[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überprüfung mindestens eines Aufnahmeteils
und eines von diesem teilweise aufgenommenen und durch Materialverformung mit dem
Aufnahmeteil verbindbaren Werkstücks, wobei das Werkstück über eine Oberseite des
Aufnahmeteils um ein bestimmtes Überstandsmaß übersteht. Eine derartige Vorrichtung
ist insbesondere für die maschinelle mechanische Materialverformung gedacht.
[0002] Bei der Automatisation von maschinell vorgenommenen Materialverformungen, wie dies
beispielsweise bei der Herstellung von Nietverbindungen mittels einer Nietmaschine
der Fall ist, sollten zu Zwecken der Qualitätssicherung und -verbesserung Mechanismen
zum Überprüfen, ob die durch Materialverformung miteinander zu verbindenden Teile
auch tatsächlich vorliegen, vorgesehen werden. Dies ist umso wichtiger in dem Fall,
in dem die zu verbindenden Teile automatisch zugeführt werden, was zur Erzielung eines
hohen Automatisationsgrades zwangsläufig ist. Die Überprüfung, ob die zu verbindenden
Teile auch tatsächlich vorhanden sind, erfolgt zweckmäßigerweise unmittelbar vor dem
Materialverformungsvorgang.
[0003] Aus DE 37 15 905 C2 ist ein Verfahren zur maschinellen Herstellung von Nietverbindungen
bekannt. Gemäß diesem Verfahren wird vor der Durchführung der Materialverformung mittels
des Nietwerkzeuges (sogenannter Döpper) überprüft, ob der Niet, also das zu verformende
Werkstück, vorhanden ist und, wenn ja, ob seine Länge innerhalb eines vorgegebenen
Toleranzbereichs liegt. Bei diesem bekannten Verfahren wird vorausgesetzt, daß das
mindestens eine Aufnahmeteil, durch das sich der Niet hindurch erstreckt, um an dessen
Oberseite überzustehen, ebenfalls vorhanden ist.
[0004] Eine Überprüfung dieses mindestens einen Aufnahmeteils erfolgt bei diesem bekannten
Verfahren nicht.
[0005] In EP 95 112 265 A1 ist eine Vorrichtung der eingangs genannten Art beschrieben,
mit der vor der Materialverformung überprüft wird, ob der Überstand des zu verformenden
Werkstücks über das Aufnahmeteil innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs liegt.
Mittels zweier Tastorgane werden dazu sowohl das Aufnahmeteil als auch das Werkstück
angefahren. Anhand der von beiden Tastorganen zurückgelegten Wege kann dann bei bekannten
Ausgangspositionen die Wegdifferenz und damit der Überstand ermittelt werden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art anzugeben, mit der eine verbesserte Qualitätssicherung, was die miteinander durch
Materialverformung zu verbindenden Teile betrifft, erzielbar ist, wobei der Aufwand
zur Wegermittlung beider Tastorgane und zur Ermittlung des Aufsetzens der Tastorgane
minimiert sein soll.
[0007] Mit der Erfindung wird zur Lösung der obigen Aufgabe eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art geschaffen, die versehen ist mit
- einem Tragrahmen, der eine Auflagefläche für das Werkstück sowie das mindestens eine
Aufnahmeteil und einen Tragarm aufweist,
- einem in Richtung auf die Auflagefläche bewegbar geführten ersten Tastorgan,
- einem in Richtung auf die Auflagefläche bewegbar an dem Tragarm geführten zweiten
Tastorgan,
- einer Weggeberanordnung zum Messen der Relativ-Wegstrecke, um die sich die beiden
Tastorgane im Vergleich zu ihren Ausgangspositionen zu Beginn einer Vorbewegung in
Richtung auf das Aufnahmeteil und das Werkstück bis zum Stillstand relativ zueinander
bewegt haben,
- einer Auswerteschaltung, die mit der Weggeberanordnung verbunden ist und die anhand
eines Vergleichs der Relativ-Wegstrecke mit einem das Soll-Überstandsmaß repräsentierenden
Sollwert unter Berücksichtigung eines Toleranzbereichs ermittelt, ob die Relativ-Wegstrecke
um den Toleranzbereich von dem Sollwert abweicht und, wenn dies der Fall ist, ein
Fehleranzeigesignal erzeugt, und
- einer mit der Auswerteschaltung verbundenen Anzeigevorrichtung zur insbesondere akustischen
und/oder visuellen Anzeige des Fehleranzeigesignals.
[0008] Bei dieser Vorrichtung ist gemäß einer ersten Variante vorgesehen,
- daß das erste Tastorgan an einem Halteteil in Richtung auf die Auflagefläche sowie
entgegengesetzt dazu verschiebbar geführt ist,
- daß das Halteteil zusammen mit dem zweiten Tastorgan bewegbar ist,
- daß das erste Tastorgan über ein Getriebe mechanisch mit einem Verschiebeteil verbunden
ist, das an dem Halteteil in Richtung auf die Auflagefläche sowie entgegengesetzt
dazu verschiebbar geführt ist, wobei das Getriebe die in eine erste Richtung erfolgende
Bewegung des ersten Tastorgans in eine Bewegung des Verschiebeteils in eine zur ersten
Richtung entgegengesetzte Richtung umsetzt, und
- daß die Weggeberanordnung versehen ist mit einem mit dem Tragrahmen verbundenen Detektor
zur Ermittlung des Weges, um den sich das Verschiebeteil vorbewegt, und zur Ermittlung
der Geschwindigkeit, mit der sich das Verschiebeteil vorbewegt.
[0009] Bei der ersten Variante werden das zu verformende Werkstück und das mindestens eine
Aufnahmeteil, das das zu verformende Werkstück aufnimmt bzw. das von dem zu verformenden
Werkteil durchdrungen ist, mittels separater Tastorgane detektiert. Dabei bewegt sich
ein erstes Tastorgan ausgehend aus einer Ausgangsposition in Richtung auf das Aufnahmeteil
zu, um nach Zurücklegen einer ersten Wegstrecke das Aufnahmeteil zu kontaktieren.
In diesem Augenblick ist die weitere Vorbewegung des ersten Tastorgans unterbunden.
Die Antriebskraft, mit der das erste Tastorgan vorbewegt wird, ist bei weitem nicht
ausreichend, um bei der Kontaktierung das erste Aufnahmeteil zu deformieren oder zu
beschädigen. Mittels eines zweiten Tastorgans wird das zu verformende Werkstück abgetastet.
Das zweite Tastorgan bewegt sich ebenfalls ausgehend aus einer Ausgangsposition in
Richtung auf das Werkstück zu, um dieses nach Zurücklegen einer zweiten Wegstrecke
zu kontaktieren. Auch für die Antriebskraft, mit der das zweite Tastorgan vorbewegt
wird, gilt, daß es zu keiner Verformung oder Beschädigung des Werkstücks bei der Kontaktierung
kommt. Sobald festgestellt ist, daß sich beide Tastorgane nicht mehr vorbewegen lassen,
wird die Relativposition beider Tastorgane ermittelt. Bei Kenntnis der Ausgangspositionen
beider Tastorgane und durch Messen der von beiden Tastorganen zurückgelegten Wegstrecken
kann die Wegdifferenz zwischen den zurückgelegten Wegstrecken der beiden Tastorgane
ermittelt werden. Die auf diese Weise festgestellte Wegdifferenz wird mit dem Überstandsmaß
verglichen, um das das zu verformende Werkstück über das mindestens eine Aufnahmeteil
oder, bei mehreren Aufnahmeteilen, über das den Tastorganen nächstliegende oberste
Aufnahmeteil übersteht; denn mit den beiden Tastorganen ist ja gerade die den beiden
Tastorganen zugewandte Oberseite der Anordnung aus zu verformendem Werkstück und Aufnahmeteil
bzw. Aufnahmeteilen angefahren worden. Die ermittelte Wegdifferenz stellt also das
Ist-Überstandsmaß dar. Wird die Wegdifferenz mit dem vorgegebenen (Soll-)Überstandsmaß
verglichen, kann unter Berücksichtigung eines Toleranzbereichs entschieden werden,
ob das Ist-Überstandsmaß um mehr als der Toleranzbereich vom Soll-Überstandsmaß abweicht.
[0010] Beide Tastorgane sind linear verschiebbar an einem Halteteil geführt, das in Richtung
auf die Auflagefläche bewegbar ist. Über ein Getriebe sind beide Tastorgane bewegungsgekoppelt,
und zwar dann, wenn das erste Tastorgan auf dem Aufnahmeteil aufgesetzt hat. Das Halteteil
wird in Richtung auf die Auflagefläche bewegt. Sobald das erste Tastorgan auf das
Aufnahmeteil auftrifft, kommt es zu dessen Stillstand, so daß sich nun das Halteteil,
das sich bis dahin zusammen mit dem Verschiebeteil (und dem zweiten Tastorgan) bewegt
hat, relativ zum (stillstehenden) ersten Tastorgan bewegt. Über das Getriebe wird
das Verschiebeteil infolge der Relativbewegung vorbewegt, so daß dem Verschiebeteil,
welches zusammen mit dem Halteteil vorbewegt wird, eine weitere Bewegung überlagert
wird, weshalb sich auch das Verschiebeteil relativ zum Halteteil bewegt. Der Detektor
erfaßt von Beginn der Bewegung des Halteteils an die Bewegung des Verschiebeteils.
Ab dem Aufsetzzeitpunkt des ersten Tastorgans erhöht sich die Vorschubgeschwindigkeit
des Verschiebeteils, wodurch das Aufsetzen des ersten Tastorgans auf dem Aufnahmeteil
detektierbar ist. Hierfür ist eine lediglich qualitative Vorschub-Geschwindigkeitserfassung
des Verschiebeteils erforderlich. Bei der obigen Anordnung gemäß der ersten Variante
ist lediglich ein einziger Detektor zur Ermittlung der von beiden Tastorganen ausgehend
von deren Ausgangsposition bis zu deren Aufsetzzeitpunkt zurückgelegten Wegstrecken
erforderlich. Das Aufsetzen des ersten Tastorgans wird durch die Geschwindigkeitserhöhung
des Verschiebeteils erkannt, während das Aufsetzen des zweiten Tastorgans durch Detektion
des Stillstands des Verschiebeteils (auch das Halteteil bewegt sich dann nicht mehr)
erkannt wird.
[0011] Mit der ersten Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung läßt sich also sowohl die
Anwesenheit des zu verformenden Werkstücks (beispielsweise Niet) als auch die Anwesenheit
des mindestens einen Aufnahmeteils detektieren, wobei darüber hinaus nach der Erfindung
eine Aussage dahingehend getroffen wird, ob es sich bei den detektierten Teilen um
solche handelt, die relativ zueinander betrachtet (unter Berücksichtigung von Toleranzen)
Soll-Abmessungen in Bewegungsrichtung der Tastorgane aufweisen.
[0012] Zweckmäßigerweise wird der Stillstand des zweiten Tastorgans dadurch ermittelt, daß
sich das Ausgangssignal des die Vorbewegung des betreffenden Tastorgans erfassenden
Detektors nicht mehr verändert. Alternativ dazu kann der Stillstand des zweiten Tastorgans
auch durch Messen mechanischer Spannungen des die Tastorgane haltenden und verschiebbar
lagernden Maschinenrahmens ermittelt werden. Trifft nämlich das mit einer bestimmten
Kraft vorbewegte zweite Tastorgan auf das von ihm zu kontaktierende Werkstück auf,
so führt die Antriebskraft zu detektierbaren mechanischen Spannungen in der Gesamtkonstruktion.
Übersteigt die gemessene mechanische Spannung einen Schwellwert, so läßt dies darauf
schließen, daß das betreffende Tastorgan aufgesetzt hat. Wird, wie oben erläutert,
das erste Tastorgan relativ zum zweiten Tastorgan bewegbar an diesem geführt, so ermittelt
der (Spannungs-)Detektor die mechanische Spannung beim Aufsetzen des zweiten Tastorgans
auf das Werkstück, wenn der Abstand, um den das erste Tastorgan dem zweiten in Bewegungsrichtung
betrachtet voreilt, größer ist als der zu erwartende Überstand des Werkstücks relativ
zu dem Aufnahmeteil.
[0013] Der ganz entscheidende Vorzug der Erfindung besteht darin, daß sie sich unmittelbar
in einer Verformungsmaschine, beispielsweise einer Nietmaschine realisieren läßt.
Dabei übernimmt das Verformungs- bzw. Nietwerkzeug die Funktion des (zweiten) Tastorgans
zur Detektion des zu verformenden Werkstücks bzw. Niets. An dem das Nietwerkzeug tragenden
Nietkopf sind dann relativ zu diesem in Bewegungsrichtung verschiebbar gelagert das
andere (erste) Tastorgan und das von dem Weg-/Geschwindigkeitsdetektor erfaßte Verschiebeteil
angeordnet. Die Kontaktierungsfläche des ersten Tastorgans eilt dabei der Fläche,
mit der das Nietwerkzeug auf den Niet auftrifft, vor, und zwar um mehr als das zu
erwartende Überstandsmaß. Die eigentliche Verformung des Niets insbesondere erfolgt
bei sich bewegendem Nietwerkzeug, wobei dieses entweder eine Taumelbewegung (Taumelnietverfahren)
vollführt oder sich entlang einer Trochoiden, insbesondere einer Hypotrochoiden (Radialnietverfahren)
bewegt. Die Vorschubkraft, mit der das Nietwerkzeug bis zur Anlage an dem Niet vorbewegt
wird, kann gleich der Andrückkraft sein, mit der das sich bewegende Nietwerkzeug gegen
den Niet gedrückt wird. Das Nietwerkzeug kann aber auch mit einer geringeren Kraft
bis zur Anlage an dem Niet vorbewegt werden. Es ist aber auch möglich, ohne Bewegung
des Nietwerkzeuges, d. h. bei stillstehendem Nietwerkzeug, durch einen reinen Preßvorgang
den Niet zu verformen. Auch in diesem Fall ist die Erfindung anwendbar.
[0014] Um neben der Relativabmessung von Werkstück und Aufnahmeteil in Bewegungsrichtung
der Tastorgane (Überstandsmaß) auch die Absolutdimensionen von Werkstück und von Aufnahmeteil
in Bewegungsrichtung der Tastorgane (Werkstücklänge in Bewegungsrichtung der Tastorgane
und Dicke des oder der Aufnahmeteile) ermitteln zu können, werden mittels des Detektors
die von beiden Tastorganen jeweils zurückgelegten Wegstrecken ermittelt. Ausgehend
von der Ruhelage des Verschiebeteils wird dessen Bewegung durch Vorbewegung des Halteteils
mit dem feststehend am Tragrahmen angeordneten Detektor die Vorbewegung des Verschiebeteils
ermittelt. In dem Augenblick, wo sich die Geschwindigkeit der Vorbewegung des Verschiebeteils
erhöht, was durch den Detektor ermittelt wird, hat das erste Tastorgan auf das Aufnahmeteil
aufgesetzt. Bei Kenntnis der Ausgangsposition des ersten Tastorgans und der zurückgelegten
Wegstrecke des Schiebeteils, das sich bis dahin mit gleicher Geschwindigkeit wie das
Halteteil bewegt hat, kann damit die Höhe des Aufnahmeteils ermittelt werden.
[0015] Die Vorbewegung des Verschiebeteils wird weiterhin mit dem Detektor erfaßt, bis dieser
detektiert, daß das Verschiebeteil sich nicht mehr vorbewegt. In diesem Augenblick
hat dann das zweite Tastorgan aufgesetzt. Unter Berücksichtigung der Ausgangsposition
des ersten Tastorgans, der zurückgelegten Wegstrecke des Verschiebeteils bis zur Vorschubgeschwindigkeitserhöhung
und der Vorbewegung des Verschiebeteils bis zu dessen Stillstand (bei erhöhter Vorschubgeschwindigkeit)
kann dann bei Kenntnis der Vorschubgeschwindigkeit bis zum Aufsetzen des ersten Tastorgans
und der Vorschubgeschwindigkeit bis zum Aufsetzen des zweiten Tastorgans die Höhe
des Werkstücks ermittelt werden. Bei Vorgabe entsprechender Toleranzbereiche werden
dann Fehlersignale für den Fall ausgegeben, daß das Werkstück bzw. das oder die Aufnahmeteile
eine außerhalb der Toleranzen liegende Erstreckung in Bewegungsrichtung der Tastorgane
aufweisen.
[0016] Zweckmäßigerweise verbleibt das das Werkstück abtastende Tastorgan auch während der
mechanischen Verformung des Werkstücks in Kontakt mit diesem. Von Beginn der mechanischen
Verformung an wird dann die Zusatzwegstrecke gemessen, die das weiterhin mit einer
bestimmten Andrücckraft an dem Werkstück anliegende zweite Tastorgan infolge der Stauchung
des Werkstücks in Bewegungsrichtung der Tastorgane zurücklegt. Wird eine vorgegebene
Soll-Zusatzwegstrecke vor Ablauf einer ebenfalls vorgegebenen Minimalzeitspanne erreicht
oder bis zum Ablauf einer Maximalzeitspanne, welche größer ist als die Minimalzeitspanne,
nicht erreicht, so wird eine Fehleranzeige ausgegeben. Diese Fehleranzeige besagt,
daß das Material des zu verformenden Werkstücks zu weich (Zurücklegen der Zusatzwegstrecke
vor Ablauf einer Mindestzeit - Minimalzeitspanne) oder zu hart ist (auch bei Ablauf
einer Maximalzeitspanne ist die Soll-Zusatzwegstrecke von dem zweiten Tastorgan nicht
zurückgelegt worden). Mit dieser Überprüfung lassen sich also Aussagen über die Güte
des Materials des Werkstücks machen.
[0017] Vorteilhafterveise erfolgt die Wegmessung des Verschiebeteils durch Messen der Zeitspannen,
die verstreichen, bis das Verschiebeteil ausgehend von seiner Ausgangsposition seine
Vorschubgeschwindigkeit erhöht bzw. ausgehend von diesem Zeitpunkt bis zum Stillstand.
Ferner wird die Geschwindigkeit berücksichtigt, mit der sich das Verschiebeteil in
den einzelnen Phasen seines Vorschubweges bewegt. Diese Geschwindigkeiten sind grundsätzlich
bekannt, da zum einen bekannt ist, mit welcher Geschwindigkeit sich der im Falle einer
Nietmaschine mit dem Halteteil verbundene Nietkopf vorbewegt, und zum anderen bekannt
ist, mit welcher Geschwindigkeit sich das über das Getriebe relativ zum Halteteil
sich zusätzlich vorbewegende Verschiebeteil bei stillstehendem ersten Tastorgan vorbewegt.
[0018] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das erste Tastorgan
und das Verschiebeteil jeweils eine Zahnstange aufweist und daß das Getriebe als drehbar
am Halteteil gelagertes Zahnrad ausgebildet ist, das mit beiden Zahnstangen kämmt.
Um die beiden Tastorgane nach erfolgter Verformung des Werkstücks beim Bewegen des
Werkzeuges von der Auflage weg wieder in ihre Ausgangsposition zu überführen, ist
es zweckmäßig, daß entweder das erste Tastorgan oder das Verschiebeteil mit einer
Rückholfedereinrichtung zum Zurückbewegen des ersten Tastorgans und des Verschiebeteils
in die jeweiligen Ausgangspositionen zusammenwirkt. Da das erste Tastorgan und das
Verschiebeteil über das Getriebe bewegungsmäßig miteinander gekoppelt sind, reicht
eine Rückholfedereinrichtung an entweder dem ersten Tastorgan oder dem Verschiebeteil
aus. Selbstverständlich ist es auch möglich, sowohl das erste Tastorgan als auch das
Verschiebeteil mit jeweils einer Rückholfedereinrichtung zu versehen.
[0019] Zweckmäßigerweise tastet der Detektor das Verschiebeteil optisch ab. Hierfür wiederum
ist es zweckmäßig, daß das Verschiebeteil eine Zahnung aufweist. Diese Zahnung kann
dann im übrigen auch für die mechanische Bewegungskopplung von erstem Tastorgan und
Verschiebeteil über das als Zahnrad ausgebildete Getriebe genutzt werden.
[0020] Gemäß einer zweiten Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung der oben erwähnten
Art ist vorgesehen,
- daß das erste Tastorgan an einem Halteteil in Richtung auf die Auflagefläche sowie
entgegengesetzt dazu verschiebbar ist,
- daß das Halteteil zusammen mit dem zweiten Tastorgan bewegbar ist,
- daß ein an dem Halteteil in Richtung auf die Auflagefläche sowie entgegengesetzt dazu
verschiebbares Verschiebeteil vorgesehen ist, das über ein Getriebe bei Bewegung des
Halteteils in Richtung auf die Auflagefläche mitbewegbar ist, bis das erste Tastorgan
aufsetzt, danach für eine vorbestimmte Wegstrecke des Halteteils bei dessen weiterer
Bewegung relativ zum Tragrahmen stillsetzbar ist und anschließend bei weiterer Bewegung
des Halteteils in Richtung auf die Auflagefläche mit dem Halteteil wieder mitbewegbar
ist, bis das zweite Tastorgan aufsetzt, und
- daß die Weggeberanordnung versehen ist mit einem Detektor zur Ermittlung, ob sich
das Verschiebeteil mit dem Halteteil mitbewegt oder relativ zum Tragrahmen stillsteht,
und zur Ermittlung der Wege, um die sich das Verschiebeteil jeweils ausgehend von
einer Ruhelage bis zum Aufsetzen des ersten Tastorgans bzw. des zweiten Tastorgans
bewegt.
[0021] Bei dieser zweiten Variante der Erfindung ist das erste Tastorgan an einem Halteteil
in Richtung auf die Auflagefläche sowie entgegengesetzt dazu verschiebbar, wobei das
Halteteil zusammen mit dem zweiten Tastorgan bewegbar ist. An dem Halteteil ist ein
Verschiebeteil angeordnet, das in Richtung auf die Auflagefläche sowie entgegengesetzt
dazu verschiebbar am Halteteil geführt ist. Über ein Getriebe ist das Verschiebeteil
sowohl mit dem ersten Tastorgan als auch mit dem Halteteil mechanisch gekoppelt. Dieses
Getriebe sorgt dafür, daß das Verschiebeteil bei Bewegung des Halteteils in Richtung
auf die Auflagefläche von dem Halteteil mitgenommen wird, bis das erste Tastorgan
auf der Auflagefläche aufgesetzt hat. Danach steht das Verschiebeteil für eine vorbestimmte
Wegstrecke des Halteteils relativ zum Tragrahmen fest. Nachdem das Halteteil die vorbestimmte
Wegstrecke zurückgelegt hat, wird das Verschiebeteil vom Halteteil bei dessen weiterer
Bewegung in Richtung auf die Auflagefläche mitgenommen, bis das zweite Tastorgan auf
die Auflagefläche aufsetzt. In diesem Augenblick ist die Bewegung sowohl des Halteteils
als auch des Verschiebeteils beendet.
[0022] Mit anderen Worten wird das Verschiebeteil durch das Getriebe bei Bewegung des Halteteils
in Richtung auf die Auflagefläche um eine erste Wegstrecke vorbewegt, bis das erste
Tastorgan auf die Auflagefläche aufsetzt. Anschließend bewegt sich zwar das Halteteil
um die vorbestimmte Wegstrecke weiter; hierbei nimmt das Halteteil das Verschiebeteil
jedoch nicht mit. Vielmehr steht das Verschiebeteil relativ zum Tragrahmen still.
Erst nachdem das Halteteil die vorbestimmte Wegstrecke zurückgelegt hat, nimmt es
wieder das Verschiebeteil mit, und zwar bis das zweite Tastorgan auf die Auflagefläche
aufgesetzt hat. Die Bewegung des Verschiebeteils erfolgt also in zwei Bewegungsabschnitten.
Beide Bewegungsabschnitte werden von einem Detektor der Weggeberanordnung ermittelt.
Dieser Detektor erkennt zum einen, ob das Verschiebeteil bewegt wird oder stillsteht,
und zum anderen, in welchem Maße das Verschiebeteil bewegt wird. Die Differenz beider
Bewegungen des Verschiebeteils ist ein Maß für den Überstand.
[0023] Der Vorteil der zweiten Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist darin zu sehen,
daß die beiden Meßstrecken, um die das Verschiebeteil bei einer Bewegung des Halteteils
in Richtung auf die Auflagefläche bewegt wird, durch die Zwischen-Ruhephase des Verschiebeteils
eindeutig voneinander getrennt sind. Der Detektor und die Auswerteschaltung erkennen
also anhand der Zwischen-Ruhephase, wie lange die jeweiligen Wegstrecken, die das
Verschiebeteil zurücklegt, sind. Meßtechnisch ist die Unterscheidung dieser beiden
Wegstrecken bei der zweiten Variante der Erfindung einfacher durchzuführen als bei
der ersten Variante, bei der anhand der Geschwindigkeit, mit der sich das Verschiebeteil
bewegt, detektiert wird, ob das erste bzw. zweite Tastorgan aufgesetzt hat.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Verschiebeteil
zwischen zwei Federn angeordnet ist, von denen sich die eine Feder am Verschiebeteil
und am Halteteil abstützt und das Verschiebeteil mit einer auf die Auflagefläche gerichteten
Vorspannkraft beaufschlagt, während die zweite Feder zwischen dem Verschiebeteil und
dem ersten Tastorgan angeordnet ist und auf das erste Tastorgan eine auf die Auflagefläche
gerichtete Vorspannkraft ausübt. Die erste Feder weist dabei eine geringere Vorspannkraft
als die zweite Feder auf. Die zuvor beschriebene Federkopplung stellt eine einfache
konstruktive Realisierung des Getriebes dar. Beim Bewegen des Halteteils in Richtung
der Auflagefläche bewegt das Halteteil über die erste Feder das Verschiebeteil mit.
Sobald das erste Tastorgan, das über die zweite stärkere Feder mit dem Verschiebeteil
gekoppelt ist, auf die Auflagefläche aufgesetzt hat, kommt es zu einer Komprimierung
der ersten Feder, bis das Verschiebeteil in Kontakt mit einem Anschlag des Halteteils
gelangt. Für die Dauer der Komprimierung der Feder und der Bewegung des Verschiebeteils
bis zum Anschlag des Halteteils bewegt sich das Verschiebeteil relativ zum Rahmen
nicht. Erst dann, wenn das Verschiebeteil am Anschlag des Halteteils anliegt, wird
das Verschiebeteil zusammen mit dem Halteteil in Richtung auf die Auflagefläche weiterbewegt.
Während dieser Phase der Bewegung kommt es zu einer Komprimierung der zweiten Feder,
da bei der Vorbewegung des Verschiebeteils das bereits auf der Auflagefläche aufliegende
erste Tastorgan nicht mitbewegt werden kann, das Verschiebeteil und das erste Tastorgan
also einander näherrücken.
[0025] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß das Verschiebeteil
zwischen zwei Anschlägen des Halteteils verschiebbar ist, wobei beide Anschläge in
Bewegungsrichtung des Halteteils aufeinander folgen und der erste Anschlag näher an
der Auflagefläche angeordnet ist als der zweite Anschlag. Die erste Feder ist dabei
derart angeordnet, daß sie das Verschiebeteil gegen den ersten Anschlag vorspannt.
Das Verschiebeteil läßt sich also gegen die Vorspannkraft der ersten Feder gegen den
zweiten Anschlag bewegen.
[0026] Zweckmäßigerweise ist das erste Tastorgan verschiebbar an dem Verschiebeteil geführt
und durch die zweite Feder in Richtung auf die Auflagefläche vorgespannt.
[0027] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Verschiebeteil
eine Zahnung aufweist, die von dem Detektor optisch abtastbar ist. Alternativ dazu
kann die Linearbewegung des Verschiebeteils auch in eine Rotationsbewegung eines mit
dem Verschiebeteil kämmenden Zahnrades umgesetzt werden, dessen Drehbewegung ein Maß
für die Verschiebung des Verschiebeteils ist. Die zurückgelegte Wegstrecke wird entweder
direkt oder indirekt durch Ermittlung der Zeitdauer, für die sich das Verschiebeteil
bewegt und anhand der Geschwindigkeit mit der das Halteteil vorbewegt wird, ermittelt.
[0028] Wie bereits oben kurz dargelegt, interpretiert die Auswerteschaltung das Aufsetzen
des ersten Tastorgans auf der Auflagefläche anhand des ersten Stillstandes des zuvor
bewegten Verschiebeteils, das mit Beginn der Bewegung des Halteteils aus seiner Ausgangsposition
bewegt worden ist. Das Aufsetzen des zweiten Tastorgans wird in der Auswerteschaltung
in dem Zeitpunkt erkannt, in dem der Detektor den nächsten, d. h. zweiten Stillstand
des Verschiebeteils meldet. Anhand der Wegstrecken, die das Verschiebeteil ausgehend
von seiner Ausgangsposition bis zum ersten Stillstand und ausgehend vom ersten Stillstand
bis zum zweiten Stillstand zurückgelegt hat, kann dann das Überstandsmaß durch Differenzbildung
ermittelt werden. Hierbei muß auch berücksichtigt werden, um welche Strecke sich das
Halteteil vorbewegt hat, während das Verschiebeteil stillstand. Diese Strecke ist
konstruktiv eindeutig definiert und kann insoweit in die Berechnungen miteinbezogen
werden.
[0029] Zweckmäßigerweise wird in der Auswerteschaltung anhand eines Vergleichs des beim
ersten Stillstand des Verschiebeteils vorliegenden Ausgangssignals des Detektors mit
einem Sollwert unter Berücksichtigung der Ausgangsposition des Verschiebeteils ermittelt,
ob die Erstreckung des Aufnahmeteils in Bewegungsrichtung des Halteteils außerhalb
eines Toleranzbereichs liegt. Ist dies der Fall, wird an die Anzeigevorrichtung ein
dieses Ergebnis anzeigendes Signal (Fehlersignal) ausgegeben.
[0030] Ferner ist es von Vorteil, wenn die Auswerteschaltung anhand eines Vergleichs des
beim zweiten Stillstand des Verschiebeteils vorliegenden Ausgangssignals des Detektors
mit einem Sollwert unter Berücksichtigung der Verschiebeposition des Verschiebeteils
im Augenblick der Einnahme des ersten Stillstandes ermittelt, ob die Erstreckung des
Werkstücks in Bewegungsrichtung des Halteteils außerhalb eines Toleranzbereichs liegt.
Ist dies der Fall, so wird an die Anzeigevorrichtung ein diesen Umstand anzeigendes
Signal (Fehlersignal) ausgegeben.
[0031] Wie bei der ersten Variante der Erfindung, so läßt sich auch die zweite Variante
der Erfindung bevorzugt direkt in einer Kaltverformungsmaschine, beispielsweise einer
Nietmaschine realisieren. Hierbei ist das zweite Tastorgan das Verformungswerkzeug
zum mechanischen Verformen des Werkstücks. Das Verformungswerkzeug ist an einem drehbaren
Werkzeugkopf angeordnet, der an dem Tragarm verschiebbar geführt und in Richtung auf
die Auflagefläche antreibbar ist, was insbesondere pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch
erfolgt. Insbesondere läßt sich die Erfindung bei einer Taumel-Nietmaschine einsetzen.
[0032] Zur Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans auf dem Werkstück ist es zweckmäßig,
das Ausgangssignals eines mechanische Spannungen detektierenden Detektors auszuwerten,
wobei der Detektor am Tragrahmen angeordnet ist. Zusätzlich kann auch das Veränderungssignal
des Detektors der Weggeberanordnung zur Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans
auf dem Werkstück ausgenutzt werden.
[0033] Die obigen im Zusammenhang mit bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung beschriebenen
Maßnahmen lassen sich gleichermaßen sowohl auf eine nach der Erfindung arbeitende
Vorrichtung als auch auf ein Überprüfungsverfahren anwenden. Im übrigen wird, was
die Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung betrifft, auf die Unteransprüche
verwiesen.
[0034] Nachfolgend werden anhand der Figuren zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Im einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- einen Teillängsschnitt durch eine Nietmaschine als ein Beispiel für eine Vorrichtung
zum maschinellen Durchführen einer mechanischen Verformung, bei der die beiden das
Werkstück und das bzw. die Aufnahmeteile abtastenden Tastorgane in ihrer Ausgangsposition
dargestellt sind,
- Fig. 2
- einen Teillängsschnitt durch die Maschine gemäß Fig. 1 in dem Augenblick, in dem das
voreilende erste Tastorgan auf das Aufnahmeteil aufsetzt,
- Fig. 3
- einen Teillängsschnitt durch die Nietmaschine gemäß Fig. 1 in dem Zustand, in dem
beide Tastorgane stillstehen, d. h. das eine Tastorgan das Werkstück und das andere
Tastorgan das Aufnahmeteil kontaktiert,
- Fig. 4
- einen Teillängsschnitt durch eine Nietmaschine gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Fig. 5-9
- Teilansichten der Nietmaschine gemäß Fig. 4 in unterschiedlichen Phasen der Abwärtsbewegung
des Nietmaschinenkopfes.
[0035] In Fig. 1 ist im Längsschnitt als Beispiel für eine Vorrichtung zur maschinellen
Vornahme von mechanischen Kaltverformungsvorgängen eine Nietmaschine 10, teilweise
im Längsschnitt, dargestellt. Die Nietmaschine 10 weist einen Tragrahmen 12 bzw. ein
Gestell auf, das eine Auflagefläche 14 und einen Vertikal-Tragarm 16 aufweist, der
mit der Auflagefläche 14 verbunden ist und rechtwinklig von dieser nach oben absteht.
Am Tragarm 16 ist ein Maschinengehäuse 18 angebracht. In dem Maschinengehäuse 18 ist
ein pneumatischer Kolben 20 verschiebbar gelagert. Der Kolben 20 ist parallel zur
Erstreckung des Tragarms 16 rechtwinklig in Richtung auf die Auflagefläche 14 und
umgekehrt dazu axial bewegbar. Der Kolben 20 weist einen radial nach außen abstehenden
Flansch 22 auf, der sich in einem Hohlraum 24 des Maschinengehäuses 18 bewegt, wenn
der Kolben 20 verfahren wird. Der Hohlraum 24 ist mit einer pneumatischen Druckleitung
26 und einer pneumatischen Entlüftungsleitung 28 verbunden. Bei Zuführung von Druckluft
über die Druckleitung 26 wird der Kolben 20 gegen die Kraft einer (nicht dargestellten)
Feder in Richtung auf die Auflagefläche 14 vorbewegt.
[0036] Der Kolben 20 ist hohl ausgebildet und weist an seinen axialen Enden innenliegende
Drehlager 30,32 für eine drehend antreibbare Antriebswelle 34 auf. Die Antriebswelle
34, die sich durch den Kolben 20 axial hindurch erstreckt, trägt an ihrem zur Auflagefläche
14 zugewandten unteren überstehenden Ende einen Werkzeughalter oder Nietkopf 36, der
ein Nietwerkzeug 38 (Döpper) hält. Der Döpper ist an dem der Antriebswelle 34 abgewandten
unteren Ende des Werkzeughalters 36 eingespannt gehalten. Das nach oben über den Kolben
20 überstehende Ende 40 der Antriebswelle 34 ist als Mehrkantprofil ausgebildet und
von einer querschnittsgleichen Hülse 42 aufgenommen. Das obere Ende 40 ist gleitend
verschiebbar von der Hülse 42 aufgenommen. Die Hülse 42 ist drehbar gelagert und von
einem bei 34 angedeuteten Elektromotor angetrieben.
[0037] Bei angesteuertem Elektromotor 44 treibt dieser die Hülse 42 an. Damit dreht sich
der Werkzeughalter 36 und mit diesem das Nietwerkzeug 38. Eine Verformung bei sich
drehendem Nietwerkzeug 38 wird durch Bewegen des Kolbens 20 in Richtung auf die Auflagefläche
14 bewirkt. Die axiale Länge der Hülse 42 und des Antriebswellenendes 40 ist derart
bemessen, daß Hülse 42 und Antriebswelle 34 auch in der am weitesten ausgerückten
untersten Stellung des Kolbens 20 noch in Eingriff miteinander sind. Bei der hier
beschriebenen Nietmaschine 10 handelt es sich um eine Taumel- oder um eine Radialnietmaschine,
bei der die Kaltverformung eines zu verformenden Werkstücks durch Aufbringen einer
Andrückkraft, mit der das Nietwerkzeug 38 gegen das zu verformende Werkstück andrückt,
und gleichzeitiger Taumel- oder Drehbewegung des Nietwerkzeuges 38 erfolgt.
[0038] In Fig. 1 ist bei 46 eine Aufnahme dargestellt, die auf der Auflagefläche 14 aufliegt
und dort befestigt ist. Die Aufnahme 46 trägt ihrerseits die miteinander zu vernietenden
Teile. In dem hier dargestellten Beispiel handelt es sich bei dem zu verformenden
Werkstück um einen Gewindestehbolzen 48, der ein verjüngtes dem Nietwerkzeug 38 gegenüberliegendes
Bolzenende 50 und einen eine Innengewindebohrung 52 tragenden Gewindeabschnitt 54
aufweist. Der verjüngte Abschnitt 50 erstreckt sich durch eine Öffnung in einem bei
56 angedeuteten Aufnahmeteil 56. Der zum Werkzeughalter 36 bzw. zum Nietwerkzeug 38
überstehende Teil des verjüngten Gewindebolzenabschnitts 50 (Überstand) wird durch
Kaltverformung mittels des Nietwerkzeuges zum sogenannten Schließkopf verformt, der
radial über die Öffnung in dem Aufnahmeteil 56 übersteht und dieses radial überragt.
Die dem Werkzeughalter 36 und dem Nietwerkzeug 38 zugewandte Oberseite 58 der zu vernietenden
Anordnung aus Gewindestehbolzen 48 und Aufnahmeteil 56 weist den für die Materialverformung
erforderlichen Überstand 60 auf.
[0039] In dem hier dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiel ist lediglich ein
Aufnahmeteil 56 (in Form einer Platte) dargestellt, mit dem der Gewindestehbolzen
48 (Werkstück) verbunden werden soll. Die Nietverbindung sorgt in diesem Fall für
eine Halterung des Gewindestehbolzens 48 an dem Aufnahmeteil 56, bei dem es sich beispielsweise
um eine Platte handelt. Im herkömmlichen Sinne werden Nieten dazu verwendet, um mehrere
Teile miteinander zu verbinden. Bei einem solchen Anwendungsfall würde ein Niet z.
B. zwei plattenförmige Aufnahmeteile miteinander verbinden, wobei der Kopf des Niets
an dem einen Aufnahmeteil anliegt und sich der Nietschaft durch miteinander fluchtende
Öffnungen in beiden oder den mehreren Aufnahmeteilen hindurch erstreckt.
[0040] Am unteren Ende des Kolbens 20 ist ein mit diesem verbundenes Halteteil 62 angebracht,
das in etwa seitlich neben dem das Nietwerkzeug 38 haltenden Nietkopf 36 angeordnet
ist. Auf dem Halteteil 62 ist ein in Richtung des Doppelpfeils 64 verschiebbar gelagertes
Tastorgan 66 angeordnet, das eine Zahnung bzw. Zahnstange 68 aufweist. Ferner befindet
sich auf dem Halteteil 62 ein Zahnrad 70, das mit der Zahnstange 68 des Tastorgans
66 kämmt. Schließlich ist an dem Halteteil 62 auch ein leistenförmiges Verschiebeteil
72 in Richtung des Doppelpfeils 74 bewegbar gelagert. Dieses Verschiebeteil 74 weist
eine Zahnung bzw. eine Zahnstange 76 auf, die mit dem Zahnrad 70 kämmt. Die Zahnstangen
bzw. Zahnungen 68 und 76 verlaufen parallel zueinander und sind einander zugewandt,
wobei das Zahnrad 70 zwischen ihnen angeordnet ist. Fest mit dem Vertikal-Tragarm
16 des Tragrahmens 12 ist ein optischer Detektor 78 angeordnet, der oberhalb des Halteteils
62 angeordnet ist und die Zahnung 76 des Verschiebeteils 72 erfaßt. Bei Bewegung des
Verschiebeteils 72 erzeugt der Detektor 78 Impulse entsprechend der Vorbeibewegung
der Zahnung 76.
[0041] Wie in der Ausgangsposition der Nietmaschine gemäß Fig. 1 zu erkennen ist, ragt die
Unterseite 79 des L-förmigen Tastorgans 60 über die Stirnfläche 80 des Nietwerkzeuges
38 vor. Der axiale Abstand a dieser beiden Flächen, d. h. der Abstand dieser beiden
Flächen in Bewegungsrichtung des Kolbens 20, ist größer als der (Ist-)Überstand b,
um den der verjüngte Abschnitt 50 des Gewindestehbolzens 48 über die Oberseite 58
des Aufnahmeteils 56 übersteht.
[0042] Schließlich weist die Maschine 10 noch einen in Form eines Dehnmeßstreifens vorliegenden
Spannungsdetektor 81 zur Messung mechanischer Spannungen des Tragrahmens 12 auf. Auf
die Funktion dieses Spannungsdetektors 81 wird weiter unten noch eingegangen werden.
Die beiden Detektoren 78 und 81 sind mit einer Auswerteschaltung 82 verbunden, die
die Ausgangssignale des Weggeber-Detektors 78 und des Spannungsdetektors 81 empfängt.
Die Auswerteschaltung 82 ist darüber hinaus elektrisch mit dem Motor 44 verbunden,
um diesen anzusteuern, insbesondere ein- und auszuschalten. Mit der Auswerteschaltung
82 ist ferner eine Anzeige-/Dateneingabevorrichtung 84 verbunden, die einen Anzeigeteil
86 und ein Tastenfeld 88 für die Dateneingabe aufweist. Schließlich ist die Auswerteschaltung
82 mit Steuerventilen 90,92 für die Druckleitung 26 und die Entlüftungsleitung 28
verbunden, um diese Leitungen freizugeben bzw. zu sperren.
[0043] Mit der hier beschriebenen Nietmaschine 10 läßt sich in der Phase unmittelbar vor
dem Kaltverformungsvorgang überprüfen, ob die miteinander zu vernietenden Teile sich
auf der Auflagefläche 14 bzw. in der Aufnahme 46 der Auflagefläche 14 befinden, ob
der (Ist-)Überstand b unter Berücksichtigung von Toleranzen einem vorgegebenen Sollwert
entspricht und ob die zu vernietenden Teile die geforderten Sollabmessungen aufweisen.
Zur Überprüfung all dieser Vorgaben arbeitet die Nietmaschine 10 wie folgt.
[0044] Ausgehend aus der Ausgangsposition gemäß Fig. 1 werden durch entsprechende Ausgangssignale
der Auswerteschaltung 82 die Steuerventile 90 und 92 geöffnet, womit der Kolben 20
in Richtung des Pfeils 94 auf die Auflagefläche 14 zu bewegt wird. Mit dem Kolben
20 bewegen sich folglich auch das Nietwerkzeug 38 in Richtung auf den Gewindestehbolzen
48 und das Halteteil 62 in Richtung auf das Auflageteil 56. Während dieser Phase der
Vorbewegung steht das Nietwerkzeug 38 still. Die Vorbewegung des Kolbens 20 wird anhand
des sich mit dem Halteteil 62 vorbewegenden Verschiebeteils 72 durch den Detektor
78 erkannt. Mit dem Kolben 20 bewegt sich auch- das Tastorgan 66 in Richtung des Pfeils
94 vor.
[0045] Diese Vorbewegung des Kolbens 20 bei stillstehendem Nietwerkzeug 38 hält an, bis
sowohl die ringförmige Stirnfläche 66 der Tasthülse 62 das Aufnahmeteil 56 als auch
die Stirnfläche 74 des Nietwerkzeuges 38 den Gewindestehbolzen 48 kontaktiert hat.
Die Situation bei Kontaktierung des Aufnahmeteils 56 durch das Tastorgan 66 in Fig.
2 dargestellt. Da der axiale Versatz zwischen der Unterseite 79 des Tastorgans 66
und der Stirnfläche 74 des Nietwerkzeuges 38 größer ist als der zu erwartende Überstand
des verjüngten Abschnitts 50 des Gewindestehbolzens 48 über das Aufnahmeteil 56, verbleibt
bei bereits durch das Tastorgan 66 kontaktiertem Aufnahmeteil 56 zwischen dem Nietwerkzeug
38 und dem oberen Ende des Gewindestehbolzens 48 noch ein Abstand c, der gleich der
Differenz der in Fig. 1 eingezeichneten Abstände a und b ist. Das Tastorgan 66 läßt
sich nun nicht mehr weiter vorbewegen, wenn der Kolben 20 sich in Richtung des Pfeils
94 weiterbewegt. Daher kommt es zu einer Relativbewegung zwischen dem Tastorgan 66
und dem Kolben 20 und damit dem Halteteil 62; anders ausgedrückt bewegt sich also
das Tastorgan 66 in Bezug auf das Halteteil 62 in zum Pfeil 94 entgegengesetzter Richtung.
Auch während dieser Phase der Vorbewegung des Kolbens 20 steht das Nietwerkzeug 38
still.
[0046] Die Zurückbewegung des Tastorgans 66 relativ zu dem sich weiter mit dem Kolben 20
in Richtung des Pfeils 94 vorbewegenden Halteteil 62 wird über das Zahnrad 70 in eine
Bewegung des Verschiebeteils 72 relativ zum Halteteil 62 in Richtung des Pfeils 94
umgesetzt. Diese zusätzliche Vorbewegung des Verschiebeteils 72 wird der Vorbewegung
des Verschiebeteils 72 infolge der Vorbewegung des Kolbens 20 überlagert, so daß die
Vorbewegung des Verschiebeteils 72 ab dem Aufsetzzeitpunkt des Tastorgans 66 auf dem
Aufnahmeteil 56 mit erhöhter Geschwindigkeit erfolgt. Diese Geschwindigkeitserhöhung
wird durch den Detektor 78 erkannt, wodurch auch eine Möglichkeit gegeben ist, den
Aufsetzzeitpunkt des Tastorgans 66 auf dem Aufnahmeteil 56 zu detektieren. Bei seiner
Vorbewegung relativ zum Halteteil 62 spannt das Verschiebeteil 72 eine Rückholfeder
96, die sich einerseits am Verschiebeteil 72 und andererseits am Halteteil 62 abstützt.
[0047] Die Vorbewegung des Kolbens 20 findet in dem Augenblick ihr (zumindest vorläufiges)
Ende, in dem die Stirnfläche 74 auf den Gewindestehbolzen 48 aufsetzt. Dieses Aufsetzen
wird in der Auswerteschaltung 82 erkannt. Es wird sich nämlich zwischen dem Maschinengehäuse
18 und dem Tragarm 16 eine mechanische Spannung als Reaktion auf die weiterhin auf
den Kolben 20 wirkende Antriebskraft bei an dem Gewindestehbolzen 48 anliegendem Nietwerkzeug
38 einstellen. Der zwischen dem Maschinengehäuse 18 und dem Tragarm 16 angeordnete
Detektor 81 mißt diese ansteigende mechanische Spannung. In der Auswerteschaltung
82 wird das Meßsignal des Detektors 81 mit einem Schwellwert verglichen. Übersteigt
das Ausgangssignal des Detektors 81 den Schwellwert, so interpretiert die Auswerteschaltung
82 dies als ein Aufsetzen des Nietwerkzeuges 38 auf den Gewindestehbolzen 48. In diesem
Zustand befindet sich die Nietmaschine 10 in der in Fig. 3 zeichnerisch dargestellten
Situation. Sowohl die Unterseite des Tastorgans 66 als auch die Stirnfläche 74 des
Nietwerkzeuges 38 liegen an dem Aufnahmeteil 56 bzw. dem Gewindestehbolzen 48 an.
Mittels des Detektors 78, dessen Ausgangssignal der Auswerteschaltung 82 stets zugeführt
werden, kann nun ermittelt werden, um welchen Betrag ausgehend von der Ausgangsposition
sich das Tastorgan 66 relativ zum Kolben 20 bewegt hat. Diese Bewegung ist durch die
Vorschubbewegung des Verschiebeteils 72 relativ zum Halteteil 62 bzw. Kolben 20 bestimmt,
deren Geschwindigkeit und Zeitdauer wiederum durch den Weg-/Geschwindigkeitsdetektor
78 erkannt wurde. Da der Abstand a der beiden Flächen 66 und 74 in der Ausgangsposition
bekannt ist und die Verschiebung der Tasthülse 62 relativ zum Kolben 20 meßtechnisch
erfaßt ist, kann nun der Abstand der Flächen 66 und 74 ermittelt werden. Dieser Abstand
entspricht exakt dem Ist-Überstand b (s. Fig. 3). Durch Vergleich mit einem Soll-Überstand,
der zuvor über das Tastenfeld 88 in die Auswerteschaltung 82 eingegeben worden ist,
kann nun überprüft werden, ob der Ist-Überstand b größer oder kleiner als oder gleich
dem Soll-Überstand ist. Unter Berücksichtigung eines ebenfalls in die Auswerteschaltung
82 eingegebenen Toleranzbereichs kann damit die Aussage getroffen werden, ob sich
der Ist-Überstand b innerhalb der vorgegebenen Toleranz befindet. Sofern dies nicht
der Fall ist, erzeugt die Auswerteschaltung ein diesen Zustand anzeigendes Fehlersignal,
das an der Anzeige 86 eine entsprechende optische Anzeige erzeugt; zusätzlich kann
auch eine akustische Anzeige erfolgen. Im übrigen wird der Arbeitszyklus der Nietmaschine
10 abgebrochen.
[0048] Liegt der Ist-Überstand b innerhalb des vorgegebenen Toleranzbereichs, so kann je
nach Ausführung der Nietmaschine in einem nächsten Schritt überprüft werden, ob der
Gewindestehbolzen 48 und das Aufnahmeteil 56 die vorgegebenen Erstreckungen in Bewegungsrichtung
des Kolbens 20 aufweisen. Dazu wird zunächst die zurückgelegte Gesamtwegstrecke des
Kolbens 20 ermittelt. Dies geschieht anhand der Signale des Detektors 78, der die
Vorbewegung des Verschiebeteils 72 bis zum Aufsetzpunkt des Kolbens 20 erfaßt hat.
Bei bekannter Ausgangsposition des Kolbens 20 relativ zur Auflagefläche 14 bzw. zur
Aufnahme 46 kann dann anhand des zurückgelegten Gesamtweges festgestellt werden, welche
axiale Länge der Gewindestehbolzen 48 aufweist. Durch Vergleich mit einem Sollwert
kann unter Berücksichtigung eines ebenfalls vorgegebenen Toleranzbereichs entschieden
werden, ob der Gewindestehbolzen 48 eine innerhalb der Toleranz liegende axiale Länge
aufweist. Anhand der Gesamtwegstrecke und der Relativ-Wegstrecke kann bei definierter
Ausgangsposition von Kolben 20 und Tastorgan 66 relativ zueinander sowie in Bezug
auf die Auflagefläche 14 bzw. die Aufnahme 46 die Stärke bzw. Dicke (Erstreckung in
Bewegungsrichtung 94) des Aufnahmeteils 56 ermittelt werden. Der so ermittelte Wert
wird unter Berücksichtigung von ebenfalls vorgegebenen Toleranzen mit einem Sollwert
verglichen, um zu überprüfen, ob die Dicke des Aufnahmeteils 56 innerhalb der Toleranz
liegt. Ist dies nicht der Fall, erzeugt die Auswerteschaltung 82 ein diesen Zustand
anzeigendes optisches und/oder akustisches Fehlersignal. Ferner wird der Arbeitszyklus
der Nietmaschine 10 abgebrochen.
[0049] Erst wenn die obige Überprüfung der Höhendifferenz zwischen Niet- und Aufnahmeteil
und die Überprüfung der Absolutlänge des Niets (sofern ausgeführt) positiv verlaufen
ist, schaltet die Auswerteschaltung 82 den Elektromotor 44 zur Rotation des Nietwerkzeuges
38 ein. Infolge der Anpreßkraft, mit der der Kolben 20 gegen den Gewindestehbolzen
48 gedrückt gehalten wird, kommt es zu einer Kaltverformung und Stauchung des überstehenden
verjüngten Abschnitts 50 des Gewindestehbolzens 48. Der zusätzliche Verschiebungsweg
des Kolbens 20, den dieser infolge der Kaltverformung des Gewindestehbolzens 48 zurücklegt,
kann, wenn dies gewünscht wird, meßtechnisch über den Detektor 78 erfaßt werden, der
den Vorschub des Verschiebeteils 72 erfaßt. Ferner kann mit Beginn der Einschaltung
des Elektromotors 44 in der Auswerteschaltung 82 eine Zeitmessung erfolgen. Benötigt
der Kolben 20 zum Zurücklegen einer Soll-Zusatzwegstrecke länger als eine vorgegebene
Minimalzeit und weniger als eine vorgegebene Maximalzeit, so ist die Vernietung ordnungsgemäß
erfolgt und die Nietmaschine 10 wird ohne jede weitere Informationsanzeige bzw. mit
der Informationsanzeige "Nietung in Ordnung" deaktiviert. Erfolgt dagegen die Verformung
innerhalb einer kürzeren Zeit der Minimalzeit, d. h. erreicht der Kolben 20 die Soll-Zusatzwegstrecke
schneller als durch die Minimalzeit vorgegeben, so läßt das darauf schließen, daß
das Material des Gewindestehbolzens 48 zu weich ist. Umgekehrt kann auf zu hartes
Materials des Gewindestehbolzens 48 geschlossen werden, wenn der Kolben 20 bis zum
Ablauf der Maximalzeit seine Soll-Zusatzwegstrecke noch nicht zurückgelegt hat. In
beiden diesen Fällen wird der Verformungsvorgang mit einer Fehleranzeige abgebrochen.
[0050] Anhand der Fign. 4 bis 9 wird nachfolgend auf ein zweites Ausführungsbeispiel der
Erfindung eingegangen. Die Vorrichtung 100 gemäß diesem zweiten Ausführungsbeispiel
ist bis auf die Kopplung des ersten Tastorgans 66 mit dem Halteteil 62 in ihrem Aufbau
gleich der Vorrichtung 10 der Fign. 1 bis 3, weshalb in den Fign. 4 bis 9, soweit
möglich, für gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente der Vorrichtung 100 die gleichen
Bezugszeichen wie in den Fign. 1 bis 3 verwendet sind.
[0051] Wie anhand von Fig. 4 zu erkennen ist, weist das an dem Kolben 20 von diesem abstehend
angeordnete Halteteil 62 eine Ausnehmung 102 auf, in der ein verschiebbar in dieser
Ausnehmung 102 geführtes Verschiebeteil 104 angeordnet ist. Die Ausnehmung 102 ist
in radialer Richtung des Kolbens 20 betrachtet nach außen hin offen. Die zu dieser
Außenseite der Ausnehmung 102 angeordnete Außenseite des Verschiebeteils 104 ist mit
einer Verzahnung versehen, die mit einem Zahnrad 106 kämmt, dessen Drehbewegung von
dem Detektor 78 erkannt wird.
[0052] Der Verschiebungsweg des Verschiebeteils 104 in der Ausnehmung 102 ist durch einen
oberen Anschlag 108 und einen unteren Anschlag 110 begrenzt. Beide Anschläge 108 und
110 liegen in Bewegungsrichtung 94 des Kolbens 20 und damit des Halteteils 62. Zwischen
dem oberen Anschlag 108 und dem Verschiebeteil 104 wirkt eine erste Schraubendruckfeder
112, die das Verschiebeteil 104 gegen den unteren Anschlag 110 vorspannt. Von unten
durch den unteren Anschlag 110 ragt das erste Tastorgan 66 in die Ausnehmung 102 und
das Verschiebeteil 104 hinein. Das erste Tastorgan 66 weist an seinem in das Verschiebeteil
104 hineinragenden Ende einen Flansch 114 auf, der an einem Anschlag 116 des Verschiebeteils
104 anliegt, wodurch das erste Tastorgan 66 unverlierbar am Verschiebeteil 104 angeordnet
ist. Zwischen dem ersten Tastorgan 66 und dem Verschiebeteil 104 ist eine zweite Spiraldruckfeder
118 angeordnet, die sich einerseits am Verschiebeteil 104 und andererseits am Flansch
114 des ersten Tastorgans 66 abstützt und die das erste Tastorgan 66 gegen den Anschlag
116 des Verschiebeteils 104 vorspannt. Die von der ersten Feder 112 aufgebrachte Vorspannkraft
ist geringer als die Vorspannkraft der zweiten Feder 118.
[0053] Fig. 4 zeigt die Ausgangssituation der Vorrichtung 100, bevor sich der Kolben 20
in Richtung des Pfeils 94 in Richtung auf die Auflagefläche 14 bewegt. Mit Ansteuerung
des Kolbens 20 bewegt sich dieser zusammen mit dem Halteteil 62 in Richtung des Pfeils
94. Während dieser Phase der Bewegung kommt es zu keinerlei Relativbewegungen zwischen
dem Halteteil 62 und dem Verschiebeteil 104, das über die erste Feder 112 mit dem
Halteteil 62 bewegungsgekoppelt ist und von diesem mitgenommen wird. Damit bewegt
sich das Verschiebeteil 104 relativ zum Zahnrad 106 des Detektors 78 und treibt dieses
an, so daß der Dektektor 78 das Bewegungsmaß des Verschiebeteils 104 detektieren kann.
[0054] Fig. 5 zeigt die Situation, in der das erste Tastorgan 66 auf dem Aufnahmeteil 56
aufliegt. Bei der weiteren Bewegung des Kolbens 20 und des Halteteils 62 in Richtung
des Pfeils 94 läßt sich nun das Tastorgan 66 nicht weiter mitbewegen; durch die Feder
118 drückt das erste Tastorgan 66 nun das Verschiebeteil 104 innerhalb der Ausnehmung
102 entgegengesetzt zur Richtung 94 nach oben, und zwar gegen die Vorspannkraft der
Feder 112, die schwächer ausgebildet ist als die Feder 118. Auf diese Weise gelangt
das Verschiebeteil 104 über die Zwischenposition gemäß Fig. 6 in Anlage mit dem oberen
Anschlag 108 der Ausnehmung 102, was in Fig. 7 gezeigt ist, wobei die Feder 112 komprimiert
wird. Während dieser Phase der Bewegung des Kolbens 20 und damit des Halteteils 62
in Richtung des Pfeils 94 steht also das Verschiebeteil 104 relativ zum Tragrahmen
12 bzw. Tragarm 16 der Vorrichtung 100 still, was durch den Detektor 78 erkannt wird.
Der Detektor 78 mißt also das Verschiebungsmaß des Verschiebeteils 104 ausgehend aus
der Position gemäß Fig. 4 bis zum Erreichen der Position gemäß Fig. 5, wobei das Aufsetzen
des ersten Tastorgans 66 anhand des Stillstandes des bis dahin in Richtung des Pfeils
94 mitbewegten Verschiebeteils 104 erkannt wird.
[0055] In dem Augenblick, in dem das Verschiebeteil 104 am oberen Anschlag 108 der Ausnehmung
102 des Halteteils 62 anliegt, ist die Stillstandsphase des Verschiebeteils 104 beendet,
das von da ab wieder von dem Halteteil 62 in Richtung des Pfeils 94 mitgenommen wird.
Dabei dringt das weiterhin auf dem Aufnahmeteil 56 aufliegende erste Tastorgan 66
unter Komprimierung der Feder 118 in das Verschiebeteil 104 ein, was in Fig. 8 gezeigt
ist. Die Abwärtsbewegung des Kolbens 20 und damit des Halteteils 62 in Richtung des
Pfeils 94 ist in dem Augenblick beendet, in dem das Nietwerkzeug 38 auf dem Gewindestehbolzen
48 aufliegt (s. Fig. 9). Damit ist die Abtastphase beendet, wobei anhand der beiden
durch den zwischenzeitlichen Stillstand des Verschiebeteils 104 von diesem zurückgelegten
Wegstrecken durch Differenzbildung auf das Überstandsmaß des Gewindestehbolzens geschlossen
werden kann. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß für die Phase des Stillstandes des
Verschiebeteils 104 der Kolben 20 und damit das zweite Tastorgan in Form des Nietwerkzeuges
38 in Richtung des Pfeils 94 sich weiterbewegt hat, ohne daß diese Bewegung durch
den Detektor 78 erfaßt worden ist. Diese Wegstrecke, die das Nietwerkzeug 38 bei stillstehendem
Verschiebeteil 104 zurücklegt, ist aber durch die Längendifferenz zwischen dem Verschiebeteil
104 und der Ausnehmung 102 und damit konstruktiv eindeutig bestimmt. Dieses "Spiel"
des Verschiebeteils 104 innerhalb der Ausnehmung 102 in Richtung des Pfeils 94 kann
also in die Berechnung des Überstandsmaßes als feste Größe eingehen.
[0056] Die Auswertung der Wegdifferenzen erfolgt bei der Vorrichtung 100 wie in Zusammenhang
mit dem Ausführungsbeispiel der Fign. 1 bis 3 oben erläutert. Selbstverständlich läßt
sich bei der Vorrichtung 100 auch die Messung der Materialbeschaffenheit des Gewindestehbolzens
(Härte) miteinbringen; auch dies ist im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel der
Fign. 1 bis 3 ausführlich beschrieben, weshalb an dieser Stelle auf die obige Beschreibung
verwiesen werden kann.
1. Vorrichtung zur Überprüfung mindestens eines Aufnahmeteils und eines von diesem teilweise
aufgenommenen und durch Materialverformung mit dem Aufnahmeteil verbindbaren Werkstücks,
wobei das Werkstück über eine Oberseite des Aufnahmeteils um ein bestimmtes Soll-Überstandsmaß
übersteht, mit
- einem Tragrahmen (12), der eine Auflagefläche (14) für das Werkstück (48) sowie
das mindestens eine Aufnahmeteil (56) und einen Tragarm (16) aufweist,
- einem in Richtung (94) auf die Auflagefläche (14) bewegbar geführten ersten Tastorgan
(66),
- einem in Richtung (94) auf die Auflagefläche (14) bewegbar an dem Tragarm (16) geführten
zweiten Tastorgan (38),
- einer Weggeberanordnung (78) zum Messen der Relativ-Wegstrecke, um die sich die
beiden Tastorgane (66,38) im Vergleich zu ihren Ausgangspositionen zu Beginn einer
Vorbewegung in Richtung (94) auf das Aufnahmeteil (56) und das Werkstück (48) bis
zum Stillstand relativ zueinander bewegt haben,
- einer Auswerteschaltung (82), die mit der Weggeberanordnung (78) verbunden ist und
die anhand eines Vergleichs der Relativ-Wegstrecke mit einem das Soll-Überstandsmaß
repräsentierenden Sollwert unter Berücksichtigung eines Toleranzbereichs ermittelt,
ob die Relativ-Wegstrecke um den Toleranzbereich von dem Sollwert abweicht und, wenn
dies der Fall ist, ein Fehleranzeigesignal erzeugt, und
- einer mit der Auswerteschaltung (82) verbundenen Anzeigevorrichtung (86) zur insbesondere
akustischen und/oder visuellen Anzeige des Fehleranzeigesignals,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das erste Tastorgan (66) an einem Halteteil (62) in Richtung auf die Auflagefläche
(14) sowie entgegengesetzt dazu verschiebbar geführt ist,
- daß das Halteteil (62) zusammen mit dem zweiten Tastorgan (38) bewegbar ist,
- daß das erste Tastorgan (66) über ein Getriebe (70) mechanisch mit einem Verschiebeteil
(72) verbunden ist, das an dem Halteteil (62) in Richtung auf die Auflagefläche (14)
sowie entgegengesetzt dazu verschiebbar geführt ist, wobei das Getriebe (70) die in
eine erste Richtung erfolgende Bewegung des ersten Tastorgans (66) in eine Bewegung
des Verschiebeteils (72) in eine zur ersten Richtung entgegengesetzte Richtung umsetzt,
und
- daß die Weggeberanordnung versehen ist mit einem mit dem Tragrahmen (12) verbundenen
Detektor (78) zur Ermittlung des Weges, um den sich das Verschiebeteil (72) vorbewegt,
und zur Ermittlung der Geschwindigkeit, mit der sich das Verschiebeteil (72) vorbewegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Tastorgan (66)
eine Zahnradstange (68) aufweist, daß das Verschiebeteil (72) eine Zahnstange (76)
aufweist und daß das Getriebe als mit beiden Zahnstangen (68,76) kämmendes Zahnrad
(70) ausgebildet ist, das drehbar an dem Halteteil (62) gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Tastorgan
(66) oder das Verschiebeteil (72) mit einer Rückholfedereinrichtung (96) zum Zurückbewegen
des aus ihren Ausgangspositionen bewegten ersten Tastorgans (66) und des Verschiebeteils
(72) in die jeweilige Ausgangsposition zusammenwirkt, in denen das erste Tastorgan
(66) und das zweite Tastorgan (38) weder das Aufnahmeteil (56) noch das Werkstück
(60) kontaktieren.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das erste Tastorgan
(66) als auch das Verschiebeteil (72) mit jeweils einer Rückholfedereinrichtung (96)
zusammenwirken.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeteil
(72) eine Zahnung (76) aufweist, die von dem Detektor (78) optisch abtastbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) das Aufsetzen des ersten Tastorgans (66) in dem Zeitpunkt erkennt, in dem der
Detektor (78) eine Geschwindigkeitserhöhung des Verschiebeteils (72) meldet, und das
Aufsetzen des zweiten Tastorgans (38) in dem Zeitpunkt erkennt, in dem der Detektor
(78) den Stillstand des Verschiebeteils (72) meldet, und daß die Auswerteschaltung
(82) die Zeitdauer zwischen diesen beiden Zeitpunkten mißt und anhand dieser Zeitdauer
die Wegdifferenz beider Tastorgane (66,38) ermittelt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) anhand eines Vergleichs des bei Stillstand des ersten Tastorgans (62) vorliegenden
Ausgangssignals des Detektors (78) mit einem Sollwert unter Berücksichtigung der Ausgangsposition
des ersten Tastorgans (66) ermittelt, ob die Erstreckung des Aufnahmeteils (56) in
Bewegungsrichtung (94) des ersten Tastorgans (66) außerhalb eines Toleranzbereichs
liegt, und, wenn dies der Fall ist, an die Anzeigevorrichtung (86) ein dieses Ergebnis
anzeigendes Signal ausgibt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) anhand eines Vergleichs des bei Stillstand des zweiten Tastorgans (38) vorliegenden
Ausgangssignals des Detektors mit einem Sollwert unter Berücksichtigung der Ausgangsposition
des zweiten Tastorgans (38) ermittelt, ob die Erstreckung des Werkstücks (48) in Bewegungsrichtung
des zweiten Tastorgans (38) außerhalb eines Toleranzbereichs liegt, und, wenn dies
der Fall ist, an die Anzeigevorrichtung (86) ein dieses Ergebnis anzeigendes Signal
ausgibt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Tastorgan (38) ein Verformungswerkzeug zum mechanischen Verformen des Werkstücks (48)
ist und daß das Verformungswerkzeug an einem drehbaren Werkzeugkopf (36) angeordnet
ist, der an dem Tragarm (16) verschiebbar geführt und in Richtung auf die Auflagefläche
(14) antreibbar, und zwar insbesondere pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch antreibbar
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß am Tragrahmen
(12) ein Detektor (81) zur Ermittlung mechanischer Spannungen vorgesehen ist, der
mit der Auswerteschaltung (82) verbunden ist, und daß die Auswerteschaltung (82) zur
Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans (38) auf das Werkstück (48) das Ausgangssignal
des Detektors (81) mit einem Schwellwert vergleicht.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) das Veränderungssignal des Detektors (78) der Weggeberanordnung ermittelt und
zur Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans (38) auf das Werkstück (48) das
Veränderungssignal mit einem Schwellwert vergleicht.
12. Vorrichtung zur Überprüfung mindestens eines Aufnahmeteils und eines von diesem teilweise
aufgenommenen und durch Materialverformung mit dem Aufnahmeteil verbindbaren Werkstücks,
wobei das Werkstück über eine Oberseite des Aufnahmeteils um ein bestimmtes Soll-Überstandsmaß
übersteht, mit
- einem Tragrahmen (12), der eine Auflagefläche (14) für das Werkstück (48) sowie
das mindestens eine Aufnahmeteil (56) und einen Tragarm (16) aufweist,
- einem in Richtung (94) auf die Auflagefläche (14) bewegbar geführten ersten Tastorgan
(66),
- einem in Richtung (94) auf die Auflagefläche (14) bewegbar an dem Tragarm (16) geführten
zweiten Tastorgan (38),
- einer Weggeberanordnung (78) zum Messen der Relativ-Wegstrecke, um die sich die
beiden Tastorgane (66,38) im Vergleich zu ihren Ausgangspositionen zu Beginn einer
Vorbewegung in Richtung (94) auf das Aufnahmeteil (56) und das Werkstück (48) bis
zum Stillstand relativ zueinander bewegt haben,
- einer Auswerteschaltung (82), die mit der Weggeberanordnung (78) verbunden ist und
die anhand eines Vergleichs der Relativ-Wegstrecke mit einem das Soll-Überstandsmaß
repräsentierenden Sollwert unter Berücksichtigung eines Toleranzbereichs ermittelt,
ob die Relativ-Wegstrecke um den Toleranzbereich von dem Sollwert abweicht und, wenn
dies der Fall ist, ein Fehleranzeigesignal erzeugt, und
- einer mit der Auswerteschaltung (82) verbundenen Anzeigevorrichtung (86) zur insbesondere
akustischen und/oder visuellen Anzeige des Fehleranzeigesignals,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das erste Tastorgan (66) an einem Halteteil (62) in Richtung auf die Auflagefläche
(14) sowie entgegengesetzt dazu verschiebbar ist,
- daß das Halteteil (62) zusammen mit dem zweiten Tastorgan (38) bewegbar ist,
- daß ein an dem Halteteil (62) in Richtung auf die Auflagefläche (14) sowie entgegengesetzt
dazu verschiebbares Verschiebeteil (104) vorgesehen ist, das über ein Getriebe (108-116)
bei Bewegung des Halteteils (62) in Richtung auf die Auflagefläche (14) mitbewegbar
ist, bis das erste Tastorgan (66) aufsetzt, danach für eine vorbestimmte Wegstrecke
des Halteteils (62) bei dessen weiterer Bewegung relativ zum Tragrahmen (12) stillsetzbar
ist und anschließend bei weiterer Bewegung des Halteteils (62) in Richtung auf die
Auflagefläche (14) mit dem Halteteil (62) wieder mitbewegbar ist, bis das zweite Tastorgan
(38) aufsetzt, und
- daß die Weggeberanordnung versehen ist mit einem Detektor (78) zur Ermittlung, ob
sich das Verschiebeteil (104) mit dem Halteteil (62) mitbewegt oder relativ zum Tragrahmen
(12) stillsteht, und zur Ermittlung der Wege, um die sich das Verschiebeteil (104)
jeweils ausgehend von einer Ruhelage bis zum Aufsetzen des ersten Tastorgans (66)
bzw. des zweiten Tastorgans (38) bewegt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe eine zwischen
dem Kalteteil (62) und dem Verschiebeteil (104) angeordnete erste Feder (112) aufweist,
die auf das Verschiebeteil (104) eine auf die Auflagefläche (14) gerichtete Vorspannkraft
ausübt, und daß das Getriebe ferner eine zwischen dem Verschiebeteil (104) und dem
ersten Tastorgan (66) angeordnete zweite Feder (118) aufweist, die auf das erste Tastorgan
(66) eine ebenfalls auf die Auflagefläche (14) gerichtete Vorspannkraft und damit
auf das Verschiebeteil (104) eine zur Vorspannkraft der ersten Feder (112) entgegengesetzte
Vorspannkraft aufbringt, wobei die Vorspannkraft der ersten Feder (112) geringer ist
als der zweiten Feder (118).
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeteil (104)
zwischen zwei Anschlägen (108,110) des Halteteils (62) verschiebbar ist, wobei der
erste Anschlag (110) näher an der Auflagefläche (14) angeordnet ist als der zweite
Anschlag (108), und daß die erste Feder (112) das Verschiebeteil (104) gegen den ersten
Anschlag (110) vorspannt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Tastorgan
(66) verschiebbar an dem Verschiebeteil (104) geführt und durch die zweite Feder (118)
in Richtung auf die Auflagefläche (14) gegen einen Anschlag (116) des Verschiebeteils
(104) vorgespannt ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Detektor
(78) auch die Geschwindigkeit der Bewegung des Verschiebeteils (104) ermittelt.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeteil
(104) eine Zahnung (76) aufweist, die von dem Detektor (78) optisch abtastbar ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) das Aufsetzen des ersten Tastorgans (66) in dem Zeitpunkt erkennt, in dem der
Detektor (78) den ersten Stillstand des zuvor bewegten Verschiebeteils (104) meldet,
und das Aufsetzen des zweiten Tastorgans (38) in dem Zeitpunkt erkennt, in dem der
Detektor (78) den Stillstand des Verschiebeteils (104) meldet, und daß die Auswerteschaltung
(82) die Zeitdauern der Bewegungen des Verschiebeteils (104) zwischen jeweils deren
Beginn und Stillstand sowie die Zeitdauer, für die das Verschiebeteil (104) das erste
Mal stillsteht, mißt, und anhand der Bewegungsgeschwindigkeit des Halteteils (62)
die Wegstrecke des Verschiebeteils (104) bis zum Aufsetzen des ersten Tastorgans (66)
und die Wegstrecke des Verschiebeteils (104) bis zum Aufsetzen des zweiten Tastorgans
(38) mißt sowie unter Berücksichtigung des bei stillstehendem Verschiebeteil (104)
vom zweiten Tastorgan (38) zurückgelegten Weges die Wegdifferenz beider Tastorgane
(66,38) ermittelt.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) anhand eines Vergleichs des beim ersten Stillstand des Verschiebeteils (104)
vorliegenden Ausgangssignals des Detektors (78) mit einem Sollwert unter Berücksichtigung
der Ausgangsposition des ersten Tastorgans (66) ermittelt, ob die Erstreckung des
Aufnahmeteils (56) in Bewegungsrichtung (94) des ersten Tastorgans (66) außerhalb
eines Toleranzbereichs liegt, und, wenn dies der Fall ist, an die Anzeigevorrichtung
(86) ein dieses Ergebnis anzeigendes Signal ausgibt.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) anhand eines Vergleichs des beim zweiten Stillstand des Verschiebeteils (104)
vorliegenden Ausgangssignals des Detektors mit einem Sollwert unter Berücksichtigung
der Ausgangsposition des zweiten Tastorgans (38) ermittelt, ob die Erstreckung des
Werkstücks (48) in Bewegungsrichtung des zweiten Tastorgans (38) außerhalb eines Toleranzbereichs
liegt, und, wenn dies der Fall ist, an die Anzeigevorrichtung (86) ein dieses Ergebnis
anzeigendes Signal ausgibt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Tastorgan (38) ein Verformungswerkzeug zum mechanischen Verformen des Werkstücks (48)
ist und daß das Verformungswerkzeug an einem drehbaren Werkzeugkopf (36) angeordnet
ist, der an dem Tragarm (16) verschiebbar geführt und in Richtung auf die Auflagefläche
(14) antreibbar, und zwar insbesondere pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch antreibbar
ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß am Tragrahmen
(12) ein Detektor (81) zur Ermittlung mechanischer Spannungen vorgesehen ist, der
mit der Auswerteschaltung (82) verbunden ist, und daß die Auswerteschaltung (82) zur
Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans (38) auf das Werkstück (48) das Ausgangssignal
des Detektors (81) mit einem Schwellwert vergleicht.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteschaltung
(82) das Veränderungssignal des Detektors (78) der Weggeberanordnung ermittelt und
zur Ermittlung des Aufsetzens des zweiten Tastorgans (38) auf das Werkstück (48) das
Veränderungssignal mit einem Schwellwert vergleicht.