(19)
(11) EP 0 821 895 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.02.1998  Patentblatt  1998/06

(21) Anmeldenummer: 97106161.9

(22) Anmeldetag:  15.04.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A45F 3/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 30.07.1996 DE 29613188 U
24.10.1996 DE 29618580 U

(71) Anmelder: Big Pack GmbH
73266 Bissingen-Teck (DE)

(72) Erfinder:
  • Jaeger, Knut
    73266 Bissingen-Teck (DE)

(74) Vertreter: Laufhütte, Dieter, Dr.-Ing. et al
Lorenz-Seidler-Gossel Widenmayerstrasse 23
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Rucksack


(57) Die Erfindung betrifft einen Rucksack (10) mit einem in seiner Rückseite (16) integrierten bügelförmigen Rahmen (18) und zwei Trägergurten (12). Erfindungsgemäß greifen die Trägergurte direkt oder indirekt an einem auf der Rückseite des Rucksacks längsverschieblich verstellbaren Gurt (32) an, der sich teilt und mit seinen Enden (34,36) in dem Bereich mit dem Rucksack verbunden ist, in dem die freien Enden des bügelförmigen Rahmens enden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Rucksack nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Es sind bereits Rucksäcke mit integriertem bügelförmigen Rahmen bekannt, die die Stabilität des Rucksacks verbessern sollen. Um den Rucksack jeweils an die Anatomie des Trägers anzupassen, sind auch bereits in ihrer Lage verstellbare Trägergurte bekannt. Je nach Rückenlänge kann so die Tragehöhe des Rucksacks eingestellt werden. Die verstellbaren Trägergurte greifen mit ihren freien Enden einerseits im oberen Bereich des Rucksacks und andererseits im unteren Bereich des Rucksacks an. Die Hauptkraftkomponente der Tragkraft wird also im oberen Bereich des Rucksacks eingeleitet.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Rucksack derart weiterzubilden, daß die Last besser verteilt wird und dadurch der Tragekomfort verbessert wird.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe ausgehend von einem gattungsgemäßen Rucksack durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach greifen die Trägergurte mit einem Ende gemäßen Rucksack durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach greifen die Trägergurte mit einem Ende an einem auf der Rückseite des Rucksacks längsverschieblich angeordneten Polsterelement an. Mit dem Polsterelement ist zusätzlich ein verstellbarer Gurt verbunden, der sich teilt und mit seinen Enden im unteren Bereich des Rucksacks an der Stelle verbunden ist, an dem die freien Enden des bügelförmigen Rahmens enden. Hierdurch wird die Krafteinleitung von den oberen Bereichen der Trägergurte über das Polsterelement und den mit diesen verbundenen verstellbaren Gurt in den unteren Bereich der Rucksackrückseite verlagert, in welchem die freien Enden des bügelförmigen Rahmens angeordnet sind. Die Kraft wird über den bügelförmigen Rahmen aufgenommen und insbesondere über den mittleren Steg des bügelförmigen Rahmens, der sich auf der Rückseite des Rucksacks abstützt, großflächig verteilt. Hierdurch wird eine wesentlich verbesserte Lastverteilung im Vergleich zu herkömmlichen Rucksäcken erreicht.

[0005] Von besonderem Vorteil ist es, daß über den verstellbaren Gurt und das Polsterelement die Lage des Rucksacks genau auf die Rückenlänge einstellbar ist.

[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung weist das Polsterelement auf jeder Seite eine Schlaufe auf. Über diese Schlaufen ist das Polsterelement entlang des bügelförmigen Rahmens verschieblich gelagert. Das Polsterelement kann zusätzlich über mindestens eine Schlaufe in einem auf der Rückseite des Rucksacks verlaufenden Band, das zwischen dem bügelförmigen Rahmen und parallel zu diesem angeordnet ist, geführt sein. Bei dieser Ausgestaltung ist sichergestellt, daß das Polsterelement sich nicht von der Rückseite des Rucksacks abhebt, sondern flächig auf dieser aufliegt. An dem auf der Rückseite des Rucksacks verlaufenden Band können Markierungen zur Positionierung des Polsterelements aufgebracht sein. Die Markierungen entsprechen Rückenlängenbereichen. So können durch einfaches Verschieben und Festlegen durch den Gurt das Polsterelement und damit die Trägergurte an die Rückenlänge angepaßt werden.

[0008] Der bügelförmige Rahmen kann nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung auf der Rückseite des Rucksacks herausnehmbar angeordnet sein. Er kann mit seinen freien Enden in dem unteren Bereich der Rückseite des Rucksacks aufgenähte Taschen einsteckbar sein, während der mittlere Steg des bügelförmigen Rahmens in eine Tasche im oberen Bereich der Rückseite des Rucksacks einsteckbar ist.

[0009] Die auf der Rückseite des Rucksacks angeordnete Tasche zur Aufnahme des mittleren Stegs des bügelförmigen Rahmens kann auf ihrer nach unten hin offenen Seite über Befestigungselemente, beispielsweise über Velcrobänder oder Druckknöpfe, auf der Rückseite des Rucksacks befestigbar sein. Diese Befestigungselemente nehmen zwar keine Kräfte auf, verschließen aber die Tasche, so daß ein Verschmutzen des Taschenzwischenbereichs verhindert werden kann.

[0010] Der bügelförmige Rahmen kann vorteilhaft aus einem Dur-Aluminiumrohr geformt sein. Dieses Material weist einerseits die notwendige Festigkeit auf und ist andererseits vergleichsweise leicht. Aber auch Kunststoff kann als Rahmenwerkstoff eingesetzt werden.

[0011] Der mittlere Steg des bügelförmigen Rahmens kann leicht nach außen hin gewölbt sein, während die seitlichen Stege im eingesetzten Zustand in ihrem Endbereich schräg aufeinander zu verlaufen - somit also eine V-Form bilden, so daß die natürliche Diagonalbewegung des Körpers des Trägers beim Gehen und Steigen möglichst wenig behindert wird, - und in ihrem zwischen dem Endbereich und dem mittleren Steg angeordneten Bereich im wesentlichen parallel verlaufen. Dieser parallel zueinander verlaufende Bereich ist der Bereich des bügelförmigen Rahmens, entlang dem das Polsterelement mit seinen den Rahmen umgreifenden Schlaufen verschoben wird.

[0012] Der bügelförmige Rahmen kann dreidimensional geformt sein und kann dabei an die Form des Rückens seines Trägers angepaßt sein. Eine bevorzugte Anpassung ergibt sich beispielsweise durch Formung des bügelförmigen Rahmens entsprechend eines abgeflachten S.

[0013] Am unteren Ende des Polsterelements kann zusätzlich eine gepolsterte Klappe angesetzt sein, die über Befestigungsmittel, beispielsweise über Velcrobänder oder Druckknöpfe auf der Rückseite des Rucksacks verbindbar ist. Diese gepolsterte Klappe deckt zumindest einen Teil des verstellbaren Gurtes ab und bildet eine zusätzliche Polsterung im Rückenbereich des Trägers.

[0014] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Figur zeigt die Rückenansicht eines Rucksacks gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.

[0015] In der Figur ist ein Rucksack 10 dargestellt, der zwei gepolsterte Trägergurte 12 und einen Hüftgurt 14 aufweist. Auf der Rückseite 16 des Rucksacks ist ein bügelförmiger Rahmen 18 integriert. Der bügelförmige Rahmen 18 besteht aus einem Dur-Aluminiumrohr und weist im wesentlichen fünf Bereiche auf. Der erste Bereich ist der mittlere Steg 20, der die seitlichen Stege miteinander verbindet. Die seitlichen Stege setzen sich aus den Endbereichen 22 und Bereichen 24 zusammen, die zwischen den Endbereichen 22 und dem mittleren Steg 20 angeordnet sind. Die Endbereiche 22 verlaufen schräg - unter Bildung einer V-Form - aufeinander zu, während die mittleren Bereiche 24 im wesentlichen parallel zueinander verlaufen. Der bügelförmige Rahmen ist lösbar mit der Rückseite 16 des Rucksacks 10 verbunden. Hierzu sind auf der Rückseite des Rucksacks längliche Taschen 26 aufgenäht, in welche die Bereiche 22, d.h. die freien Enden, des bügelförmigen Rahmens 18 im montierten Zustand eingesteckt sind. Der nach außen gewölbte mittlere Steg 20 liegt in einer auf der Rückseite 16 aufgenähten Tasche 28, die nach unten hin offen ist und über hier nicht näher dargestellte Velcrobänder mit der Rückseite 16 verbindbar ist. Der nach unten offene Rahmen 18 ist durch die hier vorgegebene Form dem Knochengerüst des Trägers angepaßt und paßt sich dadurch, daß er nach unten hin offen ist und dadurch keinen starren Rahmen bildet, der natürlichen Dreh- und Kippbewegung des Oberkörpers ideal an.

[0016] Die Traggurte 12 sind an ihrem oberen freien Ende mit zwei sich verzweigenden Enden 40, 42 eines Gurtes 32, der unter einem Polsterelement 28 verläuft, fest verbunden. Das Polsterelement 28 weist seitliche Schlaufen 30 auf. Die Schlaufen 30 laufen entlang der im wesentlichen parallel zueinander angeordneten Bereiche 24 des bügelförmigen Rahmens 18. Mittig und im unteren Bereich laufen die beiden sich V-förmig verzweigenden Gurtteile 40 und 42 zu dem Gurt 32 zusammen, der sich nach unten hin wiederum in zwei Teilbereiche 34 und 36 teilt und, wie in der Figur dargestellt, längsverstellbar ist. Die freien Enden der Teile 34 und 36 sind mit der Rückseite 16 des Rucksacks 10 in dem Bereich verbunden, in welchem die freien Enden des bügelförmigen Rahmens 18 enden.

[0017] Alternativ können in hier nicht näher dargestellter Art und Weise die Traggurte 12 auch an ihrem oberen freien Ende unmittelbar mit dem Polsterelement 28 fest verbunden sein. In diesem Fall greift mittig und im unteren Bereich des Polsterelements 28 der Gurt 32 an. Bei dieser Ausführung ist also auf die V-förmige Verzweigung des Gurtes 32 in die Teilbereiche 40 und 42 verzichtet worden.

[0018] Oberhalb des Gurtes 32 ist eine gepolsterte Klappe 38 an das Polsterelement 28 angesetzt, die über hier nicht näher dargestellte Velcrobänder mit der Rückseite 16 verbindbar sind.


Ansprüche

1. Rucksack mit einem in seiner Rückseite integrierten bügelförmigen Rahmen und zwei Trägergurten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägergurte direkt oder indirekt an einem auf der Rückseite des Rucksacks längsverschieblich verstellbaren Gurt angreifen, der sich teilt und mit seinen Enden in dem Bereich mit dem Rucksack verbunden ist, in dem die freien Enden des bügelförmigen Rahmens enden.
 
2. Rucksack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gurt mit einem Polsterelement verbunden ist, das auf jeder Seite eine Schlaufe aufweist, und daß über diese Schlaufen das Polsterelement entlang des bügelförmigen Rahmens verschieblich gelagert ist. schieblich gelagert ist.
 
3. Rucksack nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Polsterelement zusätzlich über mindestens eine Schlaufe in einem auf der Rückseite des Rucksacks verlaufenden Band, das zwischen dem bügelförmigen Rahmen und parallel zu diesem angeordnet ist, geführt ist.
 
4. Rucksack nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Band Markierungen zur Positionierung des Polsterelements aufgebracht sind.
 
5. Rucksack nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der bügelförmige Rahmen auf der Rückseite des Rucksacks herausnehmbar angeordnet ist.
 
6. Rucksack nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der bügelförmige Rahmen mit seinen freien Enden in im unteren Bereich der Rückseite des Rucksacks aufgenähte Taschen einsteckbar ist, während der mittlere Steg des bügelförmigen Rahmens in eine Tasche im oberen Bereich der Rückseite des Rucksacks einsteckbar ist.
 
7. Rucksack nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Rückseite des Rucksacks angeordnete Tasche zur Aufnahme des mittleren Stegs des bügelförmigen Rahmens auf ihrer nach unten hin offenen Seite über Befestigungselemente, beispielsweise über Velcrobänder oder Druckknöpfe, mit der Rückseite des Rucksacks verbindbar ist.
 
8. Rucksack nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß der bügelförmige Rahmen aus einem Dur-Aluminiumrohr geformt ist.
 
9. Rucksack nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß der mittlere Steg des bügelförmigen Rahmens leicht nach außen hin gewölbt ist, während die seitlichen Stege im eingesetzten Zustand in ihrem Endbereich schräg aufeinander zu verlaufen und in ihrem zwischen dem Endbereich und dem mittleren Steg angeordneten Bereich im wesentlichen parallel verlaufen.
 
10. Rucksack nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, daß der bügelförmige Rahmen dreidimensional geformt ist und dabei an die Form des Rückens seines Trägers angepaßt ist.
 
11. Rucksack nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß an dem unteren Ende des Polsterelementes zusätzlich eine gepolsterte Klappe angesetzt ist, die über Befestigungsmittel, beispielsweise über Velcrobänder oder Druckknöpfe, mit der Rückseite des Rucksacks verbindbar ist und so zumindest einen Teil des verstellbaren Gurtes abdeckt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht