[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verkehrsregelung gemäss
dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Herkömmliche Steuerung und Regelung von Strassenkreuzungen durch Ampeln nutzt den
theoretisch möglichen Fluss über die Kreuzung nicht optimal; es entstehen leicht Leerzeiten
mit grünen Phasen für Zufahrten, für welche keine Fahrzeuge vorhanden sind.
[0003] Versieht man eine Kreuzung mit Fahrzeugdetektoren, so kann sich die Regelung an die
augenblickliche Verkehrssituation anpassen. Die Messungen der Detektoren werden dabei
normalerweise durch Zähler interpretiert, welche die Zuflüsse zur Kreuzung quantifizieren.
[0004] In der Praxis erreichen jedoch auch mit Detektoren ausgerüstete Systeme den optimalen
Verkehrsfluss bei weitem nicht. Auch sind sie kaum geeignet, andere Zielgrössen zu
optimieren, wie z.B. den gesamten Energieverbrauch oder die Wartezeiten für den öffentlichen
Verkehr.
[0005] Es stellt sich deshalb die Aufgabe, eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren der eingangs
genannten Art bereitzustellen, die eine bessere Verkehrsregelung erlauben d.h. mit
denen eine bessere Optimierung einer gewünschten Zielgrösse möglich ist.
[0006] Diese Aufgabe wird vom Gegenstand der unabhängigen Ansprüche erfüllt.
[0007] Erfindungsgemäss werden die von den Detektoren kommenden Signale also nicht in ihrer
Rohform zur Verkehrssteuerung bzw. -regelung verwendet, sondern sie werden benutzt,
um ein Modell zu erstellen, das die Orte und die Bewegung (z.B. die Geschwindigkeit)
einzelner Fahrzeuge, vorzugsweise im wesentlichen aller Fahrzeuge, simuliert. Auf
diese Weise können aus den Detektorsignalen vielfältige und reiche Informationen über
den Verkehr ermittelt werden. Mit diesen Informationen kann sodann eine effizientere
Steuerung bzw. Regelung des Verkehrs durchgeführt werden.
[0008] Vorzugsweise werden die Detektorsignale dazu verwendet, um im Modell verwendete Grössen
nachzuführen, insbesondere um ein Fahrzeug im Modell zu erzeugen, die Position und/oder
Geschwindigkeit eines bestehenden Fahrzeugs zu korrigieren oder ein bestehendes Fahrzeug
aus dem Modell zu löschen. Ferner können mittels der Detektorsignale und/oder mit
Daten aus dem Modell typische Werte einzelner Grössen, wie z.B. die Geschwindigkeit
eines in die Simulation einfahrenden Fahrzeugs, ermittelt werden. Diese Grössen können
verwendet werden, um z.B. die Anfangsgeschwindigkeit eines neu im Modell erzeugten
Fahrzeugs abzuschätzen. Diese Grössen werden vorzugsweise dauernd nachgeführt, so
dass eine Anderung des Verkehrsverhaltens (z.B. durch Regen oder Nebel) automatisch
zu einer Anpassung des Modells führt.
[0009] Um die Aufstellung eines Algorithmus zur Berechnung des Modells zu erleichtern, werden
dessen Parameter vorzugsweise zumindest teilweise als graphische Darstellung eingegeben,
welche sodann in eine vom Steuerprogramm des Beobachters lesbare bzw. ausführbare
Form umgewandelt werden.
[0010] Weitere Anwendungen und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nun folgenden Beschreibung einer konventionellen Anlage und einer Ausführung einer
erfindungsgemässen Anlage anhand der Figuren. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Steuerung bzw. Regelung gemäss dem Stand der Technik,
Fig. 2 eine erfindungsgemässe Regelung,
Fig. 3 eine einfache Streckenanordnung,
Fig. 4 den Synchronisationsalgorithmus einer ersten Ausführung der Erfindung bei einem
Signal von einem ersten Detektor,
Fig. 5 den Synchronisationsalgorithmus bei einem Signal von einem zweiten Detektor,
Fig. 6 den Synchronisationsalgorithmus bei einem Signal von einem dritten Detektor,
Fig. 7 eine graphische Darstellung eines Modells,
Fig. 8 eine Detailansicht eines Synchronisationssymbols von Fig. 7 und
Fig. 9 - 12 Synchronisationsschritte gemäss einer zweiten Ausführung der Erfindung.
[0011] Zur Veranschaulichung der Erfindung wird zuerst in Fig. 1 eine konventionelle Anlage
gezeigt. Diese Anlage ist zur Kontrolle der Ampeln 2 bei einer Kreuzung 1 vorgesehen.
Zur Ansteuerung der Ampeln 2 ist ein Regler 3 vorgesehen, der Signale DS von Detektoren
4 empfängt. Die Detektoren 4 sind in der Regel einfache Fahrzeugdetektoren, die ein
Signal abgeben, wenn ein Fahrzeug durch ihren Messbereich tritt, z.B. Induktionsschleifen,
Ultraschalldetektoren, Infrarotdetektoren oder sogar Kameras mit Bildverarbeitung.
[0012] Der Regler 3 kontrolliert mittels Verkehrskontrollsignalen VS die Ampeln 2 aufgrund
der Detektorsignale DS. Die Ansteuerung der Ampeln 2 kann direkt geschehen, in der
Regel ist jedoch zwischen dem Regler 3 und den Ampeln 2 zur Gewährleistung der nötigen
Sicherheit noch eine lokale Ampelsteuerung angeordnet.
[0013] Aufgrund der Detektorsignale DS erhält der Regler eine Rückmeldung zum momentanen
Verkehrszustand. Da der Regler 3 diese Rückmeldung in seinen Algorithmen berücksichtigt,
handelt es sich um eine Regelung im Sinne der Automatik. Anstelle des Reglers 3 kann
jedoch auch eine einfache Steuerung vorgesehen sein. Eine Steuerung einer Strecke
(eines zu regelnden Objektes, hier der Kreuzung oder eines Systems aus mehreren Kreuzungen)
kommt ohne Rückkopplung aus; im Gegensatz dazu basiert die Regelung einer Strecke
auf einer Rückkopplung. Rückkopplung beachtet das Resultat einer Handlung, nicht nur
ihre Voraussetzungen. Mit Rückkopplung ist es möglich, ein gewünschtes Ziel anzustreben
und überprüfbar zu erreichen. Die Rückkopplung geschieht durch Messungen des Zustandes
der Strecke, welche zu regeln ist.
[0014] Eine Steuerung von Verkehrskreuzungen geschieht in konventionellen Anlagen meist
durch zyklische Abfolgen von Phasen, welche an den Ampeln angezeigt werden. Für die
Regelung einer Verkehrskreuzung messen Detektoren das Verkehrsgeschehen rund um die
Kreuzung (Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, Fussgänger). Anhand der Messungen
durch die Detektoren kann das Befahren bestimmter Strassenabschnitte erkannt und es
können Fahrzeuge gezählt werden. Nach Kriterien, die beim Entwurf der Regelung gewählt
worden sind, werden den Ampeln Phasenlängen und -abfolgen zugeteilt.
[0015] Zum Zweck einer Koordination mit benachbarten Kreuzungen werden auch hier meist Zyklen
angestrebt, wobei die Abfolge der Phasen innerhalb eines Zyklus in bestimmten Grenzen
frei gewählt werden kann. Es ist aber auch eine freie Zuteilung der Phasen, je nach
Verkehrsaufkommen, denkbar.
[0016] Es ist möglich, den Regler systematisch zu entwerfen, so dass er eine gegebene Zielfunktion
optimiert. Dies kann die Maximierung der Flusskapazität einer Kreuzung sein oder die
Minimierung der Schadstoffe durch Abgase. Solch ein systematischer Regler lässt sich
mit Hilfe der Mathematik und ihrer Algorithmen aufbauen.
[0017] Es ist einerseits wichtig, dass der Regler mit verlässlicher Information versorgt
wird, andererseits, dass er die Information in einer Form bekommt, welche er versteht.
[0018] Wie es sich nun zeigt, kann ein Regelalgorithmus bzw. ein Steueralgorithmus auf dem
Erscheinen von Detektorimpulsen nur schwerlich aufgebaut werden, sondern viel eher
auf Informationen über die Anzahl Fahrzeuge und ihre Geschwindigkeiten und Positionen
in den Zufahrten zur Kreuzung: erst wenn ein Regler diese Grössen kennt, kann er den
Verkehr in optimaler Weise leiten. Zu diesem Zweck wurde die erfindungsgemässe Ausführung
der Vorrichtung gemäss Fig. 2 realisiert.
[0019] In dieser Vorrichtung ist ein Beobachter 5 vorgesehen, der die Detektorsignale DS
verarbeitet und dem Regler 3 (oder einer Steuerung) detailliertere Informationen in
der Form von Beobachter-Angaben BA weiterleitet. Beim Beobachter handelt es sich um
eine Rechner- bzw. Programmeinheit, die logisch und/oder physikalisch zwischen die
Detektoren 4 und den Regler 3 geschaltet wird. Die Aufgabe des Beobachters 5 liegt
darin, ein Modell des Verkehrs zu entwerfen. Bei der Bildung und Nachführung des Modells
stützt sich der Beobachter auf die laufend eingehenden Detektorsignale, frühere Detektorsignale
und die Stellungen der Ampeln. Ferner stützt er sich auf Erfahrungen aus vergangenen
Messungen bzw. Simulationen, aus denen er insbesondere typische Geschwindigkeiten
und Verhaltensnormen der Fahrzeuge ermittelt. Das Modell, das aus diesen Werten erzeugt
wird, simuliert laufend die Positionen und Geschwindigkeiten der einzelnen Fahrzeuge
im Bereich der Kreuzung bzw. Strecke. Die aus dem Modell ermittelten Werte, insbesondere
z.B. die Positionen und Geschwindigkeiten, aber gegebenenfalls auch daraus abgeleitete
Angaben, wie z.B. eine Kolonnenlänge vor einer Ampel, werden sodann dem Regler 3 übergeben,
der sie zur Berechnung der Ampeln an der Kreuzung verwendet.
[0020] Somit werden also, im Gegensatz zur konventionellen Ausführung nach Fig. 1, in der
erfindungsgemässen Vorrichtung nach Fig. 2 dem Regler 3 wesentlich aussagekräftigere
Eingangssignale zur Verfügung gestellt, die eine genauere und effizientere Verkehrsregelung
ermöglichen. Es wird nicht nur die Anwesenheit eines Fahrzeuges in einem Streckenabschnitt
festgestellt, sondern dessen Ort und Bewegung.
[0021] Die Funktionsweise des Beobachters 4 soll nun im folgenden anhand eines einfachen
Beispiels genauer erläutert werden. Die diesem Beispiel zugrunde liegende Situation
ist in Fig. 3 illustriert. Es handelt sich um eine Einbahnstrasse 8 (mit Verkehr in
der Figur von links nach rechts), mit einer einfachen Einfahrt 9 bei einer Kreuzung
1. An der Kreuzung ist eine zu regelnde Ampel 2 angeordnet. Vor der Kreuzung befinden
sich entlang der Strasse 8 drei Detektoren 4a, 4b, 4c bei den Positionen xa, xb und
xc. Die letzte Position xc liegt auf bzw. nach dem Haltebalken der Ampel 2.
[0022] In einer einfachsten Ausführung führt nun der Beobachter 5 eine Liste der Fahrzeuge
nach, die "Fahrzeugtabelle", die sich gemäss seinem Modell im Bereich der Strasse
8 zwischen den Positionen xa und xc befinden. In dieser Tabelle ist zu jedem simulierten
Fahrzeug eine Geschwindigkeit und eine Position eingetragen. Ferner enthält die Tabelle
weitere Informationen, z.B. ob ein bestimmtes Fahrzeug von einem Detektor bereits
detektiert wurde. In einer anderen Ausführung, die weiter unten beschrieben wird,
unterhält der Beobachter mehrere Fahrzeugtabellen für einzelne Teilbereiche der Strecke.
[0023] Meldet der Detektor 4a ein Fahrzeug, so läuft im Beobachter der Schritt 20 nach Fig.
4 ab. Aufgrund des Signals von Detektor 4a nimmt der Beobachter an, dass ein neues
Fahrzeug in den simulierten Bereich eingetreten ist. Er fügt deshalb zur Fahrzeugtabelle
ein neues Fahrzeug hinzu, welches anfänglich die Position

und die Geschwindigkeit

besitzt. Die Anfangsgeschwindigkeit v0 ist ein Erfahrungswert, der, wie weiter unten
beschrieben, aus früheren Messungen bzw. Simulationen gewonnen werden oder fest vorgegeben
sein kann.
[0024] Meldet der Detektor 4b ein Fahrzeug, so prüft der Beobachter 5 in Schritt 22 von
Fig. 5 zuerst, ob in der Fahrzeugtabelle ein Fahrzeug eingetragen ist, welches sich
momentan in einer Umgebung Eb bis Ab (vgl. Fig. 3) von Detektor 4b befinden sollte
aber vom Detektor 4b noch nicht detektiert worden ist. Die Verwendung eines Toleranz-Bereichs
Eb bis Ab trägt dem Umstand Rechnung, dass die vom Beobachter 5 angenommenen Geschwindigkeiten
und die daraus errechneten Positionen in der Regel nicht exakt der Wirklichkeit entsprechen.
[0025] Wird ein noch nicht detektiertes Fahrzeug im Bereich Eb bis Ab gefunden, so weiss
der Beobachter 5, dass es sich jetzt genau bei Punkt xb befindet und korrigiert dessen
Position entsprechend. Ausserdem führt er, je nach verwendetem Modell, auch dessen
Geschwindigkeit nach, z.B. indem er eine neue Geschwindigkeit errechnet, welche eine
Funktion der Zeit dt ist, die das Fahrzeug vom Detektor xa bis zum Detektor xb benötigt
hat (Schritt 24).
[0026] Aus der Zeit dt kann der Beobachter auch ermitteln, mit welcher durchschnittlichen
Geschwindigkeit das Fahrzeug sich zwischen den Positionen xa und xb bewegt hat. Diese
Durchschnittsgeschwindigkeit wird für jedes Fahrzeug ermittelt und verwendet, um einen
typischen Wert für die Anfangsgeschwindigkeit v0 bei Position xa zu errechnen.
[0027] Findet der Beobachter 5 nach einem Signal von Detektor 4b in der Fahrzeugtabelle
kein geeignetes Fahrzeug, so nimmt er an, dass sich das Fahrzeug zwischen Position
xa und xb neu in den Verkehr eingefügt hat. Entsprechend fügt er ein neues Fahrzeug
in die Fahrzeugtabelle ein, mit einer Anfangsposition xb und einer Anfangsgeschwindigkeit
v1 (Schritt 26). Die Anfangsgeschwindigkeit v1 kann wiederum ein aus früheren Messungen
ermittelter Wert oder eine vorgegebene Grösse sein.
[0028] Fig. 6 zeigt schliesslich den Ablauf bei einem Signal von Detektor 4c. Hier wird,
ähnlich wie in Fig. 5, zuerst in Schritt 28 geprüft, ob ein Fahrzeug in der Fahrzeugtabelle
aufgeführt ist, welches von Detektor 4c noch nicht detektiert wurde und sich in einem
Bereich Ec bis xc befindet. In diesem Falle wird ein asymmetrischer Toleranz-Bereich
gewählt, da die "Simulationsstrecke" des Beobachters nur bis xc reicht.
[0029] Wird ein solches Fahrzeug gefunden (Schritt 30), so weiss der Beobachter, dass dieses
Fahrzeug nun den Haltebalken überfahren und somit die Simulationsstrecke verlassen
hat. Entsprechend wird das Fahrzeug aus der Fahrzeugtabelle entfernt.
[0030] Findet der Beobachter in Schritt 28 kein geeignetes Fahrzeug, so ignoriert er das
Signal vom Detektor 4c, oder er erzeugt ein neues Fahrzeug, welches jedoch kurz darauf
wieder gelöscht wird, da es den simulierten Bereich verlässt.
[0031] Auf diese Weise ist es dem Beobachter möglich, aufgrund der Detektorsignale ein Modell
zu erstellen und nachzuführen, welches die einzelnen Fahrzeuge im Bereich xa bis xc
simuliert. Die Detektorsignale werden verwendet, um einzelne Fahrzeuge zu erzeugen,
zu löschen, oder deren Daten zu korrigieren.
[0032] Zusätzlich zu den in den Figuren 4 bis 6 gezeigten Synchronisationsschritten führt
der Beobachter 5 die Werte in der Fahrzeugtabelle nach, indem er in Simulationsschritten
die Fahrzeugpositionen aufgrund der Fahrzeuggeschwindigkeiten und weiterer Parameter
dauernd neu errechnet. Dabei werden die Geschwindigkeiten entsprechend wirklicher
oder simulierter Informationen nachgeführt.
[0033] Befindet sich zum Beispiel ein simuliertes Fahrzeug kurz vor der Ampel 2, so prüft
der Beobachter, ob die Ampel 2 auf rot steht. Wenn ja, so reduziert er dessen Geschwindigkeit
oder setzt sie auf Null. Stellt der Beobachter aufgrund der in der Fahrzeugtabelle
gespeicherten Daten fest, dass sich vor der Ampel 2 eine Kolonne gebildet hat, so
ermittelt er deren Ende. Nähert sich ein simuliertes Fahrzeug diesem Ende, so setzt
er dessen Geschwindigkeit zurück.
[0034] Stellt der Beobachter fest, dass ein simuliertes Fahrzeug die Position Ab überschreitet,
ohne dass es vom Detektor 4b erfasst wurde, so nimmt er an, dass das Fahrzeug aus
dem Verkehr ausgeschieden ist (z.B. geparkt wurde), und löscht es aus der Fahrzeugtabelle.
In einer anderen Ausführung kann er das Fahrzeug weiter im Modell behalten und z.B.
erst ausscheiden, wenn es auch von einem nächsten Detektor nicht detektiert wird.
[0035] Im soweit beschriebenen, einfachen Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 werden nur die
auf der Strasse 8 fahrenden Fahrzeuge simuliert. In einer normalen Anlage würden jedoch
vorzugsweise auch die Fahrzeuge in der Zufahrtsstrasse 9 mit Detektoren erfasst und
simuliert.
[0036] In einem verbesserten Modell können ausserdem verschiedene Fahrzeugtypen unterschieden
werden. So kann z.B. ein weiterer Detektor 4d bei Position xa angeordnet werden, der
öffentliche Verkehrsmittel (oder einen anderen, speziellen Fahrzeugtyp, wie z.B. Lastwagen,
Zweiräder, etc.) detektiert. In der Fahrzeugtabelle ist sodann zusätzlich der Typ
jedes Fahrzeugs aufgeführt. Dadurch können zusätzliche Informationen für den Regler
3 bereitgestellt werden. Der Fahrzeugtyp kann auch für eine individuellere Simulation
der Bewegungen beigezogen werden.
[0037] Die Zahl und Position der Detektoren wird den jeweiligen Umständen angepasst. Je
mehr Detektoren vorhanden sind, um so grösser ist die Menge messbarer Information,
und um so genauer kann der Zustand des Systems modelliert werden. Ebenfalls mit der
Zunahme der Messstellen wird der Beobachter toleranter gegenüber fehlerhaften Messungen.
[0038] Wird eine mehrspurige Strasse simuliert und liegen die Detektoren nebeneinander in
verschiedenen Spuren, so kann ein Spurwechsel oder ein ungenaues Befahren zweier Detektoren
durch dasselbe Fahrzeug erkannt werden.
[0039] Die Synchronisation der simulierten Fahrzeuge mittels der Detektorsignale ermöglicht
es, die Fahrzeuge einzeln durch das System zu verfolgen und auch ihre Geschwindigkeiten
zu ermitteln. Die ermittelte Geschwindigkeit dient dem Beobachter dazu, den Schätzwert
der Geschwindigkeit von Fahrzeugen anzupassen, welche zum ersten Mal zur Kenntnis
genommen werden (bei der Erzeugung von Fahrzeugen im Beobachter).
[0040] Dadurch, dass jedes Fahrzeug mit Position und Geschwindigkeit durch das gesamte System
verfolgt werden kann, ist auch eine nachträgliche Auswertung von Parametern möglich,
die durch die Detektoren direkt nicht messbar sind (so die Durchschnittsgeschwindigkeit
oder die Schlangenlänge in einer bestimmten Zufahrt zur Kreuzung).
[0041] Zusammenfassend führt der Beobachter also sowohl Simulations- als auch Synchronisationsschritte
durch. In den Simulationsschritten verwendet der Beobachter die in der Fahrzeugtabelle
abgespeicherten Daten, sowie Informationen über den momentanen Zustand der Strasse
bzw. Kreuzung (z.B. den Ampelzustand), um die Bewegungen der Fahrzeuge seines Modells
zu berechnen. In den Synchronisationsschritten (wie sie z.B. in den Figuren 4 - 6
und 9 - 12, siehe unten, gezeigt sind) führt der Beobachter sein Modell aufgrund der
Signale der Detektoren nach bzw. korrigiert es.
[0042] Aufgrund der Daten, die in der Fahrzeugtabelle gespeichert sind, kann der Beobachter
5 nun jederzeit detaillierte Angaben über das Verkehrsgeschehen vor der Ampel 2 machen
und diese dem Regler 3 übermitteln. Die Art der Beobachter-Angaben BA, die der Beobachter
5 dem Regler 3 übermittelt, kann an den im Regler 3 verwendeten Algorithmus angepasst
werden. Typische Beobachter-Angaben, die an den Regler geliefert werden, sind z.B.:
- Die Zahl der Fahrzeuge, die voraussichtlich in einem nächsten Zeitintervall bei der
Ampel 2 eintreffen werden;
- Die Länge einer allfälligen Kolonne vor der Ampel 2;
- Die Anwesenheit, baldige Ankunft oder der geschätzte Ankunftszeitpunkt eines öffentlichen
Verkehrsmittels im Bereich kurz vor der Ampel.
- Die Position und Geschwindigkeit jedes Fahrzeugs.
- Die Beschleunigung jedes Fahrzeugs.
- Die voraussichtliche Route eines Fahrzeugs bei Verzweigungen.
- Die Feststellung eines ungewöhnlichen Zustands, z.B. bei einem Unfall.
[0043] Je nach Regleralgorithmus können alle oder nur ein Teil dieser (oder weiterer) Informationen
an den Regler gesendet werden. Zusätzlich ist der Beobachter so ausgelegt, dass er,
falls die Simulation versagt oder an Aussagekraft verliert, anstelle der effektiven
Werte Erfahrungswerte zum Verkehrsfluss an den Regler weitergibt. Dies kann z.B. bei
einem grossräumigen Stau, der sich über den Bereich aller Detektoren erstreckt, der
Fall sein.
[0044] Im vorliegenden Beispiel nach Fig. 3 wurde eine recht einfache Anordnung mit nur
einer Einbahnstrasse diskutiert. Die Erfindung kann jedoch auch in wesentlich komplexeren
Anordnungen eingesetzt werden, die eine Vielzahl von Ampeln, Kreuzungen, Ein- und
Ausfahrten, Fahrbahnen, etc. aufweisen, wobei auch kompliziertere Anordnungen hier
als "Strecke" bezeichnet werden sollen. Um solche komplexen Strecken zu überwachen,
muss die Zahl der Detektoren erhöht werden. Da sowohl die Simulation als auch die
Synchronisation jedoch in einem lokalen Rahmen durchgeführt werden, können auch in
solchen Modellen im wesentlichen weiterhin die beschriebenen einfachen Simulations-
und Synchronisationsschritte verwendet werden.
[0045] Die Programmierung von Beobachtern für komplexere Systeme wird mit konventionellen
Methoden ziemlich aufwendig. Es wurde deshalb ein Verfahren entwickelt, mit welchem
ein Beobachter in einfacher Weise definiert, d.h. hergestellt, werden kann. Dieses
Verfahren wird im folgenden beschrieben.
[0046] Das Verfahren beruht darauf, die Strassen, Kreuzungen, sowie z.B. die Positionen
der Detektoren, der Signalwege und die gewünschte Synchronisation, d.h. die Strecke
graphisch darzustellen.
[0047] Ein Beispiel für eine solche Darstellung der Strasse 8 (ohne die Einfahrt 9) gemäss
Fig. 3 wird in Fig. 7 gezeigt. Die Darstellung umfasst drei Bereiche: eine Simulationsebene
40, eine Synchronisationsebene 42 und eine Detektorebene 44.
[0048] Die Simulationsebene 40 definiert die geometrische Struktur der Strecke und die Position
der daran angeordneten Detektoren, Ampeln, etc. Die Strasse 8 selbst wird durch eine
durchgezogene, gerichtete Linie dargestellt. Die Punkte 4a, 4b und 4c entsprechen
den Positionen der Detektoren 4a - 4c und sind massstabgetreu entlang der Strasse
angeordnet. Die Punkte Eb, Ab und Ec begrenzen die Toleranzbereiche der Detektoren.
[0049] Im vorliegenden Beispiel ist die geometrische Struktur der Strecke sehr einfach.
Da die Kreuzung selbst nicht vom Modell erfasst wird, besteht die Darstellung aus
einer einzigen Verkehrsspur, welche von einer Linie mit Richtungsangabe repräsentiert
wird. Für komplexere Systeme ist die geometrische Struktur komplizierter und enthält
Informationen über alle Verkehrsspuren, die Richtungen des auf den Spuren laufenden
Verkehrs, die Länge der Spuren, die Kreuzungen und die Möglichkeiten zu einem Spurwechsel,
die Position der Ampeln (Verkehrsleitsignale), die Orte und Toleranzbereiche der Detektoren.
Sie kann auch noch zusätzliche Informationen enthalten, wie z.B. allfällige Geschwindigkeitsbeschränkungen
auf den einzelnen Spuren bzw. Strassen.
[0050] Die Synchronisationsebene 42 von Fig. 7 definiert die Synchronisationsschritte, die
der Beobachter durchführen kann. Diese Ebene enthält Synchronisationssymbole 46a,
46b, 46c. Wie in Fig. 8 dargestellt ist, besitzt jedes Symbol vier Eingänge 50 - 53
für Parameter aus dem Bereich 40 und einen Signaleingang 54. Deren Funktion wird weiter
unten erklärt.
[0051] Die Detektorebene 44 von Fig. 7 definiert schliesslich die Detektoren 4a - 4c.
[0052] Ausgehend von der in Fig. 7 gezeigten Darstellung wird das Programm des Beobachters
erzeugt. Dieses Programm kann gemäss den in Fig. 4 - 6 gezeigten Algorithmen arbeiten.
Im folgenden wird jedoch ein verbessertes Beobachtungsverfahren beschrieben, welches
in folgender Weise erzeugt wird:
[0053] Die Informationen der Simulationsebene 40 werden verwendet, um die Simulationsschritte
zu definieren. Die Simulationsschritte erstrecken sich dabei jeweils nur über einen
einzelnen Abschnitt zwischen zwei Symbolen (Knoten) der durchgezogenen Linie der Simulationsebene
40. Hierzu erstellt der Beobachter eine Fahrzeugliste für jeden Abschnitt. Tritt ein
Fahrzeug in einen Abschnitt ein, so wird es (mit Position und Geschwindigkeit und
gegebenenfalls Fahrverhalten) in die jeweilige Fahrzeugliste eingetragen. Verlässt
das Fahrzeug den Abschnitt, so wird es aus der Liste gelöscht. Eintritt und Löschung
(sowie gegebenenfalls weitere Ereignisse) erzeugen Signale bzw. Meldungen, welche
über die gestrichelten Linien an die Synchronisationsebene 42 weitergegeben werden.
[0054] Die Informationen der Synchronisationsebene 42 werden verwendet, um die Synchronisationsschritte
zu definieren. Auch diese erstrecken sich jeweils nur über einen lokalen Teilbereich
der Strecke, der durch das jeweilige Synchronisationssymbol 46a, 46b, 46c definiert
ist. Die Synchronisationsschritte werden im folgenden anhand der Figuren 9 - 12 kurz
erläutert.
[0055] Empfängt der Beobachter ein Detektorsignal auf einem Detektoreingang 54, so wird,
wie in Fig. 9 dargestellt, in Schritt 60 eine Meldung über Ausgang 52 abgebeben. Diese
Meldung erzeugt sodann im Simulatorteil eine Eintragung eines Fahrzeugs in die Fahrzeugliste
des entsprechenden Streckenabschnitts. Dabei prüft der Simulator, ob das Fahrzeug
einem bereits simulierten Fahrzeug entspricht.
[0056] Bei einer Meldung auf Anschluss 51 (z.B. wenn ein simuliertes Fahrzeug über Punkt
Eb fährt) wird in der zum jeweiligen Synchronisationssymbol gehörenden Liste ein Fahrzeug
eingetragen (Schritt 62, Fig. 10). Bei einer Meldung auf Anschluss 53 wird das entsprechende
Fahrzeug (d.h. das vorderste der in der Liste eingetragenen Fahrzeuge) gelöscht (Schritt
64, Fig. 11).
[0057] Bei einer Meldung auf Anschluss 52 (welche ihrerseits durch den in Fig. 9 gezeigten
Ablauf ausgelöst wird) wird in der Liste des jeweiligen Synchronisationssymbols das
entsprechende Fahrzeug ermittelt und dessen Position auf den jeweils mit Anschluss
52 verbundenen Punkt gesetzt. Ferner wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt,
und zwar aus den Zeiten, zu denen das Fahrzeug an dem Punkt war, der mit Anschluss
50 verbunden ist, und an dem Punkt, der mit dem Anschluss 52 verbunden ist, sowie
aus dem Abstand der beiden Punkte. Hierzu wird global für jedes Fahrzeug eine Liste
der Zeiten angelegt, zu welchen es an den im Bereich 40 dargestellten Punkten ankam.
Ist Anschluss 53 nicht mit der Simulationsebene verbunden, wird das Fahrzeug bereits
hier aus der Liste gelöscht.
[0058] Bei einer Meldung auf Anschluss 50 wird dem Fahrzeug eine Geschwindigkeit aufgeprägt,
die auf Erfahrungswerten basiert. (Gemessene Fahrzeit zwischen Anschluss 50 und 52
für frühere Fahrzeuge.)
[0059] Die Abläufe nach Fig. 9 - 12 sind vereinfacht dargestellt. In einer praktischen Implementierung
enthalten sie z.B. zusätzliche Prüfschritte, wie sie auch in den Figuren 4 bis 6 dargestellt
sind, um festzustellen, ob ein Fahrzeug aus dem Verkehr ausgeschieden oder neu in
diesen eingetreten ist.
[0060] Die Definition des Beobachters 5 mittels einer Darstellung gemäss Fig. 7 kann an
einem Computer geschehen. Dieser Computer umfasst im wesentlichen folgende Teile oder
Programme bzw. Programmteile:
- einen Eingabeteil, der es erlaubt, eine Darstellung gemäss Fig. 7 in graphischer Weise
einzugeben; und
- einen Kompilierungsteil, der die in der Darstellung gemäss Fig. 7 enthaltenen Informationen
in algorithmische Anweisungen oder in Parameter umwandelt, welche sodann im Betrieb
vom Beobachter 5 zur Berechnung des Modells ausgeführt bzw. berücksichtigt werden.
[0061] In einer möglichen Ausführung arbeitet der Kompilierungsteil nicht als Compiler im
klassischen Sinn sondern als Interpreter, d.h. er übersetzt die in Fig. 7 gezeigte
Darstellung während des Betriebs des Beobachters.
[0062] Die vom Kompilierungsteil erzeugten Anweisungen werden im Beobachter 5 abgespeichert.
Sie definieren die Synchronisations- und Simulationsschritte, die von diesem durchgeführt
werden.
[0063] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind der Beobachter 5 und der Regler 3 als getrennte
Rechner ausgeführt, auf denen geeignete Programme laufen. Es ist auch denkbar, den
Regler und den Beobachter als zwei getrennte Programme auf einem Rechner oder als
Teile eines einzelnen Programms zu implementieren.
[0064] Die Programmierung des Reglers 3 kann auch über eine graphische Oberfläche erfolgen,
die als Ergänzung zur Definition nach Fig. 7 implementiert ist.
[0065] Im hier beschriebenen Ausführungsbeispiel der Erfindung wurde der Verkehr über Ampeln
geleitet. Das erfindungsgemässe Konzept kann jedoch auch angewandt werden, wenn anstelle
der oder zusätzlich zu den Ampeln andere vom Regler betätigbare Verkehrsleitsignale
verwendet werden, wie z.B. verstellbare Geschwindigkeitslimiten, Umleitungstafeln
oder Barrieren.
1. Verfahren zur Regelung bzw. Steuerung des Strassenverkehrs von Fahrzeugen auf einer
Strecke (8) mittels mindestens einem Verkehrsleitsignal (2), einer Kontrolleinrichtung
(3, 5) zur Kontrolle des mindestens einen Verkehrsleitsignals (2) und Detektoren (4)
zur Detektion von Fahrzeugen, gekennzeichnet durch die Schritte:
Erstellung eines Modells aufgrund von Signalen (DS) der Detektoren (4), wobei im Modell
Orte und Bewegungen einzelner Fahrzeuge auf der Strecke simuliert werden, und Erzeugung
von Beobachter-Angaben (BA) abgeleitet aus dem Modell, und
Verwendung der Beobachter-Angaben (BA) zur Steuerung des mindestens einen Verkehrsleitsignals
(2).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Modell die Geschwindigkeiten
der einzelnen Fahrzeuge simuliert werden.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Signale (DS) der Detektoren verwendet werden, um im Modell verwendete Grössen nachzuführen,
insbesondere um ein neues simuliertes Fahrzeug zu erzeugen, die Daten eines simulierten
Fahrzeugs zu korrigieren oder ein simuliertes Fahrzeug zu löschen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einem Teil der
Detektoren (4b, 4c) ein Toleranzbereich (Eb, Ab) zugeordnet ist, wobei bei einem Detektorsignal
von einem dieser Detektoren (4b, 4c) geprüft wird, ob sich gemäss Modell ein simuliertes
Fahrzeug im jeweiligen Toleranzbereich befindet, und wenn ja, die Position des simulierten
Fahrzeugs im wesentlichen auf die Position des entsprechenden Detektors gesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Berechnung des Modells zumindest folgende Parameter zur Verfügung gestellt werden:
die geometrische Struktur der Strecke (9), die Anordnung der Detektoren (4) an der
Strecke, die Anordnung der Verkehrsleitsignale (2).
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter mindestens teilweise
als graphische Darstellung kodiert werden und dass die graphische Darstellung umgewandelt
wird in Anweisungen zur Berechnung des Modells.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strecke (9) als eine oder
mehrere gerichtete Linien dargestellt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 4 und einem der Ansprüche 5 bis 7 dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens einem Teil der Detektoren (4a, 4b, 4c) ein Synchronisationssymbol
(46a, 46b, 46c) zugeordnet wird, welchem Punkte (Eb, Ab) auf der Strecke zur Festlegung
des Toleranzbereichs zugeordnet werden.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Beobachter-Angaben (BA) eine oder mehrere der folgenden Daten umfassen: die Position
von simulierten Fahrzeugen, die Geschwindigkeit von simulierten Fahrzeugen, ein erwartetes
Fahrverhalten mindestens eines Teils der simulierten Fahrzeuge.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund
der Detektorsignale typische Werte einzelner Grössen, insbesondere Anfangsparameter
für die Bewegung der Fahrzeuge, ermittelt werden, welche insbesondere zur Simulation
der Bewegung eines neu in der Simulation auftretenden Fahrzeugs verwendet werden,
wobei diese Grössen vorzugsweise dauernd nachgeführt werden.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im
Modell zwischen mindestens zwei verschiedenen Fahrzeugtypen unterschieden wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Erzeugung und Nachführung des Modells folgende Schritte umfasst:
Erstellung mindestens einer Fahrzeugliste der simulierten Fahrzeuge aufgrund der Signale
(DS) der Detektoren, wobei zu jedem Fahrzeug, welches sich in der Strecke oder einem
Teilbereich der Strecke befindet, ein Ort und eine Geschwindigkeit abgespeichert werden,
Nachführung des Orts jedes Fahrzeugs aufgrund seiner Geschwindigkeit,
Korrektur des Orts von Fahrzeugen aufgrund der Signale (DS) der Detektoren (4).
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zu jedem Fahrzeug eine Beschleunigung
abgespeichert und nachgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Nachführung des Modells der Zustand bzw. die Zustände des mindestens einen Verkehrsleitsignals
(2) berücksichtigt werden.
15. Vorrichtung zur Regelung des Strassenverkehrs von Fahrzeugen auf einer Strecke (8)
umfassend mindestens ein Verkehrsleitsignal (2), eine Kontrolleinrichtung (3, 5) zur
Kontrolle des mindestens einen Verkehrsleitsignals (2) und Detektoren (4) zur Detektion
von Fahrzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinrichtung einen Beobachter-Teil
(5) und einen Regler-Teil (3) umfasst,
wobei der Beobachter-Teil (5) aufgrund von Signalen (DS) der Detektoren (4) ein Modell
erstellt, wobei im Modell die Orte und Bewegungen einzelner Fahrzeuge auf der Strecke
simuliert werden, und aus dem Modell Beobachter-Angaben (BA) ableitet, und
wobei der Regler-Teil (3) aufgrund der Beobachter-Angaben (BA) den Verkehr auf der
Strecke regelt bzw. steuert.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Beobachter-Teil (5)
einen Speicher mit mindestens einer Fahrzeugliste aufweist, wobei zu jedem simulierten
Fahrzeug Position und Geschwindigkeit und vorzugsweise eine Beschleunigung abgespeichert
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zu jedem simulierten Fahrzeug
ein Fahrzeugtyp abgespeichert ist, und dass mindestens ein Teil (4d) der Detektoren
(4) ein Fahrzeugtyp-abhängiges Signal liefert.