[0001] Die Erfindung betrifft ein Scheiben-Regelventil mit einer Entlastungseinrichtung
und kann in Regel- und Drosselventilen des Scheibentyps zur Gewährleistung der geforderten
Parameter der technologischen Prozesse eingesetzt werden. Es findet z.B. in der Wärmeenergietechnik
in Kraftwerken zur Regelung des Speisewasserdurchsatzes eines Dampferzeugers Verwendung.
[0002] Bekannt ist ein Scheiben-Regelventil mit einer äußeren Entlastungseinrichtung (SU
Nr. 731163) und einer Druckdifferenz von 20 MPa. Konstruktionsbedingt ist dieses Ventil
sehr kompliziert herzustellen und zu warten, was seine Betriebssicherheit mindert.
Außerdem erlaubt es nur eine begrenzte Durchsatzleistung.
[0003] Der Erfindung kommt hinsichtlich der erzielten Ergebnisse und der Konstruktion ein
Scheiben-Regelventil mit interner Entlastungseinrichtung am nächsten (SU Nr.987257).
Dieses weist einen unbeweglichen Sitz mit peripheren Durchströmfenstern und einen
Zentralkanal im Körperinneren auf. Dieser Sitz hat ständigen Kontakt zu dem mit Ausschnitten
und mit einer Spindel versehenen Schieber. Das Ventil hat einen mit Druck- und Ablaßraum
kommunizierenden Zylinder mit Kolben, was eine Entlastungskammer zwischen ihnen bildet.
[0004] Nachteile dieser Vorrichtung sind ihre komplizierte Konstruktion, eine ungenügende
Betriebssicherheit und die begrenzte Durchsatzleistung.
[0005] Wesentlicher Nachteil dieses und von anderen bekannten entlastbaren Scheibenventilen
ist die Übertretung der optimalen Verhältnisse zwischen der Druckkraft und Entlastungskraft
des Schiebers gegen den Ventilsitz beim Öffnen und bei Größenveränderung der Durchströmfenster,
was zum Abheben des Schiebers von dem Sitz führt, bzw. zur Vergrößerung des ungeregelten
Durchsatzes des Arbeitsmediums, zur Vibration und zum vorzeitigen Ausfall mit unplanmäßigen
Reparaturen als Folge.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung liegt daher in der Erhöhung der Betriebssicherheit des
Scheiben-Regelventils mit einer Entlastungseinrichtung, der Beseitigung der Beschränkungen
der Durchsatzleistung bei großen Druckdifferenzen im Ventil durch Entwicklung einer
derartigen Entlastungseinrichtung, die ein optimales Verhältnis der Entlastungskraft
und der Druckkraft des Schiebers gegen den Ventilsatz bei jeder Größe der Druchströmfenster
im Bereich 0 < F
DF ≤ F
max,
wobei
- FDF
- - die Größe der Durchströmfenster und
- Fmax
- - die maximale Größe der Durchströmfenster für diesen Ventiltyp ist,
bzw. bei jeder Druckveränderung im Druck- und Ablaßraum des Ventils gewährleistet.
[0007] Das erfindungsgemäße Scheiben-Regelventil mit einer Entlastungseinrichtung besteht
aus einem Körper, in dem ein schnell abnehmbarer, unbeweglicher Sitz mit peripheren
Durchströmfenstern und einem Zentralkanal montiert ist, einem drehbaren Scheibenschieber
mit Ausschnitten und einer zentralen Längsbohrung, der einen ständigen Kontakt zum
Ventilsitz hat, einer Spindel und einem Deckel mit integriertem Zylinder. Im Zylinder
befindet sich ein mit dem Schieber fest verbundener Kolben, der zusammen mit dem Zylinder
eine mit dem Ablaßraum des Ventils kommunizierende Entlastungskammer bildet. Auf der
Dichtfläche des Schiebers ist eine Zwischenkammer in Form von Sektorenaussparungen
hergestellt, die mit dem zentralen Kanal des Ventilsitzes kommunizieren.
[0008] Die Vorzüge des erfindungsgemäßen Scheiben-Regelventils bestehen unter anderem in
folgendem:
- es ermöglicht die Änderung der Konstruktionsgröße der Durchströmfenster bei Bedarf
unmittelbar vor Ort,
- die Spindel ist vom Einfluß des Arbeitsmediums geschützt, da sie sich in der Entlastungskammer
befindet,
- es gewährleistet einer relative Unveränderlichkeit des spezifischen Kontaktdruckes
auf Dichtflächen zwischen dem Sitz und dem Schieber,
- es schließt das Entstehung einer Schiebervibration im Strom des Arbeitsmediums aus,
- es verhindert eine Schieberverklemmung bei Vorhandensein von festen Partikeln im Arbeitsmedium,
- es ermöglicht die Montage eines abnehmbaren Schutz- oder Drosselmantels unter den
Ventilsitz,
- es reduziert die auf den Ventilsitz gerichtete Kraft aus der Druckdifferenz proportional
zum Öffnungsgrad des Ventils.
[0009] Im folgenden soll die Erfindung an Hand von Zeichnungen näher erläutert werden. Es
zeigen
- Fig. 1 -
- das Scheiben-Regelventil mit einer Entlastungseinrichtung im Vertikalschnitt,
- Fig. 2 -
- den Schieber mit Ventilsitz in geschlossener Stellung (vergrößert),
- Fig. 3 -
- den Schieber mit Ventilsitz in geöffneter Stellung (vergrößert),
- Fig. 4 -
- den Schnitt A-A von Fig. 2,
- Fig. 5 -
- mögliche Ausführungsformen des Scheiben-Regelventils.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist gemäß Fig. 1 im
Ventilkörper 1 ein Sitz 2 mit peripheren Profildurchströmfenstern 3 für den regelbaren
Durchlaß des Mediums und ein Scheibenschieber 4 mit Ausschnitten montiert. Spindel
5 und Hebel 6 dienen zur Übertragung des Drehmomentes von einem Stellmechanismus (in
der Fig. nicht dargestellt) zum Schieber. Kolben 7, der unzerlegbar mit dem Schieber
verbunden ist und Zylinder 8 bilden eine Entlastungskammer 9. Die Kammer ist durch
Kanal 10 über eine Zwischenkammer 12 mit dem Ablaßraum 11 verbunden.
Die Zwischenkammer 12 ist in Form von Sektorenaussparungen auf der Dichtfläche des
Schiebers hergestellt und ist mit dem Zentralkanal 13 im Ventilsitz 2 verbunden. Das
Arbeitsmedium tritt in den Druckraum 14 des Ventils ein. Der Kolben 7 hat Aktivoberflächen
15 und 16, deren Flächen so ausgewählt sind, daß die Entlastungskraft die Druckkraft
des Schiebers 4 gegen Ventilsitz 2 nicht überschreitet. Im Ablaßraum 11 ist ein Schutzmantel
17 unter dem Ventilsitz 2 montiert.
[0011] Das Ventil funktioniert folgendermaßen:
[0012] Die Durchsatzregelung des Arbeitsmediums geschieht durch Drehen des Schiebers 4.
Dabei verändert sich der Durchmesser der von ihm abgesperrten Durchströmfenster 3
im Ventilsitz 2.
[0013] Die Entlastungseinrichtung funktioniert wie folgt:
[0014] Bei der Durchsatzregelung des Arbeitsmediums wird der Schieber 4 gedreht. Dabei wird
die Änderung der von ihm abgesperrten Fensterflächen 3 (Fig. 2) durch die Fläche der
Zwischenkammer 12 kompensiert (Fig. 3). Der Druck in der Zwischenkammer ist immer
gleich dem Druck im Ablaßraum 11 (Fig. 1).
[0015] So bleibt die Druckkraft des Schiebers 4 (Fig. 4) gegen den Ventilsitz 2, die gleich
ist dem Produkt aus Zwischenkammerfläche 12 und Druckdifferenz im Druck- 14 und Ablaßraum
11, im optimalen Verhältnis mit der Entlastungskraft, die der Fläche der aktiven Oberflächen
15 und 16 des Kolbens 7 und der Druckdifferenz im Druck- 14 und Ablaßraum 11 des Ventils
proportional ist.
[0016] Infolgedessen wird die optimale Druckkraft des Schiebers 4 zu dem Ventilsitz 2 sogar
bei vollem Öffnen des Ventils und bei beliebiger Fläche der Durchströmfenster gewährleistet.
[0017] Das Scheiben-Regelventil mit einer Entlastungseinrichtung kann als Regelorgan zusammen
mit Stelleinrichtungen der automatisierten Steinersysteme in Wärme- und Kernkraftwerken
eingesetzt werden.
[0018] Das Ventil ist in der Lage, eine sichere Arbeit der Hauptausrüstung bei höheren Druck-
und Temperaturparametern sowie bei kleinem und großem Durchsatz des Arbeitsmediums
zu gewährleisten.
[0019] Das Ventil kann mit Wasser, Dampf und zweiphasigem Wasser-Dampf-Medium arbeiten.
Als Speise-Regelventil kann es die Wasserdurchsatzregelung in einem Dampferzeuger
vom Zeitpunkt des Reaktoranfahrens bei maximaler Druckdifferenz im Ventil bis zur
Aufnahme der vollen Leistung durch den Reaktor sicherstellen.
[0020] Der Ventilkörper kann gemäß den Ausführungsformen nach Fig. 5 vom Winkel- oder Durchgangstyp
sein.
Bezugszeichenaufstellung
[0021]
- 1
- Ventilkörper
- 2
- Sitz
- 3
- Profildurchströmfenster
- 4
- Scheibenschieber
- 5
- Spindel
- 6
- Hebel
- 7
- Kolben
- 8
- Zylinder
- 9
- Entlastungskammer
- 10
- Kanal
- 11
- Ablaßraum
- 12
- Zwischenkammer
- 13
- Zentralkanal
- 14
- Druckraum
- 15
- Aktivoberfläche
- 16
- Aktivoberfläche
- 17
- Schutzmantel
1. Scheiben-Regelventil mit einer Entlastungseinrichtung, in dessen Körper ein unbeweglicher
Sitz mit peripheren Profildurchströmfenstern, zentralem Kanal und einer Zwizchenkammer
montiert ist, die mit dem erwähnten Kanal des Ventilsitzes kommuniziert, der einen
ständigen Kontakt zu dem mit Ausschnitten hergestellten und mit der Spindel und einem
Antriebshebel verbundenen Schieber hat, sowie ein mit dem Druck- und Ablaßraum verbundener
Zylinder, in welchem ein Kolben montiert ist, der mit dem Zylinder eine Entlastungskammer
bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenkammer in Form von Sektorenaussparungen auf der Dichtoberfläche des
Schiebers ausgebildet und mit dem Zenralkanal des Ventilsitzes verbunden ist; auf
dem Ventilkörper unbeweglich ein Deckel mit integriertem Zylinder befestigt ist, wobei
der Schieber unzerlegbar mit dem Kolben verbunden ist, welcher eine durchgehende zentrale
Längsbohrung hat, die die Entlastungs- und Zwischenkammer zusammen verbindet.