[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Dampf-Wirbelschicht-Trocknung gebrochener
Rohbraunkohle gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Als konsequente Weiterentwicklung der Braunkohleverstromung ist der Einsatz von Kraftwerken
großer Leistung und vorgeschalteter Trocknung der Rohbraunkohle anzusehen.
[0003] Merkmale für Braunkohle-Trocknungsanlagen sind:
- der hohe Wassergehalt von 50 % - 60 % der Rohbraunkohle,
- der erforderliche niedrige Wassergehalt für Folgeprodukte, wie Briketts, Koks oder
Kohlenstaub von 12 % - 18 % für eine stoffliche Nutzung,
- der erforderliche niedrige Wassergehalt für eine rationelle energetische Nutzung in
Verbrennungsanlagen in einem Dampfkraftwerksprozeß, einem Gas-Dampf-Kombiprozeß mit
integrierter vorgeschalteter Kohlevergasung- oder Druckwirbelschichtverbrennungsanlage.
[0004] Für diese Kraftwerkstechnik ist die vorgeschaltete separate Trocknung unbedingt erforderlich.
Die mögliche Wirkungsgradsteigerung durch ein energetisch günstiges Trocknungsverfahren
ist dabei um so höher, je größer der zu reduzierende Wassergehalt ist.
[0005] Neben der Trocknung in Röhrentrocknern ist auch die Dampf-Wirbelschicht-Trocknung
der gebrochenen Rohbraunkohle bekannt. Solche Dampf-Wirbelschicht-Trockner gehören
unter anderem durch die DE-OS 37 24 960 oder die DD 224 649 A1 zum Stand der Technik.
Dabei wird die gebrochene Rohbraunkohle unter Verwendung von Dampf als Wirbelmedium
fluidisiert. Durch Kontakt der Rohbraunkohle mit der Wärmeübertragerwand und durch
konvektive Wärmeübertragung des entstehenden Kohlewasserdampfs sowie der sogenannten
Schleppluft wird die Rohbraunkohle erhitzt und Wasser ausgetrieben.
[0006] Zukünftig wird die Leistung von Braunkohlenkraftwerken immer mehr steigen. Die bislang
angewandten Braunkohlentrocknungsverfahren werden den dann gestellten Forderungen
nur noch bedingt standhalten können, da Trocknungsanlagen integriert in Kraftwerken
mit Trocknerdurchsätzen von 120 t/h Rohkohle angestrebt sind. Zur Gewährleistung einer
höchstmöglichen Verfügbarkeit und Betriebsablaufsicherheit der Kraftwerksblöcke wird
im Rahmen einer älteren, aber nicht vorveröffentlichten europäischen Patentanmeldung
vorgeschlagen, die erforderliche Kohlemenge auf eine Trocknerstraße, bestehend aus
mehreren Trocknungsaggregaten aufzuteilen.
[0007] Hierbei umfaßt jedes Trocknungsaggregat in Modulbauweise in vertikaler Übereinanderanordnung
eine Abzugseinheit für getrocknete Braunkohle, eine Düsenboden-Einheit, eine Wärmeübertrager-Einheit,
eine Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit sowie eine Aufgabeeinheit für die Rohbraunkohle.
[0008] Dieses Konzept gewährleistet, daß die Verfügbarkeit eines Kraftwerks mit mehr als
7500 Betriebsstunden pro Jahr durch die Kohlevortrocknung nicht beeinflußt wird.
[0009] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine durch die Merkmale
im Oberbegriff des Anspruchs 1 charakterisierte Braunkohlentrocknungsanlage anlagentechnisch
und wirtschaftlich, insbesondere durch eine effiziente Ausgestaltung der Wärmetauscher-Einheit,
unter Verbesserung der Stabilität der Wirbelschicht-Betriebsverhältnisse, weiter zu
verbessern.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in den im kennzeichnenden Teil
des Anspruchs 1 aufgeführten Merkmalen.
[0011] Danach wird jetzt jede Wärmeübertrager-Einheit durch funktionsgerecht ausgestaltete
Trennwände in wenigstens zwei vertikal ausgerichtete Wirbelschichtzellen unterteilt.
Auf diese Weise kann die Wirbelschicht bzw. die Fläche der Wirbelschicht eines Trocknungsaggregats
in seinen Abmessungen so eingestellt werden, daß stabile Wirbelschicht-Betriebsverhältnisse
vorliegen.
[0012] Die große Wirbelschichtfläche eines Trocknungsaggregats wird damit aufgeteilt auf
mehrere, vorzugsweise zwei kleinere Flächen der Wirbelschichtzellen. Die stabile und
homogene Wirbeischicht in den einzelnen Wirbelschichtzellen ermöglicht eine intensive
Wärmeübertragung und einen hohen Trocknungserfolg. Auch hinsichtlich der Prozessführung
ergibt sich eine wesentliche Verbesserung der Gesamtanlage, da die Wirbelschicht in
den Wirbelschichtzellen wesentlich unempfindlich reagiert bei sich ändernden Betriebsparametern
beispielsweise bei der Aufgabe von Kohle unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehaltes.
[0013] Vorzugsweise haben die Wirbelschichtzellen Abmessungen von 2 x 2 m, so daß sich Wirbelschichtflächen
von 4 m
2 ergeben.
[0014] Nach den Merkmalen des Anspruchs 2 umfaßt jede Wärmeübertragereinheit mindestens
ein Bündel U-förmig bzw. V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre.
[0015] Die Wärmetauscherrohre werden mit Heizdampf beschickt. Dieser kondensiert an den
Innenwänden durch die Abkühlung beim Wärmeübergang während der Trocknung. Die Neigung
der Wärmetauscherrohre sorgt für einen kontinuierlichen Abfluß des hierbei anfallenden
Kondensats. Als vorteilhaft hat sich eine Neigung zwischen 1° und 5° erwiesen.
[0016] Durch die haarnadelartige Ausführung der Wärmetauscherrohre werden darüberhinaus
Dehnungsprobleme infolge von Temperaturschwankungen im Betrieb vermieden.
[0017] Eine effiziente Ausgestaltung der Wärmeübertrager-Einheit bildet die Ausführungsform
nach Anspruch 3. Dies ermöglicht eine kompakte Bauweise.
[0018] Durch diese Ausgestaltung werden ferner außerordentlich günstige Verhältnisse für
die Wärmeübertragung geschaffen. Die installierbaren wärmeübertragenden Flächen sind
bei anlagentechnisch günstigem Raumbedarf optimal auf die Wirbelschichtverhältnisse
abstimmbar und führen zu einem guten Wärmeübergang. Örtlich auftretende Temperaturunterschiede
werden vermieden bzw. sofort ausgeglichen.
[0019] Die Bündel sind von außen gut zugänglich. Dampfleitungen werden nicht geschnitten.
Dies führt insbesondere bei Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen zu Vorteilen.
[0020] Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 4 weist jede Wärmeübertrager-Einheit mindestens
zwei übereinander liegende Bündel U-förmig bzw. V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre
auf. Die Dampfverteilerkammer und die Kondensatsammelkammer jedes Bündels sind auf
derselben Seite eines Trocknungsaggregats vorgesehen. Zwei übereinander liegende Bündel
sind jeweils um 180° versetzt angeordnet. Die Zugänge der Bündel liegen dann auf einander
gegenüberliegenden Seiten der Wärmeübertrager-Einheit. Hierdurch wird der zur Verfügung
stehende Bauraum sowohl von der Höhe als auch von der Zugänglichkeit her optimal ausgenutzt.
[0021] Durch die Übereinanderanordnung der Bündel wird desweiteren erreicht, daß mit dem
Heizmedium die Wirbelschicht mehrmals, mindestens zweimal gekreuzt wird. Hierdurch
ergibt sich eine Temperaturvergleichmäßigung in der Wirbelschicht.
[0022] Vorzugsweise kommen elliptische Wärmetauscherrohre zum Einsatz. Elliptische Rohre
haben den Vorteil, daß bei gleichem Volumen des Wirbelbetts mehr Heizfläche untergebracht
werden kann. Ferner sind sie einfach zu reinigen, da sich anhaftende Kohlepartikel
leicht ablösen.
[0023] Grundsätzlich ist es möglich, jede Wirbelschichtzelle mit einem Wärmetauscherrohrbündel
zu bestücken. Anspruch 5 sieht demgegenüber vor, daß ein Wärmetauscherrohrbündel vorgesehen
ist, wobei die Wärmetauscherrohre die Trennwand durchsetzen. Den zwei Wirbelschichtzellen
eines Trocknungsaggregats ist dann jeweils ein gemeinsames Bündel von Wärmetauscherrohren
zugeordnet.
[0024] Zweckmäßigerweise ist die Trennwand gelocht und die Wärmetauscherrohre werden durch
diese Öffnungen geführt. Die Trennwand übernimmt damit zusätzlich Trag- und Stabilisierungsfunktionen
für das Wärmetauscherrohrbündel.
[0025] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung des allgemeinen Erfindungsgedankens ist in den
Merkmalen des Anspruchs 6 charakterisiert. Jedes Bündel von Wärmetauscherrohren ist
dabei in einer Stützkonstruktion aus horizontalen und vertikalen Tragelementen gelagert.
Das so stabilisierte Bündel wird quer in die Wärmetauschereinheit montiert.
[0026] Auf diese Weise können die Bündel als gut handhabbare Einheiten komplett vorgefertigt
werden. Solche Einheiten sind problemlos zu transportieren. Der Einbau am Kraftwerksort
ist rationell durchführbar.
[0027] Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 7 münden alle Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten
der einzelnen Trocknungsaggregate in eine gemeinsame Dampfsammelkammer. Über die Dampfsammelkammer
wird der Kohlenwasser-Dampf der einzelnen Trocknungsaggregate abgezogen und einer
entsprechenden Nachbehandlung mit einer Entstaubungs- bzw. Filteranlage und/oder einer
Überhitzungsvorrichtung zugeführt.
[0028] Hierdurch wird die ansonsten erforderliche Anzahl von separaten Rohrleitungen für
die Kohlenwasser-Dampfführung aus den Trocknungsaggregaten und die Anzahl der Anschlüsse
und Ventile reduziert. Dies führt zu einer anlagentechnischen Verbesserung der Braunkohlentrocknungsanlage.
Auch die Anlagenkosten sowie die Betriebs- und Unterhaltungskosten der Braunkohlentrocknungsanlage
werden durch diese Maßnahme verringert. Desweiteren wird eine Wirkungsgradsteigerung
erreicht, da durch die Dampfsammelkammer eine strömungsvergleichmäßigende Wirkung
auf der Dampfabstromseite erzielt wird.
[0029] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung des allgemeinen Erfindungsgedankens ist
in den Merkmalen des Anspruchs 8 zu sehen, wonach ausgangsseitig der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten
strömungsvergleichmäßigenden Einbauten angeordnet sind.
[0030] Durch den Druckverlust, den die Einbauten bewirken, wird eine Vergleichmäßigung der
Strömungsverhältnisse in allen Trocknungsaggregaten erreicht. Dies führt dazu, daß
aus allen Trocknungsaggregaten annähernd gleich viel Kohlenwasser-Dampf abgezogen
wird, unabhängig wie weit die einzelnen Trocknungsaggregate vom Ort des Abzugs entfernt
sind.
[0031] Desweiteren wird an den Einbauten von der Strömung mitgerissener Staub abgeschieden.
Hierdurch werden nicht nur die Nutzleistung eines Trocknungsaggregats erhöht, sondern
auch nachgeschaltete Entstaubungsanlagen entlastet. Insgesamt wird so die Belastung
des gesamten Dampfkreislaufs einer Anlage durch Kohlenstaub reduziert.
[0032] Grundsätzlich können die Einbauten auf unterschiedlichste Weise und in unterschiedlicher
Konfiguration gestaltet sein. Es ist beispielsweise auch eine netzartige Ausbildung
denkbar.
[0033] Eine für die Praxis besonders vorteilhafte Lösung besteht darin, daß die Einbauten
durch eine mindestens einlagige Rostbodeneinheit zu bilden.
[0034] Eine solche Rostbodeneinheit kann aus quer zum Kohlenwasser-Dampfstrom angeordneten
Profilkörpern, wie Winkeleisen und ähnlichem bestehen. Die Anordnung und Durchlaßöffnungen
werden hierbei auf den Kohlenwasser-Dampfkreislauf in Abhängigkeit von den Anlagenparametern
abgestimmt.
[0035] Nach den Merkmalen des Anspruchs 9 ist vorgesehen, daß jeweils zwei Trocknungsaggregaten
eine gemeinsame Abzugseinheit zugeordnet ist. Hierdurch wird sowohl anlagentechnisch
als auch kostenmäßig eine weitere Verbesserung der Trocknungsanlage erreicht.
[0036] Eine vorteilhafte Ausbildung der Aufgabeeinheit für die Rohbraunkohle ist in den
Merkmalen des Anspruchs 10 charakterisiert.
[0037] Danach umfaßt die Aufgabeeinheit mindestens eine Zellenradschleuse, der ein Kettenkratzerförderer
nachgeschaltet ist. Bei einer aus mehreren Trocknungsaggregaten zusammengeschalteten
Trocknerstraße sind zweckmäßigerweise mehrere Zellenradschleusen und mehrere Kettenkratzerförderer
vorgesehen. Die Zellenradschleusen und die Kettenkratzerförderer sind in einem abgeschlossenen
Vorbehandlungsraum angeordnet. Dieser befindet sich oberhalb der Trocknungsaggregate
und liegt damit außerhalb der Kohlenwasserdampfatmosphäre.
[0038] Der Vorbehandlungsraum dient neben der Verteilung zur Vorwärmung der Feuchtbraunkohle.
Dazu kann der Vorbehandlungsraum auf unterschiedlichste Weise beheizt werden, beispielsweise
mittels Dampf oder Heißluft. Denkbar ist auch eine Beheizung der Kettenkratzerförderer
mittels Heizschlangen. Auf diese Weise kann die kalte Feuchtbraunkohle, die aus einem
Vorratsbunker über die Zellenradschleusen auf die Kettenkratzerförderer gelangt, im
Vorbehandlungsraum vorgewärmt werden. Bei der Vorwärmung können Temperaturen von über
100 °C erreicht werden.
[0039] Durch die Vorwärmung der Feuchtbraunkohle wird deren Fließverhalten verbessert und
die Neigung zum Anbacken stark verringert. Folglich wird Betriebsstörungen durch Verschmutzungen
und Verstopfungen vorgebeugt.
[0040] Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, daß bereits vorgewärmte Feuchtbraunkohle in
das Wirbelbett aufgegeben wird. Hierdurch wird die Stabilität der Wirbelschicht unterstützt
und damit eine weitere Verbesserung der Wirbelschicht-Betriebsverhältnisse erreicht.
[0041] Die Feuchtbraunkohle wird den Wirbelschichtzellen vom Kettenkratzerförderer über
Austragsschurren zugeleitet. Hierzu sind im Boden des Kettenkratzerförderers über
die Länge verteilt Öffnungen vorgesehen, deren Öffnungsquerschnitt durch einen Schieber
regulierbar ist. Auf diese Weise kann die Beaufschlagung der einzelnen Wirbelschichtzellen
in Abhängigkeit von den Betriebsverhältnissen gesteuert werden.
[0042] Die einzelnen Trocknungsaggregate können in einem hohen Maß werkstattmäßig vorgefertigt
werden. Vorgefertigte Module können komplett oder in kleineren Einheiten zerlegt ohne
großen logistischen und transporttechnischen Aufwand zum Kraftwerksstandort gebracht
und dort installiert werden. Die Bauweise der jeweiligen Modulelemente ist für verschiedene
Leistungsgrößen verwendbar, ohne Neukonstruktionen vornehmen zu müssen. Der Ein- und
Ausbau einzelner Komponenten der Module ist einfach. Dies führt auch zu einer wesentlichen
Erleichterung von Wartungs- oder Reparaturarbeiten. Selbst bei Ausfall eines Trocknungsaggregats
kann die Gesamtanlage in Betrieb bleiben.
[0043] Verfahrenstechnisch vorteilhaft ist, daß die Trocknungsaggregate mit geringen Systemdrücken
betrieben werden. Auf den Einsatz von aufwendigen kosten- und fertigungsintensiven
Druckgefäßen kann verzichtet werden.
[0044] In den Wirbelschichtzellen eines Trocknungsaggregats wird die von oben über die Aufgabeeinheit
kontinuierlich zugeführte Rohbraunkohle vom Wirbelmedium von unten nach oben durchströmt.
Als Wirbelmedium wird der aus der Rohbraunkohle ausgetriebene Kohlenwasser-Dampf genutzt.
Die Menge an Wirbelmedium und die Strömungsgeschwindigkeit sind so abgestimmt, daß
die Rohbraunkohlenschüttung in die Wirbeischicht übergeht. Die Wirbelgeschwindigkeit
liegt dabei oberhalb des Wirbelpunkts und bleibt in etwa konstant unabhängig vom Kohlemassestrom.
Erreicht wird das durch einen Dampfkreislauf, zu dem mindestens zur Überwindung der
Strömungsverluste noch ein Gebläse gehört, das immer einen Teil des Kohlenwasser-Dampfs
im Kreislauf fördert. Der in die Trocknungsaggregate hineinströmende Dampf wird druckabhängig
mit einer geringen Temperaturdifferenz überhitzt.
[0045] In der Wirbelschicht wird die Gewichtskraft der Braunkohlenkörner durch die entgegengesetzt
gerichtete Strömungskraft des Wirbelmediums nahezu aufgehoben. Die fluidisierte Braunkohlenschüttung
verhält sich dann flüssigkeitsähnlich und fließt durch die Wärmeübertrager-Einheit.
Hier findet eine intensive Wärmeübertragung durch hohe Turbulenz statt und das in
der Rohbraunkohle enthaltene Wasser wird verdampft. Auf diese Weise kann eine zuverlässige
Trocknung der Rohbraunkohle auf einen nahezu beliebigen Restwassergehalt erreicht
werden.
[0046] Bei einer aus mehreren Trocknungsaggregaten mit gemeinsamer Dampfsammelkammer gebildeten
Trocknerstraße können ferner die Düsenboden-Einheiten, die Wärmeübertrager-Einheiten
und die Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten zweier nebeneinander angeordneter Trocknungsaggregate
jeweils eine gemeinsame Trenn- bzw. Seitenwand aufweisen.
[0047] Dieser Aufbau ist sowohl anlagentechnisch als auch wirtschaftlich rationell.
[0048] Optional können auch mindestens die Außenwände der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten,
der Dampfsammelkammer, der Aufgabeeinheiten und/oder der Abzugseinheiten beheizbar
ausgestaltet sein. Auf diese Weise können Anbackungen an den Innenflächen vermieden
werden. Die Heiztemperatur wird so gewählt, daß sie oberhalb der Kondensationstemperatur
des im System geführten Kohlenwasser-Dampfs liegt. Eine Kondensation des Dampfs an
den Innenflächen wird folglich verhindert und ein Anhaften von Kohlenstaub in Kondensatfilm
unterbunden.
[0049] Zweckmäßigerweise wird die Beheizung durch außen verlegte Heizrohrschlangen realisiert.
[0050] Im folgenden wird die Erfindung mit Bezug auf die in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigen
- Figur 1
- eine Trocknungsanlage in der Seitenansicht;
- Figur 2
- einen vertikalen Querschnitt durch die Anlage;
- Figur 3
- einen horizontalen Querschnitt durch die Darstellung der Figur 1 entlang der Linie
A-A;
- Figur 4
- eine Draufsicht auf einen Rostdüsenboden;
- Figur 5
- die Düse eines Düsenrohrs im Vertikalschnitt und
- Figur 6
- ebenfalls im vertikalen Querschnitt eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anlage.
[0051] Die Figuren 1 bis 3 zeigen eine aus insgesamt acht Trocknungsaggregaten 1-8 bestehende
Trocknerstraße 9. Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, sind die einzelnen Trocknungsaggregate
1-8 jeweils zu zweit in Gruppen 10, 11, 12, 13 zusammengeschaltet. Figur 2 verdeutlicht
den Aufbau eines Trocknungsaggregats 1-8.
[0052] In vertikaler Übereinanderanordnung ist eine Abzugseinheit 14 für getrocknete Braunkohle
TBK, eine Düsenboden-Einheit 15, eine Wärmeübertrager-Einheit 16, eine Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit
17 sowie eine Aufgabeeinheit 18 für die feuchte Rohbraunkohle FBK zu erkennen.
[0053] Jede Wärmeübertrager-Einheit 16 wird durch eine vertikal ausgerichtete Trennwand
19 in zwei vertikal ausgerichtete Wirbelschichtzellen 20, 21 unterteilt. Damit besitzt
die hier dargestellte Trocknerstraße 9 insgesamt sechzehn Wirbelschichtzellen 20,
21.
[0054] Oberhalb der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten 17 ist eine gemeinsame Dampfsammelkammer
22 angeordnet. Ausgangsseitig der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten 17 sind Einbauten
23 in Form von Rostbodeneinheiten 24 vorgesehen. Die Rostbodeneinheiten 24 bestehen
aus zwei Lagen von übereinander und versetzt zueinander angeordneter Winkelprofile
25. Die Einbauten 23 bewirken einen Druckverlust in den Trocknungsaggregaten 1-8,
so daß eine Vergleichmäßigung des Volumenstroms in allen Trocknungsaggregaten 1-8
erfolgt. Demzufolge wird aus allen Trocknungsaggregaten 1-8 stets annähernd gleich
viel Kohlenwasser-Dampf KWD abgezogen, und zwar unabhängig davon, wie weit die einzelnen
Trocknungsaggregate 1-8 vom Ort des Auslasses 26 der Dampfsammelkammer 22 entfernt
sind.
[0055] Ferner übernehmen die Einbauten 23 eine Reinigungsfunktion, da mitgerissener Staub
aus dem Kohlenwasser-Dampf KWD an ihnen abgeschieden wird.
[0056] Über die Dampfsammelkammer 22 wird der aus den Trocknungsaggregaten 1-8 austretende
Kohlenwasser-Dampf KWD abgezogen und durch den Auslaß 26 einer hier nicht dargestellten
Nachbehandlung mit Entstaubung, Zwischenüberhitzung und Kreislaufgebläse zugeführt.
[0057] Gereinigter Kohlenwasser-Dampf KWD wird als Wirbelmedium WM über die Düsenboden-Einheit
15 in das System zurückgeführt. Weiterhin kann der gereinigte und aufgeheizte Kohlenwasser-Dampf
KWD als Heizdampf HD für die Wärmeübertrager-Einheit 16 genutzt werden.
[0058] Im Betrieb wird jedem Trocknungsaggregat 1-8 feuchte Braunkohle FBK in einem Körnungsband
von 0 bis 10 mm durch die Aufgabeeinheit 18 zugeführt.
[0059] Hierzu wird die Aufgabeeinheit 18 vom Bunker 27 aus mit Feuchtbraunkohle FBK beschickt.
Vom Bunker 27 aus gelangt die Feuchtbraunkohle FBK über vier Bunkertrichter 28-31
in vier Zellenradschleusen 32-35. Diese geben die Feuchtbraunkohle FBK auf vier Kettenkratzerförderer
36-39 auf.
[0060] Die Zellenradschleusen 32-35 und die Kettenkratzerförderer 36-39 befinden sich in
einem geschlossenen Vorbehandlungsraum 40, der oberhalb Trocknungsaggregate 1-8 über
der Dampfsammelkammer 22 angeordnet ist. Der Vorbehandlungsraum 40 kann beheizt werden,
so daß eine Vorwärmung der Feuchtbraunkohle FBK vorgenommen werden kann. Die Vorwärmung
verbessert das Fließverhalten der Feuchtbraunkohle FBK. Da sich der Vorbehandlungsraum
40 außerhalb der Kohlenwasser-Dampfatmosphäre befindet, kann er problemlos auch während
des Betriebs der Trocknungsanlage zu Wartungs- oder Reparaturzwecken betreten werden.
[0061] Von den Kettenförderern 36-39 wird die Feuchtbraunkohle FBK über Austragsschurren
41, 42 in die Wirbelschichtzellen 20, 21 geleitet. Hierzu befinden sich in den Böden
43-46 der Kettenförderer 36-39 Öffnungen 47, 48 oberhalb der Austragsschurren 41,
42. Der Öffnungsquerschnitt der Öffnungen 47, 48 ist mittels Schiebern 49, 50 einstellbar.
Durch Verstellen der Schieber 49, 50 wird die den einzelnen Wirbelschichtzellen 20,
21 im Betrieb zugeführte Feuchtbraunkohle FBK mengenbedarfsgerecht reguliert. Die
Steuerung erfolgt prozeßautomatisiert von einer zentralen Betriebsleitstelle aus.
Die Schieberantriebe sind mit 51, 52 bezeichnet.
[0062] Über die Austragsschurren 41, 42 passiert die FBK die Dampfsammelkammer 22 und gelangt
in die Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 17.
[0063] Die Feuchtbraunkohle FBK fällt dann abwärts gegen das aufwärts strömende Wirbelmedium
WM. Als Wirbelmedium WM kommt der aus der Feuchtbraunkohle FBK ausgetriebene und gereinigte
Kohlenwasser-Dampf KWD zum Einsatz.
[0064] Die Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 17 umfaßt eine sich nach oben hin trapezförmig
erweiternde Kammer 53. Durch die Querschnittserweiterung wird eine Geschwindigkeitsabsenkung
des aufwärts strömenden Kohlenwasser-Dampfs KWD erreicht. Hierdurch wird der Austrag
von Feinkorn reduziert.
[0065] Unterhalb der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 17 ist die Wärmeübertrager-Einheit
16 angeordnet. Oberhalb der Wärmeübertrager-Einheit 16 geht die Braunkohlenschüttung
in die Wirbelschicht über, die sich durch die Wärmeübertrager-Einheit 16 fortsetzt.
Die fluidisierte Braunkohle fließt dann durch die Wirbelschichtzellen 20, 21.
[0066] In die Wärmeübertrager-Einheit 16 sind zwei ineinander geschachtelte Bündel 54, 55
von U-förmig konfigurierten Wärmetauscherrohren 56, 57 integriert. Jedes Wärmetauscherrohr
56, 57 weist zur Horizontalen geneigte Längsrohrabschnitte 58, 59 auf, die über Vertikalrohrabschnitte
60, 61 ineinander übergehen.
[0067] Einlaß- bzw. auslaßseitig sind die Wärmetauscherrohre 56, 57 in einem Rohrboden 62
zusammengefaßt. Die Dampfverteilerkammer 63, 64 und die Kondensatsammelkammern 65,
66 jedes Bündels 54, 55 sind auf derselben Seite angeordnet. Über eine Dampfsammelleitung
67 und die Verteilerleitung 68 wird den Dampfverteilerkammern 63, 64 Heizdampf HD
zugeführt. Dieser durchströmt die Wärmetauscherrohre 56, 57, wobei deren Neigung für
einen kontinuierlichen Abfluß des anfallenden Kondensats K sorgt. Das Kondensat K
tritt in die Kondensatsammelkammern 65, 66 aus und wird über die Abzüge 69, 70 abgeführt.
[0068] Durch die U-förmige Haarnadelkonfiguration der Wärmetauscherrohre 56, 57 sind Dehnungen
aufgrund von Temperaturänderungen unschädlich.
[0069] Jede Wärmeübertrager-Einheit 16 wird von einer Trennwand 19 in zwei Wirbelschichtzellen
20, 21 unterteilt. Die Trennwand 19 wird von den Bündeln 54, 55 durchsetzt. Hierzu
sind in der Trennwand 19 an den Querschnitt der Wärmetauscherrohre 56, 57 angepaßte
Öffnungen vorgesehen. Durch die Öffnungen sind die Wärmetauscherrohre 56, 57 hindurch
geführt. Sie werden so von der Trennwand 19 getragen und stabilisiert.
[0070] Eine Einheit aus Bündeln 54, 55, Trennwand 19, Rohrboden 62 sowie Dampfsammelkammern
63, 64 und Kondensatsammelkammern 65, 66 kann vormontiert in die Wärmeübertragereinheit
16 quer eingebaut werden.
[0071] In der Düsenboden-Einheit 15 sind zwei Rostdüsenböden 71, 72 eingegliedert. Wie die
Figur 4 zeigt, besteht jeder Rostdüsenboden 71, 72 aus einer Reihe parallel nebeneinander
liegender Düsenrohre 73. Die Rostdüsenböden 71, 72 werden jeweils von einer Seite
in die Düsenboden-Einheit 15 eingeschoben. Die Beschickung der Rostdüsenböden 71,
72 mit Wirbelmedium WM erfolgt von der Wirbelmediumringleitung 74 aus über die Zuleitungen
75, 76 und die Verteilerleitungen 77, 78. Das Wirbelmedium WM tritt dann über Düsen
79 aus und strömt aufwärts durch die Wirbelschichtzellen 20, 21.
[0072] Die Figur 5 zeigt den Aufbau einer Düse 79.
[0073] Die Düse 79 umfaßt einen am Düsenrohr 73 festgelegten, vertikal nach oben gerichteten
Stutzen 80, der durch eine Kappe 81 verschlossen ist. Am oberen Ende 82 sind radiale
Düsenöffnungen 83, 84 angeordnet.
[0074] Das Wirbelmedium WM gelangt durch eine Öffnung 85 im Düsenrohr 73 in den Stutzen
80 und strömt durch die Düsenöffnungen 83, 84 radial aus. Hier gelangt das Wirbelmedium
WM in einen zwischen Stutzen 80 und Kappenwand 86 befindlichen Ringraum 87. Im Ringraum
87 muß das Wirbelmedium WM zunächst abwärts strömen, bevor es über den Ringspalt 88
austreten kann. Durch diese Ausbildung der Düse 79 wird vermieden, daß feinkörnige
Braunkohle in die Düsenöffnungen 83, 84 strömen kann. Damit wird Verstopfungen der
Düsenrohre 73 vorgebeugt.
[0075] Zur Erzielung der Wirbelschicht in jedem Trocknungsaggregat 1-8 wird gereinigter
Kohlenwasser-Dampf KWD als Wirbelmedium WM über die Düsenboden-Einheit 15 und die
Rostdüsenböden 71, 72 eingeleitet. Dieser ist druckabhängig mit einer geringen Temperaturdifferenz
überhitzt. Der Kohlenwasser-Dampf KWD durchströmt die Feuchtbraunkohle FBK auf dem
Weg durch die Wärmeübertrager-Einheit 16 bzw. die Wirbelschichtzellen 20, 21 und die
Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 17 von unten nach oben. Hierbei wird die zu trocknende
Braunkohle von dem durchströmenden Kohlenwasser-Dampf KWD in einen schwebeartigen
Zustand versetzt. Die eingeleitete Menge Kohlenwasser-Dampf KWD und die Anströmgeschwindigkeit
sind so ausgelegt, daß im Bereich oberhalb der Wärmeübertrager-Einheit 16 eine homogene
Wirbelschicht entsteht, die sich durch die Wärmeübertrager-Einheit 16 bzw. die Wirbelschichtzellen
20, 21 fortsetzt. In diesem Flugstrom liegen außerordentlich günstige Verhältnisse
bei der Wärmeübertragung vor. Auf dem Weg durch die Wärmeübertrager-Einheit 16 wird
aus der nach unten fließenden Braunkohle Kohlenwasser verdampft und der Wassergehalt
auf ca. 10 % Restfeuchte abgesenkt.
[0076] Der ausgetriebene Kohlenwasser-Dampf KWD aller Trocknungsaggregate 1-8 gelangt dann
in die Dampfsammelkammer 22 und von dort über den Auslaß 26 zur Nachbehandlung.
[0077] Überschüssiger Dampf kann aus dem Kreislaufsystem zum Ausgleich der Massenbilanz
entnommen werden, um den Druck in den Trocknungsaggregaten 1-8 konstant zu halten.
Der Überschußdampf kann als Heizdampf HD oder anderweitig genutzt werden.
[0078] Getrocknete Braunkohle TBK wird über die Abzugseinheiten 14 aus den Trocknungsaggregaten
1-8 abgezogen. Wie die Figur 1 zeigt, ist jeweils eine Abzugseinheit 14 zwei Trocknungsaggregaten
1, 2; 3, 4; 5, 6; 7, 8 zugeordnet.
[0079] Der Abzug geschieht über eine Förderschnecke 89 mit zwei gegenläufig ausgerichteten
Wendelabschnitten 90, 91 und eine Zellenradschleuse 92. Die Seitenwände 93, 94 der
Abzugseinheit 14 sind in Richtung auf die Förderschnecke 89 hin geneigt, so daß die
getrocknete Braunkohle TBK leicht zur Förderschnecke 89 hin fließen kann.
[0080] Die Zellenradschleusen 92 der einzelnen Abzugseinheiten 14 tragen die Trockenbraunkohle
TBK auf einen Abzugsförderer 95 aus, von wo aus die Trockenbraunkohle TBK zur Weiterverwendung
im Kraftwerksprozeß gebracht wird. Der Abzugsförderer 95 erstreckt sich unterhalb
der Trocknungsaggregate 1-8 in einem gekapselten Abförderraum 96, der bei Bedarf zur
Inertisierung und/oder Kühlung der Trockenbraunkohle TBK genutzt werden kann.
[0081] Um eine Kondensation des Kohlenwasser-Dampfs KWD an den Innenflächen 97, 98 der Dampfwirbelschichttrockner-Einheit
17 und der Dampfsammelkammer 22 zu vermeiden, sind deren Außenwände 99, 100 beheizbar.
Ebenso sind die Abzugseinheiten 14 beheizbar.
[0082] Eine alternative Ausführungsform eines Trocknungsaggregats 101 ist in Figur 6 dargestellt.
Das Trocknungsaggregat 101 besteht aus funktionsgerecht aufeinander abgestimmten Modulen
mit Abzugseinheit 102, Düsenboden-Einheit 103, Wärmeübertrager-Einheit 104, Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit
105 und Aufgabeeinheit 106.
[0083] Mehrere Trocknungsaggregate 101 sind wiederum zu einer Braunkohlentrocknungsanlage
zusammengeschaltet. Die zu trocknende Menge an Feuchtbraunkohle für ein Kraftwerk
wird so auf mehrere Trocknungsaggregate 101 aufgeteilt.
[0084] Allen Trocknungsaggregaten 101 ist eine gemeinsame Dampfsammelkammer 107 oberhalb
der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 105 zugeordnet. Im Übergangsbereich sind strömungsvergleichmäßigende
Einbauten 108 vorgesehen, um einen Druckverlust in den Trocknungsaggregaten 101 zu
erzeugen.
[0085] Die Wärmeübertrager-Einheit 104 umfaßt drei übereinander liegende Bündel 109, 110,
111 V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre 112. Einlaß- bzw. auslaßseitig sind
die Wärmetauscherrohre 112 jedes Bündels 109, 110, 111 in einem Rohrboden 113 zusammengefaßt.
Ferner sind die Wärmetauscherrohre 112 in einer Stützkonstruktion 114 aus horizontal
ausgerichteten Tragbalken 115 und vertikalen Stützbauten 116 arrangiert. Dampfverteilerkammer
112 und Kondensatsammelkammer 118 jedes Bündels 109, 110, 111 sind jeweils auf derselben
Seite angeordnet. Zwei übereinander liegende Bündel 109, 110 bzw. 110, 111 sind zueinander
um 180° versetzt.
[0086] Durch Trennwände 119 wird die Wärmeübertrager-Einheit 104 in zwei Wirbelschichtzellen
120, 121 unterteilt. Die Trennwände 119 werden von den Wärmetauscherrohren 112 der
Bündel 109, 110, 111 durchsetzt.
[0087] Im Betrieb wird Feuchtbraunkohle FBK durch die Aufgabeeinheit 106 über eine Zellenradschleuse
122 und eine Förderschnecke 123 zugeführt. Über die Aufgabeschurren 124, 125 gelangt
die Feuchtbraunkohle FBK in die Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 105 und geht hier
in die Wirbelschicht über. Die Feuchtbraunkohle FBK fließt abwärts gegen das aufwärts
strömende Wirbelmedium WM durch die Wirbelschichtzellen 121, 122. Auf diesem Weg wird
das Kohlenwasser ausgetrieben.
[0088] Zur Vermeidung der Kondensation des Kohlenwasserdampfs KWD an den Innenflächen 126,
127 der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit 105 und der Dampfsammelkammer 107 sind
deren Außenwände 128, 129 beheizbar. Hierzu sind Heizschlangen 130, 131 an den Außenwänden
128, 129 verlegt, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Übersicht halber jedoch
nur angedeutet sind. Auch die Abzugseinheit und die Aufgabeeinheit können heizbar
ausgelegt werden.
[0089] Der Abzug der getrockneten Braunkohle TBK zur Weiterverwendung erfolgt über die Abzugseinheit
102.
Bezugszeichenaufstellung
[0090]
- 1
- - Trocknungsaggregat
- 2
- - Trocknungsaggregat
- 3
- - Trocknungsaggregat
- 4
- - Trocknungsaggregat
- 5
- - Trocknungsaggregat
- 6
- - Trocknungsaggregat
- 7
- - Trocknungsaggregat
- 8
- - Trocknungsaggregat
- 9
- - Trocknerstraße
- 10
- - Gruppe
- 11
- - Gruppe
- 12
- - Gruppe
- 13
- - Gruppe
- 14
- - Abzugseinheit
- 15
- - Düsenboden-Einheit
- 16
- - Wärmeübertrager-Einheit
- 17
- - Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit
- 18
- - Aufgabeeinheit
- 19
- - Trennwand
- 20
- - Wirbelschichtzelle
- 21
- - Wirbelschichtzelle
- 22
- - Dampfsammelkammer
- 23
- - Einbau
- 24
- - Rostbodeneinheit
- 25
- - Winkelprofil
- 26
- - Auslaß
- 27
- - Bunker
- 28
- - Bunkertrichter
- 29
- - Bunkertrichter
- 30
- - Bunkertrichter
- 31
- - Bunkertrichter
- 32
- - Zellenradschleuse
- 33
- - Zellenradschleuse
- 34
- - Zellenradschleuse
- 35
- - Zellenradschleuse
- 36
- - Kettenkratzerförderer
- 37
- - Kettenkratzerförderer
- 38
- - Kettenkratzerförderer
- 39
- - Kettenkratzerförderer
- 40
- - Vorbehandlungsraum
- 41
- - Austragsschurre
- 42
- - Austragsschurre
- 43
- - Boden v. 36
- 44
- - Boden v. 37
- 45
- - Boden v. 38
- 46
- - Boden v. 39
- 47
- - Öffnung
- 48
- - Öffnung
- 49
- - Schieber
- 50
- - Schieber
- 51
- - Schieberantrieb
- 52
- - Schieberantrieb
- 53
- - Kammer
- 54
- - Bündel
- 55
- - Bündel
- 56
- - Wärmetauscherrohr
- 57
- - Wärmetauscherrohr
- 58
- - Längenabschnitt
- 59
- - Längenabschnitt
- 60
- - Vertikalrohrabschnitt
- 61
- - Vertikalrohrabschnitt
- 62
- - Rohrboden
- 63
- - Dampfverteilerkammer
- 64
- - Dampfverteilerkammer
- 65
- - Kondensatsammelkammer
- 66
- - Kondensatsammelkammer
- 67
- - Dampfsammelleitung
- 68
- - Verteilerleitung
- 69
- - Abzug
- 70
- - Abzug
- 71
- - Rostdüsenboden
- 72
- - Rostdüsenboden
- 73
- - Düsenrohr
- 74
- - Wirbelmediumringleitung
- 75
- - Zuleitung
- 76
- - Zuleitung
- 77
- - Verteilerleitung
- 78
- - Verteilerleitung
- 79
- - Düse
- 80
- - Stutzen
- 81
- - Kappe
- 82
- - oberes Ende v. 80
- 83
- - Düsenöffnung
- 84
- - Düsenöffnung
- 85
- - Öffnung in 73
- 86
- - Kappenwand
- 87
- - Ringraum
- 88
- - Ringspalt
- 89
- - Förderschnecke
- 90
- - Wendelabschnitt
- 91
- - Wendelabschnitt
- 92
- - Zellenradschleuse
- 93
- - Seitenwand v. 14
- 94
- - Seitenwand v. 14
- 95
- - Abzugsförderer
- 96
- - Abförderraum
- 97
- - Innenfläche v. 17
- 98
- - Innenfläche v. 22
- 99
- - Außenwand v. 17
- 100
- - Außenwand v. 22
- 101
- - Trocknungsaggregat
- 102
- - Abzugseinheit
- 103
- - Düsenboden-Einheit
- 104
- - Wärmeübertrager-Einheit
- 105
- - Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit
- 106
- - Aufgabeeinheit
- 107
- - Dampfsammelkammer
- 108
- - Einbau
- 109
- - Bündel
- 110
- - Bündel
- 111
- - Bündel
- 112
- - Wärmetauscherrohr
- 113
- - Rohrboden
- 114
- - Stützkonstruktion
- 115
- - Tragbalken
- 116
- - Stützbau
- 117
- - Dampfverteilerkammer
- 118
- - Kondensatsammelkammer
- 119
- - Trennwand
- 120
- - Wirbelschichtzelle
- 121
- - Wirbelschichtzelle
- 122
- - Zellenradschleuse
- 123
- - Förderschnecke
- 124
- - Aufgabeschurre
- 125
- - Aufgabeschurre
- 126
- - Innenfläche v. 105
- 127
- - Innenfläche v. 107
- 128
- - Außenwand v. 105
- 129
- - Außenwand v. 102
- 130
- - Heizschlange
- 131
- - Heizschlange
- FBK
- - Feuchtbraunkohle
- HD
- - Heizdampf
- K
- - Kondensat
- KWD
- - Kohlenwasser-Dampf
- TBK
- - Trockenbraunkohle
- WM
- - Wirbelmedium
1. Anlage zur Dampf-Wirbelschicht-Trocknung gebrochener Rohbraunkohle, mit mindestens
zwei Trocknungsaggregaten (1-8; 101), wobei in vertikaler Übereinanderanordnung eine
Abzugseinheit (14; 102) für getrocknete Braunkohle, eine Düsenboden-Einheit (15; 103),
eine Wärmeübertrager-Einheit (16; 104), eine sich nach oben erweiternde Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheit
(17; 105) sowie eine Aufgabeeinheit (18; 106) für die Rohbraunkohle vorgesehen sind,
dadurch gekenn-zeichnet, daß die Wärmeübertrager-Einheit (16; 104) durch eine Trennwand (19; 119) in wenigstens
zwei vertikal ausgerichtete Wirbelschichtzellen (20, 21; 120, 121) unterteilt ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Wärmeübertrager-Einheit (16; 104) mindestens ein Bündel (54, 55; 109, 110,
111) U- bzw. V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre (56, 57; 112) umfaßt.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Wärmeübertrager-Einheit (16) mindestens zwei ineinander geschachtelte Bündel
(54, 55) U- bzw. V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre (56, 57) umfaßt.
4. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Wärmeübertrager-Einheit (104) mindestens zwei übereinander liegende Bündel
(109, 110, 111) U- bzw. V-förmig konfigurierter Wärmetauscherrohre (112) umfaßt, wobei
die Dampfverteilerkammer (117) und die Kondensatsammelkammer (118) jedes Bündels (109,
110, 111) auf derselben Seite eines Trocknungsaggregats (101), jedoch bezüglich zweier
übereinander liegender Bündel (109, 110 bzw. 110, 111) um 180° versetzt angeordnet
sind.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmetauscherrohre (56, 57; 112) die Trennwand (19; 119) durchsetzen.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Bündel (109, 110, 111) in einer Stützkonstruktion (114) aus horizontalen
und vertikalen Tragelementen (115, 116) gelagert und gemeinsam mit dieser in die Wärmeübertrager-Einheit
(104) quer montierbar ist.
7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß den Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten (17; 105) aller Trocknungsaggregate
(1-8, 101) eine gemeinsame Dampfsammelkammer (22; 107) zugeordnet ist.
8. Anlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ausgangsseitig der Dampf-Wirbelschicht-Trocknereinheiten (17; 105) strömungsvergleichmäßigende
Einbauten (23; 108) angeordnet sind.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei Trocknungsaggregaten (1-8) eine gemeinsame Abzugseinheit (14) zugeordnet
ist.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabeeinheit (18) mindestens eine Zellenradschleuse (32-35) und einen
dieser nachgeschalteten Kettenkratzerförderer (36-39) umfaßt, die in einem beheizbaren
Vorbehandlungsraum (40) oberhalb der Trocknungsaggregate (1-8) angeordnet sind, wobei
die Wirbelschichtzellen (20, 21) vom Kettenkratzerförderer (36-39) aus mit Rohbraunkohle
über Austragsschurren (41, 42) beaufschlagbar sind.