[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Deaktivieren eines Sicherungselementes
für die elektronische Artikelsicherung, wobei das Sicherungselement ein magnetisches
Material mit hoher Permeabilität und geringer Koerzitivkraft (weichmagnetisches Material)
und ein magnetisches Material mit geringer Permeabilität und hoher Koerzitivkraft
(halbhart- oder hartmagnetisches Material) aufweist, wobei das weichmagnetische Material
durch Anlegen eines magnetischen Wechselfeldes in einer Abfragezone zur Remission
eines charakteristischen Signals angeregt wird und wobei das charakteristische Signal
unterdrückt wird, wenn sich das halbhart- oder hartmagnetische Material nach Anlegen
eines entsprechend hohen Magnetfeldes in der Sättigung befindet.
[0002] Sicherungselemente der zuvorbeschriebenen Art werden - wie bereits gesagt - vorzugsweise
im Bereich der elektronischen Artikelsicherung in Kaufhäusern und Lagern eingesetzt.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines Sicherungselementes ist aus der EP
0 295 028 B1 bekannt geworden. In dieser Patentschrift sind die sog. "Thin Film"-Etiketten
beschrieben Diese bestehen aus einer dünnen, vorzugsweise im µm-Bereich liegenden
Schicht aus weichmagnetischem Material. Die Schicht wird z.B. mittels eines physikalischen
Abscheideverfahrens unter Vakuumbedingungen auf ein Trägersubstrat aufgebracht.
[0003] "Thin Film"-Etiketten zeigen einen anisotropen Aufbau. Anisotrop bedeutet, daß die
weichmagnetische Schicht, aus der die "Thin Film"-Etiketten gebildet sind, eine Vorzugsachse
besitzt. Der anisotrope Aufbau macht sich in der Praxis dadurch bemerkbar, daß das
von dem "Thin Film"-Etikett als Antwort auf ein Abfragefeld remittierte charakteristische
Signal maximal ist, wenn Abfragefeld und Vorzugsachse parallel zueinander ausgerichtet
sind; das Signal verschwindet hingegen, wenn Vorzugsachse und Abfragefeld senkrecht
zueinander stehen.
[0004] Ein analoges Verhalten zeigen übrigens auch die sog. "Strip"-Sicherungselemente,
die aus einem streifenförmigen, weichmagnetischen Material bestehen. Auch hier ist
das charakteristische Signal maximal, wenn Abfragefeld und Streifen parallel zueinander
ausgerichtet sind, und verschwindet bei senkrechter Ausrichtung. Übrigens kann das
"Strip"-Sicherungselement auch aus einem gezogenen Draht bestehen.
[0005] Zur Detektierung von Sicherungselementen in der Abfragezone sind eine Vielzahl unterschiedlicher
Verfahren bekannt geworden. Als Beispiel soll die in der EP 123 586 B vorgeschlagene
Detektionsvorrichtung genannt sein.
[0006] Zwecks Deaktivierung eines "Thin Film"- Sicherungselementes nach ordnungsgemäßer
Bezahlung des gesicherten Artikels ist auf dem weichmagnetischen "Thin-Film"-Material
z.B. eine Lochfolie aus einem halbhartmagnetischen Material, beispielsweise Nickel,
vorgesehen. Bei "Strip"-Etiketten sind Abschnitte eines halbhart- oder hartmagnetischen
Materials in unmittelbarer Nähe des weichmagnetischen Streifens angeordnet.
[0007] In beiden Fällen erzeugt das aufmagnetisierte Deaktivierungsmaterial ein Streufeld,
das das weichmagnetische Material derartig vormagnetisiert, daß es in der Abfragezone
nicht mehr detektiert Wird. Um eine zuverlässige Deaktivierung zu erreichen, ist es
notwendig, daß das Deaktivierungsmaterial in einen definierten Magnetisierungszustand
(Remanenz) überführt wird, der maximale Magnetisierung und damit maximales Streufeld
gewährleistet.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung vorzuschlagen, die eine
verläßliche Deaktivierung eines Sicherungselements zur elektronischen Artikelsicherung
über eine gewisse Entfernung erlaubt.
[0009] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zumindest zwei Permanentmagnete vorgesehen sind,
deren Pole in zueinander parallelen Ebenen liegen.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Sicherungselementes
sind die Permanentmagnete quaderförmig und so zueinander ausgerichtet, daß zwei gleichdimensionierte
Seitenflächen zueinander weisen.
[0011] Als günstig hat es sich darüber hinaus erwiesen, wenn die gleichnamigen Pole der
Permanentmagnete in einer Ebene liegen. Insbesondere lassen sich hervorragende Ergebnisse
erzielen, wenn drei, vorzugsweise quaderförmige Permanentmagnete nebeneinander positioniert
sind. Inhomogenitäten der Magnetfelder zeigen sich hier lediglich in den Randbereichen,
während die Magnetfelder im mittleren Bereich im wesentlichen senkrecht zu den Polen
verlaufen und sich durch eine hohe Homogenität auszeichnen. Hierdurch wird eine verläßliche
Deaktivierung der Sicherungselemente auch noch in einer relativ großen Entfernung
von den Polen der Permanentmagnete erreicht.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen,
daß der mittlere Magnet eine geringere Größe als die beiden außen liegenden Magnete
aufweist. Hierdurch wird die Richtung der Magnetfeldlinien derart beeinflußt, daß
eine Deaktivierung beliebig orientierter Sicherungselemente erreicht wird.
[0013] Weiterhin hat es sich als sehr günstig herausgestellt, wenn eine Grundplatte und/oder
Seitenteile vorgesehen ist/sind, so daß die Permanentmagnete innerhalb des Kastens/Rahmens
anordenbar, bzw. auf der Grundplatte plazierbar sind. Da die Seitenteile und die Grundplatte
aus einem die Magnetfelder im wesentlichen abschirmenden Material bestehen, werden
die Streufelder in den Seitenbereichen unterdrückt, und die Homogenität der Magnetfelder
im mittleren Bereich wird erhöht. Hiermit geht einher, daß die Kraft, die die Magnetfelder
auf magnetische Artikel, z.B. Dosen, ausüben, vornehmlich senkrecht zu den dem Deaktivierungsbereich
zugewandten Polen wirkt. Dies erleichtert dem Bedienpersonal das Deaktivieren von
Sicherungselementen, die magnetische Artikel vor Diebstahl schützen sollen, ganz erheblich:
da die seitlich wirkenden Kräfte nahezu vollständig eliminiert sind, wird die Bewegung
der Artikel relativ zu den Permanentmagneten ohne große Kraftanstrengung möglich.
[0014] Vorteilhaft ist es außerdem, wenn zwischen den einzelnen quaderförmigen - oder sonstwie
gestalteten - Permanentmagneten Zwischenteile vorgesehen sind, die die magnetischen
Streufelder abschirmen. Wie auch im Fall der zuvorbeschriebenen Rahmenteile und der
Grundplatte bestehen die Zwischenteile vorzugsweise aus Stahl, beispielsweise aus
ST 2 oder ST 37.
[0015] Zwecks Reduzierung der Anziehungskraft der Permanentmagneten im Deaktivierungsbereich
auf magnetische Artikel ist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung eine Abdeckplatte
aus einem das Magnetfeld teilweise abschirmenden Material oberhalb der Pole vorgesehen.
[0016] Eine alternative Ausführungsform zu den quaderförmigen Permanentmagneten sieht Permanentmagnete
vor, die als dreieckförmige Prismen ausgebildet sind, wobei die Basen zweier dreieckförmiger
Prismen jeweils zueinander weisen. Die quaderförmige Grundstruktur der Vorrichtung
zum Deaktivieren bleibt auch hier erhalten.
Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn - im Falle von zwei Permanentmagneten
- die ungleichnamigen Polflächen jeweils in einer Ebene liegen. Gute, den gestellten
Anforderungen 'homogenes und ausreichend starkes Magnetfeld' genügende Ergebnisse
lassen sich insbesondere dann erzielen, wenn zwischen den Basen ein Luftspalt vorhanden
ist.
[0017] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1: eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
Fig. 2: eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 3: eine Draufsicht auf eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 4: eine Draufsicht auf eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 5: eine Draufsicht auf eine fünfte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 6: eine Draufsicht auf eine sechste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und
Fig. 7: eine Draufsicht auf eine letzte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0018] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung. Drei quaderförmige Permanentmagnete 2;7 sind in einem Rahmen angeordnet,
der aus einer Grundplatte 3, vier Seitenteilen 4 und den Zwischenteilen 15 besteht.
Gleichnamige Pole (N; S) der Permanentmagnete 2 liegen jeweils in zwei parallelen
Ebenen. Neben einer einfachen Positionierung der Permanentmagnete dient die aus der
Grundplatte 3, den Seitenteilen 4 und den Zwischenteilen 15 gebildete Aufnahmevorrichtung
auch dazu, Streufelder - also die inhomogenen Anteile der Magnetfelder der Permanentmagnete
- abzuschirmen. Hierzu besteht die Aufnahmevorrichtung aus Stahl, z.B. ST 2 und/oder
ST 37. Zwecks Reduzierung des homogenen, relativ starken Magnetfeldes im Deaktivierungsbereich
- im dargestellten Fall ist er oberhalb der Nordpole (N) der Permanentmagneten 2;7
zu finden - ist eine Abdeckplatte 5 vorgesehen, die das von den Permanentmagneten
2;7 erzeugte Magnetfeld abschwächt.
[0019] Desweiteren ist in Fig. 1 ein deaktivierbares Sicherungselement 12 dargestellt. Die
Pfeile deuten hier - ebenso wie in allen nachfolgenden Zeichnungen - die Bewegungsrichtungen
eines mit dem Sicherungselement 12 versehenen Artikels während des Deaktivierungsprozesses
an. Das Sicherungselement 12 besteht im gezeigten Fall aus einem weichmagnetischen
Streifenmaterial 13, in dessen unmittelbarer Nähe Abschnitte eines halbhart- oder
hartmagnetischen Materials 14 angeordnet sind.
[0020] Die in Fig. 2 gezeigte Draufsicht auf eine Vorrichtung 1 zum Deaktivieren eines Sicherungselementes
12 zur elektronischen Artikelsicherung unterscheidet sich von der in Fig. 1 gezeigten
Ausführungsform lediglich durch einen zwischen den quaderförmigen Permanentmagneten
2; 7 vorgesehenen Luftspalt 6.
[0021] In der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform sind zu beiden Seiten eines Luftspaltes
6 jeweils zwei quaderförmige Permanentmagnete 2;7 mit entgegengesetzter Polarität
plaziert.
[0022] Aus den Figuren Fig. 4 bis Fig. 6 sind verschiedenen Ausführungsformen zu einer zweiten
Alternative der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zu sehen: die Permanentmagnete 2;8
sind Prismen mit dreieckförmiger Grundfläche, wobei die Basen 10 der Permanentmagnete
2;8 zueinander weisen. In Fig. 4 und Fig. 6 sind die Permanentmagnete 2;8 in einer
rahmenförmigen Aufnahmevorrichtung positioniert. Während die Permanentmagnete 2;8
im Falle des in Fig. 4 dargestellten Beispiels aneinandergrenzen, sind sie bei der
in Fig. 6 gezeigten Ausführungsform durch einen Luftspalt 6 voneinander getrennt.
[0023] Fig. 5 zeigt die Draufsicht auf eine kostengünstige Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1, die auf die Aufnahmevorrichtung für die Permanentmagnete verzichtet.
[0024] In Fig. 7 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die dazu geeignet
ist, Sicherungselemente mit beliebiger Orientierung zu deaktivieren. Drei quaderförmige
Permanentmagnete 7 sind nebeneinander in einer Aufnahmevorrichtung positioniert. Gleichnamige
Pole (N; S) der Permanentmagnete 7 liegen jeweils in einer Ebene. Der mittlere der
drei Permanentmagnete 7 hat kleinere Polflächen als die beiden außen angeordneten
Permanentmagnete. Als Folge hiervon wird die Homogenität des Magnetfeldes mit Ausnahme
des zentralen Bereiches aufgehoben: Sicherungselemente 12 mit beliebiger Orientierung
zu den Permanentmagneten 7 werden effektiv deaktiviert.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Deaktivator
- 2
- Permanentmagnet
- 3
- Grundplatte
- 4
- Seitenteil
- 5
- Abdeckplatte
- 6
- Luftspalt
- 7
- quaderförmiger Permanentmagnet
- 8
- dreiecksförmiges Prisma
- 9
- Seitenfläche
- 10
- Basis
- 11
- abschirmendes Material
- 12
- Sicherungselement
- 13
- weichmagnetisches Material
- 14
- halbhart- oder hartmagnetisches Material
- 15
- Zwischenteil
1. Vorrichtung zum Deaktivieren eines Sicherungselementes für die elektronische Artikelsicherung,
wobei das Sicherungselement ein magnetisches Material mit hoher Permeabilität und
geringer Koerzitivkraft (weichmagnetisches Material) und ein magnetisches Material
mit geringer Permeabilität und hoher Koerzitivkraft (halbhart- oder hartmagnetisches
Material) aufweist, wobei das weichmagnetische Material durch Anlegen eines magnetischen
Wechselfeldes in einer Überwachungszone zur Remission eines charakteristischen Signals
angeregt wird und wobei das charakteristische Signal unterdrückt wird, wenn sich das
halbhart- oder hartmagnetische Material nach Anlegen eines entsprechend hohen Deaktivierungssignals
in der Sättigung befindet,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest zwei Permanentmagnete (2;7; 2;8) vorgesehen sind, deren Pole (N;S) in
zueinander parallelen Ebenen liegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Permanentmagnete (2;7) quaderförmig sind und mit einer ihrer Seitenflächen
(9) zueinander weisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Permanentmagnete (2) die Form von dreieckförmigen Prismen (8) haben, die mit
ihren Basen (10) zueinander weisen und somit eine quaderförmige Struktur bilden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß entgegengesetzte Pole(N;S) der Permanentmagnete (2;7; 2;8) jeweils in einer Ebene
liegen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Luftspalt (6) vorgesehen ist, der angrenzende Permanentmagnete (2;7; 2;8)
voneinander trennt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß gleichnamige Pole (N; S) der Permanentmagnete (2;8) in einer Ebene liegen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß drei Permanentmagnete (2;8) vorgesehen sind, die mit ihren Seitenflächen (9) aneinandergrenzen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Permanentmagneten (2;7; 2;8) Zwischenteile (15) aus einem die Magnetfelder
abschirmenden Material (11) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß Seitenteile (4) und/oder eine Grundplatte (3) vorgesehen sind /ist, daß die Permanentmagnete
(2;7; 2;8) innerhalb des Kastens/Rahmens (4) bzw. auf der Grundplatte (5) plaziert
sind, wobei die Seitenteile (4) und die Grundplatte (5) aus einem die Magnetfelder
im wesentlichen abschirmenden Material (11) bestehen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Abdeckplatte (5) vorgesehen ist, die in Richtung des Deaktivierungsbereich
angeordnet ist und die aus einem Material besteht und/oder derartige Abmessungen aufweist,
daß sie die Magnetfelder der Permanentmagnete (2;8) abschwächt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8, 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mittlere, zentral angeordnete Permanentmagnet (7) kleinere Polflächen besitzt
als die beiden außen liegenden Permanentmagnete (7).