[0001] Die Erfindung betrifft ein Therapiegerät zur Entlastung und Dehnung der menschlichen
Wirbelsäule, mit einer vertikal verstellbaren Beinauflage, die zum losen Auflegen
der beiden Unterschenkel und der beiden Oberschenkel eines Patienten jeweils zwei
nach Art eines Satteldaches um etwa 70° bis 110° zueinander geneigte Schenkelauflagen
aufweist.
[0002] Es ist bereits eine Vorrichtung zum Dehnen und Einrichten der Wirbelsäule mit einer
elektromotorisch antreibbaren Winde und einer an dem Windenseil befestigten Auflage
für die Unterschenkel des Patienten bekannt (DE-OS 23 28 939), mit welcher der Patient
an den über die Auflage geschlagenen Beinen mit nach unten hängendem Kopf nach oben
gezogen werden kann. Zur Führung und Fixierung der Auflage in ihrer hochgezogenen
Lage sind am Windenrahmen nach unten gerichtete Führungsstifte angeordnet, die in
seitliche Führungsbohrungen der Auflage eingreifen.
[0003] Eine Dosierung der Dehnkraft ist dabei nicht möglich, weil das ganze Körpergewicht
des Patienten an der Auflage hängt.
[0004] Bei einer bekannten Streckliege (DE 44 13 752 A1), die einen um eine horizontale
Achse in einem Gestell schwenkbaren Rahmen mit einer Liegefläche und eine Beinhalterung
aufweist, ist die Liegefläche auf einem Schlitten angebracht, der auf dem Rahmen in
Längsrichtung bewegbar ist. Die Beinhalterung ist mit einem vom Rahmen nach oben abstehenden
Stützholm versehen, an dessen oberem Ende abgewinkelt eine Unterschenkelauflage angebracht
ist. Dieser Stützholm ist zwar längenverstellbar aber in seiner jeweils eingestellten
Länge starr fixiert. Die Verschiebung des Schlittens auf dem Rahmen wird durch seine
einstellbare Neigung bewirkt.
[0005] Es ist auch eine bewegungstherapeutische Bewegungsvorrichtung bekannt (DE 36 18 686
C2), bei der eine nach Art eines Parallelogramms aufgebaute, aus einer schrägen Auflage
für die Oberschenkel und einer horizontalen Auflage für die Unterschenkel eines rücklings
liegenden Patienten bestehende Beinauflage mittels eines elektromotorischen Antriebs
verschwenkbar ist. Dabei wird die Antriebsbewegung durch an den Muskelpartien der
zu bewegenden Gliedmaßen angebrachte Myoelektroden beeinflußt, welche zur Ableitung
von Myopotentialen vorgesehen sind.
[0006] Für eine Wirbelsäulenbehandlung ist diese Vorrichtung weder geeignet noch vorgesehen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches, kostengünstig herstellbares,
leicht bedienbares und ortsungebunden einsetzbares Therapiegerät der eingangs genannten
Art zu schaffen, das eine einerseits schonende und andererseits wirkungsvolle, anhaltend
wirksame Therapie, insbesondere für Selbstanwender, ermöglicht.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Beinauflage mittels eines
ersten motorischen Antriebs an Vertikalführungen eines Schlittens vertikal verstellbar
ist, der seinerseits gemeinsam mit der Beinauflage auf Horizontalführungen eines Traggestells
im wesentlichen parallel zu einer horizontalen Liegefläche mittels eines zweiten motorischen
Antriebs relativ zur Liegefläche in deren Längsrichtung verschiebbar ist.
[0009] Nach neuesten medizinischen Erkenntnissen sollten bei einer Wirbelsäulentherapie
folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Der Patient sollte rücklings auf einer ebenen Unterlage liegen, und zwar so, daß die
Wirbelsäule ebenfalls eben aufliegt.
Das Hohlkreuz muß dabei vollständig beseitigt werden. Der Körper des Patienten sollte
möglichst völlig entspannt sein, insbesondere sollten alle Muskeln im Wirbelsäulenbereich
keinerlei Anspannung aufweisen. Deshalb sollte der Patient während der Behandlung
auch keine mechanischen Bewegungen ausführen bzw. Hebel oder dgl. Vorrichtungen bedienen.
In dieser völlig entspannten Lage sollte dann, um auch die Wirbelsäule von jeder Spannung
und jedem Druck in Längsrichtung zu entlasten, ein leichter Zug ausgeübt werden, und
zwar so, daß sich die Muskeln dabei nicht reflektorisch anspannen.
Eine nachhaltige Streckung der Wirbelsäule ist nur bei völlig entspannter Rückenmuskulatur
möglich. Durch die Kapillarwirkung, die bei der Streckung oder Dehnung der Wirbelsäule
entsteht, regenerieren sich die Bandscheiben durch neue Flüssigkeitsaufnahme bei gleichzeitiger
Verdickung. Die Bandscheiben haben dadurch die Möglichkeit, zumindest annähernd wieder
ihre ursprüngliche Form und Lage einzunehmen. Um in dieser regenerierten Form eine
gewisse Stabilität zu erreichen, ist es erforderlich, daß der Patient eine gewisse
Zeitlang in dieser gedehnten Wirbelsäulenlage verharrt und daß diese Wirbelsäulendehnung
in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt wird.
[0010] Das erfindungsgemäß ausgeführte Therapiegerät ist bestens geeignet, unter den genannten
Bedingungen eingesetzt zu werden. Das Therapiegerät kann sowohl auf dem Fußboden als
auch auf einer Liege oder dgl. aufgestellt und benutzt werden. Dabei ist von besonderem
Vorteil, daß durch eine zunächst erfolgende Vertikalbewegung der Beinauflage durch
das Anheben der Beine, die leicht angewinkelt auf der Beinauflage liegen, die untere
Rückenpartie des rücklings auf dem Boden bzw. auf der Liege liegenden Patienten von
der Unterlage leicht abgehoben wird bis der Patient nur noch mit der oberen Rückenpartie,
d.h. mit den Schulterblättern aufliegt. In dieser Position kann dann die Streckbewegung
eingeschaltet werden, die bewirkt, daß die Beinauflage sich von der Auflage, auf welcher
der Patient mit seinem Rücken aufliegt, weggeschoben wird: Dabei ist auch wichtig,
daß diese horizontale Verschiebung der Beinauflage langsam und behutsam und jeweils
um kleine, dem einzelnen Patienten angepaßte Bewegungsstrecken erfolgt. Der Patient
spürt dabei eine deutliche Entspannung und Erleichterung im gesamten Wirbelsäulenbereich.
Dadurch, daß diese horizontale Verschiebung wie auch die vorausgegangene vertikale
Lageveränderung der Beinauflage relativ zu der Auflage, auf welcher der Patient mit
seinem Rücken aufliegt, mit Hilfe eines motorischen Antriebs erfolgt, den ein Therapeut
oder der Patient selbst mit Hilfe eines Handschalters bedienen kann, wird der Patient
in seiner völlig entspannten Verfassung nicht gestört.
[0011] Wichtig ist auch, daß sich dieses Therapiegerät einfach und preiswert herstellen
läßt, daß es sich leicht transportieren und somit ortsungebunden einsetzen läßt.
Auch eine einfache Bedienbarkeit und hohe Funktionssicherheit sowie eine Grundeinstellbarkeit
auf die Gegebenheiten und Voraussetzungen des einzelnen Patienten ist von Bedeutung.
[0012] Diesen Zwecken dienen die Ausgestaltungen der Ansprüche 2 bis 20.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Behandlungsliege, auf der ein Therapiegerät der erfindungsgemäßen Art aufgestellt
ist;
- Fig. 2
- das Therapiegerät der erfindungsgemäßen Art auf dem Fußboden stehend mit einer Auflage
für den Patienten;
- Fig. 3
- das Therapiegerät in Seitenansicht bei auf maximale Höhe ausgefahrener Beinauflage;
- Fig. 4
- die gleiche Ansicht wie Fig. 3 mit der tiefsten Position der Beinauflage;
- Fig. 5
- einen Schnitt V-V aus Fig. 4;
- Fig. 6
- einen Schnitt VI-VI aus Fig. 5;
- Fig. 7
- einen Teilschnitt VII-VII aus Fig. 6;
- Fig. 8
- einen Teilschnitt VIII-VIII aus Fig. 6;
- Fig. 9
- eine Kraftbegrenzungseinrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 10
- in perspektivischer Darstellung eine Montageschiene der Beinauflage mit einem Distanzelement;
- Fig. 11
- in geschnittener Darstellung als Teilausschnitt eine andere Ausführung der Verbindung
zwischen dem zweiten Kraftantrieb und dem horizontal beweglichen Schlitten;
- Fig. 12
- einen Schnitt XII-XII aus Fig. 11;
- Fig. 13
- in isometrischen Darstellung eine andere Ausführungsform des Traggestells;
- Fig. 14
- in isometrischer Darstellung den zum Traggestell der Fig. 13 passenden Schlitten;
- Fig. 15
- in teilweise geschnittener Isometrie die Beinauflage mit ihrer Montageschiene.
[0014] Das in der Zeichnung dargestellte Therapiegerät 1 dient zur Entlastung und Dehnung
der menschlichen Wirbelsäule. Es ist mit einer vertikal verstellbaren Beinauflage
2 versehen, auf der die beiden Unterschenkel und Oberschenkel eines Patienten angewinkelt
so aufgelegt werden können, daß sowohl die Oberschenkel als auch die Unterschenkel
jeweils eine schiefe Lage einnehmen. Zu diesem Zweck weit die Beinauflage 2 eine etwas
kürzere Schenkelauflage 5 für die Unterschenkel und eine etwas längere Schenkelauflage
6 für die Oberschenkel des Patienten aufweist. Diese Beinauflage 2 hat die Form eines
Satteldaches. sie ist oberseitig mit einer Polsterung 3 versehen und auf einer trapezartig
profilierten Montageschiene 7 befestigt, vorzugsweise durch mehrere Schrauben 4 (siehe
Fig. 3 bis 5).
Diese Montageschiene 7 ist unterseitig mit zwei in den Endabschnitten festsitzend
angeordneten Gewindezapfen 8 und 9 versehen, die jeweils ein Distanzelement 62 und
einen horizontalen Träger 14 durchragen, an dem sie mittels unterseitig aufgeschraubter
Gewindemuttern 12 bzw. 13 befestigt sind. Die jeweils mit Durchgangsbohrungen versehenen
Distanzelemente 62 bestehen jeweils aus quaderförmigen Blöcken, die mit unterschiedlichen
Höhen austauschbar vorhanden sind, damit die Ausgangshöhe der Beinauflage 2 verändert
werden kann.
[0015] Der Träger 14, der einen flachen Querschnitt aufweist und vorzugsweise aus Metall
besteht, ist in Horizontallage auf zwei vertikalen Stützplatten 15 und 16 eines Schlittens
30 befestigt, der eine horizontale, rechteckförmige Fußplatte 31 aufweist. An den
beiden sich gegenüberliegenden Schmalseiten dieser Fußplatte 31 sind die beiden vertikalen
Stützplatten 15 und 16 parallel zueinander verlaufend mittels Schrauben 17 befestigt.
Unterseitig ist diese Fußplatte 31 mit vier Gleitschuhen 34, 35, 36 und 37 versehen,
die jeweils mittels Schrauben 38 seitlich justierbar befestigt sind, und die mittels
horizontaler Bohrungen 39 auf Horizontalführungen 40 und 41 jeweils paarweise verschiebbar
geführt sind. Bei dem in den Fig. 1 bis 10 dargestellten Ausführungsbeispiel bestehen
diese Horizontalführungen 40, 41 aus zylindrischen Führungsstäben. Diese Führungsstäbe
sind in vertikalen Lagerböcken 26 und 27 eines Traggestells 50 parallel zueinander
verlaufend befestigt und jeweils auf einem Querholm 48 bzw. 49 des insgesamt rechteckigen,
aus einem Rohrprofil bestehenden Traggestells angeordnet. Die beiden Längsholme 48
'und 49
'des Traggestells 50 sind jeweils mit rutschfesten Fußelementen 51 versehen, die dem
Traggestell auf der jeweiligen Unterlage einen guten Halt verleihen.
[0016] Mit Hilfe von Vertikalführungen 20 und 21 ist die Beinauflage 2 gemeinsam mit dem
Träger 14, auf dem sie befestigt ist, vertikal stufenlos verstellbar. Die Vertikalführungen
20, 21 bestehen jeweils aus einer zylindrischen Führungssäule 22, die festsitzend
im Träger 14 befestigt ist, sowie aus einem Führungszylinder 23, der seinerseits mit
dem unteren Ende festsitzend in der Fußplatte 31 befestigt ist (siehe Fig. 5).
Zur vertikalen Verstellung ist ein erster motorischer Antrieb 10 vorgesehen, der aus
einem Getriebemotor 24 und einer Schnecke 25 besteht, die mit einem Schneckenrad 28
in Eingriff steht. Dieses Schneckenrad ist am unteren Ende einer vertikalen Gewindespindel
72 befestigt, die auf der Fußplatte 31 des Schlittens 30 drehbar gelagert ist und
in Eingriff steht mit einem Gewinderohr 71, dessen oberes Ende drehfest in dem Träger
14 befestigt ist. Dieses Gewinderohr 71 hat an seinem unteren Endabschnitt ein Innengewinde
73, das mit der Gewindespindel 72 in selbsthemmendem Eingriff steht, was bedeutet,
daß die Gewindespindel 72 durch das Gewicht der Beinauflage 2 nicht in Drehung versetzt
werden kann, sondern ausschließlich durch den motorischen Antrieb.
Wie aus Fig. 8 ersichtlich ist, ist die Gewindespindel 72 mittels eines Axialdrucklagers
74 auf der Fußplatte 31 abgestützt und mittels eines Lagerzapfens 77 in einer Vertikalbohrung
76 der Fußplatte 31 zentriert geführt sowie mittels einer Sicherungsscheibe 79 in
axialer Richtung gesichert.
[0017] Der Elektromotor 24 des ersten motorischen Antriebs 10 ist wahlweise in beiden Drehrichtungen
antreibbar, so daß sowohl die Aufwärtsbewegung als auch die Abwärtsbewegung der Beinauflage
2 jeweils kontrolliert vonstatten gehen kann.
[0018] Auch für die horizontale Längsbewegung des Schlittens 30 in den beiden Richtungen
des Doppelpfeiles 66 ist ein Zweiter motorischer Antrieb 65 vorgesehen. Dieser weist
einen Getriebemotor 67 auf, dessen Ausgangswelle 68 bei einer ersten Ausführungsform
über eine Kupplungsmuffe 69 starr mit einer horizontalen Gewindespindel 47 verbunden
ist. Diese Gewindespindel 47 ist drehbar und axial fixiert in der Längsmitte zwischen
den beiden Horizontalführungen 40 und 41 im Lagerbock 26 drehbar gelagert.
[0019] Auf der Unterseite der Fußplatte 31 des Schlittens 30 ist ein Mitnehmer 45 in Form
eines mit einer horizontalen Gewindebohrung 46 versehenen Metallklotzes angeordnet,
der durch Schrauben 38 starr mit der Fußplatte 31 verbunden ist (siehe Fig. 8). Durch
die vom Getriebemotor 67 bewirkte Drehung der Ausgangswelle 68 bzw. der mit ihr starr
verbundenen Gewindespindel 47 in der einen oder anderen Richtung, wird der Schlitten
30 mit der darauf befestigten Beinauflage 2 in der einen oder anderen Richtung des
Doppelpfeiles 66 bewegt. Für diesen Zweck ist auch die Drehrichtung des Getriebemotors
67 wählbar.
[0020] Für die Steuerung der beiden motorischen Antriebe 10 und 65 ist ein Schaltkasten
87 vorgesehen, der manuell betätigbare, für das Ein- und Ausschalten der beiden Getriebemotoren
24 bzw. 67 vorgesehene Tastschalter 88 beinhaltet und der über ein Kabel 89 mit einem
am Schlitten 30 befestigten elektrischen bzw. elektronischen Vorschaltgerät 90 verbunden
ist, über welches die beiden Getriebemotoren 24 und 67 unabhängig voneinander steuerbar
sind. Dabei kann dieses Vorschaltgerät 90 eine elektronische, vorzugsweise programmierbare
Steuereinheit enthalten, mit welcher die Verschiebebewegungen des Schlittens 30 sowohl
bezüglich ihrer Länge als auch ihrer Geschwindigkeit und ihrer zeitlichen Abstände
regelbar sind. In diesem Falle ist dann auch der manuell betätigbare Schaltkasten
87 mit entsprechend einstellbaren Schaltelementen versehen.
[0021] In den Fig. 11 und 12 ist eine andere Ausführungsform der Verbindung zwischen dem
Mitnehmer 45 und der Fußplatte 31 bzw. dem Schlitten 30 dargestellt. Dabei ist der
Mitnehmer 45 nicht starr mit der Fußplatte 31 verschraubt, sondern verschiebbar in
einem Längsschlitz 91 der Fußplatte 31 geführt. Es besteht eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen dem Mitnehmer 45 und dem Schlitten 30 bzw. dessen Fußplatte 31 über eine
Schrauben-Druckfeder 92, welche koaxial zur Gewindespindel 47 zwischen dem Mitnehmer
45 und einer Anschlaglasche 93 angeordnet ist. Auch die Anschlaglasche 93 ist in Längsrichtung
verschiebbar im Längsschlitz 91 der Fußplatte 31 geführt. Sie steht in Gewindeeingriff
mit einem Gewindezapfen 94, der in horizontaler Parallellage zur Fußplatte 31 bzw.
zum Längsschlitz 91 bzw. zur Gewindespindel 47 in einem Lagerbock 95 drehbar gelagert
ist. Dieser Gewindezapfen 94 ist mit einem manuell betätigbaren Stellknopf 96 versehen,
durch dessen Drehung in der einen oder anderen Richtung die Anschlaglasche 93 in Längsrichtung
relativ zum Mitnehmer 45 verstellt werden kann, um die Vorspannung der Druckfeder
92 zu verändern bzw. so einzustellen, wie es für den zu behandelnden Patienten optimal
ist. Mit Hilfe dieser kraftschlüssigen Verbindung zwischen dem Mitnehmer 45 und dem
Schlitten 30 kann die zum Dehnen der Wirbelsäule aufzubringende Kraft dosiert und
allmählich zunehmend zugeführt werden, so daß der Dehnvorgang sanft und schonend durchgeführt
werden kann.
[0022] Zu diesem Zweck kann es auch zweckmäßig und vorteilhaft sein, die Gewindespindel
47 über eine Kraftbegrenzungseinrichtung 75 anzutreiben, die beispielsweise aus einer
Rutschkupplung bestehen kann, deren maximales Übetragungsdrehmoment in gewissen Bereichen
einstellbar ist. Mit Hilfe dieser Kraftbegrenzungseinrichtung ist es möglich sicherzustellen,
daß eine bestimmte, für den Patienten verträgliche Zugkraft nicht überschritten wird.
Auch bei der Anwendung dieser Kraftbegrenzungseinrichtung 75 steht die Ausgangswelle
68 des Getriebemotors 67 nicht direkt mit der Gewindespindel 47 in Verbindung, sondern
ggf. über ein Zahnrad oder Schneckenrad 78.
[0023] Wie bereits erwähnt und aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, kann das Therapiegerät
1 sowohl auf einer Behandlungsliege als auch auf dem Boden eingesetzt werden. Zweckmäßig
ist es dabei, die Liegefläche 81 der Behandlungsliege 82 wenigstens in dem Bereich,
in dem das Rückenoberteil des Patienten aufliegt, mit einem rutschfesten Belag 83
zu versehen, damit sich der Patient bei der Streckbewegung der Beinauflage 2 des Therapiegerätes
1 nicht mitbewegt. Beim Einsatz des Therapiegerätes 1 auf dem Boden ist es zweckmäßig,
für den zu behandelnden Patienten eine Auflage 84 vorzusehen, die ebenfalls eine glatte
Liegefläche 81' und im Schulterbereich einen rutschfesten Belag 83 aufweist.
[0024] Zweckmäßig und vorteilhaft ist es dabei auch, die Liegefläche 81 der Liege 82 bzw.
die Liegefläche 81
' der Auflage 84 im Bereich der unteren Rückenpartie mit einem oder mehreren Druckschaltern
100 zu versehen, welche den manuell eingeschalteten ersten motorischen Antrieb 10,
der die Aufwärtsbewegung der Beinauflage 2 bewirkt, abzuschalten, sobald die untere
Rückenpartie von der Liegefläche 81 bzw. 81
'soweit abgehoben ist, daß sie frei ist und einer Streckung bzw. Dehnung der Wirbelsäule
durch eine nachfolgende Längsbewegung der Beinauflage 2 in Richtung des Pfeiles 99
nicht mehr hinderlich sein kann.
[0025] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, kann es zweckmäßig sein, zur Lagestabilisierung des
Therapiegerätes 1 auf der Liegefläche 81 der Liege 82 Verankerungselemente 80 vorzusehen,
die am Rahmen des Traggestells 50 eingehängt und die Querkante der Liegepritsche hakenartig
umfassen.
[0026] In den Fig. 13, 14 und 15 ist eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Therapiegerätes
1 dargestellt, bei der ein aus einem Rechteckrohr-Rahmen bestehendes Traggestell 50/1
entweder mit rutschfesten Stollen 86 oder mit höhenverstellbaren Stützfüßen 85 versehen
ist. Mit den Höhenverstellbaren Stützfüßen 85 läßt sich die Grundhöhe der Beinauflage
2 individuell einstellen.
[0027] Die hier vorgesehenen Horizontalführungen 40/1 und 41/1 bestehen jeweils aus U-Schienen
42 und 43, in denen Gleitschuhe 32 und 33 einer horizontalen Fußplatte 31/1 des Schlittens
30/1 horizontal verschiebbar geführt sind. In der Längsmitte des Traggestells 50/1
ist in Lagerlaschen 105 bzw. 106, die an den Querholmen 107 bzw. 108 des Traggestells
50/1 befestigt sind, die Gewindespindel 47 gelagert, die von motorischen Antrieb 65/1,
der aus einem Elektromotor 109 und einem Zahnradgetriebe 110 besteht, angetrieben
wird. Wie auch beim erstbeschriebenen Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bis 10 ist auch
hier die Fußplatte 31/1 unterseitig mit einem Mitnehmer 45 versehen, der durch eine
Gewindebohrung 46 mit der Gewindespindel 47 in Eingriff steht.
[0028] Es kann aber auch hier die kraftschlüssige Verbindung zum Schlitten 30/1 gemäß Fig.
11 und 12 und/oder eine Kraftbegrenzungseinrichtung 75 gemäß Fig. 9 vorgesehen werden.
[0029] Auf der Oberseite der Fußplatte 31/1 ist in der Mitte zwischen zwei ebenfalls aus
U-Schienen 52 und 53 bestehenden Vertikalführungen 20/1 und 21/1 eine vertikale Gewindespindel
72 angeordnet, die von einem ersten motorischen Antrieb 10/1, nämlich über ein Schneckenrad
28 von einem reversiblen Elektromotor 24 wahlweise in der einen oder anderen Richtung
antreibbar ist. Diese Gewindespindel 72 steht wie beim Ausführungsbeispiel der Fig.
1 bis 10 in Gewindeeingriff mit einem vertikalen Gewinderohr 71, das mittels einer
horizontalen Stützlasche 112 an der Oberkante 111 einer vertikalen Tragplatte 58 gelagert
ist. Diese vertikale Tragplatte 58 ist mittels Gleitschuhen 54 und 55 in den vertikalen
U-Schienen 52 und 53 vertikal verstellbar geführt. Als Auflage und Verbindungsmittel
für zwei Distanzelemente 62 und die Montageschiene 7 der Beinauflage 2 ist die Tragplatte
58 mit zwei Winkelträgern 61 versehen, die jeweils zwei vertikale Bohrungen 63 und
64 aufweisen. Diese Vertikalbohrungen 63 und 64 dienen zur Aufnahme jeweils zweier
Gewindebolzen 8 und 8
'bzw. 9 und 9
', die an der Montageschiene 7 befestigt sind und die mit den Gewindemuttern 12 und
13 unter Zwischenlage der ebenfalls mit zwei Vertikalbohrungen versehenen Distanzelemente
62 an den Winkelträgern 61 festgeschraubt werden können.
[0030] Mit Hilfe von Steckzapfen 114, die wahlweise in mehrfach vorhandene Vertikalbohrungen
115 der beiden U-Schienen 42 und 43 eingesteckt werden können, ist es möglich, die
maximale Streckbewegung des Schlittens 30/1 im Traggestell 50/1 unterschiedlich zu
begrenzen.
[0031] Es ist zweckmäßig, die Höhenverstellbarkeit der Beinauflage 2 auf etwa 25 cm bis
35 cm zu begrenzen.
[0032] Um das Therapiegerät insgesamt leichter manuell transportieren zu können, ist das
Traggestell 50 bzw. 50/1 mit einem Traggriff 56 versehen.
Zweckmäßig und für den Transport des Gerätes von Vorteil ist es auch, wenn der Schlitten
30 bzw. 30/1 vom Traggestell 50 bzw. 50/1 abnehmbar ist.
[0033] Die Vorteile, mit denen das beschriebene erfindungsgemäße Therapiegerät zur prophylaktischen
oder therapeutischen Behandlung von Wirbelsäulen eingesetzt werden kann, sind bereits
eingangs beschrieben.
1. Therapiegerät (1) zur Entlastung und Dehnung der menschlichen Wirbelsäule, mit einer
vertikal verstellbaren Beinauflage (2), die zum losen Auflegen der beiden Unterschenkel
und der beiden Oberschenkel eines Patienten jeweils nach Art eines Satteldaches zwei
um etwa 70° bis 110° zueinander geneigte Schenkelauflagen (5, 6) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beinauflage (2) mittels eines ersten motorischen Antriebs (10; 10/1) an Vertikalführungen
(20, 21; 20/1, 21/1) eines Schlittens (30; 30/1) vertikal verstellbar ist, der seinerseits
gemeinsam mit der Beinauflage (2) auf Horizontalführungen (40, 41; 40/1, 41/1) eines
Traggestells (50; 50/1) im wesentlichen parallel zu einer horizontalen Liegefläche
(81) mittels eines zweiten motorischen Antriebs (65; 65/1) relativ zur Liegefläche
(81) in deren Längsrichtung (Pfeil 66) verschiebbar ist.
2. Therapiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsrichtungen
der beiden motorischen Antriebe (10, 65; 10/1, 65/1 ) umkehrbar sind.
3. Therapiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden motorischen
Antriebe (10, 65; 10/1, 65/1) jeweils separat mittels Handschaltern (88) fernsteuerbar
sind.
4. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der vertikale
Verstellweg der Beinauflage (2) auf etwa 25 cm bis 35 cm begrenzt ist.
5. Therapiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Traggestell (50/1)
mittels verstellbarer Stützfüße (85) in der Höhe einstellbar ist.
6. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Traggestell
(50, 50/1) mit einem Traggriff (56) versehen ist.
7. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
motorische Antrieb (10; 10/1) der Beinauflage (2) mittels eines oder mehrerer wahlweise
aktivierbarer auf die Entlastung der Liegefläche (81) reagierender Schalter (100)
abschaltbar ist.
8. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß für die
horizontale Verstellbewegung des Schlittens (30; 30/1) eine maximale Verstellstrecke
einstellbar ist.
9. Therapiegerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale Verstellstrecke
in mehrere Teilstrecken unterteilbar ist.
10. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftübertragung
in Streckrichtung vom zweiten motorischen Antrieb (65; 65/1) auf den Schlitten (30/1)
über eine einstellbare Federkraft (Schrauben-Druckfeder 92) erfolgt.
11. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftübertragung
in Streckrichtung vom zweiten motorischen Antrieb (65, 65/1) auf den Schlitten (30/1)
über eine Kraftbegrenzungseinrichtung (75) erfolgt.
12. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zur schrittweisen
Steuerung der Bewegung des Schlittens (30; 30/1) in Streckrichtung eine programmierbare
oder vorprogrammierte elektronische Steuereinheit (90) vorgesehen ist, mit der sowohl
die Bewegungslängen als auch deren zeitliche Abstände einstellbar sind.
13. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Beinauflage
(2) vom Schlitten (30; 30/1) abnehmbar ist.
14. Therapiegerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (30, 30/1)
vom Traggestell (50, 50/1) abnehmbar ist.
15. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Beinauflage
(2) durch zwei an ihr befestigte Führungssäulen (22) in zwei Führungszylindern (23)
des Schlittens (30) geführt ist und durch ein an ihr befestigtes Gewinderohr (71)
mit einer motorisch angetriebenen, im Schlitten (30) drehbar gelagerten Gewindespindel
(72) in selbsthemmendem Eingriff steht.
16. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten
(30) durch einen an ihm befestigten Mitnehmer (45) mit Gewindebohrung (46) mit einer
im Traggestell (50, 50/1) drehbar gelagerten und motorisch angetriebenen Gewindespindel
(47) in selbsthemmendem Eingriff steht.
17. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zur linearen
Führung des Schlittens (30/1) im Gestell (50/1) bzw. der Beinauflage (2) auf dem Schlitten
(30/1) jeweils paarweise auf dem Gestell bzw. auf dem Schlitten (30/1) in Parallellage
zueinander angeordnete U-Schienen (42, 43; 52, 53) vorgesehen sind, in denen jeweils
Gleitschuhe (32, 33; 54, 55) einer horizontalen Fußplatte (31; 31/1) des Schlittens
(30/1) bzw. einer vertikalen Tragplatte (58) der Beinauflage (2) geführt sind.
18. Therapiegerät nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Beinauflage (2) eine
trapezartig profilierten Montageschiene (7) aufweist, die mittels lösbarer Gewindzapfen
(8, 9) und Gewindemuttern (12, 13) auf einem horizontalen Träger (14) des Schlittens
(30) fixiert ist, an dem die Führungssäulen (22) befestigt sind.
19. Therapiegerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die horizontale Oberkante
(111) der vertikalen Tragplatte (58) Winkelträger (61) aufweist, auf denen die mit
der trapezartig profilierten Montageschiene (7) versehene mittels Gewindezapfen (8,
8'; 9, 9') und Gewindemuttern (12, 13) lösbar befestigt ist.
20. Therapiegerät nach Anspruch 15 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Montageschiene
(7) und dem Träger (14) bzw. den Winkelträgern (61) jeweils auswechselbare Distanzelemente
(62) angeordnet sind.
21. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Traggestell
(50) auf der von der Liegefläche (81) abgewandten Seite mit Verankerungsmitteln (80)
versehen ist, durch welche das Traggestell (50) an einer Liege (82) oder Unterlage
der Liegefläche befestigbar ist.