(19)
(11) EP 0 824 874 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.02.1998  Patentblatt  1998/09

(21) Anmeldenummer: 97890152.8

(22) Anmeldetag:  29.07.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A43B 7/02, A43B 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 09.08.1996 AT 468/96

(71) Anmelder: Fancyform Design Engineering
8074 Graz-Grambach (AT)

(72) Erfinder:
  • Hilgarth, Kurt
    8054 Graz-Seiersberg (AT)

(74) Vertreter: Köhler-Pavlik, Johann, Dipl.-Ing. 
Margaretenplatz 5
1050 Wien
1050 Wien (AT)

   


(54) Innenschuh, insbesondere für Skischuhe, Bergschuhe od.dgl


(57) Die Erfindung betrifft einen Innenschuh, insbesondere für Skischuhe, Bergschuhe oder dergleichen, mit einem thermoplastischen Kunststoff und einer Heizung sowie ein Verfahren zur Anpassung eines solchen Innenschuhs an die Fußform des Trägers eines solchen Innenschuhs. Um eine optimale Anpassung in einfacher Weise zu erzielen, ist vorgesehen, daß die elektrische Heizung durch mindestens eine im Innenschuh angeordnete heizbare Folie 1 gebildet ist, mit Hilfe welcher der thermoplastische Kunststoff des Innenschuhs zur Anpassung an die Fußform des Trägers des Innenschuhs erwärmbar ist. Vorteilhafterweise besteht die oder jede heizbare Folie 1 aus einer flexiblen Kunststoffschicht, auf der zumindest eine Widerstandsschicht 2 angeordnet ist, deren Enden 7, 8 mit zumindest einer, nach außen führenden Anschlußleitung 3 und einem Stecker 4 verbunden sind. Zur Berücksichtigung empfindlicher Stellen des Fußes können Ausnehmungen in der Widerstandsschicht 2, allenfalls durch eine Aluminiumfolie 5 abgedeckt oder Einschnitte 6, Perforationen oder dergleichen in der Folie 1 vorgesehen sein.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Innenschuh. insbesondere für Skischuhe. Bergschuhe oder dergleichen. mit einem thermoplastischen Kunststoff und einer elektrischen Heizung. sowie ein Verfahren zur Anpassung eines solchen Innenschuhs an die Fußform des Trägers eines solchen Innenschuhs.

[0002] Es sind seit einiger Zeit Innenschuhe. insbesondere für Skischuhe bekannt, welche zur Anpassung an die Fußform zur Vermeidung von Druckstellen unter Hitzeanwendung verformbar sind. Die Innenschuhe bestehen zu diesem Zweck aus einem besonderen Kunststoffmaterial, das bei einer gewissen Temperatur gute Verformbarkeit besitzt. Diese Temperatur liegt dabei deutlich oberhalb der während des Tragens im Schuh auftretenden Temperaturen. damit eine nachträgliche Verformung unterbunden wird und der Innenschuh dem Fuß einen entsprechenden Halt bietet. Normalerweise wird der Innenschuh zum Zweck des Anpassens an die Fußform zuerst aus der Schale des Schuhs entnommen, über die für eine leichte Verformung notwendige Temperatur erwärmt und danach wieder in die Schale des eingebracht. Der Träger des Schuhs zieht diesen in erwärmtem Zustand an, wobei sich der Innenschuh an die Fußform anpaßt. Der Vorgang zur Anpassung des Innenschuhs an die Fußform ist dabei sehr aufwendig. da der Innenschuh zuerst aus der Schale entnommen. dann zum Beispiel in einem Ofen oder dergleichen erwärmt und dann wieder in die Schale des Schuhs eingebracht werden muß bevor die Anpassung des Innenschuhs an die Fußform erfolgen kann. Dauert das Einbringen des Innenschuhs in die Schale des Schuhs zu lange. kann auch vorkommen daß die Temperatur des Innenschuhs unter die für optimale Verformung notwendige Temperatur sinkt und somit keine ausreichende Anpassung an die Fußform erfolgen kann.

[0003] Aus der FR 2 553 029 A1 ist ein unter Wärme verformbarer Gegenstand bekannt, der aus einer elektrischen Widerstandsheizung besteht über den ein Schaumstoff aus Polyolefin. insbesondere Polyäthylen, aufgeheizt wird, der dadurch unter Druck verformt werden kann. Als Anwendungsbeispiel wird eine Sohle für Sportschuhe erwähnt. Beispiele elektrischer Heizungen in Schuhen nur zum Zueck der Erwärmung des Fußes sind der US 4 782 602 A, EP 084 789 A1, DE 25 49 375 A1 oder der US 2 298 299 A zu entnehmen. Nicht bekannt sind Innenschuhe. welche eine Anpassung des Schuhs an die Fußform der Person, welche den Schuh trägt. zuläßt.

[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher in der Schaffung eines Innenschuhs, insbesondere für einen Skischuh. Bergschuh oder dergleichen, mit dem in einfacher Weise eine Anpassung an die Fußform jener Person, welche den Schuh trägt. Die oben erwähnten Nachteile bekannter Systeme sollen dabei vermieden oder zumindest reduziert werden.

[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist der erfindungsgemäße Innenschuh dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Heizung durch mindestens eine im Innenschuh angeordnete heizbare Folie gebildet ist, mit Hilfe welcher der thermoplastische Kunststoff des Innenschuhs zur Anpassung an die Fußform des Trägers des Innenschuhs erwärmbar ist. Durch den erfindungsgemäß mit einer oder mehreren heizbaren Folien ausgestatteten Innenschuh muß dieser zur Anpassung an die Fußform nicht aus der Schale entnommen werden, wodurch der Aufwand drastisch reduziert wird. Da durch entsprechende Anordnung der heizbaren Folie die Wärme gezielt auf den thermoplastischen Kunststoff gerichtet werden kann, wird die zur Verformung notwendige Temperatur sehr rasch erzielt, wodurch die zur Anpassung des Innenschuhs an die Fußform des Trägers notwendige Zeit ebenfalls deutlich herabgesetzt wird. Durch geeignete Gestaltung und Anordnung der oder jeder heizbaren Folie im Innenschuh. kann eine optimale Anpassung an den jeweiligen Anwendungsfall erreicht werden.

[0006] Vorteilhafterweise besteht die oder jede heizbare Folie aus einer flexiblen Kunststoffschicht, auf der zumindest eine Widerstandsschicht angeordnet ist, deren Enden mit zumindest einer, nach außen führenden Anschlußleitung verbunden sind. Dadurch kann die erfindungsgemäße heizbare Folie in ähnlicher Weise, wie flexible gedruckte Schaltungen billig hergestellt werden und nachträglich entsprechend der Form des Innenschuhs bzw. Fußes gebogen werden. Die Anordnung mehrerer Widerstandszonen ermöglicht eine selektive Erwärmung des thermoplastischen Kunststoffs im Innenschuh. Die Widerstandsschicht kann aus beliebigen elektrisch leitfähigen Materialien bestehen. Auch Gewebe aus beispielsweise Kohlefasern sind denkbar.

[0007] Wenn die oder jede Anschlußleitung in einem Stecker endet, kann der Schuh leicht und sicher an eine entsprechende Spannungsquelle zur Versorgung der oder jeder heizbaren Folie mit elektrischer Energie angeschlossen werden kann.

[0008] Gemäß einem weiteren Erfindungsmerkmal ist die oder jeder Widerstandsschicht mäanderförmig angeordnet. Eine solche Anordnung bietet eine optimale Platzausnützung und ist darüberhinaus leicht herstellbar.

[0009] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die oder jede Widerstandsschicht der oder jeder heizbaren Folie an empfindlichen Stellen des Fußes, wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse ausgenommen. Dadurch wird verhindert, daß die genannten Regionen des Fußes einer zu großen Wärmebelastung unterworfen werden. Damit werden empfindliche Stellen des Fußes besonders berücksichtigt.

[0010] Zusätzlich kann vorgesehen sein, daß an den empfindlichen Stellen des Fußes, an denen die oder jede Widerstandsschicht der oder jeder beheizbaren Folie ausgenommen ist, eine Aluminiumfolie oder dergleichen angeordnet ist. Mit dieser Maßnahme wird ein noch größerer Wärmeschutz empfindlicher Regionen des Fußes erzielt, da über die Metallfläche die Wärme leichter abgeführt werden kann.

[0011] Wenn die oder jede heizbare Folie an empfindlichen Stellen des Fußes, wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse Einschnitte. Perforationen oder dergleichen aufweist, ist eine höhere Flexibilität der Folie geben, wodurch ein höherer Tragekomfort und eine bessere Anpaßbarkeit des Innenschuhs an die Fußform erzielt werden kann.

[0012] Natürlich kann auch die oder jede heizbaren Folie selbst an empfindlichen Stellen des Fußes, wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse ausgenommen sein. Dadurch werden ebenfalls die oben erwähnten Vorteile erzielt. Darüberhinaus wird durch eine entsprechende Gestaltung die Anordnung der Folie im Innenschuh erleichtert. Anstelle von Ausnehmungen können natürlich auch mehrere Folien angeordnet werden, die über entsprechende Leitungen elektrisch miteinander verbunden werden können.

[0013] Wenn in der oder jeder heizbaren Folie oder im Innenschuh zumindest ein Sensor zur Messung der Temperatur vorgesehen ist kann das von dem Sensor herrührende Signal beziehungsweise können die von den Sensoren herrührenden Signale zur Regelung der Temperatur verwendet werden. Durch Messung der Temperatur im Inneren des Schuhs kann einerseits ein Überschreiten eines bestimmten oberen Temperaturgrenzwerts verhindert und andererseits das Erreichen der für eine optimale Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur sichergestellt werden.

[0014] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines Verfahrens zur Anpassung eines Innenschuhs der oben beschriebenen Art an die Fußform des Trägers eines solchen Innenschuhs.

[0015] Diese Aufgabe wird durch die folgenden Verfahrensschritte gelöst:

Einbringen des Fußes des Trägers in den Innenschuh,

Verbindung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs mit einer elektrischen Spannungsquelle,

Trennung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle, nach Erreichen der für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur,

Belassen des Fußes im Innenschuh, bis die zur Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur unterschritten ist, und

gegebenenfalls Wiederholung der Schritte b bis d.

Dies stellt eine einfache Verfahrensvariante zur Anpassung der Fußform an einen Innenschuh dar.

[0016] Alternativ dazu kann die Aufgabe auch durch zeitliche Aufeinanderfolge der folgenden Verfahrensschritte gelöst werden:

Verbindung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs mit einer elektrischen Spannungsquelle.

Trennung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle nach Erreichen der für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur,

Einbringen des Fußes des Trägers in den Innenschuh,

Belassen des Fußes im Innenschuh, bis die zur Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur unterschritten ist, und

gegebenenfalls Wiederholung der Schritte a bis d.



[0017] Diese Variante hat den Vorteil. daß mit einem normal temperierten Fuß in den Schuh eingestiegen wird, wodurch sich dieser in seinem normalen Zustand befindet. Demgegenüber kann sich bei dem zuvor genannten Verfahren der Fuß aufgrund der zu starken Erwärmung ausdehnen, wodurch keine optimale Anpassung der Fußform möglich ist. Auch kann die zu starke Erwärmung unangenehm empfunden werden.

[0018] Vorteilhafterweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Temperatur im Innenschuh gemessen und die oder jede heizbaren Folie des Innenschuhs automatisch von der elektrischen Spannungsquelle getrennt, nachdem die für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur erreicht wurde. Somit wird der Fuß und der Innenschuh vor Überhitzung geschützt und andererseits sichergestellt, daß die für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur erreicht wird.

[0019] Alternativ dazu kann die zur Erwärmung des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs auf die für gute Verformbarkeit notwendige Temperatur erforderliche zeit ermittelt werden und die automatischen Trennung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle nach einer vorgegebenen Zeitspanne getrennt werden. Dies stellt eine einfachere und billigere, wenngleich eine nicht so sichere und genaue Alternative zur Verwendung von Temperatursensoren dar.

[0020] Die entsprechenden Verfahrensmerkmale können konstruktiv leicht in einem entsprechenden Netzteil zur Versorgung der oder jeder heizbaren Folie des Innenschuhs realisiert werden.

[0021] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Abbildungen, welche Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Heizfolie und deren Anordnung im Innenschuh zeigen, näher erläutert.

[0022] Darin zeigen
Fig. 1
eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Heizfolie für einen Innenschuh in aufgeklapptem Zustand,
Fig. 2a bis 2d
schematische Ansichten von Ausführungsvarianten der Heizfolie für einen Innenschuh in ebener Darstellung,
Fig. 3a und 3b
zwei Beispiele für die Lage einer erfindungsgemäßen heizbaren Folie in Bezug auf den Fuß, und
Fig. 4a bis 4c
Beispiele für den Aufbau eines Innenschuhs im Querschnitt zur Veranschaulichung der Lage der heizbaren Folie im Innenschuh.


[0023] Fig. 1 zeigt ein Beispiel einer heizbaren Folie 1 in aufgeklapptem Zustand. Im Innenschuh werden die seitlichen spitz zulaufenden Enden der Folie 1 in Richtung der Zehen des Fußes zusammengeklappt. Zur Aussparung der Ferse ist die Folie im unteren, mittleren Bereich ausgenommen. Die Folie 1 besteht aus einem flexiblen Kunststoffmaterial, auf dem ein Widerstandsbelag 2 vorzugsweise mäanderförmig aufgebracht ist. Natürlich sind auch andere Ausführungen der elektrischen Widerstandsheizung möglich. Beispielsweise könnte auch auf oder in der Folie 1 das Widerstandsmaterial in Art eines Gewebes aus beispielsweise Kohlefasern angeordnet sein (nicht dargestellt). Die Enden 7, 8 des Widerstandsbelags 2 sind mit einer Anschlußleitung 3 verbunden, über welche die heizbare Folie 1 mit elektrischer Energie versorgt werden kann. Zu diesem Zweck ist an der Anschlußleitung 3 vorteilhafterweise ein Stecker 4 vorgesehen. Durch den resultierenden Stromfluß in der Widerstandsschicht 2 wird Verlustwärme erzeugt und somit die Folie 1 bzw. der mit der Folie 1 ausgestattete Innenschuh gleichmäßig erwärmt. Bei üblichen thermoplastischen Kunststoffen wird eine gute Verformbarkeit ab Temperaturen oberhalb von 70°C erzielt. Um optimale Verformbarkeit zu erzielen. wird das Material des Innenschuhs auf etwa 110°C aufgeheizt. Dies kann durch Einstellung der Zeit, welche die heizbare Folie 1 mit der Spannungsquelle verbunden ist oder durch Messung der Temperatur mit einem auf der Folie 1 oder im Innenschuh angeordneten Temperatursensor (nicht dargestellt) kontrolliert werden. Nach Erreichen der für die Verformung des Kunststoffmaterials notwendigen Temperatur wird die Heizfolie automatisch oder manuell von der Spannungsversorgung getrennt. Der Innenschuh ist bei dieser Temperatur verformbar und paßt sich daher an die Fußform an. Der Fuß bleibt so lange im Schuh. bis der Innenschuh abgekühlt und nicht mehr verformbar ist. Somit hat sich der Innenschuh optimal an die Form des Fußes angepaßt. Voraussetzung dafür ist, daß die den Widerstandsbelag 2 aufweisende Folie 1 leicht verformbar ist. Andernfalls würden sich unregelmäßige Temperaturverteilungen im Material des Innenschuhs ergeben, wodurch die Verformbarkeit des Innenschuhs unterschiedlich und eine optimale Anpassung an die Fußform nicht möglich wäre. Zu diesem Zweck befinden sich gemäß diesem Ausführungsbeispiel an empfindlichen Stellen des Fußes wie zum Beispiel im Bereich der Knöchel oder der Ferse Einschnitte 6. Perforationen oder dgl. in der Folie 1, die eine leichtere Verformung derselben zulassen. Zum Schutz dieser empfindlichen Regionen des Fußes vor Überhitzung durch die beheizte Folie 1. kann an diesen Stellen eine Aluminiumfolie 5 oder dergleichen zur Wärmeableitung angeordnet sein. Natürlich ist auch möglich, daß die Folie 1 an den empfindlichen Stellen des Fußes vollständig ausgenommen ist.

[0024] In den Fig. 2a bis 2d werden weitere Ausführungsvarianten für heizbare Folien zur Anwendung in einem Innenschuh in ebener Darstellung gezeigt. Fig. 2a zeigt eine Foliel mit dem darauf angeordneten Widerstandsbelag 2 mit beiderseits drei fingerförmigen Fortsätzen. Der Widerstandsbelag 2 ist auf den Abbildungen nur schematisch gezeigt und kann auch mäanderförmig oder in Form eines Gewebes auf der Folie 1 angeordnet sein. Der Widerstandsbelag 2 ist über eine Anschlußleitung 3 mit dem Stecker 4 verbunden. Die fingerförmigen Fortsätze werden von der Ferse um den Fuß geklappt oder von oben über den Vorderfuß geklappt (siehe Fig. 3a und 3b). Empfindliche Stellen des Fußes, wie zum Beispiel Knöchel werden nicht von der Folie 1 umgeben. Die Gestaltung gemäß Fig. 2a ist durch ihre Flexibilität bei der Anordnung auf dem Fuß und ihre leichte Verformbarkeit gekennzeichnet. Fig. 2b zeigt eine gegenüber der Folie 1 aus Fig. 2a erweiterte Ausführüngsvariante, bei der zusätzlich ein in der Mitte angeordneter Fortsatz der Folie 1 vorgesehen ist, der zur Erwärmung des Innenschuhs im Bereich der vorderen Fußsohle dient. Fig. 2c zeigt eine Variante einer heizbaren Folie 1 für einen Innenschuh, bei dem gegenüber Fig. 2a zwei Widerstandsbeläge 2' und 2" für die beiden Seiten der Folie 1 vorgesehen sind. Die Widerstandsbeläge 2' und 2" enden in verschiedenen Anschlußleitungen 3' und 3" und Steckern 4' und 4". Dadurch ist eine selektive Beheizung des Innenschuhs zur selektiven Anpassung des Innenschuhs an die Fußform möglich. Wenn der Träger des Schuhs der Ansicht ist. daß die Anpassung an die Fußform am Außenfuß optimal ist, während die Anpassung am Innenfuß noch nicht ideal ist, braucht nur der entsprechende Teil der Folie, welche den Innenfuß umgibt, erneut erwärmt werden um auch dort eine optimale Anpassung zu erreichen. Die Anzahl und Gestalt der Widerstandszonen kann beliebig und entsprechend dem jeweiligen Anwendungsfall ausgeführt werden. In Fig. 2d ist ein Beispiel einer heizbaren Folie 1 mit drei Widerstandsbelägen 2', 2" und 2"' mit drei Anschlußleitungen 3', 3" und 3'" sowie drei Steckern 4', 4" und 4"' dargestellt. Der Widerstandsbelag 2" im mittleren Bereich der Folie dient dabei zur Erwärmung des Innenschuhs an der Fußsohle im Zehenbereich. Selbstverständlich kann anstelle der einzelnen Anschlußleitungen 3', 3" und 3'" bzw. anstelle der einzelnen Stecker 4', 4" und 4"' auch nur eine entsprechend mehradrige Anschlußleitung bzw. ein entsprechend mehrpoliger Stecker vorgesehen sein.

[0025] In Fig. 3a und 3b sind zwei Beispiele für die Lage einer erfindungsgemäßen heizbaren Folie in Bezug auf den Fuß dargestellt. Je nach Gestalt der Folie 1 mit dem Widerstandsbelag 2 und der Anschlußleitung 3 kann diese vom Fersenbereich um den Fuß 9 geklappt werden, wie aus Fig. 3a ersichtlich. Ebenso ist eine Anordnung entsprechend Fig. 3b möglich, bei der der Fuß 9 von oben mit der Folie 1 versehen wird. Wichtig dabei ist, daß empfindliche Stellen des Fußes von keiner Folie 1 bedeckt sind, bzw. an solchen Stellen entsprechende Einschnitte, Perforationen oder dergleichen an der Folie 1 angeordnet sind. Die Anordnung der Folie 1 im Innenschuh in Bezug auf den Fuß kann auch je nach Anwendungsfall unterschiedlich erfolgen. Beispielsweise sind die Problemzonen des Fußes auch von der Sportart abhängig, und werden sich zum Beispiel beim Skifahren und Bergsteigens sicherlich unterscheiden.

[0026] Fig. 4a bis 4c zeigen noch Beispiele für die Anordnung der heizbaren Folie 1 in einem Innenschuh. Fig. 4a zeigt den Schichtaufbau eines Innenschuhs, beispielsweise für einen Skischuh im Querschnitt. Auf die Außenschicht 10 des Innenschuhs folgt eine Isolierschicht 11, welche dazu dient. daß nicht zuviel Wärme der heizbaren Folie 1 nach außen verlorengeht. Zwischen der Isolierschicht 11 und einer Schicht des thermoplastischen Kunststoffs 12 ist die heizbare Folie 1 angeordnet. durch welche der thermoplastische Kunststoff auf die zur Verformung geeigneten Temperatur aufheizbar ist. Gemäß Fig. 4b ist zwischen der Isolierschicht 11 und der heizbaren Folie 1 eine weitere Schicht thermoplastischen Kunststoffs 12 angeordnet. Durch Wahl des Materials und der Schichtdicke des thermoplastischen Kunststoffs 12 kann eine Optimierung des Innenschuhs in Bezug auf die Anpaßbarkeit an die Fußform des Trägers erreicht werden. Fig. 4c zeigt eine Variante eines Schichtaufbaus eines Innenschuhs. bei dem nach der Isolierschicht 11 eine Schicht des thermoplastischen Kunststoffs 12, danach die heizbare Folie 1 und abschließend ein Futter zur Auskleidung der Inneren Oberfläche des Innenschuhs angeordnet ist.

[0027] Die Gestaltung der Folie sowie deren Anordnung im Innenschuh ist nicht auf die dargestellten Beispiele beschränkt, sondern kann im Rahmen der Erfindung beliebig verändert werden. Natürlich kann die Folie im Innenschuh auch aus mehreren Teilen bestehen.


Ansprüche

1. Innenschuh, insbesondere für Skischuhe, Bergschuhe oder dergleichen, mit einem thermoplastischen Kunststoff und einer elektrischen Heizung. dadurch gekennzeichnet. daß die elektrische Heizung durch mindestens eine im Innenschuh angeordnete heizbare Folie (1) gebildet ist, mit Hilfe welcher der thermoplastische Kunststoff des Innenschuhs zur Anpassung an die Fußform des Trägers des Innenschuhs erwärmbar ist.
 
2. Innenschuh nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede heizbare Folie (1) aus einer flexiblen Kunststoffschicht besteht, auf der zumindest eine Widerstandsschicht (2, 2', 2", 2"') angeordnet ist, deren Enden (7. 8) mit zumindest einer. nach außen führenden Anschlußleitung (3, 3', 3'', 3"') verbunden sind.
 
3. Innenschuh nach Anspruch 2. dadurch gekennzeichnet. daß die oder jede Anschlußleitung (3, 3', 3", 3"') in mindestens einem Stecker (4, 4', 4'', 4'") endet.
 
4. Innenschuh nach Anspruch 2 oder 3. dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede Widerstandsschicht (2, 2', 2", 2"') mäanderförmig angeordnet ist.
 
5. Innenschuh nach Anspruch 2 bis 4. dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede Widerstandsschicht (2, 2', 2", 2"') der oder jeder heizbaren Folie (1) an empfindlichen Stellen des Fußes. wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse ausgenommen ist.
 
6. Innenschuh nach Anspruch 5. dadurch gekennzeichnet. daß an den Stellen, an denen die oder jede Widerstandsschicht (2, 2', 2", 2"') der oder jeder heizbaren Folie (1) ausgenommen ist eine Aluminiumfolie (5) oder dergleichen angeordnet ist.
 
7. Innenschuh nach Anspruch 1 bis 6. dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede heizbare Folie (1) an empfindlichen Stellen des Fußes. wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse Einschnitte (6). Perforationen oder dergleichen aufweist.
 
8. Innenschuh nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede heizbaren Folie (1) an empfindlichen Stellen des Fußes, wie zum Beispiel im Bereich des Knöchels oder der Ferse ausgenommen ist.
 
9. Innenschuh nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der oder jeder heizbaren Folie (1) oder im Innenschuh zumindest ein Sensor zur Messung der Temperatur vorgesehen ist.
 
10. Verfahren zur Anpassung eines Innenschuhs nach Anspruch 1 bis 9 an die Fußform des Trägers eines solchen Innenschuhs, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte

a) Einbringen des Fußes des Trägers in den Innenschuh,

b) Verbindung der heizbaren Folie des Innenschuhs mit einer elektrischen Spannungsquelle.

c) Trennung der heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle, nach Erreichen der für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur.

d) Belassen des Fußes im Innenschuh, bis die zur Verformbarkeit des therrnoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur unterschritten ist, und

e) gegebenenfalls Wiederholung der Schritte b bis d.


 
11. Verfahren zur Anpassung eines Innenschuhs nach Anspruch 1 bis 9 an die Fußform des Trägers eines solchen Innenschuhs, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte

a) Verbindung der heizbaren Folie des Innenschuhs mit einer elektrischen Spannungsquelle.

b) Trennung der heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle nach Erreichen der für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur.

c) Einbringen des Fußes des Trägers in den Innenschuh,

d) Belassen des Fußes im Innenschuh, bis die zur Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendige Temperatur unterschritten ist, und

e) gegebenenfalls Wiederholung der Schritte a bis d.


 
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, gekennzeichnet durch die Messung der Temperatur im Innenschuh, und der automatischen Trennung der heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle. nach Erreichen der für eine gute Verformbarkeit des thermoplastischen Kunststoffs des Innenschuhs notwendigen Temperatur.
 
13. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, gekennzeichnet durch die automatischen Trennung der heizbaren Folie des Innenschuhs von der elektrischen Spannungsquelle nach einer vorgegebenen Zeitspanne.
 




Zeichnung