[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Regalanlage mit einem Regalbediengerät
für Geradeaus- und Kurvenfahrt, wie sie im Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs
1 definiert ist.
[0002] Derartige Regalanlagen werden zur Beschickung von Grosslagern, insbesondere Hochregallagern,
in vielfältiger Form verwendet.
[0003] Während bei geradeausfahrenden Regalbediengeräten keine besonderen Probleme bezüglich
des Abrollverhaltens eines Laufrads auf einer darunterliegenden horizontalen Lauffläche
einer Laufschiene zu beachten sind, werden an kurvengängige Regalbediengeräte der
genannten Art besondere Anforderungen gestellt, da bei der Kurvenfahrt und speziell
beim Wechsel von der Geradeausfahrt zur Kurvenfahrt in typischer Weise ein hoher Verschleiss
des Laufrads verursacht wird. Dieser wird im wesentlichen dadurch hervorgerufen, dass
beim Einfahren in eine Kurve vorauslaufende Seitenführungsrollen eines Drehschemels
das Laufrad, während es sich noch auf einem geraden Schienenabschnitt befindet, unter
Aufbringung entsprechend hoher Kräfte bereits quer zu dessen Fahrtrichtung verschieben,
beispielsweise beim herkömmlichen Kurvenfahren mit zwei vorderen und zwei hinteren
Seitenführungsrollen, wo sich das Laufrad aus geometrischen Gründen seitlich verschiebt.
Dieses Querversetzen des gesamten Regalbediengeräts verschleisst Laufrad und Laufschiene
erheblich.
[0004] Allgemein gilt, dass der kleinste Verschleiss eines zylindrischen Rads erfolgt, wenn
die Radmitte (zwischen dem linken und rechten Rand) auf der vorgegebenen Lauffläche
immer tangential anliegt und ein Schieben in Querrichtung ausgeschlossen werden kann.
[0005] Grundsätzlich wird die Führung eines Laufrads in einem Drehschemel mit drei Seitenführungsrollen
erreicht, d.h. mit einer Dreipunktführung, wobei sich zwei Seitenführungsrollen auf
der einen Längsseite des Drehschemels befinden und die dritte Seitenführungsrolle
auf der gegenüberliegenden Längsseite angeordnet ist.
[0006] Rollen mit ihren zugehörigen Führungsflächen sind prädestiniert, technische Führungen
zu realisieren; prinzipiell sind aber auch andere Lösungen wie z.B. Gleitführungen
denkbar.
[0007] Soll nun ein Laufrad einer beliebigen Kurvenfunktion folgen, kann dies ganz allgemein
mit drei Seitenführungsrollen und drei zugehörigen Führungsflächen realisiert werden.
Die drei Führungsflächen werden geometrisch ermittelt, indem die Mitte des Laufrads
bei senkrecht zur Fahrtrichtung stehender Laufradachse entlang der vorgegebenen Kurve
bewegt und die Bewegungen der Seitenführungsrollen bestimmt werden. Ein solch allgemeines
Beispiel ist in Fig. 1 mit drei Laufradpositionen dargestellt (Seitenführungsrollen
81, 82, 83, Laufrad 84, Seitenführungsflächen 85, 86, 87). Die sich ergebenden Seitenführungsflächen,
die sich zwischen den Seitenführungsrollen an der Laufschiene oder ausserhalb der
Seitenführungsrollen an separaten Führungselementen befinden können, müssen so angeordnet
werden, dass jede Seitenführungsrolle genau einer Seitenführungsfläche zugeordnet
ist.
[0008] Wenn die vertikalen Achsen der Seitenführungsrollen, wie das in der Technik häufig
der Fall ist, symmetrisch bezüglich der Drehachse des Laufrads angeordnet werden,
so ergeben sich zwangsläufig in Abschnitten mit konstantem Krümmungsradius die gleichen
Seitenführungsflächen. Nur in den Übergangsbereichen von einem Krümmungsradius zu
einem anderen müssen die drei Seitenführungsrollen auf unterschiedlichen Seitenführungsflächen
geführt werden. Das Prinzip ist in Fig. 2 mit drei Laufradpositionen dargestellt (Seitenführungsrollen
91, 92, 93, Laufrad 94, Seitenführungsflächen 95, 96, 97).
[0009] Auf diesen mechanischen und mathematischen Prinzipien bauen auch die nachfolgenden
Lösungen des Problems des Querversatzes des Laufrads auf.
[0010] Aus dem DE-GM 84 09 357 ist ein Lösungsvorschlag mit vier Seitenführungsrollen pro
Drehschemel bekannt, welcher darin besteht, Kurvenstücke der Laufschiene in spezieller
Weise zu verlängern, so dass z.B. eine Rechtskurve mit einer kurzen Linkskurve angefahren
wird. Im Übergangsbereich zwischen dem Geraden- und dem Kurvenstück müssen für die
vorderen und hinteren Seitenführungsrollen unterschiedliche Führungsflächen angeordnet
werden, damit der Drehschemel dort gegen ungewollte Verdrehungen gesichert ist, was
die Bauhöhe vergrössert und die Herstellung und Anordnung zugehöriger Weichen erschwert.
[0011] Ein weiterer Vorschlag zur Lösung des Problems ist in der DE-OS 38 08 244 beschrieben.
Die Führung des Laufrads wird dort mit drei Seitenführungsrollen erreicht, wobei sich
zwei Rollen auf der einen Laufschienenseite befinden und auf der gegenüberliegenden
Seite eine Gegenrolle angeordnet ist. Die beschriebene Regalanlage weist aber den
Nachteil auf, dass im Übergangsbereich von der geraden Strecke zur Kurve und umgekehrt
zusätzliche Führungsflächen erforderlich sind, um das Laufrad stabilisieren zu können.
In einer ersten Ausführungsvariante geschieht dies durch das Anordnen von zwei zusätzlichen
Aussenführungen und in einer zweiten Ausführungsvariante durch das Anbringen der beiden
sich auf derselben Laufschienenseite befindenden Seitenführungsrollen in verschiedenen
Höhen, so dass sie im Übergangsbereich unterschiedlich geführt werden können. Im Übergangsbereich
werden bei diesen Regalanlagen drei oder vier verschiedene Seitenführungsflächen benötigt.
[0012] Ein dritter Vorschlag zur Lösung des Problems des Querversatzes des Laufrads ist
aus der DE-PS 38 08 245 bekannt. Die Führung des Laufrads wird dort mit je drei Seitenführungsrollen
auf beiden Seiten der Laufschiene erreicht, wobei die beiden mittleren, etwas grösseren
Seitenführungsrollen sicherstellen, dass sich das Laufrad in der Mitte der Laufschiene
befindet. Die vordere und die hintere äussere, d.h. der kurvenäusseren Seitenführungsfläche
der Laufschiene zugeordnete Seitenführungsrolle bilden mit der mittleren inneren,
d.h. der kurveninneren Seitenführungsfläche der Laufschiene zugeordneten Seitenführungsrolle
eine zuverlässige Dreipunktführung auf der geraden Strecke. Die vordere und die hintere
innere sowie die mittlere äussere Seitenführungsrolle bilden eine zuverlässige Dreipunktführung
in der Kurve.
[0013] Die beschriebene Regalanlage weist aber ebenfalls den Nachteil auf, dass im Übergangsbereich
von der geraden Strecke zur Kurve und umgekehrt zusätzliche Führungsflächen erforderlich
sind, um das Laufrad stabilisieren zu können. Diese zusätzlich notwendigen Führungsflächen
bedingen, dass die Seitenführungsrollen in verschiedenen horizontalen Ebenen angeordnet
werden, was zu einer nachteilig grösseren Bauhöhe führt. Ausserdem ist die Anzahl
der Seitenführungsrollen pro Laufrad relativ hoch.
[0014] Angesichts der Nachteile der bisher bekannten, oben beschriebenen Regalanlagen liegt
der Erfindung die folgende Aufgabe zugrunde. Zu schaffen ist eine Regalanlage mit
einem Regalbediengerät für Geradeaus- und Kurvenfahrt der eingangs erwähnten Art,
bei der die Laufräder während der Fahrt so geführt werden, dass eine Abnutzung von
Laufrädern und/oder Laufschienen durch ungünstige Laufgeometrie weitgehend vermieden
wird. Insbesondere soll kein Querversatz der Laufräder senkrecht zur Fahrtrichtung
erfolgen. Die Regalanlage soll zudem mit möglichst wenig Seitenführungsflächen und
das Regalbediengerät mit möglichst wenig Seitenführungsrollen pro Drehschemel auskommen.
Es soll auch eine kleinere Bauhöhe der Seitenführung erreichbar sein als bei den herkömmlichen
Regalbediengeräten.
[0015] Diese Aufgabe wird durch die erfindungsgemässe Regalanlage gelöst, wie sie im unabhängigen
Patentanspruch 1 definiert ist. Bevorzugte Ausführungsvarianten ergeben sich aus den
abhängigen Patentansprüchen.
[0016] Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass bei einer Regalanlage mit einem Regalbediengerät
für Geradeaus- und Kurvenfahrt, das sich mittels mindestens zweier, jeweils mit einem
Laufrad versehener und um eine vertikale Achse verstellbarer Drehschemel auf der horizontalen
Lauffläche einer Laufschiene abstützt, jeder Drehschemel an den beiden vertikalen
Seitenführungsflächen der Laufschiene mittels einer vorderen, mittleren und hinteren
inneren Seitenführungsrolle, die der kurveninneren Seitenführungsfläche der Laufschiene
zugeordnet sind, und mittels einer vorderen und einer hinteren äusseren Seitenführungsrolle,
die der kurvenäusseren Seitenführungsfläche der Laufschiene zugeordnet sind, geführt
ist. Die Laufschiene ist in Kurvenabschnitten auf der kurvenäusseren Seite mit einer
Verbreiterung versehen, so dass der Abstand der kurveninneren und der kurvenäusseren
Seitenführungsfläche in Kurvenabschnitten grösser ist als in geraden Abschnitten,
wobei die Verbreiterung einen mittleren Bereich konstanter Breite aufweist, an den
sich beidseitig ein Randbereich anschliesst. Die Durchmesser und die gegenseitigen
Abstände der Seitenführungsrollen sowie die Breiten der Laufschiene und der Verbreiterung
sind so aufeinander abgestimmt, dass der Drehschemel bei der Geradeausfahrt und im
mittleren Bereich der Kurvenfahrt von der mittleren inneren Seitenführungsrolle und
den beiden äusseren Seitenführungsrollen und bei der Kurveneinfahrt und -ausfahrt
von der mittleren inneren Seitenführungsrolle und den vorderen oder hinteren inneren
und äusseren Seitenführungsrollen geführt wird.
[0017] Dank der erfindungsgemässen Anordnung der Seitenführungsrollen und zugehörigen Seitenführungsflächen
wird ein Querversatz der Laufräder senkrecht zur Fahrtrichtung bei allen Fahrzuständen
verhindert und die Laufräder werden in den Drehschemeln in allen Laufschienenabschnitten
im wesentlichen spielfrei korrekt in der Mitte der Laufschiene geführt. Hierzu werden
nur fünf Seitenführungsrollen pro Drehschemel sowie nur zwei Seitenführungsflächen
benötigt. Dies ermöglicht einerseits eine vereinfachte Konstruktion der Laufschiene
bzw. der Verbreiterung und anderseits, in einer bevorzugten Ausführungsvariante, die
Anordnung der Seitenführungsrollen auf einer Höhe, so dass eine niedrige Bauhöhe erreicht
werden kann.
[0018] Vorzugsweise werden die vordere und hintere innere Seitenführungsrolle mit einem
grösseren Abstand zur Drehachse des Laufrads angeordnet als die vordere und hintere
äussere Seitenführungsrolle, um bei der Kurvenein- und -ausfahrt eine stabilere Dreipunktführung
zu erhalten.
[0019] Damit die von aussen auf den Drehschemel wirkenden Drehmomente keine zu grossen Seitenführungskräfte
hervorrufen, werden die äusseren Seitenführungsrollen vorteilhafterweise etwa in der
Mitte zwischen der mittleren und der vorderen bzw. hinteren inneren Seitenführungsrolle
angeordnet.
[0020] Mit Vorteil werden der Durchmesser der vorderen und hinteren inneren Seitenführungsrolle,
die in erster Linie bei der Kurvenein- und -ausfahrt benötigt werden, und der Abstand
ihrer jeweiligen Drehachse zur Drehachse der mittleren inneren Seitenführungsrolle
in Fahrtrichtung und senkrecht zur Fahrtrichtung so gewählt, dass die vordere und
hintere innere Seitenführungsrolle im mittleren Bereich der Kurvenfahrt an der kurveninneren
Seitenführungsfläche anliegen. Dadurch werden die in Kurvenabschnitten höheren Seitenführungskräfte
auf drei innere Seitenführungsrollen verteilt.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsvariante sind die Seitenführungsrollen bezüglich
einer die horizontale Drehachse des Laufrads enthaltenden vertikalen Ebene symmetrisch
angeordnet. Dies ermöglicht eine einfache und symmetrische Ausgestaltung der Randbereiche
der Verbreiterung und verhindert unnötiges Verspreizen der zu den Seitenführungsrollen
gehörenden Lagerungen.
[0022] Aus wirtschaftlichen Gründen haben die Seitenführungsrollen vorteilhafterweise alle
die gleichen Abmessungen.
[0023] Im folgenden werden die erfindungsgemässe Regalanlage sowie die Funktion der erfindungsrelevanten
Teile unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispiels
detaillierter beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 3 -
- eine Draufsicht auf einen Laufschienenteil mit einer erfindungsgemässen Anordnung
von Seitenführungsrollen eines Drehschemels in einem geraden Abschnitt;
- Fig. 4 -
- einen Vertikalschnitt entsprechend Linie A-A in Fig. 3 durch Laufschiene und Drehschemel
mit Laufrad und Seitenführungsrollen;
- Fig. 5 -
- eine Draufsicht auf Laufschienenteil und Seitenführungsrollen gemäss Fig. 3 bei der
Kurveneinfahrt;
- Fig. 6 -
- eine Draufsicht auf Laufschienenteil und Seitenführungsrollen gemäss Fig. 3 im mittleren
Bereich der Kurvenfahrt;
- Fig. 7 -
- einen Vertikalschnitt entsprechend Linie B-B in Fig. 6 durch Laufschiene und Drehschemel
mit Laufrad und Seitenführungsrollen und
- Fig. 8 -
- eine Draufsicht auf Laufschienenteil und Seitenführungsrollen gemäss Fig. 3 bei der
Kurvenausfahrt.
Figuren 3 und 4
[0024] Die dargestellte Regalanlage weist eine Laufschiene 3 in Form eines I-Profils mit
einer horizontalen Lauffläche 31 für ein Laufrad 2 eines Regalbediengeräts auf. Die
beiden Seitenflächen des Mittelstegs der Laufschiene 3 bilden im geraden Laufschienenabschnitt
die kurveninnere Seitenführungsfläche 32 und die kurvenäussere Seitenführungsfläche
33.
[0025] Das dargestellte Laufschienenprofil ist nur eines unter vielen möglichen. Einsetzbar
sind beispielsweise auch typische Schienenprofile, Doppel-T-Träger, Rechteck-, U-,
C- oder andere handelsübliche Profile, die fertigungstechnisch einfach in eine Bogenform
gebracht werden können.
[0026] Die kurveninnere Seitenführungsfläche 32 wird auch im Kurvenabschnitt durch die eine
Seitenfläche des Mittelstegs der Laufschiene 3 gebildet, während die kurvenäussere
Seitenführungsfläche 33 der äusseren Seitenfläche einer auf der kurvenäusseren Seite
des Mittelstegs angebrachten Verbreiterung 4 entspricht. So wird erreicht, dass der
Abstand der kurveninneren und der kurvenäusseren Seitenführungsfläche im Kurvenabschnitt
grösser ist als im geraden Abschnitt. Die Verbreiterung 4 weist einen mittleren Bereich
41 konstanter Breite auf, an den sich beidseitig ein Randbereich 42 bzw. 43 anschliesst.
Die Randbereiche 42, 43 verjüngen sich zu den an den Kurvenabschnitt angrenzenden
geraden Abschnitten hin, so dass die kurvenäussere Seitenführungsfläche 33 von den
geraden Abschnitten aus in den Kurvenabschnitt hinein um die Länge 1 gerade verlängert
wird.
[0027] Die Verbreiterung 4 besteht beispielsweise aus einem in den Randbereichen 42, 43
abgeschrägten Rechteckprofil, das auf den Mittelsteg geschraubt, genietet, geschweisst
oder anderswie aufgebracht ist. Es kann aber auch ein im Kurvenabschnitt breiteres
Profil als Laufschiene verwendet werden, das in den Kurvenrandbereichen abgefräst
ist, so dass Laufschiene 3 und Verbreiterung 4 eine Einheit bilden.
[0028] Das Regalbediengerät stützt sich mittels mindestens zweier, jeweils mit einem Laufrad
2 mit horizontaler Drehachse 20 versehener und um eine vertikale Achse verstellbarer
Drehschemel 1 (hier nur einer dargestellt) auf der horizontalen Lauffläche 31 der
Laufschiene 3 ab.
[0029] Der Drehschemel 1 ist an den beiden vertikalen Seitenführungsflächen 32, 33 der Laufschiene
3 mittels einer vorderen, mittleren und hinteren inneren Seitenführungsrolle 11, 12
bzw. 13, die der kurveninneren Seitenführungsfläche 32 zugeordnet sind, und mittels
einer vorderen und hinteren äusseren Seitenführungsrolle 14 bzw. 15, die der kurvenäusseren
Seitenführungsfläche 33 zugeordnet sind, geführt. Die Seitenführungsrollen 11, 12,
13, 14, 15 weisen in der dargestellten Ausführungsvariante alle vertikale Drehachsen
und gleiche Abmessungen auf und sind alle auf gleicher Höhe und bezüglich der die
horizontale Drehachse 20 des Laufrads 2 enthaltenden vertikalen Ebene symmetrisch
angeordnet.
[0030] Im geraden Laufschienenabschnitt liegen die beiden äusseren Seitenführungsrollen
14, 15 und die mittlere innere Seitenführungsrolle 12 spielfrei an der kurvenäusseren
Seitenführungsfläche 33 bzw. der kurveninneren Seitenführungsfläche 32 an und bilden
so eine zuverlässige Dreipunktführung. Damit werden Pendelbewegungen des Drehschemels
1 verunmöglicht. Die vordere innere Seitenführungsrolle 11 und die hintere innere
Seitenführungsrolle 13 hingegen berühren die kurveninnere Seitenführungsfläche 32
nicht.
[0031] Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur
zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar
zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, oder umgekehrt, so wird auf deren Erwähnung
in vorangehenden Figurenbeschreibungen Bezug genommen.
Figur 5
[0032] Hier dargestellt ist die Situation bei der Kurveneinfahrt. Die beiden äusseren Seitenführungsrollen
14, 15 und die mittlere innere Seitenführungsrolle 12 übernehmen die Führung bis zum
Ende der Geradeausfahrt, d.h. bis die vordere innere Seitenführungsrolle 11 an die
kurveninnere Seitenführungsfläche 32 anzuliegen kommt. Zu diesem Zeitpunkt erreicht
die mittlere innere Seitenführungsrolle 12 den gekrümmten Bereich und die vordere
äussere Seitenführungsrolle 14 den mittleren Bereich 41 der Verbreiterung 4. Dies
wird durch geeignetes Anordnen der Seitenführungsrollen 11, 12, 14 und darauf abgestimmtes
Ausbilden der Verbreiterung 4 gewährleistet. So entspricht im vorliegenden Fall die
Länge 1 des Randbereichs 42 dem Abstand der Drehachsen der mittleren inneren Seitenführungsrolle
12 und der vorderen äusseren Seitenführungsrolle 14 in Fahrtrichtung.
[0033] Die Führung des Drehschemels 1 wird ab dem genannten Zeitpunkt von der mittleren
inneren Seitenführungsrolle 12, der vorderen inneren Seitenführungsrolle 11 und der
vorderen äusseren Seitenführungsrolle 14 übernommen. Diese drei Seitenführungsrollen
11, 12, 14 folgen Kreisbögen um den Mittelpunkt der Kurve. Die hintere äussere Seitenführungsrolle
15 wird von der kurvenäusseren Seitenführungsfläche 33 abheben, während die hintere
innere Seitenführungsrolle 13 noch nicht an der kurveninneren Seitenführungsfläche
32 anliegt.
Figuren 6 und 7
[0034] Sobald die hintere äussere Seitenführungsrolle 15 auf dem mittleren Bereich 41 der
Verbreiterung 4 aufsetzt, beginnt der mittlere Bereich der Kurvenfahrt. Ab diesem
Zeitpunkt bildet die mittlere innere Seitenführungsrolle 12 zusammen mit den beiden
äusseren Seitenführungsrollen 14, 15 wieder eine zuverlässige Dreipunktführung, die
das Laufrad 2 in der Kurve in der Mitte der horizontalen Lauffläche 31 der Laufschiene
3 hält und keine Pendelbewegungen des Drehschemels 1 zulässt.
[0035] Die vordere innere Seitenführungsrolle 11 und die hintere innere Seitenführungsrolle
13 liegen bei der dargestellten Ausführungsvariante in weiten Bereichen des Kurvenabschnitts
auch an der kurveninneren Seitenführungsfläche 32 an, so dass die im Kurvenabschnitt
höheren Seitenkräfte auf drei innere Seitenführungsrollen verteilt sind.
[0036] Die Breite des mittleren Bereichs 41 der Verbreiterung 4 ergibt sich aus einfachen
geometrischen Überlegungen und hängt im wesentlichen vom Krümmungsradius der Kurve
und den Abmessungen und der Anordnung der beiden äusseren Seitenführungsrollen 14,
15 ab.
[0037] Die an der kurveninneren Seitenführungsfläche 32 anliegende mittlere innere Seitenführungsrolle
12 gewährleistet, dass die Mitte des Laufrads 2 und die Drehachse des Drehschemels
1 genau auf dem theoretischen Krümmungsradius der Kurve verlaufen, so dass ein Schieben
des Laufrads 2 quer zur Fahrtrichtung verhindert wird.
Figur 8
[0038] Sobald die vordere äussere Seitenführungsrolle 14 den mittleren Bereich 41 der Verbreiterung
4 verlässt, beginnt die Kurvenausfahrt. Ab diesem Zeitpunkt bilden die mittlere innere
Seitenführungsrolle 12, die hintere innere Seitenführungsrolle 13 und die hintere
äussere Seitenführungsrolle 15 die Dreipunktführung für den Drehschemel 1. Die vorderen
Seitenführungsrollen 11 und 14 heben ab. Sobald die mittlere innere Seitenführungsrolle
12 wieder den geraden Bereich erreicht hat, übernehmen die beiden äusseren Seitenführungsrollen
14, 15 und die mittlere innere Seitenführungsrolle 12 die Dreipunktführung des Drehschemels.
Damit die hintere äussere Seitenführungsrolle 15 ihre Funktion wahrnehmen kann, ist
der Randbereich 43 der Verbreiterung 4 so ausgebildet, dass er den angrenzenden geraden
Laufschienenabschnitt in den Kurvenabschnitt hinein verlängert.
[0039] Bei symmetrischer Anordnung der Seitenführungsrollen 11, 12, 13, 14, 15 wie bei der
dargestellten Ausführungsvariante sind auch die Randbereiche 42, 43 der Verbreiterung
4 symmetrisch.
[0040] Es ist klar, dass die Kurve auch von der anderen Seite her gefahren werden kann.
Die vorderen Seitenführungsrollen werden dann einfach zu hinteren Seitenführungsrollen
und umgekehrt.
[0041] Zu der vorbeschriebenen Regalanlage sind weitere konstruktive Variationen realisierbar.
Hier ausdrücklich erwähnt sei noch, dass es unter Umständen sinnvoll sein kann, die
mittlere innere Seitenführungsrolle 12 grösser auszubilden als die äusseren Seitenführungsrollen
14, 15, da sie bei der Geradeausfahrt etwa gleich viel Seitenkräfte aufzunehmen hat
wie die beiden äusseren Seitenführungsrollen 14, 15 zusammen.
1. Regalanlage mit einem Regalbediengerät für Geradeaus- und Kurvenfahrt, das sich mittels
mindestens zweier, jeweils mit einem Laufrad (2) versehener und um eine vertikale
Achse verstellbarer Drehschemel (1) auf der horizontalen Lauffläche (31) einer Laufschiene
(3) abstützt, wobei jeder Drehschemel (1) an den beiden vertikalen Seitenführungsflächen
(32, 33) der Laufschiene (3) mittels einer vorderen, mittleren und hinteren inneren
Seitenführungsrolle (11, 12, 13), die der kurveninneren Seitenführungsfläche (32)
der Laufschiene (3) zugeordnet sind, und mittels äusserer Seitenführungsrollen (14,
15), die der kurvenäusseren Seitenführungsfläche (33) der Laufschiene (3) zugeordnet
sind, geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Führung jedes Drehschemels (1) eine vordere und eine hintere äussere Seitenführungsrolle
(14, 15) vorgesehen sind und die Laufschiene (3) in Kurvenabschnitten auf der kurvenäusseren
Seite mit einer Verbreiterung (4) versehen ist, so dass der Abstand der kurveninneren
und der kurvenäusseren Seitenführungsfläche (32, 33) der Laufschiene (3) in Kurvenabschnitten
grösser ist als in geraden Abschnitten, wobei die Verbreiterung (4) einen mittleren
Bereich (41) konstanter Breite aufweist, an den sich beidseitig ein Randbereich (42,
43) anschliesst, und die Durchmesser und die gegenseitigen Abstände der Seitenführungsrollen
(11, 12, 13, 14, 15) sowie die Breiten der Laufschiene (3) und der Verbreiterung (4)
so aufeinander abgestimmt sind, dass der Drehschemel (1) bei der Geradeausfahrt und
im mittleren Bereich der Kurvenfahrt von der mittleren inneren Seitenführungsrolle
(12) und den beiden äusseren Seitenführungsrollen (14, 15) und bei der Kurveneinfahrt
und -ausfahrt von der mittleren inneren Seitenführungsrolle (12) und den vorderen
(11, 14) oder hinteren (13, 15) inneren und äusseren Seitenführungsrollen geführt
wird.
2. Regalanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere und hintere
innere Seitenführungsrolle (11, 13) mit einem grösseren Abstand zur Drehachse des
Laufrads (2) angeordnet sind als die vordere und hintere äussere Seitenführungsrolle
(14, 15).
3. Regalanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere und hintere
äussere Seitenführungsrolle (14, 15) in der Mitte zwischen der mittleren und der vorderen
bzw. der mittleren und der hinteren inneren Seitenführungsrolle (11, 12, 13) angeordnet
sind.
4. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Randbereiche
(42, 43) der Verbreiterung (4) so ausgebildet sind, dass die kurvenäussere Seitenführungsfläche
(33) der Laufschiene (3) vom Ende des geraden Laufschienenabschnitts aus in die Kurve
hinein um eine Länge (1) gerade verlängert wird, die dem Abstand der Drehachsen der
mittleren inneren Seitenführungsrolle (12) und der vorderen bzw. hinteren äusseren
Seitenführungsrolle (14, 15) in Fahrtrichtung entspricht.
5. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterung (4) durch eine breitere Ausbildung zumindest eines Teils der
Laufschiene (3) in Kurvenabschnitten gebildet wird.
6. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterung (4) aus einem an der Laufschiene (3) angebrachten, separaten
Profilteil besteht.
7. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der vorderen und/oder hinteren inneren Seitenführungsrolle (11,
13) und der Abstand ihrer Drehachse zur Drehachse der mittleren inneren Seitenführungsrolle
(12) in Fahrtrichtung und senkrecht zur Fahrtrichtung so gewählt sind, dass die vordere
und/oder hintere innere Seitenführungsrolle (11, 13) bei der Kurvenfahrt an der kurveninneren
Seitenführungsfläche (32) anliegt.
8. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die drei inneren Seitenführungsrollen (11, 12, 13) und/oder die beiden äusseren
Seitenführungsrollen (14, 15) auf gleicher Höhe angeordnet sind.
9. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenführungsrollen (11, 12, 13, 14, 15) bezüglich einer die horizontale
Drehachse (20) des Laufrads (2) enthaltenden vertikalen Ebene symmetrisch angeordnet
sind.
10. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenführungsrollen (11, 12, 13, 14, 15) alle die gleichen Abmessungen
haben.
11. Regalanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass bei mindestens einem Drehschemel zwei oder mehr Hilfsseitenführungsrollen vorgesehen
sind, die der kurvenäusseren Seitenführungsfläche (33) der Laufschiene (3) zugeordnet
sind, wobei mindestens eine vor der vorderen äusseren Seitenführungsrolle (14) und
mindestens eine hinter der hinteren äusseren Seitenführungsrolle (15) so angeordnet
sind, dass sie bei der Geradeausfahrt an der kurvenäusseren Seitenführungsfläche (33)
anliegen, bei der Kurvenfahrt hingegen nicht.