[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuerung für ein mit Unterdruck betätigbares
Absaug- und/oder Wasserventil bestimmt für ein Unterdruck-Abwassersystem, insbesondere
bestimmt für eine unterdruckbetätigbare sanitäre Einrichtung wie Klosett, Urinal oder
Waschbecken, umfassend ein in einem Gehäuse angeordnetes und in diesem gegen eine
Kraft verschiebbares Betätigungselement wie Steuerknopf, über das ein erstes Unterdruck
einer Unterdruckquelle zum Betätigen des Absaug- und/oder Wasserventils freigebendes
Ventilteller und -kolben umfassendes erstes Ventil betätigbar ist.
[0002] Entsprechene Steueranordnungen werden zum Beispiel bei Vakuum-Klosetts in Schiffen
oder Zügen benutzt. Steuerknopf und die Ventilanordnung, über die Unterdruck zu dem
Absaug- bzw. Wasserventil geleitet wird, sind in getrennten Gehäusen angeordnet, so
daß zusätzliche Steuerleitungen erforderlich sind. Nachteilig ist des weiteren, daß
auch dann, wenn für einen Absaugvorgang nicht hinreichend Unterdruck ansteht, ein
Saugvorgang ausgelöst wird, der zur Fehlfunktion des Systems führen kann. Ferner besteht
die Gefahr, daß an dem Absaug- bzw. Wasserventil fortwährend Unterdruck dann ansteht,
wenn das Betätigungselement wie - knopf zum Beispiel durch eine Fehlfunktion oder
-bedienung ständig gedrückt ist.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Steuerung der eingangs
genannten Art insbesondere bestimmt für unterdruckbetätigbare sanitäre Einrichtungen
zur Verfügung zu stellen, die überaus kompakt aufgebaut ist, wobei außerdem sichergestellt
sein soll, daß bei Fehlbedienung des Betätigungselementes nicht fortwährend Unterdruck
an dem Absaug- bzw. Wasserventil ansteht. Ferner soll ein Saugvorgang nur dann ausgelöst
werden können, wenn der hierzu erforderliche Unterdruck herrscht. Schließlich soll
insbesondere beim Einsatz für Wasserklosetts die Möglichkeit gegeben sein, im gewünschten
Umfang das Wasserventil länger geöffnet zu halten als das Absaugventil.
[0004] Erfindungsgemäß wird das Problem im wesentlichen dadurch gelöst, daß der Ventilkolben
des ersten Ventils mittels einer in dem Gehäuse eine erste von einer zweiten Kammer
trennenden Membran verstellbar ist, daß die erste über das erste Ventil mit dem Absaug-
und/oder Wasserventil verbindbare Kammer an der Unterdruckquelle angeschlossen ist,
daß die zweite Kammer nach Verstellen des Betätigungselements entgegen der Kraft in
das Gehäuse hinein und nach Zurückbewegen des Betätigungselements in seine Ausgangsstellung
mit Atmosphärendruck beaufschlagbar ist und daß auf die Membran in Richtung der zweiten
Kammer ein Federelement einwirkt, wobei die Membran entgegen von dem Federelement
hervorgerufener Kraft zum Öffnen des ersten Ventils dann verstellbar ist, wenn von
der ersten Kammer aus auf die Membran einwirkender Druck kleiner als von der zweiten
Kammer aus auf die Membran einwirkender Druck ist.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Lehre ist sichergestellt, daß erst dann, wenn das Betätigungselement
aus seiner Ausgangsposition herausbewegt und sodann in diese zurückgelangt, Unterdruck
zu dem Absaug- bzw. Wasserventil gelangen kann, wobei aufgrund der durch die Membran
getrennten Kammern des weiteren erst dann das erste zu dem Absaug- bzw. Wasserventil
Unterdruck leitende Ventil verstellt wird, wenn in der ersten und der zweiten Kammer
Druckverhältnisse herrschen, die ein Umstellen der Membran und damit des ersten Ventils
zulassen; reicht nämlich der in der ersten Kammer anstehende Unterdruck nicht aus,
um die Membran entgegen der von dem Federelement hervorgerufenen Kraft von ihrer ersten
das erste Ventil schließenden Stellung in ihre zweite das erste Ventil öffnende Position
zu verstellen, wobei in der zweiten Kammer Atmosphärendruck herrscht, so bleibt das
erste Ventil geschlossen, so daß infolgedessen auch ein Absaugvorgang nicht eingeleitet
werden kann.
[0006] Gleiches gilt dann, wenn das Betätigungselement, d.h. dessen Knopf durch zum Beispiel
Verklemmen in einer gedrückten Position bleibt, da in diesem Fall über das Betätigungselement
keine Verbindung zwischen dem Atmosphärendruck und der zweiten Kammer hergestellt
werden kann. Hierzu ist vorgesehen, daß dem Betätigungselement einen Steuerkolben
zugeordnet ist, über den die zweiten Kammer gegenüber der Atmosphäre abdichtbar ist,
daß beim Verstellen des Betätigungselements entgegen der Kraft in das Gehäuse hinein
der Steuerkolben in seiner die zweite Kammer gegenüber der Atmosphäre verschließenden
Stellung verbleibt und daß das Betätigungselement beim Zurückbewegen in seine Ausgangsstellung
den Steuerkolben mitnimmt, der seinerseits eine Verbindung zwischen der zweiten Kammer
und der Atmosphäre freigibt.
[0007] Mit anderen Worten muß das Betätigungselement aus seiner Ausgangsposition entfernt
und sodann in diese zurückgelangen, um die Möglichkeit zu eröffnen, daß das erste
den Unterdruck zu dem Absaug- bwz. Wasserventil freigebende Ventil betätigt werden
kann.
[0008] Insbesondere ist vorgesehen, daß der Steuerkolben derart mit der Membran gekoppelt
ist, daß beim Bewegen der Membran von ihrer ersten das erste Ventil schließenden Stellung
in ihre zweite das erste Ventil öffnenden Stellung die Membran den Steuerkolben in
seine die Verbindung zwischen der Atmosphäre und der zweiten Kammer schließende Stellung
mitnimmt. In diesem Moment kann in der zweiten Kammer ein Unterdruck aufgebaut werden,
da vorzugsweise über den Ventilkolben des ersten Ventils eine Verbindung zwischen
der ersten und zweiten Kammer besteht, die dann merklich wirksam wird, wenn die Verbindung
zwischen der zweiten Kammer und dem Atmosphärendruck unterbunden ist.
[0009] Um einen kompakten Aufbau zu erzielen, sollte der Steuerkolben von einem zweiten
Federelement umgeben werden, über das die auf das Betätigungselement wie Steuerknopf
einwirkende Kraft hervorgerufen wird.
[0010] Um ein Umstellen der Membran und damit des ersten Ventils nur dann zu ermöglichen,
wenn über die erste Kammer zu dem Absaug- bzw. Wasserventil ein Unterdruck ansteht,
der einen ordnungsgemäßen Spülvorgang ermöglicht, ist in Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen, daß auf die Membran und/oder den Ventilkolben des ersten Ventils ein Begrenzer
derart einwirkt, daß eine ein Umschalten des ersten Ventils bewirkende Lageveränderung
der Membran bei ein Fördern von Abwasser durch das Absaugventil ermöglichenden Unterdruck
erfolgt. Dabei kann insbesondere auf die Membran ein Magnet einwirken, wobei die Membran
mittig eine Metallplatte und in der zweiten mit Atmosphärendruck beaufschlagbaren
Kammer der Magnet selbst angeordnet ist. Dabei ist eine Begrenzung durch den Magnet
über die Metallplatte einstellbar.
[0011] Sofern das erste Ventil die erste Kammer verschließt, strömt über das erste Ventil
Atmosphärendruck zum Absaug- und/oder Wasserventil, so daß diese geschlossen sind.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Lehre ist ein überaus kompakter Aufbau der Steuerung möglich,
da Betätigungselement mit Steuerkolben, die erste und zweite durch die Membran getrennte
Kammer sowie das erste Ventil gemeinsam in einem zylindrischen Gehäuse angeordnet
sein können, das vorzugsweise auf zu dem Betätigungselement abgewandter (Rück-)Seite
Anschlüsse für den Unterdruck und das Absaug- und/oder Wasserventil aufweist, wobei
Steuerkolben und Ventilkolben gleichachsig entlang der Gehäusemittelachse verlaufen
sollten.
[0013] In der Gehäuserückseite ist des weiteren eine Öffnung vorhanden, die dann von dem
ersten Ventil verschlossen wird, wenn der Unterdruck zu dem Absaug- und/oder Wasserventil
geführt wird.
[0014] Nach einem weiteren hervorzuhebenden Vorschlag der Erfindung ist vorgesehen, daß
in zu dem Wasserventil führender Leitung ein Drosselelement vorgesehen ist, über das
ein Schließen des Wasserventils zeitverzögert gegenüber dem Absaugventil erfolgt.
Durch diese Maßnahme kann im erforderlichen Umfang Wasser auch dann noch nachgefüllt
werden, wenn der Absaugvorgang bereits abgeschlossen ist. Eine solche Schaltung ist
insbesondere für Klosetts und Urinale von Vorteil.
[0015] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht aus
den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen - für sich und/oder in Kombination
-, sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung von der Zeichnung zu entnehmenden
bevorzugten Ausführungsbeispielen.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Steueranordnung für ein mit Unterdruck betätigbares Absaug-
und/oder Wasserventil und
- Fig. 2
- ein Schaltbild für eine der Fig. 1 zu entnehmende Steueranordnung.
[0017] In Fig. 1 ist eine Steueranordnung 10 für zum Beispiel eine unterdruckbetätigbare
sanitäre Einrichtung wie Klosett dargestellt. Die Steueranordnung umfaßt ein in einer
Wand 12 eingelassenes zylindrisches Gehäuse 14 mit vorstehendem kegelstumpf- oder
pilzförmigen Abschnitt 16, in dem ein Betätigungsknopf 18 in Richtung der Längsachse
des Gehäuses 14 verstellbar ist. Hierzu steht der Knopf 18 mit einem koaxial zur Längsachse
des Gehäuses 14 verlaufenden Steuerkolben 20 in nachstehend beschriebener Art in Wirkverbindung.
Der Steuerkolben 20 selbst ist von einer Schraubenfeder 22 umgeben, über die die erforderliche
Kraft auf den Knopf 18 aus dem Gehäuse 14 heraus hervorgerufen wird.
[0018] Der Steuerkolben 20 weist in Achsrichtung zueinander beabstandete ringförmige Aussparungen
24, 26 auf, die in Abhängigkeit von der Stellung des Knopfs 18 mit zum Beispiel drei
Rastkugeln oder einem Haltering 28 zusammenwirken, die bzw. der umfangsseitig von
zum Beispiel einem O-Ring 30 umgeben sind bzw. ist, damit die Kugeln bzw. der Haltering
28 das Bestreben zeigen bzw. zeigt, in die Rastaussparungen 24, 26 einzugreifen.
[0019] Zentral und im Durchmesser des Steuerkolbens 20 angepaßt weist der Knopf 18 eine
Aussparung 31 auf, in die - ebenfalls in Abhängigkeit von der Stellung des Knopfes
18 und des Rastrings 28 - entweder der Steuerkolben 20 hineinragt oder entsprechend
der Fig. 1 außerhalb oder weitgehend außerhalb von dieser verläuft.
[0020] Dem Betätigungsknopf 18 ist des weiteren eine zylindrische Aufnahme bzw. Kammer 32
in dem Gehäuse 14 zugeordnet, in die der Steuerknopf 18 hineingedrückt werden kann.
Wirkt von außen auf den Steuerknopf 18 eine Kraft, so werden der Rastring 28 oder
die Rastkugeln aus der oberen Nut 24 herausgedrückt, um in der unteren Nut 26 bei
weiterem Hineindrücken des Steuerknopfes 18 einzurasten. Dabei wird der Steuerkolben
20 nicht mitbewegt. Wird der Steuerknopf 18 losgelassen, so kann aufgrund der über
die Schraubenfeder 22 hervorgerufenen Kraft der Steuerknopf 18 nach außen gedrückt
werden. Da der Rastring 28 mit dem Steuerknopf 18 in Wirkverbindung steht, wird folglich
der Steuerkolben 20 mitgezogen. In diesem Fall kann eine Verbindung 34 zwischen der
den Steuerknopf 18 aufnehmenden Aufnahme 32 und einer als zweite Kammer bezeichneten
Kammer 36 in dem Gehäuse 14 hergestellt werden, die ansonsten durch den Steuerkolben
20 abgesperrt ist, und zwar durch eine Dichtung 38, die die als Bohrung ausgebildete
Verbindung 34 im Boden 40 der Aufnahme 32 verschließt. Folglich übt der Steuerkolben
20 mit der Dichtung 38 insoweit die Funktion eines Ventils aus.
[0021] Die Aufnahme 32 selbst ist über eine Bohrung 42 mit der Atmosphäre verbunden.
[0022] Die zweite Kammer 36 ist gegenüber einer im Bodenbereich des Gehäuses 14 verlaufenden
ersten Kammer 44 durch eine Membran 46 getrennt, die einerseits von der Außenwandung
48 des Gehäuses 14 ausgeht und andererseits zentral einen Ventilkolben 50 eines ersten
Ventils 52 geführt aufnimmt. Der Ventilkolben 50 ist von einer Schraubenfeder 54 umgeben,
die sich an der Bodenfläche 56 der ersten Kammer 44 bzw. im Ausführungsbeispiel an
einer Platte wie Metallplatte 58 abstützt, die mittig von der Membran 46 ausgeht.
[0023] Der Ventilkolben 50 weist des weiteren eine Bohrung auf, die die erste Kammer 44
mit der zweiten Kammer 36 verbindet.
[0024] Schließlich geht vom zentralen Bereich der Membran 46 ein Mitnehmer 62 aus, der mit
einem abragenden Abschnitt 64 des Steuerkolbens 20 in nachstehend beschriebener Weise
zusammenwirken kann.
[0025] Vom Bodenbereich der ersten Kammer 44 geht ein Anschluß 66 aus, der zu einer Unterdruckquelle
führt. Mittig von der Bodenfläche 56 und vom Ventilteller 68 des ersten Ventils 52
verschließbar geht eine Öffnung 70 aus, die zu einem Anschluß 72 führt, der seinerseits
zu einem Absaugventil 74 und einem Wasserventil 76 führt.
[0026] Der Anschluß 72 geht über eine Kammer 78 im Boden 80 des Gehäuses 14 in die durch
das erste Ventil 52 verschließbare Öffnung 70 über. Bodenseitig weist die Kammer 78
eine Öffnung 82 auf, die mit der Atmosphäre in Verbindung steht und in Abhängigkeit
von der Stellung des ersten Ventils 52 geöffnet oder von dem Ventilteller 68 verschlossen
ist.
[0027] Die Funktion der erfindungsgemäßen Steueranordnung ist nun wie folgt. In der in Fig.
1 dargestellten Position kann über den Anschluß 66 in der ersten Kammer 44 Unterdruck
anstehen. Gleiches gilt in bezug auf die über der Membran 46 von der ersten Kammer
44 getrennte zweite Kammer 36, und zwar aufgrund der in dem Ventilkolben 50 vorhandenen
Verbindung. Selbstverständlich kann die Verbindung auch anders ausgebildet sein. Der
in der den Steuerknopf 18 gegebenenfalls aufnehmenden Kammer 32 herrschende Atmosphärendruck
kann die zweite Kammer 36 nicht beaufschlagen, da die Verbindung 34 durch den Steuerkolben
20, und zwar dessen Dichtung 38 verschlossen ist. Wird nun in zuvor beschriebener
Weise der Steuerknopf 18 in das Gehäuse 14 gedrückt, so bleibt weiterhin die Verbindung
34 zwischen der Aufnahme 32 und der zweiten Kammer 36 geschlossen. Erst nach Loslassen
des Steuerknopfes 18 wird aufgrund des mit dem Steuerknopf 18 zusammenwirkenden Rastrings
28 der Steuerkolben 20 mit angehoben, so daß sich über die Kammer 32 Atmosphärendruck
zu der zweiten Kammer 36 ausbreiten kann. In dieser Position ist das erste Ventil
52 weiterhin in der angehobenen, also eine Verbindung zwischen der ersten Kammer und
dem Absaug- und Wasserventil 74, 76 verschließenden Position. Ist der Unterdruck in
der ersten Kammer 44 hinreichend gering, so kann die von der Schraubenfeder 54 aufgrund
des in der zweiten Kammer 36 herrschenden Atmosphärendrucks auf die Membran 46 wirkende
Kraft überwunden und die Membran 46 und damit das Ventil 52 in ihre bzw. seine zweite
Stellung bewegt werden. Dies bedeutet, daß die Membran mit der Platte 58 im Bereich
der Bodenfläche 56 der ersten Kammer 44 verläuft. Gleichzeitig ist die Öffnung 70
im Boden der ersten Kammer 44 geöffnet und die Verbindung zur Atmosphäre über die
Öffnung 82 in der Kammer 78 mittels des Ventiltellers 68 verschlossen. Infolgedessen
kann sich Unterdruck über den Anschluß 72 zu dem Absaug- und Wasserventil 74, 76 fortpflanzen,
so daß diese geöffnet werden können, um einerseits Abwasser abzusaugen und andererseits
Wasser nachzufüllen.
[0028] Das Umstellen der Membran 46 und damit des Ventils 52 kann schlagartig dadurch erfolgen,
daß über einen in der zweiten Kammer 36 verlaufenden Magneten 88 die metallische Platte
58 der Membran 46 festgehalten wird und erst dann abrupt freigegeben wird, wenn in
der ersten Kammer 44 ein hinreichender Unterdruck herrscht.
[0029] Umgekehrt erfolgt ein schlagartiges Umstellen erst dann wieder, wenn in der Kammer
36 annähernd Atmosphärendruck herrscht.
[0030] Wird die Membran 46 von der dargestellten oberen Stellung in ihre untere Stellung
bewegt, erfaßt der Mitnehmer 62 den Abschnitt 64 des Steuerkolbens 20, so daß dieser
nach unten gezogen wird, so daß zum einen der Rastring 28 in die steuerknopfseitig
betrachtet obere Nut 24 einrastet und andererseits die Dichtung 38 die Verbindung
34 zu der zweiten Kammer 36 verschließt. Somit kann über die durch den Ventilkolben
50 vorhandene einstellbare Öffnung der Druck in der zweiten Kammer 36 mit der Folge
abgebaut werden, daß die Druckdifferenz zwischen der ersten und zweiten Kammer 44,
36 nicht mehr ausreicht, die Membran in ihrer unteren Position zu halten, so daß diese
aufgrund der von der Schraubenfeder 54 hervorgerufenen Kraft in die obere und in Fig.
1 dargestellte Position zurückschnappt. In diesen, Moment verschließt das Ventil 52
die Bodenöffnung 70 und öffnet die Verbindung 82 zum Atmosphärendruck, so daß sich
dieser Druck über den Anschluß 72 sowohl zu dem Absaugventil 74 als auch zu dem Wasserventil
76 fortpflanzen kann. Diese werden dann geschlossen, wobei zeitverzögert das Wasserventil
76 schließbar ist, da in der zu diesem führenden Leitung 84 eine Drossel 86 angeordnet
ist, über die einstellbar ein zeitverzögerter Druckausgleich zum Schließen des Wasserventils
76 im Vergleich zu dem Absaugventil 74 erfolgt. Der einstellbare Druckausgleich ermöglicht
eine Einstellung der Öffnungszeit der Ventile.
[0031] Die erfindungsgemäße Steueranordnung 10 ist erkennbar überaus kompakt aufgebaut und
stellt sicher, daß nur bei ordnungsgemäß arbeitetendem Steuerknopf 18 das Absaug-
und Wasserventil 74, 76 angesteuert werden kann. Ferner ermöglicht die erfindungsgemäße
Anordnung 10 eine Signalspeicherung über das Betätigen des Steuerknopfs 18 dergestalt,
daß der Steuerkolben 20 nur dann in seine die Verbindung zwischen Atmosphärendruck
und der Kammer 36 verschließende Stellung zurückgezogen wird, wenn in der ersten Kammer
44 ein Unterdruck ansteht, der ausreicht, um die Membran 46 von ihrer oberen in ihre
untere Stellung zu bewegen. Dies bedeutet, daß die erfindungsgemäße Anordnung nur
dann ein Ansteuern des Absaug- und Wasserventils 74, 76 zuläßt, wenn über den Anschluß
66 der erforderliche Unterdruck ansteht.
1. Steuerung (10) für ein mit Unterdruck betätigbares Absaug- und/oder Wasserventil (74,
76) bestimmt für ein Unterdruck-Abwassersystem, insbesondere für eine unterdruckbetätigbare
sanitäre Einrichtung wie Klosett, Urinal oder Waschbecken, umfassend ein in einem
Gehäuse (14) angeordnetes und in diesem gegen eine Kraft verschiebbares Betätigungselement
(18) wie Steuerknopf, über das ein erstes Unterdruck einer Unterdruckquelle zum Betätigen
des Absaug- und/oder Wasserventils freigebendes Ventilteller und -kolben umfassendes
erstes Ventil (52) betätigbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilkolben (50) des ersten Ventils (52) mittels einer in dem Gehäuse eine
erste von einer zweiten Kammer (34, 36) trennenden Membran (46) verstellbar ist, daß
die erste über das erste Ventil mit dem Absaug- und/oder Wasserventil (74, 76) verbindbare
Kammer (44) an der Unterdruckquelle angeschlossen ist, daß die zweite Kammer nach
Verstellen des Betätigungselements (18) entgegen der Kraft in das Gehäuse (14) hinein
und nach Zurückbewegen des Betätigungselements in seine Ausgangsstellung mit Atmosphärendruck
beaufschlagbar ist, und daß auf die Membran in Richtung der zweiten Kammer ein Federelement
(54) einwirkt, wobei die Membran entgegen von dem Federelement hervorgerufener Kraft
zum Öffnen des ersten Ventils (52) dann verstellbar ist, wenn von der ersten Kammer
aus auf die Membran einwirkender Druck kleiner als von der zweiten Kammer aus auf
die Membran einwirkender Druck ist.
2. Steuerung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Betätigungselement (18) ein Steuerkolben (20) zugeordnet ist, über den die
zweite Kammer (36) gegenüber der Atmosphäre abdichtbar ist, daß beim Verstellen des
Betätigungselements entgegen der Kraft in das Gehäuse (14) hinein der Steuerkolben
in seiner die zweite Kammer gegenüber der Atmosphäre verschließenden Stellung verbleibt
und daß das Betätigungselement beim Zurückbewegen in seine Ausgangsstellung den Steuerkolben
mitnimmt, der seinerseits eine Verbindung (62) zwischen der zweiten Kammer und der
Atmosphäre freigibt.
3. Steuerung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerkolben (20) derart mit der Membran (46) gekoppelt ist, daß beim Bewegen
der Membran von ihrer ersten das erste Ventil (52) schließenden Stellung in ihre zweite
das erste Ventil öffnenden Stellung die Membran den Steuerkolben in seine die Verbindung
(62) zwischen der Atmosphäre und der zweiten Kammer (36) schließende Stellung mitnimmt.
4. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerkolben (20) von einem zweiten Federelement (22) umgeben ist, über das
die auf das Betätigungselement (18) einwirkende Kraft hervorrufbar ist.
5. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Membran (46) und/oder das erste Ventil (52) ein Begrenzer derart einwirkt,
daß eine ein Umschalten des ersten Ventils bewirkende Lageränderung der Membran nur
bei ein Fördern von Abwasser durch das Absaugventil (74) ermöglichendem Unterdruck
erfolgt, wobei insbesondere auf die Membran (46) ein als der Begrenzer wirkender Magnet
(88) einwirkt.
6. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei die erste Kammer (44) verschließendem ersten Ventil (52) über dieses das Absaug-
und/oder Wasserventil (74, 76) mit der Atmosphäre verbunden ist.
7. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der durch die Membran (46) getrennten erste und zweite Kammer eine Verbindung
vorzugsweise durch den Ventilkolben (50) des ersten Ventils (52) besteht.
8. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß von der Membran (46) ein Mitnehmer (62) ausgeht, der beim Verstellen der Membran
(46) von seiner das erste Ventil (52) verschließenden Stellung in ihre dieses öffnende
Stellung den Steuerkolben (20) derart mitnimmt, daß die Verbindung (62) zwischen der
Atmosphäre und der zweiten Kammer (36) verschließbar ist.
9. Steuerung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungselement (18) mit dem diesem zugeordneten Steuerkolben (20) die
erste und die zweite durch die Membran (46) getrennte Kammer (36, 44) und das erste
Ventil (52) in dem vorzugsweise zylindrischen Gehäuse (14) angeordnet sind, das vorzugsweise
auf zu dem Betätigungselement (18) abgewandter (Rück-)Seite Anschlüsse (66, 72) für
den Unterdruck und das Absaug- und/oder Wasserventil (74, 76) aufweist, und daß vorzugsweise
der Steuerkolben (20) und der Ventilkolben (50) gleichachsig entlang der Gehäusemittelachse
verlaufen, und daß vorzugsweise die Gehäuserückseite mittig eine von dem ersten Ventil
(52) verschließbare Öffnung (82) aufweist.
10. Steuerung nach vorzugsweise einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in zu dem Wasserventil (76) führender Leitung (84) ein Drosselelement zum gegenüber
dem Absaugventil (74) zeitverzögerten Schließen des Wasserventils angeordnet ist.