[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Niederdruck-Kokillengiessanlage, die gekennzeichnet
ist durch die Merkmale des Anspruches 1.
[0002] Die gesamte Giessanlage besteht aus zwei Anlageteilen, die eine gemeinsame Kerneinlegestation
haben und so durch eine einzige Bedienungsperson bedient werden können. Deswegen müssen
beide Anlageteile zwar im Betriebszyklus aufeinander abgestimmt werden, können aber
im übrigen voneinander unabhängig betrieben werden.
[0003] Durch die besondere Anordnung der Arbeitsstationen entlang der linearen Bewegungsbahnen
der Manipulationseinheiten entstehen kurze Fahrwege der letzteren zwischen den zugeordneten
Arbeitsstationen, was eine verhältnismässig hohe Produktionsleistung ermöglicht.
[0004] Bevorzugte Weiterausgestaltungen der erfindungsgemässen Niederdruck-Kokillengiessanlage
bilden Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes anhand der Zeichnung
erläutert. Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1 und 2
- in Seitenansicht bzw. in Draufsicht eine aus zwei Anlageteilen bestehende Niederdruck-Kokillengiessanlage;
und
- Fig. 3 bis 7
- die einzelnen Arbeitsstationen des einen Anlageteils in Ansicht in Richtung des Pfeiles
A in den Fig. 1 und 2.
[0006] Von der in den Fig. 1 und 2 in Seitenansicht bzw. in Draufsicht gezeigten, aus zwei
Anlageteilen I und II bestehenden Niederdruck-Kokillengiessanlage sind in den Fig.
3 bis 7 die einzelnen Arbeitsstationen des Anlageteils I in Ansicht in Richtung des
Pfeiles A in den Fig. 1 und 2 dargestellt, wobei zum besseren Verständnis die in dieser
Richtung A gesehen vor der jeweils gezeigten Arbeitsstation liegenden Arbeitsstationen
nicht gezeigt sind.
[0007] Wie insbesondere aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, weist die aus zwei Anlageteilen
I und II bestehende Niederdruck-Kokillengiessanlage zwei in einem Abstand voneinander
angeordnete Giessstationen 1, 101 mit je einem Schmelzofen 2, 102 auf, der auf einem
Traggerüst 3 bzw. 103 angeordnet ist. Die in den Fig. 3 bis 7 nicht gezeigten Traggerüste
3, 103 stützen sich auf dem Giessereiboden 4 ab. Zur Anlage gehört weiter ein Traggestell
5, das vier aufrechtstehende Stützen 6, 7, 8, 9 aufweist. Alle diese Stützen 6 bis
9 bestehen aus zwei miteinander verschraubten Stützenteilen 6a, 6b; 7a, 7b bzw. 9a,
9b. Die in Richtung des Pfeiles A gesehen linke, vordere Stütze 6 ist im oberen Teil
abgewinkelt, wie das insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Längsachse des oberen
Stützenteiles 6b bildet mit der vertikalen Längsachse des unteren Stützenteiles 6a
einen Winkel. Diese Ausbildung der vorderen Stütze 6 erlaubt es, der grösseren Breite
des Schmelzofens 2 Rechnung zu tragen, ohne die ganze Giessanlage breiter als nötig
bauen zu müssen. Dank der Unterteilung der Stützen 6 bis 9 in zwei miteinander verschraubbare
Stützenteile ist es möglich, die Anlage in einzelne Einheiten zu zerlegen, welche
sich ohne grosse Probleme transportieren lassen. Die Stützen 6, 7, 8 und 9 stehen
auf den Traggerüsten 3, bzw. 103 auf dem Giessereiboden 4.
[0008] Auf den Stützen 6 und 7 bzw. 8 und 9 ruht je ein Querträger 10 bzw. 11, der mit den
zugeordneten Stützen 6, 7 bzw. 8, 9 verbunden ist. Auf diesen Querträgern 10, 11 stützen
sich zwei Längsträger 12, 13 ab, die in einem Abstand voneinander und zueinander parallel
verlaufen. Diese Längsträger 12, 13 legen eine geradlinige Bewegungsbahn 14 bzw. 114
für eine Fahreinheit 15 bzw. 115 fest. An dieser Fahreinheit 15, 115 ist eine Manipulationseinheit
16, bzw. 116 befestigt, welche je eine Kokille 17 trägt, deren Kokillenhälften mit
17a und 17b bezeichnet sind (siehe insbesondere die Fig. 3 bis 7) . Die an der Manipulationseinheit
116 befestigte Kokille ist in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellt.
[0009] Der genauere Aufbau der beiden gleichartigen Manipulationseinheiten 16 und 116 wird
später anhand der Fig. 3 bis 7 noch näher erläutert werden. Mittels der Fahreinheiten
15, 115 werden die Manipulationseinheiten 16 und 116 in Richtung des Pfeiles B, bzw.
B' entlang der linearen Bewegungsbahn 14, 114 d.h. in Längsrichtung der Längsträger
12, 13, hin und herbewegt. Das Traggestell 5 weist weiter drei Stützen 106, 107 und
108 auf, die in Fig. 1 nicht gezeigt sind.
[0010] Zwischen den beiden Giessstationen 1 und 101 sind in einer Reihe eine Anzahl von
weiteren Arbeitsstationen angeordnet, die unterhalb der Bewegungsbahnen 14 und 114
der Fahreinheiten 15 bzw. 115 liegen. Benachbart zu jeder Giessstation 1, 101 befindet
sich eine Entnahmestation 21 bzw. 121, an der die Gussteile nach einer Seite hin weggeführt
werden. Hiezu dient ein Wegführtisch 22 bzw. 122, der in Richtung des Pfeiles C bzw.
C' (Fig. 2) entlang einer Führung 23 bzw. 123 (Fig. 1) verfahrbar ist. Statt eines
solchen Wegführtisches 22, 122 kann auch eine Greifereinrichtung zum Erfassen und
Wegführen der Gussteile vorgesehen werden. Benachbart zu jeder Entnahmestation 21,
121 ist eine Kühl- und Schlichtstation 18 bzw. 118 angeordnet, die ein Schlichtbad
19 bzw. 119 aufweist. Zwischen den beiden Kühl- und Schlichtstationen 18, 118 befindet
sich eine Kerneinlegestation 20, die beiden Anlageteilen I und II gemeinsam ist. Die
Fahreinheit 15 mit der Manipulationseinheit 16 bewegt sich zwischen der Giessstation
1 und der Kerneinlegestation 20, während die andere Fahreinheit 115 mit der Manipulationseinheit
116 zwischen der Giessstation 101 und der Kerneinlegestation 20 hin und herfährt.
[0011] Wie aus der Fig. 2 hervorgeht, ist weiter ein Reinigungsgerät 24 vorgesehen, das
zum periodischen Reinigen der Kokillenhälften 17a, 17b dient. Dieses Reinigungsgerät
24 weist eine Reinigungskabine 25 auf, die beim vorliegenden Ausführungsbeispiel als
Sandstrahlkabine ausgebildet ist. Zum Reinigungsgerät 24 gehört weiter ein Filter
26 sowie eine Plattform 27. Das Reinigungsgerät 24 kann in Richtung des Pfeiles D
translatorisch verschoben werden, um aus der in Fig. 2 gezeigten Wartestellung in
die Arbeitsstellung verbracht werden zu können. Das Reinigungsgerät 24 befindet sich
in dieser Arbeitsstellung am Ort der Kerneinlegestation 20.
[0012] Anhand der Fig. 3 bis 7 wird nun der Aufbau der Manipulationseinheit 16 beschrieben.
Die andere Manipulationseinheit 116 ist gleich ausgebildet wie die Manipulationseinheit
16. Letztere ist in diesen Fig. 3 bis 7 jedoch nur rein schematisch gezeigt und nur
soweit dargestellt, dass ihre Funktionsweise erkennbar ist.
[0013] Die Manipulationseinheit 16 weist eine mit dem Fahrwerk 15 verbundene Tragkonstruktion
30 auf. Die Tragkonstruktion 30 ist in Richtung des Pfeiles E heb- und senkbar. In
der Tragkonstruktion 30 ist ein langgestrecktes Führungselement 31 schwenkbar gelagert.
Die Schwenkachse 32 des Führungselementes 31 verläuft parallel zur Bewegungsrichtung
B der Fahreinheit 15. Vom Führungselement 31 ragen zwei Lagerungselemente 33 und 34
weg, von denen das eine Lagerungselement 33 fest montiert und das andere Lagerungselement
34 in Richtung des Pfeiles F linear verschiebbar gelagert ist. Mit jedem Lagerungselement
33, 34 ist schwenkbar ein Tragarm 35 bzw. 36 verbunden. Die Schwenkachsen 37 bzw.
38 der Tragarme 35 bzw. 36 verlaufen ebenfalls parallel zur Bewegungsrichtung B der
Fahreinheit 15 und sind somit parallel zur Schwenkachse 32 des Führungselementes 31.
An diesen Tragarmen 35, 36 sind die Kokillenhälften 17a und 17b befestigt. In der
in der Fig. 3 gezeigten Giessstellung der Kokille 17 liegt die Formtrennebene 39 in
einer Vertikalebene, die parallel zur Bewegungsrichtung B der Fahreinheit 15 und der
Manipulationseinheit 16 verläuft (Fig. 3).
[0014] Anhand der Fig. 3 bis 7 wird nun die Funktionsweise des Anlageteils I der Niederdruck-Kokillengiessanlage
näher erläutert.
[0015] In der Fig. 3 (und links in Fig. 1) ist die Manipulationseinheit 16 in ihrer einen,
ersten Endstellung gezeigt, in der sie sich in der Giessstation 1 befindet. Die geschlossene
Kokille 17 befindet sich auf dem Giessmund des Schmelzofens 2. Die Kokille wird auf
bekannte Weise mit flüssigem Metall gefüllt. Dabei wird der Füllvorgang durch Steuerung
des Druckverlaufes im Schmelzofen 2 an die Ausgestaltung des herzustellenden Gussteils
angepasst.
[0016] Nach Beendigung des Giessvorgangs wird die gefüllte Kokille 17 durch eine Aufwärtsbewegung
der Tragkonstruktion 30 in Richtung des Pfeiles E vom Giessmund abgehoben. Die Fahreinheit
15 wird dann zusammen mit der Manipulationseinheit 16 in eine erste Zwischenstellung,
d.h. in die Entnahmestation 21, verfahren. Bei sich in der Entnahmestation 21 befindlicher
Manipulationseinheit 16 wird die Kokille 17 geöffnet (siehe Fig. 4). Dies erfolgt
durch eine Bewegung des Lagerungselementes 34 in Richtung des Pfeiles F gegen aussen.
Dabei wird die Kokillenhälfte 17b von der Kokillenhälfte 17a wegbewegt. Mittels nicht
gezeigter, in den Tragarmen 35, 36 angeordneter Ausstosser wird das fertige Gussstück
aus der Form ausgestossen und fällt auf den Wegführtisch 22, der sich wie in Fig.
4 gezeigt unterhalb der offenen Kokille 17 befindet. Anschliessend wird der Wegführtisch
22 in Richtung des Pfeiles C nach aussen, d.h. aus der Entnahmestation 21 heraus,
bewegt. Wird anstelle eines solchen Wegführtisches 22 ein Entnahmegreifer verwendet,
so erfasst dieser das Gussstück und fördert letzteres aus der offenen Kokille 17 heraus
weg. Sobald der Wegführtisch 22 entladen ist, fährt er wieder zurück in die Beladeposition.
[0017] Die Manipulationseinheit 16 wird anschliessend mittels der Fahreinheit 15 in eine
zweite Zwischenstellung, d.h. in die Kühl- und Schlichtstation 18, bewegt. In der
Fig. 1 sind die sich in dieser zweiten Zwischenstellung befindliche Fahreinheit und
die Manipulationseinheit mit 15' bzw. 16' bezeichnet. Fig. 5 zeigt die sich in der
Kühl- und Schlichtstation 18 befindliche Manipulationseinheit 16. Die beiden sich
noch immer gegenüberliegenden Kokillenhälften 17a und 17b sind etwas auseinandergefahren
und werden dann durch Verschwenken der Tragarme 35 und 36 um die Schwenkachsen 37
bzw. 38 in Richtung der Pfeile G bzw. H in das Schlichtbad 19 eingetaucht. Die in
das Schlichtbad 19 eingetauchten Kokillenhälften sind mit 17a' und 17b' bezeichnet.
Im Schlichtbad 19 werden die Kokillenhälften 17a', 17b' auf die optimale Temperatur
abgekühlt und mit einem Schlichtfilm überzogen. Dann werden die Tragarme 35 und 36
in Richtung der Pfeile G bzw. H wieder um ihre Schwenkachsen 37 bzw. 38 zurückgeschwenkt,
bis sie ihre horizontale Endlage einnehmen und sich die Kokillenhälften 17a und 17b
wieder gegenüberliegen. Die Fahreinheit 15 fährt weiter in die zweite Endstellung,
d.h. in die Kerneinlegestation 20. Die Kokillenhälften 17a und 17b werden durch Verschieben
des Lagerungselementes 34 in Richtung des Pfeiles F soweit als nötig auseinandergefahren.
Gleichzeitig wird das Führungselement 31 um seine Schwenkachse 32 in Richtung des
Pfeiles I um 90° verschwenkt. Wie die Fig. 6 zeigt, nimmt dabei das Führungselement
31 eine vertikale Stellung ein, während die Kokillenhälften 17a, 17b eine horizontale
Lage einnehmen. Das Einlegen des Kernes in die offene Kokille 17 erfolgt von der in
Fig. 6 gesehen linken Seite her, wie das durch den mit K bezeichneten Pfeil angedeutet
ist. Nach erfolgtem Einlegen des Kernes wird die Kokille 17 durch Zurückfahren des
Lagerungselementes 34 geschlossen und das Führungselement 31 wird in Richtung des
Pfeiles I um seine Schwenkachse 32 in die horizontale Lage zurückverschwenkt. Die
Fahreinheit 15 verfährt die Manipulationseinheit 16 dann wieder zurück in die erste
Endstellung, d.h. in die Giessstation 1. In dieser wird die Kokille 17 durch Senken
der Tragkonstruktion 30 in Richtung des Pfeiles E auf den Giessmund des Schmelzofens
2 aufgesetzt. Der beschriebene Zyklus beginnt wieder von neuem.
[0018] Die Funktionsweise des anderen Anlageteils II ist im Prinzip dieselbe wie vorstehend
anhand des Anlageteils I beschrieben. Die Manipulationseinheit 116 wird aus der ersten
Endstellung, in der sie sich in der Giessstation 101 befindet, in die erste Zwischenstellung
(Entnahmestation 121), dann in die zweite Zwischenstellung (Kühl- und Schlichtstation
118) und schliesslich in die zweite Endstellung (Kerneinlegestation 20) verfahren,
um dann wieder zurück in die erste Endstellung bewegt zu werden. Da die Kerneinlegestation
20 beiden Anlageteilen I und II gemeinsam ist, sind die Betriebszyklen der beiden
Anlageteile I und II zeitlich gegeneinander verschoben. Befindet sich die zweite Manipulationseinheit,
wie in der Fig. 1 gestrichelt dargestellt und mit 116' bezeichnet, in der zweiten
Endstellung (Kerneinlegestation 20), so befindet sich die erste Manipulationseinheit
16 in ihrer ersten Endstellung (Giessstation 1) oder bereits in der ersten Zwischenstellung
(Entnahmestation 21). Anders ausgedrückt findet jeweils im einen Anlageteil I bzw.
II der Giessvorgang statt, während im andern Anlageteil II bzw. I in der Kerneinlegestation
20 ein neuer Kern in die Kokillenhälften eingelegt wird.
[0019] Nach einer bestimmten Anzahl von Arbeitszyklen ist es notwendig, die Kokillenhälften
17a, 17b zu reinigen. Zu diesem Zwecke wird bei sich in der Kerneinlagestation 20
befindlicher Manipulationseinheit 16 bzw. 116 nach der Entnahme eines Gussteiles das
Führungselement 31 um seine Schwenkachse 32 in Richtung des Pfeiles I im Uhrzeigersinn
verschwenkt, so dass die Kokillenhälften 17a, 17b gegen die Bedienungsseite für das
Kerneinlegen gerichtet sind. Die Tragarme 35, 36 werden um ihre Schwenkachsen 37,
38 in Richtung der Pfeile G bzw. H in eine horizontale Lage verschwenkt. Die beiden
Kokillenhälften 17a, 17b sind nun in Richtung des Pfeiles A gesehen von der linken
Seite der Anlage her zugänglich, wie das Fig. 7 zeigt. Nun wird das Reinigungsgerät
24 von der in Fig. 2 gezeigten Warteposition in die Arbeitsposition verschoben. Die
Kokillenhälften 17a, 17b ragen dann in die Reinigungskabine 25 hinein und werden durch
Sandstrahlen gereinigt. Nach beendigter Reinigung wird das Reinigungsgerät 24 wieder
in die Wartestellung zurückverschoben. Die Manipulationseinheit 16 bzw. 116 wird durch
die Fahreinheit 15 bzw. 115 zur Kühl- und Schlichtstation 18 bzw. 118 verfahren. Zudem
wird das Führungselement 31 wieder um die Achse 32 in die Horizontallage verschwenkt.
Die Kokillenhälften 17a, 17b werden, wie anhand der Fig. 5 beschrieben, in das Schlichtbad
19 bzw. 119 eingetaucht und mit einem Schlichtfilm überzogen. Nun kann der vorangehend
erläuterte Arheitszyklus wieder weiterlaufen (Kerneinlegen, Giessen, Gussteilentnahme,
Kühlen und Überziehen der Kokillenhälften mit einem Schlichtfilm).
[0020] Die Betätigung der einzelnen Teile der Manipulationseinheiten erfolgt vorzugsweise
durch hydraulische Antriebe. Die Fahreinheiten 15, 115 werden vorteilhafterweise durch
einen elektrischen Antrieb verfahren.
[0021] Die beiden Anlageteile I und II können unabhängig voneinander betrieben werden, d.h.
es können mit der erfindungsgemässen Anlage gleichzeitig Gussteile aus unterschiedlichen
Werkstoffen hergestellt werden. Trotzdem ist der Platzbedarf verhältnissmässig gering,
weil dank der besonderen Anordnung der Arbeitsstationen das Kerneinlegen für beide
Anlagehälften am selben Ort erfolgen kann. Für das Kerneinlegen und das Reinigen der
Kokillenhälften ist nur eine Bedienungsperson erforderlich.
[0022] Durch die gewählte Anordnung der verschiedenen Arbeitsstationen ergeben sich kurze
Fahrwege der Fahreinheiten 15 und 115 und der Manipulationseinheiten 16 und 116. Diese
beiden Einheiten 15, 16 bzw. 115, 116 bewegen sich von einer ersten Endstellung in
eine erste Zwischenstellung, von dieser in eine zweite Zwischenstellung, dann in eine
zweite Endstellung und anschliessend zurück in die erste Endstellung.
1. Niederdruck-Kokillengiessanlage mit zwei in einem Abstand voneinander angeordneten,
je einen Schmelzofen (2, 102) aufweisenden Giessstationen (1, 101), mit einer Anzahl
von weiteren, in einer Reihe zwischen den beiden Giessstationen (1, 101) angeordneten
Arbeitsstationen, nämlich zwei je zu einer der beiden Giessstationen (1, 101) benachbarten
Entnahmestationen (21, 121) für die Gussteile, zwei je zu einer der beiden Entnahmestationen
(21, 121) benachbarten, Kühl- und Schlichtstationen (18, 118) und einer zwischen den
beiden Kühl- und Schlichtstationen (18, 118) angeordneten Kerneinlegestation (20),
und mit zwei jeweils zwei Kokillenhälften (17a, 17b) tragenden Manipulationseinheiten
(16, 116), von denen jede entlang einer linearen, oberhalb der Giessstationen (1,
101) und der weiteren Arbeitsstationen (18, 20, 21, 118, 121) verlaufenden Bewegungsbahn
(14, 114) zwischen einer ersten Endposition, in der sie sich in der zugeordneten Giessstation
(1, 101) befindet, und einer zweiten Endposition, in der sie sich in der Kerneinlegestation
(20) befindet, hin und herverfahrbar ist und in zwischen den Endpositionen liegenden
Zwischenpositionen in der zugeordneten Entnahmestation (21, 121) und der zugeordneten
Kühl- und Schlichtstation (18, 118) anhaltbar ist, wobei die beiden Kokillenhälften
(17a, 17b) der Manipulationseinheiten (16, 116) derart an der jeweils zugeordneten
Manipulationseinheit (16, 116) angeordnet sind, dass in der Giessstellung der Kokille
(17) die Formtrennebene (39) in einer zur Bewegungsrichtung (B, B') der entsprechenden
Manipulationseinheit (16, 116) parallelen Vertikalebene liegt.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Manipulationseinheit (16,
116) an einer Fahreinheit (15, 115) angebracht ist, die entlang wenigstens eines,
sich am Traggestell (5) abstützenden Längsträgers (12,13) verfahrbar geführt ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein Reinigungsgerät (24) für die
Kokillen (17), das von einer Wartestellung in eine Arbeitsstellung bringbar ist, in
der bei einer sich in der Kerneinlegestation (20) befindlichen Manipulationseinheit
(16, 116) die Kokillenhälften (17a, 17b) gereinigt werden.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokillenhälften
(17a, 17b) aufeinander zu und voneinander weg bewegbar und um jeweils 90° um eine
gemeinsame Schwenkachse (32), die parallel zur Bewegungsrichtung (B, B') der zugeordneten
Manipulationseinheit (16, 116) verläuft, schwenkbar in dieser Manipulationseinheit
(16, 116) gelagert sind.
5. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede Kokillenhälfte (17a, 17b)
zusätzlich um eine eigene Schwenkachse (37, 38), die parallel zur Bewegungsrichtung
(B, B') der zugeordneten Manipulationseinheit (16, 116) verläuft, um jeweils 90° verschwenkbar
ist.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Traggestell
(5) vier in den Ecken eines Vierecks angeordnete Stützen (6, 7, 8, 9) aufweist, die
paarweise jeweils mittels eines Querträgers (10, 11) miteinander verbunden sind und
dass auf den Querträgern (10, 11) mindestens ein, sich etwa rechtwinklig zu diesen
erstreckender Längsträger (12, 13) abgestützt ist.
7. Anlage nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass jede der beiden
Kühl- und Schlichtstationen (18, 118) ein Schlichtbad (19, 119) aufweist.