[0001] Die Erfindung betrifft einen Bügeltisch mit einer Saug-Blas-Vorrichtung für den industriellen
und nichtindustriellen Einsatz. Bekannte Bügeltische dieser Gattung weisen einen hohlen
Tischkörper auf, dessen Bügelfläche mit einer luftdurchlässigen Textilbespannung bezogen
ist. Über Öffnungen an der Unterseite oder der Stirnseite des Bügeltisches wird wechselweise
Luft abgesaugt oder eingeblasen. Beim Luftabsaugen wird das Bügelgut auf dem Bügeltisch
fixiert und das beim Dampfbügeln in das Bügelgut und in die Textilbespannung des Bügeltisches
eingedrungene kondensierte Wasser abgesaugt. Gleichzeitig wird das Bügelgut gekühlt,
wodurch die Form, die dem Bügelgut durch den Bügelvorgang aufgeprägt wurde, fixiert
wird. Beim Blasvorgang wird Luft durch die Textilbespannung des Bügeltisches geblasen.
Damit wird erreicht, daß das Bügelgut auf einem Luftpolster schwebt. Diese Betriebsart
ermöglicht das Bügeln von schwierigen Stoffstellen, wie z. B. dreidimensionale Ausformungen.
[0002] Es wurde bereits versucht, diese im industriellen Einsatz bewährte Bügeltechnologie
für den häuslichen Bereich zu nutzen. Ein Beispiel dafür zeigt die DE 25 52 778, die
eine konstruktive Lösung für einen Bügeltisch angibt, der wie ein aus dem Stand der
Technik hinreichend bekanntes Haushaltsbügelbrett zusammengeklappt werden kann. Am
hinteren Endabschnitt des Bügeltisches ist ein relativ großer quaderförmiger Gebläsekasten
mit einem Sauggebläse angeordnet. Auf Grund des Gebläsekastens ist der Bügeltisch
im zusammengeklappten Zustand wesentlich breiter als ein herkömmliches Haushaltsbügelbrett.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß das Gebläse nur eine Saugfunktion aufweist.
[0003] Ausgehend von dem vorstehend genannten Stand der Technik ist es die Aufgabe der Erfindung,
einen verbesserten Bügeltisch mit einer Saug- und Blasfunktion bereitzustellen.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Bügeltiscn nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 dadurch gelöst, daß das Gebläse eine erste und eine zweite Gebläseeinheit mit je
einem scheibenförmigen Radiallüfterrad aufweist, wobei die Gebläseeinheiten an der
Unterseite des hohlen Tischkörpers in einer, parallel zur Unterseite des Tischkörpers
verlaufenden Ebene angeordnet sind und mit dem Innenraum des hohlen Tischkörpers so
in Wirkverbindung stehen, daß die erste Gebläseeinheit ansaugt und die zweite Gebläseeinheit
bläst, wenn die Gebläseeinheiten von dem Antriebsmittel angetrieben werden, wobei
Luftabsperrmittel so schaltbar sind, daß im Betriebszustand Blasen die erste Gebläseeinheit
mit einem ersten Luftabsperrmittel verschlossen ist, und im Betriebszustand Saugen
die zweite Gebläseeinheit mit einem zweiten Luftabsperrmittel verschlossen ist.
[0005] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung der Gebläseeinheiten liegt darin, daß
die scheibenförmigen Lüfterräder auf Grund ihrer flachen Bauform gut geeignet sind,
die Dickenabmessungen des Bügeltisches zu begrenzen. Weiterhin erbringen Lüfterräder
der Radial-Bauform einen sehr hohen Wirkungsgrad, der den bügeltechnisch erforderlichen
Saug- bzw. Blasdruck gewährleistet.
[0006] Ein weiterer Vorteil der scheibenförmigen Lüfterräder ist die Möglichkeit der technologisch
kostengünstigen Herstellung durch ein Spritzgießverfahren bei sehr großer Stückzahl.
Durch die Auswahl von Plastwerkstoffen mit geringer Dichte können die Lüfterräder
ausreichend leicht gebaut werden, damit die Gesamtmasse des Bügeltisches gering gehalten
werden kann.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform wird hinsichtlich des Außendurchmessers D des
Lüfterrades und seiner Dicke H folgendes Verhältnis eingehalten:

. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform beträgt das Verhältnis

.
[0008] Bezüglich des Antriebs besteht die Möglichkeit, beide Gebläseeinheiten gleichzeitig
anzutreiben und eine der beiden an ihrer Saugöffnung abzusperren. Da die betreffende
Gebläseeinheit dann nahezu keine Arbeit verrichtet, d.h. leer mitläuft, wird auch
keine nennenswerte Antriebsenergie zusätzlich verbraucht. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Luftabsperrmittel für beide Gebläseeinheiten miteinander gekoppelt bzw. bilden
eine Einheit. Daher ist es möglich, bei laufenden Gebläseeinheiten durch Betätigung
der gekoppelten Luftabsperrmittel einen stufenlosen Übergang vom Saugbetrieb zum Blasbetrieb
zu bewirken.
[0009] Nach einer anderen Ausführungsform des Antriebs besteht die Möglichkeit, über ein
schwenkbares Reibrad wechselweise, je nach Betriebsart, nur eine Gebläseeinheit anzutreiben.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform wird für jede Gebläseeinheit ein separater Antriebsmotor
vorgesehen, der vorteilhaft im Lüfterrad integriert sein kann. Bei dieser Ausführungsform
wird der konstruktiv groß bauende Riementrieb durch zwei kleine Motore ersetzt, was
zu einer kompakten Bauweise führt.
[0011] Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den
beigefügten schematischen Zeichnungen, wobei sich die Erfindung auf alle daraus entnehmbaren
neuen Merkmale oder Merkmalskombinationen richtet, auch wenn diese nicht ausdrücklich
in den Ansprüchen angeführt sein sollten.
[0012] Es zeigt
Fig. 1 den Querschnitt einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bügeltisches,
Fig. 2 die Draufsicht des Bügeltisches von Fig. 1,
Fig. 3 den Querschnitt einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bügeltisches,
Fig. 4 die Draufsicht des Bügeltisches von Fig. 3 und
Fig. 5 die Anordnung eines Luftabsperrmittels.
[0013] Fig. 1 zeigt den Querschnitt einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bügeltisches
mit einem hohlen Tischkörper 1, auf dessen Öffnungen aufweisender Oberseite luftdurchlässiges
Material 2 aufgebracht ist, so daß ein Luft-austausch zwischen dem Innenraum des hohlen
Tischkörpers 1 und der Umgebungsluft möglich ist. An der Unterseite des Tischkörpers
1 sind zwei Gebläseeinheiten 3 und 4 so angeordnet, daß Luft von der Gebläseeinheit
3 aus dem Innenraum des Tischkörpers 1 abgesaugt werden kann; nachfolgend als Betriebsart
Saugen bezeichnet. Dazu ist die Saugöffnung 5 der Gebläseeinheit 3 luftdicht mit dem
Tischkörper 1 verbunden. Die Gebläseeinheit 4 ist dafür vorgesehen, Außenluft in den
Innenraum des hohlen Tischkörpers 1 zu drücken; nachfolgend als Betriebsart Blasen
bezeichnet. Dazu ist die Blasöffnung 6 der Gebläseeinheit 4 luftdicht mit dem Tischkörper
1 verbunden. Die Gebläseeinheiten 3 und 4 werden mittels eines Motors 7 über einen
Riementrieb 8a angetrieben.
[0014] Bei dieser Ausführungsform der Erfindung werden beide Gebläseeinheiten gleichzeitig
angetrieben. Der gleichzeitige Antrieb beider Gebläseeinheiten ist deshalb vorteilhaft,
da keine weiteren Schaltmittel oder Kupplungen oder dgl. erforderlich sind, um jeweils
ein Lüfterrad auszukuppeln.
[0015] Um eine Saug- bzw. Blasfunktion zu bewirken, müssen weiterhin Luftabsperrmittel (nicht
dargestellt) vorgesehen werden, die folgende Funktionen erfüllen: In der Betriebsart
Saugen wird mittels eines ersten Luftabsperrmittels die Saugöffnung 9 der Gebläseeinheit
4 verschlossen, so daß die von der Gebläseeinheit 3 aus dem Innenraum des Tischkörpers
1 abgesaugte Luft über das luftdurchlässige Material 2 der Bügelfläche nachströmt.
In der Betriebsart Blasen wird die Absperrung an der Saugöffnung 9 der Gebläseeinheit
4 aufgehoben und mittels eines zweiten Luftabsperrmittels die Saugöffnung 10 der Gebläseeinheit
3 verschlossen, so daß die von der Gebläseeinheit 4 in den Innenraum des Tischkörpers
1 eingeblasene Luft über das luftdurchlässige Material 2 der Bügelfläche entweicht.
[0016] Die Fig. 2 zeigt die Draufsicht des Bügeltisches aus Fig. 1. Es ist ersichtlich,
daß der Durchmesser D der Lüfterräder nahezu die Breite des Tischkörpers 1 erreicht.
Je größer der Durchmesser in Bezug zur Breite des Tischkörpers ist, um so effektiver
ist die Saug- bzw. Blaswirkung.
[0017] Fig. 3 zeigt den Querschnitt einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Bügeltisches. Der Antrieb für die Gebläseeinheiten ist als Reibrad 8b ausgeführt,
das mit beiden Gebläseeinheiten in Eingriff steht. Mit dieser Anordnung wird eine
kompakte Bauweise erzielt. Es ist auch möglich, das Reibrad schwenkbar anzuordnen,
so daß es jeweil nur mit einer Gebläseeinheit in eingriff ist.
[0018] Fig. 4 zeigt die Draufsicht des Bügeltisches aus Fig. 3, aus der die räumliche Anordnung
der Antriebseinheit 7, 8 ersichtlich ist.
[0019] Die Luftabsperrmittel können als Klappen oder als Schieber ausgebildet sein. Vorzugsweise
sind die Luftabsperrmittel so miteinander verkoppelt, daß bei einer Umschalthandlung
von einer Betriebsart zur anderen beide Luftabsperrmittel gleichzeitig betätigt werden.
Die Fig. 5 zeigt eine solche Ausführungsform, die als ein Schieber 9 (schraffierte
Fläche] ausgebildet ist. Der Schieber wird z. B. von Hand gemäß der Richtungen des
Doppelpfeils verschoben, wobei wechselweise die Saug- oder die Blasfunktion eingestellt
wird. Diese Schieberkonstruktion eignet sich für eine stufenlose Verstellung zwischen
der Saug- und der Blasfunktion.
1. Bügeltisch mit Saug-Blas-Funktion, der aufweist:
- einen hohlen Tischkörper (1), auf dessen, eine Vielzahl von Öffnungen aufweisender Oberseite ein luftdurchlässiges
Material (2) aufgebracht ist, so daß ein Luftaustausch zwischen dem Innenraum des hohlen Tischkörpers
(1) und der Umgebungsluft möglich ist,
- ein Gebläse zum Bewirken einer Betriebsart Saugen und einer Betriebsart Blasen,
wobei in der Betriebsart Saugen ein Unterdruck und in der Betriebsart Blasen ein Überdruck
in dem hohlen Tischkörper (1) erzeugt wird,
- Antriebsmittel für die Gebläseeinheit
- umschaltbare Luftabsperrmittel, die in Verbindung mit dem Gebläse durch Umschalten
die Betriebsart Saugen oder Blasen bewirken, dadurch gekennzeichnet, daß
- das Gebläse eine erste und eine zweite Gebläseeinheit (3, 4) mit je einem scheibenförmigen Radiallüfterrad aufweist, wobei
- die Gebläseeinheiten (3, 4) an der Unterseite des hohlen Tischkörpers in einer parallel zur Unterseite des Tischkörpers
verlaufenden Ebene angeordnet sind und mit dem Innenraum des hohlen Tischkörpers so
in Wirkverbindung stehen, daß die erste Gebläseeinheit (3) ansaugt und die zweite Gebläseeinheit (4) bläst, wenn die Gebläseeinheiten von dem Antriebsmittel (7, 8) angetrieben werden und
- die Luftabsperrmittel so schaltbar sind, daß
- im Betriebszustand Blasen die erste Gebläseeinheit (3) mit einem Luftabsperrmittel verschlossen ist und
- im Betriebszustand Saugen die zweite Gebläseeinheit (4) mit einem Luftabsperrmittel verschlossen ist.
2. Bügeltisch nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die scheibenförmigen Radiallüfterräder einen Außendurchmesser D und eine Höhe
H aufweisen, wobei folgende Beziehung eingehalten wird:
3. Bügeltisch nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Gebläseeinheiten (3, 4) in jeder Betriebsart gleichzeitig angetrieben werden.
4. Bügeltisch nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Luftabsperrmittel so schaltbar sind, daß
- im Betriebszustand Blasen die Saugöffnung (5) der ersten Gebläseeinheit (3) mit einem Luftabsperrmittel verschlossen ist und
- im Betriebszustand Saugen die Saugöffnung (6) der zweiten Gebläseeinheit (4) mit einem Luftabsperrmittel verschlossen ist.
5. Bügeltisch nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Betriebsart Saugen nur die Gebläseeinheit (3) und in der Betriebsart Blasen nur die Gebläseeinheit (4) angetrieben wird.
6. Bügeltisch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsmittel für die Gebläseeinheiten (3, 4) ein schwenkbares Reibrad aufweist, das wechselweise mit der Gebläseeinheit (3) oder (4) in Wirkverbindung schaltbar ist.
7. Bügeltisch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Gebläseeinheit (3, 4) ein separater Antriebsmotor vorgesehen ist.
8. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftabsperrmittel miteinander gekoppelt sind, so daß sie gleichzeitig bedienbar
sind.
9. Bügeltisch nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftabsperrmittel als ein Schiebeblech (9) ausgebildet sind.