[0001] Die Erfindung betrifft einen gurtstrafferfesten Verschluß für Sicherheitsgurte, mit
einem lasttragenden Rahmen, an dem ein Riegel beweglich gelagert ist, welcher in seiner
Schließstellung an einer Steckzunge angreift, mit einer Lösetaste, durch deren Betätigung
der Riegel in die Öffnungsstellung zur Freigabe der Steckzunge verschiebbar ist, und
mit einem am Rahmen gelagerten, mehrarmigen Sperrhebel zum Verhindern des selbsttätigen
Verschiebens der Lösetaste, wobei ein erster Arm des Sperrhebels an der Lösetaste
angelenkt ist und die auf den Sperrhebel von außen einwirkenden Trägheitskräfte sowie
sein eigenes Trägheitsmoment ein Gesamtträgheitsmoment um seine Schwenkachse ergeben,
das ein selbsttätiges Verschieben der Lösetaste bei abrupter Geschwindigkeitsänderung
des Verschlusses bei einem Gurtstraffvorgang verhindert.
[0002] Ein gattungsgemäßer Verschluß ist aus der EP 0 557 983 A1 bekannt. Der bei diesem
Verschluß vorgesehene Sperrhebel ist an einem Arm an der Lösetaste angelenkt und beschränkt
mit einem klauenförmigen Ende des zweiten Armes die Bewegung eines Sperrstiftes, der
den Riegel in der Schließstellung hält. Das selbsttätige Öffnen des Schlosses bei
Verwendung eines Gurtstraffers zu Beginn oder am Ende des Rückstrammhubes, wenn die
Massenträgheiten der Teile zum Öffnen der Lösetaste führen können, soll bei dem bekannten
Verschluß folgendermaßen verhindert werden: Um das Öffnen der Lösetaste beim abrupten
Verzögern am Ende des Rückstrammhubes zu vermeiden, ist der Schwerpunkt des Sperrhebels
so zu seiner Schwenkachse angeordnet, daß die Summe der Drehmomente um die Schwenkachse
den Sperrhebel in seine Schließstellung drückt. Das Öffnen beim abrupten Beschleunigen
zu Beginn des Rückstrammhubes soll dadurch ausgeschlossen sein, daß das Trägheitsmoment
des Sperrhebels so groß ist, daß eine Drehbewegung vermieden wird oder daß sie nur
zu einer kleinen, das Schloß nicht öffnenden Bewegung führt. Theoretisch ist jedoch
nie auszuschließen, daß in bestimmten Ausnahmesituationen Beschleunigungkräfte auftreten,
die groß genug sind, um eine zum Öffnen der Lösetaste ausreichend große Bewegung des
Sperrhebels zu bewirken. Schon kleine Öffnungsbewegungen sind deshalb auszuschließen.
[0003] Die Erfindung schafft einen gurtstrafferfesten Verschluß, bei dem das selbsttätige
Verschieben der Lösetaste bei starker Beschleunigung ebenso wie bei starker Verzögerung
selbst in Ausnahmesituationen ausgeschlossen ist. Dies wird bei einem Verschluß der
eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch einen an einem zweiten Arm des Sperrhebels
derart beweglich gelagerten Massekörper erreicht, daß der Massekörper bei abrupter
Geschwindigkeitsänderung in einer Bewegungsvorrichtung eine Trägheitskraft auf den
zweiten Arm überträgt und daß in Gegenrichtung durch eine Bewegung relativ zum Arm
die Kraftübertragung vom Massekörper auf den Sperrhebel zumindest im wesentlichen
unterbrochen ist. Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, daß das Massenträgheitsmoment
des Sperrhebels zum Verriegeln der Lösetaste nur bei Geschwindigkeitsänderung in einer
Richtung zum Sperren der Lösetaste beiträgt, in der Gegenrichtung jedoch sogar zum
Öffnen der Lösetaste beitragen kann. Während bei dem bekannten Verschluß der Sperrhebel
einen einstückig an ihm angeformten Fortsatz aufweist, der zur Verlagerung des Schwerpunkts
dient, ist beim erfindungsgemäßen Verschluß ein Sperrhebel mit einem eigenen Massekörper
vorgesehen, der beweglich am Sperrhebel gelagert ist. Damit ist das Gesamtträgheitsmoment
um die Schwenkachse des Sperrhebels beim Beschleunigen und Verzögern unterschiedlich
groß, wodurch das selbsttätige Verschieben der Lösetaste ausgeschlossen werden kann.
[0004] Vorzugsweise ist der Massekörper in der einen Bewegungsrichtung mit dem zweiten Arm
gekoppelt und in Gegenrichtung durch die Relativbewegung zum zweiten Arm von diesem
entkoppelt, so daß er nur einen Teil oder vorzugsweise überhaupt keine Trägheitskraft
auf den zweiten Arm des Sperrhebels ausübt. Das Entkoppeln in einer Richtung kann
beispielsweise durch ein im Massekörper vorgesehenes Langloch ermöglicht werden, in
das sich der zweite Arm erstreckt und das eine Relativbewegung in einer Richtung zuläßt.
Durch geeignete Sperrmechanismen, z.B. Rastklinken, ist der Massekörper in der anderen
Richtung mit dem zweiten Arm gekoppelt.
[0005] Das Unterbrechen der Kraftübertragung vom Massekörper zum Sperrhebel erfolgt vorzugsweise
dadurch, daß der Massekörper bei einer starken Geschwindigkeitsänderung in der Gegenrichtung
aufgrund seiner Relativbewegung zum zweiten Arm auf einen rahmenfesten Anschlag trifft
und sich an diesem zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig abstützt. Durch die
Abstützung am Anschlag leitet der Massekörper eine geringe oder vorzugsweise keine
Trägheitskraft in den Sperrhebel ein.
[0006] Der Massekörper kann translatorisch verschiebbar am zweiten Arm gelagert sein. Bei
der bevorzugten Ausführungsform ist er jedoch drehbeweglich und exzentrisch zu seinem
Schwerpunkt am zweiten Arm gelagert, wobei der rahmenfeste Anschlag einen ersten Drehanschlag
für den Massekörper bildet. Ein relativ zum ersten Drehanschlag in entgegengesetzter
Drehrichtung des Massekörpers wirkender zweiter Drehanschlag wird durch einen Abschnitt
des zweiten Arms selbst gebildet, an dem der Massekörper anschlagen kann. In der Schließstellung
des Sperrhebels liegt der Massekörper am zweiten Drehanschlag an oder hat nur einen
geringen Abstand von diesem, so daß die Trägheitskraft des Massekörpers bei abrupter
Geschwindigkeitsänderung in entsprechender Richtung sofort in den Sperrhebel eingeleitet
wird.
[0007] Bei der bevorzugten Ausführungsform liegt eine oder liegen beide Drehanschläge, parallel
zur Betätigungsrichtung der Lösetaste gesehen, auf Höhe des Schwerpunkts des Massekörpers.
Für den ersten Drehanschlag bedeutet dies, daß sich der Massekörper vollständig an
ihm abstützt und der Massekörper deshalb keine Trägheitskraft auf den Sperrhebel ausübt.
Damit ist der Kraftübertragungsweg zur Einleitung einer Trägheitskraft in den Sperrhebel
vollständig unterbrochen.
[0008] Vorzugsweise erfolgt die Unterbrechung der Kraftübertragung vom Massekörper auf den
Sperrhebel beim Beschleunigen des Verschlusses. Die Trägheitskraft des Massekörpers
zum Verhindern des Verschiebens der Lösetaste wirkt deshalb nur beim Verzögern am
Ende des Rückstrammhubes.
[0009] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und aus den nachfolgenden Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Figur 1 eine perspektivische Darstellung, mit teilweise weggeschnittenen Teilen, des
erfindungsgemäßen Verschlusses gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 2 eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemäßen Verschlusses in der
Schließstellung, anhand der das Wirkprinzip des Verschlusses erläutert werden soll;
- Figuren 3 und 4 den in Figur 2 dargestellten Verschluß bei teilweise bzw. vollständig
gedrückter Lösetaste;
- Figur 5 den Verschluß nach Figur 2 bei abrupter Beschleunigung zu Beginn des Rückstrammhubes;
und
- Figur 6 den Verschluß nach Figur 2 bei abrupter Verzögerung am Ende des Rückstrammhubes.
[0010] In Figur 1 ist ein gurtstrafferfester Verschluß 1 für Sicherheitsgurte gezeigt, der
an einem nicht gezeigten Beschlagteil mit einem daran angeschlossenen, ebenfalls nicht
gezeigten Gurtstraffer befestigt ist. Der Verschluß 1 weist eine Gehäuseplatte 3 mit
einem daran befestigten, lasttragenden Rahmen 5 auf. Der Rahmen 5 besteht, funktional
gesehen, aus fünf verschiedenen Teilen, nämlich einem Führungsblock 7, einem rechten
und einem nicht gezeigten, spiegelbildlichen linken Längsträger 9 sowie einem linken
und einem rechten ersten Drehanschlag 11. Das hohle Innere des Führungsblocks 7 dient
als Führung für einen senkrecht zur Gehäuseplatte 3 beweglichen Riegel 13, der in
der in Figur 1 gezeigten Schließstellung nach unten gedrückt ist. Eine zwischen den
Längsträgern 9 und durch den Führungsblock 7 hindurchführende, parallel zur Längsachse
der Gehäuseplatte 3 verschiebbar an ihr gelagerte Lösetaste 15 weist an ihrem führungsblockseitigen
Ende zwei parallele Längsstege 17 auf, zwischen denen eine Einsteckbahn 19 für eine
Steckzunge (nicht gezeigt) gebildet wird. Die Lösetaste 15 dient dazu, den Riegel
13 in seine Öffnungsstellung zu verschieben. Bei im Verschluß 1 verrasteter Steckzunge
greift der Riegel 13 an dieser an, wogegen er in seiner Öffnungsstellung die Steckzunge
freigibt. Rampenflächen 21 an der Innenseite jedes Längssteges 17 greifen an entsprechenden
Flächen des Riegels 13 an, um diesen nach oben in seine Öffnungsstellung zu bewegen.
[0011] Die Lösetaste 15 hat zwei seitliche, einander gegenüberliegende Kulissenführungen,
von denen nur die rechte Kulissenführung 23 gezeigt ist. Die Kulissenführung 23 ist
geschlossen, wobei in Figur 1 der obere Teil zur besseren Sichtbarkeit von dahinterliegenden
Teilen weggebrochen ist. In der Kulissenführung 23 ist das seitlich abgekröpfte, freie
Ende 25 eines ersten Armes 27 eines zweiarmigen Sperrhebels 29, der in den Figuren
2 bis 6 besser zu erkennen ist, gelagert. Der Sperrhebel 29 ist über einen vorstehenden
stiftartigen Abschnitt 31 an seinen beiden seitlichen Enden drehbar an den Längsträgern
9 gelagert und erstreckt sich nahezu über die gesamte Breite des Verschlusses 1. Ein
zum ersten Arm 27 entgegengesetzter, zweiter Arm 33 ist in den Figuren 2 bis 6 deutlicher
zu erkennen. Dessen freies Ende 35 erstreckt sich quer über die Breite des Verschlusses
1 und dient als Drehlager für einen Massekörper 37. Der Massekörper 37 besteht aus
zwei einander gegenüberliegenden Teilmassen 39 und einem Verbindungssteg 41. Jede
Teilmasse 39 weist im wesentlichen die Form eines Halbzylinders auf, wobei die Krümmungsachse
der zylindrischen Außenoberfläche mit der Schwenkachse 46 des Sperrhebels 29 zusammenfällt.
Die ersten Drehanschläge 11 haben eine an die zylindrische Außenoberfläche angepaßte
konkav gekrümmte Fläche, deren Krümmungsachse ebenfalls mit der Schwenkachse 46 des
Sperrhebels 29 zusammenfällt. Der Abstand zwischen der konkaven Fläche 43 jedes ersten
Drehanschlags 11 zu der zugehörigen Teilmasse 39 ist, wie Figur 2 zu entnehmen ist,
sehr gering, so daß nur ein schmaler Spalt zwischen diesen Teilen gebildet wird. Jede
Teilmasse 39 weist in einer Ebene rechtwinklig zur Schwenkachse 46 des Sperrhebels
29 eine Führungsnut 45 auf, in die der entsprechende Längsträger 9 des Rahmens 5 eindringt,
so daß sich eine seitliche Führung für die Teilmasse 39 ergibt.
[0012] Der weitere Aufbau des Verschlusses 1 wird im folgenden anhand von Figur 2 noch näher
erläutert, wobei einzelne Teile gegenüber der Darstellung in Figur 1 teilweise vereinfacht
wiedergegeben sind. In Figur 2 ist insbesondere die Anlenkung des Sperrhebels 29 besser
zu erkennen. Das freie Ende 25 des ersten Arms ragt, wie gesagt, in die Kulissenführung
23 in der Lösetaste 15. Die Kulissenführung 23 weist zwei Abschnitte auf, nämlich
einen Abschnitt 47, der sich rechtwinklig zur Gehäuseplatte 3 erstreckt, und einen
Abschnitt 49, der parallel zur Gehäuseplatte 3 verläuft und in den Abschnitt 47 übergeht.
In der in Figur 2 dargestellten Schließstellung, in der der Sperrhebel 29 annähernd
rechtwinklig zur Gehäuseplatte 3 steht, ist das Ende 25 im Abschnitt 47 gelegen und
hat nur einen geringen Abstand von der Wandung.
[0013] Der Massekörper 37 weist zu seiner Drehlagerung eine Aufnahmeöffnung 51 auf, die
sich tief in sein Inneres erstreckt. Die tiefste Stelle der Aufnahmeöffnung 51 ist
der Form des Endes 35 des zweiten Arms 33 entsprechend gerundet, so daß das Ende 35
ein Drehlager für den Massekörper 37 bildet. Der Schwerpunkt 54 des Massekörpers 37
liegt zwischen der Schwenkachse 46 und der Drehachse 53, die durch das Ende 35 gebildet
wird. Zwei einander gegenüberliegende Abschnitte der Aufnahmeöffnung 51 sind unterschiedlich
gestaltet. Ein dem ersten Drehanschlag 11 zugewandter Abschnitt 55 verläuft so schräg
nach außen, daß die Aufnahmeöffnung 51 ein Drehen des Massekörpers 37 um die Drehachse
53 im Gegenuhrzeigersinn erlaubt. Dergegenüberliegende Abschnitt hat hingegen einen
nach innen ragenden Vorsprung, der in der Schließstellung den Arm 33 berührt, so daß
der Arm 33 in diesem Bereich einen zweiten Drehanschlag 57 für den Massekörper 37
bildet. Der zweite Drehanschlag 57 wirkt im Vergleich zu dem ersten Drehanschlag 11
in der entgegengesetzten Drehrichtung.
[0014] Zum Verschieben des Riegels 13 in seine Öffnungsstellung muß die Lösetaste 15 in
Pfeilrichtung gemäß Figur 2 gedrückt werden. Aufgrund des geringen seitlichen Abstands
des Endes 25 von der Wandung im Bereich des Abschnitts 47 wird bereits bei geringem
Betätigen der Lösetaste 15 der Sperrhebel 29 im Uhrzeigersinn geschwenkt, bis er,
wie in Figur 3 gezeigt, relativ schräg steht und sich schließlich, gemäß Figur 4,
das Ende 25 am Ende des Abschnitts 49 der Kulissenführung 23 befindet. Aufgrund seines
zur Drehachse 53 exzentrischen Schwerpunkts 54 wird sich der Massekörper 37 zwar geringfügig
so entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, daß er die Fläche 43 berührt, jedoch wird die
zylindrische Außenoberfläche des Massekörpers 37 auf der entsprechend geformten Fläche
43 gleiten.
[0015] In Figur 5 sind die Bewegungen der Teile zueinander bei Beschleunigung in Pfeilrichtung
zu Beginn eines Rückstrammhubes gezeigt. Die Lösetaste 15 drückt dabei aufgrund ihrer
trägen Masse mit einem Hebelarm L1 von der Schwenkachse 46 nach rechts. Der Schwerpunkt
des Sperrhebels 39 liegt in etwa auf Höhe der Schwenkachse 46, so daß er selbst kein
Drehmoment aufgrund seiner eigenen Trägheit erzeugt. Der relativ schwere Massekörper
37 hingegen hat eine träge Masse, die eine Kraft F2 erzeugt. Diese Kraft würde ein
Drehmoment im Sperrhebel 29 erzeugen, das groß genug wäre, um die Lösetaste 15 nach
links in die Öffnungsstellung zu drücken. Da der Massekörper 37 jedoch exzentrisch
drehgelagert ist, verschwenkt er relativ zu seiner Drehachse 53 entgegen dem Uhrzeigersinn
und stößt sofort mit seiner Außenfläche am zweiten Drehanschlag 11 an. Da der mit
X gekennzeichnete Bereich des Anschlags 11 in etwa auf Höhe des Schwerpunkts 54 liegt,
stützt sich der Massekörper 37 vollständig am zweiten Drehanschlag 11 ab, so daß er
keine Kraft in den Sperrhebel 29 einleitet. Die Lösetäste 15 kann damit durch den
Sperrhebel 29 nicht in Bewegung versetzt werden. Ein alternativ vorgesehener minimaler
Leerhub zwischen dem ersten Arm und der linken Wandung des Abschnitts 47 kann ausschließen,
daß beim Beginn des Drehens des Massekörpers 37 eine geringe in den Sperrhebel 39
eingeleitete Kraft zum Verschieben der Lösetaste 15 führt. Der Massekörper 37 ist
ferner auf seiner zylindrischen Außenfläche auf Höhe des Schwerpunkts abgekantet.
Damit ergibt sich eine Verriegelungskante 59, die parallel zu der Schwenkachse 46
und der Drehachse 53 verläuft. Wenn diese Verriegelungskante 59 als relativ scharfe
Kante ausgebildet ist und der Massekörper 37 bei Beschleunigung gemäß Figur 5 an die
Fläche 43 anschlägt, kann die Verriegelungskante 59 ein Abgleiten der Oberfläche des
Massekörpers 37 an der Fläche 43 beim Auftreffen der Oberflächen zusätzlich verhindern.
[0016] Figur 6 zeigt die Kräfteverhältnisse am Verschluß 1 am Ende des Rückstrammhubes,
wenn der Verschluß 1 plötzlich abgebremst wird, so daß sich eine Verzögerung in Pfeilrichtung
ergibt. Der erste Drehanschlag 11 wirkt bei dieser Verzögerung nicht, sondern nur
der zweite Drehanschlag 57. Aufgrund seiner trägen Masse dreht sich der Massekörper
37 im Uhrzeigersinn und schlägt, wenn er nicht bereits in der Schließstellung am zweiten
Drehanschlag 57 anliegt, nach minimalem Verschwenkweg an diesem an (vgl. den mit Y
gekennzeichneten Bereich). Massekörper 37 und Sperrhebel 29 sind in dieser Bewegungsrichtung
kräftemäßig miteinander verbunden. Damit wird mit einem Hebelarm L2 eine Kraft F2
in den Sperrhebel 29 eingeleitet. Das entsprechende Drehmoment aufgrund des schweren
Massekörpers 37 um die Schwenkachse 46 ist wesentlich größer als das durch die träge
Masse der Lösetaste 15 in den Sperrhebel 29 eingeleitete Drehmoment, das durch den
Massekörper 37 überkompensiert wird. Somit verhindert der Massekörper 37 stets ein
selbsttätiges Verschieben der Lösetaste 15.
[0017] Der gezeigte Verschluß ist gegen Verschieben der Lösetaste 15 aufgrund abrupter Geschwindigkeitsänderungen
beim Gurtstraffen in den beiden entgegengesetzten Bewegungsrichtungen gesichert.
1. Gurtstrafferfester Verschluß für Sicherheitsgurte, mit einem lasttragenden Rahmen
(5), an dem ein Riegel (13) beweglich gelagert ist, welcher in seiner Schließstellung
an einer Steckzunge angreift, mit einer Lösetaste (15), durch deren Betätigung der
Riegel (13) in die Öffnungsstellung zur Freigabe der Steckzunge verschiebbar ist,
und mit einem am Rahmen (5) um eine Schwenkachse (46) schwenkbar gelagerten, mehrarmigen
Sperrhebel (29) zum Verhindern des selbsttätigen Verschiebens der Lösetaste (15),
wobei ein erster Arm (27) des Sperrhebels (29) an der Lösetaste (15) angelenkt ist
und die auf den Sperrhebel (29) von außen einwirkenden Trägheitskräfte sowie sein
eigenes Trägheitsmoment ein Gesamtträgheitsmoment um seine Schwenkachse (46) ergeben,
das ein selbsttätiges Verschieben der Lösetaste (15) bei abrupter Geschwindigkeitsänderung
des Verschlusses (1) bei einem Gurtstraffvorgang verhindert, gekennzeichnet durch
einen an einem zweiten Arm (33) des Sperrhebels (29) derart beweglich gelagerten Massekörper
(37), daß der Massekörper (37) bei abrupter Geschwindigkeitsänderung in einer Bewegungsrichtung
eine Trägheitskraft auf den zweiten Arm (33) überträgt und daß in Gegenrichtung durch
eine Bewegung relativ zum zweiten Arm (33) die Kraftübertragung vom Massekörper (37)
auf den Sperrhebel (29) zumindest im wesentlichen unterbrochen ist.
2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei der abrupten Geschwindigkeitsänderung
in der einen Bewegungsrichtung der Massekörper (37) mit dem zweiten Arm (33) gekoppelt
ist und in Gegenrichtung durch die Relativbewegung zum zweiten Arm (33) von diesem
entkoppelt ist und nur einen Teil der oder keine Trägheitskraft auf den Sperrhebel
(29) überträgt.
3. Verschluß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper (37)
bei einer starken Geschwindigkeitsänderung aufgrund seiner Relativbewegung zum zweiten
Arm (33) auf einen rahmenfesten Anschlag trifft und sich an diesem zumindest teilweise
abstützt, wodurch der Kraftübertragungsweg zum zweiten Arm (33) zumindest im wesentlichen
unterbrochen ist.
4. Verschluß nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper
(37) drehbeweglich am zweiten Arm (33) und exzentrisch zu seinem Schwerpunkt (54)
gelagert ist und der rahmenfeste Anschlag einen ersten Drehanschlag (11) bildet.
5. Verschluß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Drehanschlag (57),
der relativ zum ersten in entgegengesetzter Drehrichtung des Massekörpers (37) wirkt,
durch einen Abschnitt des zweiten Arms (33) gebildet ist, an dem der Massekörper (37)
anschlagen kann.
6. Verschluß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper (37) in der
Schließstellung des Sperrhebels (29) am zweiten Drehanschlag (57) anliegt oder nur
einen geringen Abstand von diesem hat.
7. Verschluß nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper (37)
zu seiner Lagerung eine Aufnahmeöffnung (51) aufweist und an deren tiefster Stelle
am freien Ende (35) des zweiten Arms (33) anliegt, wobei ein Abschnitt der Aufnahmeöffnung
(51) am zweiten Drehanschlag (57) anschlagen kann.
8. Verschluß nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß einer der
beiden oder beide Drehanschläge (11, 57), parallel zur Betätigungsrichtung der Lösetäste
(15) gesehen, auf Höhe des Schwerpunkts (54) des Massekörpers (37) liegen.
9. Verschluß nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper (37) auf Höhe
seines Schwerpunkts (54) eine Verriegelungskante (59) an seiner Außenseite aufweist,
mit der er auf den ersten Drehanschlag (11) auftrifft.
10. Verschluß nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Anschlagen
des Massekörpers (37) dienende Fläche (43) des ersten Drehanschlags (11) im Schnitt
kreisbogenförmig und konkav geformt ist, wobei der Krümmungsmittelpunkt auf die Schwenkachse
(46) des Sperrhebels (29) fällt.
11. Verschluß nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper (37) teilweise
eine im Schnitt kreisbogenförmige und konvexe Außenfläche aufweist, die geringfügig
von der Fläche (43) des ersten Drehanschlags (11) beabstandet ist und deren Krümmungsmittelpunkt
auf die Schwenkachse (46) des Sperrhebels (29) fällt.
12. Verschluß nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper
(37) mindestens eine in einer Ebene rechtwinklig zur Schwenkachse (46) des Sperrhebels
(29) verlaufende Führungsnut (45) aufweist, in die sich ein Längsträger (9) des Rahmens
(5) erstreckt.
13. Verschluß nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß sich der
Massekörper (37) aus zwei seitlich am Verschluß (1) angeordneten Teilmassen (39) und
einem Verbindungssteg (41) zusammensetzt und daß jeder Teilmasse (39) entsprechende
Drehanschläge (11, 57) zugeordnet sind.
14. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Massekörper
(37) translatorisch verschiebbar am zweiten Arm (33) gelagert ist.
15. Verschluß nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterbrechung
der Kraftübertragung vom Massekörper (37) auf den Sperrhebel (25) beim Beschleunigen
des Verschlusses (1) zu Beginn des Rückstrammhubes erfolgt.
16. Verschluß nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegel
(13) rechtwinklig zu einer Einsteckbahn (19) für die Steckzunge im Rahmen (5) geführt
ist.
17. Verschluß nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
Arm (27) des Sperrhebels (29) durch eine Kulissenführung (23) an der Lösetaste (15)
angelenkt ist.