[0001] Zur Beschichtung Von Metallteilen, beispielsweise zum Lackieren von Autokarossen,
finden in der Industrie häufig elektrophoretische Beschichtungsbäder Anwendung, in
denen das Metallteil, beispielsweise die Autokarosse, als Katode geschaltet ist und
der anodische Anschluß des Beschichtungsbads über in das Bad eingetauchte Anodenzellen
erfolgt.
[0002] Die entlang dem Beckenrand in solche Beschichtungsbäder eingetauchten Anodenzellen
können plattenförmige Anoden (siehe beispielsweise DE-PS 37 19 440) oder rohrförmige
Anoden (siehe beispielsweise DE-Gbm 88 07 231) haben.
[0003] Plattenförmige Anoden, bei denen die Plattenebene parallel zur entsprechenden Beschichtungsbeckenwand
verläuft, haben freilich den Vorteil, daß die Anodenzellen eine relativ flache kastenartige
Bauform ermöglichen. Jedoch ist die Ausbildung des elektrischen Feldverlaufs zwischen
den Anoden und dem katodischen Werkstück in seinem ziemlich geradlinigen Verlauf senkrecht
zur Anodellplattenebene zwischen Anode und Werkstück nicht optimal.
[0004] Eine sehr viel günstigere Ausbildung des elektrischen Felds zwischen Anoden und Werkstück
erhält man bei Anodenzellen mit rohrförmigen Anoden, da wegen des gekrümmten Anodenprofils
die elektrischen Feldlinien jeweils etwa senkrecht von der Anodenfläche weg zum Werkstück
verlaufen und dadurch das Werkstück in einem viel größeren Bereich erfassen und, wie
sich gezeigt hat, vor allem auch eine bessere und gleichmäßigere Beschichtung von
Kanten und Rundungen des zu beschichtenden Metallteils ergeben. Rohrförmige Anoden
haben aber den Nachteil, daß sie, durch die Rohrform der Anode bedingt, eine gegenüber
Plattenanodenzellen wesentlich größere Ausdehnung in Richtung der Beschichtungsbeckenbreite
haben, also vom Beckenrand weiter in das Beschichtungsbecken hineinragen.
[0005] Da Anodenzellen bei den meist als Durchlaufbecken ausgebildeten Beschichtungsbecken
auf beiden Beckenseiten entlang der Beckenwand angeordnet sind, wird mit dem Zweifachen
der Dicke der Anodenzellen bereits ein beträchtlicher Anteil der Beckenbreite für
die Anodenzellen in Anspruch genommen; der dazwischen verbleibende lichte Beckenraum
muß ausreichen, aus das größte vorgesehene Werkstück einzutauchen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine weitere Optimierung bei elektrophoretischen
Metallbeschichtungsbädern zu schaffen, die bei gleichbleibend günstigen Funktionseigenschaften
eine Kostensenkung ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die in den Schutzansprüchen angegebene
Ausbildung der Anodenzellen erreicht.
[0008] Demnach haben die Anodenzellen Anoden mit kreisbogenartiger Querschnittsform. Dabei
können die Anoden jeweils eine derartige Kreissegmentform ihres Querschnitte haben
oder eine Querschnittsform haben, die aus mehreren zu einer Reihe verbundenen Kreissegmentabschnitten
besteht.
[0009] Unter der beanspruchten, etwa kreissegmentartigen Querschnittsform ist dabei nicht
nur eine exakt kreisbogenförmige Ausbildung zu verstehen, sondern jede bogenförmig
gewölbte Querschnittsform, auch wenn diese tatsächlich elliptisch, hyperbolisch oder
anders geformt ist.
[0010] Bei einer erfindungsgemäß gestalteten Anodenzelle wird funktionstechnisch der gleiche
Vorteil erreicht wie bei den herkömmlichen rohrförmigen Anoden, was die Ausbreitung
des elektrischen Felds von der Anode weg in das Beschichtungsbad zum katodischen Werkstück
betrifft. Jedoch ist die Bautiefe, also die Distanz, um welche eine derart ausgebildete
Anodenzelle von der Beckenwand in das Becken hineinragt, deutlich geringer, so daß
bei entsprechender Ausbildung der Anodenzellen auf beiden Beckenseiten ein entsprechend
größerer nutzbarer freier Raum zum Eintauchen von Werkstücken verbleibt bzw. bei vorgegebener
maximaler Breite des freien Werkstückeintauchraums das Beschichtungsbecken entsprechend
schmaler in seiner Gesamtabmessung gebaut werden kann. Dies hat, insbesondere bei
langen Beschichtungsbecken, wie sie als Durchlaufbeschichtungsbecken zum elektrophoretischen
Lackieren von Autokarossen benutzt werden, den Vorteil eines doch erheblich reduzierten
Gesamtvolumens des Badinhalts mit Badflüssigkeit und darin verteilter Farbe, und bedeutet
auch weniger Aufwand bei dem ständigen Aufarbeiten, Erneuern und Einstellen der Badflüssigkeit,
was sich wirtschaftlich deutlich auswirkt.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend kurz unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen
näher beschrieben, in welchen zeigt:
- Fig. 1
- zum Vergleich in schematischer Draufsicht ein herkömmliches Beschichtungsbad mit Plattenanodenzellen,
- Fig. 2
- ebenfalls zum Vergleich in schematischer Draufsicht ein herkömmliches Beschichtungsbad
mit Rohranodenzellen,
- Fig. 3
- in schematischer Draufsicht ein Beschichtungsbad mit erfindungsgemäßen Segmentanodenzellen,
- Fig. 4
- einen schematischen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Segmentanodenzelle in größerem
Maßstab, und
- Fig. 5
- eine Abwandlung einer Segmentanodenzelle nach Anspruch 4 mit einer Anodenquerschnittsform,
die aus einer Reihe von zusammengesetzten Segmenten gebildet ist.
[0012] Die Fig. 1 bis 3 zeigen jeweils ein Beschichtungsbad 1, an dessen beiden Beckenränder
2 Anodenzellen eingehängt sind.
[0013] In Beschichtungsbad nach Fig. 1 sind herkömmliche Plattenanodenzellen 3 vorgesehen;
im Beschichtungsbad nach Fig. 2 sind es herkömmliche Rohranodenzellen 4.
[0014] Im Beschichtungsbad nach Fig. 3 sind erfindungsgemäße Segmentanodenzellen 5 eingehängt.
[0015] Als zu beschichtendes Werkstück ist jeweils schematisch eine Autokarosserie 6 eingezeichnet,
und der Verlauf des elektrischen Feldes ist ebenfalls in schematischer Form angegeben.
[0016] Der ungünstigere Verlauf des elektrischen Feldes bei Plattenanodenzellen geht aus
Fig. 1 klar hervor. Rohranodenzellen 4 und Segmentanodenzellen 5 erzeugen, wie aus
den Fig. 2 und 3 ersichtlich, einen günstigeren Feldverlauf.
[0017] Ein Vergleich der Fig. 2 und 3 zeigt darüberhinaus, daß die erfindungsgemäßen Segmentanodenzellen
5 gegenüber den herkömmlichen Rohranodenzellen 4 (beide sind im gleichen relativen
Maßstab eingezeichnet) einen deutlichen Platzvorteil bringen.
[0018] Fig. 4 zeigt schematisch die Ausbildung einer erfindungsgemäßen Segmentanodenzelle
mit einer im Querschnitt halbkreisförmigen Anode 51. Der Querschnitt der Anode 51
kann aber selbstverständlich auch einen Winkel von weniger als 180° entsprechen, und
der Bogenverlauf braucht, wie in der Beschreibungseinleitung schon erwähnt, auch nicht
exakt kreisförmig zu sein.
[0019] Fig. 5 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Segmentanodenzellen
5, die insgesamt eine etwa flachkastenartige Form hat und in welcher die Anode 52
eine Querschnittsform hat, die aus einer Reihe von miteinander verbundenen Kreissegmenten
bzw. kreisartigen Segmenten 52a besteht, die jeweils durch Verbindungsabschnitte 52b
miteinander verbunden sind.
1. Anodenzelle für elektrophoretische Metallbeschichtungsbäder, mit einer langgestreckten
Anode, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode eine bogensegmentförmige Querschnittsform
hat.
2. Anodenzelle nach Anspruch 1, daß die Bogensegmentform des Anodenquerschnitts kreisbogenförmig,
angenähert kreisbogenförmig, ellipsenbogenförmig, hyperbelbogenförmig oder dgl. ist.
3. Anodenzelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anodenquerschnitt
aus mehreren, durch Verbindungsstege (52b) zu einer Reihenanordnung miteinander verbundenen
Bogensegmentabschnitten (52a) zusammengesetzt ist.
4. Anodenzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der bzw.
jeder kreisbogenförmige oder annähernd kreisbogenförmige Segmentbogen des Anodenquerschnitts
einem Winkel von höchstens 180° entspricht.