[0001] Beim sog. Negativschnitt werden die gewünschten Szenen bzw. Ausschnitte dieser Szenen
aus einem Original-Negativfilm herausgeschnitten und zu einem neuen geschnittenen
Film zusammengefügt. Dabei ist es die Aufgabe einer Kreativcutterin, die Szenen bzw.
Ausschnitte aus einer Arbeitskopie nach gestalterischen Gesichtspunkten auszuwählen
und daraus eine Schnittliste und eine geschnittene Arbeitskopie (Schnittvorlage) zu
erstellen. Eine andere Person, nämlich die Abziehcutterin schneidet dann üblicherweise
den originalen Negativfilm "blind" nach der Schnittliste und stellt dadurch den geschnittenen
Film her.
[0002] Ursprünglich arbeitete die Abziehcutterin nach folgender Methode: Mit den Angaben
der Schnittliste suchte sie zunächst die passende Szene und das betreffende Bild im
Original-Negativfilm aus. Der Negativfilm befand sich dabei im Negativabziehtisch
und konnte dort mittels Zahnrädern, die in die Perforation des Negativfilms eingreifen,
vor- und zurückbewegt werden. Parallel dazu war eine geschnittene Positiv-Arbeitskopie
eingespannt, die sich synchron mit dem Negativfilm mitbewegte. Dadurch war eine optische
Kontrolle möglich, die es erlaubte, die anhand der Schnittliste ausgewählten Szenen
des Negativfilms mit der Positiv-Arbeitskopie zu vergleichen. Ein Fehler in den Angaben
der Schnittliste konnte somit noch vor dem eigentlichen Schnitt des Negativs entdeckt
werden. Mit diesem Verfahren war es bei jeder Szene möglich, ein Bild des Negativfilms
mit der Arbeitskopie auf Positivfilm zu vergleichen, da der Negativfilm und die Arbeitskopie
bildsynchron vor- und zurückgespult werden konnten.
[0003] Neuere Kreativ-Schnittverfahren nutzen die Möglichkeit der Videotechnik und der elektrischen
Datenverarbeitung. Dabei wird nun der Original-Negativfilm im Videostudio auf Videoband
überspielt. Hierbei wird eine Verbindung zwischen dem Keycode des Negativfilms und
dem Video-Timecode hergestellt (Logging). Bei diesem Vorgang werden alle Fußnummern
des Negativfilms erfaßt und dem entsprechenden Bild ein Timecode am Video zugewiesen.
Die Kreativ-Cutterin wählt die erwünschten Szenen bzw. Ausschnitte aus dem Videofilm
aus und erstellt eine Schnittliste und eine geschnittene Arbeitskopie.
[0004] Die Aufgabe der Abzieh-Cuttern ist es wiederum, anhand der Schnittliste den Original-Negativfilm
zu schneiden. Im Negativ-Schnittstudio wird üblicherweise

blind

nach Liste geschnitten. Alle Fehler der vorangegangenen Verfahren, angefangen von
der Zuordnung des Timecodes zum Keycode des Negativfilms (Logging) bis zu Fehlern
beim Kreativschnitt, können nicht erkannt werden, da die früher zum Negativschnitt
genutzte Arbeitskopie auf Positivfilm im Video- und Computer-Schnitt nicht mehr entsteht.
Eine optische Kontrolle, wie bisher, ist dadurch nicht mehr möglich.
[0005] Die optische Kontrolle des Negativschnitts ist von wesentlicher Bedeutung, weil durch
sie Fehler in den Angaben der Schnittliste erkannt werden können. Diese Fehler aus
den Arbeitsprozessen vor dem Negativschnitt können im Fall des üblichen Blindschnitts
eine falsche Auswahl von Bildern oder ganzer Szenen verursachen, und damit eine mehrere
Millionen DM teure Filmproduktion zerstören. Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist erfahrungsgemäß
groß und dadurch auch das Risiko beim Negativschnitt, nicht zuletzt durch fehlende
Normen bei Arbeitsschritten, maschinelle Fehlfunktion und menschliches Versagen. Die
Fehlerquellen beginnen bei der Herstellung des Negativfilms, wenn z. B. doppelte Fußnummern
vergeben wurden. Ferner gibt es Unregelmäßigkeiten beim Logging, wenn der Barcode
des Negativs falsch gelesen oder beim Überspielen auf Video teilweise übersprungen
wird. Darüber hinaus können auch mechanische Probleme auftreten, wie z. B. das Rutschen
des Negativfilms über den Zahnkranz am Kopiertisch. Alle diese Fehler wirken sich
auf die Schnittlliste aus, deren Daten dann nicht mehr auf die entsprechenden Bilder
des Negativfilms zutreffen. Die Angaben der Schnittliste können u. U. völlig andere
Szenen und Ausschnitte bezeichnen.
[0006] Die bisherigen Versuche der bildsynchronen Verkopplung eines Negativfilms mit einer
Schnittvorlage benutzen ein timecodeorientiertes Verfahren. Hierbei umfaßt die Synchronisationeinrichtung
eine Welle, die sich beim Transport des Negativfilms dreht, wodurch gleichzeitig ein
Timecode erzeugt wird und damit ein Videorecorder angesteuert wird. Diese Verfahren
sind alle nicht bildgenau, da der Videorecorder ein relativ träges, ungenaues Transportsystem
hat, das für die angestrebten Zwecke nicht geeignet ist. Durch die Trägheit dieses
Systems kann z. B. das Videoband bei plötzlichem Halt aus hoher Geschwindigkeit um
einige Bilder ungewollt verrutschen. Außerdem kann der Videorecorder im "slow mode",
d. h. beim sehr langsamen bildweisen Vor- und Zurückspulen das Videotimecodesignal
verlieren und es können Fehler in der Synchronisation der Filme auftreten, und dadurch
die Bildposition um wenigstens ein Bild differieren.
[0007] Der Videorecorder hat darüber hinaus den Nachteil, daß die beim Negativschnitt häufig
benutzte Funktion des Standbilds bzw. des slow modes einen sehr starken Verschleiß
des Videobandes und der Kopftrommel des Videorecorders zur Folge hat. Bei längerem
Stillstand oder bei mehrmaligem Vor- und Zurückspulen sind dadurch ein Verrutschen
oder Verschmieren der Kopftrommel des Videorecorders und damit Fehler in der Synchronisation
möglich. Eine bildgenaue und funktionssichere optische Kontrolle beim Negativschnitt
ist mit den z. Zt. erhältlichen Systemen nicht möglich.
[0008] Es ist deshalb die Aufgabe gemäß der Erfindung, ein Schnittverfahren zu schaffen,
mit dem zwei Bilddatenspeicher mit Hilfe einer Synchronisationseinrichtung verglichen
werden können, die eine bildgenaue Synchronisation mit höchster Funktionssicherheit
und minimalem Verschleiß ermöglicht.
[0009] Es ist des weiteren die Aufgabe gemäß der Erfindung, eine Schnitteinrichtung mit
einer Synchronisationseinrichtung zu schaffen, die einfach und kostengünstig ist,
die eine hohe Funktionssicherheit hat und nahezu verschleißfrei den Negativschnitt
ermöglicht.
[0010] Die Aufgaben werden durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1, 6 und 7 gelöst.
Vorteilhatte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Nachstehend wird das erfindungsgemäße Schnittverfahren unter Verwendung der erfindungsgemäßen
Schnitteinrichtung beschrieben. Dabei wird das Negativschnitttverfahren für den Fall
erläutert, daß der Transport des Negativfilms über einen Impulsgeber den zweiten,
digitalen Bildspeicher synchronisiert.
[0012] Die Erfindung greift in das gesamte Verfahren der Filmproduktion ein, wenn die Abziehcutterin
eine Schnittliste und einen fertig geschnittenen Film auf Videoband erhält. Diese
Schnittvorlage wird dann in ein Videogerät eingelegt, das mit einem Computer verbunden
ist.
[0013] Der Computer enthält eine Digitalisierungskarte, die das von der externen Videoquelle,
z. B. von einem Videorecorder stammende Videosignal bildgenau digitalisiert. Die Digitalisierung
kann natürlich, außer vom Videoband auch von jedem anderen beliebigen Bildspeichermedium
erfolgen, bzw. bereits auf Diskette vorliegen, so daß nur noch auf das Speichermedium
des Computers überspielt werden muß. Die Videosignale werden dann z. B. komprimiert
als Daten auf einer Festplatte oder einer wiederbespielbaren Disk abgelegt. Die Bildanzahl
europäischer Videosysteme (PAL, SECAM) von 25 Bildern/Sek. wird Bild für Bild in vorzugsweise
ebenfalls 25 Bilder digitalisiert, wobei jedem Einzelbild eine feste Adresse auf dem
Speichermedium des Computers zugewiesen wird. Besonders vorteilhaft ist dabei die
Verwendung einer hochwertigen Digitalisierungskarte, die auch ausgelassene Bilder
aufgrund von Fehlern im Videosignal anzeigt und somit eine vollständige, eindeutige
Übertragung sicherstellt.
[0014] Die Qualität der Digitalisierung ist dabei von geringer Bedeutung, da die digitalisierten
Bilder lediglich zur optischen Kontrolle der Angaben der Schnittliste dient.
[0015] Eine Software kann schließlich auf jedes Bild softwaremäßig zugreifen und das ausgewählte
Bild darstellen. Die Anzeige der Bilder des digitalisierten Films erfolgt entweder
auf dem Monitor des Computers oder z. B. über den Videoausgang der Digitalisierungskarte
auf einem Fernsehmonitor. Auf jedem Einzelbild ist dabei vorzugsweise der betreffende
Timecode eingeblendet.
[0016] Die Schnittvorlage ist damit digitalisiert und der eigentliche Negativschnitt mit
Hilfe der Synchronisationseinrichtung kann beginnen.
[0017] Der Negativfilm ist in einem Negativabziehtisch eingespannt und läuft dort gewöhnlich
über eine belichtete Platte, so daß die Bilder des Negativs erkannt werden können.
In die Perforation des Films greift ein Zahnkranz ein, der zum Transport des Negativfilms
vor- und zurück steuerbar ist. Der Filmtransport wird vorzugsweise durch Fußtasten
bewirkt, die den Zahnkranz elektrisch ansteuern. Zum langsamen, bildweisen Bewegen
des Films ist eine Mechanik vorgesehen, mit der der Film mittels einer Handkurbel
in

slow mode

angetrieben werden kann.
[0018] Die Synchronisation des Negativfilms mit der digitalen Schnittvorlage erfolgt mittels
einer Synchronisationseinrichtung. Die Synchronisationseinrichtung umfaßt u. a. vorzugsweise
einen Rotationsimpulsgeber, der mechanisch fest mit einer Synchronisationsmechanik,
bestehend aus einem Zahnkranz und einer Drehachse, verkoppelt ist, wobei sich die
Drehachse proportional mit dem Film transportierenden Zahnkranz dreht. Der Rotationsimpulsgeber
wandelt die relative Drehung des Zahnkranzes in elektrische Impulse um und ist in
der Lage, eine Vorwärts-, Rückwärts- und Drehrichtungserkennung als Phasenversatz
im Impulssignal weiterzugeben. Das Impulssignal des Rotationsimpulsgebers wird vorzugsweise
über ein serielles Kabel an einen Computer übertragen, in dem neben den üblichen zum
Betrieb eines Computers notwendigen Bauteilen wie Motherboard, Festplatte, Graphikkarte
usw. zwei spezielle Bausteine, nämlich eine Videodigitalisierungskarte und eine Impulszählerkarte
die zum Betrieb der Anlage nötig sind, eingebaut sind.
[0019] Anstelle der Übertragung der Filmbewegung mittels einer Drehachse und eines Rotationsimpulsgebers,
ist es auch möglich, eine z. B. optische Einrichtung mit einer Vorwärts-, Rückwärts-
Drehrichtungserkennung einzusetzen. Diese Einrichtung könnte z. B. die schwarze Trennlinie
zwischen zwei Bildern des Negativfilms und die Drehrichtung anhand der Position der
Fußtaster des Filmantriebs erkennen. Die dadurch erzeugten elektrischen Impulse könnten
dann wiederum an den Computer übertragen werden. Ebenso ist jede andere Vorrichtung
geeignet, die sowohl Bewegung als auch Bewegungsrichtung des Negativfilms erkennt
und in elektrische Impulse umwandelt.
[0020] Eine weitere Möglichkeit ist die Erfassung des Keycodes des Negativfilms und die
Übertragung dieser Signale an einen Computer in Echtzeit.
[0021] Die Bilder der digitalen Arbeitskopie werden entsprechend der elektrischen Impulse
ausgelesen, wobei der Transport des Negativfilms um ein Bild in Vorwärts- oder Rükwärtsrichtung
jeweils einen

Transport

(eine Veränderung) des digitalisierten Films um ein Bild bewirkt. Um das nächste
digitale Bild zu erkennen, muß die Reihenfolge der digitalen Bilder festgelegt sein.
Diese kann im einfachsten Fall durch die Speicheradresse der Bilder bestimmt sein,
sie können aber auch z. B. aufsteigend numeriert oder nach anderen Methoden gekennzeichnet
sein.
[0022] Eine Detektoreinrichtung, vorzugsweise eine Impulszählerkarte, wertet die ankommenden
Impulse hinsichtlich der Anzahl und der Drehrichtung aus und hält einen Zählerstand
in ihrem Speicher bereit, der über einen Port softwaremäßig ausgelesen werden kann.
Dieser Zählerstand repräsentiert die seit der Initialisierung der Impulszählerkarte
angefallenen Umdrehungen der Welle auf dem Negativabziehtisch mit Richtungskorrektur
und einer Genauigkeit bzw. Schrittweite von vorzugsweise 800 Impulsen/Umdrehung und
hat direkten Bezug auf die in einer Umdrehung mitlaufenden Filmbilder auf dem Zahnkranz.
[0023] Die Genauigkeit bzw. Schrittweite ist vorzugsweise so gewählt, daß alle üblichen
Formate von Negativfilmen erfaßt werden können. Da sich bei einer Umdrehung der Drehachse
bei 35 mm negativ acht Bilder und bei 16 mm negativ 20 Bilder über den Negativabziehtisch
bewegen, kann man mit einem Umrechnungsfaktor von 100 für das 35 mm Negativ und einem
Faktor 40 für das 16 mm Negativ die Anzahl der Bilder auf dem Negativ trotz Hin- und
Herfahren des Negativs (Richtungsumkehr der Drehachse) exakt bestimmen.
[0024] Die Synchronisation von Videoeinzelbildern der digitalisierten Arbeitskopie, die
über die Digitalisierungskarte erfaßt wurden, und den Negativbildern auf dem Abziehtisch,
erfolgt also über den Zählerstand der Impulszählerkarte mittels einer speziell entwickelten
Software. Diese Software ist in der Lage, den Zählerstand auf der Karte in sehr kurzen
Intervallen von etwa 0,1 Sek. auszulesen und dementsprechend das zum Negativbild gehörende
digitalisierte Videobild der Arbeitskopie auf einem Monitor darzustellen. Dies funktioniert
in

Echtzeit

auch während der Film im Abziehtisch mit hoher Geschwindigkeit bewegt wird.
[0025] Der Schnittvorgang am Negativabziehtisch sieht nun wie folgt aus: Die Abziehcutterin
sucht sich anhand der Schnittliste das betreffende Bild im Negativfilm aus und vergleicht
dieses mit dem auf einem Bildschirm angezeigten Referenzbild. Dann wird der Negativfilm
mit den Fußtasten bis zu einer Stelle gespult, die in der Schnittliste angegeben ist.
Dabei wird der digitale Film gemäß der Bewegung des Negativfilms vor- oder zurückgespult
und die Szene kann bequem auf einem Video oder TV-Monitor angesehen und der Timecode
überwacht werden, der vorzugsweise in den Bildern der Arbeitskopie eingeblendet ist.
Diese Bilder werden bildsynchron zum Negativ vorzugsweise von einer Festplatte angesteuert.
Die visuelle Kontrolle ermöglicht es, Fehler der Schnittliste oder des Datenmanagements
zu erkennen. Das Schnittergebnis stimmt zuverlässig mit dem Offlineschnitt überein,
bzw. mit dessen Videoausgabe. Die Handhabung ist besonders einfach, da sie mit der
eines Videorecorders gleichzusetzen ist. Fehlbedienungen werden durch eine intelligente
Menüführung ausgeschlossen.
[0026] Der oben beschriebene Schnittvorgang kann auch vollständig automatisiert sein. Voraussetzung
dafür ist, daß die Angaben der Schnittliste EDV-mäßig vorliegen. Ein in der Schnittliste
angegebenes Bild kann mittels einer Bildnummernerkennungseinrichtung z. B. anhand
der Fuß- oder Bildnummer ausgewählt, erkannt und automatisch an die richtige Position
am Negativabziehtisch eingezogen werden. Falls dieses Negativbild dem am Bildschirm
angezeigten digitalen Bild entspricht, kann der Negativfilm entweder bis zum letzten
Bild der Szene vorgespult oder der Negativfilm an dieser Stelle mittels Schneidvorrichtung
automatisch geschnitten werden. Entsprechen die Bilder einander nicht, wird der Schnittvorgang
angehalten und es erfolgt z.B. ein Warnsignal an den Bediener, der dann die Unstimmigkeiten,
wie etwa Fehler in der Schnittliste klären kann. Der normalerweise vom Bediener durchgeführte
Bildvergleich kann auch von einem Bildkomparator ausgeführt werden, der bereits relativ
geringe Unterschiede im Bildinhalt erkennen sollte. Der Komparator dient zum Vergleich
wenigstens des ersten und letzten Bildes einer Szene gemäß den Angaben der Schnittliste
mit dem jeweiligen digitalen Referenzbild.
[0027] Durch den Einsatz der digitalen Aufzeichnung werden Probleme anderer, videobasierender
Systeme, verhindert. Ein Rutschen oder Verschmieren der Köpfe ist selbst bei stundenlangem
Stillstand nicht möglich.
[0028] Alle Videosysteme (VHS, BETA, U-MATIC) oder eine direkte Offlineausgabe finden Anschluß
an das Digitalisierungsboard. Darüber hinaus ist das Schnittsystem wegen seiner weit
verbreiteten Standardkomponenten besonders preisgünstig.
[0029] Die Steuerung der beiden Filme könnte auch umgekehrt erfolgen, indem der digitale
Film z. B. mittels Cursortasten vor- und zurückgespult wird und somit den Transport
des Negativfilms bewirkt. In diesem Fall wird durch die

Bewegung

des digitalen Films um ein Bild eine bestimmte Anzahl von Impulsen generiert, die
an einen Impulsaufnehmer gesendet werden. Der Impulsaufnehmer treibt entsprechend
den Impulsen, aus denen wiederum Bewegung und Bewegungsrichtung des digitalen Films
erkennbar ist, eine Synchronisationsmechanik an. Der Negativfilm wird schließlich
von der Synchronisationsmechanik angetrieben, die z. B. eine Welle und einen damit
verkoppelten Zahnkranz umfaßt, der in die Perforation des Negativfilms eingreift.
Der Bildvergleich erfolgt z. B. mittels Komparator, wie oben beschrieben.
[0030] Eine Ausführungsform gemäß der Erfindung ist nachfolgend beispielhaft näher beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung der erfindungsgemäßen Negativ-Schnitteinrichtung.
[0031] 1 ist ein Rotationsimpulsgeber, der mechanisch fest verkoppelt mit einer Achse des
Negativ-Abziehtisches 5 ist, die sich proportional mit dem filmtransportierenden Zahnkranz
dreht. Die Verkoppelung geschieht über eine auf der Drehachse befestigte Zahnriemenscheibe`
die sich gleichlaufend mit der Achse mitdreht. Der Rotationsimpulsgeber 1 wandelt
die relative Drehung in elektrische Impulse um und ist in der Lage, eine Vorwärts-,
Rückwärts-Drehrichtungserkennung als Phasenversatz im Impulssignal weiterzugeben.
Das Impulssignal des Rotationsimpulsgebers 1 wird über ein serielles Kabel 6 an einen
Computer 2 übertragen, in dem neben den üblichen zum Betrieb eines Computers notwendigen
Bauteilen wie Motherboard, Festplatte, Graphikkarte etc. zwei spezielle Bausteine,
nämlich eine Videodigitalisierungskarte 2a und eine Impulszählerkarte 2b, die zum
Betrieb des Systems nötig sind, eingebaut sind.
[0032] Die Impulszählerkarte 2b wertet die vom Rotationsimpulsgeber 1 ankommenden Impulse
hinsichtlich der Anzahl und Drehrichtung aus und hält einen Zählerstand in ihrem Speicher
bereit, der über einen Port softwaremäßig ausgelesen werden kann. Dieser Zählerstand
repräsentiert die seit der Initialisierung der Impulszählerkarte 2b angefallenen Umdrehungen
der Drehachse 7 auf dem Negativ-Abziehtisch mit Richtungskorrektur und einer Genauigkeit
bzw. Schrittweite von 800 Impulsen/Umdrehung und hat Bezug auf die mit einer Umdrehung
mitlaufenden Filmbilder auf dem Zahnkranz. Da sich bei einer Umdrehung der Drehachse
7 bei 35 mm Negativ acht Bilder und bei 16 mm Negativ 20 Bilder über den Negativ-Abziehtisch
5 bewegen, kann man mit einem Umrechnungsfaktor von 100 für 35 mm und einem Faktor
40 für 16 mm die Anzahl der Bilder auf dem Negativ trotz Hin- und Herfahrens des Negativs
(Richtungsumkehr der Drehachse) exakt bestimmen.
[0033] Als weiterer Bestandteil der Anlage ist die Videodigitalisierungskarte 2a zu nennen,
die das von einer externen Videoquelle 4 (z. B. Videorecorder 4) stammende Videosignal
bildgenau digitalisiert, komprimiert und als Daten auf der Festplatte des Computers
2 ablegt. Diese Videodaten beinhalten alle 25 Bilder, die pro Sek. Video anfallen
(ausgelassene Bilder aufgrund von Fehlern im Videosginal werden angezeigt) und es
läßt sich auf jedes einzelne Bild softwäremäßig zugreifen und es darstellen. Die Darstellung
der Einzelbilder eines Videos erfolgt entweder auf dem Computer-Monitor 3 oder über
den Videoausgang der Digitalisierungskarte 2a auf einem TV-Monitor 3.
[0034] Die Verknüpfung von Videoeinzelbildern der Arbeitskopie, die über die Digitalisierungskarte
2a erfaßt wurden und den Negativbildern auf dem Abziehtisch 5 erfolgt über den Zählerstand
der Impulszählerkarte 2b mittels einer speziell entwickelten Software. Diese Software
ist in der Lage, den Zählerstand auf der Karte 2b in sehr kurzen Intervallen von 0,1Sek.
auszulesen und dementsprechend das zum Negativbild gehörende digitalisierte Videobild
der Arbeitskopie über einen Monitor 3 darzustellen. Nachdem ein Referenzpunkt, zwischen
dem Videobild und dem Negativbild gefunden wurde, d. h., nachdem das zum Videobild
passende Negativbild am Abziehtisch eingelegt wurde, können die Bilder des Negativfilms
und die Videobilder synchron, Bild für Bild, vor- und zurückgespult werden, wobei
die Bilder einander entsprechen. Dies funktioniert auch während der Negativfilm im
Abziehtisch 5 mit hoher Geschwindigkeit bewegt wird.
1. Verfahren zur Synchronisation eines Negativfilms mit einer fertig geschnittenen Arbeitskopie,
wobei folgende Schritte durchgeführt werden:
- Erzeugen einer digitalen Arbeitskopie, die in einem Rechner (2) gespeichert und
auf einem Monitor (3) dargestellt wird,
- Abziehen des Negativfilms auf einem Negativabziehtisch (5) wobei die Bewegungsrichtung
und die Bewegung des Negativfilms erfaßt und ein entsprechendes Signal erzeugt wird,
- Übertragen des Signals an eine Detektoreinrichtung,
- wenigstens bildgenaues, zur Bewegung der Bilder des Negativfilms synchrones Auslesen
von Bildern der digitalen Arbeitskopie entsprechend dem von der Detektoreinrichtung
empfangenen kodierten Signal, und
- Anzeigen der digitalen Bilder auf einem Monitor (3), so daß die zum Negativfilm
synchron laufenden Bilder der digitalen Arbeitskopie jederzeit mit den Bildern des
Negativfilms verglichen werden können.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bewegungsrichtung und die Bewegung des Negativfilms, der über einen Zahnkranz
läuft, mittels einer mit dem Zahnkranz verkoppelten Drehachse (7) an einen Rotationsimpulsgeber
(1) übertragen wird, der entsprechende Impulssignale erzeugt, die von einer Impulszählerkarte
(2b) erfaßt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bewegungsrichtung und die Bewegung des Negativfilms optisch aufgenommen und entsprechende
Signale an eine Detektoreinrichtung übertragen werden.
4. Synchronisationseinrichtung zur Synchronisation eines Negativfilms mit einer digitalen
Arbeitskopie, mit
- einer Drehachse (7), die sich proportional zu einem Zahnkranz dreht, der in eine
Perforation des Negativfilms eingreift,
- einem Rotationsimpulsgeber (1), der mit der Drehachse (7) verkoppelt ist und die
relative Drehung der Drehachse (7) in Signale umwandelt,
- einer Detektoreinrichtung, die die Signale erfaßt und entsprechend der von der Detektoreinrichtung
empfangenen Signalen Bilder der digitalen Arbeitskopie bildsynchron zur Bewegung der
Bilder des Negativfilms aus einer Speichereinrichtung ausgelesen und an einem Monitor
(3) angezeigt werden.
5. Synchronisationseinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Rotationsimpulsgeber (1) eine Schrittweite bzw. Genauigkeit hat, die die Verwendung
aller üblichen Formate von Negativfilmen zur Synchronisation ermöglicht.
6. Synchronisationseinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Detektoreinrichtung eine Impulszählerkarte (26) ist.