[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einbau von
Schienen im Gleisbau sowie auf die Verwendung einer Mischpistole zu diesem Einbau.
[0002] Ein Einbauverfahren mit den Schritten a), b) und c) ist aus der EP 0 180 118 B1 bekannt.
Dort werden wieder entfernbare Verschalungen auf ein Betonbett aufgesetzt, und die
Zwischenräume zwischen Fuß und Betonbett sowie zwischen den Verschalungen und der
Schiene wird mit einer Masse ausgegossen. Die Verschalungen weisen an ihrer Innenseite
Stufen und Kanten auf, so daß nach Entfernen der Verschalungen diese Stufen und Kanten
an der Vergußmasse ausgeprägt sind. Wenn diese ummantelte Schiene in einen Straßenbaukörper
einzubeziehen ist, wird gewöhnlich eine Betonschicht hergestellt, welche diese Stufen
und Kanten umhüllt. Während des Befahrens der Schiene durch eine Straßenbahn kommt
es zu heftigen Schwingungen der umhüllten Schiene, und es hat sich gezeigt, daß an
den Stufen und Kanten wilde Risse im Beton entstehen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
bei deren Anwendung die beschriebenen Risse nicht auftreten und welche den Einbau
der Schiene in die Straße erleichtern und verbilligen.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 sowie die Vorrichtung
gemäß Anspruch 6 gelöst. Anspruch 16 befaßt sich mit der Anwendung einer angepaßten
Mischpistole.
[0005] Die Einbauvorrichtung dient einem doppelten Zweck: Während des Einbaus der Straßenbahnschiene
ist sie als Schalung für die unter den Schienenfuß einzubringende Einbaumasse (Polyurethan)
nützlich, und nach dem Einbau dient sie (unmittelbar oder mittelbar) als Trennelement
zwischen der durch die elastisch gelagerte Schiene und die Füllelemente gebildeten
Einheit und dem angrenzenden Straßenbelag. Von besonderer Bedeutung ist es, daß Polyurethan-Komponentenmischung
maschinell eingebracht werden kann, und daß mit einer Polyurethan-Mischung aus zwei
oder mehreren Komponenten gearbeitet werden kann. Entweder stellt man die Schienenkammer-Füllelemente
mit Nuten her, die von oben nach unten reichen und von der Einschalung abgedeckt werden,
um Einfüllkanäle zu bilden, oder zwischen dem oberen und unteren Abschnitt der Schalungsvorrichtung
befinden sich Einspritzlöcher. Durch diese Einspritzkanäle erfolgt das maschinelle
Einfüllen des flüssigen Polyurethans. Nach unten verbreitert sich der Schalungskanal,
was das vollständige Unterfüllen des Schienenfußes bewirkt.
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnung beschrieben. Dabei
zeigt:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Gleiskonstruktion im Bereich einer Schiene,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Schalung,
- Fig. 3
- eine Ansicht von unten,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Schalung längs eines Füllkanals und
- Fig. 5
- eine alternative Ausführungsform.
[0007] Die dargestellte Straßenbahnschiene 1 weist einen Kopf 2, einen Steg 3 und einen
Fuß 4 auf. Im Kopf 2 befindet sich eine Rille 5, und zwischen Kopf und Fuß sind Kammern
6 und 7 gebildet. Bei einem Gleis ist noch eine weitere, nicht dargestellte Schiene
vorhanden, die über eine Spurstange 8 mit der dargestellten Schiene 1 verbunden ist.
Die Spurstange 8 ist am Steg 3 verschraubt, wie bei 9 dargestellt. Die Kammer 6 ist
durch ein Kammerfüllelement 10 und die Kammer 7 durch ein Kammerfüllelement 11 ausgefüllt.
Wie ersichtlich, weisen die Kammerfüllelemente 10, 11 Aussparungen 12, 13 im Bereich
der Verschraubung 9 auf. Die Kammerfüllelemente 10, 11 weisen eine gewisse Länge,
beispielsweise von 75 cm, auf, und das Kammerfüllelement 11 hört gerade an der Spurstange
8 auf. Die Kammerfüllelemente 10, 11 sind in ihre jeweiligen Kammern 6, 7 fest eingeklebt.
Ferner kann auf der Unterseite des Fußes 4 eine Nachgiebigkeitsschicht 14 angebracht
sein, die sich über eine Ausfüll- oder Unterfütterungsschicht 15 aus Polyurethan am
Untergrund 16, meist aus Beton, abstützt. Die Nachgiebigkeitsschicht 14 besteht aus
polyurethangebundenem Kork oder einem anderen Material mit ähnlichem Nachgiebigkeitsverhalten.
Die nachgiebige Lagerung der Schiene 1 bewirkt, daß beim Befahren der Schiene 1 durch
eine Straßenbahn die Anregung von höherfrequenten Schwingungen weitgehend vermieden
wird und die auftretenden Schwingungen durch Walkarbeit in den Elementen 10, 11 und
14 sowie der eingegossenen Unterfütterungsschicht 15 gedämpft werden.
[0008] Nachfolgend wird die Herstellung der Unterfütterungsschicht 15 aus Polyurethan beschrieben.
Die Schiene 1 mit den angeklebten Elementen 10, 11 und 14 wird höhengerecht oberhalb
der Unterlage 16 verlegt, wobei der Abstand zwischen der Unterseite der Schiene und
der Betonunterlage 16 etwas schwanken kann, bedingt durch die Herstellungsungenauigkeit
der Oberfläche der Schicht 16. Anschließend werden zwei Reihen von Schalungplanken
20, 21 an die Außenseiten der Kammerfüllelemente 10, 11 angelegt und beispielsweise
mittels Klammern, welche den Schienenkopf 2 überbrücken, festgelegt. Die Schalungsplanken
20, 21 können auch mittels Nägeln oder Schrauben an den Kammerfüllelementen festgemacht
werden, und hierzu sind Befestigungslöcher 33, 34 (Fig. 2, 3) im oberen Abschnitt
22 vorgesehen. Die Schalungsplanken 20, 21 weisen jeweils einen oberen Abschnitt 22,
einen unteren Abschnitt 23 und einen Zwischenabschnitt 24 auf und bestehen aus Kunststoffmaterial
oder Aluminium von beispielsweise 3 mm Dicke oder aus Stahlblech. Der Abschnitt 23
weist einen nach innen gerichteten Fußsteg 25 auf, dessen Breite zwischen 10 und 30
mm betragen kann. Der Zwischenabschnitt 24 bildet eine unter 20° gegenüber der Vertikalen
geneigte Schrägfläche oder Flanke und ist von Öffnungen 26 und gegebenenfalls 29 durchbrochen,
die in Längsrichtung in der Schalungsplanke im Abstand von etwa 50 cm verteilt angeordnet
sind. Die Öffnungen 26 dienen zum Einfüllen von flüssigem Polyurethan, und die Öffnungen
29 zum Beobachten der kompletten Füllung bei undurchsichtigen Elementen. Auch im Fußsteg
25 sind Aussparungen 27 vorgesehen. Die Planken weisen eine Länge von 1,5 m auf (auch
andere Längen von z.B. 78 cm sind brauchbar) und können dort, wo sie an die Spurstange
8 anstoßen, mit einer passenden Aussparung 28 versehen sein, um die jeweilige Spurstange
zu umgreifen. Wichtig ist, daß die Schalungselemente 20, 21 an ihrem Stumpf- oder
Überlappungsstoß eng beieinander liegen. Der Stumpfstoß kann gegebenenfalls durch
Dichtungsband oder dergleichen abgedichtet werden.
[0009] Fig. 4 zeigt die Bildung eines Einfüllkanals ohne Öffnung 26, mit Hilfe einer seitlichen
Nut 36 im Kammerfüllelement 10 und der Schalung 20, welche die Nut 36 abdeckt. Die
Nut 36 läuft im allgemeinen senkrecht von oben nach unten, und im Bereich des Schienenfußes
4 kann die Nut 36 trichterartig verbreitert sein, um die Ausbreitung der Unterfütterungsmasse
zu begünstigen. Ein Nutabstand von 50 cm ist ausreichend.
[0010] Fig. 5 zeigt eine Variante, bei der das Kammerfüllelement 10 etwas verbreitert ist
und einen Überstand über den Schienenfuß 4 aufweist, um den geneigten Zwischenabschnitt
24 bei der Schalungsplanke 20 zu vermeiden.
[0011] Die Unterfütterungsschicht 15 wird durch Einspritzen von flüssiger Polyurethan-Komponentenmischung
über die Einfüllöffnungen 26 oder die Einfüllkanäle 36 erzeugt. Die vollständige Füllung
des Raumes unterhalb des Schienenfußes 4, 14 kann entweder an den Entlüftungsöffnungen
29 des Elements 21 beobachtet werden, oder die Planken bestehen aus durchsichtigem
Kunststoff. Man kann mit einer Dosiermaschine entlang der Schiene 1 fahren und über
eine Mischpistole 30 so lange in jede Öffnung 26 oder Kanal 36 flüssiges Polyurethan
einspritzen, bis dieses an der Öffnung 29 des Elements 21 austritt. Die Mischpistole
30 weist ein Einspritzrohr 31 auf, das z.B. einen Durchmesser von 10 mm besitzt. Die
Weite der Einfüllöffnung 26 bzw. die Tiefe des Kanals 36 richtet sich nach diesem
Durchmesser und beträgt wenigstens 12 bis 20 mm. Die Langlochform der Öffnungn 26
(Fig. 2) wird bevorzugt, um das Einspritzrohr 31 längs der Schiene 1 schwenken zu
können. Die Aussparungen 27 dienen zur Verklebung des Fußes 25 mittels des Polyurethans
auf der Schicht 16. Es ist auch möglich, den Fuß klein oder fehlend und ohne Aussparung
27 zu gestalten, was vor allem dann in Betracht kommt, wenn die Schalungen nach Erhärten
der Unterfütterungsschicht 15 demontiert und erneut verwendet werden sollen.
[0012] Nach Aushärtung des Polyurethans der Schicht 15 wird der Straßenbelag hergestellt,
der gewöhnlich eine Betonschicht 17, eine oder zwei Asphaltschichten 18 und einen
Fugenverguß 19 an der Schiene umfaßt. Statt der Beton- und Asphaltschichten kann auch
Pflaster verwendet werden. Durch entsprechende Präparation des Kopfes 2 sorgt der
Fugenverguß 19 dafür, daß keine Feuchtigkeit von der Straßenoberseite in die Straßen-
und Gleiskonstruktion eindringen kann. Das Material der Schicht 19 ist genügend elastisch
und klebefähig, so daß zur Bitumenschicht 18 (oder zum Pflaster) keine Risse vorkommen.
Dagegen gibt es einen Spalt zwischen der Innenseite des oberen Abschnittes der jeweiligen
Planke 20, 21 und dem angrenzenden Kammerfüllelement 10 bzw. 11. Somit können die
Kammerfüllkörper 10, 11 schwingen, ohne wilde Risse in der Betonschicht 17 zu erzeugen.
Die Schrägfläche 24 stellt keine Gefahr für Rißbildung dar, d.h. beim Beton der Schicht
17 entstehen keine Ecken oder Kanten, von denen Risse ausgehen können.
[0013] Mit der Erfindung wird somit eine Entkopplungsvorrichtung geschaffen, mit der die
Rißbildung in Straßenbelagschichten weitgehend vermieden wird, und die gleichzeitig
als Schalung bei der Herstellung der Unterfütterungsschicht 15 dient. Die Schalung
20, 21 ermöglicht das maschinelle Füllen des Raumes unter dem Schienenfuß ohne Abfall
an PU-Material und ohne Ausbildung eines für die Straßenkonstruktion ungeeigneten
unregelmäßigen Wulstes.
[0014] Die Höhe der Schalung kann dem Zweck der Entkopplung zwischen den Kammerfüllelementen
10, 11 und den Betonschichten 17 angepaßt werden. Durch Wahl einer geringeren Höhe
des Abschnitts 22 kann die mechanische Restankopplung vergrößert und durch eine größere
Höhe kann die Restankopplung verringert werden, wodurch sich eine Steuerungsmöglichkeit
für das Dämpfungsverhalten des Gesamtaufbaus ergibt. Dies gilt auch, wenn die Schalungselemente
entfernt werden, wobei dann die stärkere Ankopplung erzielt wird, ohne jedoch der
Gefahr der Rißbildung im Beton 17 zu unterliegen. Die Randumhüllung 35 am Schienengfuß
4, 14 ist relativ weich und wenig ausladend, so daß von ihr keine wilden Risse in
den Beton ausgehen. Im Falle der Fig. 5 wird vermieden, daß die Randumhüllung überhaupt
vorsteht, und es können vereinfachte Planken verwendet werden. Anstelle der Verwendung
von Planken zum Aufbau der Schalung kann auch aufgerolltes Band verwendet werden.
1. Verfahren zum Einbau von Schienen im Gleisbau, mit folgenden Schritten:
a) die Schienen (1) werden mit der Unterseite ihres Fußes (4) im richtigen Abstand
zu einer Unterlage (16) ausgerichtet;
b) Schalungen (20, 21) werden im seitlichen Abstand und parallel zu den Schienen (1)
auf der Unterlage (16) aufgesetzt;
c) Einbaumasse wird wenigstens in den Raum (15) zwischen Schienenfuß (4) und Unterlage
(16) eingebracht;
gekennzeichnet durch folgende Maßnahmen:
d) vor den Schritten b) und c) werden Schienenkammer-Füllelemente (10, 11) in die
Kammern (6, 7) der Schiene (81) eingebaut;
e) es werden solche Schalungen (20, 21) ausgewählt, die nach der Form ihrer Innenseite
und Außenseite keine Ecken oder Kanten in herzustellenden, angrenzenden Betonschichten
(17) nach sich ziehen;
f) die Schalungen (20, 21) werden in Anlage an den Schienenkammer-Füllelementen (10,
11) befestigt, wobei Einfüllkanäle (26; 36) zur Durchführung des Schrittes c) gebildet
werden;
g) die Einfüllmasse wird mit Druck in die Kanäle (26; 36) eingespritzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einfüllkanäle durch Öffnungen (26) in einem Zwischenabschnitt
(24) von Schalungen (20) gebildet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einfüllkanäle durch abgedeckte Nuten (36) in Schienenkammer-Füllelementen
(10) gebildet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß vor Schritt a) eine Nachgiebigkeitsschicht (14) auf der
Unterseite des Schienenfußes (4) angebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalung (20, 21) an den Schienenkammer-Füllelementen
und der Unterfütterungsschicht verbleibt.
6. Vorrichtung zum Einbau von Schienen im Gleisbau, bei welchen der Schienenfuß (4) von
Schienen (1) mit Einbaumasse zu unterfüttern ist, mit Schalungen (20, 21) zum seitlichen
Halten der Einbaumasse,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalung (20, 21) zur mechanischen Entkopplung von Schienenkammer-Füllelementen
(10, 11) und angrenzender Straßenschicht (17) ausgebildet ist,
daß die Schalung zu beiden Seiten der Schiene (1) jeweils einen oberen Abschnitt (22)
zur Anlage an dem benachbarten Kammerfüllelement (10, 11) und einen unteren Abschnitt
(23) zum Absperren der Einbaumasse aufweist, und daß Einfüllkanäle (26; 36) sich zwischen
den Schienenkammer-Füllelementen (10, 11) und Teilen (20) der Schalung (20, 21) erstrecken.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalung aus zwei Reihen von dünnwandigen Schalungsplanken
(20, 21) besteht, die in jeder Reihe jeweils aneinander angrenzen oder sich überlappen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalung (20, 21) aus Kunststoffband hergestellt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Zwischenabschnitt (24) als schräg laufende Flanke
ausgebildet ist, die vom Schienenfuß (4) wegweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einfüllkanäle als Nuten (36) in Schienenkammer-Füllelementen
(10) ausgebildet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einnfüllkanäle als Öffungen (26) in dem Zwischenabschnitt
(24) ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der obere Abschnitt (22) Befestigungslöcher (33, 34) aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß der untere Abschnitt (23) einen Fuß (25) mit Durchbrechungen
oder Randaussparungen (27) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des unteren Abschnitts (23) etwa 30 mm beträgt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamthöhe der Schalung (20, 21) etwa 15 cm beträgt.
16. Verwendung einer Mischpistole (30) mit Einspritzrohr (31) zur Befüllung des von der
Schalung (20, 21) und der Schiene (1) samt Kammerfüllelement (10, 11) umgrenzten Raums
(15) mit Polyurethan-Komponentenmischung als Einbaumasse.