[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinheit gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 und
6.
[0002] Durch die EP 0 644 048 A2 ist eine Rotationsdruckmaschine mit Gummi- und Plattenzylindern
bekannt. Diese Gummi- und Plattenzylinder sind paarweise durch eine mechanische Kopplung
für ihren gemeinsamen Antrieb zu Zylindergruppen zusammengefaßt. Eine solche Zylindergruppe
wird jeweils von einem eigenen Antriebsmotor angetrieben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Druckeinheit zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles
der Ansprüche 1 und 6 gelöst.
[0005] In vorteilhafter weise entfallen bei der erfindungsgemäßen Druckeinheit mechanische
Vorrichtungen zum Verstellen der Umfangsregister. Wird mittels des getrennten Antriebes
der Plattenzylinder eine Verstellung des Umfangsregister durchgeführt, indem eine
Phasenlage der Plattenzylinder relativ zueinander verändert wird, bleibt eine relative
Drehwinkellage der Gummizylinder zueinander gleich. Kanäle der Gummizylinder verbleiben
relativ zueinander in gleicher Stellung. Eine Stellung eines Kanals eines Plattenzylinders
verändert sich zwar zu dem Kanal des zugehörigen Gummizylinders, aber da der Kanal
(d.h. ein nichtdruckender Bereich) des Plattenzylinders üblicherweise kleiner ist
als der Kanal des zugehörigen Gummizylinders, geht der Kanal des Plattenzylinders
nicht über den Bereich des Kanals des Gummizylinders hinaus.
Somit vergrößert sich auch bei Verstellung des Umfangsregisters der nichtdruckende
Bereich infolge der Kanäle der Gummizylinder nicht.
Im Vergleich zu Druckeinheiten deren Zylinder jeweils einen eigenen Einzelantrieb
aufweisen, ist der Aufwand der elektrischen Ausstattung wesentlich geringer. Zusätzlich
kann durch die wahlweise Kopplung eines Plattenzylinders an die Gummizylinder ein
zweiter Plattenzylinder beispielsweise für einen Plattenwechsel stillgesetzt werden.
[0006] Die Druckeinheit ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
[0007] Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Draufsicht einer Druckeinheit eines Ausführungsbeispiels;
- Fig. 2
- die schematische Darstellung der Seitenansicht einer Druckeinheit eines Ausführungsbeispiels.
[0008] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist eine Druckeinheit 1 einer Offsetrotationsdruckmaschine
in sogenannter Brückenbauweise dargestellt. Diese Druckeinheit 1 wird im wesentlichen
von zwei Form- und Übertragungszylindern 2, 3, 4, 6, z. B. Platten- und Gummizylindern
2, 3, 4, 6 gebildet, die paarweise zusammenwirken. Die beiden Gummizylinder 4, 6 bilden
in ihrer Berührzone eine Druckstelle 7, in der beispielsweise eine Papierbahn 8 bedruckt
wird.
Diese Platten- und Gummizylinder 2, 3, 4, 6 sind an beiden Enden mit Zapfen 9, 11
- 14, 16-18 versehen, die in Seitengestellen 19, 21 der Offsetrotationsdruckmaschine
gelagert sind. Platten- und Gummizylinder 2, 3, 4, 6 sind in bekannter Weise, beispielsweise
mittels Exzenterbüchsen, an- und abstellbar angeordnet. Beispielsweise können die
Plattenzylinder 2, 3 bezüglich der zugehörigen Gummizylinder 4, 6 an- und abstellbar
angeordnet sein.
An einer Antriebsseite der Druckeinheit 1 reichen die Zapfen 9, 12, 14, 17 der Platten-
und Gummizylinder 2, 3, 4, 6 durch das Seitengestell 19. Die Zapfen 14, 17 der beiden
Gummizylinder 4, 6 und des ersten Plattenzylinders 2 sind mit zusammenwirkenden Zahnrädern
22, 23, 24 versehen. Diese drei Zylinder 2, 4, 6 werden von einem gemeinsamen Antrieb
26, beispielsweise einem lagegeregelten Elektromotor 26 angetrieben. Dieser Elektromotor
26 ist beispielsweise direkt an dem ersten Plattenzylinder 2 angeordnet, aber der
Antrieb 26 kann auch an jedem beliebigen der drei Zylinder 2, 4, 6 direkt oder indirekt
vorgesehen sein.
Der zweite Plattenzylinder 3 ist mit einem eigenen Antrieb 27 versehen, der beispielsweise
als lagegeregelter Elektromotor 27 ausgeführt ist.
Der Antrieb 26 der drei Zylinder 2, 4, 6 und der Antrieb 27 des zweiten Plattenzylinders
3 sind zueinander synchronisiert.
[0009] Es ist möglich, an einen der beiden Gummizylinder 4, 6 ein drittes Paar Platten-
und Gummizylinder anzustellen.
Dabei bildet der dritte Gummizylinder mit dem zweiten oder ersten Gummizylinder eine
zweite Druckstelle. Auch der dritte Gummizylinder ist dann mit einem Zahnrad versehen.
das z. B. in das Zahnrad des zusammenwirkenden Gummizylinders eingreift. Der dritte
Gummizylinder ist mechanisch, z. B. formschlüssig an den ersten und zweiten Gummizylinder
sowie an den ersten Plattenzylinder gekoppelt.
Der dritte Plattenzylinder ist wiederum mit einem eigenen lagegeregelten Elektromotor
versehen.
[0010] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wirken die Gummizylinder nicht direkt zusammen,
sondern es ist ein zusätzlicher Druckzylinder, ein sogenannter Satellitenzylinder,
vorgesehen. Mit diesem Druckzylinder bildet jeder angestellte Gummizylinder eine Druckstelle.
Dieser Druckzylinder ist vorzugsweise mit einem Zahnrad versehen, das in ein Zahnrad
eines Gummizylinders eingreift. Somit ist der Druckzylinder mechanisch, z. B. formschlüssig
an einen Gummizylinder gekoppelt. Auch ist es möglich den Druckzylinder mit einem
eigenen unabhängigen Antrieb, z. B. einem lagegeregelten Elektromotor zu versehen.
[0011] Anstelle der Zahnräder 22, 23, 24 können zur mechanischen Kopplung, z. B. zur formschlüssigen
Antriebsverbindung der Zylinder 2, 4, 6 auch andere Mittel, wie Z. B. Zahnriemen,
vorgesehen sein.
[0012] Das Zahnrad 22 des Plattenzylinders 2 kann beispielsweise auch vom Zahnrad 23 des
zugehörigen Gummizylinders 4 entkoppelbar sein. Zu diesem Zweck kann das Zahnrad 22
axial verschiebbar auf dem Zapfen 9 des Plattenzylinders 2 gelagert sein, so daß es
bezüglich des Zahnrades 23 des Gummizylinders 4 außer Eingriff bringbar ist.
Auf dem Zapfen 12 des zweiten Plattenzylinders 3 kann auch ein Zahnrad 28 angeordnet
sein, das wahlweise mit dem Zahnrad 24 des zugeordneten Gummizylinders 6 in Eingriff
bringbar ist. Dieses Zahnrad 28 ist dazu verschiebbar auf dem Zapfen 12 des Plattenzylinders
3 gelagert.
Somit ist es möglich, wahlweise einen der beiden Plattenzylinder 2 bzw. 3 an die beiden
Gummizylinder 4, 6 mechanisch zu koppeln, d. h. in formschlüssige Antriebsverbindung
zu bringen, während der andere Plattenzylinder 2 bzw. 3 von den Gummizylindern 4,
6 entkoppelt ist. Dieser zweite Plattenzylinder 2 bzw. 3 kann von dem zugehörigen
Gummizylinder 4 bzw. 6 um beispielsweise einen Plattenwechsel durchzuführen, abgestellt
werden und somit stillgesetzt werden, während der andere Plattenzylinder 2 bzw. 3
mit den beiden Gummizylindern 4, 6 die Papierbahn 8 bedruckt.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1
- Druckeinheit
- 2
- Plattenzylinder, Formzylinder (1)
- 3
- Plattenzylinder, Formzylinder (1)
- 4
- Gummizylinder, Übertragungszylinder (1)
- 5
- -
- 6
- Gummizylinder, Übertragungszylinder (1)
- 7
- Druckstelle
- 8
- Papierbahn
- 9
- Zapfen (2)
- 10
- -
- 11
- Zapfen (2)
- 12
- Zapfen (3)
- 13
- Zapfen (3)
- 14
- Zapfen (4)
- 15
- -
- 16
- Zapfen (4)
- 17
- Zapfen (6)
- 18
- Zapfen (6)
- 19
- Seitengestell
- 20
- -
- 21
- Seitengestell
- 22
- Zahnrad (2)
- 23
- Zahnrad (4)
- 24
- Zahnrad (6)
- 25
- -
- 26
- Antrieb (2)
- 27
- Antrieb (3)
- 28
- Zahnrad (3)
1. Druckeinhelt (1) mit mindestens zwei Formzylindern (2; 3) und zwei Übertragungszylindern
(4; 6), wobei ein Formzylinder (2) und zwei Übertragungszylinder (4; 6) mechanisch
gekoppelt sind und von einem ersten Antrieb (26) gemeinsam antreibbar sind, dadurch
gekennzeichnet, daß der zweite Formzylinder (3) einen zweiten eigenen Antrieb (27)
aufweist und keine formschlüssige Antriebsverbindung zu dem zugehörigen Übertragungszylinder
(6) aufweist.
2. Druckeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein dritter Formzylinder
und ein dritter Übertragungszylinder vorgesehen sind, daß der dritte Übertragungszylinder
mit dem ersten (4) oder zweiten Übertragungszylinder (6) zusammenwirkend angeordnet
ist und daß der dritte Formzylinder einen eigenen dritten Antrieb aufweist und keine
formschlüssige Antriebsverbindung zu dem zugehörigen Übertragungszylinder aufweist.
3. Druckeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Übertragungszylinder
(4; 6) direkt zusammenwirkend eine Druckstelle (7) bildend angeordnet sind.
4. Druckeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragungszylinder
(4; 6) mit einem Druckzylinder zusammenwirkend angeordnet sind.
5. Druckeinhelt (1) nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckzylinder
und die Übertragungszylinder (4; 6) in formschlüssiger Antriebsverbindung stehen.
6. Druckeinheit (1) mit mindestens zwei Formzylindern (2; 3) und zwei miteinander mechanisch
gekoppelten Übertragungszylindern (4; 6), dadurch gekennzeichnet, daß wahlweise ein
Formzylinder (2; 3) in formschlüssige Antriebsverbindung mit den beiden Übertragungszylindern
(4; 6) bringbar ist.
7. Druckeinheit (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Formzylinder
(2; 3) einen eigenen Antrieb (26; 27) aufweist.