[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Breithalten von fortlaufend transportierten
nassen Warenbahnen, insbesondere von empfindlichen textilen Warenbahnen in einer Naßbehandlungsmaschine,
entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Breithalteeinrichtungen der vorausgesetzten Art sind aus der Praxis in verschiedenen
Ausführungsformen bekannt. Sie werden vorzugsweise nach einem Naßbehandlungs- bzw.
einem Verweilabteil und dabei insbesondere in Naßbehandlungsmaschinen angeordnet,
und zwar dort wo mit einem Verschwimmen oder Verrutschen eines Waren- bzw. Warenbahnstapels
zu rechnen ist.
[0003] Bei den zur behandelnden Warenbahnen kann es sich generell um alle üblicherweise
naßzubehandelnden textilen Warenbahnen handeln, wobei insbesondere auch empfindliche
textile Warenbahnen bearbeitet werden sollen, und zwar vor allem auch Warenbahnen
aus modernen bzw. neuartigen Artikeln und Fasern (Web- und Wirkwaren), die durch empfindliche
Oberflächen zu Scheuerstellen und Aufrauhungen neigen.
[0004] So sind aus der Praxis beispielsweise Breithalteeinrichtungen bekannt, die eine Breitstreckwalze
mit entgegengesetzt gerichteten (gegenläufigen) Ausbreit-Gewindeabschnitten, eine
elektronische Mittenmessung und eine Anzahl von elastischen Andrückorganen (Andrückbürsten
oder -töpfe) enthalten. Diese Andrückorgane sind der Breitstreckwalze so zugeordnet,
daß sie unabhängig voneinander gegen die Walzenabschnitte bzw. die dazwischenlaufende
Warenbahn gedrückt werden können, um die Breitstreckwirkung des jeweiligen Walzenabschnittes
zu unterstützen und somit auch eine Mittenführung zu erreichen.
[0005] Bei einer anderen, ebenfalls aus der Praxis bekannten Ausführung sind in der Regel
zwei gegenläufige Breitstreckwalzen vorgesehen, die - beispielsweise durch entsprechende
Schwenkeinrichtungen - hinsichtlich ihrer Warenbahn-Umschlingung verstellbar sind
und die mit zwei nicht angetriebenen Umlenkwalzen zusammenarbeiten, die in ihrer Zustellung
und Schrägstellung gegenüber den Breitstreckwalzen veränderbar sind. Durch die Schrägstellung
dieser Umlenkwalzen wird erreicht, daß die Warenbahn nach rechts oder nach links läuft,
da Angriffspunkt und Abgabepunkt je nach Schrägstellung mehr oder weniger voneinander
abweichen, ähnlich einem Gewinde mit verschiedener Steigung über die gesamte Warenbreite.
[0006] Bei all diesen bekannten Ausführungen von Breithalte und Mittenführungseinrichtungen
hat es sich als Nachteil herausgestellt, daß sich durch das mechanische Einwirken
auf die entsprechenden Warenbahnseiten unerwünscht hohe Spannungen in der Ware bzw.
Warenbahn sowie mehr oder weniger starke und sichtbare Markierungen (Aufrauhungen
bzw. Scheuerstellen durch Friktion) an den Warenbahn-Oberseiten ergeben können, was
sich bei hochempfindlichen Warenbahnartikeln besonders nachteilig auswirkt. Hinzu
kommen vielfach noch ein relativ aufwendiger Einbau in eine Nachbehandlungsmaschine.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Breithalteeinrichtung der im
Oberbegriff des Anspruches 1 vorausgesetzten Art zu schaffen, die sich - im Vergleich
zu den bekannten Ausführungen - durch eine äußerst schonende, spannungsarme und zuverlässige
Ausbreitwirkung von nassen Warenbahnen, insbesondere auch von empfindlichen textilen
Warenbahnen auszeichnet.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0009] Vorteilhaft Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Bei dieser erfindungsgemäßen Ausführung ist der Ausbreitwalze in bezug auf die Warenbahn-Transportrichtung
wenigstens eine sich ebenfalls über die maximale Behandlungsbreite der Einrichtung
erstreckende Ausbreitdüse vorgeordnet, die mit einem unter Druck stehenden Medium
beaufschlagbar und mit einer Vielzahl von über die Warenbahnbreite verteilten Düsenaustrittsöffnungen
versehen ist, die - ausgehend von der vertikalen Längsmittelebene der Einrichtung
- etwa je zur Hälfte im wesentlichen gegen eine der beiden Warenbahnkanten ausgerichtet
sind. Diese Breithalteeinrichtung enthält somit eine sinnvolle Kombination von Ausbreitwalze
und Ausbreitdüse. Da mit Hilfe des unter Druck stehenden und aus den Düsenaustrittsöffnungen
austretenden Mediums bereits eine sehr gute - und ggf. auch steuerbare - Ausbreitwirkung
der Warenbahn erzielt werden kann, braucht mit Hilfe der in Warenbahntransportrichtung
nachfolgenden Ausbreitwalze gewissermaßen nur noch ein Nacharbeiten bzw. restliches
Ausstreifen und Aufrechterhalten des ausgebreiteten Zustandes vorgenommen zu werden.
Da zuvor durch die Ausbreitdüse bzw. Ausbreitdüsen das unter Druck stehende Medium
gegen die entsprechende Warenbahnseite (Oberfläche) gesprüht worden ist, kann - bei
entsprechender Zusammenordnung von Ausbreitdüse und Ausbreitwalze sowie bei entsprechendem
Medium - durch die Warenbahn noch ein so großer Anteil an Restmedium über die Ausbreitwalze
mitgeführt werden, daß dieser Anteil an Medium eine Art Mediumbett bzw. - zwischenschicht
bildet, wodurch der mechanische Eingriff seitens der Ausbreitwalze deutlich schonender
als bei bekannten Breitstreckwalzen geschehen kann. Aufgrund dieser gewissermaßen
weichen und schonenden Ausbreitarbeit eignet sich die erfindungsgemäße Einrichtung
auch besonders gut für das Ausbreiten und Breithalten von relativ empfindlichen textilen
Waren bzw. Warenbahnen, wobei trotzdem ein äußerst zuverlässiges Ausbreiten und Breithalten
der Warenbahn gewährleistet werden kann.
[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind zwei im wesentlichen
gleichartig ausgeführte Ausbreitdüsen in Warenbahn-Transportrichtung mit Abstand hintereinander
angeordnet, dabei jedoch den beiden einander gegenüberliegenden Warenbahnseiten (Oberflächen)
zugeordnet.
[0012] Obwohl bei dieser erfindungsgemäßen Breithalteeinrichtung generell jede geeignete
Art von unter Druck stehendem Medium, also gasförmiges, dampfförmiges oder flüssiges
Medium, von den Ausbreitdüsen auf die Warenbahn aufgeblasen bzw. aufgesprüht werden
kann, wird es im allgemeinen vorgezogen werden, daß jede Ausbreitdüse mit Flüssigkeit,
vorzugsweise mit Behandlungsflotte aus der zugehörigen Naßbehandlungsmaschine beaufschlagt
wird. Diese Flüssigkeit bzw. Behandlungsflotte kann dann - bei entsprechender Anordnung
der Einrichtung - in ein entsprechendes Naßbehandlungsabteil der Naßbehandlungsmaschine
abfließen, ohne daß dadurch das Behandlungsbad beeinträchtigt wird.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Ausbreitwalze
in Form einer geteilten Breitstreckwalze mit zwei im wesentlichen gleich großen, etwa
axial hintereinanderliegenden konischen Walzenabschnitten ausgeführt, die mit gesonderten
Antrieben und mit den einander entgegengesetzt gerichteten Ausbreitgewinden versehen
sind, wobei jeweils die Walzenenden mit dem kleinen Durchmesser einander benachbart
im Bereich der vertikalen Längsmittelebene der Einrichtung angeordnet sind. Dies bedeutet
somit, daß jeder Walzenabschnitt der Breitstreckwalze unabhängig voneinander angetrieben
werden kann und dabei die Umfangsgeschwindigkeit vom Bereich der vertikalen Längsmitte
der Einrichtung nach außen hin (zu den Warenbahnkanten) kontinuierlich zunimmt. Auf
diese Weise ergibt sich vom Bereich der Längsmitte der Warenbahn zu ihren beiden Kanten,
also zu ihren Außenrändern hin, eine kontinuierlich zunehmende Ausbreitwirkung.
[0014] Dabei ist es ferner vorteilhaft, wenn die Antriebe der beiden konischen Walzenabschnitte
in ihrer Abtriebsdrehzahl unabhängig voneinander und im Sinne einer Mittensteuerung
der Warenbahn regelbar sind, wobei die Mindestdrehzahl der Walzenabschnitte derart
steuerbar sein sollte, daß die Walzenumfangsgeschwindigkeit im Bereich der kleinen
Walzendurchmesser, also im Bereich der Wahrenbahn-Längsmitte, wenigstens so groß ist
wie die Transportgeschwindigkeit der Warenbahn. Auf diese Weise kann dann gleichzeitigt
noch eine zuverlässige und automatische Mittenführung der Warenbahn erreicht werden.
Zu diesem Zweck wird es ferner als vorteilhaft angesehen, wenn die Mittenführungseinrichtung
eine elektrische Mittenmessung sowie elektronische Kantenfühler enthält und mit den
Antrieben der beiden konischen Walzenabschnitte in Steuerverbindung steht.
[0015] Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung kann somit die weiter oben beschriebene sinnvolle
Kombination von Ausbreitwalze und Ausbreitdüsen zusätzlich noch mit einer automatischen
Mittensteuerung der auszubreitenden bzw. breitzuhaltenden Warenbahn kombiniert werden,
so daß stets für eine ausgezeichnete Ausbreitarbeit sowie für eine zuverlässige Mittenführung
der Warenbahn gesorgt ist.
[0016] Nachfolgend sei die Erfindung noch anhand der Zeichnung erläutert.
[0017] In dieser weitgehend schematisch gehaltenen Zeichnung zeigen
- Fig.1
- eine Teilansicht der in eine Naßbehandlungsmaschine eingebauten erfindungsgemäßen
Breithalteeinrichtung (entsprechend der linie I-I in Fig.2);
- Fig.2
- eine schematische Teil-Querschnittsansicht im Bereich der vertikalen Längsmittelebene
der Einrichtung, entsprechend der Linie II-II in Fig.1.
[0018] Bei der in den Fig.1 und 2 nur ganz schematisch veranschaulichten, erfindungsgemäß
ausgebildeten Breithalteeinrichtung 1 sei angenommen, daß sie zum Ausbreiten und Breithalten
sowie zur korrekten Mittenführung einer nur strichpunktiert angedeuteten nassen Warenbahn
2 in bezug auf die vertikale Längsmittelebene 1a der Einrichtung 1 ausgeführt ist.
Bei der Warenbahn 2 sei angenommen, daß es sich um eine gewebte oder gewirkte Ware
mit relativ empfindlicher Oberfläche handelt und sie in Richtung der Pfeile 3 durch
die Breithalteeinrichtung - durch übliche Transporteinrichtungen - transportiert wird.
Dabei sei ferner angenommen, daß diese erfindungsgemäße Breithalteeinrichtung 1 in
eine entsprechende Naßbehandlungsmaschine 4, und zwar im Bereich über einem darin
ausgebildeten Naß- bzw. Verweilabteil 5 mit unterem Flottenbad bzw. Flottensammelraum
6 eingebaut ist. Die Naßbehandlungsmaschine 4 kann beispielsweise zum Waschen und/oder
Färben und dabei etwa in Form einer an sich bekannten Naßbehandlungskufe ausgebildet
sein.
[0019] Bei dem veranschaulichten Ausführungsbeispiel enthält die Breithalteeinrichtung 1
eine sich über die maximale Behandlungsbreite der Einrichtung 1 erstreckende Ausbreitwalze
7 und zwei im wesentlichen gleichartig ausgeführte Ausbreitdüsen 8, 9, die in bezug
auf die Warenbahntransportrichtung (Pfeile 3) mit Abstand hintereinander angeordnet,
jedoch den beiden einander gegenüberliegenden Warenbahnseiten (Oberflächen) zugeordnet
und dabei vor der Ausbreitwalze 7 angebracht sind; außerdem gehört zur Breithalteeinrichtung
1 noch eine Mittenführungseinrichtung 10 für die Warenbahn 2 in bezug auf die vertikale
Längsmittelebene 1a.
[0020] Die Ausbreitwalze 7 ist in Form einer geteilten Breitstreckwalze mit zwei im wesentlichen
gleich großen, etwa axial hintereinanderliegenden konischen Walzenabschnitten 7a und
7b (Fig.1) ausgeführt, die mit je einem gesonderten Antrieb 11 bzw. 12 versehen sind
und - wie nur schematisch angedeutet - auf ihrer Außenumfangsseite vom Bereich der
vertikalen Längsmittelebene 1a nach beiden Seiten (nach beiden Walzenenden) verlaufende,
entgegengesetzt gerichtete Ausbreitgewinde 7a' bzw. 7b' aufweisen. Wie in Fig.1 zu
erkennen ist, sind dementsprechend die Walzenenden mit dem kleineren Durchmesser jeweils
einander benachbart im Bereich der vertikalen Längsmittelebene 1a der Einrichtung
1 angeordnet, während die Walzenenden mit dem größeren Durchmesser sich jeweils im
Bereich der Außenseiten der Breithalteeinrichtung 1 befinden; die beiden konischen
Walzenabschnitte 7a und 7b sind dabei ferner so zueinander ausgerichtet, daß sie zumindest
im mittleren Umschlingungsbereich für die Warenbahn 2 eine etwa durchgehende horizontale
bzw. gerade Linie bilden, entsprechend der Darstellung in Fig.1.
[0021] Die Antriebe 11, 12 der beiden konischen Walzenabschnitte 7a, 7b sind zweckmäßig
in ihrer Abtriebsdrehzahl unabhängig voneinander und im Sinne einer Mittensteuerung
der Warenbahn 2 regelbar, wobei - worauf später nochmals eingegangen wird - die Mindestdrehzahl
dieser beiden Walzenabschnitte 7a und 7b derart steuerbar sein sollte, daß die Walzenumfangsgeschwindigkeit
im Bereich der kleinen Walzendurchmesser, also im Bereich der vertikalen Längsmittelebene
1a bzw. im Längsmittenbereich der Warenbahn 2 wenigstens so groß ist, wie die Transportgeschwindigkeit
der Warenbahn 2.
[0022] Jede Ausbreitdüse 8, 9 erstreckt sich - gleichartig wie die Ausbreitwalze 7 (vgl.
Fig.1) - über die maximale Behandlungsbreite der Einrichtung 1. Jede Ausbreitdüse
8, 9 ist mit einem unter Druck stehenden Medium beaufschlagbar, bei dem es sich im
vorliegenden Beispiel um Flotte bzw. Behandlungsflotte handeln kann, wie sie auch
in der Naßbehandlungsmaschine 4 verwendet wird.
[0023] Die beiden Ausbreitdüsen 8, 9 sind jeweils mit einer Vielzahl von über die Warenbahnbreite
verteilten Düsenaustrittsöffnungen 8a, 8b bzw. 9a, 9b versehen, die - ausgehend von
der vertikalen Längsmittelebene 1a der Einrichtung 1, also etwa entsprechend der Darstellung
in Fig.1 - etwa je zur Hälfte im wesentlichen gegen die beiden Warenbahnkanten (Seitenränder)
2a bzw. 2b ausgerichtet sind. Betrachtet man dabei beispielsweise die Ausbreitdüse
8 in Fig.1, dann kann man erkennen, daß - die Düsenaustrittsöffnungen 8a der linken
Hälfte schräg nach außen gegen die linke Warenbahnkante 2a und die Düsenaustrittsöffnungen
8b der rechten Hälfte schräg nach außen gegen die rechte Warenbahnkante 2b ausgerichtet
sind; in etwa gleichartiger Weise sind auch die Düsenaustrittsöffnungen 9a, 9b je
zur Hälfte schräg nach außen gegen die entsprechende Warenbahnkante 2a bzw. 2b ausgerichtet.
Auf diese Weise kann die aus diesen Düsenaustrittsöffnungen unter Druck austretende
Flüssigkeit bzw. Flotte (entsprechend den Pfeilen 13) ausbreitend auf die Warenbahn
2 bzw. auf die entsprechende Warenbahnseite einwirken.
[0024] Die Flüssigkeit bzw. Flotte wird den beiden Ausbreitdüsen 8, 9 durch wenigstens je
eine Flüssigkeitszuleitung 14 bzw. 15 von einem entsprechenden Flüssigkeitsreservoir
zugeführt, bei dem es sich beispielsweise um einen Flottenbehälter bzw. auch den Flottensammelraum
6 handeln kann. In der Flüssigkeitszuleitung 14, 15 zu jeder Ausbreitdüse 8, 9 sind
geeignete Mittel zur Steuerung des Flüssigkeitsdruckes und/oder der Flüssigkeitsmenge
angeordnet. Diese Steuerungsmittel können - wie in den Fig.1 und 2 schematisch angedeutet
- beispielsweise durch eine geeignete Flüssigkeitspumpe 16 bzw. 17, aber auch durch
geeignete Steuerventile oder durch eine Kombination von Pumpen und Ventilen gebildet
sein. In jedem Falle stehen diese Steuerungsmittel bzw. Flüssigkeitspumpen 16, 17
mit der Mittenführungseinrichtung 10 für die Warenbahn 2 in sinnvoller Weise in Steuerverbindung,
worauf noch näher eingegangen wird.
[0025] Die Mittenführungseinrichtung 10 enthält eine übliche und daher im einzelnen nicht
veranschaulichte elektrische Mittenmessung bezüglich der Warenbahn 2 gegenüber der
vertikalen Längsmittelebene 1a, und sie enthält ferner eine geeignete Kantenabtastvorrichtung,
bei der es sich im vorliegenden Beispiel um eine elektronische Kantenabtastvorrichtung
18 mit - nur ganz vereinfacht angedeuteten - elektronischen Kantenfühlern 19, 20 zum
Tasten der beiden Warenbahnkanten 2a, 2b der vollkommen ausgebreiteten Warenbahn 2
im Bereich unmittelbar nach der Ausbreitwalze 7 handelt. Auch die Antriebe 11, 12
der beiden konischen Walzenabschnitte 7a, 7b stehen mit dieser Mittenführungseinrichtung
10 in Steuerverbindung.
[0026] Um die genannten Steuerverbindungen mit der Mittenführungseinrichtung 10 herstellen
zu können, ist der erfindungsgemäßen Breithalteeinrichtung 1 eine Steuereinrichtung
21 zugeordnet, die in jeder geeigneten und an sich bekannten Ausführung gestaltet
sein kann und daher in Fig.1 nur als Block angedeutet ist. Mit dieser Steuereinrichtung
21 sind alle in Abhängigkeit voneinander zu steuernden Teile der Breithalteeinrichtung
1 durch entsprechende Steuerleitungen miteinander verbunden, wie es in Fig.1 mit Hilfe
von gestrichelten Linien angedeutet ist.
[0027] Wenn somit durch die Mittenführungseinrichtung 10 - über deren elektrische Mittenmessung
und/oder über deren Kantenfühler 19, 20 - festgestellt wird, daß die in Richtung der
Pfeile 10 transportierte Warenbahn 2 nicht vollkommen ausgebreitet ist bzw. nicht
genau mittig läuft in bezug auf die vertikale Längsmittelachse 1a der Breithalteeinrichtung
1, dann bestehen mehrere Möglichkeiten über die Steuereinrichtung 21 korrigierend
einzuwirken:
[0028] So kann im Bereich der beiden Ausbreitdüsen 8, 9 in der Weise eingegriffen werden,
daß die Intensität, mit der die Flüssigkeit bzw. Flotte mit Hilfe der Pumpen 16 und/oder
17 gegen die entsprechenden Seiten der Warenbahn 2 gesprüht werden, geregelt werden,
um die Ausbreitwirkung dem Zustand bzw. der Warenqualität der entsprechenden Warenbahn
in geeigneter Weise anzupassen.
[0029] Weitere Eingriffsmöglichkeiten bietet die geteilte Breitstreck- bzw. Ausbreitwalze
7, da ihre konischen Walzenabschnitte 7a und 7b unabhängig voneinander angetrieben
und geregelt werden können und da die Umfangsgeschwindigkeit jedes Walzenabschnittes
7a bzw. 7b - in bezug auf die Warenbahn 2 - vom Bereich der Längsmitte nach außen
kontinuierlich zunimmt, wobei also selbst beim Gleichlauf der Warenbahn 2 mit den
kleinsten Durchmesserenden (im mittleren Bereich) eine zusätzliche Ausbreitwirkung
nach beiden Seitenrändern, also in Richtung der Warenbahnkanten 2a bzw. 2b, erzielt
wird. Wenn dann beispielsweise die Warenbahn 2 - in bezug auf die Darstellung in Fig.1
- etwas mehr nach links läuft, dann wird der rechte konische Walzenabschnitt 7b etwas
schneller angetrieben und umgekehrt. Dieses Schnellerlaufen des jeweiligen Walzenabschnittes
bewirkt ein kontinuierliches Abwandern der Warenbahn in Richtung des schnelleren Walzenabschnittes.
Läuft die Warenbahn 2 dagegen mittig zur vertikalen Längsmittelebene 1a der Breithalteeinrichtung
1 und somit auch zur Naßbehandlungsmaschine 4, dann werden beide konischen Walzenabschnitte
7a und 7b mit der gleichen Drehzahl angetrieben, wobei dann deren inneren Enden mit
dem kleineren Durchmesser synchron mit der Warenbahn 2 laufen. In jedem Falle ist
es jedoch wichtig, daß die beiden konischen Walzenabschnitte 7a und 7b an ihren inneren
Enden (mit den kleinen Durchmessern) mit einer Umfangsgeschwindigkeit laufen, die
nicht langsamer ist als die Transportgeschwindigkeit der Warenbahn 2, da andernfalls
ein Zusammenlaufen der Warenbahn 2 mit entsprechender Faltenbildung entstehen könnte.
[0030] Abschließend kann nochmals darauf hingewiesen werden, daß durch die intensive Flüssigkeits-
bzw. Flottenbeaufschlagung der Warenbahn 2 aus den der Ausbreitwalze 7 vorgeschalteten
Ausbreitdüsen 8, 9 Scheuerstellen an den Oberflächen, insbesondere an empfindlichen
Oberflächen, der Warenbahn 2 verhindert werden, die ansonsten durch die Reibung der
- in der Umfangsgeschwindigkeit - voraneilenden Walzenabschnitte 7a bzw. 7b entstehen
könnten. Es kann dabei auf relativ kurzer Strecke eine ausgezeichnete Ausbreitwirkung
und Mittenführung der Warenbahn 2 gewährleistet werden, was mit sehr geringer Warenspannung
sowie mit geringem mechanischen Eingriff zuverlässig und schonend erreicht wird.
1. Einrichtung zum Breithalten von fortlaufend transportierten nassen Warenbahnen, insbesondere
von empfindlichen textilen Warenbahnen (2) in einer Naßbehandlungsmaschine (4), enthaltend
wenigstens eine sich über die maximale Behandlungsbreite der Einrichtung (1) erstreckende
Ausbreitwalze (7), die auf ihrer Außenumfangsseite vom Bereich der vertikalen Längsmittelebene
(1a) der Einrichtung nach beiden Seiten verlaufende, entgegengesetzt gerichtete Ausbreitgewinde
(7a', 7b') aufweist, sowie eine Mittenführungseinrichtung (10) für die Warenbahn (2),
mit Kantenfühlern (19, 20) zur Ermittlung der Warenbahnlage, wobei diese Mittenführungseinrichtung
mit der Ausbreitwalze in Steuerverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausbreitwalze (7) in bezug auf die Warenbahn-Transportrichtung (3) wenigstens
eine sich ebenfalls über die maximale Behandlungsbreite der Einrichtung (1) erstreckende
Ausbreitdüse (8, 9) vorgeordnet ist, die mit einem unter Druck stehenden Medium beaufschlagbar
und die mit einer Vielzahl von über die Warenbahnbreite verteilten Düsenaustrittsöffnungen
(8a, 8b, 9a, 9b) versehen ist, die - ausgehend von der vertikalen Längsmittelebene
(1a) der Einrichtung - etwa je zur Hälfte im wesentlichen gegen die beiden Warenbahnkanten
(2a, 2b) ausgerichtet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die (jede) Ausbreitdüse (8,
9) in Form eines Düsenrohres ausgeführt ist und die Düsenaustrittsöffnungen (8a, 8b,
9a, 9b) jeweils schräg nach außen gegen die entsprechende Warenbahnkante (2a, 2b)
ausgerichtet sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei im wesentlichen gleichartig
ausgeführte Ausbreitdüsen (8, 9) in Warenbahn-Transportrichtung (3) mit Abstand hintereinander
angeordnet, jedoch den beiden einander gegenüberliegenden Warenbahnseiten zugeordnet
sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 und/oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Ausbreitdüse
(8, 9) mit Flüssigkeit, vorzugsweise mit Behandlungsflotte aus der zugehörigen Naßbehandlungsmaschine
beaufschlagbar ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in wenigstens einer Flüssigkeitszuleitung
(14, 15) zu jeder Ausbreitdüse (8, 9) Mittel (16, 17) zur Steuerung des Flüssigkeitsdruckes
und/oder der Flüssigkeitsmenge angeordnet sind und diese Steuerungsmittel mit der
Mittenführungseinrichtung (10) für die Warenbahn (2) in Steuerverbindung stehen.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbreitwalze (7) in
Form einer geteilten Breitstreckwalze mit zwei im wesentlichen gleich großen, etwa
axial hintereinanderliegenden konischen Walzenabschnitten (7a, 7b) ausgeführt ist,
die mit gesonderten Antrieben (11, 12) und mit den einander entgegengesetzt gerichteten
Ausbreitgewinden (7a', 7b') versehen sind, wobei jeweils die Walzenenden mit dem kleinen
Durchmesser einander benachbart im Bereich der vertikalen Längsmittelebene (1a) der
Einrichtung (1) angeordnet sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebe (11,
12) der konischen Walzenabschnitte (7a, 7b) in ihrer Abtriebsdrehzahl unabhängig voneinander
sowie im Sinne einer Mittensteuerung der Warenbahn (2) regelbar sind, wobei die Mindestdrehzahl
dieser Walzenabschnitte derart steuerbar ist, daß die Walzenumfangsgeschwindigkeit
im Bereich der kleinen Walzendurchmesser wenigstens so groß ist wie die Transportgeschwindigkeit
der Warenbahn.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittenführungseinrichtung
(10) eine elektrische Mittenmessung sowie elektronische Kantenfühler (19, 20) enthält
und mit den Antrieben (11, 12) der beiden konischen Walzenabschnitte (7a, 7b) in Steuerverbindung
steht.