[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Säubern von Flächen, insbesondere von Verkehrsflächen,
mit einer heterogenen, vorzugsweise gepflasterten Oberfläche, mittels einer selbstaufnehmenden
pneumatisch arbeitenden Kehrmaschine, der ein oder mehrere Saugschächte zugeordnet
sind, welche mit einem Kehrwalzenbesen sowie Seitenbesen zusammenwirkend das Kehrgut
in den Bereich eines aufnehmenden Saugschachtes bewegen und eine Einrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt, Verkehrsflächen mit pneumatisch arbeitenden, selbstaufnehmenden Kehrmaschinen
zu säubern. Die Säuberung der Verkehrsflächen mit Kehrmaschinen dieser Art ist so
lange unproblematisch, wie die Decke der Verkehrsfläche homogen und geschlossen ist.
Das ist dann der Fall, wenn sie aus Beton oder bituminösen Belägen hergestellt ist
und keine Fugen hat. Bei diesen Ausführungsarten von Verkehrsflächen wird das Kehrgut
mit der Kehrmaschine über den Saugkopf eingesaugt und dem vorwiegend vertikal gerichteten
Saugstrom in den Kehrgutbehälter der Maschine transportiert. Dabei ist die wesentliche
Komponente des Saugstromes als vertikaler Vektor ausgebildet und reißt durch seinen
doch beträchtlichen Sog alle auf der Verkehrsfläche befindlichen Kehrgutbestandteile
nach oben ab. Die Geschwindigkeit und Intensität des Saugstromes führt dazu, daß auch
nicht festsitzende Bestandteile der Decke der Verkehrsfläche im Saugstrom mitgerissen
und entfernt werden. Besonders signifikant ist dieser Nachteil dann, wenn es sich
bei den Deckenausbildungen um eine heterogene Form der Straßendecke mit einer Pflasterung
handelt. Beim Überfahren der Verkehrsfläche durch die Kehrmaschine, die mit Kehrbesen
unterschiedlicher Figuration ausgerüstet sein kann, lösen diese den anhaftenden Schmutz
und dringen beim Überstreichen des Pflasterkopfes in die Fugen der Pflasterung ein.
Sie lockern dabei die verfestigte Fugenoberfläche und legen die darunter befindliche,
nicht verdichtete Fugenfüllung bloß. Das darüber gleitende Saugaggregat saugt jetzt
die gelösten Fugenbestandteile von der Pflasterung und saugt mit seinem Saugstrom
die darunter befindlichen gelockerten Fugenfüllungen auf. Der vertikale Saugstrom
des Saugaggregates zieht, insbesondere dann, wenn die fugenfüllenden Stoffe nicht
ausreichend verdichtet sind, die Füllungen aus den Steinfugen heraus. Die Pflastersteine
stehen danach frei, geraten ins Wanken und die Pflasterung der Verkehrsfläche wird
zerstört.
Der dargestellte Nachteil tritt auch bei Kehrmaschinen auf, die über nachlaufende
Kehrbesen verfügen, dabei läuft zwar der Kehrbesen hinter dem Saugkopf, jedoch ist
die Gefahr des Aussaugens der Fugen dadurch nicht beseitigt. Bei Trockenheit ist die
Fuge zwischen den Steinen ausgetrocknet und kann dabei einen bestimmten Prozentsatz
ihres Volumens verlieren. Der entstehende Abriß des Fugenmaterials von der seitlichen
Pflastersteinfläche führt beim Überfahren der Pflasterung mit einer Kehrmaschine,
die über einen Saugkopf verfügt, durch die direkte Einwirkung des vertikalen Saugstromes
zum Herausreißen der Fugenfüllung, zur Lockerung des Pflastergefüges und zum Zerstören
der Verkehrsfläche.
Es sind Bemühungen bekannt, die Intensität der vertikalen Komponente des Saugstromes
am Saugkopf zu verringern. Dazu gibt die OS 16 58 419 eine Information, indem sie
einen Saugkopf vorstellt, der Einrichtungen aufweist, die den Druck des Saugstromes
und dessen Richtung umlenken. Dabei wird jedoch aus einer Düse ein Luftstrahl erzeugt,
der einen Lockerungsdruck auf die zu säubernde Fläche ausübt, dort in eine parallele
Richtung umgelenkt wird, an eine Saugdüse gelangt und dadurch wieder in den Saugkopf
hinein abgelenkt wird. Diese Lösung führt nicht dazu, den erkannten Nachteil des Standes
der Technik zu beseitigen.
Die DE OS 24 46 728 offenbart ein selbstaufnehmendes Kehrfahrzeug, welches über einen
Saugschacht und einen daran befestigten Saugkopf verfügt. Der Saugkopf hat an seiner
Unterseite einen Ansatz, der flächig und parallel mit der zu reinigenden Fläche verläuft.
Der Ansatz ist beweglich und kann in seiner Stellung gerichtet werden. Die durch den
Saugkopf eingesaugte Luft verläuft hier mit dem Verlauf der Verkehrsfläche parallel
und gelangt dann über die Öffnung des Saugschachtes in den Kehrgutbehälter. Trotz
der Neigung des Saugschachtes im Bereich des Saugkopfes und der Umlenkung der horizontal
eingesaugten Luft mit dem Kehrgut in eine vertikale Richtung kann der dargestellte
Mangel nicht beseitigt werden, da die Intensität und Einwirkfläche des vertikalen
Saugstromes auf die zu reinigende Oberfläche ungebrochen ist und dann zur Zerstörung
der Oberfläche führt.
Einen Hinweis zur schonenden Reinigung verschmutzter Flächen gibt die OS 25 03 694.
Wenn auch aus einem anderen Anwendungsgebiet, so vermittelt diese Lösung dem Fachmann
einen Hinweis, verschmutzte Flächen, die Verkehrsflächen sein können, zu reinigen
ohne deren heterogene Struktur in sich zu zerstören. Die Schrift offenbart eine Kehrvorrichtung,
wenn auch nur für Teppiche, deren Kehrwalze in dem Körper einer Kehrvorrichtung gelagert
ist. Die Vorrichtung wird auf Rollen bewegt, die mit Treibriemen belegt sind, wobei
das Mittelteil des Trums die Kehrwalze umschlingt und dadurch in eine rotierende Bewegung
versetzt. Die Rotation der Kehrwalze, je nach Bewegungsrichtung der Kehrvorrichtung
rechts- oder linksherum laufend, löst den Schmutz von der zu reinigenden Fläche und
wirft ihn tangential in die Kehrvorrichtung hinein. Von dort ist er durch Öffnen der
Sammeleinrichtung der Kehrvorrichtung zu entfernen. Das Prinzip der dargestellten
Lösung läßt zwar ein schonendes Reinigen der Verkehrsfläche erkennen, bringt aber
keinen zwingenden Lösungsvorschlag, da die Anordnung in einer Saugvorrichtung und
deren praktischen Betrieb nicht erkennbar ist.
Nun offenbart die EP 19 192 die Ausbildung eines Saugkopfes, der in drei Richtungen
ein horizontales Einsaugen der Luft des Saugstromes in den Saugkopf gestattet, jedoch
wird der dargestellte Nachteil der bekannten Technik nicht beseitigt, da der Saugstrom
wohl seitlich und hinter und vor dem Saugkopf in der Fahrtrichtung der Kehreinrichtung
gesehen, eingesaugt werden kann, jedoch dann umgelenkt und ungebremst in einen vertikalen
Saugstrom übergeht, dessen Wirkbereich annähernd senkrecht auf die Verkehrsfläche
projiziert ist.
Den gleichen Nachteil weist die Lösung gemäß der EP 367 276 auf.
Die offenbarte Konfiguration der Saugdüse eines motorgetriebenen Handstaubsaugers
gibt den Hinweis, die Ansaugluft im Bereich der Düse horizontal einzuziehen und so
umzulenken, daß die Einwirkung des vertikalen Vektors auf die Beeinflussung der Verkehrsfläche
minimiert wird. Jedoch ist die dargestellte Lösung ungeeignet als funktionelles Bauteil
in eine Kehrmaschine einbezogen zu werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Säubern von Flächen,
insbesondere von Verkehrsflächen, mit einer heterogenen, vorzugsweise gepflasterten
Oberfläche, mittels einer selbstaufnehmenden, pneumatisch arbeitenden Kehrmaschine,
der ein oder mehrere Saugschächte zugeordnet sind, welche mit Kehrwalzenbesen oder
Seitenbesen zusammenwirkend, das Kehrgut in den Bereich eines aufnehmenden Saugschachtes
bewegen sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, mit der
eine intensive Reinigung der Verkehrsflächen möglich ist, ohne deren Aufbau zu zerstören.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, mit dem das Kehrgut
mittels eines horizontal gerichteten Saugstromes in das Saugmundstück des Saugschachtes
bewegt, im Saugmundstück über eine horizontale Auflage geführt, über der Auflage aufgenommen,
und mit dem aus der horizontalen Richtung abgelenkten, aufsteigenden vertikalen Saugstrom
erfaßt und in den Kehrgutbehälter transportiert wird. Es ist eine Ausgestaltung der
Erfindung, daß die horizontale Auflage an der unteren sich gegen die Verkehrsfläche
öffnenden Einsaugöffnung des Saugkopfes, zwischen der Verkehrsfläche und Eintrittsfläche
der Luft des vertikalen Saugstromes angeordnet wird, wobei die Verkehrsfläche von
dem vertikalen Saugstrom abgeschirmt wird und der, nur über die Saugdüsen gerichtete
horizontale Saugstrom das Pflaster flächig überstreichend, das Kehrgut in den Saugschacht
einsaugt. Es ist eine sinnvolle Form der erfindungsgemäßen Lösung, wenn das Kehrgut
mit dem horizontalen Saugstrom durch seitliche Öffnungen in den Saugkopf gelangt und
auf der Auflage abgelegt, dem vertikalen Saugstrom zugeführt wird. Eine vorteilhafte
Ausgestaltungsform der Erfindung ist darin zu sehen, daß das Kehrgut mit dem Saugstrom
durch eine in der Auflage eingefügte Öffnung in den Saugkopf aufgenommen wird, wobei
in der Öffnung ein rotierendes Kehrmittel vorgesehen ist, mit dem das Kehrgut in tangentialer
Richtung zum rotierenden Kehrmittel auf die Auflage gelegt und dem vertikalen Strom
zugeführt wird, wobei das rotierende Kehrmittel die Öffnung des Saugkopfes gegen die
Verkehrsfläche verschließt. Eine Ausbildungsart der erfindungsgemäßen Lösung stellt
sich darin dar, daß das Saugmundstück an seiner unteren Saugöffnung ein Verschlußteil
trägt, welches das Saugmundstück gegen einen vertikalen Eintritt eines Saugstromes
und dessen Einwirken auf die Struktur der Verkehrsfläche verschließt und seitliche
Öffnungen aufweist, durch die der Saugstrom horizontal gelenkt, parallel zur Verkehrsfläche
gerichtet, das Kehrgut aufnimmt. Eine sinnvolle Ausgestaltungsform ist so gebildet,
daß das Verschlußteil als Auflage ausgebildet ist, auf dessen Innenseite das im horizontalen
Saugstrom in das Saugmundstück gesaugte Kehrgut abgelegt und vom darüber im Saugschacht
vertikal ansteigenden Saugstrom mitgerissen, in den Kehrichtbehälter gelangt. Sinnvoll
ausgebildet ist die Erfindung, wenn die Auflage an den Seiten, an denen mit dem Saugmundstück
zusammenwirkend, seitliche Saugöffnungen ausgebildet sind, in Richtung zur Verkehrsfläche
hin Abkantungen aufweist, die ein wirksames Aufnehmen des Kehrgutes im horizontalen
Saugstrom gewährleisten. Eine vorteilhafte Ausbildungsart der Erfindung kann damit
zur Verfügung gestellt werden, daß das Verschlußteil das Saugmundstück umschließt
und in seiner horizontalen Auflage eine sich weitestgehend quer zur Arbeitsrichtung
erstreckten Öffnung aufweist, in die eine drehende, walzenförmige Kehrbürste eingeordnet
ist, welche das Kehrgut durch die Öffnung in den Innenraum des Saugkopfes auf die
Auflage in den Bereich des vertikal aufsteigenden Saugstromes bewegt. Sinnvoll ist
die Erfindung weiter ausgebildet, wenn die Kehrbürste die Öffnung weitestgehend gegen
ein Einwirken des vertikalen Stromes verschließt, damit deren Teile nicht herausgelöst
werden.
Das Verfahren sowie die Einrichtung gestatten es in vorteilhafter Weise Flächen zu
säubern, deren Struktur heterogen ist. Das trifft insbesondere bei Verkehrsflächen
zu, deren Decke nicht aus Beton oder bituminösen Belägen gebildet ist, sondern eine
gepflasterte Oberfläche aufweisen. Pflasterungen mannigfaltiger Art sowohl als Quader
als auch als Mosaikpflaster befinden sich in einem Großteil älterer Städte und auch
in Stadtteilen, die einen historischen Charakter behalten haben oder aus touristischen
Gründen nachträglich so ausgestaltet worden sind. Kehrmaschinen mit der erfindungsgemäß
ausgestatteten Einrichtung können wie verfahrensgemäß angegeben, jetzt ohne die nachteiligen
Folgen, so wie im Stand der Technik angegeben, solche Flächen saugend und kehrend
überfahren, ohne die Struktur der Pflasterung zu verletzten. Dadurch, daß der Saugkopf
an seiner unteren Stirnseite verschlossen ist, hat der vertikal saugende Strom pneumatisch
arbeitender Kehrmaschinen seine nachteilige Wirkung auf die Struktur der Pflasterung
verloren. Die Auflage verschließt jetzt den Saugkopf in Richtung der überfahrenen
Verkehrsfläche. Der Saugstrom wird durch die verschließende Wirkung der Auflage in
eine horizontale Richtung umgelenkt, wobei die horizontale Richtung keine Komponente
des vertikalen Saugstromes ist, sondern der Saugstrom mit seiner vollen Wirkung, jetzt
horizontal durch die seitlichen Öffnungen in den Saugkopf eintritt, die horizontale
Auflage überstreicht und sich dann in einen geschlossenen vertikalen Saugstrom umlenkt,
der das in horizontaler Richtung aufgelegte Kehrgut senkrecht von der Auflage im gleichgerichteten
Saugstrom in den Kehrgutbehälter transportiert. Verfahrensgemäß kommt jetzt durch
die verschließende Wirkung der Auflage nur noch ein horizontal wirkender Saugstrom
parallel mit der zu reinigenden Oberfläche in Berührung und verletzt somit auch bei
kehrendem Reinigungsbetrieb nicht mehr saugend die Fugen der Pflasterung. Der Schmutz
wird nicht mehr aus, sondern über die Pflasterfläche in den Saugkopf gezogen. Das
Ausbleiben der senkrechten Saugkomponente auf der Pflasteroberfläche, verursacht durch
die verschließende Wirkung der Auflage gibt keine Möglichkeit frei die Pflasterfugen
saugend zu entleeren. Eine vorteilhafte Variation der erfindungsgemäßen Lösung kann
der Fachmann darin erkennen, daß der Saugkopf von dem Verschlußteil völlig umschlossen
und dessen horizontale Auflage im Querverlauf zur Fahrtrichtung der Kehrmaschine geöffnet
ist. Hier könnte jetzt die im Stand der Technik kritisierte Einwirkung des vertikalen
Saugstromes verzeichnet werden, wenn die Öffnung nicht durch einen walzenförmigen
Kehrbesen weitestgehend verschlossen wäre. Durch die Borsteneinwirkung des Walzenbesens
wird die Intensität des Saugstromes so gebremst, daß ein Aussaugen der Pflasterfugen
bzw. Zwischenräume in heterogenen Belägen von Verkehrsflächen nicht mehr erfolgen
kann. Intensiviert wird die Reinigungswirkung dadurch, daß der walzenförmige Kehrbesen
rotiert, im Rotationsverlauf in tangentialer Richtung das Kehrgut aufnimmt, durch
die Öffnung auf das Auflageteil transportiert und dem hier ungebremst wirkenden vertikalen
Saugstrom vorlegt. Für den Fachmann ist erkennbar, daß damit eine signifikante Lösung
gefunden worden ist, das Verfahren und die erfindungsgemäße Einrichtung an den Saugmundstücken
bereits in betrieb befindlicher Kehrmaschinen anzuordnen und die Maschinen auf diese
Art und Weise nachzurüsten. Es bedarf keines erfinderischen Aufwandes, um diese Erfindung
lösbar und abnehmbar zu gestalten, um die Kehrmaschine bei Bedarf wieder für einen
robusten Kehrbetrieb zum Einsatz gelangen zu lassen. Auch ist es leicht möglich, in
vorteilhafter Ausführung der Erfindung den Saugluftstrom zu minimieren oder ganz einzustellen
und die Kehrbürste rotierend zur Säuberung der Verkehrsfläche einzusetzen.
[0005] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden. In
der zugehörigen Zeichnung zeigen:
- Fig.1:
- Den Saugkopf in einer Seitenansicht mit eingesetztem Auflageteil und leicht geöffneten
Klappen
- Fig. 2:
- Den Saugkopf nach Fig. 1 in einer Draufsicht
- Fig. 3:
- Den Saugkopf nach Fig. 1 mit nachlaufendem Kehrwalzenbesen
- Fig. 4:
- Die Ansicht A aus Fig. 3
- Fig. 5:
- Den Saugkopf nach Fig. 1 mit vorlaufendem Kehrwalzenbesen
- Fig. 6:
- Die Ansicht A aus Fig. 5
- Fig. 7:
- Die schematische Darstellung einer geschlossenen Auflage mit eingearbeiteter Bodenöffnung
und einer Kehrbürste in einer Seitenansicht im Schnitt
[0006] Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Ausbildung der Auflage 9 in ihrer Anordnung in
einem Saugmundstück 1 einer pneumatisch aufnehmenden Kehrmaschine. Die Auflage 9 ist
im unteren Bereich des Saugmundstückes 1 befestigt und verschließt den Bereich des
Saugmundstückes 1, welcher der Verkehrsfläche 14 zugeneigt ist, vollständig. Dabei
ist die Auflage 9 direkt vor der Öffnung des Saugschachtes 2 angeordnet und verhindert
abschirmend die Einwirkung des vertikalen Saugstrahles auf die zu reinigende Verkehrsfläche
14. Dadurch, daß der Saugstrahl sich nicht mehr vertikal aus der unteren Öffnung des
Saugmundstückes 1 erheben kann, erfolgt keine nachteilige Erosion der zu reinigenden
Fläche 14. Zur Erzeugung des Unterdrucks und eines Saugstrahles sind die Seitenflächen
des Saugmundstückes 1 durch angeordnete Öffnungen 7;8 im Bereich der Seitenkanten
der Auflage 9 sowie der Klappen 15 geöffnet. Bei geschlossenen Seiten- und Grobgutklappen
15 sind die Öffnungen 7;8 düsenförmig und können durch Öffnen der Klappen 15 erweitert
werden. Durch die Öffnungen 7;8 wird jetzt ein horizontal in das Saugmundstück eintretender
Saugstrom erzeugt. Die Richtungspfeile 4 zeigen die Richtung und den Verlauf des Saugstromes
an, der über die seitlichen Öffnungen 7;8 in das Saugmundstück 1 horizontal eintritt.
Dieser horizontale Richtungsverlauf gestattet ein Überstreichen der Pflasteroberfläche
14 beim Überfahren des Saugmundstücks 1 durch den Saugstrom, ohne deren Struktur zu
verletzen, weil der vertikale Saugstrom durch die untenliegende Auflage 9 von der
Pflasteroberfläche 14 ferngehalten wird. Die erfindungsgemäße Anordnung vermeidet
dabei jegliche Erosion der Verkehrsfläche 14, gleichwohl ob es sich um eine gepflasterte
Verkehrsfläche 14 handelt oder um eine geschlossene Decke, die durch Trenn- oder Scheinfugen
unterbrochen ist. Genauso ist es möglich, mittels des Verfahrens und der dazugehörenden
Einrichtung mit Gitterplatten oder lückig belegte Verkehrsflächen zu säubern. Fig.
2 zeigt in einer Draufsicht die Möglichkeit, die Öffnungen 7;8 zu vergrößern, so daß
ihre Dimension aus dem Bereich von schlitzförmigen Düsen heraus effizient gestaltet
werden kann. Weiterhin zeigt die Ansicht konkret den horizontalen Einzugsbereich 4
des Saugstromes sowie dessen Verlauf über der Verkehrsfläche 14. Die Darstellung nach
Fig. 3 zeigt eine ähnliche Ausführung und Ansicht des Saugmundstücks 1 wie in Fig.
2, jedoch ist hier dem Saugmundstück 1 ein Walzenkehrbesen 3 nachgeordnet. Der Walzenkehrbesen
3 ist in bekannter Art und Weise unter der Kehrmaschine angeordnet und hat eine zur
Fahrtrichtung der Kehrmaschine gegenläufigen Drehrichtung 6. Der Kehrwalzenbesen 3
legt in einem Arbeitsgang kontinuierlich, durch seine Schrägstellung, das Kehrgut
in den Bereich des Saugmundstücks 1, dabei ist die hintere Seite des Saugmundstücks
1 geöffnet, damit der Kehrbesen 3 in einer, tangential zu seiner Oberfläche gebildeten
Richtung, das Kehrgut in das Saugmundstück 1 transportieren kann. Durch die nachlaufende
Anordnung des Kehrwalzenbesens 3 wird der durch das Kehrgut in den Bereich des Saugmundstücks
1, als gesammelter Kehrgutschwad, an die Hinterseite des Saugmundstücks 1 geführt
und jetzt in bekannter Art und Weise eingesaugt. Besonders vorteilhaft stellt sich
bei dieser Konfiguration dar, daß durch die Abschirmung der unteren Fläche des Saugmundstücks
1 durch die Auflage 9 der horizontal gerichtete Saugstrom und damit seine im Bereich
der Kehrwalze 3 wirkende Komponente mit dem Kehrwalzenbesen 3 sehr effektiv korrespondiert
und jetzt schonend in nur einer horizontalen Ebene kehrend und saugend die Verkehrsoberfläche
gesäubert wird. Da die Komponenten des Saugstromes sinnvollerweise auch an der Vorderseite
und an den Seitenflächen des Saugmundstücks 1 wirken, wird die Menge des horizontal
aufzunehmenden Kehrgutes vorteilhaft über den gesamten Einzugsbereich des Saugmundstückes
1 verteilt. Fig. 4 zeigt die Ansicht etwas versetzt zur Fig. 3 als Seitenansicht.
Die Darstellung läßt erkennen, daß das Kehrgut von allen Seiten horizontal in das
Saugmundstück 1 eingezogen und über der Auflage 9 in einer vertikalen Richtung in
den Saugschacht 2 gezogen wird. Die korrespondierenden Wirkungen zwischen Kehrwalze
3 und der dahin gerichteten Öffnung des Saugmundstückes 1, in die der horizontale
Saugstrom eintritt, ist aus dieser Darstellung zu erkennen. Dem Fachmann wird jetzt
deutlich, daß sich hier das Kehraggregat und der horizontale Saugstrom sinnvoll ergänzen.
Die Abkantung 10 ist selbstverständlich fachgerecht an allen geöffneten Seiten des
Saugmundstücks 1 der Verkehrsfläche 14 entgegengerichtet abgekantet, um ein sauberes,
effektives Aufnehmen des Kehrgutes zu erreichen. Aus pragmatischer Sicht ist es angeraten
und wird auch praktiziert, daß die Abkantungen 10 der Auflage 9 in ihren Neigungen
zur Verkehrsfläche 14 hin mit elastischen Kanten, wie Gummiwülsten, Borstenreihen
u.ä. versehen sind, die den Luftspalt zwischen Verkehrsfläche und Unterboden, hier
mit der verschließenden Auflage 9 des Saugmundstücks 1, verkleinern. Fig. 5 zeigt
das Saugmundstück 1 in einer ähnlichen Lage wie Fig. 3. Jedoch ist hier der Walzenkehrbesen
3 in Fahrtrichtung der Kehrmaschine dem Saugmundstück 1 vorgeordnet. Der Walzenkehrbesen
3 legt jetzt den Kehrgutschwad aus der Quertransportrichtung vor die geöffnete Saugöffnung
11 ab. Sinnvollerweise ist dabei die Öffnung 11 durch Anheben der Klappe 15 vergrößert
und damit der Menge des anfallenden Kehrgutschwades angepaßt. Es ist für den Fachmann
selbstverständlich und gehört bei Kenntnis der erfindungsgemäßen Lösung zu seinem
Handeln, wenn zur Variierung der Intensität der Wirkung des horizontalen Saugstromes
die Klappen 15 in unterschiedlicher Weise betätigt werden, um partiell die Eintrittsquerschnitte
11 für den horizontalen Luftstrom zu verändern. Fig. 6 stellt die Ausbildung nach
Fig. 5 in einer Seitenansicht vor. Die Figur zeigt die Lage des Kehrwalzenbesen 3
zum Saugmundstück 1 beim Kehrvorgang. Die Seitenöffnung 8 ist hier durch Anheben einer
angrenzenden Klappe 15 vergrößert und so dem Volumen der Kehrgutmenge angepaßt. Beide
Darstellungen zeigen eindeutig, das Einsaugen des Kehrgutes durch die Seitenöffnungen
11, dessen Ablegen auf der Auflage 9 sowie die Wirkung des über der Auflage 9 aufsteigenden,
vertikalen Saugstromes in den Saugschacht 2. Fig. 7 zeigte eine Variation des Grundgedankens
der erfindungsgemäßen Lösung in einer Seitenansicht im Schnitt. Die Auflage 9 ist
hier als Verschlußteil des Saugmundstückes 1 ausgebildet und umschließt dessen Peripherie
vollständig. Zur Durchführung des Säuberungsvorganges ist hier in der horizontalen
Auflage 9 des Verschlußteils eine Öffnung 12 angeordnet, die sich gegen die Verkehrsfläche
14 erstreckt. Dabei läßt die Öffnung 12 wohl die Einwirkung des vertikalen Saugstromes
zu, jedoch ist hier bei dieser Variation folgendes festzustellen: Einmal kann durch
die Einordnung einer Kehrbürste 13 eine äußerst schonende Säuberung der Verkehrsfläche
14 vorgenommen werden, indem der Saugstrom stark gedrosselt oder ganz zum Erliegen
gebracht worden ist. Jetzt wird das Kehrgut, sicher in geringer Menge und Festigkeit,
durch eine erzeugte Rotation der Kehrwalzenbürste 13 durch diese tangential angehoben,
wobei der vertikale Saugstrom mithelfen kann, das Kehrgut auf die innere Ebene der
Auflage 9 abzulegen. Hier ist das Kehrgut zur Einwirkung des vertikalen Saugstromes
zum Transport in den Kehrgutbehälter in den Saugschacht 2 bereitgelegt. Selbstverständlich
ist diese Anwendungsart nicht darauf beschränkt, ohne Saugkraft oder deren Verminderung
die Säuberung von Verkehrsflächen vorzunehmen. Auch dann, wenn die volle Intensität
des Saugstromes zur Anwendung gelangen soll, kann diese Ausführungsart verwendet werden.
Die Rotation der Kehrbürste 13 hebt nach wie vor das Kehrgut auf die Innenseite der
Auflage 9, unterstützt durch den vollen Saugstrom, der jetzt durch die Öffnung 12
in das Saugmundstück 1 eintreten könnte. Jedoch wirkt hier die der Öffnung 12 vorgeordnete
Kehrbürste 13 als Bremse für die Geschwindigkeit des Saugstromes. Jetzt wird das Kehrgut
mit voller Geschwindigkeit des Saugstromes gegen die Borsten der Kehrbürste 13 gezogen
und von dieser rotierend bewegt. Jedoch ermüdet sich der Saugstrom in der Dichte der
Borsten der Kehrbürste 13 und wird dadurch abgebremst, so daß hier wohl mit voller
Kraft die Horizontalkomponente des Saugstromes wirkt, jedoch im Bereich der Kehrbürste
13 im Übergang in seine vertikale Richtung die Intensität gebremst und die nachteilige
Erosionswirkung des vertikalen Saugstromes eliminiert wird. Gleichwohl, ob die Auflage
9 unter dem Saugmundstück 1 seitliche Öffnungen 7;8 aufweist und ein horizontales
Einsaugen seitlich zuläßt oder ob die Öffnung 12 zentrisch und quer zur Fahrtrichtung
verlaufend in der Auflage 9 angeordnet ist, wird bei Anwendung der Merkmale des erfindungsgemäßen
Verfahrens die nachteilige Erosionswirkung ausgeschieden.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0007]
- 1
- Saugmundstück
- 2
- Saugschacht
- 3
- Walzenkehrbesen
- 4
- Richtungspfeile des Saugstromes
- 5
- Richtungspfeile der Kehrrichtung
- 6
- Richtungspfeile der Besenrotation
- 7
- Seitenöffnung
- 8
- Frontöffnung
- 9
- Auflage
- 10
- Abkantung
- 11
- Saugöffnung
- 12
- Öffnung
- 13
- Kehrbürste
- 14
- Verkehrsfläche
- 15
- Klappe
1. Verfahren zum Säubern von Flächen, insbesondere von Verkehrsflächen, mit einer heterogenen,
vorzugsweise gepflasterten Oberfläche, mittels einer selbstaufnehmenden, pneumatisch
arbeitenden Kehrmaschine, der ein oder mehrere Saugschächte zugeordnet sind, welche
mit Kehrbesen zusammenwirkend, das Kehrgut in den Bereich des aufnehmenden Saugschachtes
bewegen, dadurch gekennzeichnet, daß das Kehrgut mittels eines horizontal gerichteten Saugstromes in das Saugmundstück
des Saugschachtes bewegt, im Saugmundstück in den Bereich einer horizontalen Auflage
geführt, über der Auflage aufgenommen und mit dem dort aus der horizontalen Richtung
abgelenkt aufsteigenden, die Verkehrsfläche nicht berührenden, vertikalen Saugstrom
erfaßt und in den Kehrgutbehälter transportiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die horizontale Auflage an der unteren, sich gegen die Verkehrsfläche öffnenden Einsaugöffnung
des Saugkopfes, zwischen der Verkehrsfläche und der Eintrittsfläche der Luft des vertikalen
Saugstromes angeordnet wird, wobei die Verkehrsfläche von dem vertikalen Saugstrom
abgeschirmt wird, und nur der durch die seitlichen Saugöffnungen gerichtete horizontale
Saugstrom, das Pflaster flächig überstreichend, das Kehrgut in den Saugschacht einsaugt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kehrgut mit dem horizontalen Saugstrom durch seitliche Saugöffnungen in den Saugkopf
gelangt und auf der Auflage abgelegt, dem vertikalen Saugstrom zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kehrgut mit dem Saugstrom durch eine in der Auflage eingefügte Öffnung in den
Saugkopf aufgenommen wird, wobei in der Öffnung ein rotierendes Kehrmittel vorgesehen
ist, mit dem das Kehrgut, in tangentialer Richtung zum rotierenden Kehrmittel, auf
die Auflage gelegt und dem vertikalen Saugstrom zugeführt wird, wobei das Kehrmittel
die Öffnung des Saugkopfes gegen die Verkehrsfläche verschließt.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 zum Säubern von Flächen,
insbesondere von Verkehrsflächen mit einer heterogenen, vorzugsweise gepflasterten
Oberfläche, mittels einer selbstaufnehmenden, pneumatisch arbeitenden Kehrmaschine
mit einem Saugmundstück zum Aufnehmen des Kehrgutes von einer Verkehrsfläche, das
an einem Saugschacht angeordnet, und mit einem Saugstrom das Kehrgut in die Kehrmaschine
saugt, deren Saugstrom in vertikaler Richtung im Saugschacht aufsteigt, dadurch gekennzeichnet, daß das Saugmundstück (1) an seiner unteren, der Verkehrsfläche entgegengerichteten Saugöffnung
ein Verschlußteil trägt, welches das Saugmundstück (1) gegen den vertikalen Eintritt
des Saugstromes und dessen Einwirken auf die Struktur der Verkehrsfläche (14) verschließt
und seitliche Öffnungen (7;8) aufweist, durch die der Saugstrom horizontal gelenkt,
parallel zur Verkehrsfläche (14) gerichtet, das Kehrgut über einen erst im Saugschacht
(2) aufsteigenden, vertikalen Saugstrom in die Kehrmaschine aufnimmt.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußteil als Auflage (9) ausgebildet ist, auf dessen Innenseite das im horizontalen
Saugstrom in das Saugmundstück (1) gesaugte Kehrgut abgelegt und vom darüber im Saugschacht
(2) vertikal ansteigenden Saugstrom mitgerissen, in den Kehrgutbehälter gelangt.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage (9) an den Seiten, an denen mit dem Saugmundstück (1) zusammenwirkend,
seitliche Saugöffnungen (7;8) ausgebildet sind, in Richtung zur Verkehrsfläche (14)
hin Abkantungen (10) aufweist, die ein wirksames Aufnehmen des Kehrgutes im horizontalen
Saugstrom gewährleisten.
8. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußteil das Saugmundstück (1) umschließt und in seiner horizontalen Auflage
(9) eine, sich weitestgehend quer zur Arbeitsrichtung der Kehrmaschine erstrekkende
Öffnung (12) aufweist, in die eine drehende Kehrbürste (13) eingefügt ist, welche
das Kehrgut durch die Öffnung (12) in den Innenraum auf die Auflage (9), in den Bereich
des vertikal aufsteigenden Saugstromes bewegt.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kehrbürste (13) die Öffnung (12) weitestgehend, gegen ein Einwirken des vertikalen
Saugstromes auf die Verkehrsfläche (14), verschließt.