[0001] Zum Kühlen von Brenngut, beispielsweise Zementklinker, verwendet man Kühlroste, aus
denen man Kühlluft in das darauf liegende Gutbett eintreten läßt, die dieses durchströmt
und abkühlt. Der über die Länge des Rosts erzielbare Kühleffekt hängt u.a. ab von
der Dicke und Vorschubgeschwindigkeit des Gutbetts. Diese Parameter sind bei herkömmlichen
Rosten nicht über die Rostbreite konstant. Das hängt damit zusammen, daß das Gut vom
vorgeschalteten Ofen her nicht völlig gleichmäßig verteilt über die Breite des Rosts
abgeworfen wird. Der größte Teil des Kühlguts gelangt zunächst auf einen mittleren
Bereich des Rosts und fließt von dort aufgrund der im Gutbett herrschenden, von der
Vorschubbewegung des Rosts verursachten Relativbewegung zu den schwächer belegten
Seiten hin ab. Ein völliger Ausgleich der anfänglich unterschiedlichen Dicke des Gutbetts
läßt sich dadurch bei bekannten Rosten aber nicht erreichen. Das gilt auch für einen
bekannten Kühlrost (EP-A 129 657), bei welchem die im Drehrohrofen-Austragsbereich
liegende Zone pro Flächeneinheit mehr feststehende und mehr unbelüftete Rostplatten
aufweist als in den seitlich angrenzenden Zonen. Zwar wird dadurch der Aufstau des
Guts im mittleren Bereich und sein Abfließen zu den Seitenbereichen gefördert; ein
hinreichender Ausgleich der unterschiedlichen Dicke des Gutbetts läßt sich dadurch
aber insbesondere bei großen Rostbreiten nicht erreichen.
[0002] Die Fördergeschwindigkeit des Gutbetts wird von der Korngrößenverteilung im Gutbett
beeinflußt. Je größer der Feinanteil, um so größer ist die Fließneigung und damit
die Fördergeschwindigkeit des Guts. Im allgemeinen ist in den Seitenbereichen des
Rosts ein höherer Feinanteil als im mittleren Bereich anzutreffen. Das rührt zum einen
daher, daß bei dem Abfluß von Gut aus dem zunächst dicker belegten mittleren Bereich
des Rostes zu den Seiten hin eine Entmischung stattfindet, die den Anteil grober Fraktionen
in der Mitte und den Anteil feinerer Fraktionen in den Seitenbereichen begünstigt.
Auch ist der Ofenabwurf über die Breite des Rosts nicht gleichmäßig. Auf einer Seite
und in der Mitte wird mehr grobes Material, auf der anderen Seite mehr feines Material
abgeworfen. Insbesondere in demjenigen Seitenbereich, der durch das unsymmetrische
Abwurfverhalten des Drehrohrofens noch mehr Feinanteil enthält als der andere Seitenbereich,
kann die Gutgeschwindigkeit unerwünscht hohe Werte annehmen, so daß die Kühlwirkung
nicht mehr ausreicht ("Red River").
[0003] Je breiter ein Rost ist, um so schwerer ist es, das Gut über seine Breite gleichmäßig
zu verteilen. Die genannten Probleme werden daher verschärft durch die neuzeitliche
Tendenz zu immer größerer Anlagenkapazität. Dieser versucht man dadurch gerecht zu
werden, daß man bei begrenzter Breite des Kühlers dessen Länge und Vorschubgeschwindigkeit
vergrößert. Dabei gelangt man
aber an eine wirtschaftliche Grenze, weil der Rostplattenverschleiß exponentiell mit
der Vorschubgeschwindigkeit ansteigt.
[0004] Ähnliche Probleme stellen sich bei Förderrosten, die für andere Zwecke als zum Kühlen
von Brenngut verwendet werden.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verteilen des Guts
über die Breite eines Förderrosts zu schaffen, auf dem das Gutbett anfänglich in einer
ersten Breitensektion eine größere Dicke als in mindestens einer zweiten, benachbarten
Breitensektion aufweist. Es liegt ihr ferner die Aufgabe zugrunde, einen zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens geeigneten Schubrost zu schaffen.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in den Merkmalen der Ansprüche 1 und 4 sowie
vorzugsweise den Merkmalen der Unteransprüche.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß das Gutbett in der
ersten Breitensektion, in der es anfangs schon dicker war, im Verhältnis zu der zweiten,
benachbarten Breitensektion noch mehr aufgestaut wird. Dadurch wird der Unterschied
in der Gutbettdicke verstärkt. Dies hat wiederum die Folge, daß das Gut zum seitlichen
Abfließen von der ersten, stärker belegten Breitensektion auf die zweite Breitensektion
veranlaßt wird. Besonders geeignet ist dieses Verfahren für Schubroste, weil diese
innerhalb des Guts eine ständige Bewegung verursachen und daher das Abfließen des
Guts von der ersten zur zweiten Breitensektion auch dann stattfinden kann, wenn der
Schüttwinkel nicht überschritten wird.
[0008] Das Aufstauen des Guts in der ersten Breitensektion geschieht dadurch, daß der Förderrost
darin mit geringerer Fördergeschwindigkeit als in der zweiten Breitensektion betrieben
wird. Zusätzlich kann das Gut in der ersten Breitensektion stellenweise gebremst werden,
indem geeignete Hindernisse vorgesehen werden, die die Förderbewegung des Guts hemmen.
Diese können über die gesamte Länge dieser Sektionen mehr oder weniger verteilt sein.
Statt dessen oder zusätzlich kann vorgesehen werden, daß diese Bremsung hauptsächlich
im Anfangsabschnitt der ersten Breitensektion stattfindet, wo ohnehin durch die Abwurfhäufung
der Dickenunterschied zwischen dieser Breitensektion und den benachbarten Breitensektionen
am größten ist. Beispielsweise kann vorgesehen sein, daß in der ersten, stärker belegten
Breitensektion in diesem Abschnitt noch kein Förderantrieb auf das Gut wirkt, während
er in den benachbarten, schwächer belegten Zonen bereits vorhanden ist. Oder anders
ausgedrückt: Die Fördereinwirkung des Rosts auf das Gutbett beginnt in der sogenannten
ersten Breitensektion später als in den dieser benachbarten, schwächer belegten, sogenannten
zweiten Breitenbereichen.
[0009] Wenn in diesem Zusammenhang von einer ersten und mindestens einer zweiten Breitensektion
gesprochen wird, so ist dabei in erster Linie an eine Anordnung von drei nebeneinander
angeordneten Sektionen gedacht, deren mittlere die anfänglich stärkere Belegung aufweist,
während die beiden äußeren schwächer belegt sind. Jedoch kann das erfindungsgemäße
Prinzip schlechthin auf jede Paarung einer stärker und einer schwächer belegten Breitensektion
gelesen werden. Wenn beispielsweise in einer Anordnung von fünf nebeneinander liegenden
Breitensektionen die mittlere die stärkste anfängliche Belegung erfährt, so ist diese
die erste Breitensektion in bezug auf die ihr unmittelbar benachbarten Sektionen.
Diese können, wenn sie anfänglich oder im Laufe des Verteilungsvorgangs stärker belegt
sind als die ganz außen liegenden Sektionen wiederum als erste Breitensektionen in
bezug auf die ganz außen liegenden Breitensektionen betrachtet werden.
[0010] Zwar ist es möglich, die Aufteilung des Rosts in mehrere Breitensektionen über die
gesamte oder einen wesentlichen Teil der Rostlänge durchzuführen, um die Fördergeschwindigkeit
in diesen Sektionen den unterschiedlichen Kühleigenschaften des Guts in den verschiedenen
Breitenbereichen optimal anpassen zu können. Bevorzugt wird aber eine Ausführung,
bei welcher das erfindungsgemäße Verteilungsverfahren mit Aufteilung des Rosts in
mehrere Breitensektionen mit unterschiedlicher Fördergeschwindigkeit lediglich in
einem relativ kurzen Abschnitt des Rosts vorgesehen ist, der zweckmäßigerweise bei
oder unmittelbar nach der Aufgabestelle gelegen ist und der seiner Funktion wegen
hier als Ausgleichsabschnitt bezeichnet wird. Betreibt man den Rost in der anfänglich
eine größere Dicke des Kühlgutbetts aufweisenden, ersten Breitensektion mit einer
geringeren Vorschubgeschwindigkeit als in wenigstens einer benachbarten, anfänglich
eine geringere Dicke des Kühlgutbetts aufweisenden, zweiten Breitensektion, so wird
dadurch zunächst der Dickenunterschied des Kühlgutbetts verstärkt und es wird demzufolge
mehr Gut aus der stärker belegten Breitensektion in die benachbarte, schneller fördernde
Sektion mit niedrigerer Gutbettdicke abfließen. Steuert man dies so, daß sich am Ende
des Ausgleichsabschnitts auf diese Weise in allen Sektionen gleiche Massenströme ergeben
und leitet man diese dann auf einen folgenden Rostabschnitt, der über die gesamte
Rostbreite gleiche Fördergeschwindigkeit des Guts aufweist, so erhält man eine über
die gesamte Rostbreite konstante Gutbettdicke. Zweckmäßigerweise wird deshalb die
Vorschubgeschwindigkeit der benachbarten Breitensektionen in dem Ausgleichsabschnitt
abhängig von der relativen Dicke ihres Kühlgutbetts her geregelt.
[0011] Das bedeutet nicht, daß konstante Gutbettdicke über die gesamte Rostbreite in jedem
Fall das Ziel dieses Regelvorgangs sein muß. Vielmehr können bei der Bestimmung der
zu erzielenden Gutbettdicke auch noch weitere Überlegungen eine Rolle spielen, wie
insbesondere die Korngrößenverteilung. So kann es beispielsweise zweckmäßig sein,
die Gutbettdicke in den Seitenbereichen ein wenig geringer zu halten als im mittleren
Bereich, um bei über die Rostbreite gleichmäßigem Kühlluftdruck den höheren Luftdurchtrittswiderstand
in den Bereichen geringerer durchschnittlicher Körnung zu berücksichtigen. Wenn man
die Seitenbereiche mit höherem Kühlluftdruck beaufschlagt als den mittleren Bereich,
kann es hingegen zweckmäßig sein, die Seitenbereiche mit etwas größerer Gutbettdicke
als im mittleren Bereich zu betreiben, weil die geringere Korngröße in den Seitenbereichen
bessere Voraussetzungen für die Wärmeübertragung liefert. Wie immer man die Verteilung
der Gutbettdicke im Hauptteil des Kühlers zu gestalten wünscht, die Erfindung gibt
dazu ein geeignetes Mittel an die Hand.
[0012] Zur Durchführung des Verfahrens eignet sich ein Schubrost, der im Ausgleichsabschnitt
mehrere nebeneinander angeordnete Breitensektionen mit gesonderten Antriebsmitteln
für voneinander abweichende Vorschubgeschwindigkeit aufweist, die in der zweiten Breitensektion
(bzw. den zweiten Breitensektionen) größer ist oder größer einstellbar ist als in
der ersten. Unter der Vorschubgeschwindigkeit ist dabei die Bewegungsgeschwindigkeit
der die Förderbewegung des Guts hervorrufenden Rostorgane zu verstehen. Sie ist zu
unterscheiden von der Fördergeschwindigkeit des Gutbetts. Unter gesonderten Vorschubmitteln
sind daher solche zu verstehen, die es gestatten, die Vorschubgeschwindigkeit der
Breitensektionen unterschiedlich und vorzugsweise unabhängig voneinander einzustellen.
[0013] Zusätzlich kann die stärker belegte, erste Breitensektion als Förderhindernis eine
zusätzliche Zahl von unbewegten Rostplatten enthalten, die beispielsweise als sogenannte
Überbrückungsplatten auch im Bereich der Reihen von bewegten Rostplatten vorgesehen
werden können. Sie werden zweckmäßigerweise über diejenige Länge der ersten Breitensektion
verteilt, in welcher ein Staueffekt erwünscht ist.
[0014] Am Beginn der stärker belegten, ersten Breitensektion kann eine gehäufte Anordnung
unbewegter Platten vorgesehen werden. Ohnehin ist es üblich, im Anfangsbereich eines
Schubrosts, in welchem das vom Ofen abgeworfene, heiße Gut auftrifft, lediglich unbewegte
Platten vorzusehen, die von einer Gutschüttung bedeckt sind, die sie vor dem unmittelbaren
Auftreffen des heißesten Guts schützt. In allen Breitensektionen können derartige
unbewegte Rostplattenreihen am Anfang vorgesehen sein. Jedoch sieht man in der stärker
belegten, ersten Breitensektion eine größere Zahl bzw. Gesamtlänge solcher unbewegten
Rostplattenreihen vor, während man in den benachbarten, schwächer belegten, zweiten
Breitensektionen eine geringere Zahl bzw. Gesamtlänge der unbewegten Rostplattenreihen
vorsieht und die bewegten Rostplattenreihen früher beginnen läßt.
[0015] Zweckmäßigerweise ist die Vorschubgeschwindigkeit jeder der benachbarten Sektionen
unabhängig von den anderen einstellbar oder regelbar; jedoch kann es auch ausreichen,
wenn lediglich deren Verhältnis zueinander veränderbar ist. Dazu kann es genügen,
wenn beispielsweise bei einer Anordnung mit drei nebeneinander angeordneten Breitensektionen
lediglich die Vorschubgeschwindigkeit im mittleren Bereich oder die Vorschubgeschwindigkeiten
in den Seitenbereichen veränderbar sind. Die Regelung der Vorschubgeschwindigkeiten
im Ausgleichsabschnitt erfolgt zweckmäßigerweise abhängig von der Gutbetthöhe in den
einzelnen Abschnitten. Statt dessen kann auch die Gutbetthöhe in den den Breitensektionen
entsprechenden Breitenbereichen des folgenden Kühlerabschnitts herangezogen werden.
[0016] Die Länge des Ausgleichsabschnitts kann gering sein im Verhältnis zur Gesamtlänge
des Rosts. Sie wird so bemessen, daß sich der gewünschte Ausgleich erzielen läßt.
Eine größere Länge als die zweifache Rostbreite ist normalerweise nicht erforderlich.
In der Regel genügt eine Länge, die geringer ist als die einfache Rostbreite. Unter
der Länge des Ausgleichsabschnitts ist dabei die Länge der längsten Breitensektion
des Ausgleichsabschnitts zu verstehen, die mit einer von dem folgenden Rostabschnitt
abweichenden Vorschubgeschwindigkeit betreibbar ist.
[0017] Der seitliche Gutbettausgleich im Ausgleichsabschnitt kann dadurch gefördert werden,
daß dem Ausgleichsabschnitt eine stärkere Neigung in Förderrichtung als dem folgenden
Rostabschnitt verliehen wird. Vorzugsweise liegt die Neigung des Ausgleichsabschnitts
in der Größenordnung von 8-15°, während die Neigung im sich anschließenden Abschnitt
lediglich in der Größenordnung von 1-7°, vorzugsweise 3-5°, liegt. Gegen Ende des
Kühlers kann die Neigung bei 0° liegen.
[0018] Die Breite der Sektionen wird entsprechend der Verteilung der Gutbettdicke unmittelbar
anschließend an den Aufgabebereich bemessen. Wenn drei Sektionen vorgesehen sind,
haben die seitlich der mittleren Sektion gelegenen Breitensektionen zweckmäßigerweise
die halbe bis volle Breite der mittleren Sektion.
[0019] Da der Ausgleichsabschnitt im heißen Bereich des Kühlers liegt und die Unterschiede
in der Rostbelegung aufgrund der Erfindung in diesem Bereich vorübergehend verstärkt
werden, ist es zweckmäßig, die Belüftung den Verhältnissen in den unterschiedlichen
Vorschubbereichen anzupassen und demzufolge die gesondert antreibbaren Sektionen auch
gesondert belüftbar zu machen.
[0020] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel veranschaulicht. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf einen Kühlrost,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Ausgleichsabschnitts,
- Fig. 3
- einen schematischen Längsschnitt durch den Ausgleichsabschnitt,
- Fig. 4
- einen Querschnitt in der Ebene IV der Fig.3,
- Fig. 5
- einen Schnitt in der Ebene V der Fig.3 und
- Fig. 6
- einen Schnitt in der Ebene VI der Fig.3
[0021] Der in Fig. 1 dargestellte Kühlrost eines Klinkerkühlers besteht aus drei Abschnitten,
nämlich dem Einlaufbereich 1 und zwei nachgeschalteten Abschnitten 2 und 3. Das zu
kühlende Gut fällt aus dem vorgeschalteten Drehrohrofen hauptsächlich in dem in Fig.
1 schraffierten Bereich 4 auf den Kühler und verteilt sich dann auf dessen Breite.
[0022] In den Abschnitten 2 und 3, die den Hauptteil des Kühlers bilden, ist er herkömmlich
ausgeführt, nämlich aus wechselnden Querreihen feststehender und in Förderrichtung
5 vorund zurückbewegter Rostplatten. Abschnitt 2 ist schwach um 3° in Förderrichtung
geneigt. Abschnitt 3 verläuft horizontal. In den Abschnitten 2 und 3 ist die Vorschubgeschwindigkeit
der Rostplatten über die Breite konstant. Das darauf liegende Gutbett kann in seinen
unterschiedlich gearteten Breitenbereichen unterschiedliche Fördergeschwindigkeit
haben.
[0023] Der Einlaufbereich 1 ist gleichfalls aus quer verlaufenden Rostplattenreihen aufgebaut.
Außerhalb der später erläuterten stationären Bereiche setzt er sich zusammen aus drei
Breitensektionen, nämlich aus einer mittleren Sektion 6 und den Seitensektionen 7
und 8, die ebenfalls jeweils aus Querreihen von Rostplatten gebildet sind, die im
Wechsel feststehen und in der durch Pfeile angedeuteten Förderrichtung vor- und zurückbewegend
angetrieben sind. Es versteht sich, daß auch eine andere Zahl von Breitensektionen
gewählt werden kann, beispielsweise zwei, vier oder fünf.
[0024] Der Aufbau des Einlaufbereichs 1 ergibt sich detaillierter aus Fig. 2. Darin sind
einzelne Rostplattenfelder durch starke Umrandung von anderen Feldern abgehoben. In
den Feldern 10, 11, 12 sind ausschließlich stationäre Rostplatten vorgesehen. Auf
ihnen lagert sich eine Kühlgutschüttung ab, die den Rost vor Überhitzung und Verschleiß
durch das unmittelbar aus dem Ofen auftreffende Gut schützt.
[0025] Die Felder 6, 7 und 8 bestehen im Wechsel aus feststehenden und vor- und zurückbewegten
Reihen von Rostplatten, wobei jeweils die erste den Feldern 10-12 folgende Rostplattenreihe
eine bewegte ist. Sie sind unabhängig von den Rostplatten der jeweils anderen Felder
und von dem folgenden Abschnitt 2 angetrieben. Die mittlere Sektion 6 hat in dem dargestellten
Beispiel die Breite von sechs Rostplatten, während die außen liegenden Sektionen 7
und 8 jeweils fünf Rostplattenbreiten umfassen. Die Sektionen 7 und 8 sind zehn Rostplatten
lang. Die dadurch festgelegte Länge des Ausgleichsabschnitts beläuft sich auf die
reichliche Hälfte der Breite jeder der drei Sektionen. In der mittleren Sektion 6
sind über die Länge verteilt anstelle von Platten in bewegten Rostplattenreihen einige
stationäre, schraffiert angedeutete Überbrückungsplatten 9 vorgesehen.
[0026] Die Fig. 3 bis 6 veranschaulichen beispielsweise den konstruktiven Aufbau. Die feststehenden
Rostplattenreihen ruhen auf quer verlaufenden Rostplattenträgern 14, die ihrerseits
auf Randträgern 15 und Längsholmen 16 aufliegen. Die Rostplattenträger 14 sind als
Luftführungskanäle zu den mit ihnen luftführend verbundenen Rostplatten ausgebildet.
Sie sind in lufttechnisch voneinander getrennte Trägerabschnitte 14a, 14b und 14c
aufgeteilt, so daß die ihnen zugeordneten Rostplattengruppen unabhängig voneinander
mit Luft versorgt werden können. Auch die Längsholme 16 und ggf. die Randträger 15
sind als Luftführungskanäle zur Versorgung der Rostplattenträgerabschnitte ausgebildet.
Die Längsholme 16 sind lufttechnisch geteilt in Hälften 16a und 16b, die jeweils benachbarten
Abschnitten 14a, 14b bzw. 14c der Rostplattenträger zugeordnet sind. Die mittleren
Abschnitte 14b der feststehenden Rostplattenträger werden gemäß Fig. 5 von einem Kanal
13 her über Abzweigungen und über die ihnen zugeordneten Längsholmhälften 16a mit
Kühlluft versorgt. Entsprechend werden die außen liegenden Rostträgerabschnitte 14a
und 14c von Kühlluftkanälen 17 bzw. 18 her über die ihnen zugeordneten Längsholmhälften
16b und die Randträger 15 mit Kühlluft versorgt.
[0027] Die beweglichen Rostplatten ruhen auf mechanisch voneinander getrennten Rostträgerabschnitten
20a, 20b und 20c, die jeweils über Konsolen 21 von Längsholmen 22a, 22b und 22c getragen
sind, die ihrerseits in bekannter Weise längsbeweglich auf Lagern 23 ruhen und mittels
hydraulischer Antriebe 24 in Plattenlängsrichtung vor- und zurückgeschoben werden
können. Dadurch wird die Vorschubbewegung erzeugt.
[0028] Die Rostplattenträger 20a, 20b und 20c, die Konsolen 21 und die Längsholme 22 sind
zur Kühlluftversorgung der ihnen zugeordneten Rostplattengruppen kühlluftführend ausgebildet.
Die Längsholme 22b der beweglichen Rostplattenreihen der mittleren Sektion 6 werden
(siehe Fig. 5) von dem Kühlluftkanal 13 über bewegungstolerante Abzweigungen 26 mit
Kühlluft versorgt. Entsprechendes geschieht für die Längsholme 22a und 22c der seitlichen
Sektionen 7 und 8 von den Kühlluftkanälen 17, 18 her (siehe Fig. 6) über bewegungstolerante
Kanalabzweigungen 27, 28. Somit werden die stationären und beweglichen Rostplatten
der mittleren Sektion 6 von einer und derselben Kühlluftquelle her versorgt. Entsprechendes
gilt für die Rostplatten der Sektionen 7 bzw. 8. Die Luftzufuhr zu diesen Sektionen
kann ebenso wie ihre Bewegungsfrequenz unabhängig von den anderen Sektionen eingestellt
werden.
[0029] Gesonderte und abweichend von den übrigen Feldern einstellbare Kühlluftzufuhr ist
auch zu den Feldern 10, 11 und 12 vorgesehen, und zwar erkennt man in Fig. 3 Kühlluftkanäle
29, 30, die diesen Feldern zugeordnet sind. Wieder andere Kühlluftversorgungseinrichtungen
sind für die Kühlerabschnitte 2 und 3 bzw. gewünschtenfalls für einzelne Felder innerhalb
dieser Abschnitte vorgesehen. Zur Vermeidung einer zu großen Anzahl zu regelnder Parameter
kann es zweckmäßig sein, die Kühlluftzufuhr zu den einzelnen Feldern nach einmaliger,
geeigneter Einstellung konstant zu lassen und nur noch deren Vorschubgeschwindigkeit
zu regeln.
[0030] Die Neigung des in Fig. 3 gezeigten Rostabschnitts in Förderrichtung beträgt 10°.
Die in diesem Beispiel angegebene Konfiguration des Ausgleichsabschnitts gestattet
es, die Kühlerbreite für eine gegebenene Kühlerleistung um etwa 25% zu vergrößern.
Das bedeutet, daß die Schubfrequenz in den Kühlerabschnitten 2 und 3 um etwa 25% gesenkt
werden kann. Im Ausgleichsabschnitt kann die Kühlerfrequenz aufgrund des Synergismus
zwischen dem Ausgleich der Gutbettdicke einerseits und der im Vergleich mit herkömmlichen
Kühlern stärkeren Neigung noch stärker gesenkt werden, nämlich von der Größenordnung
20min
-1 auf unter 10min
-1. Ein typisches Beispiel weist in der Mittelsektion des Einlaufabschnitts eine Schubfrequenz
von 5min
-1 und in den Seitensektionen eine solche von 7-8min
-1 auf. Der Plattenverschleiß wird dadurch in allen Abschnitten stark vermindert.
[0031] Drei konstruktive Eigenheiten der beschriebenen Konstruktion sind es, die den erfindungsgemäßen
Quertransport von der mittleren, ersten Sektion (Felder 6 und 11) auf die sogenannten
zweiten Sektionen 7 und 8 hervorrufen bzw. verstärken. Erstens haben die bewegten
Rostplattenreihen des Feldes 6 eine geringere Vorschubgeschwindigkeit als diejenigen
in den Sektionen 7 und 8. Zweitens bremsen die Überbrückungsplatten 9 in Feld 6 die
dortige Fördergeschwindigkeit des Guts und drittens befinden sich in dem Feld 11 ausschließlich
stationäre Platten, während seitlich davon bereits Vorschubbewegung in den Sektionen
7 und 8 stattfindet. Diese Eigenheiten führen dazu, daß die ohnehin schon stärkere
Bettdicke in der mittleren Sektion weiter erhöht wird und dadurch der Quertransport
des Gutes zu den seitlichen Sektionen verstärkt wird und damit der Massenstrom vereinheitlicht
wird. Treffen die Gutströme in den drei Sektionen anschließend auf die über die Breite
konstante Vorschubgeschwindigkeit des Abschnitts 2 des Kühlrosts, so ergibt sich eine
im wesentlichen gleiche Bettdicke. Falls man in den Abschnitten 2 und 3 aus irgendwelchen
Gründen eine nicht gleiche Bettdicke über die Breite wünscht, so kann diese mit den
erfindungsgemäßen Mitteln gleichfalls eingestellt werden.
1. Verfahren zum Verteilen des Guts über die Breite eines Förderrosts, auf dem das Gutbett
anfänglich in einer ersten Breitensektion eine größere Dicke als in mindestens einer
benachbarten, zweiten Breitensektion aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
in einem anfänglichen Abschnitt (Ausgleichsabschnitt) der Rostlänge der Förderrost
in der ersten Breitensektion mit geringerer Vorschubgeschwindigkeit als in der zweiten
betrieben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut in der ersten Breitensektion
stellenweise gebremst wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rost anschließend
an dem Ausgleichsabschnitt mit über die Breite im wesentlichen konstanter Fördergeschwindigkeit
betrieben wird.
4. Schubrost für einen Brenngutkühler mit einer Folge quer zur Förderrichtung des Rosts
verlaufender, wechselnd unbewegter und in Förderrichtung hin- und hergehend bewegter
Reihen von Rostplatten, der zumindest in einem anfänglichen Abschnitt (Ausgleichsabschnitt
(6, 7, 8, 11)) Mittel aufweist, die dem Gutbett in einer ersten Breitensektion (6,
11) eine geringere Fördergeschwindigkeit als in mindestens einer benachbarten, zweiten
Breitensektion (7, 8) erteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Breitensektion
(7, 8) von der ersten Breitensektion (6, 11) gesonderte Antriebsmittel für eine höhere
Vorschubgeschwindigkeit ihrer Rostplatten im Vergleich mit denen der ersten Breitensektion
(6) aufweist.
5. Schubrost nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß er in der ersten Breitensektion
(6, 11) im Vergleich mit der zweiten Breitensektion (7, 8) mehr unbewegte Rostplatten
(9) enthält.
6. Schubrost nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einige der
zusätzlichen unbewegten Rostplatten (Feld 11) gehäuft am Beginn der ersten Breitensektion
(6, 11) vorgesehen sind.
7. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichsabschnitt
bei oder unmittelbar nach der Aufgabestelle (4) angeordnet ist.
8. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß drei Breitensektionen
(6, 7, 8, 11) nebeneinander angeordnet sind, von denen die mittlere die erste Breitensektion
(6, 11) und die äußeren je eine zweite Breitensektion (7, 8) bilden.
9. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß dem Ausgleichsabschnitt
(6, 7, 8, 11) ein Rostabschnitt (2) mit im wesentlichen konstanter Vorschubgeschwindigkeit
über die gesamte Rostbreite folgt.
10. Rost nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der längsten Breitensektion
(7, 8) des Ausgleichsabschnitts, die mit einer von dem folgenden Rostabschnitt (2)
abweichenden Vorschubgeschwindigkeit betreibbar ist, nicht größer als die zweifache
Rostbreite in diesem Abschnitt ist.
11. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Rostneigung
in Förderrichtung im Ausgleichsabschnitt größer als im folgenden Abschnitt (2) ist.
12. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine neben einer
mittleren Breitensektion (6, 11) gelegene Breitensektion (7, 8) die halbe bis volle
Breite der mittleren Breitensektion (6) hat.
13. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Breitensektionen
(6, 7, 8, 11) mit unterschiedlicher Vorschubgeschwindigkeit gesondert belüftbar sind.
14. Rost nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorschubgeschwindigkeitsunterschied
zwischen benachbarten Breitensektionen (6, 7, 8, 11) des Ausgleichsabschnitts abhängig
von der Gutbetthöhe regelbar ist.