[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufspulmaschine zum Aufspulen eines laufenden Fadens
zu einer Spule nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei den bekannten Aufspulmaschinen des Standes der Technik wird beim Aufspulen einer
Spule das Anwachsen des Spulendurchmessers durch eine Ausweichbewegung der Spule oder
der Andrückwalze ermöglicht. Hierbei wird die Anpreßkraft zwischen der Spule und der
Andrückwalze durch hydraulische oder pneumatische Kraftgeber vorgegeben und im wesentlichen
während der Aufspulung auf einem konstanten Wert gehalten.
[0003] Bei der aus US 4,298,171 bekannten Aufspulvorrichtung wird die Spulspindel mittels
der Drehbewegung eines Revolvers während der Aufspulung von der ortsfesten Andrückwalze
wegbewegt. Dabei ist die Spulspindel an einer Schwinge gelagert, die mittels eines
Kraftgebers relativ zum Revolver verschwenkbar ist. Im Aufspulbereich wird die Spulspindel
mit der zu bildenden Spule gegen die feststehende Andrückwalze gedrückt. Die Drehbewegung
des Revolvers zur Bildung der Spule wird dabei so gesteuert, daß die Relativlage der
Schwinge am Revolver unverändert bleibt. Die Anlagekraft zwischen der Andrückwalze
und der Spule wird vom Kraftgeber vorgegeben. Der Aufspulbereich ist hierbei von der
Größe des Revolver-durchmessers abhängig.
[0004] Bei der aus DE 25 23 771 bekannten Aufspulmaschine wird eine die Spule aufnehmende
Spulspindel mittels einer Linearführung während der Aufspulung von einer Andrückwalze
geradlinig wegbewegt. Hierbei bleibt die Wirkrichtung der Anlagekraft der Andrückwalze
relativ zur Spulenoberfläche konstant. Die Andrückkraft wird mittels eines Pneumatikzylinders
bestimmt.
[0005] Bei den bekannten Aufspulmaschinen wird die Anlagekraft zwischen der Spule und der
Andrückwalze durch dieselbe Steuereinrichtung aufgebracht, die auch die Ausweichbewegung
zwischen der Andrückwalze und der Spulspindel steuert. Hierbei entstehen aufgrund
von Stick-Slip-Effekten ungewollte Änderungen der Anlagekraft.
[0006] Beim Aufspulen einer Spule ist es zwar wünschenswert, daß die Andrückkraft während
der Spulreise nicht konstant bleibt. So wird zu Beginn der Aufspulung oft eine niedrige
Andrückkraft gefordert, um die ersten Lagen nicht ineinander zu drücken. Im weiteren
Verlauf der Aufspulung wird eine höhere Andrückkraft benötigt, um z.B. die Packungsdichte
zu erhöhen. Zur Vermeidung von Ausbauchungen der Spule ist es jedoch auch erforderlich
während der Aufspulung Bereiche mit niedrigen Andrückkräften zu erhalten.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Aufspulmaschine der eingangs genannten Art
derart weiterzubilden, daß ein Faden in Stufen mit jeweils unterschiedlichen aber
stetigen Anlagekräften zwischen der Spule und der Andrückwalze zu einer Spule aufgespult
wird. Desweiteren ist ein Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, bei dem
möglichst dicke Spulen bei kompakter' Bauweise gewickelt werden können.
[0008] Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0009] Aus der DE 43 21 111 ist eine Aufspulmaschine bekannt, bei der die Spulspindel mittels
einer am Revolver schwenkbar gelagerten Schwinge bewegbar ist. Hierbei ist die Schwinge
derart am Spulrevolver angebracht, daß die Spulspindel nur gegen den Drehsinn des
Spulrevolvers von der Andrückwalze wegbewegbar ist. Diese Anordnung läßt während der
gesamten Spulreise somit nur eine Ausweichbewegung mittels des Spulrevolvers zu.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine zum Aufspulen eines anlaufenden Fadens
wird die Ausweichbewegung beim Aufspulen durch die Bewegung des Trägers am feststehenden
Spulrevolver und durch Drehung des Spulrevolvers bei feststehendem Träger in mehreren
Stufen ausgeführt. Hierdurch wird die Ausweichbewegung zwischen der Andrückwalze und
der Spule in Stufen mit jeweils unterschiedlichen Bewegungsrichtungen gestaffelt.
Jede der Bewegungsrichtungen ist durch eine typische Führungsbahn gekennzeichnet,
auf der die Spulspindel bewegt wird. Der besondere Vorteil hierbei liegt darin, daß
ganz gezielt die Veränderungen der Gewichtskraftkomponente der Andrückwalze aufgrund
der Relativlagenveränderung zwischen Spule und Andrückwalze zur Beeinflussung der
Anlagekraft eingesetzt wird. Zudem können dicke Spulen bei Einhaltung kleiner Abmaße
des Spulrevolvers gewickelt werden.
[0011] Die Anlagekraft zwischen der Spule und der Andrückwalze wird bei einer beweglichen
Andrückwalze im wesentlichen durch die Gewichtskraft der Andrückwalze bestimmt. Die
Erfindung beruht nun auf der Erkenntnis, daß die Anlagekraft, die aus dem Gewicht
der Andrückwalze resultiert oder bei feststehender Andrückwalze durch die Kraftwirkrichtung
bestimmt ist, durch die Stellung der Andrückwalze zur Spule veränderbar ist. Somit
läßt sich die Auflagekraft auf sehr einfache Weise durch die Ausweichbewegung der
Spule oder der Andrückwalze während des Aufspulens beeinflussen. Insbesondere beim
Spulenaufbau ist es von Vorteil, wenn die Anlagekraft veränderbar ist.
[0012] Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt in der Kombinationsmöglichkeit und in der
Variation von Anzahl und Folge der Stufen zur Veränderung des Achsabstandes. Damit
lassen sich sehr individuelle Spulaufbauten sowohl bei wilder Wicklung als auch bei
einer Präzisionswicklung herstellen.
[0013] Die Weiterbildung der Aufspulmaschine nach Anspruch 2 ist besonders vorteilhaft,
um in der ersten Phase des Aufspulens mit einer im wesentlichen konstanten Anlagekraft
zu wickeln. Damit werden die ersten Fadenlagen nicht bei zu hoher Anlagekraft beschädigt
oder bei zu niedriger Anlagekraft zu locker gewickelt. In dieser Phase des Aufspulens
wird die Spulspindel relativ zur Andrückwalze bevorzugt mit einem Träger am feststehenden
Revolver bewegt. Hierbei läßt sich die Spulspindel auf einer geraden oder leicht gekrümmten
Führungsbahn bewegen, so daß die Stellung zwischen der Andrückwalze und der Spule
im wesentlichen nur gering verändert wird. Im weiteren Verlauf des Aufspulens ist
z.B. zur Erhöhung der Packungsdichte eine Zunahme der Anlagekraft von Vorteil, was
durch eine Ausweichbewegung der Spule mittels der Revolverdrehung bewirkt wird. Durch
die Bewegung am Spulrevolver wird eine stetige Veränderung der Stellung zwischen der
Andrückwalze und der Spule erzeugt. Damit wird die Gewichtskomponente der Anlagekraft
beeinflußt.
[0014] Die Ausgestaltung der Aufspulmaschine nach Anspruch 3 ist besonders für eine Aufspulung
geeignet, bei welcher die Spule zu Beginn mit zunehmender Anlagekraft und im weiteren
Verlauf der Spulreise mit möglichst gleichbleibender Anlagekraft gewickelt wird.
[0015] Durch Kombination der Bewegung des Trägers und der Drehbewegung des Spulrevolvers
gem. Anspruch 4 ist es möglich, bei extrem hohen Wickelgeschwindigkeiten den schnell
anwachsenden Durchmesser der Spule aufzufangen, ohne daß die Anlagekraft eine unzulässige
Abweichung vom vorgegebenen Sollwert erhält.
[0016] Die Aufspulmaschine gemäß Anspruch 5, bei welcher die Spule in einer äußeren Position
relativ zum Spulrevolver angeordnet ist, ist besonders vorteilhaft, um sehr dicke
Spulen zu wickeln. Durch die Aufteilung der Ausweichbewegung in Stufen kann selbst
bei einzelnen relativ kompakten und kleinen Bauelementen gemäß Anspruch 6 ein größtmöglicher
Ausweichweg zur Bildung der Spule durchführt werden.
[0017] Die Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 8 ist besonders von Vorteil, um Fäden
mit einem geringen Titer oder um Fäden bei geringen Fadengeschwindigkeiten aufzuwickeln.
[0018] Beim Aufwickeln von Fäden mit relativ großen Titern, wie beispielsweise bei Teppichgarn,
wird bevorzugt die Aufspulmaschine gemäß Anspruch 9 ausgeführt. Hierbei ist es von
besonderem Vorteil, wenn der Antrieb des Trägers und/oder des Spulrevolvers mittels
frequenzgesteuerten Elektromotoren erfolgt.
[0019] Die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Aufspulmaschine nach Anspruch 10 ist besonders
beim Fangen des Fadens auf einer Leerhülse zu Beginn der Spulreise von Vorteil. Damit
ergeben sich Möglichkeiten, die Spulspindel mit der Leerhülse aus der äußeren Position
oder aus der inneren Position in den Fadenlauf einzuschwenken. Damit kann der Faden
im Gleichlauf, d.h. Leerhülse und Faden haben die gleiche Bewegungsrichtung, oder
im Gegenlauf, d.h., Faden und Leerhülse haben entgegengesetzte Bewegungsrichtung,
gefangen werden.
[0020] Die Weiterbildung der Aufspulmaschine nach Anspruch 11 besitzt den Vorteil, daß in
der Stufe, in der der Träger die Ausweichbewegung der Spulspindel durchführt, die
Anlagekraft zwischen der Spule und der Andrückwalze im wesentlichen konstant bleibt.
[0021] Die Ausgestaltung der Aufspulmaschine nach Anspruch 12 zeigt eine vorteilhafte Antriebsvorrichtung
für den Träger der Spulspindel. Hierbei ist die Größe der Ausweichbewegung der Spulspindel,
die durch den Antrieb der Schweinge ausführbart ist, unabhängig von den Abmaßen des
Spulrevolvers. Diese Ausführung ist daher besonders geeignet, um bei kompakter Bauweise
Spulen mit einem relativ großen Durchmesser zu wickeln.
[0022] Die erfindungsgemäße Aufspulmaschine nach Anspruch 13 zeichnet sich durch eine besonders
flexible Antriebskombination des Trägers und des Spulrevolvers aus. Der Antrieb des
Spindelrevolvers sowie der Antrieb des Spulrevolvers werden vorteilhaft so gesteuert,
daß auch eine Überlagerung der Drehbewegung möglich ist. Damit lassen sich die geometrischen
Verhältnisse beim Aufspulen zwischen der Andrückwalze und der Spulspindel und damitauch
die Anlagekraft auf verschiedene Weise verändern. Die Antriebe können dabei durch
umrichtergesteuerte Einzelmotoren gebildet sein. Beide Antriebe lassen sich vorteilhaft
durch eine programmierbare Steuerung koppeln. Damit kann jede beliebige Kombination
der Drehbewegungen des Spindelrevolvers und des Spulrevolvers der Aufspulmaschine
aufgegeben werden. Im Aufspulbereich kann damit ein vorgegebenes Profil der Anpreßkraft
zwischen der Andrückwalze und der Spule durchfahren werden.
[0023] Um eine möglichst enge Maschinenteilung zu realisieren, ist die Ausführungsform der
Aufspulmaschine gemäß Anspruch 14 besonders geeignet.
[0024] Die erfindungsgemäße Aufspulmaschine ist insbesondere für die Varianten geeignet,
bei denen die Andrückwalze gegenüber der Spule feststeht. Hierbei könnte die Steuerung
der Antriebsmotoren des Spulrevolvers und des Trägers mittels eines Sensors, der die
Anlagekraft zwischen der Spulenoberfläche und der Andrückwalze erfaßt, erfolgen.
[0025] Die aus der EP 03 74 536 bekanntgewordene Steuerung des Spulrevolvers läßt sich aber
ohne Schwierigkeiten auch auf den Antrieb des Trägers erweitern. Hierbei wird die
Bewegung der Andrückwalze, die an einer Schwinge gelagert ist, erfaßt und zur Steuerung
der Antriebe verwendet.
[0026] Die Beweglichkeit der Andrückwalze kann jedoch auch vorteilhaft zur Erhöhung der
Parkzeit genutzt werden. Hierzu werden zu Beginn der Spulreise sowohl der Spulrevolver
als auch der Träger im Aufspulbereich nicht angetrieben. Somit wird zur Bildung der
Spule die Andrückwalze vom wachsenden Durchmesser der Spule aus ihrer Position gedrängt.
Nachdem die Hubbegrenzung der Andrückwalze erreicht ist, wird der Träger oder der
Spulrevolver aktiviert, so daß die Andrückwalze ihre ursprüngliche Position wieder
einnimmt.
[0027] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
[0028] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.
[0029] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Seitenansicht einer Aufspulmaschine mit am Spulrevolver in einer
Schwinge gelagerten Spulspindel;
- Fig. 2
- schematisch die Aufspulmaschine aus Fig. 1 am Ende der ersten Stufe der Aufspulung;
- Fig. 3
- schematisch die Aufspulmaschine aus Fig. 1 in der zweiten Stufe der Aufspulung;
- Fig. 4
- Anlagekraft zwischen Andrückwalze und Spule;
- Fig. 5
- schematisch eine Seitenansicht einer Aufspulmaschine mit am Spulrevolver in einer
Linearführung gelagerten Spulspindel;
- Fig. 6
- schematisch eine Seitenansicht einer Aufspulmaschine mit am Spulrevolver in einem
Spindelrevolver gelagerten Spulspindel;
- Fig. 7
- schematisch einn Längsschnitt der Aufspulmaschine aus Fig. 6.
[0030] In Fig. 1 ist schematisch die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Aufspulmaschine
dargestellt.
[0031] Hierbei läuft ein Faden 1 über einen Kopffadenführer 2 zu einer Changiereinrichtung.
Die Changiereinrichtung besteht aus einem Changierantrieb 6 und den Flügeln 3. Die
Flügel 3 führen den Faden 1 abwechselnd entlang eines Leitlineals 4 in den Grenzen
eines Changierhubes hin und her. Der Faden 1 läuft dann auf einer Andrückwalze 5.
Die Andrückwalze 5 wird von dem Faden 1 teilumschlungen und anschließend auf eine
Spule 17 abgelegt. Die Spule 17 wird auf einer Spulhülse 16 gebildet, die auf eine
drehbare Spulspindel 14 gesteckt ist. Während der Aufspulung liegt die radial zur
Spule bewegliche Andrückwalze 5 mit einer Anlagekraft am Umfang der Spule 17 an. Die
Spulspindel 14 ist ihrerseits auskragend an einer Schwinge 13 gelagert. Die Schwinge
13 ist mit einem Schwenklager 15 an einem drehbaren Revolver 11 befestigt. Der Revolver
11 ist mit einem Lager 20 drehbar in einem Maschinengestell angeordnet. Die Schwinge
13 ist mittels eines Linearantriebes 28 relativ am Spulrevolver aus einer äußeren
Position in eine innere Position oder umgekehrt schwenkbar. Der Linearantrieb 28 ist
mit der Befestigung 29 ebenfalls am Spulrevolver 11 angebracht. Bei der in Fig. 1
gezeigten Stellung ist die Schwinge 13 mit der gelagerten Spulspindel 14 derart verschwenkt,
daß sich die Spulspindel außerhalb des Revolvers 11 befindet. Zu diesem Zweck ist
an dem Spulrevolver 11 eine Aussparung 22 angeordnet. Zum Aufspulen des Fadens 1 wird
die Spulspindel 14 angetrieben. Der Antrieb könnte hierbei sowohl durch eine angetriebene
Andrückwalze 5 als auch durch einen direkten Spindelantrieb erfolgen. Die Andrückwalze
5 ist mit einem Sensor 19 ausgestattet, der durch die Sensorleitung 31 mit einer Steuereinrichtung
10 verbunden ist. Mittels der Steuereinrichtung 10 kann der Linearantrieb 28 über
Steuerleitung 33 oder der Spulrevolverantrieb (41) über die Steuerleitung 32 angesteuert
werden.
[0032] Der Aufspulvorgang ist erfindungsgemäß in mehreren Stufen unterteilt, wobei die Ausweichbewegung
der Spule in jeder Stufe mit unterschiedlichen Mitteln durchgeführt wird. Nachdem
der Faden 1 auf einer Hülse 16 gefangen ist, wird die Andrückwalze 5 mit der Spule
17 auf Umfangskontakt gebracht, wobei eine vorbestimmte Anlagekraft, z.B. unterstützt
durch einen Kraftgeber an der Andrückwalze, auf die Spulenoberfläche wirkt. In der
in Fig. 1 gezeigten Position beginnt die Aufspulung in der ersten Stufe. Hierbei verändert
sich die Position der Andrückwalze im wesentlichen nicht. Die Ausweichbewegung zur
Bildung der Spule 17 wird mittels der Schwinge 13 ausgeführt, wobei die Spulspindel
14 auf einer teilkreisförmigen Führungsbahn zu einer inneren Relativstellung am Spulrevolver
11 geführt wird. In dieser Phase des Aufspulens ist der Spulrevolverantrieb nicht
aktiviert. Die Ausweichbewegung der Schwinge wird mittels der Steuereinrichtung 10
durch den Linearantrieb 28 vorgegeben. Hierbei kann die
Schwinge kontinuierlich oder auch schrittweise bewegt werden. Damit der Umfangskontakt
zwischen der Andrückwalze 5 und der Spule 17 während des Aufspulens nicht unterbrochen
wird, wird mittels des Sensors 19 eine vorbestimmte Mindestauflagekraft oder eine
Positionsveränderung an der Andrückwalze gemessen und der Steuereinrichtung 10 signalisiert.
Hierbei ist die Steuereinrichtung 10 derart programmiert, daß in Abhängigkeit von
der Aufspulsituation entweder der Linearantrieb 28 oder der Spulrevolverantrieb (41)
aktiviert wird.
[0033] In Fig. 2 und Fig. 3 ist die Aufspulmaschine aus Fig. 1 in verschiedenen Stufen der
Aufspulung gezeigt. Hinsichtlich des Aufbaus wird auf die Beschreibung zu Fig. 1 Bezug
genommen. In Fig. 2 ist die Spule 17 so weit angewachsen, daß die Schwinge 13 die
innere Relativstellung am Spulrevolver 11 erreicht hat. Damit wäre die erste Stufe
des Aufspulens abgeschlossen. Die Relativlage zwischen der Andrückwalze 5 und der
Spule 17 hat sich hierbei nur geringfügig geändert. Somit ist in dieser Phase die
Komponente der Anlagenkraft, die aus dem Gewicht der Andrückwalze resultiert, im wesentlichen
konstant geblieben. In Fig. 3 ist der weitere Ablauf des Aufspulvorganges gezeigt.
Die Ausweichbewegung der Spule 17 wird in der zweiten Stufe mittels der Drehung des
Spulrevolvers vollführt. In dieser Phase des Aufspulvorganges wird aufgrund der Stellungsänderung
zwischen der Andrückwalze 5 und der Spule 17 eine stetige Änderung der Anlagekraft
bewirkt.
[0034] Die Steuereinrichtung 10 kann jedoch auch derart programmiert sein, daß mehrmals
ein Wechsel zwischen der ersten Stufe und der zweiten Stufe durchgeführt wird.
[0035] Die zwischen der Andrückwalze und der Spule wirkende Anlagekraft resultiert aus der
Gewichtskraft der Andrückwalze. In Fig. 4 ist das Kraftverhältnis zwischen der Andrückwalze
5 und der Spule 17 gezeigt. Die Gewichtskraft der Andrückwalze ist mit G bezeichnet,
die eine vertikale Wirkrichtung aufweist. Die Anlagekraft P
A, die zwischen der Andrückwalze 5 und der Spule 17 wirkt, hat als Wirkrichtung die
Verbindungslinie zwischen dem Achsmittelpunkt M
A der Andrückwalze und dem Achsmittelpunkt M
S der Spulspindel.
Um das Anwachsel des Spulendurchmessers der Spule 17 zu ermöglichen, besteht nun die
Möglichkeit, die Spulspindel mit dem als Schwinge ausgebildeten Träger zu bewegen.
Hierbei wird sich der Achsmittelpunkt M
S der Spulspindel auf einer kreisförmigen Führungsbahn F
T bewegen, deren Mittelpunkt durch den Achsmittelpunkt M
T der Schwenkachse des Trägers bzw. der Schwinge gebildet. In diesem Falle wird sich
die Spule 17 in der Bewegungsrichtung R
T bewegen.
[0036] Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Spulspindel mit dem Spulrevolver zu bewegen,
um das Anwachsen des Spulendurchmessers zu ermöglichen. In diesem Falle würde sich
der Achsmittelpunkt M
S der Spulspindel auf einer kreisförmigen Führungsbahn F
R bewegen, die als Mittelpunkt den Achsmittelpunkt M
R des Spulrevolvers hat. Dabei würde sich die Spule 17 in der Bewegungsrichtung R
R fortbewegen.
[0037] Die Abweichung zwischen der Wirkrichtung der Anlagekraft P
A und der Bewegungsrichtung R der Spule ist durch einen Winkel α gekennzeichnet. Hierbei
gilt die Beziehung, je kleiner der Winkel α ist, dest kleiner ist die während der
Spulreise eintretende Änderung der Anlagekraft PA. Aus der Fig. 4 ist zu entnehmen,
daß zwischen der Wirkrichtung der Anlagekraft P
A und der durch den Träger bewirkten Bewegungsrichtung R
T ein Winkel α1 aufgespannt wird. Demgegenüber ist zwischen der Wirkrichtung der Anlagekraft
PA und der durch den Spulenrevolver erzeugte Bewegungsrichtung R
R der Winkel α2 aufgespannt. Der Winkel α2 ist sehr viel größer als der Winkel α1.
Damit wird bei Drehung des Spulrevolvers während der Spulreise eine relativ starke
Erhöhung der Anlagekraft P
A eintreten. Diese Erhöhung könnte sich beispielsweise bei der Bildung der Spule 17
auf einer Erhöhung der Packungsdichte auswirken. Dagegen führt die Bewegung der Spulspindel
durch den Träger bzw. die Schwinge dazu, daß die am Anfang der Spulreise eingestellte
Anlagekraft P
A sich nur unwesentlich verändert. Damit bietet die erfindungsgemäße Aufspulmaschine
die Möglichkeit, allein durch Veränderung der Bewegungsrichtung der Spulspindel eine
für die Bildung der Spule wünschenswerte Anlagekraft einzustellen. Die Gewichtskraft
G der Andrückwalze könnte hierbei durch einen Kraftgeber je nach Bedarf um einen konstanten
Wert erhöht oder entlastet werden.
[0038] Bei dem in Fig. 5 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Spulspindel in einem Lagerblock
37 gelagert. Der Lagerblock 37 ist in einer Linearführung 38 am Spulrevolver geführt.
Mittels dem Linearantrieb 28 kann somit die Spulspindel aus einer äußeren Position
in eine innere Position und umgekehrt bewegt werden. Diese Ausführung hat den besonderen
Vorteil, daß durch die Trägerbewegung keine Veränderung der Stellung zwischen der
Andrückwalze 5 und der Spule 17 gegeben ist. Hinsichtlich des Aufbaus und der Ansteuerung
wird auf die Beschreibung zu Fig. 1 bis 3 Bezug genommen.
[0039] In Fig. 6 ist schematisch die Ansicht einer Aufspulmaschine dargestellt, bei der
die Spulspindel 14 an einem Spindelrevolver 12 gelagert ist. Die Aufspulmaschine weist
einen Spulrevolver 11 auf, der mittels dem Lager 20 in einem Maschinengestell 9 drehbar
gelagert ist. Der Spulrevolver 11 ist dabei von einem elektrischen Motor (41) angetrieben.
In dem Spulrevolver 11 ist der Spindelrevolver 12 exzentrisch mit dem Lager 21 drehbar
gelagert. Der Spindelrevolver 12 wird mit einem elektrischen Motor (41) angetrieben.
An dem Spindelrevolver 12 ist die Spulspindel 14 auskragend außermittig gelagert.
Die Spulspindel 14 befindet sich im Aufspulbereich. In der gezeigten Position läuft
der Faden 1 über den Kopffadenführer 2 zu der Changiereinrichtung. Die Changiereinrichtung
ist als Flügelchangierung mit den Flügeln 3 ausgebildet. Die Flügel 3 führen den Faden
1 abwechselnd entlang des Leitlineals 4 in den Grenzen des Changierhubes hin und her.
Der Faden läuft dabei auf die Andrückwalze 5 auf. Die Andrückwalze 5 wird vom Faden
teilweise umschlungen und direkt auf die Spule 17 abgelegt. Die Spule 17 wird auf
der Spulhülse 16 gebildet und dreht sich mit der Spulspindel 14. Die Andrückwalze
5 ist an einer Schwinge 8 gelagert. Die Schwinge 8 ist in dem Drehgelenk 25 mit dem
Maschinengestell 9 verbunden. Unterhalb der Schwinge 8 ist ein Sensor 19 angeordnet,
der mit seiner Steuereinrichtung 10 verbunden ist. Die Steuereinrichtung 10 ist jeweils
mit den Antriebsmotoren des Spindelrevolvers und dem Antriebsmotor des Spulrevolvers
verbunden.
[0040] Bei der in Fig. 6 gezeigten Aufspulmaschine wird bei anwachsender Spule 17 die Andrückwalze
5 aus ihrer Sollposition gehoben, das direkt von dem Sensor 19 durch Positionsveränderung
erfaßt und in ein Signal umgewandelt wird. Dieses Signal wird der Steuereinrichtung
10 zugeführt. Die Steuereinrichtung ist derart programmiert, daß sie zunächst den
Antrieb des Spindelrevolvers 12 aktiviert. Der Spindelrevolver 12 wird im Drehsinn
24 die Spulspindel 14 relativ zu dem feststehenden Spulrevolver verfahren, so daß
sich der Achsabstand zwischen der Andrückwalze 5 und der Spulspindel 14 vergrößert.
In dieser Situation ist der Antrieb des Spulrevolvers nicht aktiviert. Bei diesem
Ausführungsbeispiel wird in der zweiten Stufe der Aufspulung der Spulrevolver 11 bei
feststehendem Spindelrevolver 12 gedreht.
[0041] In Fig. 7 ist schematisch eine Schnittdarstellung der Aufspulmaschine aus Fig. 6
dargestellt. Die Spulspindel 14 befindet sich hierbei im Aufspulbereich. Dabei ist
die Spulspindel 14 mittels dem Lager 30 im Spindelrevolver 12 gelagert. Die Spulspindel
14 wird mittels dem Spindelantrieb 27 angetrieben. Damit die Umfangsgeschwindigkeit
an der Spulenoberfläche während der Spulenreise konstant gehalten werden kann, wird
die Drehzahl der Andrückwalze 5 mittels dem Sensor 35 erfaßt und der Steuereinrichtung
10 zugeführt. Die Steuereinrichtung 10 wandelt die Signale in Steuerimpule um, die
den Spindelantrieb 27 zugeführt werden und somit den Antrieb der Spulspindel 14 steuert.
Der Motor 42 des Spindelrevolvers 12 ist bevorzugt im Spulrevolver angeordnet. Dabei
wird der Spindelrevolver vorzugsweise mittels einem Kettenantrieb angetrieben. Der
Motor 41 des Spulrevolvers 11 ist am Maschinengestell 9 angeordnet.
[0042] Um einen kontinuierlich anlaufenden Faden aufspulen zu können, sind Aufspulmaschinen
mit jeweils zwei am Spulrevolver gelagerten Spulspindeln erforderlich. Wie in Fig.
6 und Fig. 7 gezeigt, ist eine derartige Anordnung in der dort vorgesehenen Lagereinrichtung
40 ausführbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0043]
- 1
- Faden
- 2
- Kopffadenführer
- 3
- Flügel
- 4
- Leitlineal
- 5
- Andrückwalze
- 6
- Changierantrieb
- 7
- Träger
- 8
- Schwinge
- 9
- Maschinengestell
- 10
- Steuereinrichtung
- 11
- Spulrevolver
- 12
- Spindelrevolver
- 13
- Schwinge
- 14
- Spulspindel
- 15
- Schwenklager
- 16
- Spulhülse
- 17
- Spule
- 18
- Spulhülse
- 19
- Sensor
- 20
- Lager
- 21
- Lager
- 22
- Aussparung
- 23
- Drehsinn
- 24
- Drehsinn
- 25
- Drehgelenk
- 26
- Achse
- 27
- Spulspindelantrieb
- 28
- Linearantrieb
- 29
- Befestigung
- 30
- Spindellagerung
- 31
- Sensorleistung
- 32
- Steuerleitung
- 33
- Steuerleitung
- 34
- Steuereinrichtung
- 35
- Sensor
- 36
- Ventil
- 37
- Lagerblock
- 38
- Linearführung
- 39
- Bewegungsrichtung
- 40
- Lagereinrichtung
- 41
- Spulrevolverantrieb
- 42
- Motor
1. Aufspulmaschine zum Aufspulen eines anlaufenden Fadens (1) zu einer Spule (17), mit
einer an der Spulenoberfläche mit einer Anlagekraft anliegenden Andrückwalze (5),
mit einer die Spule (17) aufhehmenden und angetriebenen Spulspindel (14), die auskragend
an einem drehbaren Spulrevolver (11) angeordnet ist,
und mit einem beweglich am Spulrevolver (11) angebrachten Träger (13), in welchem
die Spulspindel (14) drehbar gelagert ist und durch welchen die Spulspindel (14) relativ
zum Spulrevolver (11) in radiale Richtung bewegbar ist,
wobei die Bewegung des Trägers (13) und die Drehung des Spulrevolvers (11) unabhängig
voneinander durch jeweils einen Antrieb steuerbar sind
und wobei der Achsabstand zwischen der Spulspindel (14) und der Andrückwalze (5) zur
Bildung der Spule (17) mittels einer Ausweichbewegung der Spulspindel (14) stetig
oder schrittweise veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausweichbewegung der Spulspindel (14) durch die Bewegung des Trägers (13) am feststehenden
Spulrevolver (11) und durch die Drehung des Spulrevolvers (11) bei feststehendem Träger
(13) in mehreren Stufen ausführbar ist.
2. Aufspulmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
in einer ersten Stufe die Spulspindel (14) mittels des Trägers (12; 13; 37) am feststehenden
Spulrevolver (11) bewegbar ist und daß in einer zweiten Stufe die Spulspindel (14)
mittels der Drehbewegung des Spulrevolvers (11) bei feststehendem Träger (12; 13;
37) bewegbar ist.
3. Aufspulmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
in einer ersten Stufe die Spulspindel (14) mittels der Drehbewegung des Spulrevolvers
(11) bei feststehendem Träger (12; 13; 37) bewegbar ist und daß in einer zweiten Stufe
die Spulspindel (14) mittels des Trägers (12; 13;37) am feststehenden Spulrevolver
(11) bewegbar ist.
4. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest in einer der Stufen die Spulspindel (14) durch die Bewegung des Trägers
(12;13;37) und die Drehung des Spulrevolvers (11) bewegbar ist.
5. Aufspulmaschine nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger (12; 13; 37) derart am Spulrevolver (11) ausgebildet ist, daß die Spulspindel
(14) während der Aufspulung in Richtung von einer aüßeren zu einer innerer Relativstellung
am Spulrevolver (11) bewegbar ist.
6. Aufspulmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die äußere Relativstellung außerhalb des Spulrevolvers (11) und die innere Relativstellung
innerhalb des Spulrevolvers (11) liegt.
7. Aufspulmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die äußere Relativstellung und die innere Relativstellung innerhalb des Spulrevolvers
(11) liegt.
8. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger (12; 13;37) oder der Spulrevolver (11) schrittweise antreibbar sind.
9. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger (12; 13;37) oder der Spulrevolver (11) stetig antreibbar sind.
10. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Spulspindel (14) mittels des Trägers (12; 13;37) auf einer Führungsbahn vor und
zurück bewegbar ist.
11. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger als ein die Spulspindel (14) aufnehmender Lagerblock (37) ausgebildet ist,
wobei der Lagerblock (37) in einer Linearführung (38) am Spulrevolver (11) gelagert
ist und durch einen Linearantrieb (28) auf einer geradlinigen Lagerführungsbahn relativ
zum Spulrevolver (11) bewegbar ist.
12. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger als eine schwenkbare Schwinge (13) ausgebildet ist, in welcher die Spulspindel
(14) gelagert ist und
daß die Schwinge (13) drehbar an einer Schwenkachse (15) an dem Spulrevolver (11)
gelagert ist und mittels einem Linearantrieb (28) um die Schwenkachse (15) schwenkbar
ist.
13. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Träger als ein drehbarer Spindelrevolver (12) ausgebildet ist, an welchem die
Spulspindel (14) exentrisch gelagert ist, und daß der Spindelrevolver (12) exentrisch
drehbar an dem Spulrevolver (11) gelagert ist.
14. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Spulspindel (14) am Ende der Spulreise beim Übergang vom Aufspulbereich in einen
Wechselbereich und zurück in seiner inneren Relativstellung am Spulrevolver (11) verharrt.
15. Aufspulmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Spulrevolver (11) eine Lagereinrichtung (40) zur Aufhahme einer zweiten Spulspindel
mit einem Träger aufweist.
16. Verfahren zum Aufspulen eines anlaufenden Fadens zu einer Spule, welche auf einer
angetriebenen auskragend an einem drehbaren Spulrevolver angebrachten Spulspindel
gebildet wird und welche am Umfang von einer Andrückwalze mit einer Auflagekraft beaufschlagt
wird, wobei sich der Achsabstand zwischen der Spule und der Andrückwalze während der
Aufspulung durch eine Ausweichbewegung stetig oder schrittweise vergrößert,
dadurch gekennzeichnet. daß
die Ausweichbewegung in mehreren Stufen mit in jeder Stufe geänderter Bewegungsrichtung
zwischen der Spulspindel und der Andrückwalze ausgeführt wird, wobei zu jeder Bewegungsrichtung
eine bestimmte Führungsbahn der Spulspindel gehört.