[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Entladen des Tellerraumes von flachlaufenden
Münzzähl- und Münzsortiermaschinen entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine Münzsortier- und Zählmaschine wird in der DE 1 574 176 beschrieben. Die bekannte
Münzsortier- und Zählmaschine besteht im wesentlichen aus einem drehangetriebenen
Teller mit einem waagerechten Sortierkanal, welcher eine Ausfallöffnung und eine Zählvorrichtung
aufweist, mit einem vor der Eintrittsöffnung des Sortierkanals über dem Teller angeordneten,
einseitig gelagerten, auf die Dicke der zu zählenden Münzen einstellbaren Arm und
mit einer auf die Dicke der zu zählenden Münzen einstellbaren Münzentransportvorrichtung.
[0003] Die Vorrichtung zum Sortieren und Zählen von Münzen eines Münzenkollektivs nach der
DE 34 19 589 C1 enthält einen horizontalen Münzteller, mit einer im wesentlichen tangential
an den horizontalen Münzteller anschließenden, mit einem federelastisch gelagerten
Förderband und mit einer vertikalen Führungskante für die Münzen versehenen horizontalen
Führungsbahn.
[0004] In der US 39 98 237 wird eine Münzensortiermaschine beschrieben, bei der eine nach
unten siebartig offene Münzaufnahme vorgesehen ist, durch die Verunreinigungen durchfallen
können. Die vorgesehenen Öffnungen erlauben jedoch keine Entleerung des Tellerraumes
ohne eine Stillsetzung der Maschine.
[0005] Die bekannten Vorrichtungen weisen alle einen an der Maschine fest angeordneten Tellerraum
auf, in den die zu sortierenden und/oder zu zählenden Münzen eingebracht werden. Eine
Entnahme von Münzen oder Gegenständen oder die Entfernung von Verunreinigungen ist
nur nach Stillegung der Maschine möglich, bei Maschinen mit geschlossenem, unzugänglichem
Tellerraum nur nach einer zusätzlichen Demontage der Abdeckungen oder dgl. und nach
Aufklappen des Münztransportes.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Entladen des Tellerraumes
von flachlaufenden Münzzähl- und Münzsortiermaschinen zu entwickeln, mit dem eine
automatische Entleerung und einfache Säuberung des Tellerraumes und eine Beseitigung
von Störungen durch z.B. Verkeilungen im Bereich des Münzeinlaufs ohne Aufklappen
des Münztransportes, der Höhenbegrenzung und dgl. sowie eine hohe Sicherheit gegen
unbefugten Zugriff zum Tellerraum gewährleistet werden.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß der Münzenteller der Münzaufnahme
ohne den Münzenschacht über eine Kippeinrichtung schräg nach unten bewegt und der
Tellerinhalt über eine Schräge nach außen abgeführt werden. Die vollständige Öffnung
des Tellerraums nach unten ermöglicht die selbständige Behebung von Verkeilungen im
Bereich des Münzeneinlaufs zwischen Münzenteller und Abzugsförderband. Eventuell vorhandene
Fremdkörper werden entfernt und bleiben nicht im Tellerraum während nachfolgender
Zähl- oder Sortierprozesse. Auch Verunreinigungen aller Art können nicht nur gelöst,
sondern auch entfernt werden.
[0008] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Münzenteller über die Mittelachse
des Münzentellers wahlweise bis um 180 Grad nach links oder nach rechts geschwenkt.
Der Münzenteller dreht sich dabei nach links oder nach rechts, und die darauf haftenden
Fremdkörper oder Verunreinigungen werden infolge der Fliehkraft vom Teller wegbewegt
oder fallen nach unten, wenn der Münzenteller angehalten wird.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
einer Vorrichtung zum Entladen des Tellerraums einer flachlaufenden Münzzähl- und
Münzsortiermaschine näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht in Teilschnittdarstellung des Münzaufnahmebereichs
in Arbeitsstellung,
- Fig. 2
- die schematische Seitenansicht des Münzaufnahmebereiches nach Fig. 1 in Entladestellung,
- Fig. 3
- die schematische Seitenansicht des Münzaufnahmebereiches in einer zweiten Ausführungsform
und
- Fig. 4
- die schematische Draufsicht auf den Münzenteller mit Münzeneinlaufbereich.
[0011] Entsprechend der Darstellung in der Fig. 1 besteht die Münzaufnahme 1 im wesentlichen
aus einem drehangetriebenen Münzenteller 2 mit einem Münzenschacht 12 und seinem Antrieb
3 und aus einer Kippeinrichtung 4 für die aus dem Münzenteller 2 und seinem Antrieb
3 gebildete Einheit. Die Münzenaufnahme 1 befindet sich in einem nicht dargestellten
Gehäuse und ist mit einer Grundplatte 6 verbunden, an der auch die Kippeinrichtung
4 und der Münzenschacht 12 befestigt sind.
[0012] Die Kippeinrichtung 4 besteht im wesentlichen aus einer Münztellerlagerung 11, zum
Beispiel ein Scharnier, einer Absenkeinrichtung, zum Beispiel aus einer Gewindespindel
8 mit in einem Gelenk aufgenommener Spindelmutter 10 bestehend.
[0013] Mit der Kippeinrichtung 4 steht eine Schräge 5 (zum Beispiel eine Rutsche) und eine
Ausgaberinne 9 in Verbindung.
[0014] Die Münzaufnahme 1 kann sich beispielsweise in einem Selbstbedienungs-Einzahlungsautomaten
befinden. In einem solchen Fall ist die Münzaufnahme 1 in einem geschlossenen System
untergebracht, und der Nutzer des Automaten hat keine Möglichkeit, an den Tellerraum
zu gelangen.
[0015] In die Münzaufnahme 1 werden nicht dargestellte Münzen beispielsweise zur Zählung
über einen nicht dargestellten Zuführschlitz eingebracht. Nach Start und Ablauf des
Zählvorgangs bekommt der Nutzer des Automaten beispielsweise einen Beleg über die
eingebrachte Summe ausgegeben, mit dem er seinen Einkauf tätigen oder mit dem er eine
Gutschrift auf ein Konto veranlassen kann.
[0016] Nach Beendigung einer solchen Dienstleistung wird automatisch ein Entlade- und Reinigungszyklus
gestartet, der darin besteht, daß gemäß der Darstellung in der Fig. 2 die Einheit
aus Münzenteller 2 und Antrieb 3 über die Kippeinrichtung 4 nach unten geklappt wird
und eventuell aufgetretene Verklemmungen im Münzeinlaufbereich 15 gelöst werden, Fremdkörper
ausgeleert und Verunreinigungen aller Art über die Schräge 5 und die Ausgaberinne
9 herausgeschüttet werden.
[0017] Es kann auch vorgesehen sein, daß der Kunde des Automaten auf Knopfdruck den Zählvorgang
unterbrechen oder abbrechen kann, und daß der eingegebene Inhalt über die Ausgaberinne
9 wieder entnehmbar ist.
[0018] Entsprechend der Darstellung in der Fig. 2 wird die Kippeinrichtung 4 über einen
Antrieb 7 betätigt, mit dessen Hilfe der Münzenteller 2 über die Gewindespindel 8
und die Spindelmutter 10 abgesenkt und wieder angehoben wird.
[0019] Anstelle der Gewindespindel 8 und der Spindelmutter 10 können auch andere Antriebsarten,
zum Beispiel hydraulische oder pneumatische Antriebe, verwendet werden.
[0020] In der Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform einer Kippeinrichtung für den Münzenteller
2 dargestellt.
[0021] Der Münzenteller 2 wird entsprechend der Fig. 3 über seine Mittelachse 13 wahlweise
nach links oder nach rechts, im Beispiel nach Fig. 3 nach rechts, so schräg geschwenkt,
daß der Tellerinhalt herausgeschüttet wird. Im Extremfall wird der Münzenteller 2
um 180 Grad geschwenkt, so daß der Münzentellerboden nach unten zeigt.
[0022] Im Münzen-Einlaufbereich 15 oder im Münzerkennungsbereich 16 eventuell verklemmte
Münzen oder Fremdkörper 17 werden nach dem Schwenken des Münztellers 2 in eine gewünschte
Schrägstellung dadurch gelöst und entfernt, daß die Transportrichtung des Münztransports
14 umgekehrt wird (Fig. 4).
1. Verfahren zum Entladen des Tellerraumes von flachlaufenden Münzzähl- und Münzsortiermaschinen,
mit einer Münzaufnahme, bestehend aus dem horizontalen Münzenteller mit einem Münzenschacht,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Münzenteller (2) der Münzaufnahme (1) ohne den Münzenschacht (12) über eine
Kippeinrichtung (4) nach unten bewegt und der Tellerinhalt über eine Schräge (5) nach
außen abgeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Münzenteller (2) über seine
Mittelachse (13) wahlweise bis um 180 Grad nach links oder nach rechts geschwenkt
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Münzenteller
(2) nach jedem Zähl- und/oder Sortiervorgang automatisch schräg nach unten geklappt
wird, um evtl. Verkeilungen zu lösen, Verunreinigungen zu entfernen, Fremdkörper auszusondern.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in geschlossenen
Selbstbedienungs-Einzahlungssystemen (Automaten) der von außen unzugängliche Tellerraum
nach jedem Zähl- und/oder Sortiervorgang automatisch schräg nach unten geklappt wird
und daß eine wiederholte mißbräuchliche Benutzung durch Überwachung der Vorgänge und
Signalisierung von Unregelmäßigkeiten ausgeschlossen wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Lösung von
Verunreinigungen oder dgl. die Drehrichtung des Münzentellers (2) und/oder des Münztransports
nach dem Ausklappen umgekehrt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Ausklappen des Münzentellers
(2) eine Reinigungseinrichtung aktiviert wird.