[0001] Die Erfindung betrifft ein Thermotransferfarbband für lumineszierende Schriftzeichen
bzw. Codierungen.
[0002] Moderne Sortiermaschinen, wie sie bei der Sortierung einer Vielzahl von Objekten,
wie z.B. Briefen, eingesetzt werden, sprechen auf eine dem menschlichen Auge nicht
notwendig sichtbare lumineszierende Codierung an. Zu diesem Zweck werden die zu sortierenden
Stücke vor dem Sortiervorgang mit Zeichen versehen, die einen Lumineszenzstoff enthalten.
Hierzu werden verstärkt Thermotransferfarbbänder verwendet, die eine Schicht einer
Thermotransferfarbe mit einem darin enthaltenen Lumineszenzpigment aufweisen. Die
lumineszierende Transferfarbe, die auf die Substratoberfläche übertragen wird, ist
sehr dünn und für die visuelle Betrachtung transparent.
[0003] Lumineszierende Farben haben die Eigenschaft, ultraviolettes Licht und sichtbares
Licht im blauen Teil des Spektrums zu absorbieren und diesen absorbierten Teil am
unteren Ende des Spektrums wieder auszustrahlen. Von der großen Anzahl organischer
Verbindungen, die unter der Einwirkung kurzwelliger Strahlen sichtbares Licht ausstrahlen,
eignen sich als Lumineszenzfarbstoffe oder Lumogene nur solche Substanzen, die in
festem, ungelöstem Zustand durch eine intensive Fluoreszenz ausgezeichnet sind. Von
größtem technischen Interesse sind die Lumineszenzfarbstoffe, die im Tageslicht farbig
fluoreszieren und als Tageslicht-Fluoreszenzpigmente verwendet werden. Lösliche derartige
Farbstoffe sind z.B. Rhodamin, Eosin, Brillantsulfoflaven FF sowie das stark gelbgrün
fluoreszierende Pyranin, ferner Farbpigmente, z.B. das 2,2-Dihydroxy-alpha-naphthaldiazin
und das Anthrapyrimidin. Da die Farbstoffe organischer Natur sind, ist es notwendig,
sie in einem organischen Medium oder Träger zu lösen. Vorwiegend verwendet man angefärbte
Trägerstoffe, z.B. pulverisierte Polrmerisate, die mit löslichen Farbstoffen oder
fein verteilten Pigmenten angefärbt sind. Der Materialtyp, der den Erfordernissen
eines Trägers oder einer Matrix für die Farbstoffe entspricht, sind transparente organische
Harze. Durch Umsetzen saurer Polyesterharze mit basischen Farbstoffen oder durch Pulverisieren
erstarrter Farbstofflösungen erhält man ebenfalls angefärbte Trägerstoffe. Auch Harnstoff-Formaldehydharze,
Acrylharze und Melaminharze werden als Träger verwendet, auf denen die Farbstoffe
gegebenenfalls verlackt werden. Tageslicht-Fluoreszenzpigmente sind also organische
Kunststoffteilchen, die mit fluoreszierenden Farbstoffen eingefärbt sind. Die physikalische
Struktur der Pigmentteilchen ist vorwiegend amorph. Die Tageslicht-Fluoreszenzpigment
kommen unter den Bezeichnungen Lumogene (BASF), Day-Glo® Colors, Goldfire-Colors,
Fluorzink oder Brillink-Leuchtfarben in den Handel.
[0004] Thermotransferbänder sind seit längerem bekannt. Sie weisen auf einem folienartigen
Träger, beispielsweise aus Papier, einem Kunststoff oder dergleichen, eine Thermotransferfarbe
auf insbesondere in Form einer kunststoff- und/oder wachsgebundenen Farbmittel- oder
Rußschicht. Die Thermotransferfarbe wird bei der Thermodrucktechnik mittels eines
Wärmedruckkopfes erweicht und auf ein Substrat übertragen. Thermische Drucker bzw.
Wärmedruckköpfe, die für diesen Vorgang verwendet werden können, sind beispielsweise
aus den DE-ASen 20 62 495 und 24 06 613 sowie der DE-OS 32 24 445 bekannt. Im einzelnen
kann dabei z.B. wie folgt vorgegangen werden: Auf dem Wärmedruckkopf des Druckers
wird ein aus beheizten Punkten bestehender und auf ein Papierblatt aufzudruckender
Buchstabe ausgebildet. Der Wärmedruckkopf drückt das Thermotransferband auf ein zu
beschreibendes Papier. Der aufgeheizte Buchstabe des Wärmedruckkopfes mit einer Temperatur
von bis zu etwa 400°C führt dazu, daß die Thermotransferfarbe an der beheizten Stelle
erweicht und auf das damit in Kontakt stehende Papierblatt übertragen wird. Der benutzte
Teil des Thermotransferbandes wird dann einer Spule zugeführt.
[0005] Beim Drucken können sog. serielle Drucker oder Liniendrucker eingesetzt werden. Die
seriellen Drucker arbeiten mit einem relativ kleinen beweglichen Druckkopf bis ca.
1 cm
2. Auf ihm befinden sich senkrecht zur Schreibrichtung 1 oder 2 Dot-Reihen (Dot = ansteuerbarer
Heizpunkt). Der Dot-Durchmesser liegt zwischen etwa 0,05 bis 0,25 mm. Die Zahl der
Dots pro Dot-Reihe liegt zwischen 6 bis 64, was einer Auflösung von 2 bis 16 Dots/mm
entspricht. Charakteristisch an dem seriellen Thermokopf ist es, daß er beim Druckvorgang
waagerecht zur Transportrichtung des Papiers bewegt wird. Im Gegensatz zum seriellen
Druckkopf handelt es sich bei einem Liniendruckkopf um einen stationären Kopf bzw.
Leiste. Da die Druckleiste nicht beweglich ist, muß sie die Breite des zu bedruckenden
Substrats überspannen. Auflösung und Dot-Größe entsprechen denen serieller Köpfe.
[0006] Wenn lumineszierendes Material auf der Oberfläche von weißem Papier abgeschieden
ist, so dient die Weiße des Papiers als Lichtreflektor. Der größte Teil des einfallenden
Lichts wird vom Papier zurück durch das aufgedruckte lumineszierende Material reflektiert.
Das vom Beobachter wahrgenommene reflektierte Licht enthält sowohl einfallendes Licht
als auch Lumineszenzlicht.
[0007] Wenn das Lumineszenzmaterial auf die Oberfläche eines dunkel gefärbten Papiers übertragen
wird, so wird ein Teil des einfallenden Lichts, das die Lumineszenzschicht passiert
hat, durch das Papier absorbiert. Die Menge des durch Rückreflexion verfügbaren Lichts
wird vermindert. Außerdem wird der Anteil des von der Lumineszenzfarbschicht emittierten
Lichtes absorbiert, der in Richtung der Papieroberfläche abgestrahlt wird.
[0008] Zum Ausgleich von Lumineszenzintensitätsdifferenzen, die auf die Art des Trägers
zurückzuführen sind, schlägt die DE-OS 30 42 526 ein Fluoreszenzdruckband vor, das
durch die Zugabe eines Sperrmaterials zum Fluoreszenzpigmentmaterial gekennzeichnet
ist, um die Absorption des einfallenden Lichts in dem Medium zu blockieren, auf welches
der Pigment- und der Sperrüberzug während des Druckens übertragen werden. Das Sperrmaterial
wird bevorzugt als eine zweite Lage über der Pigmentmateriallage aufgebracht. Die
beiden Lagen werden beim Druckvorgang in umgekehrter Reihenfolge auf das Substrat
übertragen. Das Sperrmaterial enthält reflektierende Metallteilchen oder perlmuttartige
Pigmente.
[0009] Die DE-AS 12 22 725 offenbart ein Übertragungsmaterial für lumineszierende Schriftzeichen
mit einem Schichtträger aus Papier oder Folie und einer darauf angeordneten lumineszierenden
Farbschicht, wobei über die lumineszierende Farbschicht eine Lichtstrahlung reflektierende
pigmentierte Deckschicht gelegt wird, die sich am Schreibvorgang beteiligt. Die Deckschicht
enthält vorzugsweise Titanweiß und/oder Aluminiumdruckschliffpulver.
[0010] Die bekannten Vorschläge zielen darauf ab, eine Absorption des einfallenden Lichts,
das die Lumineszenzschicht passiert, im Substrat zu unterbinden, so daß dieser Anteil
reflektiert wird und die Lumineszenzfarbschicht erneut passiert, um so die Gesamtanregungsausbeute
zu erhöhen. Nachteilig ist hierbei, daß das vom Beobachter wahrgenommene Lumineszenzlicht
stets mit dem rückgestrahlten Anteil von einfallendem Licht vermischt ist. Die lumineszierenden
Ausdrücke erscheinen daher stets blaß, d.h., sie weisen eine geringe optische Dichte
auf.
[0011] Versucht man, die optische Dichte der Ausdrucke durch Zusatz eines nichtlumineszierenden
Pigments zur Schicht des lumineszierenden Pigments zu erhöhen, stellt man fest, daß
bei einem Zusatz von Fremdpigmenten von mehr als 1% die Fluoreszenzqualität sehr stark
beeinträchtigt wird. Mit zunehmender Zusatzmenge wird die Brillianz der Fluoreszenzpigmente,
die Fluoreszenzkraft und die Farbreinheit wegen auftretender Interferenzen zunehmend
beeinträchtigt. Noch höhere Zusatzmengen führen zu einer nahezu völligen Auslöschung
der Fluoreszenz. Eine vom Standpunkt der Fluoreszenzleistung zulässige Zusatzmenge
von 1% oder darunter würde die optische Dichte aber nur unwesentlich erhöhen.
[0012] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein Thermotransferfarbband für lumineszierende
Codierungen bereitzustellen, mit dem Ausdrucke hoher optischer Dichte ohne Beeinträchtigung
der Lumineszenzleistung des lumineszierenden Pigmentes und unabhängig vom zu bedruckenden
Substrat erzielbar sind.
[0013] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Thermotransferfarbband gelöst, welches
(a) einen Träger, (b) eine auf einer Seite des Trägers ausgebildete Schicht einer
ein Lumineszenzpigment enthaltendenden ersten Thermotransferfarbe und (c) eine auf
der Schicht der ersten Thermotransferfarbe ausgebildete Schicht einer ein nicht-lumineszierendes
Pigment enthaltenden zweiten Thermotransferfarbe aufweist, wobei sich im Remissionsspektrum
des nicht-lumineszierenden Pigments im Wellenlängenbereich des vom Lumineszenzpigment
emittierten Lichtes ein Remissionsmaximum oder eine Anstiegsflanke der Remission befindet.
Zwischen dem Träger und der Schicht der ersten Thermotransferfarbe und/oder der Schicht
der ersten und zweiten Thermotransferfarbe können sich weitere Schichten befinden.
[0014] Das erfindungsgemäß zu verwendende nicht-lumineszierende Pigment reflektiert somit
nur das vom lumineszierenden Pigment emittierte Licht und den Wellenlängenanteil des
nicht absorbierten einfallenden Lichtes, der bei oder nahe der (längstwelligen) Emissionsbande
des lumineszierenden Pigments liegt. Die erhaltenen Ausdrucke wirken so wesentlich
kontrastreicher und zeigen verbesserte optische Dichte. Die Wahl des nicht-lumineszierenden
Pigmentes gestattet es außerdem, den Farbton des Ausdrucks ohne Verlust an Brillianz
innerhalb gewisser Grenzen zu variieren, indem das emittierte Licht und das vom nicht-lumineszierenden
Pigment remittierte Licht interferieren.
[0015] Das nicht-lumineszierende Pigment ist ein Pigment, dessen Remission stark wellenlängenabhängig
ist. Der Farbeindruck eines nicht-lumineszierenden Pigments entsteht als Resultat
einer selektiven Reflexion einiger Segmente des sichtbaren weißen Spektrums des Lichts.
Der nicht-reflektierte Teil wird absorbiert und in Wärme umgewandelt. Eine orange-rote
Farbe z.B. reflektiert den orange-roten Teil des Lichts und absorbiert alle anderen
Farben des Spektrums. Gute nicht-lumineszierende Pigmente sind in der Lage, etwa 90%
des entsprechenden Anteils des Spektrums zu reflektieren. Weißpigmente zeigen hingegen
eine unselektive hohe Reflexion über das gesamte sichtbare Spektrum.
[0016] Für die Zwecke der Erfindung ist es bevorzugt, daß das Lumineszenzpigment ein Tageslicht-Fluoreszenzpigment
und das nicht-lumineszierende Pigment ein Buntpigment ist. Im Hinblick auf einen angestrebten
Einsatz in Frankaturdruckern emittiert das Tageslicht-Fluoreszerzpigment vorzugsweise
im Wellenlängenbereich von Orange bis Rot, d.h. bei etwa 580 bis 620 nm (bei einer
Anregungsenergie von 254 nm). Das bevorzugte Buntpigment ist hierbei ein Rotpigment,
wobei dieser Begriff weitestgehend zu verstehen ist.
[0017] Obgleich die Art des Bindemittels für die erste Thermotranferfarbe für die Erfindung
nicht kritisch ist, ist es bevorzugt, daß das Bindemittel der ersten Thermotransferfarbe
aus einer Mischung aus einem Kohlenwasserstoffwachs und/oder Esterwachs mit einem
Ethylen/Vinylacetat-Copolymerisat und/oder Kohlenwasserstoffharz besteht. Gleichfalls
ist es bevorzugt, daß das Bindemittel der zweiten Thermotransferfarbe aus einer Mischung
eines Kohlenwasserstoffwachses und/oder Esterwachses mit einem Ethylen/Vinylacetat-Copolymerisat
und/oder Kohlenwasserstoffharz besteht.
[0018] Vorzugsweise eingesetzte Kohlenwasserstoffwachse und/oder Esterwachse weisen einen
Schmelzpunkt von etwa 70 bis 110°C, insbesondere etwa 75 bis 90°C, auf. Wachse dieser
Art sind den natürlichen Wachsen, chemisch-modifizierten Wachsen und den synthetischen
Wachsen zuzuordnen. Besonders bevorzugt sind unter den natürlichen Wachsen pflanzliche
Wachse in Form von Carnaubawachs, Candelillawachs, Mineralwachse in Form von höherschmelzendem
Ceresin und höherschmelzendem Ozokerit, petrochemische Wachse, wie beispielsweise
Petrolatum, Paraffinwachse und Mikrowachse. Unter den chemisch-modifizierten Wachsen
sind insbesondere Montanesterwachse, hydriertes Rizinusöl und hydriertes Jojobaöl
bevorzugt. Unter den synthetischen Wachsen sind Polyalkylenwachse und Polyethylenglykolwachse
sowie daraus durch Oxidation und/oder Veresterung hergestellte Produkte bevorzugt.
Modifizierte mikrokristalline Wachse sind besonders bevorzugt. Wird ein Schmelzpunkt
von 70°C unterschritten, bedeutet das, daß die mechanische Verankerung nicht ausreichend
ist. Höhere Schmelzpunkte als 110°C führen nachteiligerweise zu einem erhöhten Energieaufwand
beim Druckvorgang.
[0019] Vorzugsweise werden unter den erfindungsgemaß eingesetzten Wachsen "eng geschnittene"
Wachse eingesetzt, deren Schmelz- und Erstarrungspunkt eng beieinander liegen. Vorzugsweise
beträgt die Temperaturdifferenz zwischen Schmelz- und Erstarrungspunkt weniger als
etwa 10°C, insbesondere weniger als etwa 7°C und ganz besonders bevorzugt weniger
als etwa 5°C. Ein gutes Beispiel hierfür ist Camaubawachs, dessen Schmelzpunkt bei
etwa 85°C und dessen Erstarrungspunkt bei etwa 78°C liegt. Die bezeichneten Wachse
führen beim Druckvorgang zu einer wünschenswert niedrigen Kohäsion der Thermotransferfarbe.
[0020] Den Wachsmaterialien der wachsgebundenen Thermotransferfarbe(n) ist in bevorzugten
Ausführungsformen ein Ethyler/Vinylacetat-Copolymerisat und/oder Kohlenwasserstoffharz
einverleibt. Diese Zusätze regulieren die Klebrigkeit der bevorzugt eingesetzten Hartwachse
und bewirken deren Plastifizierung, nehmen der Thermotransferfarbe also die Sprödigkeit
bzw. "Splittrigkeit".
[0021] Die Thermotransferfarbe(n) des erfindungsgemäßen Thermotransferbandes, weist (weisen)
vorzugsweise eine Viskosität, bestimmt mit dem Rotationsviskometer Rheomat 30 mit
Rheograph (siehe Bulletin T 304d-7605 der Firma Contraves AG Zürich / CH) bei einer
Temperatur von 100°C, von etwa 50 bis 200 mPa.s, insbesondere von etwa 70 bis 120
mPa.s auf.
[0022] Vorzugsweise weist die Schicht der das lumineszierende Pigment enthaltenden ersten
Thermotransferfarbe eine Stärke von etwa 2 bis 5 µm, insbesondere etwa 3 bis 3,5 µm,
auf. Die das nicht-lumineszierende Pigment enthaltende Schicht der zweiten Thermotransferfarbe
ist vorzugsweise etwa 1 bis 3,5 µm, insbesondere etwa 2 bis 2,5 µm, dick.
[0023] Der Träger des erfindungsgemäßen Farbbandes ist nicht kritisch. Als Basisfolie für
Thermotransferbänder werden vorzugsweise Polyethylentherephthalatfolien (PETP) oder
Kondensatorpapiere verwendet. Die Auswahlparameter sind möglichst hohe Zugdehnungswerte
und thermische Stabilität bei geringen Foliendicken. Die PETP-Folien sind bis etwa
2,5 µm, Kondensatorpapier bis etwa 6 µm herunter erhältlich. Eine bevorzugte Foliendicke
liegt bei etwa 3,5 bis 5 µm, insbesondere etwa 4,5 µm.
[0024] Zwischen dem Träger und der Schicht der ersten Thermotranferfarbe und/oder der Schicht
der ersten und zweiten Thermotransferfarbe können sich weitere Schichten befinden,
wie z.B. Trenn- bzw. Releaseschichten oder haftvermittelnde Schichten.
[0025] Beim Druckvorgang erreicht der Thermodruckkopf Temperaturen von bis zu 400°C, d.h.
Temperaturen, die oberhalb des Erweichungspunktes von PETP liegt. Es empfiehlt sich,
bei Verwendung PETP-Folien auf der Rückseite der Folie, die mit dem Thermokopf in
Berührung kommt, eine gegen Hitze besonders widerstandsfähige Schicht vorzusehen.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform wird auf der Rückseite des Trägers eine Schicht
aus einem Wachs oder einem wachsartigen Material gebildet, insbesondere in einer Stärke
von nicht mehr als etwa 1 µm und ganz besonders bevorzugt in Form einer molekular
ausgebildeten, etwa 0,01 bis 0,1 µm starken Schicht. Das Beschichtungsmaterial besteht
in diesem Fall vorzugsweise aus Silicon, Naturwachsen, insbesondere Carnaubawachs,
Bienenwachs, Ozokerit und Paraffinwachs, Synthetikwachsen, insbesondere Säurewachsen,
Esterwachsen, teilverseiften Esterwachsen und Polyethylenwachsen, Glykolen bzw. Polyglykol,
antistatischen Mitteln und/oder Tensiden. Wird eine derartige rückseitige Beschichtung
vorgesehen, erfolgt ein ungestörter Wärmeübergang vom Thermodruckkopf auf das Thermotransferfarbband
mit der Folge, daß besonders scharfe Drucke erzielt werden.
[0027] Das erfindungsgemaße Thermotransferband wird mit Vorteil in einem Drucker vom near-edge-Type,
insbesondere in Frankaturmaschinen, eingesetzt. Überraschend ist es dabei, daß beliebige
Papiere, d.h. glatte als auch rauhe Papiere mit vorzüglicher Druckqualität verwendet
werden können. Die Schicht der zweiten Thermotransferfarbe scheint hierbei als "Topcoat"
zu wirken, die Oberflächenunebenheiten des Papiers egalisiert.
[0028] Die Erfindung wird nun durch das folgende Beispiel näher veranschaulicht.
Beispiel
[0029] Auf einem üblichen Träger aus einem Polyester einer Schichtstärke von 4,5 µm wird
eine Thermotransferfarbe folgender Rezeptur in Form einer Schmelze aufgebracht:
| Paraffinwachs |
42 Gew.-Teile |
| EVA 28/800 (Ethylen-Vinylacetat-Copolymer, Vinylacetatgehalt 28%, Schmelzindex 800
g/10 min) |
8 Gew.-Teile |
| EVA 1-Wachs (Polyethylenwachs auf der Basis eines Ethylen-Vinylacetat-Copolymers) |
8 Gew.-Teile |
| Carnaubawachs |
15 Gew.-Teile |
| Petrolite WB 17 (mikrokristallines Wachs) |
2 Gew.-Teile |
| Dyglo Rocket Red (Lumineszenzpigment) |
25 Gew.-Teile |
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[0030] Nach dem Erstarren wird in einem zweiten Schritt eine Thermotransferfarbe folgender
Rezeptur in Form einer Schmelze aufgebracht:
| Paraffinwachs |
41 Gew.-Teile |
| EVA 28/800 (Ethylen-Vinylacetat-Copolymer, Vinylacetatgehalt 28%, Schmelzindex 800
g/10 min) |
10 Gew.-Teile |
| S-Wachs |
35 Gew.-Teile |
| Permanent-Lackrot (Pigment) |
14 Gew.-Teile |
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[0031] Das erhaltene Farbband lieferte im Vergleich zu einem Farbband, welches nur die Schicht
der lumineszierenden Transferfarbe aufwies, Ausdrucke mit deutlich gesteigerter optischer
Dichte ohne Verlust an Lumineszenzleistung.
[0032] Zur Verdeutlichung sind in der beiliegenden Figur das Fluoreszerzspektrum (E) des
verwendeten Lumineszenzpigments sowie das Remissionsspektrum (R) des verwendeten nicht-lumineszierenden
Pigmentes wiedergegeben. Permanent-Lackrot hat sein Absorptionsmaximum im Bereich
bis etwa 550 nm. Bei 580 nm werden nur noch etwa 50% des Lichtes absorbiert. Bei höheren
Wellenlängen bis 700 nm erreicht die Remission 90%. Das Dayglo Rocket Red weist ein
Emissionsmaximum bei 600 nm auf.
[0033] Bei der Herstellung des erfindungsgemaßen Farbbands werden die Schichten der Thermotransferfarben
nacheinander in Form einer Schmelze nach üblichen Auftragstechnologien auf den Träger
bzw. die erstarrte Schicht der ersten Thermotransferfarbe aufgebracht, so beispielsweise
mit einer Rakel. Die Temperatur der jeweiligen Schmelze sollte in der Regel etwa 100
bis 130°C betragen. Das Lumineszenzpigment muß in einer heißen Wachs/EVA-Mischung
bis mindestens 120°C verträglich sein. Eingesetzt wird ein Lumineszenzpigment mit
einer hochhitzebeständigen Duroplastmatrix, die unter diesen Bedingungen nicht schmilzt
oder verklebt. Nach dem Auftrag läßt man die aufgetragenen Materialien lediglich abkühlen.
1. Thermotransferfarbband mit (a) einem Träger, (b) einer auf einer Seite des Trägers
ausgebildeten Schicht einer ein Lumineszenzpigment enthaltendenden ersten Thermotransferfarbe
und (c) einer auf der Schicht der ersten Thermotransferfarbe ausgebildeten Schicht
einer ein nicht-lumineszierendes Pigment enthaltenden zweiten Thermotransferfarbe,
dadurch gekennzeichnet, daß sich im Remissionsspektrum des nicht-lumineszierenden
Pigments im Wellenlängenbereich des vom Lumineszenzpigment emittierten Lichtes ein
Remissionsmaximum oder eine Anstiegsflanke der Remission befindet, wobei sich zwischen
dem Träger und der Schicht der ersten Thermotransferfarbe und/oder der Schicht der
ersten und zweiten Thermotransferfarbe weitere Schichten befinden können.
2. Thermotransferfarbband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lumineszenzpigment
ein Tageslicht-Fluoreszenz-Pigment und das nicht-lumineszierende Pigment ein Buntpigment
ist.
3. Thermotransferfarbband nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Tageslicht-Fluoreszenz-Pigment
im Wellenlängenbereich von Orange bis Rot emittiert und das Buntpigment ein Rotpigment
ist.
4. Thermotransferfarbband nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bindemittel der ersten Thermotransferfarbe aus einer Mischung eines Kohlenwasserstoffwachses
und/oder Esterwaches mit einem Ethylen/Vinylacetat-Copolymerisat und/oder Kohlenwasserstoffharz
besteht.
5. Thermotransferfarbband nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bindemittel der zweiten Thermotransferfarbe aus einer Mischung eines Kohlenwasserstoffwachses
und/oder Esterwaches mit einem Ethylen/Vinylacetat-Copolymerisat und/oder Kohlenwasserstoffharz
besteht.
6. Thermotransferfarbband nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schicht der ersten Thermotransferfarbe eine Stärke von etwa 2 bis 5 µm aufweist.
7. Thermotransferfarbband nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schicht der zweiten Thermotransferfarbe eine Stärke von etwa 1 bis 3,5 µm
aufweist.