[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines photographischen
Materials, wobei eine bewegte bahnförmige Unterlage mit einer oder mehreren Flüssigkeitsschichten
kontinuierlich beschichtet und in einer Trocknungszone getrocknet wird. Die Unterlage
bildet den Schichtträger für die aufgetragene lichtempfindliche Aufzeichnungsschicht
des photographischen Materials. Bei photographischen Filmen ist die Aufzeichnungsschicht
in der Regel mehrschichtig, wird aus Silberhalogenid-Emulsionsschichten gebildet,
die meist von einer Schutzschicht bedeckt sind. Die Silberhalogenid-Emulsionenschichten
werden mittels einer Beschichtungsvorrichtung, im folgenden auch kurz Gießer genannt,
meist als Mehrflüssigkeitsschicht auf die Unterlage aufgetragen. Produktionsanlagen
zur Herstellung von photographischen Filmen werden ausschließlich im Durchlauf betrieben.
Der durchlaufende Produktionsprozeß muß aber unterbrochen werden, wenn das Beschichtungsgerät
gereinigt wird oder wenn der Wechsel zwischen verschiedenartigen Silberhalogenid-Emulsionen,
im folgenden kurz Gießlösungen, dies erfordert. Bei der Herstellung eines photographischen
Materials ist man grundsätzlich bestrebt Stillstandszeiten der Produktionsanlage möglichst
gering zu halten.
[0002] Aus DE 26 48 574 ist eine Produktionsanlage zur Herstellung eines photographischen
Materials bekannt, bei der mittels einer Umschaltvorrichtung ein Wechsel von Gießlösungen
ohne Unterbrechung des Gußvorgangs möglich ist. Dabei wird eine Mehrzahl von gußfertigen
Gießlösungen über ein Bündel von Rohrleitungen der Umschaltvorrichtung zugeführt,
jedoch nur eine Gießlösung zum Gießer weitergeleitet. Die übrigen Gießlösungen werden
in einem Kreislauf geführt. Beim Wechsel auf eine andere Gießlösung schaltet ein Umschaltkolben
die neue Gießlösung zum Gießer frei und führt die verbleibenden im Kreislauf.
[0003] Aus DE 19 62 089 ist eine Mehrfachbegießanlage zur Herstellung von mehrfach mit photographischen
Gießlösungen beschichteten Bahnen bekannt. Längs der mäanderförmig geführten Bann
sind mehrere Auftragsstellen, auch für verschiedenartige Beschichtungsgeräte, und
mehrere Trocknungsvorrichtungen vorgesehen. Ziel dieser Gießanlage ist es, im Bahnlauf
hintereinander aufgetragene Flüssigkeitsschichten oder -schichtpakete unter verschiedenen
Trocknungsbedingungen zu trocknen.
[0004] Gemeinsam für diese Produktionsanlagen ist, daß der Herstellungsprozeß unterbrochen
wird, wenn der Gießer ausfällt, repariert oder gereinigt werden muß. Eine Reinigung
ist immer nach einer bestimmten Betriebszeit erforderlich. Auch wenn auf eine andere
Gießlösung umgeschalten wird, die mit der vorher verwendeten Gießlösung unverträglich
ist, ist eine Reinigung des Gießers erforderlich.
[0005] Neben den oben genannten Produktionsanlagen zur Herstellung von photographischen
Filmen, sind Versuchsanlagen bekannt, die dazu dienen, neue Filme und deren Herstellungsverfahren
zur erproben. Im Gegensatz zu Produktionsanlagen werden Versuchsanlagen nicht im Durchlauf,
sondern diskontinuierlich betrieben. Sie dienen dazu, jeweils eine kleine Menge eines
neuen Films für Testzwecke herzustellen. Die Breite der Filmbahn ist in einer Versuchsanlage
üblicherweise etwa 20 bis 30 cm, also etwa 1/10 der Breite der Filmbahn in einer Produktionsanlage.
Die Beschichtungsvorrichtung ist für die diskontinuierliche Betriebsweise der Laboranlage
ausgelegt. Die Gießlösungen werden nicht kontinuierlich sondern intermittierend gefördert.
[0006] Aus EP 0 003 281 ist eine Versuchsanlage zur Einzel- oder Mehrfachbeschichtung einer
Test-Schleife bekannt, die sich in einer verfahrbaren Trocknungsvorrichtung befindet.
Die Schleife wird mittels mehreren auf einem ortsfesten Gießtisch angeordneten Gießern,
in jeweils zeitlich definierter Folge, mit Gießlösung beschichtet. Die Positionierung
des jeweiligen Gießers in bezug auf die Gießwalze erfolgt durch Greifzangen und Anschläge.
Eine ähnliche Versuchsanlage, bei der eine geschlossene Schleife beschichtet und die
Schleife in Umfangsrichtung durch ein Trocknungsgerät bewegt wird, ist aus EP 0 589
388 bekannt.
[0007] Eine Versuchsanlage ist auch in DE 22 46 789 beschrieben. Auch bei dieser kleinen
Laboranlage wird eine endlose Schleife einer Papier- oder Folienbahn mittels mehrerer
Gießer beschichtet und in einem Düsentrockner getrocknet. Im Gegensatz zu den oben
dargestellten Versuchsanlagen sind die Gießer nicht ortsfest, sondern auf einem Drehtisch
beweglich angeordnet. Während des Betriebs der Versuchsanlage können mehrere Versuchsgießer,
auch solche unterschiedlichen Typs, an die Gießwalze angelegt werden.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Produktionsanlagen zur Herstellung
eines photographischen Materials Stillstandszeiten, die durch Ausfall oder Reinigung
der Beschichtungsvorrichtung und ggf beim Wechsel der Gießlösung oder des Gießers
verursacht werden, zu verringern.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Herstellung eines photographischen
Materials gemaß den Merkmalen des Anspruch 1 und durch eine Vorrichtung gemäß den
Merkmalen des Anspruch 7 gelöst.
[0010] Die vorliegende Erfindung geht davon aus, bei einer Produktionsanlage zur Herstellung
eines photographischen Materials mehrere Beschichtungsgeräte zu verwenden, wobei neben
einem in Betrieb befindlichen Beschichtungsgerät mindestens ein weiteres Beschichtungsgerät
betriebsbereit gehalten und rasch gewechselt wird. Betriebsbereit im Sinne der Erfindung
heißt, daß ein Beschichtungsgerät in einer Vorbereitungszone einsatzbereit gehalten
wird, dh dieses Beschichtungsgerät ist
i) an sämtliche Liefer-, Versorgungs-, Hilfs-, Meß- und Temperiervorrichtungen angeschlossen
und wird von diesen kontinuierlich beliefert und versorgt und befindet sich auf Betriebstemperatur;
ii) mit Gießlösung so versorgt, daß Gießlösung im jeweiligen Gießschlitz des Gießers
blasenfrei und temperiert austritt;
iii) mechanisch so justiert, daß er nach dem Umsetzvorgang zur Gießwalze im wesentlichen
den vorgegebenen Beschichtungsabstand einnimmt.
[0011] Ein Grundgedanke der Erfindung ist es, parallel zu einem in Betrieb befindlichen
Produktionsgießer mindestens einen weiteren Gießer gewissermaßen in einer Warteposition
verfügbar zu halten; dieser letztgenannte Gießer wird im wesentlichen so betrieben
wie der in Betrieb befindliche, lediglich mit dem Unterschied, daß dessen Gießlösung
nicht auf eine bewegte Bahn auftrifft, sondern aufgefangen und abgeleitet wird.
[0012] Gemäß der Erfindung erfolgt also ein rascher Wechsel der Beschichtungsgeräte durch
Umsetzen von Gießern. Dabei wird in einem ersten Schritt das in einer Beschichtungszone
in Betrieb befindliche Beschichtungsgerät in eine Vorbereitungszone verbracht. In
einem zweiten Schritt wird ein, in einer Vorbereitungszone einsatzbereit gehaltener
Gießer in die Beschichtungszone gebracht. Dieser Wechsel erfolgt rasch, da der zum
Einsatz gebrachte Gießer sofort verfügbar ist. Unterbrechungen des Produktionsprozesses,
verursacht durch Reinigungsarbeiten am Gießer, können dadurch kurz gehalten werden.
Typische Wechselzeiten liegen im Bereich von wenigen bis 20 Minuten. Dem gegenüber
dauert ein herkömmlicher Gießerwechsel, bei dem die Gießvorrichtung erst vor Ort mechanisch
justiert, an das Liefersysteme angeschlossen und dort in Betrieb genommen wird, meist
über eine Stunde.
[0013] In der Vorbereitungszone können grundsätzlich auch mehrere Gießer einsatzbereit gehalten
werden, die von gleichen oder unterschiedlichen Typ sein können. Vor dem Wechsel muß
dann eine Auswahl getroffen werden.
[0014] Auf einer bahnförmigen Unterlage können beispielsweise nacheinander gleiche oder
unterschiedliche Beschichtungen aufgebracht werden ohne daß die Produktionsanlage
lange still steht. Aber auch wenn eine schmälere Unterlage beschichtet werden soll,
ist die Produktionsanlage nach dem raschen Gießerwechsel sofort verfügbar.
[0015] In einer Produktionsanlage ist die Beschichtungszone der sogenannte Gießraum. Die
Verarbeitung lichtempfindlicher Gießlösungen erfolgt unter Dunkelraumbedingungen.
Vorbereitende Arbeiten am Gießer, wie Wartungs-, Reinigungs- und in begrenztem Ausmaß
Reperaturarbeiten werden in einer sogenannten Vorbereitungszone unter Hellraumbedingungen
durchgeführt. Es empfiehlt sich, wenn diese Zonen in angrenzenden Räumen liegen und
eine Wechsel der Beschichtungsgeräte durch Umsetzen des in der Beschichtungszone befindlichen
Beschichtungsgerätes in die Vorbereitungszone und eines in der Vorbereitungszone betriebsgereit
gehaltenen Beschichtungsgerätes in die Beschichtungszone erfolgt.
[0016] Bevorzugt wird der Wechsel der Beschichtungsgeräte durch eine Umsetzbewegung die
zumindest abschnittsweise entlang eines Kreisbogens verläuft durchgeführt. Die Verstellbewegung
ist dann im wesentlichen eine Drehbewegung. Diese Drehbewegung kann technisch einfach
realisiert werden. Die Vorrichtung zur Verlagerung des Gießers, der etwa ein Gewicht
von einer Tonne aufweist, kann dann ein einfacher Schwenk- oder Dreharm oder ein Drehtisch
sein. Sofern das Beschichtungsgerät ein Vorhangießer ist, ist nach erfolgter Drehbewegung
auch der Beschichtungsabstand zur Unterlage hergestellt. Eine Feinpositionierung ist
hier nicht erforderlich. Ist das Beschichtungsgerät hingegen ein Wulstgießer, so schließt
sich der Drehbewegung ein Positioniervorgang an, der den Beschichtungsabstand von
einigen Mikrometern gegenüber der Unterlage herstellt. Je nach Ausführungsform des
Gießers und der Umsetzvorrichtung kann es also erfoderlich sein, nach der Bewegung
entlang des Kreisbogens eine zur Achse der Gießwalze senkrechte Positionierbewegung
des Gießers durchzuführen. Diese Positionierbewegung kann beispielsweise mittels eines
Supports erfolgen, auf dem der Gießer befestigt ist. Es ist aber auch möglich den
Beschichtungsabstand mittels einer Positioniervorrichtung der Gießwalze herzustellen.
[0017] Besonders bevorzugt ist, wenn das Fördern der Gießlösungen in Zuleitungen erfolgt,
die zum Beschichtungsgerät ansteigend und in der Nähe eines Mittelpunktes des Kreisbogens
der Umsetzbewegung verlaufen. Es bilden sich dann in den Zuleitungen keine Luftsäcke
die Blasen in der Gießlösung und damit Störungen in der Beschichtung verursachen können.
[0018] Mit Vorteil wird nach dem Umsetzen eines Beschichtungsgerätes in die Beschichtungszone
die Umsetzvorrichtung vom Beschichtungsgerät getrennt. Die Umsetzvorrichtung ist dann
vom Beschichtungsgerät mechanisch entkoppelt und es können keine störenden Schwingungen
von der Umsetzvorrichtung auf das Beschichtungsgerät übertragen werden werden.
[0019] Bevorzugt liegen die Beschichtungszone und die Vorbereitungszone in angrenzenden
Räume die eine lichtdichte bewegliche Wand trennt. In den beiden Zonen kann dann die
Beleuchtung entsprechend den Erfordernissen anpaßt werden.
[0020] Die räumlich angrenzenden Räume und die bewegliche Wand ermöglichen kurze Wechselzeiten.
Es wird die bewegliche Wand im Bereich der Umsetzbewegung geöffnet, die Lichtbedingungen
angepaßt und die Gießer verlagert. Die bewegliche Wand kann beispielsweise durch eine
lichtdichte Falt- oder eine Rollwand gebildet werden. Selbstverständlich kann die
Bewegung des Gießers, das Öffnen der beweglichen Wand und die Anpassung der Lichtbedingungen
in den Ablauf einer elektrischen Ablaufsteuerung eingebunden sein.
[0021] Die Erfindung sieht vor, eine Vorrichtung zur Herstellung eines photgraphischen Materials
so auszuführen, daß mittels einer Umsetzvorrichtung ein Wechsel von Beschichtungsgeräten
erfolgt, und dabei ein verfügbares, betriebsbereites Beschichtungsgerät zum Einsatz
kommt. Dieser Wechsel der Beschichtungsgeräte unterbricht dann nur für kurze Zeit
den kontinuierlichen Produktionsablauf.
[0022] Mit besonderem Vorteil weist die Umsetzvorrichtung zwei Dreharme auf, wobei jeder
Dreharm ein Beschichtungsgerät trägt und der Umsetzvorgang entlang eines Kreisbogens
erfolgt. Durch eine einfache Drehbewegung kann dann vergleichsweise schnell ein Gießer
aus bzw in eine Arbeitsposition verlagert werden.
[0023] In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Umsetzvorrichtung
einen Drehteller auf der mindestens zwei Beschichtungsgeräte trägt und das Umsetzen
der Beschichtungsgeräte erfolgt zumindest abschnittsweise entlang eines Kreisbogens.
Ist der Gießer ein Wulstgießer, so muß nach der Drehung der Beschichtungsabstand zur
Unterlage eingestellt werden. Dies kann durch einen Support erfolgen, der zwischen
Gießer und Drehteller angeordnet ist. Es ist aber auch möglich, den Beschichtungsabstand
durch eine Verlagerung der Gießwalze herzustellen. Auf dem Drehteller können sich
mehr als zwei Gießer befinden, von denen mindestens einer betriebsbereit gehalten
wird. Werden beispielsweise drei Gießer um etwa 120 Grad versetzt auf dem Drehteller
angeordnet, so muß vor dem Wechsel eine Auswahl getroffen werden. Die Umsetzbewegung
besteht in diesem Fall aus einer Drehung um etwa 120 Grad. Die Bewegungsachse ist
die Achse des Drehtellers. Entlang dieser Achse erfolgt vorteilhaft auch die Zuleitung
der Gießlösungen.
[0024] Es ist ganz besonders bevorzugt, wenn die Zuleitungen zum Beschichtungsgerät steigend
und in der Nahe eines Mittelpunktes des Kreisbogens verlaufen. Dadurch wird verhindert,
daß Luftsäcke in den Zuleitungen - die zuvor entgaste Emulsion - wieder mit Luftblasen
anreichem und Beschichtungsfehler entstehen.
[0025] Hierbei ist es sehr günstig die Zuleitungen im Bereich des Mittelpunktes des Kreisbogens
als flexible Rohrleitung auszuführen. Die flexible Rohrleitung nimmt die Torsionsbeanspruchung
bei Drehung des Dreharms bzw des Drehtisches auf. Überraschenderweise konnte dadurch
auf einfache Weise das von Drehflanschen her bekannte Problem der Luftleckage gelöst
werden; die Lieferleitungen sind blasenfrei und leicht zu reinigen da keine störenden
Dichtflächen vorhanden sind. Die flexible Rohrleitung kann beispielsweise ein 1,5
Meter langer, elastischer Kunststoffschlauch sein.
[0026] Besondere Vorteile bietet es wenn jeder Dreharm eine Vorrichtung zum Heben und Absenken
des Beschichtungsgerätes aufweist und in der Arbeitsposition das Beschichtungsgerät
auf einem Gießtisch aufliegt und vom Dreharm entkoppelt ist. Mittels dieser Vorrichtung
zum Heben und Absenken ist das Aufnehmen und Ablegen des Gießers sehr einfach. Es
laßt sich auf einfache Weise die Umsetzvorrichtung von der Gießvorrichtung mechanisch
entkoppeln. Wenn der Gießer auf einem erschütterungsfreien Gießtisch aufliegt und
die Umsetzvorrichtung zum Gießer keine störenden Schwingungen übertragen kann, ist
der Gießvorgang ungestört.
[0027] Sehr günstig ist es, das Umsetzen mittels einer Antriebsvorrichtung durchzuführen,
die mit dem Dreharm bzw dem Drehteller in einer Wirkverbindung steht und die bei Überschreiten
eines Grenzmomentes stoppt. Ein motorischer Antrieb ermöglicht es den Gießerwechsel
zu automatisieren und sicher ablaufen zu lassen. Insbesondere bei Dunkelraumbedingungen
wird die Unfallgefahr erheblich reduziert wenn der Antrieb bei Erreichen eines Gernzmomentes
abschaltet. Ganz besonders bevorzugt wird ein Grenzdrehmoment von kleiner als 300
Nm. Dies bedeutet, daß bei einem 3 Meter langen Dreharm die Antriebsvorrichtung bei
einer Gegenkraft von weniger als 100 N die Umsetzbewegung stoppt. Der Motor der Antriebsvorrichtung
kann beispielsweise ein Elektromotor sein. Das Getriebe zwischen der Säule des Dreharms
und dem Antrieb kann beispielsweise ein Zylinderschneckengetriebe oder ein Kegelstirnradgetriebe
sein. Natürlich ist es grundsätzlich auch möglich den Gießerwechsel von Hand durchzuführen,
also den Dreharm bzw den Drehteller manuell zu betätigen.
[0028] Mit Vorteil ist jedes Beschichtungsgerät an eine Temperiervorrichtung angeschlossen.
Diese Temperiervorrichtung hält das Beschichtungsgerät auf Betriebstemperatur von
etwa 38 Grad. Die Energiezufuhr erfolgt über eine Temperierleitung die, je nach Energiequelle,
eine Rohrleitung mit einer Temperierflüssigkeit oder eine elektrische Leitung sein
kann. Die Temperierung des Gießers kann aber auch durch die Gießlösungen selbst erfolgen;
in diesem Fall dient die Temperiervorrichtung zum Erwärmen der Gießlösungen gleichzeitig
als Temperiervorichtung für den Gießer.
[0029] Mit Vorteil ist das Beschichtungsgerät ein Wulstgießer mit einer Unterdruckkammer
und die Unterdruckkammer ist über ein Siphon mit einer Ableitung verbunden. Es empfiehlt
sich die Unterdruckkammer mittels eines Siphons mit der Ableitung zu verbinden. Dadurch
wird die Unterdruckkammer zweifach nutzbar. Neben ihrer Hauptfunktion, während des
Beschichtens die Flüssigkeitsbrücke zwischen Gießlippe und Unterlage aufrecht zu erhalten,
wird die Unterdruckkammer als Auffangwanne für Gießlösungen benutzt und zwar solange
der Gießer sich in Warteposition befindet. Sobald der Gießer in der Arbeitsposition
die Unterlage zu beschichten beginnt übernimmt sie wieder die oben genannte Hauptfunktion.
Das Siphon verschließt also die Ableitung und verhindert daß während des Beschichtens
Falschluft aus der Ableitung in die Unterdruckkammer gesaugt wird.
[0030] Auch eine Wechsel zwischen unterschiedlichen Gießertypen, wie Vohrhang-, Extrusions-
oder Wulstgießer ist vorteilhaft. Es kann bei einem Produktwechsel der Gießertyp an
die unterschiedlichen Fleißeigenschaften der Gießlösungen angepaßt werden.
[0031] Wie bereits dargestellt ist es günstig wenn die Beschichtungszone und die Vorbereitungszone
in angrenzenden Räumen liegen und die Räume mittels einer beweglichen lichtdichten
Wand zu trennen. Beim Umsetzen müssen die Gießer nur kurze Wege zurücklegen. In den
Zonen können Hell- oder Dunkelraumbedingungen unabhänging vorgegeben werden.
[0032] Mit Vorteil ist jeder Dreharm an einer vertikalen Säule befestigt und um eine Achse
in einer Säulenhalterung drehbar gelagert. Konstruktiv stellt dies eine einfache Lösung
für eine Umsetzvorrichtung dar, die einen schweren Produktioinsgießer zwischen der
Beschichtungszone und der Vorbereitungszone verlagert.
[0033] Insbesondere kann hierbei durch Anschläge am Gießtisch auf einfache Weise der Abstand
zwischen Gießlippe und Unterlage vorgegeben werde.
[0034] Besondere Vorteile bietet es, wenn der Liefervorrichtung eine Umschaltvorrichtung
nachgeschaltet ist, die eine Gießlösung einer Verteilerkammer eines Beschichtungsgerätes
zuordnet. Dies ermöglicht, daß wahlweise verschiedene Emulsionen den einzelnen Gießschlitzen
der Beschichtungsvorrichtungen zugeordnet werden können. Diese Zuordnung kann wahlfrei
getroffen werden und ist automatisierbar. Die Schichtzusammensetzung auf der Unterlage
kann dabei aus verschiedenen lichtempfindlichen Silberhalogenid-Emulsionen gebildet
werden und auch lichtunenpfindliche Gießlösungen beinhalten. Die Gießlösungen können
auch Polymere enthalten, wie beispielsweise Polyvinylalkohole oder Polyvinylpyrolidon.
Gemäß der Erfindung kann damit die Unterlage mit verschidenene Mehrflüssigkeitsschichten
beschichtet und ein rascher Wechsel zwischen unterschidlichen photographischen Materialien
durchgeführt werden. Lange Stillstandszeiten der Produktionsanlage, verursacht durch
den Wechsel von Gießlösungen oder aufgrund von erforderlichen Reperaturarbeiten an
der Gießvorrichtung, treten nicht auf.
[0035] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen in Zusammenhang
mit den Zeichnungen beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Gesamtansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
mit zwei Dreharmen,
- Fig. 2
- eine perspektivische Detaildarstellung eines Dreharms,
- Fig. 3
- ein Schnitt gemäß der Linie III-III in Fig. 2 mit Gießtisch, vor dem Anlegen eines
Wulstgießers,
- Fig. 4
- ein Schnitt gemäß der Linie III-III Fig. 2 mit Gießtisch, in Arbeitsstellung,
- Fig. 5
- eine Grundriß einer Beschichtungs- und Vorbereitungszone,
- Fig. 6
- eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung mit einem Drehteller,
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung mit Vorhanggießer.
[0036] In Fig. 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung in einer perspektivischen
Gesamtansicht dargestellt. Die Umsetzvorrichtung 40 weist zwei Dreharmen 12 auf, die
jeweils einen Gießer 5 tragen. In dieser Darstellung sind beide Gießer 5 in einer
von der Gießwalze 2 abgeschwenkten Stellung gezeigt. Die Gießer 5 sind als Wulstgießer
ausgeführt. An jedem Gießer ist eine Unterdruckkammer 6 befestigt. Gießer 5 und Unterdruckkammer
6 sind auf dem Unterteil 29 befestigt. Jeder Dreharm 12 ist an einer vertikalen Säule
11 befestigt. Jede Säule 11 ist in jeweils einer Säulenhalterungen 20 drehbar gelagert.
Mittels der Antriebsvorrichtung 43 ist jede Säule 11 samt Dreharm 12 um eine Achse
21 in Richtung des Pfeils 15 und zurück schwenkbar. Mit Hilfe der Umsetzvorrichtung
40 kann jeder Gießer 5 zwischen einer Vorbereitungszone 31 und einer Beschichtungszone
30 umgesetzt werden. Die Umsetzbewegung eines Gießers aus der Vorbereitungszone 31
in die Beschichtungszone 30 besteht also aus einer Drehung des Dreharms 12 in Richtung
des Pfeiles 15. In der Beschichtungszone beschichtet der in Arbeitsstellung gebrachte
Gießer 5 die bahnförmige Unterlage 4. Die Unterlage 4 wird kontinuierlich in Richtung
des Pfeils 7 bewegt und von der Gießwalze 2 gestützt. Beim Umsetzten eines Gießers
5 wird das Unterteil 29 mit den Anschlägen 3 in Anlage gebracht und der Gießer 5 samt
Unterdruckkammer 6 und Unterteil 29 mittels einer Vorrichtung 42 auf den Gießtisch
1 abgesenkt. Jede Unterdruckkammer 6 ist über Unterdruckleitungen 47 mit jeweils einer
Unterdruckerzeugungsvorrichtung 46 verbunden. Der Beschichtungsabstand zur Unterlage
4 wird mittels der Positioniervorrichtung 28, die die Achse 27 der Gießwalze 2 verstellt,
justiert. Die Positioniervorrichtung 28, die im Gestell 38 gelagert ist, ist in einer
abgeschwenkten Stellung gezeigt. Die Säulen 10 sind zumindest im unteren Bereich als
Hohlsäulen ausgeführt. In diesen Hohlsäule liegen die Zuleitungen 16 und Ableitungen
44 der Gießlösungen. Die Gießlösungen werden mittels Pumpen 13 aus den Behältern 14
über die Zuleitungen 16 den Gießern 5 zugeführt. Die Darstellung in Fig.1 zeigt der
Übersichtlichkeit wegen schematisch jeweils eine dieser Liefervorrichtungen 10 bis
zum Eintritt der Leitungen in die Hohlsäule. In Fig. 1 ist einer der Gießer mit zwei
Gießschlitzen, der andere Gießer mit drei Gießschlitze dargestellt. Eine Entgasungs-
und Filtrationsvorrichtung 26 sorgt für blasenfreie und gereinigte Zufuhr der Gießlösung.
Eine Dämpfungsvorrichtung 25 unterdrückt störende Pulsationen beim Fördern der Gießlösung.
Jede Unterdruckkammer ist mit einer Ableitung 44 für Emulsionen versehen, mittels
derer die Emulsion in der Vorbereitungsstellung und während des Umsetzens des Gießers
abgeleitet und zu einem Auffangbehälter 19 geleitet wird. In Fig. 1 sind Wulstgießer
dargestellt, selbstverständlich ist die dargestellte Umsetzvorrichtung auch dazu geeignet,
verschiedene Gießertypen, wie beispielsweise Vorhang- oder Extrusionsgießer, zu handhaben.
[0037] Eine perspektivische Detaildarstellung eines Dreharms zeigt Fig. 2. Die Säule 11
ist in der Halterung 20 drehbar gelagert. Der Dreharm 12 ist mit der Säule 11 verbunden
und um die Achse 21 schwenkbar. Bei einer Schwenkbewegung des Arms 12 vollzieht der
Gießer 5 eine Kreisbewegung. Wie in Fig. 2 dargestellt, liegen im Bereich des Mittelpunktes
dieser Kreisbewegung die Zuleitungen 16 die die Gießlösung zu den beiden Gießschlitzen
8 des dargestellten Gießers 5 leiten. Diese Leitungen werden bei Drehung des Arms
12 auf Torsion beansprucht. Es ist nun konstruktiv vorteilhaft ein Teilstück dieser
Zuleitungen 16 als flexible Rohrleitung 23 auszuführen. Diese flexible Rohrleitung
kann beispielsweise durch einen etwa 1,5 Meter langen elastischen Kunststoffschlauch
gebildet werden. Dieser flexible Schlauch nimmt die Drehbeanspruchung elastisch auf.
Dichtflächen, -wie sie beispielsweise bei einer Drehflanschverbindung immer vorhanden
sind - werden vermieden. Die Zuleitungen 16 sind mittels Reinigungslösungen leichter
zu reinigen. Das Eintreten von Luft in die Zuleitung 16wird verhindert. Die Zufuhr
der Emulsion erfolgt blasenfrei. Auch die Ableitung 44 für die Gießlösung und die
Unterdruckleitung 47 kann in diesem Teilbereich als flexible Rohrleitung ausgeführt
werden. Wie in Fig. 2 dargestellt verläuft das flexible Rohr 23 und Zuleitung 16 zum
Gießer hin ansteigend. Dadurch wird die Bildung von Blasen in den Lieferleitungen,
die durch eingeschlossene Luftsäcke in den Lieferleitungen entstehen können, verhindert.
Während des Beschichtens dichtet das Siphon 45 die Unterdruckkammer 6 gegenüber der
Ableitung 44 ab.
[0038] Die Darstellung in Fig. 3 zeigt einen Schnitt gemaß der Linie III-III in Fig. 2 vor
dem Anlegen eines Wulstgießers, also knapp vor Abschluß der Umsetzbewegung eines Gießers
in die Arbeitsposition. Der einsatzbereite Wulstgießer 5 liegt auf dem Dreharm 12
auf und wird von diesem in Richtung des Pfeils zum Gießtisch 1 bewegt. Der Gießer
5 ist in dieser Phase betriebsbereit und an sämtliche Liefer-Versorgungs-, Entsorgungs-
und Temperiervorrichtungen angeschlossen und wird von diesen beliefert und versorgt.
Die Temperiervorrichtung 9, die über Leitung 17 mit einer nicht dargestellten Energiequelle
verbunden ist, sorgt dafür, daß das Beschichtungsgerät auf Betriebstemperatur ist.
Die Emulsion gelangt über Zuleitungen 16 und über die Verteilerkammern 22 zu den Gießschlitzen
8, aus denen sie blasenfrei austritt. Die Unterdruckkammer 6 dient in dieser Phase
des Umsetzens, also bis zum Anlegen des Gießers, als Auffangwanne für die über die
Gießlippe 37 abfließenden Gießlösungen. Leitung 44 ist über ein Siphon an die Unterdruckkammer
6 angeschlossen und leitet die aufgefangene Gießlösung ab. Die Hebevorrichtung 42
hält den Gießer 5 über der Höhe des Gießtisches 1. Die Leitungsanschlüsse an der Unterseite
des Gießers korrespondieren mit Ausnehmungen der Tischfläche des Gießtisches 1.
[0039] Die Arbeitsposition des Gießers ist in Fig. 4 gemäß Schnitt der Linie III-III Fig.
2 gezeigt. Nach Anlegen des Gießers 5 an Anschlag 3 senkt die Vorrichtung 42 den Gießer
auf die Tischfläche des Gießtisches 1. Sobald dies erfolgt ist, wird der Dreharm 12
vom Gießer vollständig getrennt und in die Vorbereitungszone zurück gedreht. Während
des Beschichtens ist also der Gießer von der Umsetzvorrichtung mechanisch getrennt.
Die Umsetzvorrichtung kann zum Beschichtungsgerät keine störenden Schwingungen übertragen.
Der Gießer befindet sich nun in seiner Betriebsstellung, dh die Gießlösung wird nicht
mehr von der Unterdruckkammer 6 aufgefangen, sondern gelangt nach Überbrücken eines
Spaltes von der Gießlippe 37 auf die Bahn 4. Der Gießspalt wird mittels Positioniervorrichtung
28, die die Achse 27 der Gießwalze 2 justiert, vorgegeben. Die kontinuierlich bewegte
Bahn 4 wird mit einer oder mehreren Flüssigkeitsschichten 18 beschichtet.
[0040] Fig. 5 zeigt in einer Grundrißdarstellung eine Anordnung von Beschichtungs- und Vorbereitungszone.
An eine Beschichtungszone 30 grenzen beidseits eine Vorbereitungszonen 31. In diesen
befindet sich jeweils eine Umsetzvorrichtung 40. Diese sind als Dreharme 12 ausgeführt.
Jeder Dreharm 12 ist mit einer Säule 11 verbunden. Mittels eines jeden Dreharms kann
ein Gießer 5 zwischen einer Vorbereitungszone 31 und der Beschichtungszone 30 umgesetzt
werden. Soll beispielsweise ein Gießer aus der Vorbereitungszone in die Arbeitsposition
gebracht werden, wird eine, die beiden Zonen trennende, bewegliche Wand 32 geöffnet.
Durch die so gebildete Öffnung erfolgt dann die Verlagerung eines Beschichtungsgerätes
in die Beschichtungszone. Der Gießer wird dabei entlang eines Kreisbogens 41 bewegt.
Der Gießer wird am Ende dieser Umsetzbewegung am Gießtisch 1 mittels der Vorrichtung
42 abgesenkt. Er befindet sich nun in der Arbeitsposition. Der Dreharm 12, der in
dieser Position im Bild strichliert dargestellt ist, wird nun vom Gießer getrennt
und zurück in die Vorbereitungszone geschwenkt. Die bewegliche Wand wird geschlossen.
Die Beleuchtung in der Beschichtungszone wir den zu verarbeitenden Gießlösungen angepaßt
und der Beschichtungsvorgang fortgesetzt. Die Wand 32 trennt die Zonen lichtdicht,
so daß während des Beschichtens mit lichtempfindlichen Gießlösungen die Reinigungs-
oder Wartungsarbeiten am Gießer in der angrenzenden Vorbereitungszone im Hellen erfolgen
können.
[0041] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung mit einem Drehteller ist in Fig. 6
dargestellt. Auf dem Drehteller 39 sind drei Gießer 5 angeordnet, die durch Drehung
um die Achse 24 des Drehtellers zwischen einer Beschichtungszone 30 und einer Vorbereitungszone
31 verlagert werden. Der Drehteller wird von einer Antriebsvorrichtung 43 angetrieben.
Auch bei dieser Ausführungsform trennt die beiden Zonen eine Wand 32, die vor dem
Wechsel der Gießvorrichtung geöffnet wird. In Fig. 6 ist eine Umsetzbewegung in einer
Richtung im Uhrzeigersinn entlang des Kreisbogens 41 dargestellt. In diesem Beispiel
wechselt ein Gießer mit vier auf einen Gießer mit zwei Gießschlitzen. Natürlich kann
jeder der beiden Gießer aus der Vorbereitungszone in die Beschichtungszone verstellt
werden; bei entgegengesetzter Drehrichtung würde der Gießer mit drei Gießschlitzen
zum Einsatz kommen. In Fig. 3 sind Wulstgießer dargestellt. Um bei diesem Gießertyp
den Beschichtungsabstand zur Bahn herzustellen, muß am Ende der Drehbewegung eine
Positionierbewegung in Richtung der Unterlage erfolgen. Eine Antriebsvorrichtung für
diese Positionierbewegung ist in Fig. 6 nicht dargestellt.
[0042] In Fig. 7 ist eine perspektivische Darstellung mit Vorhanggießer dargestellt. Beschichtungszone
30 und Vorbereitungszone 31 trennt eine Wand 32 die in Richtung des Pfeils 35 verschiebbar
ist. Die beiden Vorhanggießer sind an Zuleitungen 16 angeschlossen die Gießemulsion
in die Verteilerkammem 22 der Gießer 5 fördern. In der Vorbereitungszone fängt eine
Auffangwanne 34 die Gießemulsion auf und leitet sie ab. Die beiden Vorhanggießer 5
werden über eine Umschaltvorrichtung 33 mit Emulsionen E1, E2, E3, E4 versorgt. Mittels
dieser Umschaltvorrichtung 33 können verschiedene Behälter 14, in denen Emulsionen
vorrätig gehalten werden, mit verschiedenen Gießschlitzen 8 der Beschichtungsgeräte
5 verknüpft werden. In der beispielhaft dargestellten Ausführungsform werden vier
Emulsionen E1 bis E4 mittels Pumpen 13 zu den Eingängen e1, e2, e3, e4 der Umschaltvorrichtung
33 gefördert und können wahlweise den Ausgängen a1, a2, a3, a4 zugeordnet werden.
In der gewählten Darstellung wird die Unterlage 4 mit den Emulsionen E1 und E3 beschichtet.
Die Emulsionen E2 und E4 werden dem in der Vorbereitungszone 31 in Betriebsbereitschaft
gehaltenen Vorhanggießer zugeführt und in einer Auffangwanne 34 aufgefangen. Beim
Wechsel der Beschichtungsgeräte, der schematisch durch Pfeil 36 dargestellt ist (die
Umschaltvorrichtung ist hier nicht gezeigt), wird das betriebsbereit gehaltene Gerät
in die Beschichtungszone 30 verlagert. Nach erfolgtem Wechsel wird die Unterlage mit
den Emulsionen E4 und E2 beschichtet. Mittels der Umschaltvorrichtung 33 können nun
wahlweise die Ausgänge a1 und a2 mit anderen, beispielsweise mit den Emulsionen EN
EM verknüpft werden. Bei einem nächsten Wechsel, der den erstgenannten Gießer wieder
in die Beschichtungszone verbringt, würde dann die Unterlage mit Flüssigkeitsschichten
gebildet aus den Emulsionen EN und EM beschichtet werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines photographischen Materials bei dem eine bewegte bahnförmige
Unterlage mit einer oder mehreren Flüssigkeitsschichten kontinuierlich beschichtet
und in einer Trocknungszone getrocknet wird, wobei die Beschichtung folgende Schritte
umfaßt:
Fördern von Gießlösung in gießbereitem Zustand zu einem Beschichtungsgerät in einer
Beschichtungszone und Beschichten der Unterlage mit einer ersten Flüssigkeitsschicht;
Fördern von Gießlösung in gießbereitem Zustand zu mindestens einem in einer Vorbereitungszone
betriebsbereit gehaltenen Beschichtungsgerät;
Wechseln der Beschichtungsgeräte durch Umsetzen des in der Beschichtungszone befindlichen
Beschichtungsgerätes in die Vorbereitungszone und eines in der Vorbereitungszone betriebsbereit
gehaltenen Beschichtungsgerätes in die Beschichtungszone;
Beschichten der Unterlage mit einer zweiten Flüssigkeitsschicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechseln der Beschichtungsgeräte
durch eine Umsetzbewegung erfolgt die zumindest abschnittsweise entlang eines Kreisbogens
verläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Fördern der Gießlösung
in Zuleitungen erfolgt die zum Beschichtungsgerät ansteigend und in der Nähe eines
Mittelpunktes des Kreisbogens der Umsetzbewegung verlaufen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Umsetzen eines Beschichtungsgerätes
in die Beschichtungszone eine Umsetzvorrichtung vom Beschichtungsgerät getrennt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtungszone und die
Vorbereitungszone in angrenzenden Räumen liegen die eine lichtdichte bewegliche Wand
trennt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechseln der Beschichtungsgeräte
nach Öffnen der beweglichen Wand erfolgt.
7. Vorrichtung zum Herstellen eines photographischen Materials bei dem eine bewegte bahnförmige
Unterlage (4) mit einer oder mehreren Flüssigkeitsschichten beschichtet und anschließend
in einer Trocknungszone getrocknet wird, umfassend:
Mittel zum kontinuierlichen Bewegen der Unterlage (4) durch eine Beschichtungszone
(30);
mindestens zwei Liefervorrichtungen (10) die Gießlösung jeweils über Zuleitungen (16)
kontinuierlich zu einem Beschichtungsgerät (5) in der Beschichtungszone (30), welches
die Unterlage kontinuierlich beschichtet, und zu mindestens einem weiteren Beschichtungsgerät
(5) in einer Vorbereitungszone (31), welches oder welche betriebsbereit gehalten werden,
fördern;
mindestens eine Umsetzvorrichtung (40) zum Wechseln der Beschichtungsgeräte durch
Umsetzten des in der Beschichtungszone (30) befindlichen Beschichtungsgerätes (5)
in die Vorbereitungszone (31) und eines in der Vorbereitungszone (31) betriebsbereit
gehaltenen Beschichtungsgerätes (5) in die Beschichtungszone (30).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzvorrichtung (40)
zwei Dreharmen (12) aufweist, jeder Dreharm (12) ein Beschichtungsgerät (5) trägt
und das Umsetzen der Beschichtungsgeräte entlang eines Kreisbogens (41) erfolgt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzvorrichtung (40)
einen Drehteller (39) aufweist der mindestens zwei Beschichtungsgeräte (5) trägt und
das Umsetzen der Beschichtungsgeräte zumindest abschnittsweise entlang eines Kreisbogens
(41) erfolgt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitungen (16)
zum Beschichtungsgerät (5) steigend und in der Nähe eines Mittelpunktes des Kreisbogens
(41) verlaufen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitungen (16) im
Bereich des Mittelpunktes des Kreisbogens (41) durch eine flexible Rohrleitung (23)
gebildet werden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dreharm (12) ferner
eine Vorrichtung (42) zum Heben und Absenken des Beschichtungsgerätes (5) aufweist
und in der Arbeitsposition das Beschichtungsgerät auf einem Gießtisch (1) aufliegt
und vom Dreharm (12) entkoppelt ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Umsetzen mittels
einer Antriebsvorrichtung (43) die mit Dreharm (12) bzw Drehteller (39) in Wirkverbindung
steht erfolgt und bei Überschreiten eines Grenzmomentes, besonders bevorzugt eines
Grenzmomentes von weniger als 300 Nm, die Antriebsvorrichtung (43) stoppt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Beschichtungsgerät
(5) mit einer Temperiervorrichtung (9) verbunden ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsgerät
(5) ein Wulstgießer mit einer Unterdruckkammer (6) ist und die Unterdruckkammer über
ein Siphon (45) mit einer Ableitung (44) verbunden ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein Beschichtungsgerät ein Vorhanggießer oder ein Extrusionsgießer ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtungszone
(30) und die Vorbereitungszone (31) in angrenzenden Räumen liegen die eine lichtdichte
bewegliche Wand (32) trennt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 8, oder einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Dreharm (12) an einer vertikalen Säule (11) befestigt ist die um eine Achse
(21) in einer Säulenhalterung (20) drehbar gelagert ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß in der Arbeitsposition eines
Beschichtungsgerätes (5) der Abstand zwischen der Gießlippe (37) und der Unterlage
(4) mittels Anschläge (3) am Gießtisch (1) vorgegeben wird.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Liefervorrichtung
(10) eine Umschaltvorrichtung (33) nachgeschaltet ist (Fig 7) die eine Gießlösung
einer Verteilerkammer (22) eines Beschichtungsgerätes (5) wahlfrei zuordnet.