(19)
(11) EP 0 826 830 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.01.2005  Patentblatt  2005/01

(21) Anmeldenummer: 97114712.9

(22) Anmeldetag:  26.08.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E01C 13/06

(54)

Verfahren zum Herstellen von Bodenbelägen und Bodenbelag, bestehend aus einer Trägerschicht und einem Oberbelag

Process for making floorcoverings and floorcovering consisting of a support layer and a top layer

Procédé de fabrication de revêtements de sol et revêtement de sol constitué d'une couche de support et d'une couche de couverture


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI PT

(30) Priorität: 29.08.1996 DE 19634902

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.03.1998  Patentblatt  1998/10

(73) Patentinhaber: Berleburger Schaumstoffwerk GmbH
57319 Bad Berleburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Pöppel, Rainer
    57319 Bad Berleburg (DE)

(74) Vertreter: Valentin, Ekkehard, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Hemmerich, Valentin, Gihske, Grosse, Hammerstrasse 2
57072 Siegen
57072 Siegen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 258 871
DE-A- 2 623 534
DE-U- 29 513 835
CH-A- 601 567
DE-A- 2 658 730
US-A- 4 392 335
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von aus einer elastischen Trägerschicht, einem Oberbelag und einer Einlage zwischen diesen beiden Schichten bestehenden Bodenbelägen, die im Sport- und Spielbereich als Außenbeläge eingesetzt sind, sowie einen Bodenbelag, der nach dem Verfahren herstellbar ist.

    [0002] Es ist bekannt, z.B. Laufbahnen, Spielfelder, Spielflächen, Kinderspielplätze und dergleichen mit Bodenbelägen zu versehen. Diese Bodenbeläge werden wie nachfolgend beschrieben hergestellt respektive verlegt. Auf einem durch Säubern, Entfetten usw. vorbereiteten verklebefähigen Untergrund wird eine elastische Trägerschicht aus gebundenen Gummifasern oder Granulaten (z.B. Regupol) flüssig oder mittels Kleben aufgebracht. Auf diese Elastikschicht wird eine den eigentlichen Lauf/Spielbelag darstellende Deckschicht aufgetragen. Dies erfolgt durch Aufbringen einer teigigen Masse, die auf der elastischen Trägerschicht gleichmäßig verteilt wird und aushärtet. Das Verkleben der Trägerschicht mit dem Untergrund ist hierbei zwingend notwendig, um insbesondere temperaturbedingte Verwerfungen der Deckschicht, z.B. durch intensive Sonneneinstrahlung, zu verhindern.

    [0003] Diese bekannte Art der Verlegung bzw. Herstellung eines Bodenbelages ist relativ teuer, denn es muß in vielen Fällen erst ein entsprechender Untergrund geschaffen bzw. der vorhandene Untergrund erneuert werden, um das Verlegen zu möglichen. Weiterhin verursacht das arbeits- und zeitintensive Beseitigen des alten Bodenbelages hohe Kosten. Der alte Bodenbelag und eventuell auch der Untergrund müssen entsorgt werden, was wiederum zu Kosten führt. Ein Recyclen des Bodenbelages ist aufgrund der schlechten Trennung der verschiedenen Materialien nur schwer oder überhaupt nicht möglich.

    [0004] Bei einem aus der DE 295 13 835 U bekannten Bodenbelag der eingangs genannten Art besteht die untere Schicht aus einem Gemisch aus mit Kunstharz verbundenen Altgummischnitzeln und die Deckschicht bzw. der Oberbelag aus einem Splittgemisch, wobei die Material-Bestandteile dieser beiden Schichten mit Kunstharz getränkt und verbunden sind. Ein zwischen diesen beiden Schichten eingelegtes Glasfasemetz soll die Unterschicht nivellieren und zu einer stärkeren Bindung der Deckschicht führen.

    [0005] Durch die DE 26 58 730 A ist ein mehrschichtiger Bodenbelag bekanntgeworden, der zwischen zwei Lagen bzw. Schichten zur Aufnahme von vertikalen Kräften, hervorgerufen von Gleit- und Drehbewegungen der Füße einer Sport treibenden Person, mit einem druckverteilenden Gewebe versehen ist. Auf die Oberseite wird außerdem noch eine Verschleiß- und Deckschicht aufgetragen.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen bzw. Verlegen eines Bodenbelages und einen Bodenbelag ohne die eingangs erwähnten Nachteile zu schaffen, der insbesondere einfach zu verlegen und leicht austauschbar ist.

    [0007] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die elastische Trägerschicht kleberlos auf dem Untergrund ausgelegt wird, dann darauf eine temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen aufnehmende dimensionsstabile, durchlässige Einlage ausgebreitet wird, auf die zur Bildung des Oberbelags eine im Ausgangszustand teigige Kunststoffmasse aufgetragen und verteilt wird, die die Einlage durchdringt, wobei die teigige Kunststoffmasse nach dem Aushärten einen innigen Verbund mit der Einlage und der Trägerschicht bildet. Der Erfindung liegt die durch zahlreiche Versuche überraschend bestätigte Erkenntnis zugrunde, daß sich ein erfindungsgemäß hergestellter Bodenbelag aufgrund der dimensionsstabilen Zwischenlage verlegen läßt, ohne ihn mit dem Untergrund verkleben zu müssen. Es wird kein gebundener, verklebefähiger Untergrund benötigt. Der Bodenbelag kann einfach aufgerollt, entfernt und an anderer Stelle wieder verlegt werden. Dadurch, daß keine Teile des Untergrundes an dem erfindungsgemäß hergestellten Bodenbelag anhaften können, gestaltet sich die Entsorgung erheblich einfacher als bisher, und insbesondere wird auch das Recycling wesentlich vereinfacht. Die für die Verlegung des erfindungsgemäßen Bodenbelages aufzuwendenden Kosten sind um mehr als die Hälfte geringer als bei bekannten verklebten Bodenbelägen.

    [0008] Bei einem nach dem Verfahren hergestellten Bodenbelag sind Trägerschicht und Oberbelag über eine temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen aufnehmende dimensionsstabile, durchlässige Einlage innig miteinander verbunden. Die zwischen den beiden Schichten angeodnete dimensionsstabile Einlage sorgt dafür, daß es zu einer innigen Verbindung zwischen dem Oberbelag, welcher vorteilhaft aus Polyurethan (PUR) besteht, der dimensionsstabilen Einlage und der Trägerschicht kommt, wobei große horizontale Kräfte, wie verursacht aufgrund von thermisch bedingten Dehnungen und Schrumpfungen, aufgenommen werden.

    [0009] Ein fester Verbund der vorgenannten Schichten läßt sich auch dann erreichen, wenn dimensionsstabile Einlagen zur Anwendung kommen, die einen größeren Durchlaß des Polyurethanmaterials erlauben, als alternativ und vorteilhaft einzusetzende Textilbahnen oder -flächen (vorzugsweise Glas- oder Polyestergewebe), die gleichwohl eine ausreichende Durchlässigkeit besitzen. Neben den textilen Einlagen eignen sich weiterhin Drahtgeflechte, Gitter aus Streckmetall sowie Faserarmierungen, z.B. Glasfasergeflechte. Auch für den Oberbelag sind neben PUR andere Kunststoffe verwendbar; sie müssen nur mit der Trägerschicht unter Einschluß der dimensionsstabilen Einlage verbindbar sein. Die Dicke der einzelnen Schichten bzw. der Einlage ist hierbei weitgehend variabel.

    [0010] In zahlreichen Versuchen hat sich bestätigt, daß durch die dimensionsstabile Einlage eine Längung oder Verwerfung des Bodenbelages unterbunden wird, und auch bei Temperaturschwankungen werden größere Längenausdehnungen verhindert, so daß keine Blasen in der Laufbahn entstehen können. Die Einlage nimmt die durch temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen entstandenen Kräfte auf, so daß der Bodenbelag stets formstabil bleibt.

    [0011] Für den neuartigen Bodenbelag sind noch andere Anwendungsfälle als die eingangs genannten denkbar. So kann der Belag z.B. für die Abdeckung von Flachdächern eingesetzt werden.

    [0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung, in der ein in der Zeichnung schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert ist.

    [0013] Die einzige Figur zeigt einen Schnitt durch einen Bodenbelag 1. Der Bodenbelag 1 besteht aus einer elastischen Trägerschicht 2, einer Einlage 3 und dem Oberbelag 4.

    [0014] Im folgenden wird die Herstellung und Verlegung des Bodenbelages 1 näher erläutert. Die elastische Trägerschicht 2 wird auf dem zu beschichtenden Untergrund 5 ausgelegt. Auf der Trägerschicht 2 wird dann die Einlage 3 ausgebreitet, die aus einem dimensionsstabilen Material besteht, vorzugsweise Textilbahnen oder -flächen. Es lassen sich aber auch andere dimensionsstabile Einlagen 3 verwenden, z.B. Drahtgeflechte, Gitter aus Streckmetall, Faserarmierungen. Der Oberbelag 4 wird als teigige Kunststoffmasse auf die dimensionsstabile Einlage 3 aufgetragen und auf dieser verteilt. Die Kunststoffmasse durchdringt dabei die Einlage 3 so daß sich nach der Aushärtung der Kunststoffmasse eine innige Verbindung zwischen dem Oberbelag 4, der Einlage 3 und der Trägerschicht 2 ergibt, was - lediglich zur Veranschauung und stark überbetont - durch die wellenförmigen Linien 6 verdeutlicht ist. Die dimensionsstabile Einlage 3 nimmt z.B. durch temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen entstehende Kräfte auf, so daß der gesamte Bodenbelag 1 formstabil bleibt und daher nicht mit dem Boden 5 verklebt werden muß.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen von aus einer elastischen Trägerschicht (2), einem Oberbelag (4) und einer Einlage (3) zwischen diesen beiden Schichten (2, 4) bestehenden Bodenbelägen (1), die im Sport- und Spielbereich als Außenbeläge eingesetzt sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die elastische Trägerschicht (2) kleberlos auf dem Untergrund (5) ausgelegt wird, dann darauf eine temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen aufnehmende dimensionsstabile, durchlässige Einlage (3) ausgebreitet wird, auf die zur Bildung des Oberbelags (4) eine im Ausgangszustand teigige Kunststoffmasse aufgetragen und verteilt wird, die die Einlage (3) durchdringt, wobei die teigige Kunststoffmasse nach dem Aushärten einen innigen Verbund mit der Einlage (3) und der Trägerschicht (2) bildet.
     
    2. Bodenbelag (1), nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 herstellbar, bestehend aus einer elastischen Trägerschicht (2), einem Oberbelag (4) und einer Einlage (3) zwischen diesen beiden Schichten (2, 4),
    dadurch gekennzeichnet,
    daß Trägerschicht (2) und Oberbelag (4) über eine temperaturbedingte Längungen oder Schrumpfungen aufnehmende dimensionsstabile, durchlässige Einlage (3) innig miteinander verbunden sind.
     
    3. Bodenbelag nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einlage (3) aus Textilbahnen oder -flächen besteht.
     
    4. Bodenbelag nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einlage (3) aus einem Drahtgeflecht besteht.
     
    5. Bodenbelag nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einlage (3) als Gitter aus Streckmetall ausgeführt ist.
     
    6. Bodenbelag nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einlage (3) aus Faserarmierungen hergestellt ist.
     


    Claims

    1. A method for producing floor coverings (1) made from an elastic carrier layer (2), an upper layer (4) and an insert (3) between these two layers (2, 4), which are used as outer coverings in sports and recreation,
    characterised in that
    the elastic carrier layer (2) is arranged without adhesive on the base (5), then a dimensionally stable, permeable insert (3) that is capable of absorbing expansion or shrinkage under the effects of temperature is spread out thereon and on which a plastic mass having a doughy consistency in its original state is applied and spread to form the upper layer (4) and penetrates the insert (3), wherein upon curing the doughy plastic mass forms a tight bond with the insert (3) and the carrier layer (2).
     
    2. The floor covering (1) produced according to the method cited in claim 1, made from an elastic carrier layer (2), an upper layer (4) and an insert (3) between these two layers (2, 4),
    characterised in that
    carrier layer (2) and upper layer (4) are bonded tightly with one another via a dimensionally stable, permeable insert (3) that is capable of absorbing expansion or shrinkage under the effects of temperature.
     
    3. The floor covering according to claim 2,
    characterised in that
    the insert (3) is made from lengths or pieces of textile.
     
    4. The floor covering according to claim 2,
    characterised in that
    the insert (3) is made from a wire mesh.
     
    5. The floor covering according to claim 2,
    characterised in that
    the insert (3) is constructed as a lattice of expanded metal.
     
    6. The floor covering according to claim 2,
    characterised in that
    the insert (3) is manufactured from fibre reinforcement.
     


    Revendications

    1. Procédé de fabrication de revêtements de sol (1) constitués d'un support (2) élastique, d'un revêtement supérieur (4) et d'une garniture intérieure (3) entre ces deux couches (2,4), qui peut être utilisé sur des terrains de sport et de jeux comme revêtement extérieur,
    caractérisé en ce que,
    le support (2) élastique est étalé sans adhésif sur le fond (5), puis une garniture intérieure (3) perméable, à dimensions stables qui prend en compte les allongements ou les rétractions liées aux températures est étendue sur ce dernier, sur laquelle, afin de former le revêtement supérieur (4), une masse plastique pâteuse à l'état de sortie est appliquée et répartie, laquelle traverse la garniture intérieure (3), moyennant quoi la masse plastique pâteuse forme, après durcissement, une liaison intime avec la garniture intérieure (3) et le support (2).
     
    2. Revêtement de sol (1), fabriqué selon le procédé de la revendication 1, constitué d'un support (2) élastique, un revêtement supérieur (4) et une garniture intérieure (3) entre ces deux couches (2,4),
    caractérisé en ce que,
    le support (2) et le revêtement supérieur (4)sont reliés l'un à l'autre intimement par une garniture intérieure (3) perméable, à dimensions stables qui prend en compte les allongements ou les rétractions liées aux températures.
     
    3. Revêtement de sol selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que,
    la garniture intérieure (3) est constituée de bandes ou de surfaces textiles.
     
    4. Revêtement de sol selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que,
    la garniture intérieure (3) est constituée d'un grillage métallique.
     
    5. Revêtement de sol selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que,
    la garniture intérieure (3) est réalisée comme une grille en métal déployé.
     
    6. Revêtement de sol selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que,
    la garniture intérieure (3) est fabriquée dans une armature en fibres.
     




    Zeichnung