[0001] Die Erfindung betrifft ein Hochdruck-Gebläse zur Förderung eines gasförmigen Mediums,
bei dem in einer rohrförmigen Hülle ein Gebläserad angeordnet ist, von dem das Medium
im wesentlichen axial angesaugt, radial beschleunigt und axial ausgeblasen wird, und
bei dem dem Gebläserad eine feststehende Leitvorrichtung nachgeschaltet ist.
[0002] Ein solches Gebläse ist bekannt (DE-A-38 42 697). Bei dem bekannten Gebläse handelt
es sich um ein Hochdruck-Gebläse, wie es beispielsweise für Gasbrenner verwendet werden
kann. Solche Gebläse sollen eine steile Druck-Volumen-Kennlinie aufweisen, d.h., eine
Änderung des statischen Differenzdrucks hat nur eine geringe Verminderung des Volumenstromes
zur Folge.
[0003] Das bekannte Hochdruck-Gebläse weist für die meisten Anwendungsfälle noch einen zu
aufwendigen Aufbau auf, d.h., seine Herstellung ist zu aufwendig. Außerdem ist die
spezifische Leistung des bekannten Gebläses für viele Verwendungszwecke nicht ausreichend.
[0004] Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht deshalb darin, ein
Hochdruck-Gebläse zu schaffen, welches bei begrenzten Abmessungen, welche in der Regel
durch das Gerät, in dem das Gebläse eingesetzt wird, vorgegeben sind und der Verwendung
eines Großserienmotors einen möglichst hohen Druck erzeugt und dennoch einfach aufgebaut
und zu fertigen ist.
[0005] Außerdem ist für einige Anwendungen auch erwünscht, daß das Hochdruck-Gebläse eine
Vorrichtung zur Messung des Volumenstromes enthält.
[0006] Dieses technische Problem ist erfindungsgemäß durch folgende Merkmale gelöst :
[0007] In der rohrförmigen Hülle des Hochdruck-Gebläses sind folgende Teile angeordnet :
a) ein an der rohrförmigen Hülle befestigter Elektromotor,
b) eine scheibenförmige Einströmdüse, welche im Bereich der Motorwelle eine kreisförmige
Öffnung aufweist,
c) ein geschlossenes Gebläserad mit einer ebenen, mit einem tellerförmigen Rand versehenen
rückseitigen Scheibe, einer ebenen vorderen Deckscheibe mit kleinerem Durchmesser
als dem der rückseitigen Scheibe und einer Mehrzahl von zwischen der Scheibe und der
Deckscheibe angeordneten Schaufeln,
d) eine Umlenkscheibe, deren Durchmesser kleiner als der der Scheibe ist und welche
einen ringförmigen, den Strömungsweg verengenden Spalt an der Innenseite der rohrförmigen
Hülle bildet.
[0008] Ein solches Hochdruck-Gebläse erzeugt trotz relativ geringer Abmessungen einen hohen
Druck und einen großen Volumenstrom. Es ist auch mit einer Vorrichtung zur Messung
des durchgesetzten Volumens versehen.
[0009] Vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 9 enthalten;
sie ist nachstehend anhand der in den Figuren 1 und 5 gezeigten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- den prinzipiellen Aufbau des neuen Hochdruck-Gebläses im Längsschnitt,
- Fig.2
- die Ausgestaltung des neuen Hochdruck-Gebläses mit einer anderen Anordnung des Elektromotors
als bei dem Hochdruck-Gebläse gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- die Ausgestaltung des neuen Hochdruck-Gebläses für einen Anwendungsfall,
- Fig. 4
- den vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 3 und
- Fig. 5
- die Draufsicht auf die Schaufeln des Gebläserades.
[0010] Wie aus Fig.1 zu erkennen ist, ist das Hochdruck-Gebläse in der rohrförmigen Hülle
1 angeordnet, welche beispielsweise einen Innendurchmesser von 150 mm besitzt. Das
Hochdruck-Gebläse enthält den in der Hülle 1 befestigten Elektromotor 2, beispielsweise
einen Gleichstrommotor mit einer Solldrehzahl von 5.000 min
-1. An der Abtriebseite des Elektromotors 2 ist die scheibenförmige Einströmdüse 3 vorhanden,
welche im Bereich der Motorwelle 4 eine kreisförmige Öffnung 5 aufweist. Im Bereich
der Öffnung 5 ist die Einströmdüse 3 mit dem Ringkanal 6 versehen, der zur Öffnung
hin einen ringförmigen Schlitz 7 besitzt und über die Öffnung 8 mit dem Anschluß A
außerhalb der rohrförmigen Hülle 1 in Verbindung steht. Der Raum oberhalb der Einströmdüse
3 steht über den Anschluß B mit dem Raum außerhalb der rohrförmigen Hülle 1 in Verbindung.
Zwischen den Anschlüssen A und B können Differenzdruck-Werte gemessen werden, welche
dem Volumenstrom des Hochdruck-Gebläses proportional (quadratische Funktion) sind.
Mit der Motorwelle 4 ist das Gebläserad verbunden. Es besteht aus der flachen, mit
einem tellerartigen Rand 9 versehenen rückseitigen Scheibe 10, der ebenen vorderen
Deckscheibe 11 und den dazwischen angeordneten Schaufeln 12, welche beispielsweise
rückwärts gekrümmt sein sollen.
[0011] Nach dem Gebläserad ist die Umlenkscheibe 13 angeordnet. Sie besitzt einen etwas
geringeren Durchmesser als das Gebläserad. Zwischen ihrem Umfang und dem Innendurchmesser
der rohrförmigen Hülle 1 ist ein den Strömungsweg verengender ringförmiger Spalt 14
gebildet.
[0012] Ein solches Hochdruck-Gebläse weist folgende Funktionsweise auf:
[0013] Beim im Betrieb befindlichen Gebläserad verläßt - falls kein oder nur ein geringer
Gegendruck vorhanden ist - ein sehr großer Teil der durch die Einströmdüse 3 angesaugten
Volumens nach Durchströmung auf direktem Weg das Gebläserad. Bei zunehmenden Druck
wird ein Teil des zu fördernden Mediums, welches die Schaufeln des Gebläserades verläßt,
wieder in die Schaufeln zurückgeführt und nochmals beschleunigt. Durch die Mehrfachbeschleunigung
werden hohe Drücke und eine steile Druck-Volumen-Kennlinie erreicht.
[0014] Das bedeutet, daß bei einer Änderung des Gegendrucks nur geringe Volumenstromänderungen
auftreten. Bei einem Ausführungsbeispiel des gezeigten Hochdruck-Gebläses wurde bei
einem Gegendruck von ca. 600 Pascal ein Volumenstrom von 12l/s verwirklicht.
[0015] Fig.2 zeigt ein Hochdruck-Gebläse, welches in gleicher Weise aufgebaut ist, wie das
Hochdruck-Gebläse in Fig.1. Die gleichen Bestandteile sind mit den gleichen Bezugszeichen
versehen. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel des Hochdruck-Gebläses in Fig.
1 ist der Elektromotor 2 in Strömungsrichtung hinter den anderen Teilen angeordnet.
Die vorgeschlagenen Hochdruck-Gebläse sind beispielsweise besonders geeignet, um mit
einem Gasbrenner zusammengesetzt zu werden.
[0016] Ein solches Gebläse ist beispielsweise in Fig. 3 gezeigt. Die Bestandteile dieses
Gebläses, welche mit den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Gebläsen identisch sind, sind
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0017] Der Motor 2 ist an einer geschlossenen Wand 15 befestigt, so daß zwischen ihr und
der Einströmdüse 3 ein Anströmraum 18 vorhanden ist. Die zur Bildung des Gas-Luftgemisches
benötigte Luft wird dem Anströmraum 18 radial zugeführt, wie durch die Pfeile 19 verdeutlicht.
[0018] Das Gas wird über das Zuführungsrohr A 2, welches mit dem Ringkanal 6 in Verbindung
steht, zugeführt. Es gelangt aus dem Ringkanal 6 durch den Schlitz 7 in die Einströmdüse
3. Der Schlitz 7 erstreckt sich nur über einen Teil des Umfangs der Einströmdüse 3,
beispielsweise über 340 Winkelgrade.
[0019] Auf der Ausströmseite des Hochdruck-Gebläses ist ein kugelkalottenförmiger, mit einer
Vielzahl von Öffnungen versehener Deckel 20 vorgesehen. Der Deckel 20 kann ein halbkugelförmiger
Siebboden sein.
[0020] Das Hochdruck-Gebläse gemäß Fig. 3 eignet sich besonders für den Einsatz bei solchen
Gasbrennern, bei denen eine kreisförmige oder ringförmige Austrittsöffnung benötigt
wird. Wenn das Gas am Zuführungsrohr A 2 zugeführt wird, ergibt sich durch die Teilrückführung
des Gas-Luftgemisches in das Gebläserad eine sehr gute Durchmischung des Ausgangskomponenten
Gas und Luft, welches sich sehr positiv auf die Emissionswerte des Gasbrenners auswirkt.
[0021] Wie aus Fig. 3 zu erkennen ist, weist die Einströmdüse des Hochdruck-Gebläses zwei
Ringkanäle auf. Der obere Ringkanal 21, welcher mit dem Anschlußstutzen A 1 versehen
ist, dient zur Abnahme eines Steuerdruckes. Die Größe des am Anschlußstutzen A 1 abgenommenen
Drucks ist dem jeweils geförderten Luftvolumen proportional. Der untere Ringkanal
6, welcher mit dem Anschlußstutzen A 2 versehen ist, ist für die Gaszuführung vorgesehen.
[0022] Wie aus Fig. 4 zu erkennen, ist an der Wand 15 unter Zwischenschaltung eines mit
einem Außengewinde versehenen Rohres 16 eine kegelförmige Drossel vorrichtung 17 vorgesehen.
Diese Drosselvorrichtung 17 ist durch Verdrehen axial verstellbar ausgebildet, so
daß sie innerhalb eines bestimmten Bereiches in verschiedene Positionen zur Einströmdüse
3 gebracht werden kann. Mit der Drosselvorrichtung kann für einen vorhandenen Unterdruck
in den Ringkanälen innerhalb eines bestimmten Bereiches verschiedene Volumenströme
oder verschiedene Luftmengen eingestellt werden. Da eine Wechselbeziehung zwischen
Luftmenge und Brennerleistung besteht, kann die maximale Brennerleistung bei einer
vorgegebenen Lüfterdrehzahl und einem vorgegebenen Differenzdruck zwischen A 1 und
B stufenlos eingestellt werden.
[0023] Fig. 5 zeigt die Draufsicht auf die Unterseite des Gebläserades bei nicht vorhandener
Deckscheibe. Es ist die rückseitige Scheibe 10 mit den rückwärts gekrümmten Schaufeln
12 zu erkennen.
1. Hochdruck-Gebläse zur Förderung eines gasförmigen Mediums, bei dem in einer rohrförmigen
Hülle ein Gebläserad angeordnet ist, von dem das Medium im wesentlichen axial angesaugt,
radial beschleunigt und axial ausgeblasen wird, und bei dem dem Gebläserad eine feststehende
Leitvorrichtung nachgeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der rohrförmigen
Hülle (1) folgende Teile angeordnet sind:
a) ein an der rohrförmigen Hülle (1) befestigter Elektromotor (2),
b) eine scheibenförmige Einströmdüse (3), welche im Bereich der Motorwelle (4) eine
kreisförmige Öffnung aufweist,
c) ein geschlossenes Gebläserad mit einer ebenen, mit einem tellerförmigen Rand (9)
versehenen rückseitigen Scheibe (10), einer ebenen vorderen Deckscheibe (11) mit kleinerem
Durchmesser als dem der rückseitigen Scheibe und einer Mehrzahl von zwischen der Scheibe
(10) angeordneten Schaufeln (12),
d) eine Umlenkscheibe (13). deren Durchmesser kleiner als der der Scheibe (10) ist
und welche einen ringförmigen, den Strömungsweg verengenden Spalt (14) an der Innenseite
der rohrförmigen Hülle (1) bildet.
2. Hochdruck-Gebläse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor (2)
in Strömungsrichtung vor den Teilen a) bis d) angeordnet ist.
3. Hochdruck-Gebläse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor (2)
in Strömungsrichtung hinter den Teilen a) bis d) angeordnet ist.
4. Hochdruck-Gebläse nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Einströmdüse (3) weist im Bereich der kreisförmigen Öffnung (5) einen ringförmigen
Kanal (6) auf, welcher einen kreisförmigen, zur Öffnung (5) hinweisenden Ringschlitz
(7) besitzt,
b) der ringförmige Kanal (6) steht über eine Öffnung (8) mit der Außenseite der rohrförmigen
Hülle (1) in Verbindung,
c) der Innenraum der rohrförmigen Hülle oberhalb der Einströmdüse (3) steht über eine
weitere Öffnung (B) mit der Außenseite der rohrförmigen Hülle in Verbindung.
5. Hochdruckgebläse nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Öffnung (5) der Einströmdüse (3) eine axial verstellbare, kegelförmige
Drosselvorrichtung angeordnet ist.
6. Hochdruckgebläse nach den Ansprüchen 1 bis 5, daß zwischen einer auf der Abtriebsseite
des Motors vorhandenen Wand (15) und der Einströmdüse (3) ein Anströmraum (18) gebildet
ist, bei dem in der Wand (15) ein Zuführungsrohr (A 2) vorhanden ist und der Anströmraum
(18) Zuströmöffnungen (19) besitzt.
7. Hochdruckgebläse nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln (12) rückwärts gekrümmt sind.
8. Hochdruckgebläse nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln (12) radial endend ausgebildet sind.
9. Hochdruckgebläse nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln (12) vorwärts gekrümmt ausgebildet sind.