[0001] Die Erfindung betrifft einen Rotationszerstäuber für das Auftragen von Anstrichstoffen
mittels elektrostatischer Innen- oder Außenaufladung mit einer Sprühglocke mit einer
stirnseitigen Abrißkante, mit einem in einem Motorgehäuse angeordneten Antriebsmotor,
welches Gehäuse Versorgungsleitungen für die Zufuhr von Anstrichstoff, Reinigungsfluid
und Druckluft sowie wenigstens einen Hochspannungsanschluß aufnimmt.
[0002] Es ist bekannt, daß bei den zum Auftragen von Anstrichstoffen, zum Beispiel von elektrisch
leitfähigen wasserlöslichen Lacken, mittels elektrostatischem Beschichten verwendeten
Rotationssprühzerstäubern, die mit hoher Drehzahl rotierenden Sprühglocken auf ihrer
dem Antriebsmotor zugewandten rückwärtigen Außenfläche verschmutzen, das heißt mit
Farbresten und sonstigen Verunreinigungen bedeckt sind.
[0003] Da solche Verunreinigungen sich nachteilig auf den Betrieb der Sprühvorrichtung sowie
auf das hiermit erzielte Arbeitsergebnis auswirken, muß dafür gesorgt werden, daß
die Glockenaußenfläche beim bestimmungsgemäßen Farbauftrag stets frei von Verunreinigungen
ist.
[0004] Eine Spülvorrichtung zur Reinigung der Glockenaußenfläche ist in der DE 195 17 477
A1 vorgeschlagen worden, wobei durch eine Spritzdüse das zur Reinigung vorgesehene
Reinigungsfluid, vorzugsweise Lösungsmittel, unmittelbar auf die Glockenaußenfläche
aufgespritzt wird. Dabei hat sich allerdings gezeigt, daß ein nicht unbeträchtlicher
Teil des Lösungmittels abprallt und demgemäß nicht zur Reinigung der Glockenaußenfläche
zur Verfügung steht, so daß ein erheblicher Verbrauch an entsorgungspflichtigem Reinigungsfluid
resultiert.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine Spülvorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, welche auf konstruktiv einfache Weise einen
sparsamen Verbrauch an Reinigungsfluid bei gleichzeitig guter Reinigung der Glockenaußenfläche
ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst. Weitere Vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Demgemäß ist an der glockenseitigen Stirnseite des Motorgehäuses wenigstens eine
Sprühdüse für Reinigungsfluid angeordnet, welche mit einer in die dem Motorgehäuse
zugewandten rückseitigen Stirnseite der Sprühglocke eingeformten Ringnut zusammenarbeitet,
über welche das Reinigungsfluid an die Glockenaußenfläche gelangt und dort befindliche
Verunreinigungen ablöst und beseitigt.
[0008] Während, wie zuvor ausgeführt, im Stand der Technik das aufgesprühte Reinigungsfluid
nur zum Teil die zu reinigende Oberfläche der Sprühglocke erreicht beziehungsweise
darauf als Film sich verteilt, während der Rest reflektiert wird und zur Reinigung
nicht zur Verfügung steht, bildet das erfindungsgemäß aufgebrachte Reinigungsfluid
einen die gesamte Außenfläche der Sprühglocke bedeckenden Film, der aufgrund seiner
reaktiven Eigenschaften anhaftende Farbreste ablöst und quasi von der Glockenaußenfläche
abspült.
[0009] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Ringnut mit wenigstens einer radialen
Ausnehmung versehen, durch welche das in die Ringnut eingebrachte Reinigungsfluid
an die Glockenaußenfläche gelangt. Dabei ist entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung die Ringnut über wenigstens eine am Nutgrund angeordnete radiale Bohrung
mit der Glockenaußenfläche strömungsmäßig verbunden, wobei mit sechs als Bohrungen
oder als Schlitze ausgebildeten radialen oder auch der Drehrichtung der Glocke folgenden
evolventenartigen beziehungsweise tangentialen Durchgangsöffnungen die beste Wirkung
erzielt wird.
[0010] Hierdurch wird erreicht, daß das nach außen gelangende Reinigungsfluid sich filmartig
auf der Glockenaußenfläche ausbreitet, wobei das auf der Glockenaußenfläche befindliche
Reinigungsfluid mitsamt aufgenommener Verunreinigungen an die frontseitige Abrißkante
der Sprühglocke strömt und dort fliehkraftbedingt die Sprühglocke verläßt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Ringnut parallel zur Glockenaußenwand
in die Glockenrückseite eingeformt, wobei vorteilhafterweise die Ringnut konische
Nutflanken aufweist.
[0012] Ferner kann es vorteilhaft sein, daß die Ringnut unter einem Winkel zwischen 10°
und 30°, vorzugsweise 20°, gegenüber der Mittelachse der Sprühglocke geneigt in die
Glockenrückseite eingeformt ist.
[0013] Um eine einwandfreie Funktion der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung sicherzustellen,
ist die Spritzdüse für das Reinigungsfluid in geringem Abstand zur Sprühglocke angeordnet.
Vorzugsweise beträgt der Abstand zwischen der Spritzdüse für das Reinigungsfluid und
der Rückseite der Sprühglocke höchstens 2 mm.
[0014] Gemäß einer alternativen, nicht weniger vorteilhaften Alternative kann vorgesehen
sein, daß die Spritzdüse für das Reinigungsfluid in die Ringnut eintaucht.
[0015] In beiden Ausführungsvarianten ist gewährleistet, daß die aus der Spritzdüse austretende
Menge an Reinigungsfluid komplett in die Ringnut einströmt und damit für die Oberflächenreinigung
zur Verfügung steht.
[0016] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Anhand eines in der schematischen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels sollen
die Erfindung, vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sowie besondere Vorteile
der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Rotationszerstäubers mit Elektroden für die Außenaufladung
mit einer erfindungsgemäßen Sprühglocke und
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße Sprühglocke im Längsschnitt mit dem anschließenden Motorgehäuse
in Teildarstellung.
[0018] In Fig. 1 ist ein Rotationszerstäuber 10 mit einem Antrieb 12 und mit einer frontseitigen
Sprühglocke 14 sowie mit konzentrisch um den Antrieb 12 angeordneten Hochspannungselektroden
16 und einer die Hochspannungselektroden 16 speisenden Hochspannungsverbindungsleitung
18 gezeigt. Die Hochspannungselektroden 16 sind radial an einem Gehäuse 20 befestigt,
welches einen den Antrieb 12 bildenden Motor, vorzugsweise Druckluft-Turbinenmotor,
aufnimmt.
[0019] An der zur Sprühglocke 14 weisenden Stirnseite des Gehäuses 20 ist, wie aus Fig.
2 ersichtlich, eine Welle 22 zum Antrieb der Sprühglocke 14 herausgeführt sowie eine
Spritzdüse 24 zur Beaufschlagung der Sprühglocke 14 mit Reinigungsfluid.
[0020] Erfindungsgemäß ist an der dem Gehäuse 20 zugewandten Rückseite der Sprühglocke 14
eine Ringnut 26 parallel zur Außenfläche 28 der Sprühglocke 14 eingeformt, an deren
Nutgrund Ausnehmungen 30 vorgesehen sind, welche eine Strömungsverbindung zur Außenfläche
28 bilden. Die Spritzdüse 24 und die Ringnut 26 mit den Ausnehmungen 30 bilden die
erfindungsgemäße Reinigungseinrichtung für die Beseitigung von Verunreinigungen und
Farbrückständen auf der Mantelfläche 28 der Sprühglocke 14.
[0021] Die Wirkungsweise dieser Reinigungseinrichtung wird nachstehend erläutert.
[0022] Sobald ein Beschichtungszyklus, zum Beispiel das Lackieren einer Fahrzeugkarosserie,
welches ein bevorzugtes Anwendungsgebiet der vorliegenden Erfindung darstellt, abgeschlossen
ist, erfolgt die Reinigung der betreffenden Sprühglocke 14. Dabei werden sowohl die
innenliegenden Farbmittelwege und die frontseitige Stirnfläche gereinigt als auch
die Mantelfäche der Sprühglocke 14, auf welcher sich Farbmittelreste und sonstige
Verunreinigungen anlagern können.
[0023] Hierzu wird über die Spritzdüse 24 Reinigungsfluid, zum Beispiel Lösungmittel, das
gegebenenfalls mit Druckluft angereichert ist, zugeführt und gelangt aufgrund der
strengen geometrischen Zuordnung des Ringkanals 26 zur radialen Position der Spritzdüse
24 verlustfrei in die Ringnut 26, von wo aus das Reinigungsfluid fliehkraftbedingt
zum radial weiter außerhalb befindlichen Nutgrund fließt und durch die dort vorgesehenen
Ausnehmungen 30 an die Mantelfläche 28 gelangt.
[0024] Die Ausnehmungen 30 können radiale Bohrungen oder Schlitze sein. Sie können aber
auch evolventenartig, das heißt einer Evolvente folgend, oder tangential jeweils der
Drehrichtung entsprechend durch die vorhandene Außenwandung geführt sein.
[0025] Aufgrund dieser Anordnung wird erfindungsgemäß erreicht, daß das Reinigungsfluid
sich gleichmäßig über die Mantelfläche ausbreitet und hierbei die auf der Mantelfläche
eventuell angelagerten Verunreinigungen zunächst anlöst und dann ablöst und infolge
der fliehkraftbedingten Strömung mit sich führt bis zu einer an der Stirnseite der
Sprühglocke befindlichen Abrißkante 29, an welcher im Farbsprühbetrieb das betreffende
Farbmittel und im sogenannten Spülbetrieb das betreffende Spülmittel beziehungsweise
Reinigungsfluid abgeschleudert wird.
[0026] Während bei den bisher bekannten Verfahrensweisen zur Reinigung der Außenfläche infolge
des direkten strahlförmigen Auftreffens des Reinigungsmittels auf die Glockenaußenfläche
Zerstäubungen resultieren, bei denen aufgenommene Farb reste und Verunreinigungen
mitgerissen werden, die sich anschließend unkontrolliert, insbesondere bei der Außenaufladung,
am Antriebsgehäuse 20 anlagern und so zu Störungen führen können, wird mit Hilfe der
erfindungsgemäßen Gestaltung der Sprühglocke 14 zum Zwecke der Außenreinigung der
Sprühglocke 14 eine gleichbleibende Säuberung der Außenfläche 28 der Sprühglocke 14
ohne störende Nebeneffekte erreicht.
1. Rotationszerstäuber für das Auftragen von Anstrichstoffen mittels elektrostatischer
Innen- oder Außenaufladung mit einer Sprühglocke mit einer stirnseitigen Abrißkante,
mit einem in einem Gehäuse angeordneten Antriebsmotor betriebenen, welches Gehäuse
Versorgungsleitungen für die Zufuhr von Anstrichstoff, Reinigungsfluid und Druckluft
sowie wenigstens einen Hochspannungsanschluß aufnimmt dadurch gekennzeichnet, daß an der glockenseitigen Stirnseite des Motorgehäuses wenigstens eine Sprühdüse
für Reinigungsfluid angeordnet ist, welche mit einer in die dem Motorgehäuse zugewandten
rückseitigen Stirnseite der Sprühglocke eingeformten Ringnut zusammenarbeitet , über
welche das Reinigungsfluid an die Glockenaußenfläche gelangt und dort befindliche
Verunreinigungen ablöst und beseitigt.
2. Rotationszerstäuber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnut mit wenigstens
einer radialen Ausnehmung versehen ist, durch welche das in die Ringnut eingebrachte
Reinigungsfluid an die Glockenaußenfläche gelangt.
3. Rotationszerstäuber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnut
über wenigstens eine am Nutgrund angeordnete radiale Bohrung mit der Glockenaußenfläche
strömungsmäßig verbunden ist.
4. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sechs als Bohrungen oder als Schlitze ausgebildete radiale Ausnehmungen den Ringkanal
mit der Glockenaußenfläche strömungsmäßig verbinden.
5. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ringnut parallel zur Glockenaußenfläche in die Glockenrückseite eingeformt ist.
6. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand zwischen der Spritzdüse für das Reinigungsfluid und der Rückseite der
Sprühglocke höchstens 2 mm beträgt.
7. Rotationszerstäuber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Spritzdüse für das Reinigungsfluid in die Ringnut eintaucht.
8. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die aus der Spritzdüse austretende Menge an Reinigungsfluid komplett in die Ringnut
einströmt.
9. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das aus der Ringnut durch die wenigstens eine radiale Ausnehmung nach außen gelangende
Reinigungsfluid sich filmartig auf der Glockenaußenfläche ausbreitet.
10. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das auf der Glockenaußenfläche befindliche Reinigungsfluid mitsamt aufgenommener Verunreinigungen
an die Abrißkante strömt und dort fliehkraftbedingt die Sprühglocke verläßt.
11. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ringnut konische Nutflanken aufweist.
12. Rotationszerstäuber nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ringnut unter einem Winkel zwischen 10° und 30°, vorzugsweise 20°, gegenüber der
Mittelachse der Sprühglocke geneigt in die Glockenrückseite eingeformt ist.