[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gewinnen von ölen durch Verpressen und Extrahieren
eines ölhaltigen oder extraghierbare Substanzen haltigen Rohstoffes in Gegenwart eines
Extraktionsmittels, wobei ein Öl oder extrahierbare Substanzen/Extraktionsmittelgemisch
erhalten wird, aus welchem das Extraktionsmittel entfernt wird, wobei der Rohstoff
zerkleinert und unter Verwendung einer Vorrichtung verpresst wird, welche Vorrichtung
eine Zuführung für den Rohstoff, einen Preßkörper mit einer darin beweglich gelagerten
Preßschnecke, Mittel zum Einbringen des Extraktionsmittels in den Preßkörper und eine
Austrittsöffnung für den verpreßten Rohstoff aufweist.
[0002] Für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung und Patentansprüche sollen die Begriffe
"Öl" und "ölhaltig" auch "Fett" bzw. "fetthaltig" respektive "extraktionsfähige Stoffe"
umfassen.
[0003] Aus der DE-A - 30 16 877 ist ein Verfahren zur kontinuierlichen Fettabtrennung aus
organischen Rohstoffen bekannt, wobei die Rohstoffe zunächst zerkleinert, ggf. getrocknet,
anschließend mit einem Fettlösungsmittel angemaischt und danach einer Schneckenpresse
zugeführt werden.
[0004] Auch die GB-A - 1 340 484 betrifft ein Verpressen in Gegenwart eines Extraktionsmittels.
[0005] Die DE-C 665 873 beschreibt ein Verfahren, gemäß welchem während des Verpressens
Extraktionsmittel zugeführt wird.
[0006] Gemäß dem aus der GB-A - 1 340 484 vorbekannten Verfahren kann Palmöl gewonnen werden,
indem die ölhaltige Frucht verpreßt wird, wobei am Eingang der Presse Lösungsmittel
dem zu verpressenden Gut unter Normaldruck zugeführt wird.
[0007] Diese bekannten Schneckenpressen, mit welchen das Öl gewonnen wird, weisen den Nachteil
auf, daß die ölausbeuten zu wünschen übrig lassen.
[0008] Aus der GB-A-0 918 438 ist eine Vorrichtung bekannt, die aus drei zueinander rechtwinkelig
angeordneten Pressen besteht. In der ersten Presse, die als Zuführpresse dient, wird
das Preßgut eingebracht und horizontal zur zweiten Presse bewegt, in der zweiten Presse
das Preßgut vertikal nach unten transportiert, wobei Öl aus dem Preßgut gepreßt wird,
und in der dritten Presse wird das Preßgut weiter verpreßt, wobei während des Pressens
ein Lösungsmittel für das Öl in das Preßgut eingespritzt wird. Die dritte Presse ist
flüssigkeits- und gasdicht ausgeführt. Über die Ölausbeute bei Verwendung dieser bekannten
Vorrichtung ist nichts bekannt.
[0009] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren bereit zustellen, mit welchem
der ölhaltige Rohstoff in einem einzigen Arbeitsgang zu 96-98%, bezogen auf den Gesamtölgehalt,
entölt werden kann und das zur Vereinfachung aus dem Stand der Technik bekannter Extraktionsverfahren
führt.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Gewinnen von Ölen
durch Verpressen und Extrahieren eines ölhaltigen oder extrahierbare substanzen haltigen
Rohstoffs in Gegenwart von überkritischem Kohlendioxid oder eines überkritischen Kohlenwasserstoffs
als Extraktionsmittel, wobei ein Öl oder extrahierbare Substanzen/Extraktionsmittelgemisch
erhalten wird, aus welchem das Extraktionsmittel entfernt wird, wobei der Rohstoff
zerkleinert und unter Verwendung einer Vorrichtung verpresst wird, welche Vorrichtung
eine Zuführung für den Rohstoff einen Preßkörper mit einer darin beweglich gelagerten
Preßschnecke, Mittel zum Einbringen des Extraktionsmittels in den Preßkörper und eine
Austrittsöffnung für den verpreßten Rohstoff aufweist, wobei
- eine einzige Preßschnecke vorgesehen ist, die sich in einem Preßkörper befindet und
den Rohstoff aus der Zuführung in den Preßkörper und von dort unter Verpressen zu
einer Austrittsöffnung befördert, und
- der Preßkörper mit einem Mantel druckfest gegen die Umgebung abgedichtet ist,
und wobei gleichzeitig das Extraktionsmittel unter Druck in den Rohstoff eingebracht
wird.
[0011] Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zum Einbringen des Extraktionsmittels in den Preßkörper Öffnungen sind,
die in der Preßschnecke und/oder im Preßkörper vorgesehen sind, durch welche ein flüssiges
Extraktionsmittel unter Druck in den im Preßkörper befindlichen Rohstoff eingebracht
werden kann.
[0012] Eine zweckmäßige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß
der Mantel in seinem unteren Teil eine Wanne zur Sammlung des aus dem Preßkörper austretenden
Öl/Extraktionsmittelgemisch aufweist.
[0013] Die Wanne ist zweckmäßigerweise mit einem Auslaß für das Öl/Extraktionsmittelgemisch
versehen, welcher Auslaß gasdicht mit einem Druckbehälter verbunden ist.
[0014] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden als Extraktionsmittel Kohlendioxid in
überkritischem Zustand oder Kohlenwasserstoffe in überkritischem Zustand verwendet.
[0015] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den zerkleinerten Rohstoff vor dem Verpressen
mit einer öllösenden Flüssigkeit zu behandeln. Auf diese Weise wird die die zerkleinerten
Rohstoffteilchen umgebende Ölschicht entfernt, wodurch die Reibung zwischen den Teilchen
während des Verpressens erhöht wird und ein sehr guter Druckaufbau im Preßkörper bzw.
eine sehr gute Abdichtung des Preßkörpers gegen sein stromaufwärtiges Ende erzielt
wird.
[0016] Die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Vorrichtung eignet sich ferner gut,
um Umesterungsverfahren durchzuführen. So können beispielsweise Triglyceride, die
im ölhaltigen Rohstoff enthalten sind, mit einem Alkohol umgeestert und auf diese
Weise Fettsäurealkylester hergestellt werden. Die Vorrichtung findet deshalb auch
Verwendung zur Herstellung von Fettsäureestern durch Umesterung eines im ölhaltigen
Rohstoff enthaltenen Triglycerids mit einem Alkohol in Gegenwart eines Katalysators,
wobei
- der triglyceridhaltige Rohstoff zerkleinert wird,
- der zerkleinerte Rohstoff in den Preßkörper eingebracht wird,
- Alkohol und Katalysator durch die Öffnungen in der Preßschnecke und/oder im Preßkörper
in den Rohstoff unter Bedingungen eingebracht werden, daß das im Rohstoff enthaltene
Triglycerid mit dem Alkohol umgeestert wird, wobei der Fettsäureester gebildet wird,
welcher den Preßkörper durch die Auslässe verläßt, wonach
- der Fettsäureester in an sich bekannter Weise gereinigt wird.
[0017] Unter Umesterung ist die Umsetzung von Triglyceriden, d.h. pflanzlichen und tierischen
Fetten und ölen, mit Alkoholen, wie Methanol, Ethanol, Butanol und Isopropanol, insbesondere
Methanol und Ethanol, zu verstehen, wobei die Monoester der Fettsäuren sowie Glycerin
entstehen. Fettsäuremethylester gewinnen als Dieselersatzkraftstoff immer mehr an
Bedeutung.
[0018] Aus der AT-B 394 374 ist ein Umesterungsverfahren bekannt. Gemäß diesem Verfahren
wird ein Überschuß des eingesetzten Alkohols von 1,10 bis 1,80 Mol je Mol mit Glycerin
veresterter Fettsäure eingesetzt. Aus der AT-B 388 743 ist ein Verfahren zur Herstellung
eines Fettsäuregemisches aus Abfallfetten bzw. ölen und die Verwendung dieses Gemisches
als Kraft- bzw. Brennstoff bekannt.
[0019] Auch die AT-B 397 966 beschreibt die Herstellung von Fettsäureestern niederer einwertiger
Alkohole durch Umesterung von beispielsweise Rapsöl. Gemäß diesem Verfahren wird die
Umesterung in Gegenwart eines festen basischen Katalysators bei einem Katalysatorüberschuß
von höchstens 1,6 Mol je Mol als Glycerid gebundener Fettsäure durchgeführt.
[0020] Aus der AT-B 397 510 ist ein zwei- bzw. mehrstufiges Umesterungsverfahren bekannt.
[0021] Als Katalysatoren für die Umesterung werden üblicherweise basische Katalysatoren,
z.B. Alkalihydroxide, Metallhydride, -alkoholate, -carbonate oder -acetate, und saure
Katalysatoren, z.B. Mineralsäuren, verwendet. Die am häufigsten verwendeten Katalysatoren
sind Natrium- und Kaliumhydroxid sowie Natriummethylat, welche in Alkohol gelöst z.B
einem Pflanzenöl zugemischt werden. Ein derartiges Verfahren ist aus der AT-B 386
222 bekannt.
[0022] Die vorbekannte Umesterung beginnt mit einem Zweiphasensystem aus Triglycerid und
Alkohol, welcher den Katalysator enthält, wobei aber mit zunehmendem Reaktionsfortschritt
und Bildung von Ester eine homogene Phase entsteht, welche durch Bildung und Ausscheidung
von Glycerin wiederum zweiphasig wird (Rohesterphase und Glycerinphase).
[0023] Die beschriebene Verwendung der beim erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Vorrichtung
zur Umesterung beruht unter anderem auf der Erkenntnis, daß die Umesterung vorteilhaft
im ölhaltigen Rohstoff selbst vorgenommen werden kann, daß es also nicht notwendig
ist, das umzuesternde Öl zuerst aus dem Rohstoff zu gewinnen und erst dann umzuestern.
Umesterung und Abtrennung des Fettsäurealkylesters können somit in einem einzigen
Schritt vorgenommen werden.
[0024] Es ist dem Fachmann klar, daß bei dieser Verwendung der Preßvorrichtung zunächst
ein zweiphasiges Gemisch erhalten wird, welches im wesentlichen aus Ester und Glycerin
besteht, und daß die Gewinnung des reinen Esters aus diesem zweiphasigen Gemisch mit
bekannten Techniken möglich ist.
[0025] Bei einer bevorzugten Verwendung der Presse wird zu Beginn des Verpressens ein Mittel
in den ölhaltigen Stoff eingebracht, welches die Restfeuchte des öl- oder fetthaltigen
Stoffes bindet und somit eine erhöhte Seifenbildung nach Zugabe des Katalysators unterbindet.
[0026] Das Verpressen wird zweckmäßigerweise unter Kühlung vorgenommen.
[0027] An Hand der beigefügten Zeichnung wird die Erfindung noch näher erläutert.
[0028] Die Figur 1 zeigt den Schnitt durch eine Schneckenpresse des Standes der Technik,
und die Figuren 2 und 3 zeigen vorteilhafte Ausgestaltungen der beim erfindungsgemäßen
Verfahren verwendeten Schneckenpresse. In der Figur 4 ist der Druckverlauf in der
beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Schneckenpresse entlang des Preßkörpers
gezeigt.
[0029] Die Figur 1 zeigt schematisch den Schnitt durch eine vorbekannte Schneckenpresse
(Hersteller: Fa. Krupp). Die Bezugsziffer 1 bezeichnet einen zylindrischen Preßkörper,
der mit einer Zuführung 2 für den zu verpressenden und extrahierenden Rohstoff 3 in
Verbindung steht. Der Rohstoff 3 wird von den Schneckengängen 11 erfaßt und in den
zylindrischen Preßkörper 1 gepreßt, durch diesen gefördert, wobei Öl aus dem Rohstoff
ausgepreßt wird, welches durch Öffnungen, die üblicherweise durch Seiherstäbe (nicht
gezeigt) gebildet werden, nach unten fließt und den Preßkörper 1 verläßt. Das den
Preßkörper verlassende Öl ist mittels Tropfen 4 angedeutet. Das Öl wird von einer
Wanne (nicht gezeigt) aufgefangen.
[0030] Der vergepreßte Rohstoff wird nach Transport durch den Preßkörper 1 durch die Austrittsöffnung
6, die sich in einem Bauteil 1a befindet, der an den zylindrischen Preßkörper 1 anschließt,
hinausgepreßt.
[0031] Die Preßschnecke 5 weist in der gezeigten Ausgestaltung drei kegelstumpfförmige Erweiterungen
12 auf, an welchen das Preßgut einem erhöhten Druck ausgesetzt ist. Nach Überwinden
einer derartigen Erweiterung sinkt der Druck naturgemäß wieder etwas ab. Ein derartiger
Druckwechsel begünstigt die Verpressung, und an dieser Stelle eingespritztes Lösungsmittel
diffundiert durch das kurzzeitige Entspannen bis auf Zellwandebene.
[0032] Die Figur 2 zeigt einen Schnitt durch eine Ausgestaltung einer beim erfindungsgemaßen
Verfahren verwendeten Schneckenpresse, die auf einfache Weise durch Umbau der bekannten,
in Figur 1 gezeigten Schneckenpresse erhalten werden kann. Die gezeigte Schneckenpresse
besitzt noch zusätzlich einen Mantel 7, 7a, der den Preßkörper 1 im Bereich jener
Öffnungen (nicht gezeigt), aus denen Öl 4 in die Wanne 7a, die im vorliegenden Fall
mit dem unteren Teil des Mantels 7 identisch ist, gelangt, druckfest gegen die Umgebung
abdichtet.
[0033] Die Preßschnecke 5 ist hohl und weist Öffnungen 8 auf, durch welche ein flüssiges
Extraktionsmittel unter Druck in den im Preßkörper 5 befindlichen Rohstoff eingebracht
werden kann. Das Extraktionsmittel wird über die Zuleitung 13 unter Druck der hohlen
Preßschnecke 5 zugeführt. Es hat sich gezeigt, daß die auf diese Weise vorgenommene
Verpressung des Rohstoffs bei gleichzeitiger Zuführung von Extraktionsmittel unter
Druck zu einer sehr hohen Ölausbeute von mindestens 96%, bezogen auf den Gesamtölgehalt,
führt. Durch die hohen Drücke im Preßgut kommt das eingespritzte Lösungsmittel auf
überkritischen Zustand und erhöht sich die Löslichkeit des Öles oder der extrahierbaren
Substanzen im Lösungsmittel.
[0034] Mit der Bezugsziffer 4a ist das aus dem Preßkörper 1 im Bereich der Seiherstäbe (nicht
gezeigt) austretende Gemisch aus Öl und Extraktionsmittel angedeutet, welches in der
Wanne 7a, die in der gezeigten Ausführungsform vom unteren Teil des Mantels 7 gebildet
wird, aufgefangen wird und durch den Auslaß 10 gasdicht in einen Behälter (nicht gezeigt)
gelangt. Das Öl oder die extrahierbare Substanz kann auf bekannte Weise durch Entfernung
des Extraktionsmittels aus dem Gemisch Öl oder extrahierbare Substanz/Extraktionsmittel
gewonnen werden.
[0035] Bei Verwendung eines unter Normalbedingungen flüssig vorliegenden Kohlenwasserstoffs
als Extraktionsmittel kann dieses durch Destillation abgetrennt werden.
[0036] Bei Verwendung eines unter Normalbedingungen gasförmig vorliegenden Kohlenwasserstoffes
oder CO
2 als Extraktionsmittel wird dieses unter Druck und damit in flüssigem oder überkritischem
Zustand aus der Presse in einen Druckbehälter übergeführt und kann dort unter Absenken
des Druckes aus der Flüssigkeit durch Abdampfen oder Absaugen und anschließendem Druckerhöhen
und Temperaturabsenken wieder in flüssigem oder überkritischem Zustand der Presse
zugeführt werden (Rückgewinnung und Rezirkulation).
[0037] Es hat sich ferner gezeigt, daß flüssiges Kohlendioxid in der beim erfindungsgemaßen
Verfahren verwendeten Vorrichtung sehr gut als Extraktionsmittel verwendet werden
kann. Es ist für den Fachmann klar, daß in diesem Fall unter Druck/Temperaturbedingungen
gearbeitet werden muß, unter denen Kohlendioxid in flüssiger Form bzw. überkritischer
Form vorliegt. Dies gilt sowohl in der Zuleitung 13 bzw. in der hohlen Preßschnecke
5, als auch während der Verpressung des Rohstoffs, also innerhalb des Preßkörpers
1, in der Wanne 7a, im Auslaß 10 und im anschließenden Auffangbehälter, der in diesem
Fall als Druckgefäß ausgeführt sein muß. Durch das Vorgeben derartiger Druck- und
Temperaturbedingungen liegt in der Wanne 7a und im anschließenden Druckgefäß ein flüssiges
Gemisch aus Öl oder extrahierbaren Stoffen und Kohlendioxid vor. Das Kohlendioxid
kann mittels Abdampfen durch eine einfache Druckabsenkung aus dem Gemisch entfernt
werden.
[0038] Die Figur 3 zeigt eine andere bevorzugte Ausgestaltung der beim erfindungsgemaßen
Verfahren verwendeten Vorrichtung, bei welcher das Extraktionsmittel, also flüssiger
Kohlenwasserstoff oder flüssiges Kohlendioxid, nicht über die Preßschnecke 5, sondern
über den Preßkörper 1 in den gerade verarbeiteten Rohstoff eingebracht wird. Diese
Öffnungen sind mit der Bezugsziffer 9 bezeichnet. Das Extraktionsmittel wird mittels
der Zuleitungen 14 den Öffnungen 9 zugeleitet.
[0039] Vorteilhafterweise sind die Öffnungen 9 jeweils unmittelbar nach einer Erweiterung
12 der Preßschnecke 5 vorgesehen. Dies verbessert die Ölgewinnung in besonderem Maße.
[0040] Kurz vor Austritt des Preßgutes aus der Presse kann eine Spüldüse (nicht gezeigt)
vorgesehen sein, durch welche Säuren und/oder ölverdrängende und/oder öllösliche Substanzen
zusätzlich eingespritzt werden können.
[0041] Figur 4 zeigt den Druckverlauf innerhalb des Preßkörpers 1, wobei die X-Achse die
Länge des zylindrischen Preßkörpers und die Ordinate den Druck angibt. Es ist der
Figur 4 zu entnehmen, daß der Druck ansteigt, sobald die Schnecke 5 das Preßgut erfaßt
und in den Preßkörper 1 befördert. Für einen guten Druckaufbau ist es wichtig, daß
der zerkleinerte Rohstoff durch Waschen mit Extraktionsmittel oberflächlich von der
Ölschicht befreit wird. In der Figur 4 sind beispielhafte Drücke angegeben.
[0042] Der Druck steigt im Preßkörper 1 zunächst kontinuierlich an, bis die erste Erweiterung
12 überwunden ist, wodurch der Druck scharf abfällt und danach bis zur nächsten Erweiterung
12 wieder kontinuierlich ansteigt. Durch diesen Druckwechsel wird die Ölgewinnung
verbessert respektive werden die auszupressenden Preßgutteilchen neu orientiert.
[0043] Im folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Gewinnung von Öl konkreter beschrieben.
[0044] Die Rohstoffe werden vor Verarbeitung von nicht ölhaltigen Ballaststoffen befreit
und entschält. Anschließend werden sie auf einen Wassergehalt von etwa 2-5% getrocknet.
[0045] Nach dem Trocknen werden die ölhaltigen Rohstoffe auf eine Korngröße von 0,5-2 mm
zerkleinert. Anschließend werden sie mit einer öllösenden Flüssigkeit, z.B. Hexan,
und/oder einer Säure gewaschen. Der so vorbereitete, feuchte Rohstoff kann der Presse
zugeführt werden.
[0046] Durch die vollständige Abtrennung der Schalen vom Rohstoff kann die Preßkapazität
im Vergleich zu den bekannten Verfahren um bis zu 40% erhöht werden. Durch diese Abtrennung
wird ferner der Proteingehalt des Preßkuchens um den wegfallenden Schalenteil erhöht.
[0047] Bei Austritt des Preßkuchens aus der Presse beträgt der Extraktionsmittelgehalt zwischen
4-8%. Dies ist wesentlich weniger als bei den heute bekannten Verfahren.
[0048] Die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Vorrichtung erlaubt es beim Austritt
6, das austretende Preßgut in heißem Zustand in ein Rohr zu führen (nicht gezeigt),
welches mit Absaugöffnungen versehen ist, um das nach der Druckentspannung austretende
Lösungsmittel über Absaugung und Kondensation rückzugewinnen. Dadurch wird der Energiebedarf
für die Entfernung von Restlösungsmittel erheblich gesenkt, da die Preßgutwärme zum
Verdampfen des Lösungsmittels ausgenützt wird.
[0049] Wie oben bereits erwähnt, kann die beim erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Vorrichtung
auch dazu verwendet werden, Triglyceride im Rohstoff während des Verpressens katalytisch
umzuestern. Dazu wird statt des Extraktionsmittels ein Gemisch aus Alkohol und Katalysator
durch die Öffnungen 8 bzw. 9 in den Rohstoff eingebracht. Die den Preßkörper 1 verlassende
Flüssigkeit 4 bzw. 4a ist in diesem Fall ein Gemisch aus Ester, Glycerin, Alkohol
und Katalysator, aus welchem der Ester auf bekannte Weise gewonnen werden kann.
[0050] Bei der Umesterung sollte der zerkleinerte Rohstoff nicht mehr als 0,5% Wasser enthalten.
Zweckmäßigerweise wird der zu verarbeitende Rohstoff bereits vor der Verpessung mit
Alkohol/Katalysator-Gemisch etwa 20-30 Minuten in Kontakt gebracht.
[0051] Die Verwendung der beschriebenen Preßschnecke gestattet, Umesterungsgrade von über
99% zu erreichen.
1. Verfahren zum Gewinnen von Ölen durch Verpressen und Extrahieren eines ölhaltigen
oder extrahierbare Substanzen haltigen Rohstoffes in Gegenwart von überkritischem
Kohlendioxid oder eines überkritischen Kohlenwasserstoffes als Extraktionsmittel,
wobei ein Öl oder extrahierbare Substanzen/Extraktionsmittelgemisch erhalten wird,
aus welchem das Extraktionsmittel entfernt wird, wobei
der Rohstoff zerkleinert und unter Verwendung einer Vorrichtung verpreßt wird, welche
Vorrichtung eine Zuführüng (2) für den Rohstoff, einen Preßkörper (1) mit einer darin
beweglich gelagerten Preßschnecke (5), Mittel (8; 9) zum Einbringen des Extraktionsmittels
in den Preßkörper (1), und eine Austrittsöffnung (6) für den verpreßten Rohstoff aufweist,
wobei
- eine einzige Preßschnecke (5) vorgesehen.ist, die sich in einem Preßkörper (1) befindet
und den Rohstoff (3) aus der Zuführung (2) in den Preßkörper (1) und von dort unter
Verpressen zu einer Austrittsöffnung (6) befördert, und
- der Preßkörper (1) mit einem Mantel (7) druckfest gegen die Umgebung abgedichtet
ist, und
wobei gleichzeitig das Extraktionsmittel unter Druck in den Rohstoff eingebracht
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichet, daß das Mittel (8; 9) zum Einbringen
des Extraktionsmittels in den Preßkörper (1) öffnungen sind, die in.der Preßschnecke
(5) und/oder im Preßkörper (1) vorgesehen sind, durch welche ein flüssiges Extraktionsmittel
unter Druck in den im Preßkörper (1) befindlichen Rohstoff eingebracht werden kann.
3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (7) eine Wanne (7a) zur Sammlung des aus dem Preßkörper (1) austretenden
Öl/Extraktionsmittelgemisches aufweist.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanne (7a) mit einem Auslaß (10) für das Öl/Extraktionsmittelgemisch versehen
ist, welcher Auslaß (10) gasdicht und druckfest mit einem Druckbehälter verbunden
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der zerkleinerte Rohstoff vor dem Verpressen mit einer öllösenden Flüssigkeit behandelt
wird.
1. A process for the production of oils by pressing and extracting a raw material containing
oleiferous or extractable substances in the presence of supercritical carbon dioxide
or a supercritical hydrocarbon as an extraction agent, wherein an oil or extractable
substances/extraction agent mixture is obtained from which the extraction agent is
removed,
characterised in that
said raw material is comminuted and pressed using a device, said device having an
inlet (2) for the raw material, a pressing body (1) with a movable press screw (5)
being movably mounted therein, means (8; 9) for introducing the extraction agent into
the pressing body (1) and a discharge outlet (6) for the raw material pressed, wherein
- one single press screw (5) is provided which is arranged in a pressing body (1)
and transports the raw material (3) out of the inlet (2) into the pressing body (1)
and from there to a discharge outlet (6) while pressing is effected, and
- the pressing body (1) is sealed in pressure-tight manner relative to the environment
by means of a jacket (7) and
- wherein said extraction agent is simultaneously introduced under pressure into the
raw material.
2. A process according to claim 1, characterised in that said means (8; 9) for introducing the extraction agent into the pressing body (1)
are outlets provided in the press screw (5) and/ or in the pressing body (1), through
which a liquid extraction agent may be introduced under pressure into the raw material
present in the pressing body (1).
3. A process according to one of claims 1 or 2, characterised in that the jacket (7) comprises a tub (7a) for collecting the oil/extraction agent mixture
emerging from the pressing body (1).
4. A method according to one of the claims 1 to 3, characterised in that the tub (7a) is provided with an outlet (10) for the oil/extraction agent mixture,
said outlet being connected in a gas-tight and pressure-tight manner to a pressure
container.
5. A process according to one of the claims 1 to 4, characterised in that the comminuted raw material is treated with an oil-dissolving liquid prior to pressing.
1. Procédé pour recueillir des huiles par pressage et extraction d'une matière première
contenant de l'huile ou contenant des substances extractibles en présence de dioxyde
de carbone surcritique ou d'un hydrocarbure surcritique en obtenant une huile ou un
mélange de substances extractibles et d'agent d'extraction, dont l'agent d'extraction
est éliminé, dans lequel
on fragmente la matière première et on la presse en utilisant un dispositif qui
comprend une entrée (2) pour la matière première, un pressoir (1) ayant une vis (5)
sans fin de pressage qui y est montée mobile à l'intérieur, des moyens (8, 9) d'introduction
de l'agent d'extraction dans le pressoir (1) et une ouverture de sortie de la matière
première pressée, dans lequel
- il est prévu une vis (5) sans fin de pressage unique qui se trouve dans un pressoir
(1 ) et la matière première (3) est transportée de l'entrée (2) au pressoir (1) et
de là avec compression vers une ouverture (6) de sortie et
- le pressoir (1) est rendu étanche vis-à-vis de l'extérieur d'une manière résistante
à la pression par un chemisage (7) ; et
dans lequel on introduit en même temps l'agent d'extraction sous pression dans
la matière première ;
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les moyens (8, 9) d'introduction de l'agent d'extraction dans le pressoir (1) sont
des ouvertures qui sont ménagées dans la vis (5) sans fin de pressage et/ou dans le
pressoir (1) et par lesquels un agent d'extraction liquide peut être introduit sous
pression dans la matière première se trouvant dans le pressoir (1).
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le chemisage (7) comporte un bac (7a) pour collecter le mélange huile-produit d'extraction
sortant du pressoir (1).
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le bac (7a) est pourvu d'une évacuation (10) pour le mélange huile-produit d'extraction,
ladite évacuation (10) étant reliée, de manière étanche aux gaz et à l'épreuve de
la pression, à un réservoir sous pression.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on traite la matière première fragmentée avant le pressage par un liquide apte
à dissoudre l'huile.