Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen nach
der Gattung des Patentanspruchs 1 aus. Ein derartiges aus der DE-OS 42 28 359 A1 bekanntes
Kraftstoffeinspritzventil weist einen Ventilkörper mit einer axialen Bohrung auf,
in der ein kolbenförmiges Ventilglied geführt ist, das zur Steuerung eines Einspritzquerschnitts
durch den Kraftstoffhochdruck entgegen der Kraft einer Schließfeder nach außen verschiebbar
ist. Das Ventilglied weist dabei an seinem brennraumseitigen Ende einen aus der Bohrung
des Ventilkörpers ragenden Schließkopf auf, der ein Ventilschließglied bildet und
an dessen dem Ventilkörper zugewandter Seite eine Ventildichtfläche angeordnet ist,
mit der der Schließkopf mit einer an der brennraumseitigen Stirnseite des Ventilkörpers
angeordneten Ventilsitzfläche zusammenwirkt. Dabei ist weiterhin wenigstens eine Einspritzöffnung
am Ventilglied in Höhe des Schließkopfes vorgesehen, die von einem zwischen dem Ventilglied
und der Bohrung gebildeten Druckraum ausgeht. Die Austrittsöffnung der Einspritzöffnung
ist in Schließstellung des Ventilgliedes vom Ventilkörper abgedeckt und wird erst
im Verlauf des nach außen gerichteten Öffnungshubes des Ventilgliedes durch Austauchen
aus der Bohrung freigegeben.
[0002] Mit seinem dem Schließkopf abgewandten, brennraumfernen Ende ragt das Ventilglied
in einen Federraum, der in einem axial mit dem Ventilkörper verspannten Haltekörper
gebildet ist. Dabei weist das Ventilglied an seinem brennraumfernen Schaftende einen
Federteller auf, zwischen dem und einem am Ventilkörper anliegenden gehäusefesten
Anschlag die Schließfeder eingespannt ist.
[0003] Die Kraftstoffeinspritzung erfolgt mit Beginn der Kraftstoffhochdruckzufuhr in den
Druckraum des Einspritzventils, wobei der Kraftstoffhochdruck das Ventilglied in Öffnungsrichtung
beaufschlagt und entgegen der Rückstellkraft der Schließfeder vom Ventilsitz nach
außen abhebt. Dabei wird bereits nach einem kurzen Öffnungshubweg des Ventilgliedes
die Einspritzöffnung aufgesteuert, so daß der Kraftstoff in den Brennraum der zu versorgenden
Brennkraftmaschine eingespritzt wird.
[0004] Die maximale Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes wird dabei durch die Anlage einer
durch einen Bund am Ventilgliedschaft gebildeten Anlagefläche an einem gehäusefesten
Hubanschlag begrenzt, über dessen Lage sich der maximale Öffnungshub einstellen läßt.
[0005] Dabei weist das bekannte Kraftstoffeinspritzventil den Nachteil auf, daß an den Kontaktflächen
des Hubanschlages infolge der starken Ventilgliedhubverzögerung sehr hohe Flächenpressungskräfte
an den Kontaktstellen und, bedingt durch die Massenkräfte des Ventilgliedes,sehr hohe
dynamische Zugspannungskräfte am Ventilglied auftreten, die zu einem Bruch des Ventilgliedes
und somit zum Totalausfall des gesamten Kraftstoffeinspritzsystems führen können.
[0006] Dabei tritt bei den bekannten Kraftstoffeinspritzventilen der Zielkonflikt auf, daß
das Absenken der Flächenpressungskräfte durch eine Vergrößerung der waagerechten Auflagefläche
am Ventilglied zu einer Erhöhung der Zugspannungen im verbleibenden Ventilgliedquerschnitt
führt und umgekehrt.
[0007] Da zudem der maximale Ventilglieddurchmesser im Bereich der Anlagefläche montagebedingt
auf das Maß des kleinsten Führungsquerschnittes beschränkt ist, ist eine einfache
Vergrößerung des Anschlagquerschnittes am Ventilglied nicht möglich, so daß bisher
keine Lösung des beschriebenen Zielkonfliktes bekannt ist.
Vorteile der Erfindung
[0008] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß mittels einer konischen
Ausbildung der Kontaktflächen des Ventilgliedhubanschlages der tragende Querschnitt
des Ventilgliedes gesteigert werden kann, ohne dabei die Flächenpressung an der Anlagefläche
des Ventilgliedes überproportional zu erhöhen. Dazu weisen die ortsfeste konische
Hubanschlagfläche und die mit dieser zusammenwirkende konische Ventilgliedanlagefläche
den gleichen Neigungswinkel auf, um eine möglichst große Krafteinleitungsfläche bereitzustellen.
[0009] Um die Kerbwirkung im kritischen Übergangsbereich zwischen der Anlagefläche am Ventilglied
zu dessen zylindrischen Schaft zu reduzieren, ist dieser Querschnittsübergang in vorteilhafter
Weise mit einem großen Radius abgerundet ausgebildet.
[0010] Die konische Hubanschlagfläche ist in vorteilhafter Weise an der Stirnseite eines
Anschlagringes vorgesehen, wobei der Übergang von der konischen Anschlagfläche zur
zylindrischen Innenwand über verschiedene Neigungswinkel der schrägen Innenwandflächen
erfolgt.
[0011] Für die Montage ist der Anschlagring aus zwei Halbschalen gebildet, die in eingebautem
Zustand von einem Stützring umschlossen sind, der die Halbschalen in ihrer Lage fixiert
und sichert, wobei der Stützring zudem die durch die konische Krafteinleitungsfläche
bedingten Spreizkräfte an den Halbschalen aufnimmt.
[0012] Um Fertigungstoleranzen innerhalb der beiden Halbschalen zu verringern, werden die
beiden Halbschalen in vorteilhafter Weise durch Auftrennen eines fertig bearbeiteten
Ringes hergestellt, wobei alternativ auch eine Aufteilung in drei oder mehr Anschlagringsegmente
möglich ist.
[0013] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0014] Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils für Brennkraftmaschinen
ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der folgenden Beschreibung näher erläutert.
[0015] Es zeigen die Figur 1 ein bekanntes Kraftstoffeinspritzventil in einem Längsschnitt,
die Figur 2 die erfindungsgemäße Ausbildung des Hubanschlages in einem Ausschnitt
aus einem Kraftstoffeinspritzventil gemäß Figur 1 und die Figur 3 eine vergrößerte
Einzelteildarstellung des Innenquerschnitts einer Halbschale des Hubanschlagrings
aus der Figur 2.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0016] Das in der Figur 1 dargestellte bekannte Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen
weist einen Ventilkörper 1 auf, der mittels einer Überwurfmutter 3 axial gegen einen
Ventilhaltekörper 5 verspannt ist. Der mit seinem freien Ende in den Brennraum der
Brennkraftmaschine ragende Ventilkörper 1 weist eine axiale Führungsbohrung 7 auf,
in der ein kolbenförmiges Ventilglied 8 axial verschiebbar gelagert ist, an dessen
unterem, in den Brennraum ragenden Ende ein Ventilschließkopf 9 angeordnet ist. Dieser
Ventilschließkopf 9 weist eine dem Ventilkörper 1 zugewandte konische Ventildichtfläche
11 auf, die mit einer entsprechenden konischen Ventilsitzfläche 13 an der brennraumseitigen
Stirnseite des Ventilkörpers 1 zusammenwirkt. Der in die Führungsbohrung 7 ragende,
gegenüber dem die Dichtfläche 11 aufweisenden Teil radial abgesetzte Abschnitt des
Ventilschließkopfes 9 ist dabei als Kolbenschieber ausgebildet, der mit seiner brennraumfernen
Ringstirnfläche 15 einen Druckraum 17 innerhalb der Führungsbohrung 7 begrenzt, von
dem eine Vielzahl von axialen Zulaufkanälen 19 im Ventilschließkopf 9 ausgehen, von
denen jeweils eine radiale Einspritzöffnung 21 abführt. Dabei sind die Austrittsöffnungen
der Einspritzöffnungen 21 so angeordnet, daß sie bei geschlossenem Einspritzventil,
bei am Ventilsitz 13 anliegendem Ventilglied 8, von der Wand der Führungsbohrung 7
verschlossen sind und erst im Verlauf des nach außen gerichteten Öffnungshubs des
Ventilgliedes 8 aus der Überdeckung mit dem Ventilkörper 1 austauchen.
[0017] Die Kraftstoffhochdruckzufuhr in den Druckraum 17 erfolgt über einen Hochdruckkanal
23, der den Ventilkörper 1 und den Ventilhaltekörper 5 axial durchdringt und an den
eine von einer nicht gezeigten Kraftstoffeinspritzpumpe abführende Einspritzleitung
angeschlossen ist.
[0018] Mit seinem brennraumabgewandten Ventilgliedschaft ragt das Ventilglied 8 in einen
im Ventilhaltekörper 5 vorgesehenen Federraum 25, in den eine das Ventilglied 8 in
Schließrichtung zum Ventilsitz 13 hin beaufschlagende Ventilfeder 27 eingesetzt ist.
Dabei ist am brennraumfernen Ende des Ventilgliedes 8 ein Federteller 29 angeordnet,
zwischen dem und einem gehäusefesten Ringeinsatz 31 die Ventilfeder 27 eingespannt
ist.
[0019] Der Ringeinsatz 31 liegt dabei mit seiner federabgewandten Stirnfläche an einem Anschlagring
33 an, der mit seiner anderen Stirnfläche an der brennraumfernen Stirnfläche des Ventilkörpers
1 anliegt. Dabei ist der Innendurchmesser des Anschlagringes 33 kleiner ausgebildet,
als der Innendurchmesser des Ringeinsatzes 31, so daß an der Kontaktfläche zwischen
Ringeinsatz 31 und Anschlagring 33 eine ringförmige Hubanschlagfläche 35 gebildet
ist. Mit dieser Hubanschlagfläche 35 wirkt zur Begrenzung der nach außen gerichteten
Ventilgliedöffnungshubbewegung eine Anlagefläche 37 am Ventilglied 8 zusammen, die
an einer brennraumseitigen Schulter eines Ringbundes 39 am Ventilgliedschaft 8 gebildet
ist und die bei geschlossenem Einspritzventil einen, den maximalen Öffnungshubweg
definierenden Abstand zur Hubanschlagfläche 35 aufweist.
[0020] Bei der in der Figur 2 dargestellten erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Kontaktflächen
des die Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes 8 begrenzenden Hubanschlags, ist die
sich an den Ringbund 39 brennraumseitig anschließende Anlagefläche 37 am Ventilglied
8 konisch ausgebildet und geht über einen großen Radius in die zylindrische Mantelfläche
des Ventilgliedschaftes über. Analog dazu ist die Hubanschlagfläche 35 am Anschlagring
33 konisch ausgebildet, wobei die beiden konischen Kontaktflächen den gleichen Neigungswinkel
aufweisen, um so eine möglichst großflächige Anlage- und Krafteinleitungsfläche bereitzustellen.
[0021] Der Anschlagring 33 ist im in der Figur 2 dargestellten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel
aus zwei Halbschalen 41 gebildet, die durch Auftrennen eines fertig bearbeiteten Anschlagringes
hergestellt sind.
[0022] Zur Fixierung der Halbschalen 41 und zur Aufnahme der auf diese eingeleiteten Spreizkräfte
sind die Halbschalen 41 in einen Stützring 43 eingesetzt, der ebenfalls an der brennraumfernen
Stirnfläche des Ventilkörpers 1 anliegt.
[0023] In der Figur 3 ist der Innenwandverlauf der Halbschalen 41 vergrößert dargestellt,
wobei die konische Hubanschlagfläche 35 über verschieden geneigte konische Flächen
45 in den zylindrischen Innenwandbereich 47 übergeht.
[0024] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil arbeitet in folgender Weise.
Im Ruhezustand, d.h. wenn keine Hochdruckförderung an der dem Einspritzventil zugeordneten
Hochdruckeinspritzpumpe erfolgt, hält die Ventilfeder 27 das Ventilglied 8 mit seiner
Dichtfläche 11 in Anlage an der Ventilsitzfläche 13 am Ventilkörper 1, wobei die Einspritzöffnungen
21 durch die Wand der Führungsbohrung 7 abgedeckt sind, so daß das Einspritzventil
geschlossen ist.
[0025] Beim Einspritzvorgang gelangt der von der Hochdruckeinspritzpumpe geförderte Kraftstoff
in bekannter Weise über den Druckkanal 23 und den Ringspalt zwischen Führungsbohrung
7 und Ventilglied 8 in den Druckraum 17. Dort greift der Kraftstoffhochdruck an der
Ringstirnfläche 15 des Ventilschließkopfes 9 in Öffnungsrichtung des Ventilgliedes
8 an und hebt nach Erreichen eines bestimmten Öffnungsdrucks das Ventilglied 8 entgegen
der Rückstellkraft der Ventilfeder 27 nach außen vom Ventilsitz 13 ab. Dabei tauchen
nach einem kurzen Leerhub die Einspritzöffnungen 21 aus der Überdeckung mit der Wand
der Führungsbohrung 7 aus, so daß der Kraftstoff aus dem Druckraum 17 über den Zulaufkanal
19 und die Einspritzöffnungen 21 zur Einspritzung in den Brennraum der Brennkraftmaschine
gelangt.
[0026] Die maximale Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes 8 wird dabei durch die Anlage
der Ventilgliedanlagefläche 37 an der ortsfesten Hubanschlagfläche 35 begrenzt, wobei
durch die konische Ausbildung dieser beiden Kontaktflächen der tragende Querschnitt
am Ventilglied 8, ohne eine Erhöhung der Flächenpressung, derart gesteigert werden
kann, daß Brüche des Ventilgliedes 8 infolge des harten Aufschlagens am Hubanschlag
sicher vermieden werden können.
[0027] Das Ende der Kraftstoffeinspritzung erfolgt durch die Beendigung der Zufuhr von Kraftstoffhochdruck,
so daß der Druck im Druckraum 17 wieder unter den Einspritzdruck sinkt und die Ventilfeder
27 das Ventilglied 8 in Anlage an den Ventilsitz 13 zurückbewegt.
1. Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit einem in einer Bohrung (7) eines
Ventilkörpers (1) axial verschiebbar geführten Ventilglied (8), das an seinem brennraumseitigen
Ende eine Ventildichtfläche (11) aufweist, mit der es zur Steuerung eines Einspritzöffnungsquerschnittes
mit einer Ventilsitzfläche (13) am Ventilkörper (1) zusammenwirkt und mit einer gegenüber
dem Ventilkörper (1) ortsfesten Hubanschlagfläche (35), an der das Ventilglied (8)
nach Durchlaufen eines nach außen gerichteten maximalen Öffnungshubweges mit einer
Anlagefläche (37) zur Anlage gelangt, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Hubanschlagfläche
(35) und die mit dieser zusammenwirkende Ventilgliedanlagefläche (37) konisch ausgebildet
sind.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergang
zwischen der konischen Anlagefläche (37) am Ventilglied (8) zu dessen zylindrischen
Schaft gewölbt ausgebildet ist und einen großen Radius aufweist.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die konische
Hubanschlagfläche (35) über verschiedene Neigungswinkel in einen zylindrischen Innendurchmesser
(47) übergeht.
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste
Hubanschlagfläche (35) an den Stirnflächen zweier, einen geschlossenen Anschlagring
(33) bildender Halbschalen (41) vorgesehen ist, die von einem Stützring (43) umschlossen
sind.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die konische
Anlagefläche (37) des Ventilgliedes (8) an einem eine Druckschulter bildenden Querschnittsübergang
des Ventilgliedschaftes zu einem Ringbund (39) gebildet ist.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilglied
(8) an seinem brennraumseitigen Ende einen aus der Bohrung (7) des Ventilkörpers (1)
ragenden, die Ventildichtfläche (11) aufnehmenden Ventilschließkopf (9) aufweist,
in dem wenigstens eine Einspritzöffnung (21) vorgesehen ist, die bei am Ventilsitz
(13) anliegendem Ventilglied (8) von der Wand der Bohrung (7) verschlossen ist und
beim nach außen gerichteten Ventilgliedöffnungshub aus der Überdeckung mit der Bohrung
(7) austaucht.
7. Verfahren zur Herstellung von Halbschalen (41) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Halbschalen (41) durch Auftrennen eines geschlossenen, fertig bearbeiteten
Anschlagringes (33) hergestellt werden.