[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät für die unmittelbare und die zeitabhängige
Ansteuerung mindestens eines Stellgliedes oder eines Verbrauchers mit
a) einem bedienerseitigen ersten Schaltglied für die Erzeugung mindestens einer Schalthandlung
für einen Steuerbefehl mit einem ersten Vorzeichen, mit
b) einem zweiten Schaltglied für die Erzeugung mindestens einer Schalthandlung für
einen Steuerbefehl mit einem entgegengesetzten Vorzeichen, mit
c) mindestens einem Ausgang für eine Betätigung des Stellgliedes oder Verbrauchers
nach Maßgabe des jeweiligen Vorzeichens des Steuerbefehls, mit
d) einer Befehlsausführungsschaltung mit je einer Erkennungseinrichtung für die Charakteristika
der bedienerseitigen Schalthandlungen, mit
e) einer von der Erkennungseinrichtung betätigbaren Umsteuereinrichtung für die unmittelbare
Weiterleitung der bedienerseitigen Schalthandlungen oder für eine Speicherung der
bedienerseitigen Schalthandlungen.
[0002] Derartige Schaltgeräte können eingesetzt werden für die manuelle und automatische
Steuerung von Bewegungen wie bei Rolläden, Markisen, Vorhängen, Jalousien, etc., die
einen Antriebsmotor aufweisen, aber auch für das Ein- und Ausschalten von Beleuchtungsanlagen,
beispielsweise bei Gartenbeleuchtungen, elektrischem Christbaumschmuck, Aquarienbeleuchtungen
und -heizungen, Pumpen für Aquarien und Springbrunnen, für Steuerventile von Gartenbewässerungsanlagen
und vieles mehr.
[0003] Bei den Stellgliedern handelt es sich mithin beispielhaft um Elektromotoren, elektrische
Schalter, Wasserventile, etc. Bei den Verbrauchern kann es sich z.B. um Leuchten oder
Lampen handeln, für deren Betätigung ein einziger Ausgang ausreicht.
[0004] Bekannte Schaltgeräte der eingangs beschriebenen Gattung für das Schließen und Öffnen
von Rolläden besitzen eine Uhr, eine Programmsteuerung und zahlreiche Eingabetasten,
mit denen die verschiedenen Zeitpunkte einprogrammiert werden können, an denen die
Rolläden abwärts oder aufwärts bewegt werden sollen. Derartige Schaltgeräte sind verhältnismäßig
teuer und auch schwierig zu bedienen bzw. zu programmieren, zumal die Bedienungspersonen
häufig nicht über ausreichende Erfahrungen und Routine zum Programmieren derartiger
Schaltgeräte besitzen. Es werden daher häufig Bedienungsfehler gemacht, die wegen
des zeitlichen Abstandes zwischen der Programmierung und der Befehlsausführung nicht
oder zumindest nicht sofort zu erkennen sind.
[0005] Durch die DE 44 04 682 A1 ist es bei einem Schaltgerät der eingangs angegebenen Gattung
zur Steuerung von Verdunkelungsvorrichtungen bekannt, zur Vereinfachung der Programmierung
integrierte Zeitgeber vorzusehen, deren aktuelle Ausgangssignale im 24-Stunden-Wiederholungsrhthmus
Steuerzeiten darstellen. Diese werden durch Tastenbetätigung bei bestimmten Uhrzeiten
in zwei Speicher eingelesen, durch die entgegengesetzte Schalthandlungen ausgeführt
werden. Aktuelle Zeitsignale sind solche, die sich mit dem Fortschreiten der Zeit
verändern, also mit bestimmten Zeitpunkten identifizierbar sind.
[0006] Bei erneuter Übereinstimmung bzw. Relation jeweils eines aktuellen Gebersignals mit
dem jeweiligen Speicherzustand wird die vorgegebene Schalthandlung nach 24 Stunden
automatisch beliebig oft ausgelöst, bis die Uhrzeit durch erneute Tastenbetätigung
verstellt wird. Diese Übereinstimmung wird durch sogenannte Komparatoren festgestellt.
Bei einem Ausführungsbeispiel müssen bis zu vier verschiedene Programmiermodi durch
einen Stufenschalter vorgegeben werden, bei einem weiteren Ausführungsbeispiel werden
die Programmiermodi durch unterschiedliche Dauer der Tastenbetätigung eingestellt.
Die bekannte Lösung setzt jedoch zwei Komparatoren und einen sehr genau gehenden Zeitgeber
voraus, der vorzugsweise ein funkgesteuerter Zeitgeber ist, weil andernfalls ein allmähliches
Abdriften der Öffnungs- und Schließzeiten erfolgt. Wird bei Verwendung eines Stufenschalters
dessen Rückstellung vergessen, so gerät die gesamte Anordnung "außer Tritt". Somit
werden an die Fähigkeiten der Bedienungsperson besondere Anforderungen gestellt.
[0007] Die EP 0 092 118 B1 und die DE 33 04 962 C2 offenbaren einen Gurtkasten für Rolladengurte
und eine Verdunkelungsvorrichtung mit einem Zeitgeber bzw. Uhrenmodul und einen frei
programmierbaren Funktionsspeicher. Über die einzelnen Programmierfunktionen und deren
schaltungstechnischen Voraussetzungen werden jedoch keine Angaben gemacht. Die Bedienung
setzt erhebliche Programmierkenntnisse voraus.
[0008] Die DE 40 08 940 A1 offenbart eine elektronische Rolladensteuerung mit einem Zeitgeber
in Form einer Jahreskalendereinheit bzw. eines "astronomischen Kalenders" mit einem
Mikroprozessor, einem Tabellenspeicher, Komparatoren, einem Uhrenmodul und mehreren
Programmiertasten. Der Schaltungsaufwand ist beträchtlich, und die Bedienung ist kompliziert,
weil sie erhebliche Programmierkenntnisse voraussetzt.
[0009] Die DE 91 09 739 U offenbart eine Zeitschaltung für Rolläden mit einer Rechnersteuerung
mittels eines speicherresistenten Basisprogramms, mit einem Uhrenmodul und einem Uhrendisplay.
Eine solche Einrichtung erfordert einen präzisen Zeitgeber, wofür ein batteriegetriebenes
Quarzuhrwerk und eine Funksteuerung angegeben sind. Zur Vereinfachung der Zeiteinstellung
ist die Uhr mit einer Analoganzeige versehen, und diese Einstellung erfolgt durch
einen Einstellknopf, eine Einstellwalze oder einen drucksensitiven Einstellknopf.
Zur Programmierung kann das Basisprogramm überschrieben werden, was jedoch eine komplizierte
Bedienung erforderlich macht. Über die Art der Programmierung und ihre schaltungstechnischen
Mittel werden keine Angaben gemacht.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Schaltgerät der eingangs angegebenen
Gattung dahingehend zu verbessern, daß trotz weiter vereinfachter Bedienung auf Präzisionszeitgeber,
Uhrenmodule, Speicher für aktuelle Zeit- oder Geberwerte mit Komparatoren verzichtet
werden kann.
[0011] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs angegebenen Schaltgerät
erfindungsgemäß durch
f) einen Impulseingang für eine kontinuierliche und endlose Folge von Zählimpulsen,
und durch
g) je einen dem Impulseingang nachgeschalteten, alle 24 Stunden anlaufenden Zähler,
der durch die Steuerbefehle der Schaltglieder auf Null rückstellbar ist, derart, daß
der jeweilige Steuerbefehl für das Stellglied oder den Verbraucher bei Ablauf des
Zählers nach 24 Stunden auslösbar ist.
[0012] Beim Erfindungsgegenstand sind keine Speicher für aktuelle Zeit- oder Geberwerte
mit Komparatoren erforderlich, und es ist nicht notwendig, einen Präzisionszeitgeber
zu verwenden, insbesondere keinen funkgesteuerten Zeitgeber, und auch keinen Zeitgeber,
der im 24-Stunden-Rhythmus arbeitet und Signale erzeugt, die einzeln mit einem Zeitwert
identifizierbar sind.
[0013] Zwar ist es möglich, einen besonderen Geber zu verwenden, der aber nur ohne zeitliche
Begrenzung als Takt- oder Impulsgeber arbeitet, um eine endlose bzw. kontinuierliche
Impulsfolge zu erhalten. Im einfachsten Fall genügt die Netzfrequenz von 50 oder 60
Hz, um diese Impulsfolge zu erzeugen. Der "Zeitgeber" ist in diesem Fall das Kraftwerk.
[0014] An die Stelle der Speicher für das Einlesen aktueller Zeit- oder Geberwerte mit Komparatoren
treten einfache Zähler, die als Laufzeitvorrichtungen mit einer Laufzeit von 24 Stunden
arbeiten, bei deren Ablauf die Schalthandlung wiederholt wird. Bei einer bestimmten
Tastenbetätigung zu gegebener Zeit werden diese Laufzeitvorrichtungen einfach gestartet
und dabei auf Null zurückgestellt, und nach 24 Stunden erfolgt eine automatische Rückstellung
auf Null, worauf sich der 24-Stunden-Rhythmus wiederholt.
[0015] Dies geschieht ohne Einlesen von geberabhängigen Zeitsignalen, denn den Impulsen
der beispielhaft angegebenen Netzfrequenz, haftet keine Identifizierung mit irgendeinem
Zeitwert an. Die Zahl der Impulse innerhalb von 24 Stunden kann bereits herstellerseitig
durch eine entsprechende Software eingestellt werden. Bei jeder neuen Tastenbetätigung,
die beispielsweise nach einer Uhr erfolgt, die nicht zum Schaltgerät gehört, werden
die Zähler auf Null zurückgestellt und laufen ab dieser neuen Uhrzeit mit einer Periodendauer
von 24 Stunden an, so daß auch kein allmähliches Abdriften der Steuerzeiten erfolgen
kann.
[0016] Infolgedessen benötigt der Erfindungsgegenstand insbesondere auch keine vom Bediener
einzustellende Uhr mit Analog- oder Digitalanzeige, die von Zeit zu Zeit neu einzustellen
ist. Auch bei einem vorübergehenden Stromausfall ergeben sich keine Probleme, da die
Einstellung durch Tastenbetätigung zum gegebenen Zeitpunkt erfolgen kann. Durch eine
interne Pufferung läßt sich auch ein kurzzeitiger Stromausfall überbrücken.
[0017] Betätigt die Bedienungsperson das jeweilige Schaltglied zu einem anderen Zeitpunkt
als zuvor, so tritt der neue Zeitpunkt an die Stelle des alten Zeitpunktes und wird
im 24-Stunden-Takt automatisch und periodisch wiederholt, solange kein erneuter Eingriff
in das System erfolgt. Die Einstellung der Zeitpunkte für die Ausführung der Steuerbefehle
ist höchst einfach vorzunehmen und setzt keine Kenntnisse, Erfahrungen oder eine Routine
voraus, wie sie bei der Betätigung herkömmlicher Programmierungssysteme erforderlich
sind. Die Zusammenhänge und weitere Vorteile werden in der Detailbeschreibung noch
näher erläutert.
[0018] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachfolgend anhand eines
Schaltgerätes für eine Rolladensteuerung näher erläutert, wobei jedoch darauf hingewiesen
wird, daß ein solches Schaltgerät für zahlreiche weitere Einsatzgebiete geeignet ist,
wie sie eingangs beschrieben sind.
[0020] Das Schaltgerät 1 läßt sich in einer Unterputzdose mit einem Durchmesser von 55 mm
unterbringen und besitzt zwei Ausgänge 2 und 3 für den Anschluß eines Stellgliedes
4, das im vorliegenden Fall als Walzenmotor für die Auf- und Abwärtsbewegung eines
Rolladens 5 ausgebildet ist. In den Stromkreisen befinden sich zwei Endschalter 6
und 7, die durch das Stellglied 4 betätigt werden, damit die Stromkreise auch dann
beim Einlauf in die jeweilige Endstellung des Rolladens 5 unterbrochen werden, wenn
die Schaltbefehledes Schaltgeräts 1 noch für eine längere Zeitdauer anstehen sollten.
[0021] Das Schaltgerät 1 besitzt ein erstes bedienerseitiges Schaltglied 7, das als Tastenschalter
ausgebildet sein kann und beispielhaft für die Aufwärtsbewegung des Rolladens 5 dient.
Ein zweites Schaltglied 8 gleicher Ausbildung dient in diesem Falle beispielhaft für
die Abwärtsbewegung des Rolladens 5. Generell gesehen, dienen die Schaltglieder 7
und 8 für die Erzeugung mindestens einer Schalthandlung für einen Steuerbefehl mit
jeweils einem ersten Vorzeichen und mit jeweils einem entgegengesetzten Vorzeichen,
wobei diese Vorzeichen im vorliegenden Falle die Aufwärtsbewegung und die Abwärtsbewegung
des Rolladens 5 bestimmen.
[0022] Die Art der Betätigung der Schaltglieder 7 und 8 kann in Abhängigkeit von der Auslegung
des Schaltgeräts 1 unterschiedlich sein, wobei zu berücksichtigen ist, daß unterschiedliche
Schaltbefehle ausgeführt werden müssen, die klar voneinander zu unterscheiden sind.
Beispielhaft sind folgende Charakteristika für die Unterscheidung der Schalthandlungen
bzw. Schaltbefehle möglich:
1. Unterscheidung des Schaltbefehls durch die Dauer der Tastenbetätigung,
2. Unterscheidung des Schaltbefehls durch die Anzahl von Tastenbetätigungen innerhalb
eines vorgegebenen Zeitraums,
3. Unterscheidung der Betätigungskraft (Schaltdruck),
4. Unterscheidung der Länge des Schaltweges und
5. durch einen speziellen Programmiereingang.
[0023] Die weitere Erläuterung der Figur erfolgt nun im Zusammenhang mit der Befehlseingabe
gemäß Ziffer 1:
| Betätigungsdauer |
Steuerbefehl |
| < 50 ms |
Keine Befehlsausführung (Störunterdrückung) |
| > 50 ms < 1 s |
Direkte Befehlsausführung ohne Speicherung bzw. Speicheränderung |
| > 2 s |
Befehlsausführung und Speicherung bzw. Speicheränderung |
[0024] Die beiden manuell zu betätigenden Schaltglieder 7 und 8 sind über Leitungen 9 und
10 einer Befehlsausführungsschaltung 11 aufgeschaltet, zu der zwei Erkennungseinrichtungen
12 und 13 gehören, durch die die Betätigungsdauer der Schaltglieder 7 und 8 erkannt
und an eine Umsteuereinrichtung 14 weitergeleitet wird. Diese Umsteuereinrichtung
14 entscheidet, ob eine Direktschaltung 15, oder eine Programmierschaltung 16 angesteuert
wird. Bei einer Betätigungsdauer zwischen 50 ms und 1 s wird die Direktschaltung 15
angesteuert, die entsprechende Steuerbefehle erzeugt. Diese Steuerbefehle werden über
die Leitungen 17 und 18 an das Leistungsteil 19 weitergeleitet, das über seine Ausgänge
2 und 3 die Steuerbefehle vorzeichengerecht an das Stellglied 4 weitergibt. Es versteht
sich, daß die an den Ausgängen 2 und 3 anstehenden Steuerbefehle eine Dauer haben,
die das Stellglied 4 in die Lage versetzen, die erforderliche Schalthandlung zu Ende
zu führen.
[0025] Bei einer Betätigungsdauer von mehr als 2 s leitet die Umsteuereinrichtung 14 die
Schalthandlungen an die Programmierschaltung 16 weiter, die ihrerseits über zwei Leitungen
20 und 21 zwei Zähler 22 und 23 ansteuert, die alle 24 Stunden anlaufen und danach
auf Null zurückgestellt werden. Die hierfür erforderlichen Zählimpulse werden an einem
Impulseingang 24 gewonnen, der Teil einer 24-stündigen Befehlswiederholungsschaltung
25 ist. Am Impulseingang 24 können Impulsfolgen mit sehr unterschiedlicher Frequenz
anstehen, beispielsweise mit einem Impuls pro Minute oder pro Sekunde, mit Netzfrequenz
oder mit einer Frequenz, die für Mikroprozessoren üblich ist. Erforderlichenfalls
kann die Frequenz durch einen Frequenzteiler herabgesetzt werden. Am Impulseingang
24 kann auch die Netzfrequenz anstehen, so daß ein besonderer Impulsgeber entfällt.
Es ist lediglich dafür Sorge zu tragen, daß innerhalb einer Zeitspanne von 24 Stunden
eine ausreichende Anzahl von Zählimpulsen erzeugt wird, um das Schaltgerät minutengenau
einstellen zu können.
[0026] Mittels der Schaltglieder 7 und 8 wird über die Leitungen 20 und 21 ein Zählerstart
durchgeführt, derart, daß bei Erreichen des eingespeicherten Zählerendstandes ein
entsprechendes Signal erzeugt wird, das über die Leitungen 26 und 27 an die Leitungen
17 und 18 und an das Leistungsteil 19 weitergegeben wird. Die Laufzeit der Zähler
22 und 23 ist mithin herstellerseitig auf 24 Stunden fest einprogrammiert. Durch manuelle
Tastenbetätigung muß lediglich ein neuer Start erfolgen. Ein- und Umprogrammierung,
Überschreibung von Programmen etc. sind auf der Benutzerseite nicht erforderlich.
Beispielsweise löst der Zähler 22 bei Ablauf den Schließvorgang des Rolladens 5 aus
und der Zähler 23 bei Ablauf den Öffnungsvorgang des Rolladens 5. Die Zeitpunkte wiederholen
sich alle 24 Stunden periodisch, und zwar so lange, bis durch die Betätigung der Schaltglieder
7 oder 8 neue Zeitpunkte eingegeben werden.
[0027] Die Befehlsausführungsschaltung 11 besitzt noch eine Anzeigeeinrichtung 28, beispielsweise
in Form einer Leuchtdiode, die den ordnungsgemäßen Abschluß des Speichervorganges
anzeigt.
[0028] Parallel zu den Schaltgliedern 7 und 8 ist noch ein Steuerblock 29 vorgesehen, der
externe Eingänge für Signalgeber aus der Gruppe Taster, Fernsteuerung, Dämmerungsschalter,
Windsensoren, Wassersensoren oder dergleichen aufweist. Die gesamte Anordnung kann
beispielsweise durch einen Mikroprozessor realisiert werden.
[0029] Eine elektronische Verriegelung verhindert eine gleichzeitige Auswertung der Schalthandlungen
der Schaltglieder 7 und 8, so daß Steuerbefehle für das Stellglied 4 mit unterschiedlichen
Vorzeichen nicht gleichzeitig erzeugt werden können. Soll die Funktion des Stellgliedes
4 unterbrochen werden, um beispielsweise den Rolladen 5 auf einer beliebigen Höhe
anzuhalten, so genügt eine kurzzeitige Betätigung eines der Schaltglieder, um den
Rolladen anzuhalten. Eine solche kurze Betätigungsdauer kann gemäß der obigen Tabelle
zwischen 50 ms und 1 s liegen. Es ist auch möglich, eine besondere Stop-Taste vorzusehen,
die hier jedoch nicht dargestellt ist.
[0030] Wird eines der Schaltglieder für einen Zeitraum betätigt, der nach der obigen Tabelle
länger als 2 s dauert, so wird durch die Befehlsausführungsschaltung 11 eine Aktivierung
des Systems für die dem betreffenden Schaltglied 7 oder 8 zugeordnete Funktion erreicht.
Zusätzlich wird die bereits beschriebene Speicherung des Befehls vorgenommen. Der
Begriff "Speicherung" besagt im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel eines Rolladenschalters
eine Wiederholung des gleichen Befehls nach 24 Stunden. Auf diese Weise ist eine einfache
automatische Rolladensteuerung zu verwirklichen, bei der keine aufwendigen Uhrenschaltungen
mit Display und einer Vielzahl von Programmiertasten und kein Abfragen, Einlesen und
keine Speicherung von zeitbezogenen Gebersignalen notwendig sind. Durch die einfache
und preiswerte Ausführung des Schaltgeräts ist es möglich, die Rolläden eines Hauses
zu unterschiedlichen Zeiten zu verfahren. Durch das leicht einstellbare zeitversetzte
Verfahren der Rolläden wird zusätzlich der Effekt eines bewohnten Hauses auch bei
Abwesenheit der Bewohner erzeugt und somit ein zusätzlicher Schutz gegen Einbrüche
erzielt.
[0031] Durch gleichzeitiges Drücken der beiden Schaltglieder 7 und 8 kann die Automatik
ein- oder ausgeschaltet werden.
[0032] Die in der obigen Tabelle angegebenen Betätigungsdauern sind nur beispielhaft, aber
deutlich voneinander abgegrenzt. Bei manuellem Tipp-Betrieb beginnt die Ausführung
des entsprechenden Befehls in dem Augenblick, in dem die Erkennungseinrichtungen 12
und 13 das Loslassen der Schaltglieder 7 und 8 erkennen.
[0033] Beim Programmieren muß das betreffende Schaltglied länger als 2 s konstant betätigt
werden, um die Programmierfunktion durchzuführen. Es wird hierbei nicht berücksichtigt,
wie lange das Schaltglied nach Ablauf der Mindestdauer betätigt bleibt. Nach dem Erkennen
der Programmierauslösung erfolgen die Ausführung des Steuerbefehls für das Stellglied
sowie die Speicherung.
[0034] Eine Quittierung der Programmierfunktion erfolgt durch die Anzeigeeinrichtung 28,
die als Leuchtdiode ausgeführt ist. Während des Programmiervorgangs sendet die Leuchtdiode
ein Dauerlicht aus, nach dem Erkennen des Abschlusses des Programmiervorgangs setzt
alsdann für die Dauer von beispielhaft 5 s ein Blinken der Leuchtdiode ein.
[0035] Ein gleichzeitiges Betätigen beider Schaltglieder innerhalb von 200 ms und für eine
Dauer von mehr als 2 s ändert den Automatikzustand. Eine Quittierung dieses Umschaltens
erfolgt wiederum durch die Leuchtdiode. Nach dem Erkennen des gleichzeitigen Drückens
muß die Leuchtdiode für eine Dauer von 2 bis 3 s Dauerlicht aussenden. Danach erfolgt
wiederum für die Dauer von 5 s ein Blinken der Leuchtdiode. Um den Automatikzustand
zu kontrollieren, leuchtet die Leuchtdiode 5 s lang auf, wenn eines der Schaltglieder
betätigt wird und die Automatik-Funktion eingeschaltet ist. Bei vorhandener Programmierung
und einem Ausschalten der Automatikfunktion bleibt der Programmierzustand erhalten.
In jedem Falle muß sichergestellt sein, daß bei einem gleichzeitigen Betätigen der
Schaltglieder 7 und 8 keine Steuerbefehle an den Leistungsteil bzw. an das Stellglied
weitergegeben werden.
[0036] Einerseits ist es natürlich möglich, auf die optische Kontrolle zu verzichten, andererseits
kann während des gespeicherten Automatikbetriebes durch entsprechende Schaltungsmaßnahmen
auch eine Daueranzeige der Leuchtdiode bewirkt werden.
[0037] Wird ein Betätigen der Schaltglieder als sogenannte "Tippfunktion" ausgewertet, so
erfolgt eine Ansteuerung des entsprechenden Ausganges 2 oder 3 des Leistungsteils
19. Dieses Signal soll bei einer Rolladensteuerung für die Dauer von etwa 3 Minuten
anstehen. Sollte der entgegengesetzte Ausgang noch aktiviert sein, so wird nur ein
Rücksetzen dieses Ausganges vorgenommen, d.h. es erfolgt keine Ansteuerung des dem
Schaltglied zugeordneten Ausganges. Wird nach einem Zeitraum von 200 ms das zweite
Schaltglied betätigt, während das erste Schaltglied noch betätigt wird, so wird keine
Funktion ausgeführt und beide Ausgänge 2 und 3 bleiben gesperrt. Es müssen erst beide
Schaltglieder 7 und 8 wieder freigegeben werden, bevor eine neue Funktionsauswahl
erfolgen kann.
[0038] Für einfache Verbraucher wie Lampen und Leuchten kann eine EIN-AUS-Funktion mit nur
einem Ausgang erzeugt werden, der den angesteuerten Zustand beibehält, bis ein entgegengesetzter
Befehl entweder manuell, durch den Steuerblock 29, durch Programmierung oder durch
die gespeicherte Automatikfunktion erfolgt. Der einzige Ausgang hat alsdann eine Flip-Flop-Funktion.
1. Schaltgerät für die unmittelbare und die zeitabhängige Ansteuerung mindestens eines
Stellgliedes (4) oder eines Verbrauchers mit
a) einem bedienerseitigen ersten Schaltglied (7) für die Erzeugung mindestens einer
Schalthandlung für einen Steuerbefehl mit einem ersten Vorzeichen, mit
b) einem zweiten Schaltglied (8) für die Erzeugung mindestens einer Schalthandlung
für einen Steuerbefehl mit einem entgegengesetzten Vorzeichen, mit
c) mindestens einem Ausgang (2, 3) für eine Betätigung des Stellgliedes (4) oder Verbrauchers
nach Maßgabe des jeweiligen Vorzeichens des Steuerbefehls, mit
d) einer Befehlsausführungsschaltung (11) mit je einer Erkennungseinrichtung (12,
13) für die Charakteristika der bedienerseitigen Schalthandlungen, mit
e) einer von der Erkennungseinrichtung (12, 13) betätigbaren Umsteuereinrichtung (14)
für die unmittelbare Weiterleitung der bedienerseitigen Schalthandlungen oder für
eine Speicherung der bedienerseitigen Schalthandlungen, gekennzeichnet durch
f) einen Impulseingang (24) für eine kontinuierliche und endlose Folge von Zählimpulsen,
und durch
g) je einen dem Impulseingang (24) nachgeschalteten, alle 24 Stunden anlaufenden Zähler
(22, 23), der durch die Steuerbefehle der Schaltglieder (7, 8) auf Null rückstellbar
ist, derart, daß der jeweilige Steuerbefehl für das Stellglied (4) oder den Verbraucher
bei Ablauf des Zählers (22, 23) nach 24 Stunden auslösbar ist.
2. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Impulseingang von der Netzfrequenz beaufschlagbar ist.
3. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die Befehlsausführungsschaltung (11) eine Anzeigeeinrichtung (28) für die
Quittierung der Speicherung der Schalthandlungen und/oder der Rückstellung der Zähler
(7, 8) angeschlossen ist.
4. Schaltgerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch externe Eingänge für Signalgeber aus der Gruppe Taster Fernsteuerung, Dämmerungsschalter,
Windsensoren, Wassersensoren.
5. Schaltgerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Einbaumaße für die Unterbringung in einer Unterputzdose eines Installationssystems.
6. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerbefehle für das Stellglied (4) auf eine Zeitdauer eingestellt sind,
die ausreicht, um den Bewegungsablauf des Stellgliedes (4) zu Ende zu führen, und
daß in dem mindestens einen Ausgang (2, 3) ein Endschalter (6, 7) angeordnet ist,
durch den der Stromkreis bei Erreichen der jeweiligen Endstellung des Stellgliedes
unterbrechbar ist.