[0001] Diese Erfindung betrifft die Verwendung von Sulphonylimin-Derivaten als neuartige
Bleichkatalysatoren, sowie Waschmittelzusammensetzungen, die diese Verbindungen als
Bleichkatalysatoren enthalten.
[0002] Es ist bekannt, daß das Bleichvermögen peroxidischer Bleichmittel, wie Perborate,
Percarbonate, Persilicate und Perphosphate, verbessert werden kann, so daß die Bleichwirkung
bei niedrigeren Temperaturen einsetzt, etwa bei oder unter 60°C, indem man die Vorstufen
von bleichenden Peroxysäuren zusetzt, die oft als Bleichaktivatoren bezeichnet werden.
[0003] Viele Substanzen sind nach dem Stand der Technik als Bleichaktivatoren bekannt. Gewöhnlich
handelt es sich dabei um reaktive organische Verbindungen mit einer O-Acyl- oder N-Acyl-Gruppe,
die in alkalischer Lösung zusammen mit einer Quelle für Wasserstoffperoxid die entsprechenden
Peroxysäuren bilden.
[0004] Repräsentative Beispiele für Bleichaktivatoren sind etwa N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), Glucosepentaacetat (GPA), Xylosetetraacetat (TAX), Natrium-4-benzoyloxybenzolsulfonat
(SBOBS), Natriumtrimethylhexanoyloxybenzolsulfonat (STHOBS), Tetraacetylglucoluril
(TAGU), Tetraacetylcyansäure (TACA), Di-N-acetyldimethylglyoxin (ADMG) und 1-Phenyl-3-acetylhydantoin
(PAH). Es sei beispielsweise auf GB-A-836 988, GB-A-907 356, EP-A-0 098 129 und EP-A-0
120 591 verwiesen.
[0005] Ein gemeinsames Merkmal dieser Bleichaktivatoren ist, daß sie nicht katalytisch wirksam
sind. Sobald der Peroxysäure-Precursor, beispielsweise ein Ester oder Imid, perhydrolisiert
worden ist, kann er nicht wieder regeneriert werden. Folglich werden relativ große
Mengen an Bleichaktivator benötigt. In Waschmittelzusammensetzungen beträgt dessen
Gewichtsanteil bis zu 8%.
[0006] Angeregt durch Arbeiten auf dem Gebiet der Oxidation von organischen Substanzen wurden
Verbindungen mit aktivierten CN-Doppelbindungen als wirksame Oxidationskatalysatoren
erkannt. Aufbauend auf den Ergebnissen von Hanquet et al. wurden beispielsweise quartäre
Imine und deren korrespondierende Oxaziridinium-Salze für den Einsatz als Bleichkatalysatoren
in der Textilwäsche eingesetzt (Hanquet, Lusinchi, Milliet, Tetrahedron Lett. 1988,
3941; Hanquet, Lusinchi, Milliet, Acad.Sci. Paris. 1991 Series II, 625; Hanquet, Lusinchi,
Milliet, Tetrahedron Lett. 1988, 2817; WO-A-95/13352, US-5 442 066, US-5 360 568,
US-5 370 826). Da solche Bleichkatalysatoren sich nicht beziehungsweise nur wenig
verbrauchen, weil sie in einem Katalysezyklus immer wieder regeneriert werden, benötigt
man bei deren Einsatz in Waschmitteln um Größenordnungen weniger Material als bei
der Verwendung herkömmlicher Bleichaktivatoren.
[0007] Sulphonylimine der Formel

bilden dabei eine besondere Klasse metallfreier Bleichkatalysatoren, da sie hocheffektiv
sind. Solche Bleichkatalysatoren und ihre Derivate sind beispielsweise in EP-446 982,
EP-A-446 981 und US-5 429 768 beschrieben.
[0008] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Sulphonylimine die von 3-substituierten
Benzoisothiazol-1,1-dioxiden abgeleitet sind, eine bessere Bleichleistung aufweisen
als die Katalysatoren gemäß dem Stand der Technik.
[0009] Verbindungen dieser Art sind in Z. Analyt. Chem. 220, 9 (1966) und J. Org. Chem.
20, 1425 (1955) beschrieben.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist somit die Verwendung von Verbindungen der Formel

als Bleichkatalysatoren, worin R eine der Gruppen
R1 C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R2 Wasserstoff, C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R3 Wasserstoff, C1- bis C4-Alkyl, C2-C4-Alkenyl, Phenyl oder Benzyl bedeutet,
oder
R1 oder R2 zusammen einen 5- bis 7-gliedrigen Heterocyclus bilden, der außer dem Stickstoffatom
noch ein Sauerstoffatom im Ring enthält,
A einen Rest der Formeln (A) bis (D)

n die Zahlen 0, 1 oder 2,
R4 Wasserstoff, C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R5 Wasserstoff, Chlor, Brom oder eine Gruppe der Formel -SO3M, -CO2M, -CO3M oder -OSO3M,
M Wasserstoff, ein Alkali - oder Ammonium-Ion oder das Äquivalent eines Erdalkali-Ions
bedeuten.
[0011] A bedeutet vorzugsweise einen Rest nach Formel (C) mit R
4, R
5 = H.
[0012] R
1 bedeutet vorzugsweise C
1- bis C
4-Alkyl, C
2- bis C
4-Alkenyl oder Phenyl. R
2 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff oder C
1- bis C
4-Alkyl. Bilden R
1 und R
2 zusammen einen Morpholinring, so ist bevorzugt, daß dessen Stickstoffatom mit einer
Methylgruppe quaterniert ist, das heißt, daß R
3 = Methyl ist.
[0013] Besonders bevorzugt sind erfindungsgemäße 3-substituierte Benzoisothiazol-1,1-dioxide,
die sich ableiten lassen
(a) von einfachen Alkoholen wie 3-Ethoxy-Benzoisothiazol-1,1-dioxid, 3-Dimethylaminoethoxy-Benzoisothiazol-1,1-dioxid,
(b) von einfachen Aminen wie 3-(N-Morpholino)-Benzoisothiazol-1,1-dioxid, 3-Dimethylamino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid,
und
(c) von deren entsprechenden quartären Ammoniumverbindungen.
[0014] An Hand eines allgemeinen Beispiels sollen die Synthesewege zu den Benzoisothiazol-1,1-dioxid-Derivaten
dieser Erfindung dargestellt werden.
1. Pseudosaccharinchlorid (hergestellt aus Saccharin und PCl5 nach Jesurun, Ber. Chem. Ges. (1893) 26, 2286; Böhme, Opfer, Z. Analyt. Chem. (1953)
139, 255) und überschüssiger Alkohol werden vorgelegt und für 10 Minuten bis 2 Stunden
auf Temperaturen zwischen 50 und 140 °C, vorzugsweise auf die Siedetemperatur des
eingesetzten Alkohols, erhitzt. Die Reaktion ist beendet, sobald sich kein HCl-Gas
mehr bildet. Überschüssiger Alkohol wird im Vakuum entfernt. Bei der Verwendung höherer
Alkohole werden vorzugsweise stöchiometrische Mengen unter Zugabe eines inerten Lösemittels
eingesetzt. Auch ein Überschuß an Pseudosaccharinchlorid eignet sich, in diesem Fall
wird das Produktgemisch durch Zugabe von wäßriger Base aufgearbeitet.
2. Pseudosaccharinchlorid wird in einem geeigneten Lösungsmittel vorgelegt. Bei Temperaturen
zwischen 10 und 60 °C, vorzugsweise bei Raumtemperatur, wird ein sekundäres Amin innerhalb
von 0,5 bis 3 Stunden zugetropft. Sofort bildet sich ein farbloser Niederschlag. Nach
einer ca. 1-stündigen Nachrührzeit wird eine Hilfsbase im Überschuß, beispielsweise
Pyridin, zugetropft und nach erneuter etwa 1-stündiger Nachrührzeit wird das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Der erhaltene Rückstand wird durch Ausrühren mit Wasser gereinigt.
3. 3-Amino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid wird in einem organischen Lösungsmittel aufgenommen
und mit einem Methylierungsmittel wie Methylchlorid oder Dimethylsulfat bei Temperaturen
zwischen 20 und 100 °C, vorzugsweise zwischen 70 bis 80 °C zum entsprechenden 3-Ammonium-Benzoisothiazol-1,1-dioxidsalz
umgesetzt.
4. Pseudosaccharinchlorid wird in einem geeigneten Lösungsmittel vorgelegt und ein
tertiäres Amin bei Temperaturen zwischen 10 und 60 °C, vorzugsweise bei Raumtemperatur,
innerhalb von 0,5 bis 3 Stunden zugetropft. Sofort bildet sich ein farbloser Niederschlag.
Nach einer ca. 6-stündigen Nachrührzeit wird der entstandene Niederschlag isoliert.
[0015] Gegenstand der Erfindung sind auch bleichende Wasch- und Reinigungsmittel, die die
erfindungsgemäßen Bleichkatalysatoren enthalten. Diese Wasch- und Reinigungsmittel
enthalten neben einer Peroxyverbindung und dem Bleichkatalysator üblicherweise auch
oberflächenaktive Verbindungen und weitere Inhaltsstoffe.
[0016] Geeignete Peroxyverbindungen sind Alkaliperoxide, organische Peroxide wie Harnstoffperoxid,
und anorganische Persalze, wie die Alkaliperborate, -percarbonate, -perphosphate,
-persilicate und -persulfate. Mischungen aus zwei oder mehreren dieser Verbindungen
sind ebenfalls geeignet. Besonders bevorzugt sind Natriumperborat-Tetrahydrat und
insbesondere Natriumperborat-Monohydrat.
[0017] Natriumperborat-Monohydrat ist wegen seiner guten Lagerbeständigkeit und seiner guten
Löslichkeit in Wasser bevorzugt. Natriumpercarbonat kann aus Umweltschutzgründen bevorzugt
sein.
[0018] Alkylhydroperoxide sind eine weitere geeignete Gruppe von Peroxyverbindungen. Beispiele
für diese Stoffe sind Cumolhydroperoxid und t-Butylhydroperoxid.
[0019] In derartigen Wasch- und Reinigungsmitteln kann der erfindungsgemäße Bleichkatalysator
mit einem Gewichtsanteil von etwa 0,05 % bis 10 %, bevorzugt von 0,2 % bis 5 % vorhanden
sein, zusammen mit einer Peroxyverbindung. Der Gewichtsanteil dieser Peroxyverbindungen
beträgt gewöhnlich von 2 % bis 40 %, bevorzugt von 4 % bis 30 %, insbesondere von
10 % bis 25 %.
[0020] In den Wasch- und Reinigungsmitteln können neben den erfindungsgemäßen Bleichkatalysatoren
noch andere geeignete Bleichaktivatoren, wie beispielsweise TAED, Tetraacetylglykoluril,
Glucosepentaacetat, Natriumnonanoyloxybenzolsulfonat, Benzoylcaprolactam oder nitrilische
Aktivatoren enthalten sein. Diese zusätzlichen Bleichaktivatoren können in einer Menge
von 1 bis 10 Gew.-% vorhanden sein.
[0021] Die oberflächenaktive Substanz kann von Naturprodukten abgeleitet sein, wie etwa
Seife, oder kann eine synthetische Verbindung aus der Gruppe der anionischen, nichtionischen,
amphoteren, zwitterionischen oder kationischen oberflächenaktiven Substanzen sein,
oder Mischungen aus diesen. Viele geeignete Substanzen sind kommerziell erhältlich,
und sind in der Literatur beschrieben, beispielsweise in "Surface active agents and
detergents", Vol. 1 und 2, von Schwartz, Perry und Berch. Der Gesamtanteil der oberflächenaktiven
Verbindungen kann bis zu 50 Gew.-% betragen, vorzugsweise 1 Gew.-% bis 40 Gew.-%,
insbesondere 4 Gew.-% bis 25 Gew.-%.
[0022] Synthetische anionische oberflächenaktive Substanzen sind üblicherweise wasserlösliche
Alkalimetallsalze organischer Sulfate und Sulfonate mit Alkylresten von etwa 8 bis
22 Kohlenstoffatomen, wobei der Ausdruck "Alkyl" die Alkylsubstituenten höherer Arylreste
einschließt.
[0023] Beispiele geeigneter anionischer Detergentien sind Natrium- und Ammoniumalkylsulfate,
speziell die durch Sulfatierung höherer (C
8 bis C
18) Alkohole erhaltenen Sulfate; Natrium- und Ammoniumalkylbenzolsulfonate mit einem
Alkylrest von C
9 bis C
20, insbesondere lineare sekundäre Natriumalkylbenzolsulfonate mit einem Alkylrest von
C
10 bis C
15; Natriumalkylglycerinethersulfate, besonders die Ester der höheren, von Talg- und
Kokosnußöl abgeleiteten Alkohole; die Natriumsulfate und -sulfonate der Kokosfettsäuremonoglyceride;
Natrium- und Ammoniumsalze der Schwefelsäureester höherer (C
9 bis C
18) oxalkylierter, insbesondere der mit Ethylenoxid oxalkylierten Fettalkohole; die
Reaktionsprodukte der Veresterung von Fettsäuren mit Isethionsäure und nachfolgender
Neutralisierung mit Natriumhydroxid; Natrium- und Ammoniumsalze der Fettsäureamide
des Methyltaurins; Alkan-Monosulfonate wie diejenigen aus der Reaktion von α-Olefinen
(C
8-C
20) mit Natriumbisulfit und diejenigen aus der Reaktion von Paraffinen mit SO
2 und Cl
2 mit anschließender basischer Hydrolyse, wobei ein Gemisch verschiedener Sulfonate
entsteht; Natrium- und Ammoniumdialkylsulfosuccinate mit Alkylresten von C
7 bis C
12; und Olefinsulfonate, die bei der Reaktion von Olefinen, insbesondere C
10- bis C
20-α-Olefinen, mit SO
3 und nachfolgender Hydrolyse der Reaktionsprodukte entstehen. Die bevorzugten anionischen
Detergentien sind Natriumalkylbenzolsulfonate mit Alkylresten von C
15 bis C
18, und Natriumalkylethersulfate mit Alkylresten von C
16 bis C
18.
[0024] Beispiele für geeignete nichtionische oberflächenaktive Verbindungen, die bevorzugt
zusammen mit anionischen oberflächenaktiven Verbindungen benutzt werden, sind insbesondere
die Reaktionsprodukte von Alkylenoxiden (gewöhnlich Ethylenoxid) mit Alkylphenolen
(Alkylreste von C
5 bis C
22), wobei die Reaktionsprodukte im allgemeinen 5 bis 25 Ethylenoxid(EO)-Einheiten im
Molekül enthalten; die Reaktionsprodukte aliphatischer (C
8 bis C
18) primärer oder sekundärer, linearer oder verzweigter Alkohole mit Ethylenoxid, mit
im allgemeinen 6 bis 30 EO, und die Additionsprodukte von Ethylenoxid an Reaktionsprodukte
aus Propylenoxid und Ethylendiamin. Andere nichtionische oberflächenaktive Verbindungen
sind Alkylpolyglycoside, langkettige tertiäre Aminoxide, langkettige tertiäre Phosphinoxide
und Dialkylsulfoxide.
[0025] Amphotere oder zwitterionische oberflächenaktive Verbindungen können ebenfalls in
den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwendet werden, was aber wegen deren hohen
Kosten meistens nicht bevorzugt ist. Wenn amphotere oder zwitterionische Verbindungen
verwendet werden, so geschieht das in der Regel in kleinen Mengen in Zusammensetzungen,
die hauptsächlich anionische und nichtionische Tenside enthalten.
[0026] Auch Seifen können in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwendet werden, vorzugsweise
mit einem Anteil von bis zu 25 Gew.-%. Sie sind besonders geeignet in geringen Mengen
in binären (Seife/anionisches Tensid) oder in ternären Mischungen zusammen mit nichtionischen
oder gemischten synthetischen anionischen und nichtionischen Tensiden. Die verwendeten
Seifen sind bevorzugt die Natriumsalze, und weniger bevorzugt die Kaliumsalze gesättigter
oder ungesättigter C
10- bis C
24-Fettsäuren, oder deren Mischungen. Die Anteile solcher Seifen können von 0,5 Gew.-%
bis 25 Gew.-% betragen, geringere Mengen von 0,5 Gew.-% bis 5 Gew.-% sind im allgemeinen
ausreichend zur Schaumkontrolle. Seifenanteile zwischen etwa 2 % und etwa 20 %, besonders
zwischen etwa 5 % und etwa 10 %, haben einen positiven Effekt. Dieses ist besonders
der Fall in hartem Wasser, wo die Seife als zusätzliche Buildersubstanz dient.
[0027] Die Wasch- und Reinigungsmittel enthalten im allgemeinen auch einen Builder. Als
Builder kommen in Betracht: Calcium bindende Stoffe, Fällungsmittel, Calciumspezifische
Ionentauscher und deren Mischungen. Beispiele für Calcium bindende Stoffe umfassen
Alkalimetallpolyphosphate, wie Natriumtripolyphosphat; Nitrilotriessigsäure und ihre
wasserlöslichen Salze; die Alkalimetallsalze der Carboxymethyloxybernsteinsäure, Ethylendiamintetraessigsäure,
Oxydibernsteinsäure, Mellithsäure, Benzolpolycarbonsäuren, Zitronensäure; und Polyacetalcarboxylate,
wie in US-4 144 226 und US-4 146 495 offenbart.
[0028] Beispiele für Fällungsmittel sind Natriumorthophosphat, Natriumcarbonat und Seifen
aus langkettigen Fettsäuren.
[0029] Beispiele für Ionentauscher, die für Calcium spezifisch sind, sind die verschiedenen
Arten wasserunlöslicher, kristalliner oder amorpher Aluminiumsilicate, von denen die
Zeolithe die bekanntesten Vertreter sind.
[0030] Diese Buildersubstanzen können von 5 Gew.-% bis 80 Gew.-% vorhanden sein, bevorzugt
ist ein Anteil von 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%.
[0031] Neben den bereits erwähnten Inhaltsstoffen können die Wasch- und Reinigungsmittel
jeden der konventionellen Zusatzstoffe in Mengen enthalten, die man üblicherweise
in solchen Mitteln vorfindet. Beispiele dieser Zusatzstoffe umfassen Schaumbildner,
wie etwa Alkanolamide, besonders die Monoethanolamide aus Palmkernöl-Fettsäuren und
Kokosnuß-Fettsäuren; schaumverhindernde Substanzen, wie etwa Alkylphosphate und -silicone;
Vergrauungsinhibitoren und ähnliche Hilfsmittel, wie etwa Natriumcarboxymethylcellulose
und Alkyl- oder substituierte Alkylcelluloseether; Stabilisatoren, wie Ethylendiamintetraessigsäure;
Weichmacher für Textilien; anorganische Salze, wie Natriumsulfat; und, in üblicherweise
kleinen Mengen, fluoreszierende Stoffe, Parfüme, Enzyme wie Proteasen, Cellulasen,
Lipasen und Amylasen, Desinfektionsmittel und Farbstoffe. Die Bleichkatalysatoren
dieser Erfindung können in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt werden. Diese umfassen
Textilwaschmittel, Textilbleichmittel, Oberflächenreiniger, Toilettenreiniger, Geschirrspülmaschinenreiniger,
und auch Gebißreiniger. Die Waschmittel können in fester Form oder flüssiger Form
vorliegen.
[0032] Es ist aus Gründen der Stabilität und Handhabbarkeit vorteilhaft, die Bleichkatalysatoren
in Form von Granulaten zu verwenden, die neben dem Bleichkatalysator ein Bindemittel
enthalten. Verschiedene Methoden, solche Granulate herzustellen, sind in der Patentliteratur
beschrieben, so beispielsweise in CA-1 102 966, GB-1 561 333, US-4 087 369, EP-A-0
240 057, EP-A-0 241 962, EP-A-0 101 634 und EP-A-0 062 523. Jede dieser Methoden ist
für die erfindungsgemäßen Bleichkatalysatoren anwendbar.
[0033] Die die Bleichkatalysatoren enthaltenden Granulate werden im allgemeinen der Waschmittelzusammensetzung
zusammen mit den anderen, trockenen Bestandteilen wie etwa Enzymen und anorganischen
Peroxidbleichmitteln zugesetzt. Die Waschmittelzusammensetzung, zu der die Katalysatorgranulate
zugegeben werden, kann auf verschiedenen Wegen erhalten werden, wie etwa Trockenmischen,
Extrudieren oder Sprühtrocknung.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform sind die erfindungsgemäßen Bleichkatalysatoren
besonders geeignet für nicht wäßrige flüssige Waschmittel, zusammen mit einer bleichenden
Peroxidverbindung, etwa Natriumperborat, um dem Waschmittel ein großes Reinigungsvermögen
für Gewebe und Textilien zu verleihen. Derartige nicht wäßrige, flüssige Waschmittel,
die pastöse und gelatinöse Detergentienzusammensetzungen mit einschließen, sind im
Stand der Technik bekannt, und sind beispielsweise in US-2 864 770, US-2 940 938,
US-4 772 412, US-3 368 977, GB-A-1205 711 GB-A-1 370 377, GB-A-1 270 040, GB-A-1 292
352, GB-A-2 194 536, DE-A-2 233 771, und EP-A-0 028 849 beschrieben.
[0035] Es handelt sich dabei um Zusammensetzungen in Form eines nicht wäßrigen, flüssigen
Mediums, in dem eine feste Phase dispergiert sein kann. Das nicht wäßrige, flüssige
Medium kann eine flüssige, oberflächenaktive Substanz sein vorzugsweise eine nichtionische
oberflächenaktive Substanz; ein nicht polares flüssiges Medium wie etwa flüssiges
Paraffin; ein polares Lösungsmittel, wie etwa Polyole, zum Beispiel Glycerin, Sorbitol,
Ethylenglycol, eventuell in Verbindung mit niedermolekularen einwertigen Alkoholen
wie Ethanol oder Isopropanol; oder Mischungen daraus.
[0036] Die feste Phase kann aus Buildersubstanzen, Alkalien, abrasiven Stoffen, Polymeren,
anderen festen ionischen oberflächenaktiven Stoffen, Bleichmitteln, fluoreszierenden
Stoffen und anderen üblichen festen Inhaltsstoffen bestehen.
[0037] Die folgenden Beispiele sollen einen Überblick über die Ausführungsformen der Erfindung
geben.
Beispiel 1: Synthese von 3-Diethylamino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid
[0038] 10,0 g Pseudosaccharinchlorid werden in 150 ml Toluol vorgelegt. Bei Raumtemperatur
werden 3,7 g Diethylamin, verdünnt mit 25 ml Toluol, innerhalb von 30 Minuten zugetropft.
Nach weiteren 30 Minuten werden 50 ml Pyridin in 25 ml Toluol zugegeben und 2,5 Stunden
bei Raumtemperatur nachgerührt. Anschließend wird das Lösungsmittel im Vakuum entfernt
und der Rückstand mit 350 ml Wasser aufgerührt. Man filtriert den farblosen Niederschlag
ab und erhält 10,1 g (84 %) 3-Diethylamino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid.
Beispiel 2: Synthese von 3-(N-Morpholino)-Benzoisothiazol-1,1-dioxid
[0039] 10,0 g Pseudosaccharinchlorid werden in 150 ml Toluol vorgelegt. Bei Raumtemperatur
werden 4,4 g Morpholin, verdünnt mit 25 ml Toluol, innerhalb von 30 Minuten zugetropft.
Da die Reaktion exotherm ist, wird mit einem Eisbad gekühlt. Nach weiteren 30 Minuten
werden 50 ml Pyridin in 25 ml Toluol zugegeben und 2,5 Stunden bei Raumtemperatur
nachgerührt. Anschließend wird das Lösungsmittel im Vakuum entfernt und der Rückstand
mit 350 ml Wasser aufgerührt. Man filtriert den farblosen Niederschlag ab und erhält
10,8 g (86 %) 3-Diethylamino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid.
Beispiel 3: Synthese von 3-Triethylamimonium-Benzoisothiazol-1,1-dioxidchlorid
[0040] 10,0 g Pseudosaccharinchlorid werden in 40 ml Aceton gelöst und mit 5,1 g Triethylamin
(verdünnt mit 5 ml Aceton) versetzt. Durch Eiskühlung wird die Reaktionstemperatur
auf Raumtemperatur gehalten. Nach 10 Stunden Rühren wird der entstandene Niederschlag
isoliert. Man erhält 5,3 g (35 %) 3-Triethylamimonium-Benzoisothiazol-1,1-dioxidchlorid.
Beispiel 4:
[0041] Durch Zusammengeben von 200 ml einer wäßrigen Lösung von 5 g/l Referenzwaschmittel
(WMP), erhalten von WFK-Testgewebe GmbH, Krefeld, 150 mg Natriumperborat-Monohydrat
(PB*1), 41 mg TAED und 6·10
-4 mol eines Katalysators wurde eine Bleichmittelzusammensetzung erhalten. Vier mit
schwarzem Tee verschmutzte Gewebestücke (BC-1-Tee auf Baumwolle, 1,25 g, WFK) wurden
für ein dreißigminütiges, isothermes Waschexperiment in einem Linitest-Gerät zugegeben.
Die Gewebestücke wurden nach der vorgegebenen Waschzeit mit Wasser gespült, getrocknet,
gebügelt. Anschließend wurde die Bleichwirkung mittels eines Weißgrad-Meßgerätes ELREPHO
2000 (Datacolor) festgestellt, indem die Unterschiede der Remissionen vor und nach
dem Blechen ermittelt wurden.
[0042] Die Untersuchungen wurden mit verschiedenartigen Anschmutzungen (z. B. Tee, Paprika)
und bei verschiedenen Temperaturen (20 °C, 40 °C) wiederholt.
[0043] Es wurden Bleichmittelzusammensetzungen mit den Bleichkatalysatoren 1 bis 4 hergestellt.
Ihre Wirksamkeit wurde ermittelt, indem die Remissionen des Gewebes vor und nach dem
Bleichvorgang gemessen und mit den Remissionsdifferenzen bei dem Gebrauch des Referenzwaschmittels
verglichen wurde. Die entsprechenden ΔΔ R-Werte sind in Tabelle 1 angegeben.

[0044] Die Verbindungen 1 bis 4 sind

[0045] Die Herstellung der Verbindung 1 ist in Beispiel 2 beschrieben, die Herstellung der
Verbindungen 2 und 3 erfolgte analog zu den Beispielen 1 und 3
Tabelle 1
| Katalysator Nr. |
ΔΔR (SULF-WMP) an Tee |
ΔΔR (SULF-WMP) an Rotwein |
| 1 |
8,9 |
14,0 |
| 2 |
7,6 |
11,8 |
| 3 |
8,0 |
13,5 |
[0046] Weitere nützliche Eigenschaften der Sulphonylimin-Derivate sind geringe Farbschädigung
und geringe Faserschädigung.
1. Verwendung von Verbindungen der Formel

als Bleichkatalysatoren, worin R eine der Gruppen
R1 C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R2 Wasserstoff, C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R3 Wasserstoff, C1- bis C4-Alkyl, C2-C4-Alkenyl, Phenyl oder Benzyl bedeutet,
oder
R1 oder R2 zusammen einen 5- bis 7-gliedrigen Heterocyclus bilden, der außer dem Stickstoffatom
noch ein Sauerstoffatom im Ring enthält,
A einen Rest der Formeln (A) bis (D)

n die Zahlen 0, 1 oder 2,
R4 Wasserstoff, C1- bis C24-Alkyl, C2-C24-Alkenyl, Aryl, Alkylaryl oder C1-C4-Alkoxy-C1-C4-Alkyl,
R5 Wasserstoff, Chlor, Brom oder eine Gruppe der Formel -SO3M, -CO2M, -CO3M oder -OSO3M,
M Wasserstoff, ein Alkali - oder Ammonium-Ion oder das Äquivalent eines Erdalkali-Ions
bedeuten.
2. Verwendung von Verbindungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß A einen Rest
nach Formel C) mit R4, R5 = Wasserstoff bedeutet.
3. Verwendung von Verbindungen nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
R1 C1- bis C4-Alkyl, C2- bis C4- Alkenyl oder Phenyl bedeutet.
4. Verwendung von Verbindungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß R2 Wasserstoff oder C1- bis C4-Alkenyl bedeutet.
5. Verwendung von Verbindungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß R1 und R2 zusammen einen Morpholinring bilden, und daß R3 eine Methylgruppe bedeutet.
6. Verwendung von Verbindungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß es sich um 3-Ethoxy-Benzoisothiazol-1,1-dioxid, 3-Dimethylamino-ethoxy-Benzoisothiazol-1,1-dioxid,
3-(N-Morpholino)-Benzoisothiazol-1,1-dioxid oder 3-Dimethylamino-Benzoisothiazol-1,1-dioxid
handelt.
7. Wasch- und Reinigungsmittel, enthaltend
a) 2 bis 40 Gew.-% einer Peroxyverbindung, und
b) 1 bis 10 Gew.-% eines Bleichaktivators, und
c) 0,05 bis 10 Gew.-% eines Bleichkatalysators nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6.
8. Wasch- und Reinigungsmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Peroxyverbindung
in einer Menge von 4 bis 30 % vorhanden ist.
9. Wasch- und Reinigungsmittel nach Anspruch 7 und/oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Peroxyverbindung in einer Menge von 10 bis 25 Gew.-% vorhanden ist.
10. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bleichkatalysator in einer Menge von 0,2 bis 5 Gew.-% vorhanden
ist.
11. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Peroxyverbindung ein anorganisches Material ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Perborat, Percarbonat, Perphosphat, Persilikat und Monopersulfat
ist.
12. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Peroxyverbindung ein organisches Material ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Harnstoffperoxid, Cumolhydroperoxid und t-Butylhydroperoxid ist.
13. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bleichaktivator aus der Gruppe bestehend aus TAED, Tetraacetylglykoluril,
Glucosepentaacetat, Xylosetetraacetat, Natriumnonanoyloxybenzolsulfonat, Benzoylcaprolactam
oder nitrilischen Aktivatoren ausgewählt ist.
14. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß sie 1 bis 80% eines Detergens-Gerüststoffes enthalten.
15. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß sie eine zur Reinigung wirksame Menge eines Enzyms ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Proteasen, Cellulasen, Lipasen, Amylasen und Mischungen
davon enthalten.
16. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß sie oberflächenaktive Substanzen in einer Menge von bis zu 50
Gew.-% enthalten.
17. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß sie Seifen in einer Menge von bis zu 25 Gew.-% enthalten.
18. Wasch- und Reinigungsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß sie Builder in einer Menge von 5 bis 80 Gew.-% enthalten.