[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sicherheitskurbel gemäß dem Oberbegriff des
Anspruches 1.
[0002] Aus der DE-OS 195 24 272 ist eine derartige Sicherheitskurbel bekannt. Diese ist
jedoch von ihrem Aufbau her recht kompliziert und besteht dabei aus einer Vielzahl
von Einzelteilen, die z.T. in aufwendigen Fertigungsverfahren herstellbar sind. Hierdurch
ergeben sich erhebliche Herstellungskosten, die vor allem auch deshalb als besonders
nachteilig anzusehen sind, weil solche Sicherheitskurbeln in relativ hohen Stückzahlen
gefertigt werden.
[0003] Darüber hinaus ist die Störanfälligkeit, insbesondere aufgrund der vielen vorhandenen
Einzelteile recht hoch, mit der Folge einer die Betriebskosten erhöhenden Verkürzung
der Standzeit.
[0004] Neben diesen kostenmäßigen Nachteilen treten auch bei Nichteingriff der Bremseinrichtung
konstruktionsbedingt Reibungskräfte zwischen der Gehäusewandung und den Bremsbacken
auf, die die Bedienung dieser Sicherheitskurbel erschweren.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitskurbel
der gattungsgemäßen Art so zu gestalten, daß sie sowohl kostengünstiger herstell-
und betreibbar ist, als auch eine bessere Bedienbarkeit erlaubt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Sicherheitskurbel gelöst, die die Merkmale des Anspruches
1 aufweist.
[0007] Der Wälzkörper, der vorzugsweise als Druckrolle ausgebildet ist, führt für den Fall
eines ungewollten plötzlichen Absinkens der Last im Zusammenspiel mit der im Berührungsbereich
als Kurvenscheibe ausgebildeten Nabe zu deren sofortigen Verklemmung, wobei praktisch
kein ungebremster Rückalauf, auch nicht über eine kurze Strecke erfolgt. Gegenüber
den bekannten Sicherheitskurbeln tritt die Bremswirkung somit erheblich eher ein.
[0008] Als weitere Vorteile der Erfindung sind hervorzuheben, daß durch das Fehlen von Bremsbacken
keine einen dauerhaften Betrieb der Sicherheitskurbel beeinträchtigende Reibungswärme
erzeugt wird.
[0009] Auch ist hierdurch ein leichtes Absenken der anhängenden Last gegeben, was inbesondere
bei einem langen Absenkweg von Vorteil ist.
[0010] Das bei den bislang eingesetzten Bremsbacken übliche Schleifen der Bremsbacken an
der Gehäusewandung entfällt bei dieser neuen Sicherheitskurbel, so daß keine entsprechenden
Reibungskräfte überwunden werden müssen, wodurch beim Anheben einer Last eine leichtere
Bedienung gegeben ist.
[0011] Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Wälzkörper federbelastet
an die Kurvenscheiben gedrückt wird. Hierzu ist eine Druckfeder in einer entsprechenden
Ausnehmung der Nabe gelagert.
[0012] Der Wälzkörper wird in einer bezüglich seiner Wirkung optimalen Stellung gehalten,
so daß durch die verhinderte Rücklaufmöglichkeit die Klemmung und damit eine Bremsung
der Nabe im Bedarfsfall sofort erfolgt.
[0013] Nach einem weiteren Gedanken ist vorgesehen, daß beidseitig des Mitnehmers jeweils
ein Wälzkörper angeordnet ist, die Sicherheitskurbel also insoweit spiegelsymmetrisch
ausgebildet ist.
[0014] Hierdurch ist die Sicherheitskurbel für einen Links-Rechts-Betrieb geeignet. Überdies
erfolgt eine sofortige Bremsung auch bei einem plötzlichen Lastrichtungswechsel, wie
dies bei einem Umschlagen der angehängten Last gegeben ist.
[0015] Des weiteren kann vorgesehen sein, daß auf der den Wälzkörpern gegenüberliegenden
Seite in die Nabe Gleitstücke, beispielsweise Gleitrollen eingelassen sind, die sich
in der Nabe frei drehen können und sich an der Gehäusewandung abstützen.
[0016] Um eine gleichmäßige Druckverteilung auf die Wälzkörper einerseits und die Gleitrollen
andererseits zu erreichen, sind die Gleitrollen, von denen vorzugsweise drei vorgesehen
sind, in gleichem Winkelabstand zueinander angeordnet, so daß je nach Drehrichtung
des Antriebsteiles immer zwei Gleitrollen zusammen mit einem Wälzkörper entsprechend
belastet sind.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
[0019] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Teilquerschnitt durch eine erfindungsgemäße Sicherheitskurbel,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf einen Teil der Sicherheitskurbel.
[0020] In den Figuren ist eine Sicherheitskurbel dargestellt, die ein zylinderförmiges Gehäuse
1 aufweist, das über eine angeformte Lasche 2 bauseitig festsetzbar ist.
[0021] In dem Gehäuse 1 ist eine Nabe 5 gelagert, die eine Bohrung 13 aufweist, in die eine
nichtdargestellte Abtriebswelle formschlüssig einsteckbar ist.
[0022] Auf der Nabe 5 ist in Form eine Kurbelarmes 3 ein Antriebsteil geführt, in dem ein
Mitnehmer 4 befestigt ist, der in das Innere des Gehäuses 1 ragt. Mittels eines Sicherungsringes
12 ist der Kurbelarm 3 auf der Nabe 5 gesichert.
[0023] Zu beiden Seiten des Mitnehmers 4 sind in dem Gehäuse 1, und zwar zwischen der Nabe
5 und der Gehäusewandung jeweils ein Wälzkörper in Form einer Druckrolle 7,7a angeordnet,
wozu die Nabe 5 in diesem Bereich entsprechend ausgenommen ist.
[0024] Dieser Berührungsbereich der Nabe 5 mit den Druckrollen 7,7a ist spiegelsymmetrisch
als Kurvenscheibe 6 ausgebildet, deren geringster Abstand zur Wandung des Gehäuses
1 kleiner und deren größter Abstand gleich oder geringfügig größer als der Durchmesser
der Druckrollen 7,7a ist.
[0025] Jede dieser Druckrollen 7,7a ist mittels einer Druckfeder 8 an die Kurvenscheibe
6 gedrückt, wobei jede Druckfeder 8 in einer in der Nabe 5 vorgesehenen Aufnahme 9
einliegt und sich dort stirnseitig abstützt.
[0026] Auf der den Druckrollen 7,7a liegenden Seite sind in der Nabe 5 Gleitrollen 10 drehbar
gelagert, wozu der Nabe 5 angepaßte Ausnehmungen 14 vorgesehen sind und wobei die
Gleitrollen 10 an der Wandung des Gehäuses 1, die durch eine eingepreßte Buchse 11
gebildet wird, anliegen.
[0027] Anstelle der Gleitrollen 10 können auch ein oder mehrere aus einem geeigneten Material
mit niedrigem Reibungskoeffizienten bestehende Gleitstücke vorgesehen sein, die in
der Nabe 5 ein- und an der Wandung des Gehäuses 1 anliegen und im Bremsfalls für eine
Abstützung der Nabe 5 sorgen.
[0028] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind drei Gleitrollen 10 vorgesehen, die in gleichem
Winkelabstand, vorzugsweis unter einem Winkel von 60°, zueinander stehen.
[0029] Die Sicherheitskurbel in dem gezeigten Beispiel ist sowohl für eine Rechts- als auch
für eine Linksbedienung geeignet. Dabei wird bei Betätigung des Kurbelarmes 3 der
angeschlossene Mitnehmer 4, je nach Drehrichtung, entweder gegen die die Druckrolle
7 oder gegen die Druckrolle 7a gedrückt, wobei die zugeordnete Druckfeder 8 in die
Aufnahme 9 gepreßt wird, so daß die Druckrolle 7,7a an der Nabe anliegt und diese
und mit ihr die eingesteckte Abtriebswelle dreht.
[0030] Bei einer notwendigen Bremsung, bei der der Mitnehmer 4 außer Eingriff ist und die
Nabe 5 aufgrund der an der Abtriebswelle hängenden Last zurücktreten, dreht sich die
Kurvenscheibe 6 unter Festklemmung im Sinne eines Verkeilens gegen die andere Druckrolle
7, wodurch die Nabe 5 gebremst wird.
[0031] Zum Lösen der Nabe 5 bzw. der Bremswirkung wird der Kurbelarm 3 entgegengesetzt gedreht,
wobei der Mitnehmer mittelbar, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel, oder unmittelbar
an der Nabe anliegt.
[0032] Anstelle zweier Druckrollen 7,7a, die eine Rechts-Links-Betätigung der Sicherheitskurbel
ermöglichen, kann auch lediglich eine Druckrolle 7 oder 7a vorgesehen sein, so daß
ein Betätigen lediglich in einer Richtung möglich ist.
[0033] In diesem Fall liegt, wie bereits erwähnt, bei Betätigung des Kurbelarmes 3 der Mitnehmer
4 unmittelbar an der Nabe an, während die Druckrolle 7 oder 7a auf die andere Seite
des Mitnehmers 4 angedrückt wird.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Lasche
- 3
- Kurbelarm
- 4
- Mitnehmer
- 5
- Nabe
- 6
- Kurvenscheibe
- 7
- Druckrolle
- 7a
- Druckrolle
- 8
- Druckfeder
- 9
- Aufnahme
- 10
- Gleitrolle
- 11
- Buchse
- 12
- Sicherungsring
- 13
- Bohrung
- 14
- Ausnehmung
1. Sicherheitskurbel mit einem bausseitig verdrehsicher festlegbaren Gehäuse (1) und
einer darin angeordneten, mit einer Abtriebswelle verbundenen und einem Antriebsteil
über einen Mitnehmer (4) in Wirkverbindung stehenden Nabe (5), die mittels einer Bremseinrichtung
gegenüber dem Gehäuse (1) festsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Nabe (5) und der Gehäusewandung mindestens ein Wälzkörper vorgesehen
ist, an dem sich der Mitnehmer (4) bei Betätigung des Antriebsteiles abstützt, und
daß die Nabe (5) im Berührungsbereich mit dem Wälzkörper als Kurvenscheibe (6) ausgebildet
ist, deren geringster Abstand zur Gehäusewandung kleiner und deren größter Abstand
gleich oder geringfügig größer als der Durchmesser des Wälzkörpers ist.
2. Sicherheitskurbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Wälzkörper federbelastet
an der Kurvenscheibe (6) anliegt.
3. Sicherheitskurbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wälzkörper mittels
einer in eine Aufnahme (9) der Nabe (5) einliegenden Druckfeder (8) an die Kurvenscheibe
(6) andrückbar ist.
4. Sicherheitskurbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nabe (5) Gleitstücke
angeordnet sind, die an der Wandung des Gehäuses (1) anliegen.
5. Sicherheitskurben nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitstücke als
Gleitrollen (10) ausgebildet sind.
6. Sicherheitskurbel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitrollen (10)
in angepaßten Ausnehmungen (14) der Nabe (5) drehbar gelagert sind.
7. Sicherheitskurbel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitrollen
(10) in gleichem Winkelabstand zueinander angeordnet sind.
8. Sicherheitskurbel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Nabe (5) bezogen auf die Kurvenscheibe (6) spiegelsymmetrisch
ausgebildet ist.
9. Sicherheitskurbel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zu beiden Seiten des
Mitnehmers (4) jeweils ein Wälzkörper in Form einer Druckrolle (7,7a) angeordnet ist.
10. Sicherheitskurbel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß drei Gleitrollen (10)
vorgesehen sind.
11. Sicherheitskurbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gehäusewandung
durch eine eingepreßte Buchse (11) gebildet wird.