[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermeidung von Korrosion an Heizflächen
bei der Erhitzung des im Kreisprozeß einer Wärmekraftanlage eingesetzten Arbeitsfluids,
welches einen niedrigen Siedepunkt besitzt.
[0002] Bei herkömmlichen Rankine-Prozessen mit Verfeuerung von Brennstoffen mit erhöhten
Chlorgehalten wie Braunkohlen, Rinden, Klärschlämmen, also typischen Brennstoffen
für Wirbelschichtfeuerungen, treten im Bereich der Überhitzung Hochtemperaturkorrosionen
auf, die nach neueren Erkenntnissen auf Beläge an der Außenseite der Heizflächenrohre
zurückzuführen sind. Die Grenzschicht zwischen Belag, der sich auf Heizflächen von
Überhitzem bildet, und Heizfläche bildet den Ausgangspunkt für die Korrosionserscheinungen,
die die Rohre angreifen, was zu einer frühzeitigen Zerstörung der Heizfläche führt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung eines Verfahrens zur Erhitzung des Arbeitsfluids,
das im Kreisprozeß in einer Wärmekraftanlage eingesetzt wird, wobei jedoch die bei
hohen Temperaturen an den Heizflächen auftretenden Korrosionen ausgeschaltet werden
sollen.
[0004] Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Vorerhitzung des Arbeitsfluids,
wie zum Beispiel CO
2, in Heizflächen außerhalb der Brennkammer einer Wirbelschichtanlage erfolgt, daß
die Erhitzung auf Endtemperatur in den Heizflachen der Brennkammer einer Wirbelschichtanlage
erfolgt und daß in der Brennkammer der Wirbelschichtanlage die auf den Heizflächen
sich bildenden Beläge durch die Wirbelschicht abgescheuert werden.
[0005] Dies hat den Vorteil, daß die Außenwände der Heizflächenrohre in der Brennkammer
durch die abtragende Wirkung der Wirbelschicht frei von Belägen bleiben und somit
die Ursachen für die Hochtemperaturkorrosion beseitigt werden. Bei der Vorerhitzung
des Arbeitsfluids außerhalb der Brennkammer ist die Belagbildung im Hinblick auf Hochtemperaturkorrosion
nicht störend, da die dort herrschenden Temperaturen für das Auftreten von Hochtemperaturkorrosionen
zu niedrig sind.
[0006] Aus der Literatur, wie zum Beispiel Brennstoff-Wärme-Kraft, Band 21, Nr. 7, Juli
1969, Seite 347 bis 394, sind Kreisprozesse für niedrig siedende Flüssigkeiten anhand
von Temperatur-Entropie-Diagrammen beschrieben. Ausgehend von den im Diagramm ersichtlichen
Eckdaten soll zur Beschreibung der Erfindung eine Anlage, die nach dern Sulzer-Prozeß
(Seite 357) arbeitet, herangezogen werden. Diese ist in der angeschlossenen Abbildung
schematisch dargestellt. Als Arbeitsfluid wird Kohlendioxid CO
2 verwendet.
[0007] Bei 60 bar und 22°C liegt CO
2 im Bereich des Naßdampfgebietes und wird in einem Kondensator 11 vollständig verflüssigt.
Eine Speisepumpe 9 erhöht den Druck auf ca. 270 bar. Wärmetauscher 7, 6 führen dem
CO
2 Wärme zu, sodaß der Punkt des Pseudophasenwechsels (flüssig-gasförmig) überschritten
und das CO
2 auf ca. 310°C erhitzt wird. In den Heizflächen 3, 2 wird nochmals Wärme vom Rauchgas
auf das Arbeitsfluid CO
2 übertragen und dieses dabei auf ca. 550°C erhitzt.
[0008] In einer den heutigen Hochdruck-Dampfturbinenstufen ähnlichen Turbine 4 wird das
Arbeitsfluid CO
2 von ca. 250 bar auf 60 bar entspannt und auf unter 400°C abgekühlt. Die bei der Entspannung
frei werdende mechanische Arbeit treibt einen Stromgenerator 5 an.
[0009] Das auf 60 bar entspannte CO
2 überträgt seine Wärme über Warmetauscher 6, 7 rekuperativ auf das sogenannte Speise-CO
2 und wird dabei auf ca. 75°C abgekühlt. Im folgenden Gaskühler 10 wird das CO
2 bis zur Taulinie abgekühlt. Zur Erhöhung des Kreislautwirkungsgrades wird entsprechend
dem Sulzer-Prozeß ein Teilstrom des Arbeitsfluids abgezweigt und in einem Kompressor
oder Verdichter 8 auf 250 bar komprimiert und dem Speise-CO
2 zugeführt. Das restliche CO
2 wird im Kondensator 11 verflüssigt und wieder der Speisepumpe 9 zugeführt, womit
der Kreislauf geschlossen wird.
[0010] In einer konventionellen Wirbeischichtanlage, hier dargestellt durch die Brennkammer
1, die als Membranwände ausgebildeten Heizflächen 2 und die Konvektionsheizflächen
3, wird dem CO
2-Kreislauf über dem nach der Brennkammer 1 liegenden Konvektionswärmetauscher 3 Wärme
zugeführt und das aus der Brennkammer 1 austretende Rauchgas von ca. 870°C auf ca.
350°C abgekühlt. Das in den Konvektionsheizflächen 3 auf ca. 395°C erhitzte Arbeitsfluid
CO
2 wird in den in der Brennkammer 1 der Wirbelschichtanlage liegenden Membranwänden
2 auf die Endtemperatur von ca. 550°C erhitzt. Dabei wird der Brennkammer 1 genau
soviel Wärme entzogen, daß die Temperatur der Brenkammer 1 auf die heute üblichen
Temperaturen einer solchen Feuerung eingestellt wird (850°C bis 900°C).
[0011] Das aus den Konvektionsheizflächen 3 der Wirbelschichtanlage austretende Rauchgas
überträgt in einem konventionellen Luftvorwärmer 12 seine Wärme auf die Verbrennungsluft
und erwärmt diese auf ca. 290°C. Das Rauchgas wird dabei auf übliche Abgastemperaturen
von ca. 150°C abgekühlt, in einem Filter 13 entstaubt und über einen Kamin 14 in die
Atmosphäre geleitet.
[0012] Der wesentliche Vorteil dieser Erfindung liegt in der Schaltung der Heizflächen.
Die Wärmezufuhr an das gasförmige CO
2 erfolgt zunächst über Konvektionsheizflächen 3 des zweiten Zuges der Wirbelschichtanlage.
Die dabei auftretenden Rohrwandtemperaturen liegen bei 410°C unterhalb der Temperatur,
wo Hochtemperaturkorrosionen auftreten. Die Erhitzung des CO
2 auf die Endtemperatur erfolgt in den Membranwänden 2 der Brennkammer 1 der Wirbelschichtanlage.
Das hat den Vorteil, das keine Hochtemperaturkorrosionen auftreten werden, da sich
auf Heizflächenrohren in einer Wirbelschicht infolge der scheuernden Bewegung des
Wirbelgutes keine Beläge bilden können, deren Grenzfläche zur Rohrwand die Ursache
für derartige Korrosionserscheinungen darstellt.
[0013] Die Erfindung ist nicht auf Kohlendioxid CO
2 als Arbeitsfluid beschränkt, sie kann auch bei anderen niedrigsiedenden Fluiden wie
Schwefeldioxid SO
2, Ammoniak NH
3 oder Schwefelhexafluorid SF
6 angewendet werden.
1. Verfahren zur Vermeidung von Korrosion an Heizflächen bei der Erhitzung des im Kreisprozeß
einer Wärmekraftanlage eingesetzten Arbeitsfluids, welches einen niedrigen Siedepunkt
besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorerhitzung des Arbeitsfluids, wie zum Beispiel CO2, in Heizflächen außerhalb der Brennkammer einer Wirbelschichtanlage erfolgt, daß
die Erhitzung auf Endtemperatur in den Heizflachen der Brennkammer einer Wirbelschichtanlage
erfolgt und daß in der Brennkammer der Wirbelschichtanlage die auf den Heizflächen
sich bildenden Beläge durch die Wirbelschicht abgescheuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorerhitzung des Arbeitsfluids in den Konvektionsheizflächen des zweiten Zuges
der Wirbelschichtanlage und die Erhitzung des Arbeitsfluids auf Endtemperatur in den
Membranwänden der Brennkammer der Wirbelschichtanlage erfolgt.