[0001] Die Erfindung betrifft eine Antennenanordnung für eine Sendeleistung von mehr als
10 Kilowatt in einem Frequenzbereich von 3 MHz bis 860 MHz, mit einem senkrechten
Mast und wenigstens einem seitlich von diesem abragenden Tragarm, an dessen Ende ein
Ganzwellen-Dipol angeschlossen ist.
[0002] Derartige Antennenanordnungen werden in großen Antennenanlagen gruppiert und so zu
Richtantennen aufgebaut, die in feststehender Ausführung, drehbar oder kippbar ausgebildet
werden. Durch den Frequenzbereich von 3 MHz bis 860 MHz werden sämtliche international
zulässigen Bänder für Rundfunk (Kurzwelle, UKW und Fernsehen) eingeschlossen.
[0003] Halbwellen- und Ganzwellen-Dipole werden als Seilnetze oder auch in starrer Form
ausgebildet. Halbwellen-Dipole, die in starrer Ausführung konstruiert sind, können
an ihrem elektrisch neutralen Punkt gefaßt und mit der Haltekonstruktion leitend verbunden
werden. Da dieser neutrale Punkt dem Speisepunkt gegenüberliegt, ist die Konstruktion
von Halbwellen-Dipolen in starrer Ausführung vergleichsweise unproblematisch.
[0004] Ganzwellen-Dipole in starrer Ausführung sind entweder am Stromknoten beiderseits
des Einspeisepunktes gefaßt und mit der Haltekonstruktion leitend verbunden, oder
sie werden direkt an den Dipolenden des Speisepunktes gefaßt und mit der Tragkonstruktion
verbunden, wobei die Verbindungselemente zwischen Dipol und Haltekonstruktion eine
Viertelwellenlängen-Leitung bilden. In beiden Fällen wird durch diesen Aufbau die
Bandbreite des Betriebsfrequenzbereiches eingeschränkt.
[0005] Durch die Erfindung wird eine Antennenanordnung der eingangs angegebenen Art dahingehend
weitergebildet, daß eine Einschränkung des Betriebsfrequenzbereiches vermieden wird
und dennoch die Halterung der Dipole einfach gestaltet ist. Gemäß der Erfindung sind
die Dipolarme jeweils nahe ihren Speisepunkten über im wesentlichen nur auf Druck
und Zug beanspruchte Isolatoren am Tragarm aufgehängt. Die Erfindung beruht auf der
Erkenntnis, daß Isolatoren, obwohl sie aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften für
Haltekonstruktionen ungeeignet sind, sehr wohl hohe mechanische Belastungen aushalten,
wenn sie nur auf Druck und Zug beansprucht werden. Es ist dadurch möglich, die Dipolarme
praktisch frei auskragend am Tragarm aufzuhängen.
[0006] Bei der bevorzugten Auführungsform ist jeder Dipolarm durch vier stabförmige Isolatorelemente,
von denen zwei obere auf Zug und zwei untere auf Druck beansprucht sind, am Tragarm
aufgehängt, und die Isolatorelemente sind symmetrisch zur Achse der Dipolarme angeordnet.
[0007] Gemäß einer ersten Variante sind alle Isolatorelemente in einer senkrechten Radialebene
des betreffenden Dipolarms unter demselben Winkel von etwas mehr als 45°, insbesondere
etwa 47,7°, zur Senkrechten geneigt. Ferner sind alle Isolatorelemente in der senkrechten
Axialebene des betreffenden Dipolarms unter demselben Winkel von etwa 45° zur Senkrechten
geneigt. Zusätzlich kann jeder Dipolarm an Isolatorstäben aufgehängt sein, die sich
in einer senkrechten Radialebene des Dipolarms unmittelbar neben seinem Speisepunkt
erstrecken.
[0008] Gemäß einer zweiten Variante sind die Isolatorelemente stabförmig ausgebildet, erstrecken
sich in senkrechten Ebenen parallel zur Achse der Dipolarme, und die oberen Isolatorelemente
sind vom Tragarm ausgehend unter einem spitzen Winkel zur Horizontalen nach unten
sowie die unteren Isolatorelemente vom Tragarm ausgehend unter einem spitzen Winkel
nach oben geneigt. Ferner jeder Dipolarm nahe seinem Speisepunkt vier radial abstehende
Anschlußarme auf, an deren äußerem Ende je ein Isolatorelement befestigt ist. Die
Achsen der stabförmigen Isolatoren schneiden sich im Schwerpunkt des Dipolarms.
[0009] Bei beiden Varianten ist der Tragarm als Gitterkonstruktion mit einem Obergurt und
einem Untergurt ausgeführt und stellt an den vier durch die Enden des Obergurtes und
des Untergurtes gebildeten Ecken je eine Anschlußstelle für einen Isolaror bereit.
Als Tragarm können auch Vollwandkonstruktionen eingesetzt werden.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
und aus der Zeichnung, auf die Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine stark vereinfachte Skizze, die den grundsätzlichen Aufbau der Antennenanordnung
veranschaulicht;
die Figuren 2 und 3 eine erste Variante in Seitenansicht und im Schnitt quer zur Dipolachse;
und
Figuren 4 und 5 eine zweite Variante in Seitenansicht und Schnittansicht quer zur
Dipolachse.
[0011] Die in Fig. 1 gezeigte Sendeantenne umfaßt einen vom Boden senkrecht aufragenden
Mast 10, einen waagerecht von diesem abragenden Tragarm 12 in Gitterkonstruktion oder
Vollwandkonstruktion und einen an dessen Ende angebrachten Ganzwellen-Dipol 14 mit
den beiden Dipolarmen 14a, 14b. Mittels stabförmiger Isolatorelemente 16 sind die
Dipolarme 14a, 14b nahe ihren Speisepunkten 14c, 14d am Ende des Tragarms 12 angeschlossen.
[0012] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die stabförmigen Isolatorelemente 16a, 16b,
auf den Schwerpunkt der Dipolarme 14a und 14b ausgerichtet.
[0013] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß jeder Dipolarm nahe seinem Speisepunkt vier radial
abstehende Anschlußarme 24a, 24b, 24c und 24d aufweist. Die freien Enden der Isolatorelemente
16 sind jeweils mit einem Ende der radialen Anschlußarme 24 verbunden.
[0014] Bei der in den Figuren 4 und 5 gezeigten Variante sind wiederum vier stabförmige
Isolatorelemente 16a, 16b, 16c und 16d vorgesehen, die von den vier Ecken des Obergurtes
20 und des Untergurtes 24 ausgehend an einem rohrförmigen Dipolarm 14a oder 14b angeschlossen
sind. Bei dieser Ausführungsvariante sind aber die stabförmigen Isolatorelemente 16
zum einen in einer senkrechten Axialebene unter einem Winkel α von etwa 45° zur Horizontalebene
geneigt sowie zum anderen in einer Radialebene der rohrförmigen Dipolarme unter einem
Winkel β von etwas mehr als 45°, insbesondere 47,7°, zur Horizontalen geneigt, wobei
sich gegenüber der Vertikalen ein Winkel γ von etwas weniger als 45°, insbesondere
42,3°, ergibt.
[0015] Zusätzlich sind die Dipolarme 14a, 14b unmittelbar ihrem Speisepunkt benachbart an
senkrechten Isolatorstäben 26 aufgehängt, die ebenfalls an den Enden des Tragarmes
12 angeschlossen sind.
[0016] Bei beiden Varianten werden die stabförmigen Isolatorelemente im wesentlichen nur
auf Zug oder Druck beansprucht. Obwohl die Dipolarme weitgehend freitragend an den
Isolatorelementen aufgehängt sind, können diese so die erforderliche mechanische Festigkeit
aufbringen. Um die Besonderheiten dieser Konstruktion ermessen zu können, muß berücksichtigt
werden, daß jeder einzelne Dipolarm für die in Betracht kommenden Frequenzbereiche
eine Länge von mehr als 16 m bei einem Durchmesser von 30 cm oder mehr erreichen kann.
1. Antennenanordnung für eine Sendeleistung von mehr als 10 Kilowatt in einem Frequenzbereich
von 3 MHz bis 860 MHz, mit einem senkrechten Mast (10) und wenigstens einem seitlich
von diesem abragenden Tragarm (12), an dessen Ende ein Ganzwellen-Dipol (14) angeschlossen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dipolarme (14a, 14b) jeweils nahe ihren Speisepunkten
über im wesentlichen nur auf Druck und Zug beanspruchte Isolatoren (16) am Tragarm
aufgehängt sind.
2. Antennenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dipolarme auswärts
von ihrer Aufhängung am Tragarm abkragen.
3. Antennenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dipolarm durch
stabförmige Isolatorelemente, von denen die oberen auf Zug und die unteren auf Druck
beansprucht sind, am Tragarm aufgehängt ist.
4. Antennenanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolatorelemente
symmetrisch oder asymmetrisch zur Achse der Dipolarme angeordnet sind.
5. Antennenanordnung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß alle Isolatorelemente
in einer senkrechten Radialebene des betreffenden Dipolarms unter demselben Winkel
von etwas mehr als 45°, insbesondere etwa 47,7°, zur Senkrechten geneigt sind.
6. Antennenanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle Isolatorelemente
in der senkrechten Axialebene des betreffenden Dipolarms unter demselben Winkel von
etwa 45° zur Senkrechten geneigt sind.
7. Antennenanordnung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dipolarm
zusätzlich an Isolatorstäben aufgehängt ist, die sich in einer senkrechten Radialebene
des Dipolarms neben seinem Speisepunkt erstrecken.
8. Antennenanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolatorelemente
stabförmig ausgebildet sind und die Achsen sich im Schwerpunkt der Dipole treffen.
9. Antennenanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dipolarm nahe
seinem Speisepunkt radial abstehende Anschlußarme aufweist, an deren äußerem Ende
je ein Isolatorelement befestigt ist.
10. Antennenanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Tragarm als Gitterkonstruktion oder Vollwandkonstruktion mit einem Obergurt und
einem Untergurt ausgeführt ist und an den vier durch die Enden des Obergurtes und
des Untergurtes gebildeten Ecken je eine Anschlußstelle für einen Isolaror bereitstellt.