehmen und auf der Bohrachse (28) der Lafette (3) zwischen
dem hinteren Ende des vorhandenen Bohrgestänges (23) und dem Bohrantrieb (5) ablegen
kann bzw. umgekehrt.
9. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beschickungsvorrichtung (22) zwei axial beabstandete Greifarme (12) aufweist.
10. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Greifarm (12) auf der vom Bohrstangenmagazin (7) gegenüberliegenden Seite der
Bohrachse (28) an der Lafette (3) angeordnet ist.
12. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Greifarm (12) einen ersten Schwenkarm (36) umfaßt, welcher um eine Achse parallel
zur Bohrachse (28) gegenüber der Lafette (3) verschwenkbar ist, sowie einen zweiten
Schwenkarm (37), welcher um eine parallel zur Bohrachse (28) gerichtete Achse (38)
gegenüber dem ersten Schwenkarm (36) verschwenkbar ist.
13. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verschwenken der Schwenkarme (36 bzw. 37) mit Hilfe hydraulischer Kolbenzylindereinheiten
(32) geschieht.
14. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schwenkarme (36 und 37) so dimensioniert und an der Lafette (3) positioniert sind,
daß lediglich durch Betätigen der diese beiden Schwenkarme anlenkenden Kolbenzylindereinheiten
(32) die vom Greifer (13) gehaltene Bohrstange (6d) von der Entnahmeposition (34)
des Bohrstangenmagazins (7) zur Bohrachse verlagert werden kann.
15. Horizontalbohrgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Greifer (13) verschwenkbar gegenüber dem vorderen zweiten Schwenkarm (37) und
damit anpreßbar gegen eine Gegenfläche (14) des zweiten Schwenkarmes (37) sowie zusätzlich
linear entlang der Gegenfläche (14) verfahrbar ist.
16. Verfahren zum automatischen Ansetzen bzw. Entfernen von Bohrstangen (6a, 6b, 6c ...)
an bzw. von dem Bohrgestänge (23) eines Horizontalbohrgerätes (1), welches eine schräge
Lafette (3) zum Auflegen des hinteren Endes des Bohrgestänges (23) sowie zum Führen
des entlang der Lafette (3) verschiebbaren Bohrantriebes (5) umfaßt, insbesondere
denen eines Horizontalbohrgerätes (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß
wobei während des Bohrbetriebes
- bei Erreichen der vorderen Bohrführung im vorderen Endbereich (21) der Lafette (3)
durch das hintere Ende des Bohrgestänges (23) das hintere Ende des Bohrgestänges (23)
fixiert und der Bohrantrieb (5) vom Bohrgestänge (23) gelöst wird,
- der Bohrantrieb (5) entlang der Lafette (3) nach hinten verfahren wird,
eine neue Bohrstange (6x) fluchtend mit dem hinteren Ende des Bohrgestänges auf
die Lafette aufgelegt wird,
- der Bohrantrieb entlang der Lafette vorwärts bewegt und mit dem hinteren Ende der
neuen Bohrstange verbunden wird, und das bisherige Bohrgestänge mit der neuen Bohrstange
(6x) verbunden wird.