[0001] Die Erfindung betrifft ein Rohrbündel für Heizkessel-Wärmetauscher, im wesentlichen
bestehend aus parallel zueinander angeordneten metallischen Rohren. Weiterhin betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Rohrbündeln für Heizkessel-Wärmetauscher,
wobei die Rohre wenigstens an einem Ende aufgeweitet werden, die Rohre danach gebündelt
werden, und jedes Rohr im Rohrbündel mit dem Nachbarrohr verschweißt wird.
[0002] Ein solches Rohrbündel sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung ist beispielsweise
aus der Patentanmeldung 195 01 276.3-16 bekannt. Das dort beschriebene Rohrbündel
besteht im wesentlichen aus Rohren, die an ihren Enden mehreckige und im wesentlichen
konische Aufweitungen aufweisen, wobei jedes Rohr im Rohrbündel an den Aufweitungskanten
der Aufweitung mit den anliegenden Aufweitungskanten der Nachbarrohre verschweißt
ist.
[0003] Ein solches Rohrbündel läßt sich mit geringstmöglichen Arbeitsmitteln und einem sehr
geringen Materialaufwand herstellen, da keine Rohrscheiben benötigt werden. Darüber
hinaus ermöglicht das bekannte Rohrbündel die Herstellung von Wärmetauschern in sehr
kompakter Bauweise. Solche Wärmetauscher zeichnen sich gegenüber konventionell hergestellten
Wärmetauschern durch eine höhere Heizfläche auf weniger Raum und durch einen besseren
Wirkungsgrad aus. Die Aufweitung der bekannten Rohrbündel erfolgt mit einem Verformungsverfahren,
beispielsweise einem Kaltverformungsverfahren. Dies kann durch ein Druckmittel hydraulisch
erfolgen, es sind jedoch auch andere Aufweitungsverfahren denkbar.
[0004] Besonders günstig ist es, wenn die Aufweitung gleichseitig und sechseckig, viereckig
oder dreieckig ausgebildet ist. Bei der Verwendung von sechseckig, viereckig oder
dreieckig gleichseitig aufgeweiteten Rohren werden diese so gebündelt, daß die mehreckigen
Aufweitungen die Rohrbündelstirnflächen lückenlos parkettieren. Insbesondere bei gleichseitig
sechseckiger Aufweitung ergibt sich dabei dann an den Rohrbündelstirnflächen eine
besonders günstige Wabenstruktur.
[0005] Es hat sich jedoch herausgestellt, daß die Herstellung insbesondere konischer mehreckiger
Aufweitungen außerordentlich aufwendig ist. Außerdem sind gleichseitig aufgeweitete
Rohre nur mit Rohren mit gleichartig ausgebildeten Rohraufweitungen derart bündelbar,
daß die mehreckigen Aufweitungen der Rohrbündelstirnflächen lückenlos parkettieren.
[0006] Wenn die Form bzw. der Querschnitt der Aufweitung von Anwendungsfall zu Anwendungsfall
verschieden ausgebildet sein soll, müssen für jeden Anwendungsfall Spezialwerkzeuge,
beispielsweise spezielle Dorne oder Stempel, zur Aufweitung der Rohrenden bereitgehalten
werden.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Rohrbündel für Heizkessel-Wärmetauscher
der eingangs genannten Art unter Beibehaltung der vorstehend beschriebenen Vorzüge
wesentlich zu vereinfachen.
[0008] Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein neues Herstellverfahren zur
Verfügung zu stellen, welches eine wirtschaftlichere Herstellung des Rohrbündels ermöglicht,
wobei eine möglichst platzsparende Verbindung der Rohre miteinander angestrebt wird.
[0009] Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Rohre wenigstens an
jeweils einem ihrer Enden einstückig mit diesen ausgebildete flanschartige Kragen
aufweisen, die im wesentlichen in einer in etwa rechtwinklig zur Längsachse des Rohrs
verlaufenden Ebene angeordnet sind und daß die Rohre im Bereich der Ränder der Kragen
miteinander verschweißt sind.
[0010] Ein Rohrbündel mit solchen Rohren ist wesentlich einfacher und kostengünstiger herstellbar,
die Rohre sind untereinander verhältnismäßig einfach verbindbar.
[0011] Beispielsweise können die flanschartigen Kragen eine vieleckige Kontur aufweisen
und an ihren Rändern miteinander verschweißt sein. Vorzugsweise sind die von den flanschartigen
Kragen gebildeten Vielecke gleichseitig, diese können fünfeckig, sechseckig, viereckig
oder dreieckig ausgebildet sein.
[0012] Vorzugsweise sind die Rohre derart gebündelt, daß die Kanten aneinander anliegen
und lückenlos parkettieren.
[0013] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, daß die Rohre derart gebündelt sind, daß die
mehreckigen Kragen die Rohrbündelstirnflächen lückenhaft parkettieren und daß in die
Lücken entsprechende Bleche oder Rohre mit entsprechenden Aufweitungen und/oder Kragen
eingeschweißt sind.
[0014] Alternativ kann vorgesehen sein, daß die Kragen überlappend miteinander verschweißt
sind, d. h., daß eine geschlossene Rohrbündelstirnfläche durch sich überlappende aufeinanderliegende
Kragen benachbarter Rohre gebildet wird.
[0015] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren der
eingangs genannten Art gelöst, das sich dadurch auszeichnet, daß die Aufweitung durch
rundes Aufbördeln bzw. Ausbördeln des Rohrendes erfolgt, so daß ein umlaufender, flanschartiger
Kragen entsteht, der sich im wesentlichen in einer rechtwinklig zur Längsachse des
Rohres verlaufenden Ebene erstreckt.
[0016] Die Aufweitung ist so unabhängig von der jeweiligen Serie und kann zudem mit einem
einfachen, standardmäßigen Dorn erfolgen, so daß kein Spezialwerkzeug für die Anfertigung
der Rohraufweitung erforderlich ist.
[0017] Die Ausbildung von flanschartigen Kragen durch Aufbördeln der vorzugsweise aus Stahl
oder Edelstahl bestehenden Rohre an ihren Enden entstehen naturgemäß Kragen, die eine
runde Kontur aufweisen. Diese flanschartigen Kragen können so verschweißt werden,
daß ihre Rohrbündelstirnflächen lückenhaft parkettieren. Beispielsweise können die
flanschartigen Kragen an ihren Rändern miteinander verschweißt werden. Dann werden
in die Lücken entsprechende Bleche eingeschweißt, um eine geschlossene Stirnfläche
zu erhalten. Alternativ können die im wesentlichen kreisförmigen Kragen übereinander
und/oder untereinander gelegt, d. h. sich gegenseitig überlappend verschweißt werden.
Auf diese Art und Weise kann ebenso eine nahezu vollständig geschlossene Rohrbündelstirnfläche
erzeugt werden.
[0018] Werden die Rohre unter Verwendung von Schweißzusatzwerkstoffen miteinander verschweißt,
so können aufgrund von Bemaßungs- und Fertigungstoleranzen auftretende Fugen mit dem
Schweißzusatzwerkstoff aufgefüllt und damit sicher verschlossen werden.
[0019] Ebenso können die Ränder der Kragen nach dem Aufweiten zu Vielecken geschnitten werden
und an den durch das Schneiden gebildeten Kanten miteinander verschweißt werden. Dabei
liegen die Ecken der Vielecke vorzugsweise auf dem Umfangsrand des runden Kragens,
um möglichst Schnittverlusten vorzubeugen.
[0020] Da die flanschartigen Kragen der einander angrenzenden Rohrbündel auf diese Weise
eine geschlossene Stirnfläche bilden, ist bei dem Einsatz der Rohrbündel in Wärmetauschern
ein Zutritt des Tauschermediums bis an die Kragen gewährleistet, womit eine ausreichende
Wärmeabfuhr realisiert wird. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn die Rohrbündel
beispielsweise von heißen Rauchgasen durchströmt werden, die Temperaturen bis zu 1.000°
C aufweisen können, und eine ausreichende Kühlung der Schweißnähte notwendig ist.
[0021] Wie eingangs bereits erwähnt wurde, kann der Schnitt des Kragens je nach Bedarf dreieckig,
sechseckig, viereckig, fünfeckig oder mehr als sechseckig erfolgen. Auf diese Art
und Weise können die Rohre in einem ersten Fertigungsschritt zunächst umgebördelt
werden und dann in einem zweiten Arbeitsschritt auf die jeweils benötigte Form zugeschnitten
werden. Das Aufbördeln ist unabhängig von der jeweils zu fertigenden Serie, womit
der Lagerhaltungsaufwand für die Rohre reduziert wird.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Frontansicht einer Rohrbündelstirnfläche mit viereckig zugeschnittenen Kragen,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie I-I aus Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Frontansicht einer Rohrbündelstirnfläche mit rundem Kragen.
[0024] Gemäß der Zeichnung bestehen die erfindungsgemäßen Rohrbündel 1 aus Rohren 2, die
mindestens an einem Ende derartig aufgebördelt sind, daß ein umlaufender, flanschartiger
Kragen 3 entsteht, der sich im wesentlichen in einer rechtwinklig zur Längsachse 4
des Rohres 2 verlaufenden Ebene erstreckt. Die Rohre 2, die in diesem Ausführungsbeispiel
aus Edelstahl bestehen, sind gebündelt und an den nach dem Zuschniitt zu Vierecken
gebildeten Kanten 8 der Kragen 3 mit Schweißnähten 9 miteinander verbunden.
[0025] Bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die aufgebördelten
Kragen 3 zu gleich großen Vierecken geschnitten, so daß diese lückenlos parkettieren
und eine geschlossene Stirnfläche bilden. Je nach den benötigten Durchströmungsverhältnissen
können auch unterschiedliche Rohre mit entsprechend zugeschnittenem Kragen eingesetzt
werden, die in den jeweiligen Zwischenräumen plaziert sind. Durch dasdichte aneinander
liegen der Rohre 2, wird ein Zutritt des Tauschermediums rückseitig bis an die Schweißnähte
ermöglicht und eine optimale Wärmeabfuhr im Eintrittsbereich des zu kühlenden Mediums
in den Wärmeaustauscher ist gewährleistet.
[0026] In dem in der Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel liegen die durch Aufbördeln
gebildeten, runden Kragen 3 der angrenzenden Rohre 2 dergestalt aneinander an, daß
sich diese an den Rändern 5 der runden Kragen 3 berühren. In den Zwischenräumen sind
untergelagerte Rohre 6 angeordnet, die Kragen 7 von geeignet ausgebildeter Größe aufweisen,
um die zwischen den Rohren gebildeten Lücken zu schließen. Um eine lückenlos geschlossene
und dichte Rohrbündelstirnfläche zu erhalten, werden die Kragen 3 an ihren Rändern
5 mit den Kragen 7 der untergelagerten Rohre 6 durch Schweißnähte 9 verschweißt. Selbstverständlich
können die Lücken auch ohne Rohre verschlossen werden, indem geeignet ausgebildete
Stahlbleche in die Lücken eingeschweißt werden.
[0027] Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Produkt besonders guter Qualität
erzeugt. Das Verfahren ermöglicht einen extrem kompakten Bau von Rohrbündeln, insbesondere
von Wärmeaustauschern. Die Herstellung der flanschartigen Kragen kann mit einfachen
Werkzeugen erfolgen. Die flanschartigen Kragen können je nach Bedarfsfall vieleckig
zugeschnitten werden, so daß das Aufbördeln der Rohre unabhängig von der jeweilig
herzustellenden Serie erfolgt. Auf diese Weise wird der Lageraufwand für die Zwischenlagerung
von ausgeweiteten Rohren für verschiedene Serien von Wärmeaustauschern vermieden.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Rohrbündel
- 2
- Rohr
- 3
- Kragen
- 4
- Längsache des Rohrs
- 5
- Rand
- 6
- Rohr
- 7
- Kragen
- 8
- Kante
- 9
- Schweißnaht
1. Rohrbündel für Heizkessel-Wärmetauscher, im wesentlichen bestehend aus parallel zueinander
angeordneten metallischen Rohren, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (2) wenigstens an jeweils einem ihrer Enden einstückig mit diesen
ausgebildete flanschartige Kragen (3) aufweisen, die im wesentlichen in einer in etwa
rechtwinklig zur Längsachse des Rohrs (2) verlaufenden Ebene angeordnet sind und daß
die Rohre (2) im Bereich der Ränder (5) der Kragen (7) miteinander verschweißt sind.
2. Rohrbündel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die flanschartigen Kragen (3) eine vieleckige Kontur aufweisen und an ihren
Rändern (5) miteinander verschweißt sind.
3. Rohrbündel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vielecke gleichseitig sind.
4. Rohrbündel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (2) derart gebündelt sind, daß die Kanten (8) der Kragen (3) aneinander
anliegen und lückenlos parkettieren.
5. Rohrbündel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (2) derart gebündelt sind, daß die mehreckigen Kragen (3) die Rohrbündelstirnflächen
lückenhaft parkettieren und daß in die Lücken entsprechende Bleche oder Rohre (6)
mit entsprechenden Aufweitungen und/oder Kragen (7) eingeschweißt sind.
6. Rohrbündel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragen (3) benachbarter Rohre (2) sich gegenseitig überlappend miteinander
verschweißt sind.
7. Rohrbündel nach einem der Ansprüche 1, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die flanschartigen Kragen (3) eine runde Kontur aufweisen.
8. Verfahren zur Herstellung von Rohrbündeln für Heizkessel-Wärmetauscher, insbesondere
zur Herstellung von Rohrbündeln mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 7, wobei
die Rohre mindestens an einem Ende aufgeweitet werden, die Rohre danach gebündelt
werden und jedes Rohr im Rohrbündel mit dem Nachbarrohr verschweißt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufweitung durch rundes Aufbördeln des Rohrendes erfolgt, so daß ein umlaufender,
flanschartiger Kragen (3, 7) entsteht, der sich im wesentlichen in einer rechtwinklig
zur Längsachse (4) des Rohres (2) verlaufenden Ebene erstreckt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die flanschartigen Kragen (3) an ihren Rändern (5) miteinander verschweißt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die im wesentlichen kreisförmigen Kragen (3) übereinander und/oder untereinander
gelegt und sich gegenseitig überlappend miteinander verschweißt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (2) unter Einsatz eines Zusatzwerkstoffs verschweißt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragen (3) nach dem Aufweiten zu Vielecken geschnitten werden und an den
durch das Schneiden gebildeten Kanten (8) miteinander verschweißt werden.