[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ausrüstung für eine Stichsäge mit Gehäuse,
Antrieb und Pendelkopf zum Sägen oder Schneiden von Faser- und Schaumkunststoffplatten,
Kork und anderen relativ weichen Materialien, sowie mehrschichtigen Platten mit einer
entsprechenden Schicht, insbesondere Isolationsplatten und -matten, wobei die Ausrüstung
wenigstens aus einem Sägeblatt und einem mit dem Sägeblatt zusammenwirkenden, an einem
Schlitten oder Wagen befestigten oder befestigbaren Schwert besteht, das Sägeblatt
einen Kopf zum Befestigen am Pendelkopf der Stichsäge und das Schwert eine Endenführung
zum seitlichen Führen des untersten Teils des Sägeblatts aufweist
[0002] Aus der US-amerikanischen Patentschrift Nr. 4 213 242 ist eine Ausrüstung für eine
Stichsäge bekannt, welche auf den Schlitten einer Stichsäge aufsteckbar ist und ein
Schwert mit einer Endenführung für das Sägeblatt aufweist, um das Sägeblatt beim Schneiden
vor seitlichem Ausscheren zu schützen und dadurch eine exakte Schnittführung zu gewährleisten.
Das Schwert reicht bis zur Endenführung hinunter und das Sägeblatt stösst bei jeder
Pendelbewegung mit der Spitze unter das Schwert hinunter. Nachteilig an dieser Ausrüstung
ist, dass mit einer damit ausgerüsteten Stichsäge, selbst wenn der Schlitten der Stichsäge
verschwenkbar ist, nur senkrechte Schnitte ausgeführt werden können, weil der Schlitten
rechtwinklig mit dem Schwert verbunden ist. Zudem ist das Sägeblatt nicht davor geschützt,
mit seiner im Betrieb sich auf- und abbewegenden Spitze irgendwo aufzuschlagen und
dadurch verkrümmt zu werden. Solche Schläge erleidet das Sägeblatt dann, wenn die
Stichsäge aus der Hand gelegt wird, während der Antrieb noch in Schwung ist. Da nach
einem Schnitt das Schnittgut oft unverzüglich verarbeitet wird, ist es wünschbar,
die Schneidmaschine gleich nach dem Schnitt aus den Händen legen zu können, ohne darauf
achten zu müssen, dass der Motor stillsteht oder das Sägeblatt nichts berührt. Insbesondere
ist auch die Führung des Sägeblattes lediglich an seinem unteren Ende für längere
Sägeblätter nicht genügend.
[0003] Um Isolationsplatten schneiden zu können, besteht ein Bedürfnis für eine handliche
Säge mit einer grossen Schnitthöhe. Für das Schneiden von beispielsweise 15 cm starken
Isolationsplatten mit 45 Grad ist eine Schnitthöhe von ca. 25 cm erforderlich. Um
die Fugen zwischen zwei Isolationsplatten sauber und dicht stossen zu können, ist
es wichtig, dass die Schnittflächen der zu stossenden Platten eben sind.
[0004] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung eine Ausrüstung für eine Stichsäge zu schaffen,
mit der weiche Platten und Matten sowie zusammengesetzte oder mehrschichtige Platten
mit einer weichen Schicht, z.B. Mineralfaserplatten, Wollematten, Kokosmatten, Schaumstoffplatten,
Korkplatten, Sandwichplatten etc. mit grosser Präzision geschnitten werden können.
Es soll dabei das Sägeblatt geschützt sein vor seitlichem Verziehen beim Schneiden
und vor Aufschlagen auf einen Gegenstand mit dem sich bewegenden unteren Ende. Es
soll auch bei Gehrungsschnitten eine möglichst ebene Schnittfläche erreicht werden.
[0005] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass das Schwert wenigstens so lang
ist, dass das unterste Ende des Schwerts soweit hinabreicht wie das unterste Ende
des Sägeblattes in seiner untersten Stellung und/oder wenigstens eine weitere Sägeblatt
führung am Schwert angeordnet ist, um das Sägeblatt beim Schneiden eines Schnittgutes
innerhalb des Schnittgutes seitlich zu führen. Bevorzugt wird eine Ausrüstung mit
beiden Merkmalen. Ein Schwert, welches das Sägeblatt über den gesamten Bewegungsbereich
des Sägeblattes stützt, schützt dieses auch bis zu einem gewissen Grad vor Schlägen
von unten.
[0006] Die zusätzliche Sägeblatt führung im Bereich des Schnittgutes stützt das Sägeblatt
dort, wo es am notwendigsten ist, nämlich in der Schnittfläche im Schnittgut. Das
Sägeblatt schneidet dadurch im Wesentlichen ebenflächig. Solche Sägeblattführungen
dringen in weiches Schnittgut ein, ohne dass dadurch ein zu grosser Widerstand aufgebaut
wird.
[0007] Vorteilhaft ist die wenigstens eine weitere Sägeblatt führung in wählbarem Abstand
zur Endenführung am Schwert befestigt, z.B. gesteckt, geklemmt, geklebt, geschweisst
oder gelötet. Somit kann ein Schwert gewählt werden, bei welchem die Sägeblattführung
so angeordnet ist, dass sie beim Schneiden den weichen Teil des Schnittgutes durchquert.
Dadurch können auch Sandwichplatten geschnitten werden, indem ein Schwert benutzt
wird, bei welchem die Führung des Sägeblattes auf der Höhe der weichen Schicht angeordnet
ist. Es können dafür verschiedene Schwerter oder verschieb- bzw. versetzbare Sägeblattführungen
vorgesehen sein. Auf der Baustelle sind fest mit dem Schwert verbundene Sägeblatt
führungen versetzbaren vorzuziehen.
[0008] Vorteilhaft ist wenigstens ein Gleitkörper beidseitig am unteren Ende des Schwerts
angeordnet, so dass das untere Ende des Schwerts durch eine unterhalb eines Schneidgutes
angeordneten Führungsschiene am Gleitkörper oder an den Gleitkörpern führbar ist.
Der Gleitkörper kann einteilig für die beidseitige Führung sein oder es kann auf jeder
Seite des Schwerts je ein Gleitkörper angeordnet sein. Zweckmässigerweise ist die
Endenführung durch den oder die Gleitkörper gebildet.
[0009] Vorteilhaft reicht das Schwert, die Endenführung und/oder der wenigstens eine Gleitkörper
unter den Bewegungsbereich des Sägeblattes hinab und erstreckt sich über die Vorderkante
des Schwerts in Richtung Vorderkante des Sägeblattes, um das Sägeblatt vor Schlägen
von unten zu schützen.
[0010] Vorteilhaft weist das Schwert Ausnehmungen, z.B. Schlitze auf, in welche die wenigstens
eine weitere Sägeblatt führung steckbar ist. Dadurch ist die Sägeblattführung versetzbar
und ersetzbar. Es können somit auch verschiedene Sägeblattführungen am gleichen Schwert
verwendet werden. Daher kann ein einziges Schwert für verschiedene Materialien verwendet
werden und dennoch die Sägeblatt führung dem Material angepasst sein. Insbesondere
kann die Sägeblattführung auch an der Stelle angebracht werden, an der sie am wenigsten
hinderlich ist.
[0011] Zweckmässigerweise sind die Ausnehmungen Schlitze an der Vorderkante des Schwerts
und ist die wenigstens eine Sägeblattführung ein in die Schlitze passendes H-förmiges
Teil, dessen vordere Gabel das Sägeblatt führt, dessen Steg in den Schlitz passt und
dessen hintere Gabel am Schwert sitzt. Ein solches H-förmiges Teil kann verschieden
ausgestaltet sein. Auch ein Gleitkörper kann auf diese Weise gesteckt werden. Vorteilhaft
sitzen Sägeblattführungen bzw. Gleitkörper so satt, dass sie am Schwert klemmen.
[0012] Vorteilhaft weist die wenigstens eine Sägeblatt führung auf der Aussenseite Schneidkanten
auf, um leichter durch das Schneidgut zu gleiten. Alternativ dazu kann die wenigstens
eine Sägeblattführung beidseits des Sägeblattes einen runden oder halbrunden Querschnitt
aufweisen. Vorteilhaft sind die Sägeblattführungen gegen vorne verjüngt oder zugespitzt.
Die Zuspitzung der Sägeblatt führungen in der Schneidrichtung ist auch für andere
Ausführungen zweckmässig, damit das Schneidgut möglichst wenig Widerstand leisten
kann. Vorteilhaft sind Schwert und Sägeblatt führungen am hinteren Ende verjüngt,
z.B. zugespitzt oder gerundet, um den Gleitwiderstand am Schnittgut zu verkleinern.
[0013] Zweckmässigerweise weist die Ausrüstung einen Schlitten oder Wagen auf, welcher mit
dem Schwert verbunden ist, um den Winkel zwischen Schwert und Schlitten oder Wagen
zu definieren. Ein Schlitten ist zweckmässig für den freihändigen Gebrauch oder mit
einfachen Führungseinrichtungen, ein Wagen für den Gebrauch mit aufwendigeren Führungseinrichtungen,
bei denen die Stichsäge lediglich in Zusammenhang mit der Führungseinrichtung verwendet
wird.
[0014] Vorteilhaft ist das Schwert gegenüber dem Schlitten oder Wagen und dem Sägeblatt
stufenlos verschwenkbar, um Gehrungsschnitte ausführen zu können. Dabei bleibt das
Schwert in der Ebene des Sägeblattes, während der Schlitten oder Wagen verschwenkt
wird.
[0015] Vorteilhaft ist ein mit dem Schwert verbundenes Grundteil gelenkig mit dem Schlitten
oder Wagen verbunden, am Schlitten oder Wagen eine Platte senkrecht zur Schwenkachse
angeordnet, welche einen kreisförmig um die Schwenkachse gebogenen Schlitz aufweist,
und am Grundteil ein Arm mit einer Feststellschraube angeordnet, wobei die Feststellschraube
durch den Schlitz in der Platte geführt und der Arm mit der Feststellschraube an der
Platte fixierbar ist. Dadurch ist ein Gehrungswinkel von Hand und ohne Zusatzwerkzeuge
rasch einstellbar. Auf einer Skala entlang des Schlitzes kann zudem zweckmässigerweise
der eingestellte Winkel abgelesen werden.
[0016] Vorteilhaft ist die Breite des Schwerts und/oder der Schliff des Sägeblattes wählbar,
um auf verschiedene Materialien von Schnittgut reagieren zu können. Vorteilhaft ist
auch die Länge des Schwerts und des Sägeblatts wählbar, um auf verschiedene Schnittgutdicken
regieren zu können. Vorteilhaft weist das Schwert eine Ausnehmung auf, so dass das
Schwert ein Verstärkungsteil für das Sägeblatt und eine Strebe zum Stützen des untersten
Teils des Verstärkungsteils aufweist, um die Reibung zwischen Schwert und Schnittgut
zu verringern.
[0017] Vorteilhaft ist eine oberste Sägeblattführung über dem Schneidbereich des Sägeblattes
am Schwert, am Schlitten oder Wagen oder am Grundteil angeordnet, damit beim Einführen
dieser Sägeblatt führung gleichzeitig das Schwert am Sägeblatt ausgerichtet wird.
Diese Ausrichtung geschieht mit Vorteil möglichst nahe dem Pendelkopf der Stichsäge,
um eine mögliche Abweichung des Sägeblattes von der Ideallinie möglichst klein zu
halten. Bevorzugt wird die Anordnung der obersten Sägeblattführung am Schwert, damit
ein auswechselbares Schwert beim Einsetzen am Sägeblatt ausgerichtet wird.
[0018] Vorteilhaft ist das Schwert aus einem rechtwinklig abgekanteten Blech gefertigt,
wobei der senkrecht zum Sägeblatt ausgerichtete Teil am Schlitten, Wagen oder Grundteil
angeordnet ist. Dadurch ist der rechte Winkel zwischen dem Sägeblatt und dem Befestigungsuntergrund
unveränderlich eingerichtet und das Schwert mit einfachen Mitteln, z.B. Schrauben,
befestigbar.
[0019] Zweckmässigerweise weist die Ausrüstung auch eine das Schwert und den Schlitten führende
Führungseinrichtung auf. Eine solche Führungseinrichtung erhöht die Präzision des
Schnitts, indem sie das Schwert am unteren Ende bezüglich Lage und Richtung führt.
[0020] Zweckmässigerweise weist die Führungseinrichtung eine Schlittenführung und eine dazu
verschwenkbare Schwertführung auf, wobei die Schlittenführung auf das Schnittgut aufgelegt
wird und die Schwert führung mit dem gegenüber dem Schlitten verschwenkbaren Schwert
gekoppelt ist, um mit diesem um den gleichen Winkel verschwenkt zu werden. Dadurch
ist das Schwert auch bei Gehrungsschnitten geführt, und zwar in einer dem Gehrungswinkel
entsprechenden Stellung.
[0021] Zweckmässigerweise sind die Schwenkachse des Schwerts und die Schwenkachse der Schwertführung
in der gleichen Höhe und im gleichen Abstand zu der Führungskante des Schlittens resp.
zu der Führungskante der Führungsleiste angeordnet, um im Betrieb auf der gleichen
Linie zu liegen. Dadurch sind die Schwertführung und das Schwert synchron verschwenkbar.
[0022] Die Erfindung betrifft auch eine Stichsäge oder Pendelsäge, gekennzeichnet durch
eine Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 12.
[0023] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren
beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine auseinandergezogene perspektivische Darstellung eines Ausrüstungssets für eine
Stichsäge mit einem Schlitten mit einem Schwert, einem Sägeblatt, einem Sägeblattführungsteil
und einem Gleitkörper,
- Fig. 2
- ein Sägeblattführungsteil für ein Schwert nach Figur 1 mit Zinken mit rundem Querschnitt,
- Fig. 3
- eine mit einem verschwenkbaren Schlitten ausgerüstete Stichsäge in einer Seitenansicht,
- Fig. 4
- Schnitt entlang der Linie A-A durch Schwert und Sägeblatt,
- Fig. 5
- die Stichsäge gemäss Figur 3 in Frontalansicht, mit Führungseinrichtung,
- Fig. 6
- die Führungseinrichtung gemäss Figur 5 in einem Vertikalschnitt,
- Fig. 7
- die Führungseinrichtung gemäss Figur 5 und 6 in einer Aufsicht.
[0024] Die in Figur 1 dargestellte Ausrüstung 11 für eine Stichsäge umfasst einen Schlitten
13 mit Schwert 15, die Befestigungsmittel 17 zur Befestigung des Schlittens 13 am
Schlitten einer nicht eingezeichneten Stichsäge, ein Sägeblattführungsteil 19, ein
Gleitkörper 21 und ein Sägeblatt 23. Da Schwert 15 und Schlitten 13 winkelsteif rechtwinklig
verbunden sind, sind mit dieser Ausrüstung keine Gehrungsschnitte machbar. Eine Ausrüstung
mit der Möglichkeit zur Verstellung des Winkels zwischen Schlitten und Schwert ist
später beschrieben. Der Schlitten 13 besitzt vier angesenkte Löcher 25, in welchen
vier Schrauben zur Befestigung des Schlittens 13 am Schlitten einer Stichsäge sitzen.
Zu diesem Zweck sind die Löcher 25 auf Löcher im Schlitten der Stichsäge abgestimmt.
Um die Ausrüstung 11 an verschiede Stichsägen montieren zu können, können auch weitere
Löcher und Langlöcher im Schlitten 13 angeordnet sein. Die Befestigung kann auch anders,
z.B. durch einklemmen des Schlittens einer Stichsäge zwischen dem Schlitten 25 und
einem damit verschraubbaren Klemmteil erreicht werden.
[0025] Der Schlitten 13 ist in Sägerichtung vorne dank einer Abkantung 27 abgeschrägt, um
gut über das Schnittgut zu gleiten. Der Schlitten 13 besitzt vorne eine Ausnehmung
29, um das Sägeblatt 23 gut einführen zu können. Am hinteren Ende der Ausnehmung 29
ist eine oberste Sägeblattführung 31 in Form eines Schlitzes ausgebildet. Die Sägeblattführung
31 führt das Sägeblatt 23, welches im Betrieb an der Vorderkante 33 des Schwerts 15
anliegt. Dank dieser Sägeblattführung 31 ist die Position der Ausrüstung an der Stichsäge
definiert, so dass das durch die Sägeblatt führung 31 sauber geführte Sägeblatt 23
exakt vor dem Schwert 15 liegt.
[0026] Das Schwert 15 sitzt in der Verlängerung des Schlitzes der Sägeblattführung 31 am
Schlitten 13. Das Schwert 15 ist trapezförmig ausgeformt, so dass seine Vorderkante
33 in einem rechten oder stumpfen Winkel zu der gegen die Gleitfläche 35 des Schlittens
13 gerichteten Seite 37 des Schwerts 15 steht. Die gegen die Gleitfläche 35 gerichteten
Seite 37 ist länger als die zu ihr parallel verlaufende untere Endkante 39 des Schwerts
15. Nahe dem Schlitten 13 weist das Schwert 15 eine Ausnehmung 41 auf, so dass das
Schwert 15 durch die Ausnehmung 41 in eine vordere Sägeblattstütze 43 und eine hintere
Strebe 45 unterteilt ist.
[0027] Die Strebe 45 gibt der Sägeblattstütze 43 Halt und hilft im Betrieb der Stichsäge,
gerade zu schneiden. Dank der Ausnehmung 41 ist die Reibungsfläche zwischen Schwert
15 und Schnittgut verkleinert, wodurch beim Schneiden weniger Kraft aufgewendet werden
muss, um die Stichsäge vorzuschieben.
[0028] An der Vorderkante 33 des Schwerts 15 ist eine Reihe von schlitzförmigen Ausnehmungen
47 angeordnet. Die Ausnehmungen 47 sind dazu ausgelegt, Sägeblattführungsteile 19
bzw. Gleitkörper 21 aufzunehmen. Dazu weist das Sägeblattführungsteil 19 einen Steg
49 auf, welcher in die Ausnehmung 47 passt, und eine Befestigungsgabel, deren Zinken
51 einen Spalt definieren, welcher der Schwertdicke entspricht. Gegenüber der Befestigungsgabel
mit den Zinken 51 ist eine Führungsgabel mit Zinken 53 ausgebildet. Die Zinken 53
definieren einen Spalt, in welchem das Sägeblatt 23 geführt ist.
[0029] Für verschiedene Materialien können verschieden ausgeformte Sägeblattführungsteile
19, 19' (Figur 2) auf das Schwert 15 aufgesteckt werden. Das Führungsteil 19 ist im
Grundriss linsenförmig und weist an den geschwungenen Aussenseiten je eine Schneidkante
55 auf. Auf ihrer Innenseiten weisen die Zinken 51, 53 parallele Flächen auf. Das
Führungsteil 19' hingegen weist einen Steg 49' und zwei rundstabförmige, zugespitzte
Zinkenkörper 57 auf. Die zugespitzten Enden der Zinkenkörper 57 bilden die Führungsgabel
mit den Zinken 53' und die stumpfen Enden der Zinkenkörper 57 bilden die Befestigungsgabel
mit den Zinken 51'.
[0030] In gleicher Art wie die Sägeblattführungsteile 19,19' ist auch der Gleitkörper 21
aufsteckbar. Der Gleitkörper 21 dient der Führung des Schwerts 15 in einer nicht dargestellten
Führungsschiene. Der Gleitkörper 21 weist einen Einschnitt 61 und darin einen Steg
auf. Der Steg passt in die Schlitze 47 und das Schwert 15 in den Ausschnitt 61, so
dass durch Aufstecken des Gleitkörpers 21 auf das Schwert 15 eine Klemmverbindung
zustandekommt, ähnlich der Klemmverbindung zwischen Sägeblattführungsteil 19,19' und
Schwert 15. Der Gleitkörper 21 erstreckt sich über die Vorderkante 33 des Schwerts
15 hinaus. In diesem Bereich ist er voll. Daher kann der Gleitkörper 21 nur unterhalb
des Bewegungsbereiches des Sägeblattes 23 befestigt werden, um mit dem Sägeblatt 23
nicht in Konflikt zu kommen.
[0031] Die Figuren 3 und 5 zeigen, zusammengebaut mit einer Stichsäge 65, ein zweites Ausführungsbeispiel
11' einer erfindungsgemässen, für Gehrungsschnitte geeigneten Ausrüstung mit Schlitten
73 und Schwert 15', wobei diese in Figur 5 in eine anschliessend zu beschreibende
Führungseinrichtung 66 zum Führen des Schlittens 73 und des Schwertes 15' eingelegt
ist. Die Ausrüstung 11' umfasst ein an der Stichsäge 65 befestigtes Grundteil 67,
ein L-förmig abgewinkeltes Schwert 15' mit einer Endenführung 74,74', wobei der horizontale
Teil 69 des Schwerts 15' am Grundteil 67 angeschraubt ist, einen am Grundteil 67 um
eine Achse 71 verschwenkbar gelagerten Schlitten 73 und ein Sägeblatt 23', sowie eine
nur in Figur 5 gezeigte Führungseinrichtung 66. Am Schwert 15' sind eine Endenführung
74,74', zwei Sägeblatt führungen 19" mit einem runden Querschnitt und eine oberste
Sägeblattführung 19"' ausserhalb des Schnittbereiches angeschweisst oder angelötet.
Die Endenführung 74,74' ist durch zwei am Schwert 15' angelötete oder angeschweisste
Metallteile gebildet, welche als Gleitkörper 21',21" ausgebildet sind.
[0032] Das Grundteil 67 weist hinten einen Arm 75 (Fig. 5) und daran eine parallel zur Schwenkachse
71 ausgerichteten Feststellschraube 76 mit einem Feststellkopf 77 mit Feststellhebel
79 auf. Durch den Feststellkopf 77 auf der Feststellschraube 76 ist eine mit dem Schlitten
73 verbundene Platte 81 gegen den Arm 75 geklemmt. Die Platte 81 weist in einem Abstand
zur Schwenkachse 71 einen kreisförmigen Schlitz 83 auf. Der Schaft der Feststellschraube
76 ist durch den Schlitz 83 geführt, wobei der Feststellkopf 77 auf der einen Seite
und der Arm 75 auf der anderen, dem Grundteil 67 zugewandten Seite der Platte 81 angeordnet
ist. Der Arm 75 ist durch ein senkrecht zur Schwenkachse 71 ausgerichtetes Band 84
gebildet, welches über die ganze Breite des Grundteils 67 geführt ist. Am dem Arm
75 gegenüberliegenden Ende weist das Band 84 einen Drehpunkt 71' auf, in welchem die
Platte 81 und der mit der Platte 81 verbundene Schlitten 73 schwenkbar gelagert sind.
Am vorderen Ende des Grundteils 67 ist auf der Drehachse 71 ein weiterer Drehpunkt
71" ausgebildet, in welchem der Schlitten 73 gelagert ist.
[0033] Wird nun das Grundteil 67 gegenüber dem Schlitten 73 verschwenkt, kann die Verschwenkung
in jeder Stellung zwischen 0 und 45 Grad durch Festziehen des Feststellschraubenkopfes
77 fixiert werden. Um die Neigung der Schnittebene 86 (bzw. 86' in der gestrichelt
eingezeichneten verschwenkten Stellung) bestimmen zu können, ist an der Platte 81
eine Winkelskala 85 angebracht. Schwert 15' und Sägeblatt 23' stehen dann entsprechend
dem eingestellten Winkel verschwenkt zu Schlitten 73 bzw. der Oberfläche des Schnittgutes,
auf welchem der Schlitten 73 steht und gleitet. Damit das Sägeblatt 23' und das Schwert
15' gegenüber dem Schlitten 73 verschwenkt werden können, weist der Schlitten 73 eine
Ausnehmung 29' im Bereich von Sägeblatt 23' und Schwert 15' auf. Der Rand dieser Ausnehmung
29' ist auf der Seite der Schwenkachse 71 nahe der Schnittebene 86 bzw. dem Schwert
15' und dem Sägeblatt 23'. Auf der andern Seite der Schnittebene 86 hingegen ist der
Rand der Ausnehmung 29' in einem grösseren Abstand dazu, um dem Schwert 15' und dem
Sägeblatt 23' den notwendigen Bewegungsspielraum für eine Schwenkbewegung um 45 Grad
zu gewähren. Bei einem Ausführungsbeispiel mit der Schwenkachse in der Schnittebene
und nahe der Auflagefläche des Schlittens ist die Ausnehmung kleiner ausgestaltbar.
Ein so ausgebildeter Schlitten oder Wagens kann auch beidseitig verschwenkbar sein.
[0034] Figur 4 zeigt, dass das Schwert 15' an seiner hinteren Kante 88 gerundet ist, um
mit weniger Widerstand durch das Schnittgut zu gleiten. Die Sägeblattführungen 19"
sind seitlich an das Schwert 15' angeschweisst oder angelötet und bilden eine Führungsgabel
mit Zinken 53". Die Zinken 53" sind aus Draht gefertigt und können jederzeit gerichtet
werden.
[0035] Die Führungseinrichtung 66, in Figur 5 im Zusammenhang mit den Teilen der Ausrüstung
11' dargestellt, welche an der Stichsäge 65 befestigt sind, ist in der Figur 6 in
einem Vertikalschnitt ohne Stichsäge 65 und daran befestigter Teile und in Figur 7
in einer Aufsicht gezeigt. Die Führungseinrichtung 66 besteht aus zwei gegeneinander
verschwenkbaren Teilen, nämlich der Schlittenführung 87 und der Schwertführung 89.
Die beiden Drehpunkte 91' und 91" bestimmen die Schwenkachse 91, welche sich mit der
Schwenkachse 71 einer eingelegten Stichsäge 65 mit Schwert 15' und schwenkbarem Schlitten
73 deckt. Die Schlittenführung 87 weist eine Führungsleiste 92 mit einer Führungskante
94 aus einem Winkelprofil auf. An der Führungsleiste 92 sind zwei Arme 93,93' angeordnet,
an welchen die Schwertführung 89 verschwenkbar gelagert ist. Die Schwertführung 89
ist mit zwei, in einem Abstand zueinander angeordneten, dreieckigen Führungsprofilen
95,95' ausgerüstet. Die Führungsprofile 95,95' besitzen einen rechtwinklig gleichschenkligen,
dreieckigen Querschnitt, wobei eine Kathete 97 des einen Profiles 95 einer Kathete
97' des anderen Profiles 95' parallel gegenüber steht und die Hypothenusen 99,99'
rechtwinklig zueinander stehen. Die anderen Katheten 101,101' liegen mit einem Abstand
zum Schlitten 15' beziehungsweise der Unterseite der Führungsleiste 92, welcher der
Schwertlänge entspricht, in einer unteren Abschlussfläche 103 der Schwertführung 89.
Die Führungsprofile 95,95' sind mit ihren Enden an je einem Hebelarm 105,105' befestigt,
welcher um die Achse 91 verschwenkt werden kann. Die Hebelarme 105,105' sind je mit
einem Hebelarm 107,107' verbunden, welche in einem Anstand zur Drehachse 91 eine Winkelführungsschiene
109 halten.
[0036] Ein Kupplungsorgan 111 am mit dem Grundteil 67 verbundenen Arm 83 (Figur 5) wird
durch Aufklappen in die Winkelführungsschiene 109 eingehängt. Die Winkelführungsschiene
109 wird beim Verschwenken des Grundteils 67 gegenüber dem Schlitten 73 durch das
Kupplungsorgan 111 gehoben bzw. gesenkt, wodurch die Schwert führung 89 insgesamt
verschwenkt wird und entsprechend das Schwert 15' in seiner verschwenkten Lage (Schnittebene
86' in Figur 5) führt. Da die Achsen 71 und 91 sich decken und die Winkelführungsschiene
109 mit dem Grundteil 67 verschwenkt wird, werden Schwert 15' und Schwertführung 89
genau um den gleichen Winkel verschwenkt. Damit der Schlitten 73 nicht von der Schlittenführung
87 weggleiten kann, weist die Führungsleiste 92 eine Abwinkelung 113 auf, in welche
ein am Grundteil 67 befestigtes Kupplungsorgan 115 einhängbar ist.
[0037] Damit die Kupplungsorgane 111,115 bei der Benützung der ausgerüsteten Stichsäge 65
ohne Führungseinrichtung 66 nicht stören, sind sie einklappbar. Das Kupplungsorgan
111 ist mit dem vertikalen Scharnier 117 zurückklappbar. In aufgeklapptem Zustand
wird das Scharnier 117 durch die Feststellschraube 76 fixiert. Das Kupplungsorgan
115 ist um die Achse 71 verschwenkbar und liegt in eingeklapptem Zustand auf dem Grundteil
67 auf.
1. Ausrüstung für eine Stichsäge mit Gehäuse, Antrieb und Pendelkopf zum Sägen oder Schneiden
von Faser- und Schaumkunststoffplatten, Kork und anderen relativ weichen Materialien,
sowie mehrschichtigen Platten mit einer entsprechenden Schicht, insbesondere Isolationsplatten
und -matten, wobei die Ausrüstung wenigstens aus einem Sägeblatt und einem mit dem
Sägeblatt zusammenwirkenden, an einem Schlitten oder Wagen befestigten oder befestigbaren
Schwert besteht, das Sägeblatt einen Kopf zum Befestigen am Pendelkopf der Stichsäge
und das Schwert eine Endenführung zum seitlichen Führen des untersten Teils des Sägeblatts
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwert (15,15') wenigstens so lang ist,
dass das unterste Ende (39) des Schwerts (15,15') soweit hinabreicht wie das unterste
Ende des Sägeblattes in seiner untersten Stellung und/oder wenigstens eine weitere
Sägeblattführung (19,19',19") am Schwert angeordnet ist, um das Sägeblatt (23,23')
beim Schneiden eines Schnittgutes innerhalb des Schnittgutes seitlich zu führen.
2. Ausrüstung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Gleitkörper
(21,21',21") beidseitig am unteren Ende des Schwerts (15,15') angeordnet ist, so dass
das untere Ende des Schwerts (15,15') durch eine unterhalb eines Schneidgutes angeordneten
Führungsschiene (95,95') am Gleitkörper (21) oder an den Gleitkörpern (21',21") führbar
ist.
3. Ausrüstung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Endenführung (74,74')
des Sägeblattes (23') durch den oder die Gleitkörper (21',21") gebildet ist.
4. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwert
(15,15'), die Endenführung (74,74') und/oder der wenigstens eine Gleitkörper (21,21',21")
unter den Bewegungsbereich des Sägeblattes (23,23') hinabreicht und sich über die
Vorderkante (33) des Schwerts (15,15') in Richtung Vorderkante des Sägeblattes (23,23')
erstreckt, um das Sägeblatt (23,23') vor Schlägen von unten zu schützen.
5. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, die wenigstens
eine weitere Sägeblattführung (19,19') auf das Schwert aufsteckbar ist.
6. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens
eine Sägeblatt führung (19',19") sich nach vorne verjüngend ausgebildet ist.
7. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen gegenüber
dem Sägeblatt (23') und dem Schwert (15') stufenlos verschwenkbaren Schlitten (73)
oder Wagen, um Gehrungsschnitte ausführen zu können.
8. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine oberste
Sägeblattführung (19"') über dem Schneidbereich des Sägeblattes (23,23') am Schwert
(15'), am Schlitten (13) oder Wagen oder am Grundteil (67) angeordnet ist.
9. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwert
(15') aus einem rechtwinklig abgekanteten Blech gefertigt ist, wobei der senkrecht
zum Sägeblatt (23') ausgerichtete Teil (69) an einem Schlitten (13,73), Wagen oder
Grundteil (67) angeordnet ist.
10. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine das Schwert
(15,15') und einen Schlitten (13,73) oder Wagen führende Führungseinrichtung (66).
11. Ausrüstung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung
(66) eine Schlittenführung (87) und eine dazu verschwenkbare Schwertführung (89) aufweist,
wobei die Schwertführung (89) mit dem gegenüber dem Schlitten (73) verschwenkbaren
Schwert (15') gekoppelt ist, um mit diesem um den gleichen Winkel verschwenkt zu werden.
12. Ausrüstung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (71) des
Schwerts (15') und die Schwenkachse (91) der Schwertführung (89) in der gleichen Höhe
und im gleichen Abstand zu der Führungskante (94') des Schlittens (73) resp. zu der
Führungskante (94) der Führungsleiste (92) angeordnet sind, um im Betrieb auf der
gleichen Linie zu liegen.
13. Stichsäge oder Pendelsäge, gekennzeichnet durch eine Ausrüstung nach einem der Ansprüche
1 bis 12.