[0001] Die Erfindung betrifft ein Gelenkband für Türen oder Fenster, insbesondere für Glas-
oder Acrylglas-Pendeltüren, mit zwei Bandteilen, die um einen Achsbolzen scharnierend
miteinander verbunden sind, und mit einer innerhalb des Gelenkbandes befindlichen
Rastvorrichtung, die aus einem in dem ersten Bandteil gegen die Wirkung einer Feder
beweglich geführten Rastkörper und mindestens einer dem zweiten Bandteil zugeordneten
Rastausnehmung besteht, wobei in Raststellung der Rastkörper federnd in die Rastausnehmung
eingreift und wobei die Rastausnehmung an einem Führungskörper angebracht ist, der
um den Achsbolzen drehbar gelagert und über eine Klemmvorrichtung gegenüber dem genannten
zweiten Bandteil feststellbar ist.
[0002] Das erfindungsgemäße Gelenkband ist insbesondere für Glas- oder Acrylglastüren ohne
Rahmen bestimmt, bei denen die Beschlagteile direkt an der Glas- oder Acrylglasscheibe
befestigt werden.
[0003] Es ist seit langem bekannt, Gelenkbänder mit einer Rastvorrichtung zu versehen, welche
die Gelenkbänder in einer bestimmten Öffnungs- oder Schließstellung hält, so daß sie
nur mit erhöhtem Kraftaufwand aus dieser Stellung heraus verschwenkt werden können.
Zum Beispiel offenbart die französische Patentanmeldung 2 408 711 ein derartiges Gelenkband,
bei dem ein in Richtung der Gelenkachse verschiebbarer Rastkörper auf einen Führungskörper
mit nach oben gerichteter Steuerfläche wirkt. Der Führungskörper ist ortsfest an dem
wandseitigen Bandteil angeordnet, so daß sich die Rastpositionen des Gelenkbandes
nicht variieren lassen.
[0004] Gelenkbänder der eingangs beschriebenen Art, bei denen der Führungskörper um die
Gelenkachse drehbar gelagert und über eine Klemmvorrichtung gegenüber dem genannten
zweiten Bandteil feststellbar ist, sind in dem schweizerischen Patent 535 887, dem
US-Patent 5,079,798 und der europäischen Patentanmeldung 0 599 255 offenbart. Bei
allen drei Gelenkbändern ist eine Klemmschraube zur Betätigung der Klemmvorrichtung
und zum Feststellen des Führungskörpers im wesentlichen in radialer Richtung bezüglich
des Achsbolzen des Gelenkes zugänglich. In dem genannten schweizerischen Patent ist
der Führungskörper mit einem Spalt versehen und mittels einer Klemmschraube, die in
einer rechtwinklig zur Gelenkachse liegenden Ebene verläuft, an dem Achsbolzen festklemmbar.
In dem US-Patent wird die Klemmung durch eine gegen den Außenumfang des Führungskörpers
wirkende Klemmschraube erzielt, die parallel zur Führung des Rastkörpers verläuft.
Bei beiden Gelenkbändern ist die Klemmschraube bei an der Tür oder dem Fenster montiertem
Gelenkband schwer oder gar nicht zugänglich. Bei der EP 0 599 255 A1 wird die Klemmschraube
von der Seite des Gelenkbandes aus betätigt und wirkt auf einen Druckkörper, der gegen
den Führungskörper gedrückt wird. Diese Konstruktion erlaubt den Zugang zur Klemmschraube
bei fertig montiertem Gelenkband. Allerdings ist diese Konstruktion recht aufwendig
und kostenintensiv.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine einfache und kostengünstig herstellbare sowie
leicht zugängliche Klemmvorrichtung für den Führungskörper der genannten Gelenkbänder
zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Achsbolzen aus zwei miteinander
verschraubbaren Bolzenteilen besteht, die beim Verschrauben ein Verklemmen der Klemmvorrichtung
zum Feststellen des Führungskörpers gegenüber dem zweiten Bandteil bewirken.
[0007] Durch die Teilung des Achsbolzens zur Schaffung einer Klemmverschraubung wird ohne
die Notwendigkeit zusätzlicher Bauelemente eine einfache und äußerst wirkungsvolle
Klemmvorrichtung zum Feststellen des Führungskörpers geschaffen. Insbesondere wenn
der Achsbolzen außerhalb der Ebene des Tür- oder Fensterflügels liegt, ist er auch
frei von oben oder unten zugänglich. Die Bolzenteile können somit bei fertig eingebautem
Gelenkband leicht zusammen- oder auseinandergeschraubt werden, um den Führungskörper
festzuklemmen oder die Klemmverbindung zu lösen.
[0008] Bei einer besonders einfachen und kostengünstigen Ausführungsform der Erfindung weist
das erste Bolzenteil einen Endabschnitt mit vergrößertem Durchmesser auf. Dieser Endabschnitt
ist in einer Bolzenaufnahme des ersten Bandteils drehbar gelagert und seine Schulterfläche
liegt gegen die erste Stirnfläche einer Bolzenaufnahme des zweiten Bandteils an. Die
Klemmvorrichtung weist eine das erste Bolzenteil umfassende Hülse auf, welche beim
Verschrauben des zweiten Bolzenteils mit dem ersten Bolzenteil den Führungskörper
gegen die zweite Stirnfläche der Bolzenaufnahme des zweiten Bandteils drückt. Durch
die Reibung zwischen dieser zweiten Stirnfläche und der dagegen gedrückten Fläche
des Führungskörpers wird der Führungskörper drehfest mit dem zweiten Bandteil verbunden.
[0009] Das zweite Bolzenteil kann als einfache Schraube ausgebildet sein, die in eine Gewindebohrung
des ersten Bolzens einschraubbar ist. Der Schraubkopf wirkt dann auf eine separate
zylinderförmige Hülse, die auf der gegenüberliegenden Seite gegen den Führungskörper
drückt.
[0010] Alternativ kann das zweite Bolzenteil selbst als Gewindehülse ausgebildet sein, die
auf einen Gewindezapfen des ersten Bolzenteils aufschraubbar ist. Zum Aufschrauben
muß die Gewindehülse an ihrer freien Stirnseite eine Vorrichtung zum Eingriff eines
Werkzeuges, zum Beispiel einen Schlitz für einen Schraubendreher oder ein Innensechskantloch
zur Aufnahme eines Sechskantschlüssels, aufweisen. Beim Aufschrauben dieses als Gewindehülse
ausgebildeten zweiten Bolzenteils auf den Gewindezapfen des ersten Bolzenteils drückt
der Mantel der Gewindehülse den Führungskörper gegen die zweite Stirnfläche der Bolzenaufnahme
des zweiten Bandteils.
[0011] Zur Erhöhung der Reibung zwischen dem Führungskörper und der genannten zweiten Stirnfläche
ist zwischen diesen beiden Flächen eine federnde Zahnscheibe angeordnet, durch die
der Achsbolzen hindurchragt. Beim Zusammenschrauben der Bolzenteile und Andrücken
des Führungskörpers gegen die zweite Stirnfläche der Bolzenaufnahme dringen die Zähne
der federnden Zahnscheibe geringfügig in das Material der einander gegenüberliegenden
Flächen ein und bewirken eine drehfeste Verbindung.
[0012] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist das ersten Bolzenteil drehfest,
vorzugsweise formschlüssig, in der Bolzenaufnahme des zweiten Bandteils gehalten.
Das Feststellen des Führungskörpers gegenüber dem zweiten Bandteil erfolgt durch radiales
Festklemmen des Führungskörpers auf den Achsbolzen. Hierzu weist das erste Bolzenteil
einen konischen Abschnitt auf, an den sich ein Gewindezapfen anschließt. Das zweite
Bolzenteil ist als auf den Gewindezapfen aufschraubbare Gewindehülse ausgebildet.
Der vordere Bereich dieser Gewindehülse weist mindestens einen, vorzugsweise zwei
bis vier Längsschlitze auf, so daß eine Durchmesseraufweitung dieses vorderen Bereichs
entgegen der Eigenelastizität der Hülse möglich ist. Beim Verschrauben der Bolzenteile
wird der vordere Bereich auf den konischen Abschnitt des ersten Bolzenteils aufgeschoben
und weitet sich um einige Mikrometer auf. Das hülsenförmige zweite Bolzenteil ist
mit geringem Spiel in den Führungskörper eingeschoben. Durch die Aufspreizung des
vorderen Bereiches des hülsenförmigen zweiten Bolzenteils übt dieser radial nach außen
eine Klemmkraft auf die Bohrung in dem Führungskörper aus.
[0013] Vorzugsweise ist die Innenfläche des vorderen Bereiches der Gewindehülse ebenfalls
konisch ausgebildet, so daß eine flächige Anlage gegen den konischen Abschnitt des
ersten Bolzenteils erzielt wird.
[0014] In bekannter Weise sollten zwischen den Bolzenaufnahmen des ersten und des zweiten
Bandteils Ringscheiben aus Kunststoff angeordnet sein, welche die Reibung der Bolzenaufnahme
aufeinander reduzieren und für eine leichtgängige Verschwenkung des Tür- oder Fensterflügels
sorgen.
[0015] Insbesondere bei außerhalb der Tür- oder Fensterebene liegender Bolzenachse des Gelenkbandes
ist es problemlos möglich, an der mit den Gelenkbändern versehenen Kante des rahmenlosen
Tür- oder Fensterflügels eine durchlaufende Dichtung anzuordnen, welche beispielsweise
bei Verwendung der Gelenkbänder zum Anlenken einer Duschtür das Austreten von Wasser
im Bereich der Flügelkante verhindert.
[0016] Weitere Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung.
Die Zeichnungen zeigen in
- Fig. 1
- die Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Gelenkbandes,
- Fig. 2
- die Draufsicht auf das erfindungsgemäße Gelenkband,
- Fig. 3
- die Vorderansicht des Gelenkbandes gemäß Fig. 1 in geschnittener Darstellung,
- Fig. 4
- die Draufsicht auf das Gelenkband in geschnittener Darstellung,
- Fig. 5 und 6
- weitere Draufsichten auf das Gelenkband aus Fig. 4 in geschnittener Darstellung,
- Fig. 7
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gelenkbandes in der Fig.
3 entsprechender Darstellung,
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gelenkbandes in geschnittener Vorderansicht
und
- Fig. 9
- den zweiteiligen Achsbolzen des Gelenkbandes aus Fig. 8.
[0017] Das in den Fig. 1 bis 6 dargestellte Gelenkband besteht aus einem ersten Bandteil
1, das an einer festen Glasscheibe 8 befestigt ist, und einem zweiten Bandteil 2,
das an einer verschwenkbaren Glasscheibe 9 befestigt ist. Die Bandteile 1,2 werden
über Klemmplatten 10 auf die Glasscheiben 8,9 aufgeklemmt. Die Klemmung erfolgt mittels
Klemmschrauben 11, welche Bohrungen in den Glasscheiben 8,9 durchdringen. Um eine
Beschädigung der Glasscheiben 8,9 zu vermeiden, können (nicht dargestellte) dünne
elastische Zwischenlagen aus Gummi oder elastischem Kunststoff zwischen die Glasscheiben
8,9 und die Bandteile 1,2 einerseits bzw. die Klemmplatten 10 andererseits gefügt
werden.
[0018] Das Bandteil 1 weist zwei äußere Bolzenaufnahmen 12,13 auf. Das Bandteil 2 ist mit
zwei inneren Bolzenaufnahmen 14,15 versehen. In diesen Bolzenaufnahmen 12 - 15 ist
der Achsbolzen 3 mit geringem Spiel gehalten, der die Bandteile 1,2 gelenkig miteinander
verbindet.
[0019] In der Mitte ist auf den Achsbolzen 3 ein Führungskörper 7 aufgesteckt, der mit einer
Rastausnehmung 6 versehen ist. In die Rastausnehmung 6 greift in Raststellung des
Gelenkbandes (vgl. Fig. 4 und 5) ein rollenförmiger Rastkörper 5 ein, der an einem
Schieber 16 gegen die Kraft einer Feder 4 verschiebbar gehalten ist. Der Schieber
16 wird in einer Ausnehmung 17 im ersten Bandteil 1 geführt.
[0020] In Fig. 2 ist eine Kunststoff-Dichtung in Form eines "
h" zu erkennen, welche sich über die Kanten beider Glasscheiben 8,9 erstreckt und den
Austritt von Wasser bei geschlossener Tür verhindert.
[0021] Die Einzelheiten des geteilten Achsbolzens 3 dieses Türbandes sind insbesondere in
Fig. 3 zu erkennen. Ein erstes, unteres Bolzenteil 19, welches sich über den wesentlichen
Abschnitt der Gesamtlänge des Achsbolzens 3 erstreckt, ist an seinem oberen Ende mit
einem Innengewinde 20 versehen. In dieses Innengewinde 20 ist als zweites Bolzenteil
eine Schraube 21 mit einem Innensechskant für den Eingriff eines SechskantSchlüssels
einschraubbar. Der Kopf der Schraube 21 drückt gegen eine auf das erste Bolzenteil
19 aufgeschobene zylindermantelförmige Hülse 22. Am unteren Ende des ersten Bolzenteils
19 ist ein Endabschnitt 23 mit vergrößertem Durchmesser vorgesehen, der in der unteren
Bolzenaufnahme 13 des ersten Bandteils 1 drehbar gelagert ist und dessen Schulterfläche
24 gegen die untere Stirnfläche der Bolzenaufnahme 15 des zweiten Bandteils 2 drückt.
Die untere Stirnfläche der Hülse 22 drückt gegen die obere Stirnfläche des Führungskörpers
7.
[0022] Beim Einschrauben der Schraube 21 in das erste Bolzenteil 19 drückt die Hülse 22
das Führungsteil 7 nach unten, wogegen der Endabschnitt 23 die Bolzenaufnahme 15 des
zweiten Bandteils 2 nach oben zieht. Auf diese Weise werden Führungskörper 7 und Bolzenaufnahme
15 des zweiten Bandteils 2 gegeneinandergedrückt, so daß die Reibung zwischen diesen
Elementen ein Verdrehen des Führungskörpers 7 gegenüber dem zweiten Bandteil 2 verhindert.
Zur Erhöhung der Reibung zwischen dem Führungskörper 7 und dem zweiten Bandteil 2
liegt eine federnde Zahnscheibe 25 zwischen den einander gegenüberliegenden Flächen
des Führungskörpers 7 und der Bolzenaufnahme 15.
[0023] Durch Lösen der das zweite Bolzenteil bildenden Schraube 21 reduziert sich der Druck
auf die gegeneinanderliegenden Flächen des Führungskörpers 7 und der Bolzenaufnahme
15. Bei gelöster Schraube 21 ist die Haltekraft des in die Rastausnehmung 6 des Führungskörpers
7 eingreifenden Rastkörpers 5 größer als die Reibungskraft zwischen dem Führungskörper
7 und der Bolzenaufnahme 15. Bei einem Verschwenken der beiden Glasscheiben 8,9 zueinander
wird der Führungskörper 7 durch den Rastkörper 5 drehfest gegenüber dem ersten Bandteil
1 gehalten, wobei er sich gegenüber dem zweiten Bandteil 2 verdreht.
[0024] In Fig. 5 ist beispielsweise eine gegenüber der Fig. 4 um 30° verschwenkte Position
der Bandteile 1,2 zueinander dargestellt. Wird in dieser Position die Schraube 21
wieder fest in das erste Bandteil 19 eingeschraubt, so wird auf die oben beschriebene
Weise der Führungskörper 7 gegenüber der Bandaufnahme 15 des zweiten Bandteils festgeklemmt
und die Rastausnehmung 6 in ihrer Position zum zweiten Bandteil 2 fixiert. Bei einem
Verschwenken der Glasscheibe 9 gegenüber der Glasscheibe 8 (siehe Fig. 6) wird der
Rastkörper 5 aus der Rastausnehmung 6 herausgedrückt. Das Gelenkband behält den beim
Festschrauben gewählten und in Fig. 5 dargestellten Rastpunkt.
[0025] Durch diese Rastpunktverstellung können geringe Winkelabweichungen der Ebenen der
miteinander zu verbindenden Glasscheiben 8,9 ausgeglichen werden. Es ist ebenfalls
möglich, das erste Gelenkband 1 an einer Wand anzuflanschen, zu der die verschwenkbare
Glasscheibe 9 in ihrer Raststellung im wesentlichen rechtwinklig steht. In diesem
Fall liegt die Befestigungsebene des ersten Bandteils 1 um 90° verschwenkt zu der
in den Fig. 2 und 4 bis 6 dargestellten Befestigungsebene. Winkelabweichungen der
Wand lassen sich bei Verwendung des erfindungsgemäßen Gelenkbandes durch Verstellung
des Rastpunktes des Führungskörpers problemlos ausgleichen.
[0026] Schließlich wird durch die Rastpunktverstellung ermöglicht, dasselbe Gelenkband für
unterschiedliche Eckkonstruktionen zu verwenden. Bei der in Fig. 4 eingezeichneten
Raststellung fluchten die Glasscheiben 8,9 miteinander, so daß die durch die verschwenkbare
Glasscheibe 9 gebildete Tür in geschlossenem Zustand in Verlängerung der festen Glasscheibe
8 liegt. Bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Gelenkbandes an einer Duschkabine
liegt der Achszapfen außerhalb der Kabine, so daß die verschwenkbare Glasscheibe 9
nach außen öffnet.
[0027] Ist es erwünscht, die verschwenkbare Glasscheibe 9 an einer rechtwinkligen Ecke anzulenken,
so ist der Rastkörper 7 gegenüber der Position in Fig. 4 bei gelöster Schraube 21
um 90° zu verschwenken. Bei anschließendem Festziehen der Schraube 21 kann die verschwenkbare
Glasscheibe 9 aus ihrer Rastposition rechtwinklig zur Glasscheibe 8 heraus bis in
die mit der Glasscheibe 8 fluchtende Stellung verschwenkt werden. Da bei der gewählten
Konstruktion der Achsbolzen 3 in der Raststellung innerhalb des eingeschlossenen rechten
Winkels liegt (vgl. Fig. 5) und die Kanten der Glasscheiben 8,9 recht weit voneinander
weggeschwenkt sind, eignet sich dieses Gelenkband nicht zum Einsatz in einer Duschkabine,
bei der die aneinandergrenzenden Kanten der Glasscheiben 8,9 zueinander abgedichtet
sein sollten. In diesem Fall ist die Konstruktion derart abzuändern, daß der Achsbolzen
in Raststellung außerhalb des eingeschlossenen rechten Winkels liegt.
[0028] Durch die beliebige Wahl der Raststellungen kann das Gelenkband zur Anlenkung der
Türen beliebiger Kabinenformen gewählt werden. Beispielsweise können gleichlange Glaswände
in fünfeckiger, sechseckiger oder achteckiger Form miteinander verbunden werden, wobei
mindestens eine der Glaswände mittels der erfindungsgemäßen Gelenkbänder als schwenkbare
Tür angelenkt ist. Die gewählte Raststellung der Gelenkbandteile 1,2 legt den erforderlichen
Winkel zur benachbarten Glasscheibe fest.
[0029] Die Fig. 7 zeigt eine alternative Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gelenkbandes.
Hier weist das zweite Zapfenteil 19' an einem Ende den Endabschnitt 23 mit vergrößertem
Durchmesser und am gegenüberliegenden Ende einen Gewindezapfen 26 auf. Das zweite
Bolzenteil 27 ist als Gewindehülse ausgebildet und auf den Gewindezapfen 26 aufgeschraubt.
Das geschlossene freie Ende der Gewindehülse 27 weist eine Innensechskant-Ausnehmung
28 für den Eingriff eines Innensechskant-Schlüssels auf. In der zuvor beschriebenen
Weise drückt das als Gewindehülse 27 ausgebildete zweite Bolzenteil beim Verschrauben
gegenüber dem ersten Bolzenteil 19' den Führungskörper 7 gegen die Zapfenaufnahme
15 des zweiten Bandteils 2, so daß der Führungskörper 7 gegenüber diesem zweiten Bandteil
2 drehfest gehalten ist.
[0030] Ansonsten entsprechen die Konstruktionselemente der Ausführungsform aus Fig. 7 den
in Fig. 3 dargestellten Elementen, wobei gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Zwischen die Bolzenaufnahmen 12,13 und 14,15 der beiden Bandteile 1
und 2 sind Ringscheiben 29 aus Kunststoff eingefügt, welche die Reibung beim Verschwenken
der Gelenkbandteile 1,2 zueinander reduzieren.
[0031] Die Fig. 8 und 9 zeigen eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gelenkbandes.
Dabei sind wiederum gleiche Bauteile mit den gleichen Bezugszeichen wie in den vorangehenden
Figuren versehen. Bei dieser Ausführungsform erfolgt die Fixierung des Führungsteils
7 durch radiale Klemmung.
[0032] Hierzu schließt sich bei dem ersten Bolzenteil 19'' an den unteren Endabschnitt 23
mit vergrößertem Durchmesser ein vierkantförmiger Bolzenabschnitt 30 an, der in eine
Vierkant-Ausnehmung der Bolzenaufnahme 15 des zweiten Bandteils 2 eingreift. An den
vierkantförmigen Bolzenabschnitt 30 schließen sich ein konischer Bolzenabschnitt 31
und ein Gewindezapfen 32 an. Auf diesen Gewindezapfen 32 ist als zweites Bolzenteil
eine Gewindehülse 27' aufgeschraubt, deren Wandung im unteren Bereich - vom offenen
Gewindeende ausgehend - durch vier einander diametral gegenüberliegende Längsschlitze
geteilt ist. Der vordere Bereich der Wandung der Gewindehülse 27' ist dadurch in vier
elastisch spreizbare Segmente 33 aufgeteilt.
[0033] Wie in Fig. 9 erkennbar, werden die Segmente 33 in axialer Richtung auf den konischen
Bolzenabschnitt 31 des ersten Bolzenteils 19'' gedrückt, wenn das hülsenförmige zweite
Bolzenteil 27' auf den Gewindezapfen 32 des ersten Bolzenteils 19'' aufgeschraubt
wird. Durch die konische Außenfläche des konischen Bolzenabschnitts 31 werden die
Segmente 33 aufgespreizt und drücken sich gegen die Wandung der Bohrung in dem Führungsteil
7. Auf diese Weise wird das Führungsteil 7 gegenüber dem Achsbolzen 3'' drehfest verklemmt.
Der Achsbolzen 3'' ist durch die formschlüssige Verbindung mittels des vierkantförmigen
Bolzenabschnittes 30 und der entsprechenden Vierkantöffnung in der Bolzenaufnahme
15 drehfest gegenüber dem zweiten Bandteil 2 gehalten, so daß der Führungskörper 7
durch den Achsbolzen 3'' gegenüber diesem zweiten Bandteil 2 fixiert ist.
[0034] Um eine möglichst große Kontaktfläche zwischen der Innenfläche 34 der Gewindehülse
27' und dem konischen Bolzenabschnitt 31 zu erzielen, ist die Innenfläche 34 im Bereich
des offenen Endes der Gewindehülse 27' ebenfalls konisch ausgebildet.
[0035] In den dargestellten Ausführungsformen dient das Gelenkband nach der Erfindung zum
Anschluß einer Glastür an eine Glaswand. Das Gelenkband nach der Erfindung kann aber
auch derart ausgebildet sein, daß eine Glastür schwenkbar an eine Mauer oder eine
Betonwand angeschlossen werden kann. Auch kann das Gelenkband zum Anschluß einer Pendeltür
ausgebildet sein.
Bezugszeichen:
[0036]
- 1
- Bandteil
- 2
- Bandteil
- 3,3''
- Achsbolzen
- 4
- Feder
- 5
- Rastkörper
- 6
- Rastausnehmung
- 7
- Führungskörper
- 8
- feste Glasscheibe
- 9
- verschwenkbare Glasscheibe
- 10
- Klemmplatte
- 11
- Klemmschraube
- 12
- Bolzenaufnahme
- 13
- Bolzenaufnahme
- 14
- Bolzenaufnahme
- 15
- Bolzenaufnahme
- 16
- Schieber
- 17
- Ausnehmung
- 18
- Kunststoff-Dichtung
- 19,19',19''
- erstes Bolzenteil
- 20
- Innengewinde
- 21
- zweites Bolzenteil, Schraube
- 22
- Hülse
- 23
- Endabschnitt
- 24
- Schulterfläche
- 25
- federnde Zahnscheibe
- 26
- Gewindezapfen
- 27,27'
- zweites Bolzenteil, Gewindehülse
- 28
- Innensechskant-Ausnehmung
- 29
- Ringscheibe
- 30
- vierkantförmiger Bolzenabschnitt
- 31
- konischer Bolzenabschnitt
- 32
- Gewindezapfen
- 33
- Segment
- 34
- Innenfläche
1. Gelenkband für Türen oder Fenster, insbesondere für Glas- oder Acrylglas-Pendeltüren,
mit zwei Bandteilen (1,2), die um einen Achsbolzen (3) scharnierend miteinander verbunden
sind, und mit einer innerhalb des Gelenkbandes befindlichen Rastvorrichtung, die aus
einem in dem ersten Bandteil (1) gegen die Wirkung einer Feder (4) beweglich geführten
Rastkörper (5) und mindestens einer dem zweiten Bandteil (2) zugeordneten Rastausnehmung
(6) besteht, wobei in Raststellung der Rastkörper (5) federnd in die Rastausnehmung
(6) eingreift und wobei die Rastausnehmung (6) an einem Führungskörper (7) angebracht
ist, der um den Achsbolzen (3) drehbar gelagen und über eine Klemmvorrichtung gegenüber
dem genannten zweiten Bandteil (2) feststellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Achsbolzen (3) aus zwei miteinander verschraubbaren Bolzenteilen (19,19',19'';21,27,27')
besteht, die beim Verschrauben ein Verklemmen der Klemmvorrichtung zum Feststellen
des Führungskörpers (7) gegenüber dem zweiten Bandteil (2) bewirken.
2. Gelenkband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bolzenteil (19,19') einen Endabschnitt (23) mit vergrößertem Durchmesser
aufweist, welcher in einer Bolzenaufnahme des ersten Bandteils (1) drehbar gelagert
ist und dessen Schulterfläche (24) gegen die erste Stirnfläche einer Bolzenaufnahme
(15) des zweiten Bandteils (2) anliegt, und daß die Klemmvorrichtung eine Hülse (22,27)
aufweist, welche beim Verschrauben des zweiten Bolzenteils (2) mit dem ersten Bolzenteil
(1) den Führungskörper (7) gegen die zweite Stirnfläche der Bolzenaufnahme (15) des
zweiten Bandteils (2) drückt.
3. Gelenkband nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Bolzenteil eine in ein Innengewinde (20) des ersten Bolzenteils (19)
einschraubbare Schraube (21) ist, deren Schraubkopf auf eine zylindermantelförmige
Hülse (22) drückt.
4. Gelenkband nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Bolzenteil als Gewindehülse (27) ausgebildet ist, die auf einen Gewindezapfen
(26) des ersten Bolzenteils (19') aufschraubbar ist und deren Mantel beim Aufschrauben
auf den Gewindezapfen (26) den Führungskörper (7) gegen die zweite Stirnfläche der
Bolzenaufnahme (15) des zweiten Bandteils (2) drückt.
5. Gelenkband nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine federnde Zahnscheibe (25) zwischen dem Führungskörper (7) und der zweiten
Stirnfläche der Bolzenaufnahme (15) angeordnet ist.
6. Gelenkband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bolzenteil (1) in einer Bolzenaufnahme (15) des zweiten Bandteils
(2) drehfest und vorzugsweise formschlüssig gehalten ist und einen in den Führungskörper
(7) hineinragenden konischen Abschnitt (31) aufweist, an den sich ein Gewindezapfen
(32) anschließt, und daß das zweite Bolzenteil als auf den Gewindezapfen (32) aufschraubbare
Gewindehülse (27') ausgebildet ist, deren Wandung durch mindestens einen vom offenen
Gewindeende ausgehenden Längsschlitz geteilt ist und sich beim Verschrauben der Bolzenteile
(19'',27') auf den konischen Abschnitt (31) des ersten Bolzenteils (19'') schiebt.
7. Gelenkband nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenfläche (34) im Bereich des offenen Endes der Gewindehülse (27') konisch
ausgebildet ist.
8. Gelenkband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Bolzenaufnahmen (12,13;14,15) des ersten und des zweiten Bandteils
(1;2) Ringscheiben (29) aus Kunststoff angeordnet sind.
9. Tür- oder Fensterflügel, der mit einem Gelenkband gemäß einem der vorangehenden Ansprüche
schwenkbar gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsbolzen (3,3',3'') außerhalb der Tür- oder Fensterebene liegt.
10. Tür- oder Fensterflügel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß an seiner mit den Gelenkbändern (1,2) versehenen Kante, welche von dem Rand
einer Glas- oder Acrylglasscheibe ohne Rahmen gebildet wird, eine durchlaufende Dichtung
(18) angeordnet ist.