[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schleifer mit einem mit Exzenterhub angetriebenen
Werkzeug der im Gattungsbegriff des Patentanspruchs 1 naher bezeichneten Art.
[0002] Ein solcher Schleifer ist aus der DE 35 17 766 C2 bekannt. Hierbei ist die Motorwelle
am werkzeugseitigen Ende als Hohlwelle ausgeführt und weist eine exzentrische Bohrung
auf, in die ein Exzenterzapfen eingreift. Dieser Exzenterzapfen trägt wiederum an
seinem werkzeugseitigen Ende einen Antriebsexzenter für das Schleifwerkzeug, der relativ
zu der Exzenterbohrung der Motorwelle verdreht werden kann. Dies geschieht bei Umschaltung
des Motors von Rechtslauf auf Linkslauf bzw. umgekehrt, wobei die Relativverdrehung
zwischen dem Exzenterzapfen und der Motorwelle auf 180° begrenzt ist. Bei Rechtslauf
des Motors ergibt sich die minimale Exzentrizität und bei Linkslauf des Motors die
maximale Exzentrizität, die für den Exzenterhub des Schleifwerkzeugs maßgeblich ist.
Das Schleifwerkzeug des bekannten Schleifers ist über elastische Zwischenglieder mit
dem Maschinengehäuse verbunden, um eine Drehung des Schleifwerkzeugs um seinen Antriebsexzenter
zu unterbinden. Die bekannte Maschine erfordert eine beträchtliche Bauhöhe. So ist
die mit der endseitigen Exzenterbohrung versehene Motorwelle noch durch ein für die
Staubabsaugung erforderliches Lüfterrad koaxial hindurchgeführt,dieses Lüfterrad ist
nicht in den Exzenterantrieb des Werkzeuges einbezogen.
[0003] Die DE 36 20 136 C2 beschreibt einen Schwingschleifer mit einem Exzenterantrieb für
das Werkzeug, bei dem das Lüfterrad eines der Exzenterglieder darstellt. Dort greift
der Mitnehmer am Werkzeug in eine exzentrische Bohrung des Lüfterrades ein. Bei diesem
vorbekannten Schwingschleifer ist allerdings der Exzenterhub nicht verstellbar.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schleifer mit verstellbarem Exzenterhub
entsprechend der gattungsbildenden Art zu schaffen, bei dem durch eine kompaktere
Verschachtelung der relativ zueinander verdrehbaren Exzenterglieder die Bauhöhe verringert
ist.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Schleifer der gattungsbildenden Art nach der Erfindung
durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung an Ausführungsbeispielen noch
näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1-3
- Teilschnitte durch Schleifer in drei unterschiedlichen Ausführungsformen.
[0008] Der in Fig. 1 dargestellte Schleifer weist ein Gehäuse 1 auf, in welchem nach oben
hin ein Elektromotor angeordnet ist, von dem das untere Ende des Ankers 2 erkennbar
ist.
[0009] Daraus tritt nach unten hin eine Motorwelle 3 aus, auf deren Unterende ein im Maschinengehäuse
1 gelagertes Lüfterrad 4 fest aufgesetzt ist. Das topfartig nach unten hin öffnende
Lüfterrad 4 hat eine exzentrische Bohrung 5, in der eine Exzenterhülse 6 angeordnet
ist. Die Exzenterhülse 6 ist mit ihrem Außenumfang konzentrisch in die exzentrische
Bohrung 5 des Lüfterrades 4 eingepaßt und gegenüber dem Lüfterrad 4 in besonderer
Weise drehverstellbar, worauf weiter unten noch näher eingegangen werden wird. Die
Exzenterhülse 6 hat wiederum eine nach unten öffnende Exzenterbohrung 7, in die koaxial
ein Mitnehmer 10 eingreift, der sich über ein Lager 8 an der Wandung der Exzenterbohrung
7 abstützt, welches auf einem mit dem Mitnehmer 10 fest verbundenen Zapfen 10a sitzt.
Der Mitnehmer trägt ein Werkzeug 11, mit dem er mittels einer Schraube 9 fest, jedoch
lösbar verbunden ist, womit das Werkzeug 11 ausgewechsel werden kann. Das Werkzeug
11 hat vorzugsweise die Gestalt eines kreisrunden Schleiftellers und ist entsprechend
an seiner unteren Arbeitsseite mit einem Schleifmittel, wie einem Schleifpapier 12,
belegt. Das Werkzeug 11 stützt sich nicht drehfest am Maschinengehäuse 1 ab sondern
ist über den Mitnehmer 10 in der Exzenterhülse 6 mittels des Lagers 8 drehbar aufgenommen,
wobei jedoch eine Drehung des Schleifwerkzeugs 11 nur in einer Drehrichtung möglich
ist.
[0010] Der Schleifer ist mit einer Staubabsaugung versehen und dazu weist das Schleifwerkzeug
11 Staubansaugöffnungen 13 auf, die sich durch das Schleifmittel 12 hindurch fortsetzen.
Nach oben hin münden die Staubansaugöffnungen 13 in einen Gehäuseinnenraum 14, in
welchem sich das Lüfterrad 4 dreht. Das Lüfterrad 4 ist hier zugleich Teil der Staubabsaugung
und fördert den angesaugten Staub durch einen Kanal 15 im Gehäuse 1 in einen angeschlossenen
Staubsack.
[0011] Das Lüfterrad 4 mit seiner exzentrischen Bohrung 5 und der Exzenterhülse 6 mit ihrer
den Mitnehmer 10 am Werkzeug 11 exzentrisch aufnehmenden Exzenterbohrung 7 stellen
zwei gegeneinander verdrehbare Exzenterglieder dar, deren Exzentrizität sich je nach
Drehstellung addieren oder subtrahieren kann. Die Verschachtelung des Lüfterrades
4 und der Exzenterhülse 6, die beide nach unten zum Werkzeug 11 hin mit ihrer exzentrischen
Bohrung 5 sowie der Exzenterbohrung 7 öffnen, ermöglichen eine besonders kompakte
Bauform des Schleifers, um vor allem dessen Bauhöhe zu reduzieren.
[0012] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 erfolgt die Verdrehung der Exzenterhülse 6 gegenüber
dem Lüfterrad 4 über das Werkzeug 11, und dazu ist das Lager 8 zwischen dem Mitnehmer
10 und der Exzenterhülse 6 mit einer integrierten Freilaufkupplung ausgestattet, die
- wie erwähnt - eine freie Drehung des Werkzeugs 11 gegenüber der Exzenterhülse 6
nur in einer der beiden Drehrichtungen erlaubt, während in der entgegengesetzten Drehrichtung
mit dem Verdrehen des Werkzeugs 11 über das Lager 8 die Exzenterhülse 6 mitgenommen
wird. Damit sich dabei die Exzenterhülse 6 gegenüber dem Lüfterrad 4 verstellt, um
die resultierende Exzentrizität vergrößern oder verkleinern zu können, kann das Lüfterrad
4 von außen her angehalten werden. Dazu dient ein in der Wandung des Maschinengehäuses
1 angeordneter Arretierknopf 16, der gegen den Druck einer Feder eingedrückt werden
kann, wodurch ein Innenabschnitt 17 des Arretierknopfes 16 zwischen die Flügel 18
des Lüfterrades 4 greift, welches somit durch Anschlag am Innenabschnitt 17 des Arretierknopfes
16 gegen ein Verdrehen gesichert ist.
[0013] Um zumindest die beiden extremen Exzenterstellungen, in denen sich die Exzentrizitäten
der exzentrischen Bohrung des Lüfterrades 4 und der Exzenterbohrung 7 der Exzenterhülse
6 addieren oder subtrahieren, fixieren zu können, damit sich die Exzenterhülse 6 und
das Lüfterrad 4 nicht unbeabsichtigt gegeneinander verdrehen, ist zwischen diesen
beiden Teilen eine Rastvorrichtung 19 vorgesehen. Die Rastvorrichtung 19 umfaßt ein
federbelastetes Rastglied 22, welches in die Exzenterhülse 6 achsparallel eingelassen
ist und in entsprechende Rastausnehmungen des Lüfterrades 4 eingreift. Bei über den
Arretierknopf 16 festgehaltenem Lüfterrad 4 läßt sich in der Drehrichtung des Werkzeugs
11, in der die Mitnahme der Exzenterhülse 6 erfolgt, die Hemmung der Rastvorrichtung
19 überwinden, um das Rastglied 22 in der weiteren Rastausnehmung wieder einrasten
zu lassen nach Verdrehung der Exzenterhülse 6, wobei die Rastvorgänge beim Verdrehen
des Werkzeugs 11 von Hand spürbar sind.
[0014] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 besitzt grundsätzlich den gleichen Aufbau wie
der Schleifer gemäß Fig. 1, weswegen hier für gleiche Teile die gleichen Bezugsziffern
verwendet sind. Lediglich die Rastvorrichtung 19 und die Freilaufkupplung zwischen
dem Werkzeug 11 und der Exzenterhülse 6 sind hier anders gestaltet. So sind das Lüfterrad
4 und die Exzenterhülse 6 an ihrer unten, zum Werkzeug 11 hin liegenden Offenseite
mittels einer Ringscheibe 20 abgedeckt, wozu die Exzenterhülse 6 mit dem Lüfterrad
4 nach unten hin flächenbündig abschließt. Die Ringscheibe 20 ist mit dem Lufterrad
4 mittels Schrauben 28 fest verbunden. Die Rastvertiefungen 21 der Rastvorrichtung
19 sind in die Innenseite der Ringscheibe 20 eingearbeitet, entsprechend liegt das
Rastglied 22 der Rastvorrichtung 19 in der Exzenterhülse 6 der Ringscheibe 20 gegenüber.
[0015] Ferner ist der Mitnehmer 10 und der Zapfen 10a bei der Ausführungsform gemaß Fig.
2 modifiziert, und es ist das Lager 8 hier als reines Wälzlager ohne Freilaufkupplung
ausgebildet. Der mit dem Schleifwerkzeug 11 feste Mitnehmer 10 hat nach oben hin eine
koaxiale Verlängerung 25, auf der die Freilaufkupplung 23 als separates Element angeordnet
ist. Die Freilaufkupplung 23 stützt sich andererseits in einer Bohrung 24 ab, die
ebenfalls exzentrisch zum Außenumfang der Exzenterhülse 6 in deren oberer Stirnwand
26 angebracht ist. Die Verdrehung der Exzenterhülse 6 gegenüber dem Lüfterrad 4 erfolgt
hier in gleicher Weise wie beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1.
[0016] Anders erfolgt dagegen die Verdrehung der Exzenterhülse 6 gegenüber dem Lüfterrad
4 beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3. Hier hat die Exzenterhülse 6 einen oberen
Ansatz, der eine Außenverzahnung 29 trägt. Damit kämmt ein Zahnrad 28, welches innerhalb
der exzentrischen Bohrung 5 im Innern des Lüfterrades 4 an dessen oberer Stirnwand
gelagert ist. In Eingriff mit dem Zahnrad 28 steht ein weiteres Zahnrad 30, das eine
axiale Verlängerung nach unten hin mit einem Stellglied 27 hat, welches eine Innenaufnahme
für einen Stellschlüssel aufweist. Dieser Schlüssel kann bei entsprechender Ausrichtung
des drehbaren Werkzeugs 11 durch eine der Ansaugöffnungen 13 hindurch in das Stellglied
27 eingebracht werden, wonach durch Verdrehen des Stellgliedes 27 über das Getriebe
28 - 30 die Exzenterhülse 6 verdreht werden kann, wobei sich eine gesonderte Fixierung
des Lüfterrades 4 erübrigt, da das gesamte Getriebe 28 - 30 in dem Lüfterrad 4 angeordnet
ist.
[0017] Im übrigen ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 die Rastvorrichtung 19 ebenfalls
vorhanden und in gleicher Weise wie beim Ausführungsbeispiel des Schleifers nach Fig.
2 ausgebildet. Bei allen drei Ausführungsbeispielen nach den Figuren 1 - 3 sitzt auf
der Motorwelle 3 ein zweites Lüfterrad 31, welches für die Durchzugsbelüftung, also
die Kühlung des Antriebsmotors vorgesehen ist. Grundsätzlich kann bei Wegfall der
Staubabsaugung mit dem hierfür erforderlichen Lüfterrad 4 statt dessen das Lüfterrad
31 analog so ausgebildet werden, daß es in der beschriebenen Weise mit der Exzenterhülse
6 verschachtelbar ist.
1. Schleifer mit einem eine planebene Arbeitsfläche aufweisenden, sowie in Richtung deren
Ebene mit Exzenterhub angetriebenen Werkzeug mit einem Mitnehmer, welcher mit der
Motorwelle mittels zweier relativ zueinander verdrehbarer Exzenterglieder gekuppelt
und mit dem koaxial ein Lüfterrad angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Lüfterrad (4) zugleich eines der Exzenterglieder ist und eine exzentrische
Bohrung (5) hat, in der als zweites Exzenterglied eine Exzenterhülse (6) mit ihrem
Außenumfang konzentrisch sitzt, die relativ zum Lüfterrad (4) verdrehbar sowie daran
fixierbar ist und die eine Exzenterbohrung (7) hat, in der konzentrisch dazu der am
Werkzeug (11) angeordneter Mitnehmer (10) gelagert ist.
2. Schleifer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die exzentrische Bohrung (5) zu der zum Werkzeug (11) hin liegenden Stirnseite
des Lüfterrades (4) öffnet und darin die Exzenterhülse (6) vertieft oder mit ihrer
Stirnseite flächenbündig mit der Stirnseite des Lüfterrades (4) abschließend angeordnet
ist.
3. Schleifer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mitnehmer (10) des Schleifwerkzeugs (11) einen in die Exzenterbohrung (7)
der Exzenterhülse (6) ein greifenden Zapfen (10a) aufweist, der sich über ein Lager
(8) in dieser Exzenterbohrung (7) abstützt.
4. Schleifer nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Lüfterrad (4) und der Exzenterhülse (6) eine Klemm oder Rastvorrichtung
(19) mit zwei den minimalen sowie den maximalen Exzenterhub fixierenden oder mit mehreren
Raststellungen angeordnet ist, wobei das Lüfterrad (4) von außen arretierbar und die
Exzenterhülse (6) von außen verdrehbar ist.
5. Schleifer nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastvorrichtung (19) eine die werkzeugseitigen Stirnseiten des Lüfterrades
(4) und der Exzenterhülse (6) übergreifende Ringscheibe (20) aufweist, die mit dem
Lüfterrad (4) oder der Exzenterhülse (6) fest verbunden ist und zumindest zwei Rastvertiefungen
(21) hat, die im Überdeckungsbereich der relativ dazu verdrehbaren Exzenterhülse (6)
bzw. des Lüfterrades (4) liegen, und daß die Exzenterhülse (6) bzw. das Lüfterrad
(4) ein federbelastetes Rastglied (22) zum Eingriff in die Rastvertiefungen (21) haben.
6. Schleifer nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schleifwerkzeug (11) ein um sein Zentrum in nur einer Richtung drehbarer Teller
ist und mit der Exzenterhülse (6) mittels einer entsprechenden Freilaufkupplung (23)
verbunden ist.
7. Schleifer nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zapfen (10a) des Mitnehmers (10) des Schleifwerkzeugs (11) eine koaxiale Verlängerung
(25) hat, die in eine Bohrung (24) in einer Stirnwand (26) der Exzenterhülse (6) eingreift,
wobei in dieser Bohrung (24) zwischen der Stirnwand (26) der Exzenterhülse (6) und
der Mitnehmer-Verlängerung (25) die Freilaufkupplung (23) angeordnet ist.
8. Schleifer nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Freilaufkupplung in das Lager (8) zwischen dem Mitnehmer (10) des Schleifwerkzeugs
(11) und der Exzenterhülse (6) integriert ist.
9. Schleifer nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Lüfterrad (4) zwischen der Exzenterhülse (6) und einem drehbaren, bei Stillstand
des Lüfterrades (4) betätigbaren Stellglied (27) ein Stellgetriebe (28) angeordnet
ist.
10. Schleifer nach einem der Ansprüche 4 - 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Höhe des Lüfterrades (4) am Maschinengehäuse (1) ein Arretierknopf (16) angeordnet
ist, der entgegen seiner Eindrückrichtung federbelastet ist und der einen in eingedrückter
Position sperrend in das Lüfterrad (4) eingreifenden Innenabschnitt (17) hat.